Ukrainische Hacker erbeuteten Geheimdokumente über das neueste russische Atom-U-Boot

josef

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Datenklau
Ukrainische Hacker erbeuteten Geheimdokumente über das neueste russische Atom-U-Boot
Die erbeuteten Daten umfassen Besatzungslisten, Einsatzdaten und Baupläne. Laut dem ukrainischen Geheimdienst wurden auch die Schwächen des U-Boots offengelegt

Die Knjas Poscharski wurde erst vor zwei Wochen in Dienst gestellt. Ukrainische Hacker gelangten jetzt an Detailinformationen und legten die Schwächen des Atom-U-Boots offen.EPA/ALEXANDER KAZAKOV / SPUTNIK

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben bei einer kürzlich durchgeführten Operation umfangreiche geheime Informationen über Russlands neuestes Atom-U-Boot gestohlen. Die erbeuteten Daten zeigen die Schwachstellen des Schiffes auf.

Laut Angaben des ukrainischen Militärgeheimdiensts ist es Hackern gelungen, sich Zugang zu den Systemen der russischen Marine zu verschaffen. Dabei konnten sie interne Dokumente über das neue U-Boot K-555 Knjas Poscharski erbeuten. Dabei handelt es sich um den jüngsten Vertreter der Projekt-955/955A-Klasse. Das U-Boot war erst vor weniger als zwei Wochen im Beisein von Machthaber Wladimir Putin in Dienst gestellt worden.

Detaillierte Einblicke
Die ukrainischen Hacker im Auftrag des Geheimdiensts konnten eine Liste der U-Boot-Besatzung erbeuten. Diese gibt nicht nur die Dienstränge und Positionen der Besatzungsmitglieder an, sie enthält auch Informationen über deren körperliche Fitness. Darüber hinaus enthalten die Dokumente detaillierte Kampfanweisungen. Zusätzlich erbeuteten sie Daten zum Aufbau des U-Boots und Diagramme der Lebenserhaltungssysteme, wie Business Insider berichtet.

Schwachstellen aufgedeckt
Der Militärgeheimdienst der Ukraine hat einige der Dokumente auf dem eigenen Telegram-Kanal veröffentlicht. Laut eigenen Angaben wurden bei dem Cyberangriff auch Dokumente mit den Vorschriften für die Besatzung, Anweisungen für den Transport verwundeter Matrosen, technischen Angaben, Abschleppverfahren sowie Details zum Einsatzplan des neuesten U-Boots der russischen Marine erbeutet. Außerdem wurden Auszüge aus den Schiffsplänen erbeutet, wie der HUR mitteilte. Diese Dokumente hätten zudem Schwachstellen in den U-Booten aufgedeckt, teilte der ukrainische Geheimdienst mit.


Detaillierte Pläne über das neueste russische Atom-U-Boot wurden veröffentlicht.
Telegram / HUR

Das strategische U-Boot Knjas Poscharski wurde erst am 24. Juli in die 31. U-Boot-Division der Nordflotte der russischen Marine aufgenommen. Sein ständiger Stützpunkt ist Gadschijewo in der Region Murmansk.

Teil der nuklearen Triade
Bei den U-Booten der Klasse Projekt 955/955A handelt es sich um strategische atomgetriebene Unterseeboote. Deren Entwicklung begann höchstwahrscheinlich noch in der Sowjet-Ära. 1996 wurde das erste Typschiff auf Kiel gelegt. Der Bau verzögerte sich unter anderem deshalb, weil es zu einem Streit zwischen der russischen United Shipbuilding Corporation und dem russischen Verteidigungsministerium über den finalen Preis der U-Boote kam. Die ersten vier Einheiten wurden erst 2020 fertiggestellt.

Bei den U-Booten handelt es sich um Trägersysteme für ballistische Raketen, sie sind deshalb integraler Bestandteil von Moskaus nuklearer Triade und damit der atomaren Abschreckung. Laut Angaben des Kreml sollen bis 2030 sechs weitere derartige U-Boote in Dienst gestellt werden.

Russland betreibt eine der größten U-Boot-Flotten der Welt mit 64 aktiven Schiffen. Aktuell stehen fünf U-Boote der verbesserten Projekt-955-A-Borei-Klasse im Dienst. Diese atomgetriebenen U-Boote sind 170 Meter lang und können unter Wasser Geschwindigkeiten von 29 Knoten (etwa 54 km/h) erreichen. Darüber hinaus verfügt die A-Variante über bessere Sensoren und eine modernere Kommunikationsausrüstung.

Eigentlich hätte längst eine neuerlich verbesserte B-Klasse in Dienst gestellt werden sollen, im aktuellen Rüstungsprogramm Russlands ist davon aber keine Rede mehr. Eine K-Klasse wurde ebenfalls diskutiert. Diese soll nicht mit ballistischen Raketen, sondern mit Marschflugkörpern ausgestattet sein.

Interkontinentalraketen an Bord
Jedes kann 16 ballistische Raketen vom Typ RSM-56 Bulava mitführen. Diese können mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden.

Bei der RSM-56 handelt es sich um eine dreistufige Interkontinentalrakete mit festem Treibstoff, die seit 2013 im Einsatz ist. Die Rakete hat eine geschätzte Reichweite von über 8000 Kilometern und kann bis zu zehn unabhängig ansteuerbare Sprengköpfe tragen. Die U-Boote haben zusätzlich zwölf Torpedos an Bord.

Wegen der verstärkten Aktivitäten der russischen U-Boot-Flotte in der Arktisregion hat die Nato nun eine Einsatzgruppe in die Region entsandt.
(Peter Zellinger, 5.8.2025)
Ukrainische Hacker erbeuteten Geheimdokumente über das neueste russische Atom-U-Boot
 
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