Untertageverlagerung Golling

josef

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#1
Bei
Alfred Horn, Peter Wegenstein; "Eisenbahn Handbuch - Sonderausgabe 2015 - Die Bautätigkeit der DRB in Österreich 1938-45"
ist auf Seite 55, Streckenabschnitt "Salzburg - Zell am See - Wörgl" unter Golling zu lesen:
Am 26.10.1944(12) meldete die Rüstungsinspektion des Wehrkreises XVIII, dass der Tunnel in Golling für unterirdische Fertigungen herangezogen wird. Er wurde der Firma Teves zugesprochen und mit der Einrichtung der Baustelle sofort begonnen. Über die Art der Verwendung wurden bisher keine Unterlagen gefunden.
(12) Schreiben der Rüstungsinspektion des Wehrkreises XVIII - Zahl 90914/44 vom 26.10.1944

Lt. diesem Eintrag im Buch müsste es sich um den 940 m langen "Ofenauer-Tunnel" der "Salzburg-Tirolerbahn" (Giselabahn) handeln:

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Streckenspiegel Hallein - Werfen Ofenauer-Tunnel Quelle: Strecke 101 03, Salzburg Hbf - Wörgl Hbf (Salzburg-Tiroler-Bahn), Eisenbahn-Tunnel in Österreich


Ich zweifle jedoch an der Richtigkeit dieses Eintrages, da über eine "Bahntunnel U-Verlagerung" bei Golling bisher nichts bekannt ist!

Sehr wohl aber gab es die U-Verlagerung "Serpentin" in den damaligen Richt- und Erkundungsstollen des heutigen Autobahntunnel der A10 durch den Ofenauer-Berg!

Ich vermute, den Autoren ist da ein Fehler durch Verwechslung zwischen "Eisenbahn" und "Autobahn" unterlaufen! (Vielleicht war in den Dokumenten der Rüstungsinspektion nur ein Hinweis auf "Tunnel" enthalten...? Auch passen die Angaben über die im Autobahnstollen vorgesehenen bzw. angelaufenen Fertigungen -> Zitat aus geheimprojekte.at
Auf insgesamt 15.000 m² sollten in den Richtstollen verschiedenste Rüstungsfertigungen untergebracht werden. Z.B. wurden hier Hydraulikbremsen für Panzer, Sternpumpen, Kolbenringe, Ventilkegel und Zugkettenwagen gefertigt.
ins Produkt-Portfolio der genannten Firma "Teves", später "ATE"!

Die Tunneleingänge von Auto- und Eisenbahn liegen ca. 1,2 km auseinander:

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Die Meinung der "Wissenden" ist gefragt!
 
#2
In Serpentin wurden u.a. die Bremsen und Getriebe hergestellt.
Meines Wissens nach bleibt es beim Autobahntunnel.
Der Eingang ist für die suchenden jedoch 24h von der Asfinag bewacht!
Das unweit entfernte Zementwerk gehört(e) mit dazu.
Gruß
 

josef

Administrator
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#3
Meines Wissens nach bleibt es beim Autobahntunnel...
Das ist auch meine Meinung!
Kann mir nicht vorstellen, den Tunnel einer wichtigen inneralpinen Hauptstrecke für so ein Vorhaben heranzuziehen!
Auch bei einer Reduzierung auf ein Streckengleis im Tunnel und einer Längsteilung mittels einer Abmauerung wie in Wien bei den Tunnels der Vorortelinie unter dem Türkenschanzpark ("Amsel II" und "Drossel") vorgesehen, wäre während der Bauzeit sicher kein Bahnbetrieb möglich gewesen!
 
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