US-Verteidigungsministerium plant allumfassenden KI-Einsatz

josef

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#1
Skynet lässt grüßen
US-Verteidigungsministerium will die KI Waffen entwickeln lassen
Die Technologie soll auch bei Einsatzplanung, Logistik, Personalwesen und Cyberoperationen eingesetzt werden. Ob die Pläne den Amtsantritt Trumps überleben, ist fraglich

Eine KI-gesteuerte F-16 bestritt einen erfolgreichen Luftkampf. Die menschlichen Piloten sind nur Aufsichtspersonal. Die US-Streitkräfte wollen die Technologie nun in allen Bereichen der Streitkräfte integrieren.
US Air Force

Autonome Kriegsschiffe, KI-gesteuerte Drohnen, die ihre Ziele im Schwarm angreifen, Roboter-Kampfjets, die erfolgreich Luftkämpfe gegen menschliche Piloten bestreiten: Geht es um die Entwicklung neuer Waffen, führt kein Weg an Künstlicher Intelligenz vorbei.

Das Verteidigungsministerium will generative KI jetzt noch tiefer in die Streitkräfte integrieren. Die Technologie soll Probleme lösen, von denen Armeen seit jeher geplagt werden: Nachschub und Logistik sollen dank neuer Software deutlich effizienter laufen. Das ist aber noch längst nicht das Ende der KI-Pläne des Department of Defense.

Allumfassender KI-Einsatz
Wie am Mittwoch bekanntgegeben wurde, wird das US-Verteidigungsministerium eine mit 100 Millionen Dollar ausgestattete Abteilung für den schnellen Einsatz von KI-Fähigkeiten schaffen. Die Aufgabe dieser Gruppe: Sie soll die Einführung der nächsten Generation generativer Künstlicher Intelligenz im Verteidigungsministerium beschleunigen. Die Zelle wird vom Chief Digital and Artificial Intelligence Office (CDAO) und der Defense Innovation Unit (DIU) des Ministeriums geleitet.

Im Vorjahr hat das US-Verteidigungsministerium eine eigene Taskforce gegründet, die den Einsatz von generativer KI bei den Streitkräften prüfen sollte. Die nun erfolgte Ankündigung einer eigenen KI-Abteilung ist das Ergebnis dieser Arbeit.

Künstliche Intelligenz soll künftig in der Einsatzplanung, der Einsatzunterstützung, in der Logistik, nachrichtendienstlicher Aufklärung und Cyberoperationen eingesetzt werden. Außerdem soll die KI selbst Waffen entwickeln und bei deren Erprobung helfen. Die Technologie soll auch auf wirtschaftlicher Seite eingesetzt werden und etwa im Finanzmanagement und im Beschaffungswesen eine Rolle spielen. Auch das Personalwesen und das Gesundheitswesen werden als Einsatzgebiete genannt.

Widersprüche
Außerdem werde man sich künftig Gedanken über die Geschwindigkeit der Softwareentwicklung machen müssen, meint der Leiter der DIU, Doug Beck, in einer Aussendung des US-Verteidigungsministeriums. Sprich: Die Entwicklung muss schneller und zuverlässiger vonstattengehen.

Dieser allumfassende Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei den Streitkräften widerspricht eigentlich der von den USA mitunerzeichneten internationalen Erklärung über den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Militär. Die Erklärung wurde von der Biden-Regierung eigentlich unterstützt. NGOs und Forscher haben vor dem überhasteten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Kriegsführung und seinen globalen Auswirkungen gewarnt, wie Mashable berichtet.

Der KI-Zar
Erst im November hat das Weiße Haus eine Verordnung angekündigt, die neue Sicherheitsstandards für den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei US-Ministerien vorschreibt. Kurz darauf wurde auch die Schaffung eines eigenen KI-Sicherheitsinstituts angekündigt.

Über dem weitreichenden KI-Einsatz steht die Frage, ob die Pläne den Amtsantritt von Donald Trump überleben werden. Trump hat angekündigt, einen "KI-Zaren" zu ernennen. Als Kandidat mit den besten Chancen gilt Shyam Shankir, der Chief Technology Officer des von Peter Thiel gegründeten Softwareunternehmens Palantir. Shankir hat sich in der Vergangenheit für den raschen KI-Einsatz bei den Streitkräften ausgesprochen.
(pez, 13.12.2024)
US-Verteidigungsministerium will die KI Waffen entwickeln lassen
 

josef

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#2
Kampfroboter
Lockheed Martin stellt vollautonomen Himars-Raketenwerfer vor
Das Fahrzeug kann sich selbst in Feuerposition bringen und Ziele selbstständig angreifen. Beim Rüstungskonzern träumt man von geheimen Garagen voll mit KI-Waffensystemen

Das Trägerfahrzeug bringt sich autonom in Stellung. Hier im Bild ohne Werfer mit Gewichten auf der Ladefläche, um den Werfer zu simulieren.
Lockheed Martin

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat laut eigenen Angaben einen Meilenstein auf dem Weg zu autonomen und KI-gesteuerten Waffensystemen erreicht. Das Unternehmen demonstrierte ein eigenständig agierendes Himars-Raketenwerfersystem. Bei dem Test wurde ein Raketenwerfer gezeigt, der sich ohne menschliches Zutun in Stellung und Feuerposition bringen kann. Der menschliche Fahrer des Trägerfahrzeugs, eines Oshkosh M1140, war lediglich zur Aufsicht mit an Bord und sollte im Notfall eingreifen, was laut Lockheed Martin aber nicht notwendig war.

"Dadurch können wir sie ohne Besatzung einsetzen und den Personalbedarf reduzieren", sagte Tim Cahill, Leiter des Bereichs Missiles and Fire Control bei Lockheed Martin, dem Nachrichtensender CNBC. Und: Dank Künstlicher Intelligenz könne man Waffensysteme nun viel flexibler einsetzen als bisher.

Lockheed Martin completes autonomous rocket launcher demo
CNBC Television

Die Idee dahinter ist klar: Startsysteme können so von unwirtlichen oder dem Feind unbekannten Standorten aus betrieben werden. Weil keine menschlichen Mannschaften mehr mitversorgt werden müssen, ist auch deutlich weniger Infrastruktur nötig. "Stellen Sie sich vor, wie diese Systeme in einer Garage stehen oder irgendwo offline sind, und wir können sie schnell zum Einsatz bringen", erklärte Cahill. "Sie sind 24 Stunden am Tag einsatzbereit, wenn man sie braucht."

Ziel: Waffensysteme vernetzen
Lockheed Martin arbeitet schon länger daran, die eigenen Waffensysteme zu vernetzen und mit Software auszustatten, damit sie ohne menschliche Bedienmannschaften operieren können. So wurde vor kurzem erstmals ein autonom fliegender Black-Hawk-Helikopter vorgestellt.

Diese Technologie hat natürlich den Vorteil, dass sich keine menschlichen Soldaten mehr in unmittelbare Lebensgefahr begeben müssen. Andererseits stehen ethische Fragen zur Kontrolle über die Waffensysteme im Raum. Lockheed Martin betont, dass immer der Mensch die Entscheidung über den Einsatz von tödlichen Waffensystemen habe. Man habe sichergestellt, dass man jederzeit die vollständige Kontrolle über die Werfersysteme habe. Außerdem gebe man den Waffen nur jene Autonomie und selbstständige Entscheidungsbefugnis, die unbedingt im jeweiligen Moment nötig ist, so der Manager des Konzerns. "Wir möchten immer einen Menschen in der Schleife haben, der bei Bedarf eingreifen kann."

Zukunftsmusik ist der autonome Raketenwerfer nicht, wenn es nach dem Unternehmen geht: Dieses und ähnliche Systeme können innerhalb weniger Monate und nicht erst in einigen Jahren eingesetzt werden, so Cahill. Außerdem sei der Einsatz von menschlichen Himars kombiniert mit Roboterfahrzeugen möglich. Das vom Menschen gesteuerte Waffensystem gibt die Ziele vor, die Roboter im Verbund geben Unterstützung als Wingman, heißt es in der offiziellen Aussendung des Unternehmens. Ähnliche Konzepte werden von der U.S. Air Force bereits erfolgreich getestet.

Vom Himars-System aus werden ATACMS-Raketen abgefeuert. Dabei handelt es sich streng genommen um ein Artilleriesystem mit einer Reichweite von 300 Kilometern. Die ATACMS ist eine ballistische Feststoffrakete, die bis zu Mach 3 erreichen kann. Diese verfügt über einen 215 Kilogramm schweren Gefechtskopf, der in ähnlicher Form schon auf der Schiffsrakete Harpoon (AGM-84) zum Einsatz kommt. Der Penetrations- und Splittergefechtskopf ist in der Lage, Bunker oder gehärtete Hangars zu durchschlagen und erst im Inneren die Splitterladung zu zünden. Die Waffe kann auch im Airburst-Mode über dem eigentlichen Ziel gezündet werden und so einen großen Bereich mit einem Hagel aus Schrapnellen eindecken. Die Ukraine setzt die Waffe aktuell unter anderem für Angriffe auf russische Treibstofflager, Flugfelder und Nachschubdepots ein.

Autonom oder ferngesteuert?
Wenn das Himars-Raketenwerfersystem von Lockheed Martin wirklich das hält, was es verspricht, dann wäre die Bezeichnung autonom gerechtfertigt. Der Begriff wird aktuell im Rüstungsbereich inflationär und oft auch irreführend verwendet. Denn oft ist das, was von den Herstellern als "autonom" angepriesen wird, nur ferngesteuert. Von einem eigenständig agierenden Waffensystem kann etwa bei der jüngst vorgestellten russischen Artillerie keine Rede sein, zumal sie händisch nachgeladen werden muss. Auch die von der Ukraine eingesetzten Kampfroboter müssen von einem Menschen ferngesteuert werden, sind also nicht die KI-Waffen, als die sie oft dargestellt werden.
(pez, 20.12.2024)
Lockheed Martin stellt vollautonomen Himars-Raketenwerfer vor
 
#4
....Was könnte man mit den dafür anfallenden enormen Kosten da weltweit zum Wohle der Menschheit bewegen?
Stimme Dir zu!
Weltweit ist da vielleicht ein wenig zu abstrakt für den einzelnen. Weil, was kann er schon weltweit ausrichten?

Nachdem unserer Forum auch viel über Kriegsgeschichte berichtet, können wir da auch die wahrscheinlichen Gründe etwas besser einordnen.
Nun, wie rüstet man hoch gegen Russland mit ca. 5.600 Atomwaffen?
Dann ist die Antwort klar, es geht nicht um Rüstung, sondern um wirtschaftliche Destabilisierung (und Regimewechsel) des Gegners - so wie damals die UdSSR. Und die Rüstung ist ein Teil des Puzzles (erinnere man sich an Reagan's "Space war") - so wie die Sprengung der Gas Pipelines, der "Energie-Wende" oder der Sanktionen.
 

josef

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#5
KI-Drohne "X-Bat"
Senkrechtstarter: US-Drohne soll der erste vollautonome Kampfjet sein
An der Entwicklung der KI-Drohne X-Bat sind unter anderem Fachleute von Space X beteiligt

Die X-Bat kann senkrecht starten und landen.
Shield AI

Das US-Unternehmen Shield AI hat am Dienstagabend in Washington einen neuartigen, KI-gesteuerten Kampfjet vorgestellt. Das X-Bat genannte Flugzeug kombiniert vertikale Start- und Landefähigkeit mit weitreichender Autonomie und ist für Einsätze in umkämpften Gebieten konzipiert. Mit diesem Projekt will das 2015 gegründete Unternehmen in den Markt für unbemannte Kampfflugzeuge vordringen. Bislang hat Shield AI unbemannte Aufklärungsdrohnen (V-Bat) entwickelt.

Vertikaler Start und Landung
Die X-BAT verfügt über die aktuell bei Flugzeugbauern so beliebte "Cranked Kite"-Flügelform und wird von einem einzelnen Düsentriebwerk mit Nachbrenner angetrieben. Das Fluggerät ist 7,9 Meter lang, hat eine Spannweite von knapp 12 Metern und ist dabei nur 1,4 Meter hoch, wie aus den Unterlagen des Unternehmens hervorgeht. Die X-Bat startet wie eine Rakete – also senkrecht. Nach dem Missionsende soll sie mit dem Heck voran wieder landen, wie eine der wiederverwendbaren Raketen von Space X.

Das Konzept des VTOL (also Vertical Take Off and Landing) hat den Vorteil, dass die X-Bat nicht auf Start- und Landebahnen angewiesen ist.

Mit einer Reichweite von über 2000 Seemeilen (rund 3700 Kilometer) bei voller Nutzlast und einer Dienstgipfelhöhe von rund 15.000 Metern soll die Drohne große Distanzen abdecken können.

Antwort auf chinesische Aufrüstung
Armor Harris, Senior Vice President der Flugzeugsparte bei Shield AI, erklärte gegenüber The War Zone die strategische Überlegung hinter der Entwicklung: Es gehe darum, der militärischen Aufrüstung Chinas zu begegnen, ohne in ein kostspieliges Wettrüsten zu geraten. "Wir bringen die Fähigkeiten einer F-35 in ein VTOL-Paket und liefern es zu einem Zehntel der Lebenszykluskosten eines Kampfjets der fünften Generation", erklärte Harris.

Der ehemalige SpaceX-Manager, der unter anderem an der Entwicklung der vertikalen Landefähigkeit der Falcon-9-Rakete beteiligt war, verwies auf Kriegssimulationen, die zeigen, dass mehr Flugzeuge am Boden als in der Luft zerstört werden. China setze seiner Ansicht nach darauf, Flugplätze zu zerstören und Tankflugzeuge zu bedrohen, bevor westliche Kampfjets überhaupt in den Einsatz kommen können.

Die VTOL-Fähigkeit von X-Bat soll beide Probleme lösen: Das Flugzeug könne von Schiffen, kleinen Inseln oder improvisierten Standorten aus operieren und benötige durch die größere Reichweite weniger Unterstützung durch Tankflugzeuge.

Mehrzweckplattform mit autonomer KI
Shield AI bewirbt X-Bat als Mehrzweckplattform für verschiedene Missionstypen: Luft-Luft-Kampf, Bodenangriffe, elektronische Kriegsführung und Aufklärung. Diese Vielseitigkeit sei angesichts sich wandelnder Bedrohungsszenarien – vom Terrorismus im Nahen Osten über die Pazifikregion bis zu Russland in Osteuropa – entscheidend.

Das Herzstück bildet die firmeneigene Software "Hivemind", die es dem Jet ermöglicht, auch ohne durchgehende Kommunikationsverbindung autonom zu operieren. Anders als die Drohnen der ersten Generation soll die X-Bat laut den Angaben des Unternehmens nicht auf sogenannte Quarterback-Flugzeuge als Kommandozentrale angewiesen sein. Das Unternehmen definiert die Drohne auch als ersten autonomen Kampfjet. Das Flugzeug könne vollkommen selbstständig operieren, aber bei Bedarf auch mit anderen Systemen zusammenarbeiten.

"Der heilige Gral der Abschreckung"
Bis zu drei X-BAT-Einheiten beanspruchen den Platz eines herkömmlichen Kampfjets oder Hubschraubers auf Flugzeugträgern oder Landstützpunkten. Dies soll die Anzahl möglicher Einsätze erhöhen.

Bei der Präsentation vor Militärvertretern, Politikern und Industriepartnern betonte Mitgründer Brandon Tseng, ein ehemaliger Navy SEAL, die strategische Bedeutung: "Luftmacht ohne Startbahnen ist der heilige Gral der Abschreckung."
(pez, 24.10.2025)
Senkrechtstarter: US-Drohne soll der erste vollautonome Kampfjet sein
 
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