USA - Israel: Angriff auf den Iran bzw. israelische Angriffe auf proiranische Hisbollah-Milizen im Libanon

josef

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#21
Luftangriffe Israels und der USA gegen iranische Ziele bzw. Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon
Liveticker 07.03.2026 - Teil 2:
Trotz Entschuldigung weiter Angriffe auf Golfstaaten
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Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich in einer Rede am Samstag bei seinen Nachbarstaaten entschuldigt und angekündigt, die Angriffe einzuschränken, sofern keine Attacken aus diesen Ländern kommen. Die iranischen Angriffe auf die Golfstaaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien und Bahrain wurden dennoch fortgesetzt.

Trotz Peseschkians Entschuldigung meldeten mehrere Golfstaaten neue iranische Angriffe. Der Flughafen von Dubai stellte kurzzeitig den Betrieb ein. Die iranische Revolutionsgarde griff eigenen Angaben zufolge Öltanker im Persischen Golf an.

Aus Expertensicht könnten die Entschuldigung und die Fortsetzung der Attacken auf Machtkämpfe nach dem Tod des obersten Führers Ali Chamenei an der Spitze hindeuten. Mehrere iranische Geistliche drängen auf die rasche Ernennung eines neuen obersten Führers.

US-Präsident Donald Trump drohte unterdessen mit neuen schweren Schlägen. Die bisherigen lobte er als großen Erfolg. Zuvor hatte er den Iran zur „bedingungslosen Kapitulation“ aufgerufen. Peseschkian wies das als „absurd“ zurück. Die USA und Israel setzten ihre Angriffe unvermindert fort. Auf Videos sind Einschläge in Teheran und anderen Städten zu sehen.
APA/AFP/Iranian Presidency

Liveticker
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22.43 Uhr
Selenskyj bietet Saudi-Arabien Hilfe an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, er habe mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über die Lage im Iran und im Nahen Osten gesprochen. Dabei habe er sein Angebot bekräftigt, bei der Bekämpfung iranischer Drohnen zu helfen.
Die Ukraine kämpfe seit Jahren gegen vom Iran entwickelte Drohnen des Typs Shahed. Jeder wisse, dass kein anderes Land der Welt über solche Erfahrungen damit verfüge wie die Ukraine. „Wir sind bereit zu helfen und erwarten, dass auch unser Volk die notwendige Unterstützung erhält“, sagt Selenskyj.

22.36 Uhr
Bericht: US-Angriffe stürzen Iran-Regime wohl nicht
Laut einem Bericht der „Washington Post“ zeigen als geheim eingestufte Geheimdienstanalysen, dass der Krieg das iranische Establishment wahrscheinlich nicht stürzen werde – trotz der Trump-Ankündigung, die Angriffe fortzusetzen. Gleichzeitig warnen die Demokraten davor, dass die Luftangriffe auf den Iran die US-Bestände bestimmter Waffen „besorgniserregend“ verringern würden.
21.36 Uhr
Iranische Ölreserven laut Israel bombardiert
Das israelische Militär greift erstmals die nationalen Ölreserven in Teheran an. Das sei ein Teil der Maßnahmen gegen Einrichtungen der iranischen Führung, sagt ein Sprecher. Es seien etwa 30 Öltanks angegriffen worden.

AP/Vahid Salemi
Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestätigt die Revolutionsgarde die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden der Hauptstadt. Als Reaktion sei die Ölanlage im israelischen Haifa mit Raketen beschossen worden.
21.04 Uhr
Netanjahu: Setzen Angriffe „mit all unserer Kraft“ fort
Israels Regierungschef Netanjahu kündigt weitere schwere Angriffe auf den Iran an. Die israelische Armee werde den Krieg „mit all unserer Kraft“ fortsetzen. „Wir haben einen systematischen Plan, um das iranische Regime auszulöschen und viele andere Ziele zu erreichen“, sagt Netanjahu in einer Fernsehansprache.
Dank israelischer und US-Kampfjets „haben wir nahezu die vollständige Kontrolle über den Luftraum über Teheran erlangt“, so Netanjahu. Nach Angaben von Armeesprecher Effie Defrin hat das israelische Militär seit Kriegsbeginn rund 3.400 Angriffe auf den Iran ausgeführt.
20.49 Uhr
Iran droht: Trump wird Eskalation bekommen
Der iranische Außenminister Araktschi schreibt auf X, die Offenheit von Präsident Peseschkian für eine Deeskalation in der Region sei quasi umgehend von Trump zunichtegemacht worden. Wenn dieser eine Eskalation anstrebe, dann werde er diese auch bekommen.
Die Verantwortung für „jede Intensivierung der Selbstverteidigung“ des Iran liege allein bei den USA, sagt Araktschi. Er habe Trumps Gesandte gewarnt, dass ein Krieg die Verhandlungsposition nicht verbessern werde.

20.32 Uhr
Trump nimmt an Zeremonie für tote US-Soldaten teil
Die sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten werden in die USA überführt. Trump wird an der Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover in Delaware teilnehmen.
Die gefallenen Soldaten seien Helden, die „anders nach Hause kommen, als sie es sich vorgestellt hatten“, sagt der US-Präsident. Er nennt es „eine sehr traurige Situation“ und verspricht, die Zahl der amerikanischen Kriegstoten „so gering wie möglich zu halten“.
20.25 Uhr
Türkei warnt vor Bürgerkrieg und Flüchtlingswelle
Der türkische Außenminister Hakan Fidan sagt, sein Land lehne alle Szenarien ab, die auf einen ethnisch motivierten Bürgerkrieg im Iran abzielten. Ein solches Szenario könne eine neue Flüchtlingswelle auslösen. Zugleich warnt Fidan den Iran davor, weitere Raketen auf die Türkei abzufeuern.
20.16 Uhr
Heftige Detonationen erschüttern Teheran
Teheran ist erneut von heftigen Explosionen erschüttert worden. Ein AFP-Journalist meldet einen Feuerball und Rauch über dem Süden von Teheran. Iranische Medien berichten ebenfalls von Explosionen, außerdem ist die Luftabwehr im Einsatz.

Reuters/Majid Asgaripour
20.08 Uhr
Explosionen in irakischen Städten Bagdad und Erbil
In der irakischen Hauptstadt Bagdad und in Erbil im Norden des Landes gibt es Explosionen. In Bagdad berichtet ein Augenzeuge, er habe nahe der Grünen Zone, wo sich unter anderem die US-Botschaft befindet, Luftabwehraktivität gesehen.
In Erbil, der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Irak, meldet ein AFP-Journalist mindestens drei laute Detonationen. In der Stadt befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex.
19.53 Uhr
Abu Dhabi weiter um Ölversorgung bemüht
Der staatliche Ölkonzern ADNOC aus Abu Dhabi erklärt, er sei weiter bemüht, die Versorgung der globalen Märkte sicherzustellen. ADNOC nutze weiter seine Exportkapazitäten, die die Straße von Hormus umgingen, sowie seine internationalen Lagerstätten. Die Offshore-Produktionsmengen würden entsprechend der Lagerbedürfnisse gesteuert. Man stehe mit den betroffenen Kunden in Kontakt.
19.43 Uhr
Wahl des Chamenei-Nachfolgers binnen 24 Stunden?
Der Iran will einem Bericht zufolge in Kürze einen Nachfolger für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei benennen. Die Sitzung des für die Wahl zuständigen Expertenrats werde „mit göttlicher Hilfe innerhalb der nächsten 24 Stunden stattfinden“, sagt eines der 88 Mitglieder des Gremiums, Hossein Mosafari, nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars.
Er ruft die Iranerinnen und Iraner auf, „von Spekulationen und der Verbreitung von Gerüchten zu diesem Thema abzusehen“. Bis zur Wahl eines neuen obersten Führers amtiert ein Übergangsführungsgremium.
19.30 Uhr
Neue Angriffe in Dubai und nahe Riad
Dubai meldet einen „Zwischenfall“. Nach einem abgewehrten iranischen Angriff seien Trümmer eines von der Luftabwehr abgefangenen Geschoßes auf ein Fahrzeug gefallen und hätten den Fahrer getötet.
Im Internet kursieren zudem Videos, die zeigen, wie Rauch an einem Wolkenkratzer aufsteigt. Es soll sich um einen bekannten, fast 400 Meter hohen und bewohnten Wolkenkratzer handeln, der zu den höchsten Gebäuden der Stadt zählt.
Saudi-Arabiens Verteidigungsministerium teilt unterdessen mit, eine Rakete sei in einem unbewohnten Gebiet in Nähe der US-Militärbasis nahe der Hauptstadt Riad niedergegangen. Opfer oder Schäden habe es nicht gegeben.
19.22 Uhr
Israel: 16 Flugzeuge auf Teheraner Flughafen zerstört
Israels Luftstreitkräfte haben eigenen Angaben zufolge auf dem Teheraner Flughafen Mehrabad 16 Flugzeuge der Kuds-Brigaden der Revolutionsgarde „zielgenau zerstört“. Es sei „eine massive Angriffswelle in Teheran und auf militärische Infrastruktur auf dem Flughafen Mehrabad ausgeführt“ worden, heißt es.
19.09 Uhr
Zyprioten demonstrieren gegen britische Militärbasen
Auf Zypern gehen Hunderte Menschen in der Hauptstadt Nikosia auf die Straße, um gegen die Präsenz britischer Militärbasen auf der Mittelmeer-Insel zu protestieren. Rufe wie „Raus mit den Todesbasen!“ und „Ay oh, die britischen Basen müssen weg!“ sind zu hören.
Einer der britischen Stützpunkte auf Zypern ist im Verlauf des Krieges von einem iranischen Drohnenangriff getroffen worden.
19.04 Uhr
US-Militär verlegt weitere Bomber nach Großbritannien
Drei US-Langstreckenbomber des Typs B1-Lancer sind auf dem englischen Luftwaffenstützpunkt Fairford gelandet. Das berichtet unter anderem die BBC. Das Verteidigungsministerium in London bestätigt, dass die USA britische Stützpunkte für „spezifische Verteidigungsoperationen“ im Iran-Krieg nutzen.
18.52 Uhr
Explosionen in Isfahan
In der iranischen Stadt Isfahan gab es auf einem Flugfeld mehrere Explosionen. Zuvor kündigte die israelische Luftwaffe massive Angriffe auf Isfahan, Teheran und weitere Städte im Iran an.
18.32 Uhr
Israel: Mehr als 470 zerstörte Ziele in 48 Stunden
Die israelischen Streitkräfte ziehen eine Bilanz ihrer Angriffe im Iran und Libanon. Demnach habe man in den letzten 48 Stunden etwa 300 Ziele des iranischen Regimes getroffen sowie etwa 170 Ziele im Libanon.

APA/AFP/Kawnat Haju
Unter den Angriffszielen seien Rakentenlager gewesen sowie 16 Flugzeuge der Kuds-Brigaden, eine Eliteeinheit der islamischen Revolutionswächter für Auslandseinsätze. Mit den Flugzeugen seien Waffen an die Hisbollah geliefert worden, heißt es von der israelischen Armee.
18.10 Uhr
Demonstration in Graz
Mehrere hundert Menschen, die aus dem Iran stammen, demonstrieren in Graz. Sie bringen ihre Hoffnung auf einen raschen Frieden und das Ende des Regimes zum Ausdruck – mehr dazu in steiermark.ORF.at.
17.53 Uhr
Justizchef des Iran: Weiter Angriffe auf Helfer der USA und Israels
Der iranische Justizchef Gholamhossein Mohseni-Eschei sagt, dass sein Land weiterhin Nachbarländer angreifen wird, die in Teherans Augen die USA und Israel unterstützen. „Beweise der iranischen Streitkräfte zeigen, dass die Geografie einiger Länder offen oder verdeckt dem Feind zur Verfügung steht“, so Eschei. „Die heftigen Angriffe auf diese Ziele werden weitergehen.“
17.31 Uhr
Explosionen in Teheran
Mehrere Explosionen haben Teheran erschüttert. Die israelischen Luftstreitkräfte haben zuvor eine ihrer massivsten Angriffswellen auf die iranische Hauptstadt angekündigt.
17.14 Uhr
Präsident der VAE: Sind „keine leichte Beute“
Erstmals seit dem Beginn der iranischen Angriffe auf sein Land äußert sich der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate(VAE), Mohammed bin Sajid Al Nahjan: „Die VAE haben ein dickes Fell und sind zäh – wir sind keine leichte Beute.“
„Wir werden unsere Pflicht gegenüber unserem Land, unserem Volk und unseren Einwohnern, die ebenfalls Teil unserer Familie sind, erfüllen“, so Al Nahjan.
17.07 Uhr
Revolutionsgarde: Tanker angegriffen
Die iranische Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben einen Öltanker im Persischen Golf angegriffen. Das Schiff mit dem Namen „Louise P“, das unter der Flagge der Marshall-Inseln fahre und „mit dem terroristischen Amerika in Verbindung“ stehe, sei mit einer Drohne angegriffen und getroffen worden.
Das britische Amt für Seeschifffahrt (UKMTO) hat einen Bericht über einen Vorfall zehn Seemeilen nördlich der Stadt Dschubail in Saudi-Arabien erhalten. Kurz zuvor hatte die Revolutionsgarde laut der Nachrichtenagentur Tasnim mitgeteilt, sie habe ein Schiff in der Straße von Hormus angegriffen. Unklar ist, ob es sich bei den Meldungen um denselben Vorfall handelt.
16.51 Uhr
UK versetzt Flugzeugträger in erhöhte Bereitschaft
Das britische Verteidigungsministerium (MoD) teilt mit, dass der Flugzeugträger „HMS Prince of Wales“ im Vorfeld eines möglichen Einsatzes im Nahen Osten in erhöhte Bereitschaft versetzt worden sei.

AP/The Yomiuri Shimbun/Taketo Oishi (Archivbild)
Die Streitkräfte seien über einen möglichen Einsatz informiert worden. Dieser Schritt garantiere aber nicht, dass das Schiff auch eingesetzt wird, sagt ein Sprecher. Der Flugzeugträger ist derzeit in Portsmouth stationiert.
16.32 Uhr
Trump: 42 iranische Marineschiffe zerstört
US-Präsident Donald Trump erklärt, die US-Streitkräfte hätten innerhalb von drei Tagen 42 iranische Marineschiffe zerstört. In seinem Golfresort in Miami präsentiert er vor Staats- und Regierungschefs lateinamerikanischer Länder die Militäroperation gegen den Iran als großen Erfolg, der auf einer Skala von eins bis zehn mit 15 zu bewerten sei.
Mit dem Krieg würden die Welt einen „Dienst erweisen“, so Trump. An seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth gewandt, ergänzt er: „Pete, du bist fantastisch. Du leistest hervorragende Arbeit. Ich bin stolz auf dich.“ Über das iranische Regime sagt Trump: „Das waren kranke Menschen, sehr kranke Menschen.“
16.20 Uhr
Notklinik für Vertriebene öffnet in Beirut
In Beirut öffnet die Hilfsorganisation UNICEF in Schulen Notkliniken. So sollen Vertriebene Zugang zu notwendigen Untersuchungen und Behandlungen bekommen. Im Libanon sind seit Beginn des Iran-Kriegs Hunderttausende Menschen auf der Flucht. Die humanitäre Situation ist laut dem Roten Kreuz „fatal“.
16.11 Uhr
Iran wirft USA Angriff auf Entsalzungsanlage vor
Der iranische Außenminister Abbas Araktschi wirft den USA vor, eine Entsalzungsanlage auf der Insel Keschm im Persischen Golf angegriffen zu haben. Die USA hätten ein „unverfrorenes und verzweifeltes Verbrechen“ begangen. Die Wasserversorgung in 30 Ortschaften sei betroffen.
Die iranische Infrastruktur anzugreifen sei ein „gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Konsequenzen“, so Araktschi. Die USA hätten damit einen Präzedenzfall geschaffen.
15.49 Uhr
Klarstellungen nach Peseschkian-Rede
Nach der Rede des iranischen Präsidenten Peseschkian gibt es aus seinem Büro weitere Klarstellungen. Der Iran werde sich niemals Zwang unterwerfen und auf jede Aggression von US-Stützpunkten in der Region entschlossen reagieren. Kooperierten die Länder in der Region nicht mit den USA, würden sie vom Iran auch nicht angegriffen, heißt es.
Peseschkian ergänzt auf der Plattform X, dass keine dem Iran freundlich gesinnten Nachbarstaaten angegriffen worden seien. Die Angriffe hätten sich auf US-Militärstützpunkte, -anlagen und -einrichtungen in der Region konzentriert.
Der Ausschuss für nationale Sicherheit des Parlaments teilt in einer von staatlichen Medien veröffentlichten Erklärung mit, dass der „Krieg gegen unsere Feinde“ fortgesetzt werde, „bis der Tod des Führers (Chameneis, Anm.) gerächt ist“.
15.21 Uhr
Iran warnt vor dem Teilen von Bildern von Angriffen
Das iranische Geheimdienstministerium warnt laut BBC davor, dass es „hart“ gegen jeden vorgehen werde, der Bilder und Filmmaterial von Orten teilt, die von US-amerikanischen und israelischen Angriffen getroffen worden sind.
Es hat eine Erklärung veröffentlicht, in der es heißt, dass Personen, die betroffene Gebiete fotografieren und die Bilder an „terroristische Satellitennetzwerke, virtuelle Seiten und feindliche Medienkanäle“ senden, „Söldner“ seien, die für Israel handelten.
15.11 Uhr
Kuwait drosselt Ölförderung
Kuwait drosselt wegen der anhaltenden iranischen Angriffe und der Drohungen gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormus vorsorglich seine Ölproduktion. Auch der Durchsatz der Raffinerien werde reduziert, teilt der staatliche Ölkonzern Kuwait Petroleum Corporation (KPC) mit. Das sei Teil der Strategie zum Risikomanagement. Man sei bereit, die Förderung wieder hochzufahren, sobald die Lage das zulasse.

APA/AFP/Al-Zour Refinery
15.02 Uhr
Hardliner kritisieren Peseschkian nach Entschuldigung
Der iranische Präsident Massud Peseschkian löst mit seiner Entschuldigung bei Nachbarstaaten für Angriffe im eigenen Land Kritik aus. Hardliner werfen ihm vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden.
Der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi schreibt auf der Plattform X: „Mit allem Respekt, Herr Präsident, eine Entschuldigung wird ausgesprochen, wenn ein Fehler gemacht wurde (…) Aber wir haben keinen Fehler gemacht.“ Der den Hardlinern zugerechnete Parlamentarier Mohammad Manan-Raisi schreibt auf X: „Ihre befremdliche Entschuldigung bei den Nachbarländern hat allgemeines Bedauern ausgelöst (…) Die Angriffe unserer Streitkräfte geben keinerlei Anlass für eine derart erniedrigende Entschuldigung Ihrerseits.“
14.55 Uhr
Revolutionsgarden: Warten auf US-Militär in Straße von Hormuz
Die iranischen Revolutionsgarden „warten“ nach eigenen Angaben darauf, dass das US-Militär Schiffe durch die strategisch und wirtschaftlich bedeutsame Straße von Hormuz im Persischen Golf begleiten.
„Wir warten auf ihre Präsenz“, sagt ein Sprecher der Revolutionsgarden nachdem die US-Regierung vor dem Hintergrund des Iran-Krieges angekündigt hat, Schiffen in der Meerenge schnellstmöglich Geleitschutz durch die Marine geben zu wollen. Die Revolutionsgarden haben staatlichen Medien zufolge zuvor einen Tanker in der Straße von Hormuz getroffen.
14.43 Uhr
Österreichs Botschaft in Teheran nach Baku verlegt
Die österreichische Botschaft in Teheran ist angesichts der andauernden israelischen-amerikanischen Angriffe auf den Iran in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku verlegt worden. Das teilt Außenministeriumssprecher Clemens Mantl mit. Der Konsularbetrieb sei bis auf Weiteres eingestellt. An vom Außenministerium organisierten Rückholflügen aus der Nahost-Krisenregion gebe es keinen Bedarf mehr, sagt der Sprecher zudem.
Das Außenministerium empfehle dringend, die verfügbaren Linienflüge, etwa aus Riad in Saudi-Arabien und Doha in Katar, zu nutzen. Bisher seien in vier organisierten Flügen über 800 Personen aus Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach Österreich zurückgeholt worden.
14.39 Uhr
Türkei erwägt Stationierung von F-16-Jets auf Zypern
Die Türkei überlegt einem Insider zufolge die Stationierung von F-16-Kampfjets auf Zypern. Das sei einer der Schritte, die angesichts der Ausweitung der Konflikte in der Region zum Schutz des türkischen Nordteils der Insel geprüft würden, sagt ein Vertreter des Verteidigungsministeriums.
14.32 Uhr
Saudi-Arabien warnt Iran vor „Fehlkalkulation“
Saudi-Arabien hat den Iran nach einer Reihe von Raketen- und Drohnenangriffen vor einer „Fehlkalkulation“ gewarnt. Der saudische Verteidigungsminister Prinz Chalid bin Salman erklärt, er habe bei einem Treffen mit dem pakistanischen Armeechef Asim Munir über „die Angriffe des Iran auf das Königreich und die notwendigen Maßnahmen, um sie zu stoppen“, gesprochen.
„Wir haben betont, dass solche Handlungen die regionale Sicherheit und Stabilität untergraben, und haben die Hoffnung geäußert, dass die iranische Seite Weisheit walten lässt und eine Fehlkalkulation vermeidet“, fügt der Verteidigungsminister hinzu.
14.20 Uhr
Offene Fragen nach Peseschkian-Rede
Nach der Rede des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian gebe es viele offene Fragen, analysiert ORF-Korrespondent Karim El-Gawhary. Man müsse beobachten, was die Ankündigung bedeutet, die Angriffe auf die Nachbarstaaten eindämmen zu wollen.
Schließlich habe er als Voraussetzung genannt, dass es aus diesen Ländern keine Angriffe auf den Iran geben dürfe. Der Iran wolle den Konflikt regional und global nach oben treiben, so El-Gawhary. Durch diesen Krieg erhoffe sich das Land, den Krieg zeitlich zu begrenzen.
ORF Sound

14.13 Uhr

Reuters/Essam Al-Sudani
Eine Drohnenaufnahme zeigt Schäden an einem Komplex mit Büros und Lagerhäusern, die von US-Firmen wie Halliburton genutzt werden, nach einem Drohnenangriff im irakischen Basra.
Simone Leonhartsberger (Text), Akos Heves (Bild), Michaela Pichler (Lektorat), alle ORF.at

Trotz Entschuldigung weiter Angriffe auf Golfstaaten
 
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Luftangriffe Israels und der USA gegen iranische Ziele bzw. Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon
Liveticker 08.03.2026:

Israel startete neue Angriffswelle
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Im Konflikt mit dem Iran hat Israel rund eine Woche nach Kriegsbeginn erstmals ein Öllager in Teheran bombardiert. In sozialen Netzwerken kursierten am Wochenende Aufnahmen aus der Hauptstadt, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten. Nachdem Israel in der Nacht auch Ziele in Beirut angegriffen hatte, wurde in der Früh eine neue Angriffswelle auf den Iran gestartet.
Nachfolger Chameneis ernannt – noch kein Name
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Nach der Tötung des iranischen Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei hat der zuständige Expertenrat laut mehreren Mitgliedern dessen Nachfolger bestimmt. Der Name wurde zunächst offiziell nicht bekanntgegeben. Ein Mitglied deutete jedoch an, dass die Wahl auf Chameneis Sohn Modschtaba gefallen sei.

Liveticker
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18.03 Uhr
Zehntausende protestieren in Spanien
Zehntausende demonstrieren in Spanien gegen den Iran-Krieg und Frieden. Die Menschen tragen unter anderem Plakate mit der Aufschrift „No a la guerra!“ („Nein zum Krieg!“) und skandieren diese Forderung auch. Es ist ein Motto, das der Ministerpräsident Pedro Sanchez in den vergangenen Tagen mehrfach verkündet hatte.
Allein in Madrid gehen bei zwei Demonstrationen nach Polizeischätzung insgesamt mindestens 35.000 Menschen auf die Straße. Die Organisatoren sprechen von rund 180.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. In Barcelona sind es laut Behörden etwa 22.000 Demonstrantinnen und Demonstranten. Auch in Bilbao, Saragossa, der mallorquinischen Hauptstadt Palma und zahlreichen anderen Städten gibt es größere Kundgebungen.
17.48 Uhr
Trump: Iran-Führer braucht „unsere Zustimmung“
Das nächste geistliche Oberhaupt im Iran wird sich ohne US-Zustimmung zu der Personalie nach den Worten von US-Präsident Donald Trump „nicht lange halten“. „Er wird unsere Zustimmung einholen müssen“, sagt Trump dem Sender ABC News. „Wenn er von uns keine Zustimmung erhält, wird er sich nicht lange halten.“
17.11 Uhr
US-Armee warnt iranische Zivilisten
Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) ruft Zivilisten im Iran dazu auf, zu Hause zu bleiben. Hintergrund sei das iranische Regime, das die „Sicherheit unschuldiger Menschen“ missachte. Dicht besiedelte Gebiete würden für militärische Operationen genutzt – etwa zum Abfeuern von Drohnen und Raketen, heißt es in der Mitteilung des US-Regionalkommandos.
17.00 Uhr
Israel: Weltraumstreitkräfte-Hauptquartier getroffen
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben das „Hauptquartier der Weltraumstreitkräfte der IRGC des iranischen Terrorregimes“ in Teheran „angegriffen und zerstört“, erklärt die israelische Armee unter Verwendung der Abkürzung für die Revolutionsgarde IRGC.
Das Zentrum umfasst demnach „das Kontroll- und Betriebsgebäude des im August 2022 gestarteten Satelliten Chajjam“. Die IRGC hätten die Satellitendaten für ihre Einsätze sowie „zur Überwachung des Staates Israel und der Länder der Region genutzt“.
16.51 Uhr
Atomanlage in Isfahan bei Angriff beschädigt
Eine Bestrahlungsanlage in Isfahan ist iranischen Angaben zufolge bei israelisch-amerikanischen Angriffen beschädigt worden. Es sei jedoch keine radioaktive Strahlung ausgetreten, meldet die halbstaatliche Nachrichtenagentur ISNA unter Berufung auf das Zentrum für nukleare Sicherheit. Staatsmedien berichten zudem von schweren Explosionen, die in verschiedenen Teilen der Hauptstadt Teheran zu hören sind.
16.43 Uhr
Chameneis verfügen über beträchtliches Vermögen
Laut einer Untersuchung der Finanznachrichtenagentur Bloomberg verfügt Modschtaba Chamenei durch den Aufbau eines umfangreichen Netzwerks von Briefkastenfirmen im Ausland aktuell über ein beträchtliches Vermögen. Westlichen Geheimdiensten zufolge beträgt es über rund 100 Millionen Dollar (aktuell 86,50 Mio. Euro).
Sein getöteter Vater Ajatollah Ali Chamenei soll laut Medienberichten durch ein von ihm kontrolliertes Finanzimperium (Setad) bis zu 200 Milliarden Dollar angehäuft haben – aus dem Ölverkauf, Enteignungen, Beteiligungen an Banken, Versicherungen, Telekom-Unternehmen, Energie-, Pharma- und Baukonzernen. Dieses Vermögen gehört ihm nicht persönlich, sondern wird für den Staat verwaltet. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
16.32 Uhr
Irakische Ölproduktion bricht ein
Die irakische Ölproduktion bricht Insidern zufolge wegen der regionalen Spannungen ein. In den wichtigen südlichen Feldern ist die Produktion um 70 Prozent auf nur noch 1,3 Millionen Barrel pro Tag gefallen, sagen drei Brancheninsider. Das Land könne wegen des Iran-Krieges kein Öl mehr über die Straße von Hormus exportieren. Vor dem Krieg sei die Förderung in diesen Feldern bei rund 4,3 Millionen Barrel pro Tag gelegen.

APA/AFP/Hussein Faleh (Archivbild)
16.27 Uhr
Selenskyj schickt Drohnenexperten „kommende Woche“
Ukrainische Drohnenexperten werden nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ab kommender Woche im Nahen Osten sein, um die Golfstaaten beim Abfangen iranischer Drohnen zu unterstützen.
„Sie werden sich die Situation anschauen und helfen“, sagt Selenskyj bei einer Pressekonferenz in Kiew. „Wir hätten sehr gerne, dass das eine Chance für beide Seiten ist.“ Selenskyj hat zuvor den US-Verbündeten in der Golfregion am Dienstag angeboten, im Tausch gegen Luftabwehrraketen ukrainische Abfangdrohnen zu liefern.
16.12 Uhr
Explosionen in Abu Dhabi
Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wird von mehreren Explosionen erschüttert. Die VAE sind laut Behörden mit 17 ballistischen Raketen und 117 Drohnen angegriffen worden. 16 Raketen sind demnach abgefangen worden, eine ist ins Meer gefallen.
Von den 117 entdeckten Drohnen sind 113 abgefangen worden und vier weitere über dem Gebiet der Emirate abgestürzt. Staatschef Mohammed bin Sajid Al Nahjan sagt in einer Fernsehansprache, dass sich die Emirate in einer „Kriegsphase“ befänden und „gestärkt“ daraus hervorgehen würden.
15.29 Uhr
Drohnentrümmer treffen Stützpunkt mit Österreichern
Teile abgeschossener Drohnen haben das Hauptquartier der internationalen UNIFIL-Friedenstruppe in Nakura im Südlibanon an der Grenze zu Israel getroffen. Das teilt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner mit. In dem Lager sind auch Bundesheersoldaten stationiert.
„Zum Glück wurde niemand verletzt“, schreibt Tanner auf X. „Ich erneuere meinen Appell an alle Konfliktparteien: Die UNO-Truppen sind Friedenstruppen. Ich verurteile jegliche Handlung, die die Soldaten dieser Friedenstruppen gefährden oder in diesen Konflikt involvieren. Der Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten hat für mich oberste Priorität!“
15.02 Uhr
Emirate dementieren Beteiligung an Angriff
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dementieren, an einem Angriff auf eine Meerwasserentsalzungsanlage beteiligt gewesen zu sein. Im Fall eines Kriegseintritts würden die VAE keine Angriffe auf zivile Ziele in Erwägung ziehen, sagt der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses Ali al-Nuaimi. „Die VAE werden das iranische Volk niemals mit dem iranischen Regime in einen Topf werfen. Das iranische Volk ist das eigentliche Opfer dieses Regimes und leidet am meisten unter dessen Politik.“
14.39 Uhr
Israel meldet Tod zweier Soldaten im Libanon
Das israelische Militär teilt mit, dass zwei seiner Soldaten bei Kämpfen im Südlibanon nahe der Grenzstadt Manara getötet worden seien. Es sind die ersten Todesopfer seit der Wiederaufnahme der Kampfhandlungen zwischen Israel und dem Libanon in der vergangenen Woche.
14.31 Uhr
Chef der Arabischen Liga: Iran „rücksichtslos“
Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit wirft dem Iran vor, bei den Angriffen auf Mitgliedsstaaten „rücksichtslos“ vorzugehen, und fordert Teheran auf, diesen „riesigen strategischen Fehler“ zu beenden.
Die Angriffe könnten „durch keinen Vorwand und keine Entschuldigung gerechtfertigt“ werden, so Gheit bei einer dringlich anberaumten Videokonferenz der Außenminister der Staatengruppe. Der Iran habe Friedensbemühungen der Golfstaaten mit „heimtückischen Raketen und Drohnenangriffen“ zurückgezahlt. Die arabischen Staaten seien keine Kriegsparteien.
14.15 Uhr
Netanjahu: Werden iranische Führung „ohne Gnade“ angreifen
Israels Ministerpräsident Netanjahu kündigt eine systematische Fortsetzung der Angriffe auf den Iran an. Seine Regierung werde „ohne Gnade“ gegen die iranischen Machthaber vorgehen, sagt Netanjahu in einer Videoansprache.
Es gebe einen organisierten Plan mit vielen Überraschungen, um das Regime zu destabilisieren und einen Wandel zu ermöglichen. „Wir haben noch viele weitere Ziele“, fügt Netanjahu hinzu.
13.58 Uhr
Roter Halbmond warnt vor giftigem Regen
Der iranische Rote Halbmond warnt die Bevölkerung in Teheran vor giftigem saurem Regen nach den israelischen Angriffen auf ein Öllager. Er rät den Menschen, möglichst in ihren Häusern zu bleiben. Wer ölige Rußpartikel eingeatmet habe, solle Salzwasser gurgeln, lautet eine Empfehlung.
Schwarze Rauchwolken füllen den Himmel über der iranischen Hauptstadt, nachdem Israel in der Nacht ein Öllager angegriffen hat.
13.48 Uhr
Heftige Explosionen in Tel Aviv
Tel Aviv wird von mehreren heftigen Explosionen erschüttert. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichten von mindestens zehn Explosionen. Die israelische Armee hat zuvor neue Raketenangriffe aus dem Iran auf israelisches Staatsgebiet gemeldet. Die Luftverteidigungssysteme des Landes seien im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren.

Reuters/Dylan Martinez
In einer separaten Pressekonferenz sagt Armeesprecher Nadav Schoschani, die iranischen Angriffskapazitäten hätten sich „in der gesamten Region, nicht nur bei Angriffen auf Israel, bedeutend verringert“.
13.23 Uhr
Israel will zuletzt mehr als 400 Ziele attackiert haben
Israels Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei der groß angelegten Angriffswelle am Samstag mehr als 400 Ziele im Iran attackiert. Die Luftwaffe habe Iran im Westen und im Zentrum des Landes angegriffen, teilen die Streitkräfte mit. Zu den Zielen zählten militärische Infrastruktureinrichtungen, darunter Abschussrampen für ballistische Raketen und weitere Waffenproduktionsstätten. Die Angriffe zielten darauf ab, Irans Raketenfeuer auf Israel so weit wie möglich zu reduzieren, heißt es.
Unabhängig lassen sich die Angaben der israelischen Streitkräfte derzeit nicht überprüfen.
13.10 Uhr
Papst bestürzt über Lage im Nahen Osten
„Aus dem Iran und aus dem gesamten Nahen Osten kommen weiterhin Nachrichten, die tiefe Bestürzung auslösen“, sagt Papst Leo XIV. beim Angelus-Gebet in Rom. Zu den „Episoden von Gewalt und Verwüstung“ sowie zu einem verbreiteten Klima von Hass und Angst komme die Sorge hinzu, dass sich der Konflikt ausweiten könne. Auch andere Länder der Region, darunter der „geliebte Libanon“, könnten erneut in Instabilität versinken.
„Möge das Dröhnen der Bomben enden, mögen die Waffen schweigen, und möge Raum für Dialog entstehen, in dem die Stimme der Völker gehört werden kann“, ergänzt der Papst.
13.00 Uhr
Macron will nach Zypern reisen
Der französische Präsident Emmanuel Macron und der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis werden morgen gemeinsam Zypern besuchen. „Diese Reise soll die Solidarität Frankreichs mit Zypern zum Ausdruck bringen“, heißt es aus Elysee-Kreisen.
In der Hafenstadt Paphos werden Macron und Mitsotakis auf den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides treffen. Dabei soll es um die Sicherheitslage in der Region gehen. Frankreich hat drei seiner größten Kriegsschiffe entsandt. Vor einigen Tagen hat eine Drohne iranischer Bauart den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern getroffen.
12.52 Uhr
Israel: Fast 2.000 Verletzte seit Kriegsbeginn
Das israelische Gesundheitsministerium teilt mit, dass seit Kriegsbeginn vor etwas mehr als einer Woche 1.929 Menschen verletzt und in Krankenhäuser gebracht worden seien. Davon würden sich noch 122 in Krankenhäusern oder Notaufnahmen befinden.
12.42 Uhr
Schweizer Verteidigungsminister: „Völkerrechstwidrig“
Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran verstoßen laut Schweizer Verteidigungsminister Martin Pfister gegen das Völkerrecht. „Die Amerikaner und Israel haben den Iran aus der Luft angegriffen. Damit haben sie, genau wie der Iran, gegen das Völkerrecht verstoßen“, sagt Pfister in einem Interview mit der „SonntagsZeitung“ und fordert alle Beteiligten auf, die Angriffe einzustellen, um die Zivilbevölkerung zu schützen.
12.38 Uhr
117 Iraner aus Beirut ausgeflogen
Laut libanesischen Regierungskreisen sind „117 Iraner, darunter Diplomaten und Botschaftsangehörige, mit einer russischen Maschine aus Beirut ausgeflogen“ worden. Seit Donnerstag sind jegliche Aktivität der iranischen Revolutionsgarden im Libanon verboten und eine Visumspflicht für einreisende iranische Staatsbürger verhängt worden, um den Druck auf die Hisbollah zu erhöhen.
12.30 Uhr
Explosion in Oslo womöglich gezielter Anschlag
Nach einer Explosion an der US-Botschaft in Oslo hält die norwegische Polizei einen gezielten Anschlag im Zusammenhang mit der aktuellen Sicherheitslage für möglich. Man fahnde weiter nach einem oder mehreren Tätern, habe aber noch keine Verdächtigen, teilen die Behörden mit. Die Sicherheitsvorkehrungen für die US-Vertretung sowie Einrichtungen der jüdischen Gemeinde und der iranischen Diaspora würden verstärkt.
12.21 Uhr
15 Tote bei israelischen Angriffen im Libanon
Bei erneuten Luftangriffen Israels sind im Libanon nach dortigen Regierungsangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Israel habe südlich des Litani-Flusses nahe der gemeinsamen Grenze angegriffen, teilt das libanesische Gesundheitsministerium mit. Dort sei in einem Dorf ein Wohngebäude getroffen worden. Örtlichen Medienberichten zufolge sind auch Frauen und Kinder unter den Opfern.
Ein israelischer Armeesprecher teilt mit, Hintergrund der Luftangriffe seien terroristische Aktivitäten der Hisbollah. Anwohnerinnen und Anwohner nördlich des Litani-Flusses sollten sich umgehend in Sicherheit begeben. Aus libanesischen Sicherheitskreisen heißt es, Israel habe bisher die Evakuierung von mehr als 80 Dörfern im südlichen Libanon angeordnet. Zehntausende seien wegen der Kämpfe auf der Flucht.
12.12 Uhr
Laut Iran bisher 200 Kinder getötet
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar sind laut iranischem Gesundheitsministerium 200 Kinder unter zwölf Jahren und etwa 200 Frauen getötet worden. Sie würden zu den über 1.200 Menschen gehören, die im Krieg getötet worden sind, ergänzt der Sprecher Hossein Kermanpour auf X. Mehr als 10.000 Zivilisten seien verletzt worden, darunter 1.400 Frauen.
Kermanpour erklärt, die US-israelischen Angriffe hätten auch die Gesundheitsinfrastruktur ins Visier genommen. Neun Krankenhäuser seien außer Betrieb und 14 Krankenwagen zerstört worden. Diese Angaben können unabhängig nicht überprüft werden.
12.06 Uhr
Chamenei-Nachfolge: Hinweise auf Sohn Modschtaba
Das iranische Expertenratsmitglied Mohsen Hejdari deutet auf Chameneis Sohn Modschtaba als Nachfolger hin. „Der ‚Große Satan‘ hat die von den Vertretern getroffene Wahl auch erwähnt“, sagte Hejdari und bezieht sich damit auf eine Aussage von US-Präsident Donald Trump, der nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei dessen Sohn als Nachfolger ausschließt und für sich eine Mitsprache bei der Entscheidung beansprucht.

Reuters/Office Of The Iranian Supreme Leader (Archivbild)
11.19 Uhr
Israel droht künftigem Chamenei-Nachfolger
Das israelische Militär droht erneut, dass auch ein Nachfolger des getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei nicht sicher sei. „Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht“, heißt es in einem Post in Farsi auf X.
11.09 Uhr
Vier Tote durch Angriffe auf iranische Ölanlagen
Bei den in der Nacht geflogenen US-israelischen Angriffen auf Ölanlagen im Iran sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden.

AP/Vahid Salemi
Darunter seien zwei Fahrer, sagt der Leiter der nationalen Mineralölvertriebsgesellschaft, Keramat Wejskarami, im Staatsfernsehen. Die getroffenen Einrichtungen seien beschädigt, die Flammen seien jedoch unter Kontrolle gebracht worden.
10.51 Uhr
Iran: Nachfolger Chameneis ernannt
Rund eine Woche nach der Tötung des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei hat das zuständige Gremium im Iran nach Angaben mehrerer Mitglieder dessen Nachfolger bestimmt. Ein Name ist zunächst jedoch nicht genannt worden.
Wie die Nachrichtenagentur ISNA berichtet, habe sich einem Mitglied des Expertenrats zufolge „eine Mehrheit“ auf den am „besten geeigneten Kandidaten“ geeinigt. Gemäß der iranischen Verfassung bestimmt der Expertenrat, ein Gremium aus 88 Geistlichen, das neue Staatsoberhaupt.
10.29 Uhr
Dichte Rauchschwaden: Teherans Bevölkerung gewarnt
Nach der Bombardierung eines Öllagers durch Israel stehen in Teheran dichte Rauchschwaden am Himmel.
Die der iranischen Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim warnt vor gesundheitlichen Schäden durch Schwefel- und Stickoxide in der Atmosphäre, die in Verbindung mit Regen gefährlich werden könnten. In diesem Fall sollen Einwohner nach Möglichkeit das Haus nicht verlassen.
9.59 Uhr
Trump schließt Entsendung von Bodentruppen nicht aus
US-Präsident Donald Trump schließt nach eigener Aussage nicht aus, Bodentruppen in den Iran zu entsenden, um das angereicherte Uran der Islamischen Republik sicherzustellen. „Vielleicht werden wir das irgendwann machen“, sagt er zu Journalisten. Trump äußert sich mit Blick auf das iranische Atomprogramm, dessen Bekämpfung die USA zu einem ihrer Kriegsziele erklärt haben.

APA/AFP/Getty Images/Roberto Schmidt
Bodentruppen könnten „möglicherweise“ eingesetzt werden, sagt Trump, fügt aber an, hierfür müsse es einen „sehr guten Grund“ geben. Zu den iranischen Streitkräften sagt er, bei einem Einsatz würden diese „so geschwächt, dass sie auf Bodenebene nicht mehr kämpfen könnten“.
9.12 Uhr
Golfstaaten melden Angriffe
Behörden in Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten melden Attacken auf ihr Staatsgebiet.
In Kuwait sind nach Armeeangaben Treibstofflager auf dem Flughafen der Hauptstadt getroffen worden. Die Armee erklärt, sie habe „auf feindliche Drohnen reagiert, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren“. Der von dem Angriff ausgelöste Brand sei unter Kontrolle gebracht worden. Beim Abfangen der Drohnen seien zudem „einige zivile Einrichtungen durch herabfallende Trümmer und Bruchstücke“ beschädigt worden. Außerdem stand in der Nacht ein Regierungsgebäude in Flammen, das Feuer in dem Hochhaus ist nun laut BBC gelöscht. Zwei Feuerwehrleute seien „im Einsatz“ ums Leben gekommen, meldet Kuwaits Feuerwehr.
In Bahrain hat ein Drohnenangriff eine Wasserentsalzungsanlage beschädigt. Das Innenministerium reagiert mit scharfen Worten auf die Attacken. In der Hauptstadt Manama ist infolge der Angriffe ein Brand ausgebrochen.
Das Verteidigungsministerium von Katar teilt mit, dass der Iran das Land mit zehn ballistischen Raketen und zwei Marschflugkörpern angegriffen habe. Diese seien jedoch größtenteils abgefangen worden.
Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärt, es habe 15 Drohnen abgefangen und zerstört, die in den Luftraum des Königreichs eingedrungen sind. In der Hauptstadt Riad sei das Diplomatenviertel angegriffen worden.
Auch die Vereinigten Arabischen Emirate sind nach Behördenangaben erneut unter Beschuss geraten. Die Luftabwehr des Landes reagiere derzeit auf einen Angriff mit Raketen und Drohnen, heißt es. In Dubai ist ein Mann getötet worden, als Trümmer eines von der Luftabwehr abgefangenen Geschoßes auf sein Fahrzeug gefallen sind.
8.47 Uhr
China verurteilt Iran-Krieg
Der chinesische Außenminister Wang Yi kritisiert den Iran-Krieg erneut und ruft die USA auf, ihre Differenzen mit Peking beizulegen. Wang sagt bei einer Pressekonferenz in Peking, der Krieg, den USA und Israel am 28. Februar mit Angriffen auf den Iran begonnen hatten, hätte „niemals stattfinden dürfen“.
„Eine starke Faust“ bedeute nicht, dass man auch „starke Argumente“ habe, so Wang weiter. Die Welt dürfe „nicht zu den Gesetzen des Dschungels zurückkehren“. Zwar könnten China und die USA „einander nicht ändern“, betont er auch mit Verweis auf Handelskonflikte. „Aber wir können die Art und Weise ändern, wie wir miteinander umgehen.“
8.28 Uhr
Mädchenschule getroffen: Trump sieht Schuld beim Iran
US-Präsident Donald Trump beschuldigt Teheran, für die Bombardierung einer Mädchenschule im Iran am ersten Kriegstag verantwortlich zu sein. Auf die Frage, ob die USA für den Angriff verantwortlich seien, sagt Trump an Bord der Air Force One vor Journalisten: „Nein, meiner Meinung nach, basierend auf dem, was ich gesehen habe, wurde das vom Iran getan.“

Reuters/Social Media
Beweise dafür führt Trump nicht an – er verweist zur Begründung lediglich darauf, dass der Iran mit Waffen „sehr ungenau“ sei. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigt das nicht direkt. Die USA untersuchten den Vorfall, sagte er.
Einer Analyse der „New York Times“ zufolge ist die Bombardierung der Schule während US-Angriffen auf eine nahe gelegene Militäranlage erfolgt. Eine Auswertung von Satellitenbildern, verifizierten Videos und Beiträgen in sozialen Netzwerken habe ergeben, dass das Schulgebäude durch einen präzisen Schlag schwer beschädigt worden sei. Dieser habe zeitgleich mit Angriffen auf einen angrenzenden Marinestützpunkt stattgefunden. Das lege nahe, „dass sie den Angriff höchstwahrscheinlich ausgeführt haben“, heißt es in der Analyse.
8.02 Uhr
Expertenrat weitgehend über Chamenei-Nachfolge einig
Im Iran hat sich der Expertenrat einem Agenturbericht zufolge weitgehend über die Nachfolge des getöteten iranischen geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei geeinigt. Es müssten aber noch einige Hürden bei dem Nachfolgeprozess ausgeräumt werden, sagt Expertenratsmitglied Ajatollah Mohammed Mehdi Mirbagheri der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Iranischen Medien zufolge ist strittig, ob für die endgültige Entscheidung eine persönliche Zusammenkunft des Gremiums zwingend erforderlich ist.
7.58 Uhr
Angriff auf Hotel in Beirut
Unklar ist, wer genau Ziel des israelischen Angriffs auf ein Hotel in Beirut war. Die Armee erklärt, sie habe einen „präzisen Angriff“ ausgeführt, der sich gegen „wichtige Kommandeure“ der Al-Kuds-Brigaden – dem Arm der iranischen Revolutionsgarde im Ausland – richtet. Nach libanesischen Angaben sind mindestens vier Menschen getötet worden.

APA/AFP/Ibrahim Amro
Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP hat in dem Hotel im Beiruter Stadtteil Raoucheh einen Raum im vierten Stock mit zerbrochenen Fensterscheiben und verkohlten Wänden gesehen. Sicherheitskräfte sind im Einsatz gewesen, Dutzende Gäste sind in Panik mit ihrem Gepäck aus dem Hotel geflohen, berichtet der Fotograf. Der am Meer gelegene Stadtteil Raoucheh ist bei Touristen beliebt und ist bisher von israelischen Angriffen verschont geblieben.
7.32 Uhr
Luftalarm in Israel
Der Iran attackiert Israel erneut mit Raketen. Der israelischen Armee zufolge hat die Luftabwehr im Land heute Früh auf mindestens vier Angriffswellen binnen fünf Stunden reagiert. In weiten Teilen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst, unter anderem in den Großstädten Tel Aviv, Haifa und Beerscheba.
Auch in den Grenzregionen zum Libanon im Norden des Landes ertönt immer wieder Luftalarm. Die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz nimmt die Gebiete seit Kriegsbeginn häufig mit Drohnen und Raketen unter Beschuss.
7.29 Uhr
Revolutionsgarde: Können „intensiven Krieg“ fortsetzen
Der Iran kann nach Angaben der Revolutionsgarde noch mindestens sechs Monate lang einen „intensiven“ Krieg gegen die USA und Israel führen. Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran seien in der Lage, einen Konflikt mit dem derzeitigen Tempo „mindestens sechs Monate lang fortzusetzen“, erklärt Revolutionsgarde-Sprecher Ali Mohammad Naini laut Berichten der Nachrichtenagentur FARS.
Die Revolutionsgarde gibt zudem an, bereits „mehr als 200“ Standorte angegriffen zu haben, die im Zusammenhang mit Stützpunkten und Einrichtungen der USA und Israels stehen.
7.28 Uhr
Nächste Angriffswelle
Israels Luftstreitkräfte fliegen erneut Angriffe im Iran. Man habe eine Angriffswelle gegen militärische Infrastruktur im ganzen Land gestartet, so die Armee. In der Nacht haben Israels Kampfflugzeuge erstmals ein Öllager in der Hauptstadt Teheran bombardiert. In sozialen Netzwerken kursieren Aufnahmen, die einen großen Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigen.

APA/AFP/Atta Kenare
Israels Armee erklärt, die iranischen Streitkräfte nutzen die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestätigt die Revolutionsgarde, die iranische Elitestreitmacht, die Bombardierung einer Ölraffinerie.
Christian Körber (Text), Akos Heves (Bild)/Agenturen

Israel startete neue Angriffswelle
 
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Luftangriffe Israels und der USA gegen iranische Ziele bzw. Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon
Liveticker 09.03.2026:

Neue Angriffe in Nahost, Ölpreis lässt Börsen einbrechen
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Nachdem Modschtaba Chamenei am Sonntag zum neuen obersten geistlichen Anführer des Iran ernannt worden ist, hat der Iran in der Nacht auf heute neue Angriffe auf Israel durchgeführt. Israel wiederum griff erneut den Iran und den Libanon an. Zugleich kam es wegen des starken Anstiegs der Ölpreise zu einer Talfahrt an den asiatischen Börsen.
WHO-Chef warnt vor Gesundheitsschäden
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Angesichts der Eskalation im Iran-Krieg hat der Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag vor ernsthaften Gefahren für die öffentliche Gesundheit in der gesamten Region gewarnt. Beschädigungen an Erdölanlagen im Iran würden das Risiko einer Kontamination von Lebensmitteln, Wasser und Luft bergen, schrieb er auf der Plattform X. Besonders Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen seien gefährdet.

Liveticker
+

20.42 Uhr
Trump: Krieg gegen Iran so gut wie abgeschlossen
US-Präsident Donald Trump bezeichnet einem Sender zufolge den Krieg gegen den Iran als weitgehend entschieden. „Ich denke, der Krieg ist so gut wie abgeschlossen“ (Engl.: „is very complete“), zitiert eine CBS-Reporterin den Präsidenten auf der Plattform X aus einem Telefoninterview.
Der Iran verfüge über keine Marine, keine Kommunikationswege und keine Luftstreitkräfte mehr. Die USA seien dem ursprünglichen Zeitplan von vier bis fünf Wochen „sehr weit“ voraus.
20.39 Uhr
Zwölf Tote bisher in Israel
Insgesamt sind bisher zwölf Menschen in Israel durch iranische Angriffe gestorben. Das israelische Gesundheitsministerium meldet zudem mehr als 2.200 Personen, die in Krankenhäusern behandelt worden sind.
Berichten zufolge sind darunter neben durch Raketenangriffe Verletzte auch viele Menschen, die sich auf dem Weg in Schutzräume verletzt haben.

Reuters/Nir Elias
20.26 Uhr
Iran kündigt Ausweitung von Raketenangriffen an
Die Iranische Revolutionsgarde kündigt an, Schlagkraft und Häufigkeit ihrer Raketenstarts zu erhöhen. Auch die Reichweite werde vergrößert, zitiert das Staatsfernsehen den Kommandeur der Luft- und Raumfahrttruppe der Garde, Madschid Mussawi.
Künftig würden keine Raketen mit Sprengköpfen von weniger als einer Tonne Gewicht mehr abgefeuert.
20.22 Uhr
IAEA: Fast Hälfte des Urans wohl noch in Isfahan
Der Iran lagert nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fast die Hälfte seines auf bis zu 60 Prozent angereicherten Urans in einer unterirdischen Anlage in Isfahan.
Der Tunnelkomplex sei das einzige Ziel, das bei den Angriffen Israels und der USA auf iranische Atomanlagen im Juni offenbar nicht schwer beschädigt worden sei, sagt IAEA-Chef Rafael Grossi.
Grossi bezifferte den Bestand in Isfahan auf „etwas mehr als 200 Kilogramm“. Zum Zeitpunkt der Angriffe im Juni habe der Iran insgesamt mehr als 440,9 Kilogramm des hoch angereicherten Urans besessen. Bei weiterer Anreicherung würde die Menge theoretisch für zehn Atomwaffen ausreichen.
19.39 Uhr
Niederlande schicken Fregatte
Die Niederlande beteiligen sich mit einer Luftverteidigungsfregatte im östlichen Mittelmeer am Schutz der Region vor iranischen Angriffen. Das teilen das Verteidigungs- und das Außenministerium dem Parlament in Den Haag mit. Die „Zr. Ms. Evertsen“ werde zum Schutz des EU-Landes Zypern und des NATO-Partners Türkei eingesetzt.

Reuters/ Kiyoshi Ota (Archivbild)
Frankreich hat die Niederlande um Unterstützung gebeten, auch um die Sicherheit französischer Marineschiffe in der Region zu gewährleisten. Die Regierung spricht von einem „begrenzten Einsatz defensiver Art“. Es gehe um die Verteidigung „unserer Verbündeten“, sagt Verteidigungsministerin Dilan Yesilgöz.
19.36 Uhr
Trump: Zugriff auf iranisches Öl ist Thema
Nach Angaben von US-Präsident Trump ist ein Zugriff der USA auf die Ölreserven des Iran diskutiert worden. „Sicherlich hat man darüber gesprochen“, sagt er in einem Telefoninterview mit dem Sender NBC News. Er verweist dabei auf das Vorgehen in Venezuela. Für derartige Überlegungen sei es jedoch noch zu früh, fügt er mit Blick auf den Iran hinzu. Ein Großteil des iranischen Öls wird an den US-Rivalen China geliefert.
19.24 Uhr
Hisbollah greift Militärbasis nahe Tel Aviv an
Die Hisbollah hat nach eigenen Angaben Raketen auf einen israelischen Militärstützpunkt in der Nähe von Tel Aviv abgefeuert. Sie habe die Heimatfront-Kommandozentrale der israelischen Armee in Ramla mit einer „Salve hoch entwickelter Raketen“ angegriffen, teilt die libanesische Miliz mit.
19.17 Uhr
Iran-Krieg verzögert Friedensgespräche zur Ukraine weiter
Aufgrund des Iran-Krieges ist eine weitere Verhandlungsrunde zu einer Friedenslösung in der Ukraine verschoben worden. „Derzeit liegen der Schwerpunkt der Partner und die ganze Aufmerksamkeit auf der Situation um den Iran“, schreibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Beratung mit dem ukrainischen Verhandlungsteam in sozialen Netzwerken.
Die Verschiebung sei auf Vorschlag der US-amerikanischen Seite erfolgt. „Doch ist die Ukraine bereit zu Treffen in jedem Moment und in jedem Format“, fügt Selenskyj hinzu.
19.07 Uhr
Insider: Türkei bestellt Botschafter des Iran wegen Rakete ein
Die Türkei hat einem Insider zufolge den iranischen Botschafter wegen eines erneuten Raketenbeschusses einbestellt. Das verlautet aus dem türkischen Außenministerium.
Die NATO-Luftabwehr hat eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete über türkischem Gebiet abgefangen. Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb einer Woche, bei dem ein iranisches Geschoß den Luftraum des NATO-Mitglieds Türkei verletzt hat.

Reuters/Sertac Kayar
19.03 Uhr
Israel: Drohnenhauptquartier der Revolutionsgarde zerstört
Kampfflugzeuge der israelischen Luftstreitkräfte haben nach Angaben eines Militärsprechers ein Drohnenhauptquartier der Iranischen Revolutionsgarde zerstört. Zum Standort der Anlage gibt es bisher keine Angaben. Sie sei im Rahmen einer Angriffswelle gegen militärische Infrastruktur im Iran attackiert worden, heißt es. Von dort aus seien Drohnen zu Angriffen gegen Israel gestartet, aber auch gelagert worden.
Die staatliche iranische Rundfunkagentur IRIB berichtet unterdessen von Angriffen auf diverse Militäranlagen im Westen Teherans. Augenzeugen geben an, die Luft- und Raumfahrtbehörde der Revolutionsgarde im Stadtteil Tschitgar sei attackiert worden. Auch dort sollen Drohnen gelagert sein.
18.48 Uhr
Libanon: 486 Menschen bei Angriffen getötet
Im Libanon sind bei israelischen Angriffen seit dem 2. März 486 Menschen getötet worden. Das teilt das libanesische Gesundheitsministerium mit. Das israelische Militär verstärkt seinen Beschuss auf Ziele im Libanon und nimmt dabei nach eigenen Angaben die radikal-islamische Hisbollah-Miliz ins Visier. Die Hisbollah ist mit dem Iran verbündet.

AP/Hassan Ammar
18.32 Uhr
UNESCO äußert „tiefe Sorge“ um Welterbestätten
Die UNESCO hat ihre „tiefe Sorge“ um die Welterbestätten im Nahen Osten geäußert. Seit Beginn der Kampfhandlungen am 28. Februar seien „mehrere Stätten von kultureller Bedeutung“ – darunter der Golestan-Palast in Teheran, die Weiße Stadt in Tel Aviv und die römischen Ruinen der libanesischen Stadt Tyros – bei Angriffen getroffen und beschädigt worden, erklärt die UNO-Organisation. Sie alle gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Mit der Ausweitung des Konflikte seien auch „zahlreiche Stätten in anderen Ländern der Region und darüber hinaus bedroht“, heißt es in der Erklärung weiter.
18.22 Uhr
Angriff auf Schule: US-Demokraten fordern Untersuchung
Nach dem Angriff auf eine Schule im Iran mit womöglich mehr als 150 Toten haben US-Oppositionspolitiker eine unabhängige Untersuchung gefordert. Die US-Senatorin Jeanne Shaheen und weitere Vertreter der Demokratischen Partei rufen Pentagon-Chef Pete Hegseth auf, den Vorfall „vollständig und unparteiisch“ zu untersuchen.
„Unabhängige Analysen deuten glaubwürdig darauf hin, dass der Angriff möglicherweise von US-Streitkräften durchgeführt worden ist“, heißt es in der Erklärung. Falls das zutreffe, sei es einer der „gravierendsten Fälle mit zivilen Opfern“ in Jahrzehnten von US-Militäreinsätzen im Nahen Osten.

18.09 Uhr
Trump: Entscheidung über US-Bodentruppen weit entfernt
Trump ist nach eigenen Angaben noch weit von einer Entscheidung über die Entsendung von Bodentruppen in den Iran entfernt. „Wir haben darüber keine Entscheidung getroffen. Wir sind noch lange nicht so weit“, hat Trump der Zeitung „New York Post“ auf die Frage nach entsprechenden Berichten gesagt. Israel und die USA hätten demnach über einen möglichen Einsatz von Spezialkräften zur Sicherung von hochangereichertem Uran gesprochen.
17.56 Uhr
Kallas an Israel: Kampfhandlungen im Libanon einstellen
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ruft Israel zum Einstellen der Kampfhandlungen im Libanon auf. „Israel sollte seine Aktivitäten im Libanon einstellen“, so Kallas. Israel habe zwar das Recht zur Selbstverteidigung, seine Reaktion auf die Angriffe der Hisbollah sei jedoch „überzogen“. Israels Vergeltungsschläge würden zu „massenhaften Vertreibungen“ führen. Die Hisbollah-Miliz fordert Kallas auf, ihre Waffen abzugeben und jegliche Aktionen gegen Israel einzustellen.
WHO-Chef warnt vor Gesundheitsschäden
Der Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, warnt vor ernsthaften Gefahren für die öffentliche Gesundheit in der gesamten Region. Beschädigungen an Erdölanlagen im Iran würden das Risiko einer Kontamination von Lebensmitteln, Wasser und Luft bergen, schreibt er auf X. Besonders Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen seien gefährdet.
Zudem verweist er auf die Situation im Libanon. Seit Ende Februar seien dort neun Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen getötet worden, 16 seien verletzt worden. 43 medizinische Versorgungszentren und fünf Krankenhäuser mussten dem WHO-Chef zufolge aufgrund von Evakuierungsanordnungen der israelischen Armee schließen.
17.43 Uhr
Libanon schlägt direkte Verhandlungen mit Israel vor
Libanons Präsident Joseph Aoun schlägt angesichts der zugespitzten Lage zwischen seinem Land und Israel direkte Verhandlungen mit dem Nachbarland vor. Aoun habe in einer Videokonferenz mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Antonio Costa eine entsprechende Initiative vorgestellt, heißt es in einer Regierungsmitteilung.
Sie basiere auf vier Punkten: einem vollständigen Waffenstillstand, einer sofortigen Bereitstellung logistischer Unterstützung für die libanesischen Streitkräfte, einer vollständigen Entwaffnung der Hisbollah und direkten Verhandlungen zwischen Libanon und Israel unter internationaler Schirmherrschaft.
17.22 Uhr
Tanker mit saudischem Öl passiert Straße von Hormus
Ein von einer griechischen Reederei betriebener Öltanker hat Daten von Schifffahrtsdienstleistern zufolge die Straße von Hormus passiert. Die „Shenlong“ habe saudisches Rohöl geladen und sei auf dem Weg nach Indien, geht aus einer Analyse der Plattformen Kpler und Lloyd’s List Intelligence hervor.
Der Tanker mit einer Kapazität von einer Million Barrel habe das Öl im saudischen Hafen Ras Tanura aufgenommen. Die Iranische Revolutionsgarde hat Schiffe vor der Durchfahrt gewarnt.
Es sei „unwahrscheinlich“, dass in der Straße von Hormus „Sicherheit erreicht werden kann, während die Vereinigten Staaten und Israel in der Region Konflikte schüren“, schreibt der iranische Sicherheitschef Ali Laridschani am Montag dazu auf X.
17.21 Uhr
Die Ölreserven der G-7-Staaten
Die USA verfügen laut Energieinformationsbehörde mit Ende Februar über rund 415 Mio. Barrel Rohöl in ihrer Strategischen Erdölreserve (SPR). Zudem gibt es kommerzielle Reserven im Umfang von 439 Mio. Barrel.
Japans Reserven beliefen sich Ende Dezember auf 260 Mio. Barrel Rohöl. Private Lagerbestände umfassen weitere 180 Mio. Barrel in Form von Öläquivalenten.
Deutschlands Ölreserve umfasst 110 Mio. Barrel Rohöl und 67 Mio. Barrel an Fertigprodukten.
Frankreich kommt laut Daten von Ende 2024 auf rund 120 Mio. Barrel Rohöl und Fertigprodukte. Davon werden etwa 97 Millionen Barrel von der staatlich beauftragten Organisation SAGESS gehalten.
Italien ist gesetzlich verpflichtet, Reserven im Umfang von 90 Tagen seiner durchschnittlichen Nettoölimporte des Jahres 2024 zu halten. Das entspricht rund 76 Mio. Barrel.
Großbritanniens Reserven haben sich zuletzt auf rund 38 Mio. Barrel Rohöl und 30 Mio. Barrel an raffinierten Produkten belaufen.
Kanada ist als Nettoölexporteur von der Internationalen Energieagentur (IEA) nicht zur Haltung strategischer Reserven verpflichtet und unterhält daher auch keine.
17.17 Uhr
Israel: Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet
Israel meldet den Tod eines hochrangigen Anführers der radikalislamischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon. Nach Angaben vom israelischen Verteidigungsministerium handelt es sich um den Kommandeur der Hisbollah-Einheit Nasser, Abu Hussein Ragheb.
Als eine von drei Hisbollah-Einheiten im Südlibanon ist die Nasser-Einheit im Osten des Gebiets aktiv. Nach dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel im Oktober 2023 hatte sie als Erste eine zweite Front gegen Israel eröffnet und das Nachbarland vom Norden aus angegriffen.
16.27 Uhr
Frankreich verlegt mehrere Kriegsschiffe
Frankreich verlegt zur Unterstützung seiner Verbündeten im Nahost-Konflikt rund ein Dutzend Kriegsschiffe in das Mittelmeer und das Rote Meer. Zu dem Verband gehöre auch der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“, sagt Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch auf Zypern.
Ziel des Einsatzes sei eine rein defensive Haltung, um die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten. Macron stellt zudem in Aussicht, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu eskortieren, sobald die intensivste Phase des Konflikts vorüber sei.

Reuters/Johan Nilsson/Tt (Archivbild)
16.00 Uhr
Bericht: Gaza-Verhandlungen vorerst gestoppt
Die Verhandlungen über den Plan von US-Präsident Trump zur Beendigung des Gaza-Krieges liegen Reuters-Angaben zufolge auf Eis. Grund sei der gemeinsame Angriff der USA und Israels auf den Iran und der dadurch ausgelöste breitere Nahost-Krieg, berichtet die Nachrichtenagentur mit Verweis auf Angaben von drei mit der Sache vertrauten Personen.
Die Unterredungen ruhten seit vergangener Woche. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob die radikalislamische Terrororganisation Hamas im Gegenzug für eine Amnestie die Waffen niederlegt. Ein Hamas-Vertreter bestätigt, dass die Gespräche eingefroren sind. Ein Vertreter der US-Regierung erklärt dagegen, die Arbeit an dem Plan gehe weiter, auch wenn die Reisemöglichkeiten in der Region beeinträchtigt seien.
15.43 Uhr
Freigabe von Ölreserven: G-7 „noch nicht so weit“
Die G-7 lehnt eine Freigabe ihrer Ölreserven angesichts der steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs vorerst ab. „Wir sind noch nicht so weit“, sagt der französische Finanzminister Roland Lescure nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, den USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien. In den kommenden Wochen sei eine Freigabe aber denkbar.
15.36 Uhr
EU startet Hilfsflüge für Menschen im Libanon
Die EU organisiert Hilfsflüge für die unter dem neuen Nahost-Krieg leidende Zivilbevölkerung im Libanon. Nach den Plänen von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sollen für rund 130.000 Menschen Notfallvorräte mobilisiert werden. Ein erster Flug ist für morgen geplant.
15.18 Uhr
Ministerium: 1.300 Österreicher bei Ausreise unterstützt
Über eine Woche nach Beginn des neuen Nahost-Kriegs Israels und der USA gegen den Iran bleiben die jüngsten Einschätzungen der Sicherheitslage in der Region durch den Krisenstab des Außenministeriums in Wien aufrecht.
Für die meisten Länder gilt weiter eine Reisewarnung. Für Saudi-Arabien und Oman bleibt ein hohes Sicherheitsrisiko bestehen, so Ministeriumssprecher Clemens Mantl. Mehr als 1.300 Österreicher und Österreicherinnen sind bisher bei der Ausreise unterstützt worden.
15.13 Uhr
HRW wirft Israel Einsatz von weißem Phosphor vor
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft Israel vor, vergangene Woche bei einem Angriff auf ein Wohngebiet im Südlibanon verbotenerweise weißen Phosphor eingesetzt zu haben. Die Organisation habe sieben Aufnahmen verifizieren und geografisch zuordnen können.
Seitens der israelischen Streitkräfte (IDF) heißt es, der behauptete Einsatz von Granaten mit weißem Phosphor könne nicht bestätigt werden. Wie viele westliche Streitkräfte verfüge auch Israel über Rauchgranaten mit einem gewissen Anteil an weißem Phosphor, deren Einsatz nach internationalem Recht zulässig sei.
Der Einsatz von weißem Phosphor als chemische Waffe ist nach internationalem Recht untersagt. Die Nutzung zur Beleuchtung von Schlachtfeldern ist erlaubt. Zudem kann er verwendet werden, um Rauchschwaden zu erzeugen. Häufig wird Phosphormunition daher verwendet, um Truppenbewegungen hinter Nebelwolken zu verbergen. Der in der Munition enthaltene weiße Phosphor entzündet sich durch Kontakt mit Sauerstoff. Dadurch können Verbrennungen und Vergiftungen verursacht werden.
14.55 Uhr
Frankreich plant Geleit für Schiffe durch Straße von Hormus
Frankreich arbeitet mit Partnern an einer Initiative, um wieder mehr Seeverkehr durch die für den Handel wichtige Straße von Hormus nahe der iranischen Küste zu ermöglichen. Es handle sich um einen rein defensiven Einsatz, sagt Macron bei einem Besuch im zypriotischen Paphos. Ziel sei es, Containerschiffe und Tanker zu begleiten, sobald die heißeste Phase des Iran-Krieges vorbei sei.
14.21 Uhr
Reuters: Saudis drosseln Produktion in zwei Ölfeldern
Der saudische Ölkonzern Aramco beginnt laut Reuters in zwei Ölfeldern mit der Drosselung der Produktion. Hintergrund ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus. Um welche Ölfelder es sich handelt und in welchem Umfang die Produktion verringert wird, ist offen.
Die Kürzungen des weltweit führenden Ölexporteurs unterstreichen laut Reuters „die gravierenden logistischen Engpässe in der Region“.
Mehrere Nachbarländer Saudi-Arabiens haben seit Beginn des Iran-Krieges ebenfalls ihre Produktion gedrosselt, da der Transport auf diesem wichtigen Weg, über den etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasverkehrs abgewickelt wird, fast zum Erliegen gekommen ist.
14.16 Uhr
Angriffe der letzten Stunden
Kurz nach der Ernennung von Modschtaba Chamenei als oberster geistlicher Führer des Iran sind in der Nacht wieder Raketenabschüsse auf Israel gemeldet worden. Israel wirft dem Iran vor, erneut Streumunition eingesetzt zu haben. Zwei Menschen seien getötet worden, heißt es aus Israel.

Reuters/Dylan Martinez
In Bahrain sollen bei einem iranischen Drohnenangriff Dutzende Menschen verletzt worden sein, erklärt das Innenministerium. In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), wird iranischer Beschuss abgewehrt, zwei Personen werden von herabfallenden Trümmerteilen verletzt.
Auch in Katar teilt das Verteidigungsministerium mit, dass die Luftabwehr mehrere Raketen abgefangen habe. Die Türkei meldet, dass die NATO-Luftabwehr im östlichen Mittelmeer eine ballistische Rakete aus dem Iran abgefangen hat.
Israel gibt wiederum an, eine weitere „großangelegte“ Angriffswelle auf den Iran gestartet zu haben. Als Ziele werden die Infrastruktur des Regimes in Teheran, in Isfahan und im Süden des Iran genannt. Weiters teilt das Militär mit, Stellungen der Hisbollah-Miliz in Vororten Beiruts im Libanon angegriffen zu haben. Die Hisbollah meldet dagegen Kämpfe gegen israelische Armeehelikopter im Osten des Landes.

14.12 Uhr
Türkei verlegt sechs F-16-Kampfjets nach Nordzypern
Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges und eines Drohnenangriffs auf den britischen Militärstützpunkt auf Zypern schickt die Türkei sechs Kampfjets in den von ihr kontrollierten Norden der Mittelmeer-Insel.

IMAGO/Anadolu Agency/Ali Ruhluel
Zypriotische Medien zeigen Bilder von der Landung der F-16-Jets auf dem Flughafen Ercan. Er liegt nordöstlich der Hauptstadt Nikosia in dem Teil Zyperns, der von türkischen Truppen besetzt ist und nur von Ankara als Türkische Republik Nordzypern anerkannt wird.
13.51 Uhr
Rückholaktion aus Oman nach Rumänien
Die EU-Kommission hat 356 Europäer und Europäerinnen mit zwei gecharterten Flugzeugen aus Oman nach Rumänien gebracht. Die Flüge seien auf Wunsch der rumänischen Behörden erfolgt.
Die Europäische Union habe den Kommissionsangaben zufolge mittlerweile 42 Flüge unterstützt. Mehr als 4.100 Menschen seien zurück in Europa. In den nächsten Tagen sollen weitere folgen.
13.22 Uhr
UNICEF: Über 80 Minderjährige im Libanon getötet
Innerhalb einer Woche sind bei israelischen Angriffen im Libanon 83 Minderjährige getötet worden. Das berichtet das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) mit Verweis auf Zahlen des libanesischen Gesundheitsministeriums.
Laut UNICEF sind im Libanon mittlerweile zudem 700.000 Menschen auf der Flucht, mehr als ein Viertel davon sei unter 18 Jahre alt. „Diese Zahlen sind erschütternd“, sagt UNICEF-Regionaldirektor Edouard Beigbeder: „Sie verdeutlichen auf dramatische Weise, welch hohen Preis Kinder in diesem Konflikt zahlen.“
13.13 Uhr
Macron in Zypern gelandet
Der französische Präsident Macron ist in Zypern eingetroffen. Nach der Landung in Paphos trifft er sich zu Gesprächen mit Zyperns Präsident Nikos Christodoulides und dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis.
Das EU-Mitglied Zypern ist vergangene Woche Ziel von Drohnen iranischer Bauart gewesen, woraufhin Macron den französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ sowie eine Fregatte und Luftabwehreinheiten ins Mittelmeer entsandt hat.
13.07 Uhr
Türkei meldet Abschuss von iranischer Rakete im Mittelmeer
Eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Raketen wird der Türkei zufolge über dem östlichen Mittelmeer von NATO-Verteidigungskräften zerstört. Munitionsteile seien in der südöstlichen Provinz Gaziantep niedergegangen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Die Türkei werde alle notwendigen Schritte zu ihrer Verteidigung unternehmen.
13.02 Uhr
Teheran: Tausende für Modschtaba Chamenei auf der Straße
Tausende Menschen sind auf einen zentralen Platz Teherans geströmt, um ihre Loyalität gegenüber dem neuen geistlichen Oberhaupt der Islamischen Republik, Modschtaba Chamenei, zu bekunden, berichten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Auf dem Enkelab-Platz sind zahlreiche iranische Flaggen und Porträts von Modschtaba Chamenei zu sehen.

Reuters/Majid Asgaripour
12.51 Uhr
Israel meldet neue „großangelegte“ Angriffswelle
Israel startet eigenen Angaben zufolge einen weitere „großangelegte“ Angriffswelle. Als Ziele nennt das israelische Militär in einer Aussendung die Infrastruktur des iranischen Regimes in der Hauptstadt Teheran, der zentral gelegenen Stadt Isfahan und im Süden des Iran.
12.44 Uhr
EU-Kommission verweist auf Ölvorräte
Die EU-Kommission sieht trotz der hohen Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs weiter kein „unmittelbares“ Risiko für die Versorgung in Europa. „Es gibt keinen unmittelbar bevorstehenden Engpass in der europäischen Ölversorgung“, sagt eine Kommissionssprecherin in Brüssel. Die EU-Staaten hätten derzeit ausreichend Öl in ihren Vorräten.
Die EU verpflichtet ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die 90 Tagen ihrer Nettoimporte entsprechen. Die Versorgung sei der Sprecherin zufolge deshalb sichergestellt. Das gelte auch für Ungarn und die Slowakei, die im Februar bereits ihre Vorräte angezapft haben, nachdem eine Ölpipeline in der Ukraine beschädigt und stillgelegt worden ist.
12.40 Uhr
Südkorea: Preisobergrenze für Kraftstoff angekündigt
Angesichts der drastisch gestiegenen Ölpreise hat Südkorea heute die Einführung einer Obergrenze für Kraftstoffpreise angekündigt. In einer Dringlichkeitssitzung bezeichnet Präsident Lee Jae Myung die Lage im Nahen Osten als eine erhebliche Belastung für die energieabhängige Wirtschaft Südkoreas.
„Bei Erdölprodukten, deren Preise in letzter Zeit übermäßig gestiegen sind, sollte das Höchstpreissystem schnell eingeführt und konsequent umgesetzt werden“, so Lee. Das Industrieministerium des Landes plane, die Preisobergrenze noch diese Woche einzuführen, sagt der zuständige Leiter der Präsidialabteilung.
12.27 Uhr
Iranische Behörden drohen Exiliranern
Die iranischen Behörden wollen offenbar Vermögenswerte von im Exil lebenden Iranern und Iranerinnen beschlagnahmen, wenn diese mit Israel und den USA „kooperieren“, wie es heißt.
Demnach sind „weitere Strafen“ möglich, wenn im Ausland befindliche Iraner den „aggressiven Feind unterstützen“, heißt es auf dem offiziellen Informationsportal der iranischen Justiz, Misan, das sich auf Angaben der Generalstaatsanwaltschaft beruft. Misan verweist auf ein Gesetz, das nach dem zwölftägigen Krieg im vergangenen Juni gegen Israel verabschiedet worden ist.
12.24 Uhr
Zweites Todesopfer bei Angriff auf Tel Aviv
Nach einem iranischen Raketenangriff auf Israel gibt es nach Angaben des Rettungsdienstes Zaka ein zweites Todesopfer. Es handelt sich um einen mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingelieferten Bauarbeiter.
Ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoß sei auf einer Baustelle eingeschlagen, so die Rettungsorganisation Magen David Adom. Auch beim zweiten Todesopfer handelt es sich demnach um einen Bauarbeiter.
12.03 Uhr
Medien: US-Flugkörper traf Ziel nahe Mädchenschule
Investigativjournalisten äußern Zweifel an der Behauptung von US-Präsident Donald Trump, der Iran selbst sei für die Bombardierung einer Mädchenschule mit rund 170 Toten verantwortlich. Rechercheteams von „New York Times“ und der Plattform Bellingcat verweisen auf ein von der iranischen Nachrichtenagentur Mehr veröffentlichtes Video.
Im nur wenige Sekunden langen Clip sei zu sehen, wie ein US-Tomahawk-Marschflugkörper am 28. Februar eine Einrichtung der iranischen Revolutionsgarde treffe, schreibt Bellingcat. „Das US-Militär ist die einzige an dem Konflikt beteiligte Streitkraft, die Tomahawks einsetzt“, schreibt die „New York Times“.
11.44 Uhr
Iran: Gespräche „sinnlos“, solange Kämpfe andauern
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums hat eine Waffenruhe als „unwahrscheinlich“ bezeichnet, solange die Angriffe andauern. Der Iran werde sich weiter verteidigen, sagt er der Nachrichtenagentur Student News Network. Sie ist für ihre Berichterstattung über Universitäten und Studierende bekannt.
„Es ist sinnlos, über irgendetwas anderes als Verteidigung und vernichtende Vergeltungsschläge gegen Feinde zu sprechen“, wird der Sprecher zitiert. Auch weist er zurück, dass der Iran Angriffe auf die Türkei, Aserbaidschan und Zypern durchgeführt habe. Stattdessen spricht er von „False-Flag-Angriffen“.
Zugleich bekräftigt er, dass Teheran keinen Krieg mit seinen muslimischen Nachbarn führen wolle, jedoch „Einrichtungen, die von Aggressoren genutzt werden“, im Rahmen seiner legitimen Verteidigung angreifen müsse.
11.27 Uhr
Paris fordert von Chamenei „radikalen Kurswechsel“
Frankreich ruft den neuen obersten iranischen Anführer Modschtaba Chamenei zu einer grundlegenden Politikänderung auf. „Das Regime muss sich zu weitreichenden Zugeständnissen und einem radikalen Kurswechsel bereiterklären“, so Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot gegenüber dem Sender France Inter.
11.22 Uhr
Social Media „missbraucht“: Festnahmen in Katar
In Katar werden einem CNN-Bericht zufolge über 300 Personen wegen mutmaßlichen Social-Media-Missbrauchs festgenommen. „Die Festnahmen erfolgten wegen des Filmens und der Verbreitung nicht genehmigter Videoclips, der Verbreitung irreführender Informationen und Gerüchte sowie der Verbreitung von Inhalten, die die Öffentlichkeit beunruhigen sollen", zitiert der US-Sender aus einer Stellungnahme des Innenministeriums von Katar.
11.11 Uhr
Zerstörung südlich von Beirut
Israels Armee hat die Angriffe auf die Infrastruktur der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon nach eigenen Angaben fortgesetzt. Ein Video zeigt die schweren Schäden in einem Vorort von Beirut. Lokalen Medienberichten zufolge sterben mehrere Menschen, auch Frauen und Kinder seien unter den Opfern.
11.06 Uhr
Israelische Medien melden ein Todesopfer
Aus Israel wird ein Todesopfer gemeldet. Die Person sei infolge eines iranische Angriffs ums Leben gekommen, meldet die Nachrichtenseite Times of Israel. Möglicherweise sei Streumunition eingesetzt worden, heißt es.
Auch seien am Einschlagsort in Jehud im Zentrum des Landes zwei Männer lebensgefährlich verletzt worden, wird berichtet. Damit steigt die Zahl der Todesopfer des Krieges in Israel auf elf.
10.31 Uhr
AFP: Mehrere Explosionen in Teheran zu hören
In der iranischen Hauptstadt Teheran haben sich erneut mehrere starke Explosionen ereignet. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP weiter berichten, ist der Ort der Detonationen unklar. Sie sind in mehreren Gegenden der Hauptstadt zu hören gewesen.
10.30 Uhr
Termin für EU-Koordinierungsgruppen für Öl und Gas
Die Koordinierungsgruppen der EU für die Öl- und Gasversorgung werden am Donnerstag zusammentreten, teilt ein Sprecher der Europäischen Kommission mit. Die Gruppen beobachten die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf den Energiesektor sowie die aktuellen Einschätzungen der EU-Länder zu ihren Ölvorräten.
Die EU-Länder sind verpflichtet, Ölvorräte für einen Verbrauch von 90 Tagen zu halten. Die Gruppen bestehen aus Vertretern der EU-Regierungen. Sie überwachen die Sicherheit der Öl- und Gasversorgung und koordinieren Maßnahmen zur Krisenbewältigung.
10.08 Uhr
Israels Armee meldet Angriff auf Beiruter Vorort
Die israelische Armee erklärt, dass sie derzeit Hisbollah-Infrastruktur im südlichen Beiruter Vorort Dahieh angreift. Zuvor hat die Armee die Menschen aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Man werde „mit Nachdruck gegen terroristische Infrastruktur vorgehen“.

APA/AFP/Ibrahim Amro
9.54 Uhr
Ölpreisanstieg bringt Europas Börsen unter Druck
Der rasante Anstieg der Ölpreise und die zunehmenden Inflations- und Wachstumssorgen schicken die europäischen Leitbörsen auf Talfahrt.
Der Euro Stoxx 50 verliert kurz nach Handelsstart 2,79 Prozent, der heimische Leitindex ATX 2,77 Prozent. In Frankfurt notiert der DAX um 2,58 Prozent tiefer. Außerhalb der Eurozone hat der britische Leitindex FTSE 100 zuletzt um 1,74 Prozent abgenommen.
9.51 Uhr
Katars Premier: „Golfstaaten anzugreifen hat alles zerstört“
Die iranischen Angriffe haben nach Angaben des Ministerpräsidenten von Katar, Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, ein „Gefühl des großen Verrats“ hinterlassen. Die Golfstaaten anzugreifen habe „alles zerstört“, so der Premier in einem TV-Interview.
9.35 Uhr
China: Chamenei-Nachfolge innere Angelegenheit des Iran
China nennt die Ernennung von Modschtaba Chamenei zum neuen obersten geistlichen Anführer des Iran eine innere Angelegenheit der Islamischen Republik. Zugleich stellt sich die Volksrepublik gegen eine mögliche Tötung des Nachfolgers von Ali Chamenei. Israel hat angekündigt, jeden möglichen Nachfolger Chameneis ebenfalls zu töten.
Die Ernennung Modschtaba Chameneis beruhe „auf der Verfassung“ des Iran, heißt es vom Außenministerium in Peking. China wende sich gegen die „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ anderer Länder. „Die Souveränität, die Sicherheit und die territoriale Integrität des Iran sollten respektiert werden“, wird mitgeteilt.
9.27 Uhr
Saudi-Arabien kritisiert neue iranische Angriffe
Angesichts neuer iranischer Angriffe auf Ziele in mehreren Golfstaaten äußert Saudi-Arabien scharfe Kritik. Die „verwerflichen iranischen Aggressionen“ gegen Saudi-Arabien sowie weitere arabische und islamische Länder könnten „unter keinen Umständen akzeptiert oder gerechtfertigt werden“, teilt das Außenministerium in Riad mit.
Das US-Außenministerium fordert nicht unbedingt notwendige Botschaftsmitarbeiter in Saudi-Arabien sowie deren Familien aus Sicherheitsgründen zum Verlassen des Landes auf. US-Bürger sollten Reisen in das mit den USA verbündete Königreich „überdenken“, heißt es vom Ministerium.
9.24 Uhr
Abu Dhabi: Verletzte durch herabfallende Trümmerteile
Die Behörden in Abu Dhabi melden zwei verletzte Personen durch heruntergefallene Trümmerteile an zwei verschiedenen Orten. Luftabwehrsysteme hätten zuvor „Bedrohungen“ aus dem Iran abgefangen, meldet das Medienbüro.
9.05 Uhr
Bahrains Öl- und Gaskonzern: „Höhere Gewalt“
Nach Angriffen auf seine Ölanlagen zieht nach dem Förderland Katar auch Bahrain Konsequenzen. Das staatliche Öl- und Gasunternehmen BAPCO Energies ruft für seine Lieferungen den Zustand der „höheren Gewalt“ (force majeure) aus.
Diese Erklärung entbindet einen Vertragspartner rechtlich von seinen Lieferpflichten. Als Grund wird der „jüngste Angriff“ auf eine Raffinerie im Land genannt. Alle örtlichen Märkte seien aber versorgt und die Nachfrage ohne Beeinträchtigungen gedeckt, heißt es.
8.47 Uhr
Israel: Iran setzt bei Angriff erneut Streumunition ein
Der Iran hat bei seinen Raketenangriffen auf Israel nach Angaben der israelischen Armee erneut Streumunition eingesetzt. Welches Gebiet in dem Land genau betroffen gewesen ist, sagt der Armeesprecher jedoch nicht.
Teheran hat in diesem Krieg sowie im Krieg im vergangenen Jahr bereits Gefechtsköpfe mit Streumunition verwendet. Zuletzt hat der Iran den Einsatz selbst bestätigt.
Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist.
8.44 Uhr
Lage nach Beschuss einer Ölraffinerie in Bahrain
Ein Video zeigt nun den dichten Rauch über der vom Iran beschossenen Ölraffinerie BAPCO. Laut der Nachrichtenagentur Bahrain News Agency soll es sich um den Raffineriekomplex al-Maamir handeln.
8.38 Uhr
Benzin in Teheran rationiert
Nach den israelischen Angriffen auf Öldepots in der iranischen Hauptstadt Teheran rationieren Tankstellen den Verkauf von Benzin stark.
Autofahrerinnen und Autofahrer können aktuell pro Tankvorgang nur noch zehn Liter Sprit kaufen, wie Anrainer der Millionenmetropole berichten. An den Tankstellen haben sich kilometerlange Autoschlangen mit stundenlangen Wartezeiten gebildet.
Am Wochenende habe Israels Luftstreitkräfte Öldepots in Teheran bombardiert und in Flammen gesetzt. Dichter, schwarzer, giftiger Rauch verdunkelt seitdem den Himmel.
8.26 Uhr
Macron in Zypern erwartet
Im Laufe des Tages wird der französische Präsident Emmanuel Macron in Zypern erwartet. Mit seinem Besuch wolle er die „Solidarität“ Frankreichs mit dem EU-Partner zum Ausdruck bringen, so der Elysee-Palast.
Vor wenigen Tagen ist der britische Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern von einer unbemannten Drohne iranischer Bauart getroffen worden. Nach dem Vorfall haben Frankreich, Großbritannien, Italien und Griechenland die Entsendung von See- und Luftstreitkräften zur Unterstützung Zyperns angekündigt.
8.09 Uhr
Raketenalarm in Israel
In der Früh werden wieder Angriffe des Iran auf Israel gemeldet. Wie bereits in der Nacht sind in Israel erneut die Warnsirenen ausgelöst worden, darunter auch im Großraum Tel Aviv.
Nach Angaben des Roten Davidsterns seien bei den iranischen Raketenangriffen rund 20 Menschen verletzt worden. Einige davon seien gestürzt, als sie in Schutzräume gerannt sind.
8.06 Uhr
Israel konkretisiert neue Angriffsziele im Iran
Schon in der Nacht hat die israelische Armee gemeldet, erneut Ziele der Führung im Iran angegriffen zu haben, darunter in der Stadt Isfahan.
Die Angriffe hätten Kommandozentren von Behörden für innere Sicherheit und der Basidsch-Miliz gegolten, heißt es jetzt. Die Basidsch-Miliz ist besonders für ihr hartes Vorgehen gegen die Proteste im eigenen Land bekannt.
Außerdem seien Raketenabschussrampen und eine Produktionsanlage für Raketentriebwerke im Iran beschossen worden, meldet die israelische Armee.

Reuters/Vantor
7.56 Uhr
TV: Türkei will sechs F-16 nach Nordzypern verlegen
Die Türkei plant dem TV-Sender NTV zufolge die Verlegung von sechs F-16-Kampfflugzeugen nach Nordzypern. Sie sollten die Verteidigung der dortigen türkischen Gemeinschaft sicherstellen, berichtet der Sender unter Berufung auf einen Vertreter der Zivilluftfahrtbehörde der Türkischen Republik Nordzypern.
Die Türkische Republik Nordzypern wird von der internationalen Staatengemeinschaft mit Ausnahme der Türkei nicht als Staat anerkannt. Rechtlich gehört das Gebiet zur Republik Zypern, deren Regierung seit der Okkupation des Nordens im Jahre 1974 durch die türkischen Streitkräfte keine Hoheit über dieses Territorium mehr ausübt.
7.35 Uhr
G-7 berät über Freigabe von Ölnotreserven
Die Finanzminister der G-7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien beraten einem Medienbericht zufolge über die Freigabe von Öl aus Notreserven. Drei G-7-Länder, darunter die USA, hätten bisher ihre Unterstützung dafür bekundet, berichtet die „Financial Times“.
Die Internationale Energieagentur (IEA) solle die Aktion koordinieren. Die Minister und IEA-Chef Fatih Birol würden noch heute in einer Telefonkonferenz über die Auswirkungen des Iran-Krieges beraten.
7.31 Uhr
Dichter Rauch über Ölraffinerie in Bahrain gemeldet
Nach einem aus Bahrain gemeldeten iranischen Drohnenangriff steigt dichter Rauch über der Ölraffinerie BAPCO auf, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Augenzeugen.

Reuters/Stringer
Die Regierung hat zuvor von mindestens 30 Verletzten und Schäden in der Gegend der bahrainischen Insel Sitra berichtet.
Wie die Nachrichtenagentur Bahrain News Agency via X berichtet, ist der bedeutende Raffineriekomplex al-Maamir „infolge der iranischen Aggression“ getroffen und beschädigt worden.
7.26 Uhr
Selenskyj: Ukraine schickt Drohnen zum Schutz von US-Basen
Auf Bitten der USA schickt die Ukraine Abfangdrohnen und Drohnenfachleute nach Jordanien, um dort US-Militärstützpunkte zu schützen, sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem heute veröffentlichten Interview mit der „New York Times“.
Dem Bericht zufolge haben die USA am Donnerstag um Hilfe gebeten, woraufhin das ukrainische Team am nächsten Tag abgereist sei und demnächst im Nahen Osten erwartet werde.
7.21 Uhr
Hisbollah meldet Kämpfe gegen israelische Helikopter
Die Hisbollah-Miliz hat Kämpfe gegen israelische Armeehelikopter im Osten des Libanon gemeldet. Rund 16 israelische Hubschrauber seien über die Grenze zu Syrien in den libanesischen Luftraum eingedrungen, erklärt die Miliz.
Hisbollah-Kämpfer hätten „mit den geeigneten Waffen das Feuer auf die Helikopter und die eindringenden Truppen eröffnet“. Wie zwei Hisbollah-Funktionäre der Nachrichtenagentur AFP berichten, wird in der östlichen Bekaa-Region ein israelischer Helikopter abgeschossen.
Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtet von „heftigen Zusammenstößen“ bei Abwehreinsätzen gegen israelische Truppen, die mit Helikoptern in der Umgebung des Ortes Nabi Scheet in Bekaa gelandet sind.
Von der israelischen Armee liegt noch keine Stellungnahme vor.
7.01 Uhr
Bahrain: Dutzende Verletzte bei iranischem Drohnenangriff
Der Golfstaat Bahrain ist in der Nacht erneut zum Ziel eines Angriffs des iranischen Militärs geworden.
Das Innenministerium des kleinen Inselstaats im Persischen Golf meldet 32 Verletzte, darunter Kinder und mehrere Schwerverletzte. Alle Opfer seien Zivilisten und Bürger des Landes.
Nach Angaben des Ministeriums war die südlich der Hauptstadt Manama gelegene Insel Sitra Ziel einer Drohnenattacke. Mehrere Häuser seien beschädigt worden.
7.00 Uhr
Israel: Angriffe auf Ziele im Iran und Libanon
Die israelische Armee setzt seit der Nacht ihre Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon fort. Die Luftstreitkräfte hätten eine neue Welle an Attacken gegen Infrastruktur der iranischen Führung im Zentrum des Landes begonnen, teilt die Armee in der Nacht mit.
Zudem sei Infrastruktur der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen worden. Indes hat die Armee Entwarnung für die eigene Bevölkerung gegeben, nachdem der Iran Raketen auf Israel gefeuert hat.
6.58 Uhr
Iran meldet Beschuss Israels
Kurz nach der Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines Vaters als oberster geistlicher Anführer des Iran sind in der Nacht neue Raketenabschüsse auf Israel gemeldet worden. „Iran hat unter (…) Modschtaba Khamenei die erste Welle von Raketen auf die besetzten Gebiete abgefeuert“, so der staatliche Sender IRIB in der Nacht auf Telegram.
Der Sender hat ein Foto eines Projektils veröffentlicht, das die Aufschrift „Auf Ihren Befehl, Sajjid Modschtaba“ trägt. Sajjid ist ein Ehrentitel im Islam.
09.03.2026, Valentin Simettinger (Text), Viviane Koth (Bild), Georg Filzmoser (Lektorat), alle ORF.at

Neue Angriffe in Nahost, Ölpreis lässt Börsen einbrechen
 
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#24
Umweltfolgen des Kriegs
Wie es zum "schwarzen Regen" über Teheran kam – und mit welchen Folgen
Israels Angriffe auf Irans Ölinfrastruktur haben zur bisher schwersten Umweltkrise des laufenden Kriegs geführt, von der auch die Zivilbevölkerung betroffen ist

Das Großfeuer, das am Wochenende nach den isrelischen Angriffen auf die Anlage Shahran im Norden Teherans ausbrach.
IMAGO/Hassan Ghaedi

In der Nacht auf Sonntag flog Israels Armee Angriffe gegen mehr als 30 Anlagen der iranischen Ölindustrie, die dem Militär dienen sollen. In und um Teheran wurden mindestens vier Einrichtungen getroffen: ein Öldepot im nordöstlichen Stadtteil Aqdasieh, die Anlage Shahran im Norden der Stadt, ein weiteres Depot im westlich gelegenen Karaj sowie die große Teheraner Raffinerie. Letztere verarbeitet rund 225.000 Barrel Rohöl täglich und produziert unter anderem Flüssiggas, Benzin und Schwefelprodukte.

Angriffe auf Energieanlagen sind in bewaffneten Konflikten nicht ungewöhnlich. Staaten argumentieren meist, solche Ziele seien militärisch legitim, weil sie Treibstoff für Armeen liefern oder wirtschaftliche Einnahmen generieren. Gleichzeitig zeigen Ereignisse wie die Ölbrände in Kuwait während des Golfkriegs 1991, dass solche Angriffe massive Umweltfolgen haben können. Im aktuellen Konflikt wirft die Kombination aus vielen Angriffen und der dichten Besiedlung der Region Fragen auf.

Noch nie wurden so viele Ölstandorte in unmittelbarer Nähe einer Millionenstadt wie Teheran gleichzeitig getroffen, berichtet das Conflict and Environment Observatory, eine wissenschaftliche Einrichtung zur Beobachtung der Umweltfolgen von Kriegsereignissen.

Krieg, Öl und Luft
Videos und Satellitenbilder zeigten massive Rauchfahnen, die sich über die Metropole legten, in der neun Millionen Menschen leben. Drei Tage nach den Angriffen brannten mehrere der Anlagen noch immer. Besonders bedenklich für die Zivilbevölkerung ist die extrem schlechte Luftqualität. Die Brände zerstörter Öltanks setzen nach Einschätzung von Forschenden eine besonders gefährliche Mischung aus Schadstoffen frei. Rohöl brenne "schlecht und bei relativ niedrigen Temperaturen", erklärt der Chemiker Andrea Sella vom University College London (UCL). Dadurch werde es bei der Verbrennung nicht vollständig zu Kohlendioxid und Wasser umgewandelt.


Eine schwarze Wolke über derShahran-Ölraffinerie im Norden Teherans. Insbesondere der Rauch, der durch brennendes Rohöl entsteht, ist schädlich für Menschen und die Umwelt.
AFP/-

Stattdessen entstehe ein komplexer Mix aus Ruß, sauren Gasen und giftigen chemischen Verbindungen. Rohöl enthalte neben Kohlenwasserstoffen auch Schwefel und Metalle, die in Raffinerien normalerweise entfernt werden. Werden Öldepots jedoch zerstört und entzündet, gelangen diese Stoffe ungefiltert in die Umwelt. Der Rauch solcher Brände sei deshalb besonders dicht und rußhaltig. "Rohöl – ebenso wie schwere Treibstoffe wie Diesel – verbrennt mit sehr rauchigen, rußreichen Flammen", sagt Andrea Sella.

Hinzu kommt, dass ein Teil des Öls nicht vollständig verbrennt, sondern als feine Tröpfchen in die Atmosphäre gelangt. "Erhebliche Mengen des Öls werden zu Aerosolen – winzigen Tröpfchen eines öligen Nebels, die über weite Gebiete verteilt werden", erklärt der Forscher. In diesem chemischen Gemisch befänden sich auch aromatische Verbindungen, "von denen bekannt ist, dass sie mit der DNA interagieren und mit Krebs in Verbindung gebracht werden."

"Schwarzer Regen" im Iran
Berichte aus Teheran sprechen zudem von "schwarzem Regen", der auf die Stadt fiel. Diese sauren, giftigen Niederschläge entstanden ebenfalls aufgrund von Ruß, Rauch, Ölpartikeln, Schwefelverbindungen und wahrscheinlich auch Schwermetallen, wie Atmosphärenforscher Akshay Deoras von der University of Reading erklärt. Gleichzeitig brachte ein Tiefdrucksystem Niederschläge in die Region. "Die Regentropfen wirkten wie kleine Schwämme oder Magnete, die beim Fallen alles einsammeln, was sich in der Luft befindet", sagt Deoras.

Wie stark die gesundheitlichen Folgen ausfallen, hängt stark davon ab, wie lange Menschen den Schadstoffen ausgesetzt sind. Kurzzeitige extreme Luftverschmutzung trifft vor allem Menschen mit Vorerkrankungen. Dazu zählen Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden oder Diabetes. Erfahrungen aus Waldbrandgebieten zeigen, dass solche Rauchereignisse zu mehr Notfallbehandlungen, Krankenhausaufnahmen und erhöhter Sterblichkeit führen können.

In Teheran kommt hinzu, dass die Luftqualität ohnehin zu den schlechtesten in der Region zählt. Die durchschnittliche Feinstaubbelastung liegt laut Studien bis zu viereinhalbmal über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Langjährige Belastung schwächt Atemwege und Herz-Kreislauf-System – und erhöht damit die Anfälligkeit für akute Schadstoffspitzen. Die geografische Lage der Stadt verschärft das Problem. Teheran liegt am südlichen Rand des Alborz-Gebirges in einer halb geschlossenen Beckenlage.


Dichte Rauchwolken am Sonntag über Teheran. Die ohnehin schlechte Luftqualität der Metropole hat sich in den letzten Tagen noch einmal dramatisch verschlechtert.
AFP/-

Hohe Berge begrenzen die Luftzirkulation, während Temperaturinversionen – besonders im Winter und frühen Frühjahr – Schadstoffe in Bodennähe einschließen. Nachts sinkt die Durchmischung der Luft zusätzlich, sodass sich Schadstoffe stark konzentrieren. Auch die dichte Bebauung trägt zur Belastung bei. Straßenschluchten zwischen Hochhäusern können Luftströmungen blockieren und Wirbel erzeugen, die Schadstoffe auf Fußgängerniveau festhalten. Selbst der Aufenthalt in Gebäuden schützt nur bedingt.

Längerfristige Folgen
Studien zeigen, dass Feinstaub aus der Außenluft in Teheraner Wohnungen leicht eindringen kann, weil viele Gebäude natürlich belüftet sind und relativ undicht gebaut wurden. Einmal eingedrungene Partikel lagern sich zudem auf Möbeln und Oberflächen ab und können noch Tage später aufgewirbelt werden. Laut Andrea Sella müsse man in jedem Fall "damit rechnen, dass Atemwegserkrankungen und andere gesundheitliche Probleme noch lange nachwirken".

Neben der Luftverschmutzung drohen aber auch Wasser- und Bodenprobleme. "Es besteht die Gefahr, dass auch Trinkwasservorräte verunreinigt werden", warnt der Chemiker. Berichten zufolge gelangten ausgelaufene Ölprodukte aus der Anlage Shahran in das städtische Kanalsystem und entzündeten sich dort. Da das Abwassersystem große Teile des Regen- und Schmelzwassers aus den umliegenden Bergen ableitet, könnten Schadstoffe weiter in Böden oder Gewässer transportiert werden – möglicherweise auch in landwirtschaftliche Flächen und flaches Grundwasser.

Für Millionen Bewohner bedeutet das nicht nur eine unmittelbare Gesundheitsgefahr, sondern möglicherweise auch langfristige ökologische Schäden, deren Ausmaß erst Jahre später sichtbar werden könnte.
(Klaus Taschwer, 10.3.2026)
Wie es zum "schwarzen Regen" über Teheran kam – und mit welchen Folgen
 

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#26
Krieg in Nahost
UNO: 100.000 Menschen im Libanon binnen eines Kriegstages vertrieben
Mehr als eine halbe Million Menschen wurden bisher vertrieben. Iranische Staatsmedien meldeten den Tod von vier iranischen Diplomaten. Die EU mobilisiert Hilfsgüter

Rauchwolken über Libanon nach einem Luftangriff.
EPA/WAEL HAMZEH

Genf/Linz – Im Libanon sind laut den Vereinten Nationen innerhalb eines Tages 100.000 weitere Menschen durch israelische Angriffe vertrieben worden. "Bis heute haben sich mehr als 667.000 Menschen im Libanon auf der Onlineplattform der (libanesischen) Regierung als vertrieben gemeldet", sagte die Libanon-Verantwortliche des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Karolina Lindholm Billing, am Dienstag in Genf vor Reportern.

Staatliche libanesische Medien meldeten indes einen israelischen Luftangriff in der Nähe der Stadt Tyrus im Südlibanon. Israel habe einen Luftangriff auf Al-Abbassiyah gestartet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Die israelische Armee hatte zuvor angekündigt, Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz in der Gegend anzugreifen und die Einwohner aufgefordert, die Stadt zu verlassen.

Iran meldet vier getötete Diplomaten
Iranische Staatsmedien meldeten am Nachmittag den Tod von vier iranischen Diplomaten im Libanon. Sie seien bei einem israelischen Angriff am Sonntag getötet worden, heißt es in den Berichten unter Berufung auf Irans UN-Botschafter Amir Saeid Irawani.

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar war auch der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon wieder eskaliert. Dabei wurden nach Angaben der libanesischen Behörden bisher mindestens 486 Menschen getötet und mehr als 1300 verletzt. Hilfsorganisationen im Libanon schlagen Alarm, was die humanitäre Lage betrifft.

EU engagiert sich
Die Europäische Union hat Lebensmittel, Winterkleidung und andere Hilfsgüter für die Menschen im Libanon mobilisiert. Verteilen sollen die Materialien das Welternährungsprogramm (WFP) und das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF, wie die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel bekannt gab. Aus dem EU-Lager in Kopenhagen sollen unter anderem medizinische Hilfsgüter für mehr als 100.000 Menschen in den Libanon geflogen werden. Das WFP soll Essen für knapp 90.000 Menschen verteilen. Nach Angaben der Kommission sind sogar mehr als 680.000 Menschen innerhalb der vergangenen Tage im Libanon vertrieben worden.

Der spanische Außenminister Jose Manuel Albares bezeichnete indes eine mögliche Bodenoffensive des israelischen Militärs im Libanon als "gewaltigen Fehler". Zugleich forderte er die Hisbollah-Miliz auf, ihre Raketenangriffe auf Israel einzustellen. Zudem kündigte Albares an, dass Spanien humanitäre Hilfe im Wert von neun Millionen Euro in die libanesische Hauptstadt Beirut schicken werde.

Aufruf von Hilfsorganisation
Ebenfalls am Dienstag meldete sich die Linzer Initiative Christlicher Orient (ICO) mit einem dringlichen Spendenaufruf zu Wort. Das Hilfswerk ist seit vielen Jahren im Libanon aktiv. Bereits während des Gaza-Kriegs 2024 hat die ICO über ihre lokalen Partner zahlreiche Vertriebene unterstützt "und das wollen, ja müssen wir jetzt auch wieder tun", so ICO-Obmann Slawomir Dadas gegenüber Kathpress. So sollen etwa Bewohner von Massenquartieren mit warmen Mahlzeiten, andere mit Lebensmittel und Hygiene-Artikeln versorgt werden. Der libanesische Staat sei mit der Versorgung der Hunderttausenden Vertriebenen überfordert. Insofern komme den Hilfsorganisationen im Land große Bedeutung zu, betonte Dadas.

Auch Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser zeigte sich angesichts einer "eklatanten Lücke in der öffentliche Aufmerksamkeit" besorgt. "Die Menschen im Libanon brauchen jetzt vor allem Schutz, Sicherheit und konkrete humanitäre Unterstützung. Viele Familien haben innerhalb kürzester Zeit alles verloren und wissen nicht, wohin sie gehen sollen. Die internationale Gemeinschaft darf sie in dieser Situation nicht alleinlassen", appellierte die Leiterin des evangelische Hilfswerks.
(APA, 10.3.2026)

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#27
Straße von Hormus zunehmend Kampfplatz
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Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran hat dieser die Straße von Hormus de facto blockiert. Täglich werden Öltanker und Frachtschiffe von iranischen Drohnen getroffen. Außerdem soll der Iran Berichten zufolge Seeminen in der Meerenge platziert haben. Die USA meldeten, mehr als ein Dutzend iranische Boote zum Verlegen von Seeminen versenkt zu haben. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels geht in Friedenszeiten durch die Straße von Hormus.
Online seit heute, 13.59 Uhr (Update: 15.27 Uhr)
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Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe, darunter 16 Minenleger, nahe der Straße von Hormus zerstört. Zudem veröffentlichte es Videomaterial, das einige der Angriffe zeigen soll.

US-Präsident Donald Trump hatte den Iran zuvor davor gewarnt, die Straße von Hormus zu verminen. „Sollten aus irgendeinem Grund Minen gelegt worden sein und diese nicht umgehend entfernt werden, werden die militärischen Konsequenzen für den Iran ein Ausmaß erreichen, wie es noch nie zuvor zu sehen war“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

APA/AFP/US Central Command (CENTCOM)USA zeigen Videobilder eines Raketeneinschlags auf einem iranischen Kriegsschiff
Der US-Sender CNN hatte zuvor berichtet, der Iran habe in den vergangenen Tagen rund ein Dutzend Minen in der Meerenge platziert. Ein Großteil der Minenleger der iranischen Revolutionsgarde sei noch intakt. Der Sender CBS schätzte zudem, dass der Iran bis zu 6.000 Seeminen besitzt, aus eigener Produktion, aus China sowie aus Russland.

Iran: Schiffe brauchen Durchfahrtsgenehmigung
Der Iran will Schiffe nur dann passieren lassen, wenn sie dafür die Genehmigung Teherans erhalten haben. Jedes Schiff müsse vor dem Passieren der Meerenge „die Genehmigung des Iran einholen“, erklärte am Mittwoch der Marinekommandant der iranischen Revolutionsgarde, Aliresa Tangsiri, im Onlinedienst X.

Ein Militärsprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija, das in Kriegszeiten das Kommando übernimmt, erklärte ferner, bis zum Ende des Krieges keine Ölexporte aus der Region an Verbündete der USA und Israels zu erlauben: „Wir werden nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite oder deren Partner exportiert wird.“

„Eure lebenswichtigen Zentren und Stützpunkte werden einer nach dem anderen in dem Feuer brennen, das ihr entfacht habt“, drohte der Militärsprecher, „und sie werden wieder und wieder brennen.“ An die USA gerichtet sagte der Militärsprecher: „Ihr solltet wissen, dass ihr den Öl- und Energiepreis nicht künstlich niedrig halten könnt. (…) Rechnet mit einem Preis von 200 Dollar pro Barrel, denn der Ölpreis hängt von der Sicherheit der Region ab – und ihr seid die Quelle dieser Unsicherheit.“

„Geschoße“ treffen Schiffe
Im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman gerieten auch am Mittwoch Schiffe unter Beschuss. Ein „unbekanntes Geschoß“ habe ein Frachtschiff in der Meerenge getroffen und einen Brand ausgelöst, meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO), ein weiteres im Persischen Golf vor der Küste Dubais.

Beide Schiffe hätten zuvor „die Warnungen der Marine der Revolutionsgarde ignoriert“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur ISNA eine Erklärung der Revolutionsgarde. Eines der getroffenen Schiffe war demnach unter der Flagge von Liberia unterwegs. Bei dem zweiten Schiff habe es sich um einen Frachter aus Thailand gehandelt. Die UKMTO hatte zuvor den Beschuss von einem dritten Schiff gemeldet.

Verwundbare Stelle für USA
Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn vor anderthalb Wochen zum Erliegen gebracht. Trump hatte zwar angeboten, Tanker von der US-Marine durch die Straße von Hormus eskortieren zu lassen. Sogleich sank der Ölpreis für die Nordsee-Sorte Brent unter 80 Dollar pro Barrel, nachdem er in den vergangenen Tagen auf bis zu 120 Dollar gestiegen war. Auch die Aktienkurse gingen nach oben.

Allerdings korrigierte US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt, dass es bisher kein Geleit von Schiffen gegeben habe. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hält das US-Militär solche Eskorten derzeit für zu riskant. Die Marine habe nahezu täglich entsprechende Anfragen aus der Schifffahrtsbranche erhalten, diese aber abgelehnt, berichtete Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Grafik: APA/ORF; Quelle: ISW/IMF, Port Watch

Die Straße von Hormus ist wohl einer der entscheidenden Kampfplätze. Dort sind die USA verwundbar. Denn auch Autofahrer in den USA bekommen die Auswirkungen der steigenden Ölpreise zu spüren. Seit Kriegsbeginn kletterten die Preise für bleifreies Benzin bis Dienstag um 55 Cent auf rund 3,54 US-Dollar pro Gallone (3,785 Liter), wie der US-Automobilverband AAA auf Anfrage mitteilte. Das entspricht einem Anstieg von fast 19 Prozent.

IEA gibt Rekordmenge aus Ölreserven frei
Die Schließung der Meerenge hat die Öl- und Gasmärkte aus dem Gleichgewicht gebracht. Das irakische Ölministerium erklärte am Dienstag, es werde die Produktion auf einem wichtigen Ölfeld wegen der Störungen in der Meerenge einstellen. Bereits zuvor hatten Golfstaaten ihre Produktion gedrosselt.

Wegen der angespannten Versorgung beschloss die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch die Freigabe von bis zu 400 Mio. Barrel Erdöl und Ölprodukten aus nationalen Sicherheitsreserven. Es handle sich um die größte Freigabe von Ölreserven in der Geschichte der Organisation, teilte die IEA mit. Die 32 Mitgliedsstaaten – darunter auch Österreich – stimmten dem Schritt einstimmig zu.

Grafik: APA/ORF; Quelle: ISW/IMF, Port Watch
Die westlichen Volkswirtschaften koordinieren ihre strategischen Ölvorräte über die in Paris ansässige IEA, die nach der Ölkrise in den 1970er Jahren gegründet wurde. Die bisher größte koordinierte Freigabe von insgesamt knapp 183 Mio. Barrel erfolgte 2022 in zwei Wellen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Die zweite und größere Freigabe im April 2022 war mit rund 120 Mio. Barrel die größte Einzelaktion in der IEA-Geschichte.
11.03.2026, satt, ORF.at/Agenturen

Iran-Krieg: Straße von Hormus zunehmend Kampfplatz
 

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#28
Iran-Krieg
Die zentrale Rolle der Insel Charg
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90 Prozent der Rohölexporte des Iran laufen über die kleine Insel Charg im Persischen Golf – von den Angriffen der USA und Israel blieb das riesige Ölterminal dort aber bisher verschont. Spekulationen, dass die USA einen Angriff oder eine Eroberung in Erwägung ziehen, stehen im Raum. Experten schätzen ein derartiges Manöver als hochriskant ein – für den weiteren Kriegsverlauf als auch für die Weltwirtschaft.
Online seit gestern 11.03.2026, 23.17 Uhr (Update: heute, 11.52 Uhr)
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Die Gewässer rund um die iranische Küste sind flach und deshalb für große Öltanker nicht befahrbar. Das für den Export bestimmte Rohöl gelangt per Unterwasserpipelines auf die etwa 25 Kilometer vorgelagerte Insel, wo es in den drei Ölterminals verarbeitet wird, bevor es über die Straße von Hormus verschifft wird.

Laut einem Bericht von S&P Global Commodity Insights aus dem Jahr 2024 fassen die Öltanks auf Charg etwa 28 Millionen Fass Rohöl. Dutzende von Lagertanks, lange Stege, die sich in tiefes Wasser erstrecken, um Supertanker auf beiden Seiten zu beladen, und eine Landebahn bieten ein exponiertes Ziel für Luftschläge.

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Schon die Berichte über Explosionen nahe der Insel hatten Ende Februar Sorge auf den Ölmärkten ausgelöst. Schätzungen des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington zufolge könnte ein Angriff auf die Insel oder eine Unterbrechung der Ölexporte die Preise um rund 100 Dollar pro Barrel nach oben treiben.

Ölterminal auf Charg laut Berichten in Normalbetrieb
Trotz der anhaltenden Angriffe der USA und Israels auf andere Ziele im Iran, etwa auch auf die wichtigsten Treibstoffdepots in Teheran am Sonntag, scheint Charg bisher voll funktionstüchtig. Daten von Tanker-Tracking-Plattformen würden darauf hindeuten, dass in der vergangenen Woche mehrere riesige Tankschiffe dort geladen hätten, berichtete die „Financial Times“.

Die Offensive auf den Iran verlief laut der Zeitung bisher geografisch aufgeteilt. Israelische Jets zielten auf den westlichen und zentralen Iran ab, während die US-Streitkräfte für die Südflanke und die Hoheitsgewässer der Islamischen Republik verantwortlich seien – und damit auch für die Insel Charg.

Hohes Risiko für Gegenschläge
Die Bedeutung der Insel für den Iran könne man gar nicht hoch genug einschätzen, zitierte die „Financial Times“ den Iran-Experten Richard Nephew vom Center on Global Energy Policy an der Columbia University. Sowohl die USA als auch Israel seien sich aber bewusst, dass man mit einem Angriff auf Charg ein hohes Risiko eingehe.

Der Ölpreis könnte damit weiter steigen, und der Iran könnte im Gegenzug Angriffe auf die Ölinfrastruktur der Golfstaaten noch deutlich ausweiten. Zudem würde – im Falle eines Regimewechsels – eine Nachfolgeregierung des Iran extrem geschwächt.

Ähnlich äußerte sich Michael Doran, ehemaliger US-Beamter und nun Professor am Hudson Institute in New York. Aktuelle Angriffe würden das iranische Regime wirtschaftlich treffen – aber auch jeder nachfolgenden Regierung schaden. „Die US-Regierung will die Grundlage für eine iranische Nachkriegswirtschaft nicht zerstören“, so Doran. Abgesehen davon würde das Weiße Haus auch einen weiteren Anstieg des Ölpreises fürchten – und auch Israel könne sich nicht erlauben, die rote Linie der USA zu überschreiten.

Wenig Informationen über US-Strategie
Spekuliert wird auch, dass Trump versuchen könnte, Charg mit Bodentruppen unter US-Kontrolle zu bekommen, um damit einen PR-Sieg für sich zu verbuchen. „Wenn Präsident Trump beschließen würde, diese zentrale Drehscheibe zu erobern, würde das dem iranischen Regime einen erheblichen Schlag versetzen“, zitierte CNBC Tamas Varga, einen Analysten des Ölproduktebrokers PVM. Eine eventuelle US-Besetzung der Insel würde allerdings „eine bereits komplexe Situation weiter erschweren“.

Die US-Regierung zeigte sich im Bezug auf den Einsatz von Bodentruppen bisher zurückhaltend. Der israelische Oppositionsführer Yair Lapid rief allerdings dazu auf, die Insel gezielt anzugreifen. Auf der Plattform X schrieb er: „Israel sollte alle iranischen Ölfelder und die Energieindustrie auf der Insel Charg zerstören. Das wird zum Zusammenbruch der iranischen Wirtschaft und zum Sturz des Regimes führen.“
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baker Kalibaf drohte am Donnerstag im Fall eines Angriffs auf diese strategisch wichtige Inseln mit Vergeltung. Jede US-Aggression gegen iranische Inseln werde die Führung in Teheran dazu veranlassen, „jegliche Zurückhaltung aufzugeben“.
12.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Iran-Krieg: Die zentrale Rolle der Insel Charg
 

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#29
Libanon
Israel intensiviert Angriffe auf Hisbollah
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Israels Militär bereitet sich laut Generalstabschef Ejal Samir auf eine längere militärische Auseinandersetzung mit der libanesischen Hisbollah-Miliz vor. Am Donnerstag überzog die Armee Beirut erneut mit heftigen Angriffen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor die Ausweitung des Einsatzes verkündet. Zudem drohte er der libanesischen Regierung, sollte diese die Angriffe der Hisbollah nicht unterbinden. Das Staatsfernsehen im Iran verlas indes die erste Botschaft des neuen obersten geistlichen Führers Modschtaba Chamenei.
Online seit gestern 12.03.2026, 20.27 Uhr (Update: gestern, 21.18 Uhr)
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„Dieser Einsatz wird nicht kurz sein“, sagte Samir nach einer Lageeinschätzung im Norden Israels. Er kündigte zudem an, zusätzliche Truppen an die israelisch-libanesische Grenze zu verlegen. Samir betonte, die Hisbollah habe mit ihren Angriffen auf israelische Ziele einen schweren Fehler begangen und werde „weiterhin einen hohen Preis dafür zahlen“. Die libanesische Regierung setze ihre Autorität innerhalb ihres Territoriums nicht durch – „deshalb werden wir es tun“, erklärte Samir weiter.

Verteidigungsminister Katz hatte sich erst kürzlich ähnlich geäußert und dem Libanon mit der Ausweitung des Einsatzes sowie mit der Einnahme von Gebieten gedroht. Sollte die Regierung in Beirut nicht in der Lage sein, die proiranische Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Orte zu feuern, werde Israels Armee „das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen“, sagte Katz.

AP/Hussein Malla
Israel geht verstärkt gegen die Hisbollah im Libanon vor

Bei den israelischen Angriffen auf die Hisbollah wurde ein Gebäude in der Nähe des Regierungssitzes in Beirut getroffen. Außerdem wurden bei einer Drohnenattacke auf die Libanesische Universität am Standort im Süden Beiruts zwei Beschäftigte getötet, wie die libanesische Nachrichtenagentur ANI meldete. Der Campus liegt am Rand der südlichen Vororte Beiruts. Das Gebiet gilt als Hochburg der Hisbollah. Am Nachmittag griff die israelische Armee auch mitten im Zentrum von Beirut an. Es war der erste Angriff auf die Innenstadt von Beirut mitten am Tage seit Beginn des Iran-Krieges.

Neue Evakuierungsaufrufe für Südlibanon
Die Armee erließ am Donnerstag zudem neue Evakuierungsbefehle für den Südlibanon. Dort befinden sich viele Einrichtungen der Hisbollah. Damit sind nun zehn Prozent des libanesischen Staatsgebiets davon betroffen.

In der Nacht auf Donnerstag hatte die Hisbollah den Norden von Israel laut Armee mit 200 Raketen und 20 Drohnen angegriffen. Auch aus dem Iran seien mehrere Raketen auf Israel abgefeuert worden. Nach Angaben der libanesischen Regierung wurden bei israelischen Angriffen bisher fast 700 Menschen getötet. Mehr als 800.000 Menschen wurden durch die Angriffe und Evakuierungsanordnungen des israelischen Militärs aus ihren Häusern vertrieben.

Netanjahu: „Iran nicht mehr derselbe“
Auch der Iran wurde am Donnerstag weiter von Israel angegriffen. Verstärkt wurde die Basidsch-Miliz in Teheran ins Visier genommen, diese ist organisatorisch mit der Revolutionsgarde verknüpft. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zufolge ist der Iran nach fast zwei Wochen gemeinsamer US-israelischer Angriffe „nicht mehr derselbe“. Die Revolutionsgarde und Basidsch-Kräfte hätten schwere Schläge erlitten, sagte Netanjahu bei seiner ersten Pressekonferenz seit Kriegsbeginn.

Er spreche fast täglich mit US-Präsident Donald Trump. Man wolle den Iran daran hindern, Atom- und Raketenprojekte unter die Erde zu verlegen. Israel könne Bedingungen für einen Regimewechsel schaffen, aber das iranische Volk müsse auf die Straße gehen. Auf die Frage nach dem neuen geistlichen Oberhaupt Modschtaba Chamenei und Hisbollah-Chef Naim Kassem sagte Netanjahu: „Ich würde keine Lebensversicherung für diese Führer abschließen.“

Erste öffentliche Botschaft Chameneis
Indes wandte sich das neue iranische Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei erstmals an die Öffentlichkeit. Er selbst war weder zu hören noch zu sehen, stattdessen wurde seine Botschaft im Staatsfernsehen verlesen. Dabei schwor der Religionsführer Rache für die Kriegsopfer und kündigte Vergeltung an. Die USA forderte er auf, alle US-Basen in der Region zu schließen. Die Straße von Hormus soll als „Druckmittel“ weiterhin blockiert werden. Die iranische Bevölkerung rief er zur Einheit auf.

Seit seiner Ernennung zum obersten Führer hat sich Chamenei nicht öffentlich gezeigt. Ohnehin mied der Sohn des getöteten Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei seit Jahren die Öffentlichkeit. Er überlebte die Bombardierungen im Herzen der Millionenmetropole zu Kriegsbeginn, dürfte dabei jedoch verletzt worden sein. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete ihn als „Kriegsversehrten“, nannte aber keine weiteren Details.

Iran warnt vor Angriffen auf Energiesektor und Häfen
Die für die Schifffahrt wichtige Meerenge wird der iranischen Revolutionsgarde zufolge geschlossen gehalten. „Wir werden dem Aggressor-Feind die schwersten Schläge zufügen, indem wir die Strategie der Schließung der Straße von Hormus beibehalten“, erklärte der Kommandant der Marineeinheit der Revolutionsgarde auf der Onlineplattform X nach Chameneis Stellungnahme.

Zudem warnte die Revolutionsgarde vor Angriffen auf den Energiesektor und die Häfen des Landes. Der Iran werde im Fall des geringsten Angriffes die Öl- und Gasvorkommen der Region, an denen die Vereinigten Staaten und ihre westlichen Verbündeten ein berechtigtes Interesse haben, in Brand setzen und zerstören, hieß es laut Nachrichtenagentur Tasnim.

Das iranische Außenministerium teilte indes via Nachrichtenagentur Mehr mit, viele Schiffe könnten die Meerenge weiterhin passieren – sofern sie sich mit der iranischen Marine abstimmten.

IEA: Ölmarkt so stark gestört wie nie zuvor
Die Ankündigung für die weitere Blockade sind jedenfalls erneut schlechte Nachrichten für den internationalen Ölmarkt. Dieser sei laut Internationaler Energieagentur (IEA) so stark gestört wie nie zuvor. Die Ölproduktion in der Golfregion sei um zehn Millionen Barrel pro Tag geschrumpft. Vor Beginn des Iran-Krieges wurden über die Straße von Hormus täglich etwa 20 Millionen Barrel pro Tag transportiert.


Grafik: APA/ORF; Quelle: ourworldindata.org/Energy Institute

Die IEA hatte am Mittwoch bekanntgegeben, zur Stabilisierung der Märkte eine Rekordmenge an strategischen Ölreserven von 400 Millionen Barrel Rohöl freizugeben. Das könnte laut IEA reichen, um für 20 Tage den Ausfall von Lieferungen über die Straße von Hormus auszugleichen. Der Ölpreis war am Donnerstag wieder angestiegen.

Weiter iranische Angriffe auf Golfstaaten
Mit seinen intensivierten Angriffen auf die Energiewirtschaft in der Golfregion versucht der Iran, die Kosten des Krieges in die Höhe zu treiben. In der Nacht auf Donnerstag wurden mutmaßlich durch iranische Drohnen ein Treibstofflager in Bahrain und Treibstofftanks in Oman in Brand gesetzt.

Im Visier iranischer Angriffe sind auch Öltanker und Frachter in der Region. Der UNO-Sicherheitsrat forderte in einer Resolution vom Mittwoch ein Ende der iranischen Angriffe auf die umliegenden Golfstaaten. Am Donnerstag meldeten mehrere Golfstaaten zudem, dass mehrere Drohnen abgewehrt worden seien.
13.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Libanon: Israel intensiviert Angriffe auf Hisbollah
 

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#30
Iran will Druck auf Ölsektor erhöhen
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Fast zwei Wochen nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran steht fest, dass der Iran durch seinen Einfluss auf die globale Ölversorgung ein mächtiges Faustpfand in der Hand hat. Teheran intensiviert nun seine Drohungen: Die Revolutionsgarde hält an ihrer Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf fest, zudem stellte das Land weitreichende Attacken auf Ölanlagen im Golf in Aussicht. In einer Reaktion erlaubten die USA am Donnerstag (Ortszeit) vorübergehend wieder den Verkauf von russischem Öl.
Online seit heute, 7.39 Uhr (Update: 8.49 Uhr)
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Angesichts der infolge des Iran-Krieges stark gestiegenen Energiepreise erteilte das US-Finanzministerium eine entsprechende Lizenz. Diese erlaubt den Verkauf von russischem Rohöl und russischen Erdölprodukten, die vor dem 12. März um 0.01 Uhr auf Schiffe verladen wurden. Der Erlass gilt bis zum 11. April. Diese Ausnahmegenehmigung für den Kauf von sanktioniertem russischem Öl betrifft nach Angaben aus Moskau 100 Millionen Barrel.

Am Mittwoch hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron noch erklärt, die G-7-Staaten, denen die USA angehören, hätten eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland ausgeschlossen. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag erklärt, einige Ölsanktionen aussetzen zu wollen. Er soll in der Folge mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert haben.

US-Finanzminister Scott Bessent sagte, die Genehmigung solle „die globale Reichweite des bestehenden Vorrats erhöhen“. Die Maßnahme sei „eng gefasst“ und „kurzfristig“. Sie werde der russischen Regierung keinen „signifikanten finanziellen Vorteil verschaffen, da der Großteil ihrer Energieeinnahmen aus Steuern stammt, die am Förderort erhoben werden“. Russland teilte mit, man halte eine weitere Lockerung der Sanktionen für unvermeidlich.

Iran will Seestraße weiter blockieren
Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar wurde die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, vom iranischen Militär de facto gesperrt. Das ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen. Der Iran will an der Blockade festhalten. Die Kommandozentrale der Revolutionsgarde erklärte laut der ihr nahestehenden Nachrichtenagentur Fars am Donnerstag, dass sie einer Anweisung des neuen obersten Führers des Landes, Modschtaba Chamenei, folge.

CNN berichtete unterdessen am Freitag, dass die US-Regierung die Bereitschaft des Iran zu einer Sperre der Straße von Hormus stark unterschätzt habe. Man habe die potenziellen Konsequenzen dieses „Worst Case“-Szenarios im Weißen Haus und im Pentagon „nicht voll erfasst“, so CNN unter Berufung auf Insider.

USA für Tankereskorte „noch nicht bereit“
Nun gibt es Pläne, dass Öltanker durch die Meerenge eskortiert werden könnten. Doch die USA sind nach Angaben von Energieminister Chris Wright noch nicht in der Lage dazu: „Wir sind einfach noch nicht bereit.“ Alle militärischen Ressourcen der USA seien aktuell darauf ausgerichtet, die offensiven Fähigkeiten des Iran zu zerstören.

Er halte es aber für wahrscheinlich, dass die US-Marine bis Ende des Monats einige Schiffe eskortieren könne, sagte Wright. US-Finanzminister Bessent sagte dem Sender Sky News, er sei überzeugt, dass sie das bald ermöglichen werde, „vielleicht zusammen mit einer internationalen Koalition“. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass der Iran die Straße von Hormus vermint haben könnte.

Golfstaaten weiter im Visier
Die Ölpreise sind infolge des Krieges stark gestiegen, noch zeichnet sich keine Entspannung ab. Die USA, Deutschland und andere Nationen wollen mit Ölreserven in Rekordmenge gegensteuern. Die iranische Revolutionsgarde warnte derweil ihre Gegner vor Angriffen auf den iranischen Energiesektor und Häfen. Der Iran werde im Fall des geringsten Angriffes die Öl- und Gasvorkommen der Region in Brand setzen und zerstören, erklärte die Kommandozentrale der Garde laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.

Gleichzeitig drohte der Iran mit einer Ausweitung von Angriffen auf Energieinfrastruktur in den Golfstaaten. Erste realisierte Angriffe richteten sich gegen Ziele in Bahrain, Saudi-Arabien und Oman. Bei Attacken auf zwei Öltanker vor der Küste des Irak wurde nach Angaben der irakischen Hafenbehörde ein Besatzungsmitglied getötet.
In Oman starben bei einem Drohnenangriff am Freitag zwei Menschen. Auch in Dubai wurde am Freitag ein neuer Angriff abgefangen. Dabei wurde eine Fassade beschädigt. Die saudi-arabische Armee teilte zudem am Freitag mit, sie habe „zwölf Drohnen abgefangen und zerstört“. In Israel gab es in dem Ort Sarsir einen iranischen Raketenangriff mit fast 60 Verletzten.
Neue Angriffe auf Iran und Libanon
Die israelische Armee startete indes nach eigenen Angaben eine neue Welle von Angriffen auf die iranische Hauptstadt Teheran. Bei den Luftangriffen werde die Infrastruktur „des iranischen Terrorregimes in Teheran“ ins Visier genommen.
Zudem weitete Israel seine Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut aus. Eine Drohne habe ein Wohnhaus im Stadtteil Burdsch Hammud getroffen, meldeten libanesische Medien. Es ist der erste Angriff auf den Bezirk am nördlichen Stadtrand der Hauptstadt. Auch die Srarija-Brücke über den Litani-Fluss wurde bombardiert. Diese sei ein wichtiger Übergang für die Hisbollah. Bereits am Donnerstag hatte Israel „mehrere Wellen von Angriffen“ in der libanesischen Hauptstadt gemeldet.
USA melden „Verlust“ von Tankflugzeug
Die US-Streitkräfte meldeten unterdessen nach eigenen Angaben den „Verlust“ eines Tankflugzeugs vom Typ KC-135 im Irak. Der Vorfall sei aber weder auf feindlichen Beschuss noch auf Beschuss von Verbündeten zurückzuführen, teilte das US-Kommando Centcom ohne nähere Details mit.
Eine vom Iran unterstützte Miliz reklamierte den Absturz allerdings für sich. Der Islamische Widerstand im Irak, eine Dachorganisation bewaffneter Gruppen, teilte mit, der Abschuss sei „zur Verteidigung der Souveränität und des Luftraums unseres Landes“ erfolgt.
Französischer Soldat im Irak gestorben
Ebenfalls im Irak starb indes ein französischer Soldat bei einem Drohnenangriff. Weitere Militärangehörige wurden bei dem Angriff in der Region Erbil verletzt, wie Macron mitteilte. Die Soldaten seien an Ausbildungsmaßnahmen zur Terrorismusbekämpfung mit irakischen Partnern beteiligt gewesen. Wer hinter dem Angriff steckte, ist noch unklar.
Macron bezeichnete den Angriff auf die seit 2015 im Anti-Terror-Kampf im Irak stationierten französischen Truppen als inakzeptabel. Ihre Präsenz im Irak erfolge ausschließlich im Rahmen der Terrorismusbekämpfung. Der Krieg im Iran könne solche Angriffe nicht rechtfertigen.
13.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Nahost: Iran will Druck auf Ölsektor erhöhen
 

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#31
USA greifen Ölexportinsel Charg an
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Die für die iranische Ölindustrie wichtige Insel Charg ist von den USA angegriffen worden. Das gab US-Präsident Donald Trump am Freitag in seinem sozialen Netzwerk Truth Social bekannt. Attackiert wurden Militäranlagen, laut Trump jedoch nicht die Ölinfrastruktur. Der Iran warnte am Samstag vor Angriffen auf die Energieinfrastruktur und drohte mit Gegenschlägen.
Online seit heute, 7.49 Uhr (Update: 10.01 Uhr)
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Laut dem US-Präsidenten griffen die USA „jedes militärische Ziel“ auf der Insel an. Die Ölinfrastruktur wurde „aus Gründen des Anstands“ nicht ausgelöscht, so Trump in seinem Posting. Von der Insel Charg exportiert der Iran 90 Prozent seines Rohöls.

Sollte der Iran oder jemand anderer jedoch die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus behindern, werde er diese Entscheidung „sofort überdenken“. Der Iran blockiert die für den globalen Ölexport wichtige Meerenge, der Schiffsverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen.

Reuters/Benoit Tessier (Archivbild)
Tanker sollen „bald“ durch die Straße von Hormus eskortiert werden, so Trump

Trump kündigte zudem erneut an, dass US-Kriegsschiffe in Kürze Tanker durch die wichtige Meerenge begleiten werden. Die Eskorte der US-Marine werde „bald“ beginnen, sagte Trump zu Journalisten und Journalistinnen. Einen genauen Zeitpunkt nannte der US-Präsident allerdings nicht.

Iran meldet keine Schäden an Ölinfrastruktur
Die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Fars berichtete zudem, dass insgesamt 15 Explosionen auf Charg zu hören waren. Die Angriffe konzentrierten sich auf die Luftabwehr, eine Marinebasis sowie einen Flughafentower und einen Hangar für Hubschrauber. Ölinfrastruktur wurde nicht getroffen, so Staatsmedien.

Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte warnte nach Angaben des regierungstreuen Senders Press TV, dass im Falle eines Angriffs der USA auf die Öl-, Wirtschafts- oder Energieinfrastruktur des Landes „alle entsprechenden US-Einrichtungen in der Region zerstört werden“. Die „gesamte regionale Öl- und Gasinfrastruktur, an der die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten ein Interesse haben“, werde in dem Fall in „in Brand gesteckt und zerstört“, warnte auch die Nachrichtenagentur Fars.

Der Parlamentspräsident des Iran hatte schon vor zwei Tagen die USA und Israel vor einem Angriff auf Inseln im Persischen Golf gewarnt. „Jede Aggression gegen den Boden der iranischen Inseln wird alle Zurückhaltung zunichtemachen“, schrieb Mohammed Baker Kalibaf auf der Plattform X. „Wir werden den Persischen Golf mit dem Blut der Invasoren tränken“, so der frühere General weiter.

Berichte: Pentagon schickt Verstärkung nach Nahost
Das Pentagon schickt Medienberichten zufolge weitere Kriegsschiffe und Marineinfanteristen in den Nahen Osten. Die bereits in der Region eingesetzten US-Streitkräfte erhielten Verstärkung durch Tausende Infanteristen, mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen ranghohen US-Beamten. Die Infanteristen wären dem Bericht zufolge in der Lage – falls gewollt – auch Bodeneinsätze durchzuführen.

Explosionen in Bagdad, Evakuierungen in Doha
Am Samstag wurde die US-Botschaft in Bagdad bei einem Angriff getroffen. Das bestätigten zwei Sicherheitsvertreter. Einer von ihnen sagte, eine Drohne habe die Botschaft getroffen, der andere sprach von einem Projektil. Mutmaßlich sei eine Rakete auf den Botschaftskomplex gefallen. Die US-Botschaft in Bagdad wurde damit zum zweiten Mal seit dem Beginn des Iran-Krieges vor zwei Wochen zum Ziel.

Die Attacke erfolgte kurz nach Angriffen in Bagdad, bei denen zwei Kämpfer einer einflussreichen proiranischen Gruppe getötet wurden. Bei einem der Angriffe auf ein von den Hisbollah-Brigaden genutztes Haus soll ein Mensch getötet worden sein, hieß es aus Sicherheitskreisen. Zwei Stunden später wurde bei einem weiteren Angriff auf ein Auto ein Mitglied der Hasched-al-Schaabi-Miliz getötet. Die Miliz ist ein vom Iran unterstütztes Netzwerk ehemaliger Paramilitärs, die jetzt der regulären irakischen Armee angehören.

AP/Ali Jabar
Über der US-Botschaft in Bagdad war Rauch zu sehen

In Katars Hauptstadt Doha wurden angesichts der anhaltenden iranischen Angriffe „mehrere wichtige Gebiete evakuiert, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, bis die Gefahr vorüber ist“, erklärte unterdessen Katars Innenministerium.

Iran greift Israel an, israelischer Angriff auf Südlibanon
Der Iran griff Israel zudem mit ballistischen Raketen an, dabei wurde aber nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom ersten Erkenntnissen zufolge niemand verletzt. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben Hinweise auf Trümmerteile, die im Süden Israels gelandet seien.

Im Südlibanon starben bei einem israelischen Angriff auf ein Gesundheitszentrum nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens zwölf medizinische Mitarbeiter. Es wird noch nach Vermissten gesucht, die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen. Bereits am Donnerstag tötete die israelische Armee nach eigenen Angaben ein Mitglied der proiranischen Hisbollah-Miliz, wie sie Freitagabend bekanntgab.

Ölpreis bleibt hoch
Trotz der gelockerten Sanktionen für russisches Erdöl bleiben die Ölpreise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Die Maßnahme der USA löste bei europäischen Partnern Kritik aus – und sorgte am Ölmarkt für keine Entspannung. Im Gegenzug ließen Äußerungen aus den USA und dem Iran die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende schwinden.

Samstagfrüh kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai rund 103 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vortag. Zum Vergleich: Vor Kriegsbeginn lag der Preis noch bei rund 73 Dollar. Die Marke von 100 Dollar pro Barrel hatten die Ölpreise zuletzt im Sommer 2022 geknackt.
14.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Iran-Krieg: USA greifen Ölexportinsel Charg an
 

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#32
Israel
„Begrenzte“ Bodenoffensive im Südlibanon
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Das israelische Militär hat am Montag nach eigenen Angaben eine „begrenzte“ Bodenoffensive im Süden des Libanon begonnen. Schon in den vergangenen Tagen hatte Israels Armee den Schritt vorbereitet. Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals Axios will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Schiitenmiliz Hisbollah zu zerschlagen.
Online seit heute, 8.29 Uhr
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Der Bodeneinsatz sei „begrenzt und gezielt“ gegen die Hisbollah-Miliz im Südlibanon gerichtet, sagte die israelische Armee am Montag. In den vergangenen Tagen hätten Truppen der 91. Division den Bodeneinsatz „gegen wichtige Stellungen der Hisbollah im Südlibanon eingeleitet, um den Vorwärtsverteidigungsbereich zu stärken“, hieß es.

Zum „Aufbau und zur Stärkung einer vorwärtsgerichteten Verteidigungsposition“ gehörten „auch die Zerschlagung terroristischer Infrastruktureinrichtungen und die Ausschaltung der in diesem Gebiet operierenden Terroristen“, um „Bedrohungen zu beseitigen und den Bewohnern Nordisraels zusätzliche Sicherheit zu bieten“, so die Erklärung.

Schon kurz nach Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran weitete Israel seine Militäroffensive auf den Libanon aus. Erste israelische Soldaten waren bereits vor zwei Wochen in die Grenzregionen im Süden vorgerückt.

Entwaffnung als Bedingung
Laut Axios will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah, die von mehreren Ländern wie den USA und einigen europäischen Staaten als Terrororganisation eingestuft wird, zu zerschlagen.

APA/AFP/Odd AndersenI
sraelische Panzer an der Grenze zum Libanon

Israel macht die komplette Entwaffnung der Miliz zur Bedingung für ein Ende seiner Angriffe auf Stützpunkte der mit dem Iran verbündeten Hisbollah. Erst am Donnerstag hatte der israelische Generalstabschef Ejal Samir mitgeteilt, dass sich das Militär auf eine längere militärische Auseinandersetzung mit der Hisbollah vorbereite.

Raketen auf Israel
Das israelische Außenministerium teilte am Sonntag mit, dass es in den kommenden Tagen keine direkten Gespräche mit der libanesischen Regierung plane. Vielmehr wurde an den Libanon appelliert, die Hisbollah von Angriffen auf Israel abzuhalten.
Die Hisbollah begann schon kurz nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran damit, Raketen auf Israel zu schießen. Am Wochenende lieferte die Miliz israelischen Truppen Kämpfe in mehreren Grenzdörfern. Nach Angaben des israelischen Nachrichtenportals Ynet wurden aus dem Libanon etliche Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Auch aus dem Iran wurden am Wochenende Raketen auf Israel abgeschossen. Medienberichten zufolge gab es im Großraum Tel Aviv mehrere Einschläge.

Mehrere Angriffe auf Golfstaaten
Der Krieg setzte sich in der neuen Woche auch in mehreren Golfstaaten fort. Saudi-Arabien meldete am Montag, dass im Osten mehr als 60 Drohnen abgefangen wurden. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) werteten die anhaltenden iranischen Angriffe als gefährliche Eskalation.

Angriffe gab es Montagfrüh auch im Emirat Fudschaira. Ziel war offenbar laut der Nachrichtenseite Bloomberg der größte Hafen der Vereinigten Arabischen Emirate. Wie groß der Schaden ist, war noch unklar.

Nach einem Drohnenvorfall musste zudem der Flugbetrieb auf dem internationalen Flughafen von Dubai vorübergehend eingestellt werden. Nach Angaben des Medienbüros war ein Treibstofftank betroffen. Das Feuer sei inzwischen aber unter Kontrolle gebracht worden. Es habe keine Verletzten gegeben, der Flugverkehr werde wieder aufgenommen.

Trump droht NATO-Partnern
Im Fokus steht auch weiterhin die Straße von Hormus, durch die ein großer Teil der Ölexporte geht. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst angekündigt, die US-Marine werde in Kürze mit der Eskortierung von Tankern durch die Meerenge beginnen, schwenkte aber am Samstag um. Stattdessen drängte er andere Länder zur Entsendung von Kriegsschiffen, um die Schifffahrt durch die Meerenge abzusichern.

Trump schrieb, „viele Länder“ würden sich beteiligen, und nannte China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien. Er legte dann in einem Interview mit der „Financial Times“ („FT“) nach und warnte die NATO vor einer „sehr schlechten Zukunft“, sollten die Verbündeten den USA im Konflikt mit dem Iran nicht beistehen.

Deutschland und Australien schlossen eine Beteiligung bereits aus. Auch Japan plant Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zufolge derzeit keine Entsendung der Marine zum Schutz von Schiffen im Nahen Osten. Aus dem südkoreanischen Präsidialamt hieß es, Seoul verfolge Trumps Äußerungen genau und werde „das Thema in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gründlich betrachten“. Peking ließ am Montag wissen, man stehe mit allen Seiten in Kontakt und wolle zur Deeskalation beitragen.

Bilaterales Vorgehen eher unwahrscheinlich
Die EU-Außenministerinnen und -minister wollen am Montag über eine Marinemission in der Straße von Hormus beraten. Möglich wäre eine Ausweitung der Marinemission „Aspides“, die bisher auf die Sicherung der Schifffahrt im Roten Meer begrenzt ist, wie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas Montagfrüh sagte. „Es liegt in unserem Interesse, die Straße von Hormus offen zu halten, und deshalb erörtern wir auch, was wir von europäischer Seite diesbezüglich tun können“.

Eine gemeinsame Marinemission der EU und der Vereinten Nationen zur Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt der Straße von Hormus „scheint wahrscheinlicher“ als ein bilaterales Vorgehen der EU-Staaten gegenüber dem Iran, zitierte die „Financial Times“ am Sonntag einen Insider.
16.05.2026, red, ORF.at/Agenturen

Israel: „Begrenzte“ Bodenoffensive im Südlibanon
 

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#33
Europäische Länder ziehen sich zurück
Irak gerät in Schusslinie des Iran-Krieges
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Der Irak wird zunehmend zu einem zentralen Nebenschauplatz des Iran-Kriegs: Proiranische Gruppen haben dort Vergeltungsangriffe angekündigt, auch gegen europäische Truppen. Bei einem Drohnenangriff auf einen französischen Stützpunkt wurde ein Soldat getötet, mehrere wurden verletzt. Auch ein italienischer Stützpunkt in der nordirakischen Kurdenregion wurde getroffen. Als Reaktion bereiten nun mehrere europäische Länder die Verlegung oder den Rückzug Hunderter Soldaten vor.
Online seit gestern, 23.55 Uhr (Update: heute, 6.27 Uhr)
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Am Dienstag wurde die US-Botschaft erneut mehrmals mit Drohnen und Raketen angegriffen. Mindestens eine Drohne sei in der Botschaft abgestürzt, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Bei einem weiteren Angriff auf ein Haus wurden zudem vier Menschen getötet. Die proiranische Miliz Katajeb Hisbollah meldete zudem die Tötung ihres Sicherheitskommandanten.

Am Sonntag war bekanntgeworden, dass Spanien seine im Irak eingesetzten Spezialkräfte vorübergehend verlegt. Die Militärangehörigen seien ohne Zwischenfälle an sichere Orte gebracht worden und wohlauf, teilte das Verteidigungsministerium in Madrid mit.

Madrid: Aufgaben können „nicht wahrgenommen werden“
Die den spanischen Spezialkräften übertragenen Aufgaben könnten derzeit im Irak „nicht wahrgenommen werden“, hieß es. Spaniens Engagement für die Stabilität im Irak bleibe aber unverändert. Nach Angaben des Senders RTVE sind insgesamt rund 300 Angehörige der spanischen Streitkräfte im Irak im Einsatz.

Auch Italien bereitet nach dem Drohnenangriff auf die italienische Militärbasis Camp Singara nahe Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, den Abzug seiner Truppen vor. Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto sagte, der Angriff auf Camp Singara sei gezielt erfolgt, da es sich um eine NATO-Basis mit US-Truppen handle. Eine iranische Drohne vom Typ Schahed war auf einen Militärlastwagen gestürzt, der anschließend in Brand geriet. Die 141 italienischen Kräfte auf der Basis blieben unverletzt, weil sie sich rechtzeitig in Schutzbunker zurückgezogen hatten.

Mindestens 102 italienische Soldaten sind bereits zurück in Italien, 75 wurden nach Jordanien verlegt. Für die übrigen Soldaten sollte nach Angaben vom Freitag eine Verlegung auf dem Landweg organisiert werden, um nach Italien zurückzukehren. Der italienische Außenminister Antonio Tajani erklärte, die Soldaten würden rasch in sicherere Gebiete verlegt. Es sei nicht sinnvoll, sie weiterhin dem Risiko von Drohnen- und Raketenangriffen auszusetzen.

Teil von Operation „Inherent Resolve“
Die italienischen Soldaten in Erbil gehören der von den USA angeführten Operation „Inherent Resolve“ an, die mehrere Ziele hat. Die Soldaten trainieren lokale Kräfte in militärischer Taktik und Logistik, um die Sicherheit zu stärken und die Fähigkeit zur Selbstverteidigung der kurdischen Peschmerga gegen Terrorgruppen wie den Islamischen Staat (IS) zu erhöhen.

IMAGO/Anadolu Agency
Ein französischer Stützpunkt in der kurdischen Region nahe Erbil

Die Peschmerga sind die bewaffneten Streitkräfte der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak. Sie schützen die kurdischen Gebiete vor Angriffen, insbesondere durch den IS, und verteidigen die Autonomie der Kurden innerhalb des Irak.

Auch Frankreich ist neben Italien, Spanien, Deutschland und weiteren europäischen Ländern Teil der Operation „Inherent Resolve“. Nach der Tötung eines Soldaten in der Nähe von Erbil sagte der französische Präsident Emmanuel Macron, man müsse „einen kühlen Kopf bewahren“. Zudem sprach er den Angehörigen der von dem Angriff betroffenen Truppen sein Mitgefühl aus. Die Soldaten seien „im Irak im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus. Der Krieg im Iran kann solche Angriffe nicht rechtfertigen“, so Macron. Einen Rückzug oder die Verlegung der Truppen brachte die französische Regierung bisher nicht ins Spiel. Sollten Frankreich und weitere europäische Länder wie Deutschland und Großbritannien ihre Truppen aus dem Irak abziehen, könnte die Gefahr des Aufflammens von „Schläferzellen“ des eigentlich besiegten IS steigen.

Heftige Explosion in Bagdad
In der irakischen Hauptstadt Bagdad gab es Montagabend eine starke Explosion. AFP-Journalisten sahen Rauch über der „Grünen Zone“ im Zentrum der Stadt. In dem stark abgesicherten Gebiet befinden sich die US-Botschaft und andere diplomatische Vertretungen, aber auch internationale Institutionen und Einrichtungen der irakischen Regierung. Auch ranghohe Politiker und andere Würdenträger wohnen dort.

Seit Beginn des Iran-Kriegs beschießen die mit dem Iran verbündeten Milizen immer wieder US-Einrichtungen und den Flughafen von Bagdad. Am Montag behauptete eine Miliz, bei einem Angriff auf einen US-Stützpunkt sechs Soldaten getötet zu haben. Vier weitere seien bei dem Raketenangriff auf die Militärbasis in der Nähe des Flughafens von Bagdad schwer verletzt worden, teilte die Miliz Saraja Awlija al-Dam mit. Auch die US-Botschaft in Bagdad war zuletzt Ziel von Angriffen.

AP/Hadi Mizban
Soldaten untersuchen die Einschlagstelle einer Drohne auf dem Dach der US-Botschaft in Bagdad

Am Wochenende rief die Botschaft alle US-Bürgerinnen und Bürger dazu auf, den Irak umgehend zu verlassen. Wer sich entscheide, im Land zu bleiben, solle das angesichts der erheblichen Bedrohung durch die dem Iran treuen Gruppen dringend überdenken, hieß es. Die proiranischen Milizen hätten „diplomatische Einrichtungen der USA, US-Unternehmen sowie von den USA betriebene Energieinfrastruktur angegriffen und gedroht, diese weiterhin ins Visier zu nehmen“. Auch Hotels, in denen Ausländer untergebracht sind, und andere Einrichtungen mit US-Verbindung wurden angegriffen, so die US-Vertretung in Bagdad.

Instabile innenpolitische Lage im Irak
Der Irak ist nach langen Kriegswirren und der Zurückdrängung des IS langsam auf dem Weg zur Stabilität – politisch ist die Lage aber weiterhin verfahren: Seit der Wahl im November 2025 konnten die Parteien im Irak keine neue Regierung bilden. Der seit 2022 regierende Ministerpräsident Mohammed Schia al-Sudani führt deshalb weiterhin die Regierungsgeschäfte. Um eine Regierung auf Basis der neuen Sitzverteilung zu bilden, muss zunächst ein Staatspräsident im Parlament gewählt werden – auf den konnte man sich aber noch nicht einigen.

Die Parteien und Wahlbündnisse im Irak richten sich vor allem an der konfessionellen und ethnischen Zugehörigkeit aus. So gibt es neben dem kurdischen Block sunnitische Parteien und schiitische Fraktionen. Letztere treten proiranisch und gegen die Stationierung von US-Truppen auf. Mit ihnen haben die proiranischen Terrormilizen im irakischen Parlament direkten Einfluss – und auch der Iran hält durch schiitische Parteien indirekt Macht im irakischen Parlament.
17.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Europäische Länder ziehen sich zurück: Irak gerät in Schusslinie des Iran-Krieges
 

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#34
Dementi und neue Spekulationen
Weiter Rätseln über Modschtaba Chamenei
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Mit gezielten Angriffen auf die Führungsriege des Landes erscheint ein Sturz des Regimes weiter ein zentrales Ziel des von Israel und den USA geführten Krieges gegen den Iran. Nach der Tötung des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei am 28. Februar wurde nun auch „De-facto-Führer“ Ali Laridschani bei einem gezielten Angriff getötet. Offen bleibt aber weiter der Verbleib von Modschtaba Chamenei und damit dem eigentlichen neuen obersten Führer im Iran.
Online seit gestern 17.03.2026, 19.19 Uhr (Update: gestern, 22.09 Uhr)
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Der Sohn und Nachfolger von Langzeitmachthaber Ajatollah Ali Chamenei soll laut Medienberichten vom Dienstag offenbar nur knapp den Luftangriff vom ersten Angriffstag überlebt haben, bei dem sein Vater, seine Frau und eines seiner Kinder getötet wurden. Wie der britische „Telegraph“ mit Verweis auf geleakte Dokumente dazu berichtete, habe der 56-Jährige kurz vor dem Einschlag das Haus verlassen, „um etwas zu erledigen“.

Gesundheitszustand und Verbleib von Modschtaba Chamenei bleiben dennoch weiter offen. US-Angaben zufolge sei der 56-Jährige an diesem Tag schwer verletzt worden. Es sei unklar, ob Chamenei noch lebe, einige Leute sagten, er sei tot, andere sagten, er sei schwer verletzt, hieß es dazu am Montagabend von US-Präsident Donald Trump. Chamenei wird jedenfalls weiter gesucht und findet sich seit Freitag samt weiteren Vertretern der iranischen Führungsriege auch auf einer Fahndungsliste der USA.

Rewards for Justice
Neben Chamenei stand unter anderen Laridschani auf der von den USA am Freitag veröffentlichten Fahndungsliste

Die israelische Armee drohte dem neuen iranischen obersten Führer am Dienstag erneut. „Wir wissen nichts über Modschtaba Chamenei, wir hören nichts von ihm, wir sehen ihn nicht, aber eines kann ich Ihnen sagen: Wir werden ihn aufspüren, ihn finden und ihn neutralisieren“, sagte der israelische Militärsprecher Effie Defrin.

Neue Kampfansage Richtung USA
Während etwa der iranische Präsident Massud Peseschkian, aber auch der laut israelischen Angaben nun getötete Sicherheitsratschef Laridschani sich trotz anhaltender Angriffe immer wieder in der Öffentlichkeit zeigten, gibt es von Chamenei bisher nur zwei ihm zugeschriebene Botschaften.
Zuletzt habe er Vorschläge zur Entspannung des Verhältnisses mit den USA strikt abgelehnt, wie ein iranischer Regierungsvertreter am Dienstag gegenüber Reuters sagte. Die Aussagen seien in der ersten außenpolitischen Sitzung in seiner neuen Funktion gefallen.

Chamenei habe eine „sehr harte und ernste“ Haltung in der Frage der Vergeltung eingenommen, zitierte Reuters den Vertreter der iranischen Regierung weiter. Offen bleibt, ob Chamenei persönlich bei der Sitzung anwesend war.

Botschaft: Chamenei nicht in Moskau
Der iranische Botschafter in Russland, Kasem Dschalal, dementierte in diesem Zusammenhang am Dienstag aber einen Medienbericht, wonach Chamenei sich in Moskau in ärztlicher Behandlung befinde.

Die kuwaitische Zeitung „Al-Dscharida“ hatte zuvor berichtet, dass der bei einem Luftangriff schwer verletzte Chamenei auf persönliche Einladung von Russlands Präsident Wladimir Putin zur medizinischen Behandlung nach Moskau gebracht worden sei.

Reuters/Thaier Al-Sudani
Laridschani spielte zuletzt für den Iran eine Schlüsselrolle

Teheran bestätigt Tod Laridschanis
Dienstagabend bestätigte Teheran auch den Tod Laridschanis. Laut Angaben von Israels Verteidigungsminister Israel Katz war der zur engsten Führungsriege zählende Chef des iranischen Sicherheitsrats in der Nacht auf Dienstag bei einem gezielten Angriff ums Leben gekommen.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete Laridschani in einem von seinem Büro verbreiteten Video als Chef der Revolutionsgarde, „die den Iran in Wirklichkeit regiert“. Laridschani war langjähriger Begleiter und Berater von Chamenei und wurde im August 2025 auf den gewichtigen Posten im Sicherheitsrat berufen. Laridschani war bereits 2005 bis 2007 Sekretär des Sicherheitsrats.

Nach Angaben des Exilmediums Iranwire habe Laridschani die Niederschlagung der jüngsten Massenproteste gesteuert. Zugleich, so zitierte das Portal einen Insider, habe Laridschani an „kulturelle und wirtschaftliche Reformen sowie an diplomatische Annäherung ähnlich den Reformen in China“ geglaubt. Die USA belegten den Funktionär wegen seiner Rolle bei der Unterdrückung der jüngsten Proteste mit Sanktionen.

Anhaltende Angriffe auf beiden Seiten
Nur kurz vor Bekanntgabe von Laridschanis Tod meldeten Israels Streitkräfte, den Kommandeur der iranischen Basidsch-Miliz, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, getötet zu haben. Auch der von Soleimani angeführten Miliz kommt den israelischen Angaben zufolge eine Schlüsselrolle in der Niederschlagung der Proteste zu.

Soleimani war laut israelischen Angaben bereits am Montag bei einem Angriff auf Teheran getötet worden. Dienstagabend bestätigte die iranische Revolutionsgarde den Tod Soleimanis. Er sei „einer terroristischen Attacke des amerikanisch-zionistischen Feindes“ zum Opfer gefallen, hieß es in einer Mitteilung.

Neben Angriffen in der Nacht meldete das israelische Militär am Dienstag weitere Angriffe auf die „Infrastruktur des iranischen Regimes“ in Teheran. Auch von iranischer Seite gab es am Dienstag anhaltende Angriffe. In Tel Aviv und Jerusalem heulten Sirenen, der Iran meldete Drohnenangriffe auf den israelischen Rüstungskonzern Rafael. Zudem weitete der Iran seine Angriffe auf die Golfstaaten aus.
18.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Dementi und neue Spekulationen: Weiter Rätseln über Modschtaba Chamenei
 

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#35
Neue Luftangriffe
Tote in Israel und Libanon
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Bei schweren Raketenangriffen der iranischen Streitkräfte sind in der Nacht auf Mittwoch zwei Menschen in Israel getötet worden. Laut Mitteilung der iranischen Revolutionsgarde erfolgte der Angriff als Vergeltung für die Tötung von Sicherheitsratschef Ali Laridschani. Auch die Golfstaaten wurden erneut Ziel iranischer Attacken. In der libanesischen Hauptstadt Beirut starben unterdessen sechs Menschen bei israelischen Luftangriffen.
Online seit heute, 8.41 Uhr
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Nach Angaben der israelischen Polizei setzten die iranischen Streitkräfte mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein. Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv seien ein Mann und eine Frau im Alter zwischen 70 und 80 Jahren getötet worden, teilte der Rote Davidstern mit.

In Bnei Brak östlich von Tel Aviv wurde der Rettung zufolge ein Mann verletzt. Schäden aufgrund des Raketenangriffs wurden zudem am Bahnhof Savidor in Tel Aviv gemeldet, der Zugsverkehr wurde eingestellt. Medienberichten zufolge musste die Feuerwehr wegen mehrerer Brände im Zentrum des Landes ausrücken, nachdem dort Raketen eingeschlagen waren. Die meisten Drohnen und Raketen konnte die Luftabwehr nach Militärangaben abfangen.

APA/AFP/Ilia Yefimovich
Getroffenes Haus in Ramat Gan in Israel

Teheran bestätigt Tod von Laridschani
Seit Beginn des Iran-Krieges kamen bei Raketenangriffen in Israel nach Angaben des Roten Davidsterns 14 Menschen ums Leben, im Iran ist die Rede von Tausenden Toten und Verletzten seit Kriegsbeginn vor knapp drei Wochen. Die iranische Revolutionsgarde bezeichnete die neuen Angriffe auf Israel als Vergeltung für die Tötung des iranischen Sicherheitratsschefs Ali Laridschani. Laut Angaben von Israels Verteidigungsminister Israel Katz war der zur engsten Führungsriege zählende Laridschani in der Nacht auf Dienstag bei einem gezielten Angriff ums Leben gekommen. Teheran bestätigte Dienstagabend Laridschanis Tod.

Offen ist der Verbleib von Modschtaba Chamenei, dem neuen obersten Führer des Iran. Der Sohn und Nachfolger des langjährigen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei soll laut Medienberichten vom Dienstag offenbar nur knapp den Luftangriff am ersten Tag des Krieges überlebt haben, bei dem sein Vater, seine Frau und eines seiner Kinder getötet wurden.

Neue Angriffe auf Golfstaaten
Zudem griffen die iranischen Streitkräfte am Mittwoch erneut Ziele in den Golfstaaten an, die sie als Mithelfer des israelisch-amerikanischen Angriffskriegs ausgemacht haben. Eine Rakete schlug in den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Nähe des Militärstützpunkts Minhad ein. Der Flugplatz südöstlich von Dubai wird unter anderem von der australischen Armee genutzt. Bei dem Angriff seien keine australischen Soldaten verletzt worden, sagte Premierminister Anthony Albanese.

In Saudi-Arabien fing das Militär nahe dem Luftstreitkräftestützpunkt Prinz Sultan eine ballistische Rakete ab. Teile der Rakete seien in der Umgebung des auch von der US-Armee genutzten Stützpunkts niedergegangen, ohne Schäden zu verursachen. Die kuwaitische Luftabwehr schoss nach eigenen Angaben mehrere Raketen und Drohnen ab.

Der Iran begründete seine Drohnen- und Raketenangriffe in der Nähe von Städten in den Golfstaaten damit, dass die USA ihre Armeeangehörigen in zivile Gebiete verlegt hätten. US-Streitkräfte hätten ihre Militärstützpunkte verlassen und seien in Hotels in den Städten untergekommen, sagte Außenminister Abbas Araktschi dem katarischen Sender al-Jazeera.

Hochhaus in Beirut nach Angriff eingestürzt
Bei neuen israelischen Luftangriffen auf die libanesische Hauptstadt Beirut starben unterdessen mindestens sechs Menschen, mehr als 20 weitere wurden verletzt. In der Nacht hatte die mit dem Iran verbündete Schiitenmiliz Hisbollah erneut Dutzende Raketen auf den Norden Israels abgefeuert.

Reuters/Mohamed Azakir
Einsatzkräfte bei zerstörtem Gebäude in Beirut

Im Stadtviertel Baschura stürzte laut der Nachrichtenagentur dpa ein Hochhaus nach einem Treffer ein. Zuvor hatte Israels Militär vor Angriffen gewarnt. Das Viertel war bereits in der vergangenen Woche Ziel von Luftangriffen gewesen. Staatlichen Medien zufolge traf ein weiterer Angriff eine Wohnung im Stadtzentrum unweit der kürzlich vom israelischen Militär attackierten Filiale eines Finanzinstituts der Hisbollah. Einschläge wurden auch aus dem Stadtviertel Basta im Zentrum Beiruts gemeldet.

Einschlag auf Gelände von iranischem AKW
Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran schlug nach Angaben aus Teheran ein Geschoß auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr ein. Das Kraftwerk selbst sei nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden. Die Atomanlage Buschehr ist das einzige iranische Kernkraftwerk.

USA setzen Bunkerbrecher ein
Die US-Streitkräfte warfen nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben auf besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus ab, der strategisch wichtigen Meerenge, über die große Mengen Öl verschifft werden. Mehrere der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien eingesetzt worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten mit. Der Angriff habe auf Stellungen mit Marschflugkörpern abgezielt, die gegen Schiffe in der Meerenge eingesetzt werden sollten.
18.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Neue Luftangriffe: Tote in Israel und Libanon
 

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#36
Nach Angriff auf Katar
Trump droht Iran mit Zerstörung von Gasfeld
1773908757745.png Präsident Donald Trump hat am Mittwoch (Ortszeit) dem Iran im Falle eines neuen Angriffs auf den Gaskomplex Ras Laffan in Katar mit einer Zerstörung des iranischen Gasfelds South Pars gedroht. Die US-Armee werde das Gasfeld „in die Luft sprengen, in einem Ausmaß an Stärke und Macht, das der Iran noch nie zuvor gesehen oder erlebt hat“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Kurz davor hatte Katar erneut iranische Angriffe auf seine Flüssiggasanlagen gemeldet.
Online seit heute, 8.05 Uhr
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Trump bestätigte zudem, dass Israel das iranische Gasfeld, das größte der Welt, zuvor angegriffen hatte. Trump sagte, Israel werde „keine weiteren Angriffe“ auf das Gasfeld ausführen.

Trump schrieb, Israel habe das South-Pars-Gasfeld „aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten“ angegriffen. Die Vereinigten Staaten hätten nichts von diesem Angriff gewusst, betonte er. Katar sei in keiner Weise daran beteiligt gewesen. Leider habe der Iran „ungerechtfertigter- und unfairerweise“ Katars Flüssiggasanlagen angegriffen.

Reuters/Social Media/UGC
Feuer nach dem laut Trump israelischen Angriff auf das iranische Ölfeld South Pars

Staaten am Persischen Golf wie Katar, die US-Stützpunkte und -Einrichtungen beherbergen, werden infolge des Iran-Krieges immer wieder Ziel iranischer Angriffe. Die USA und Israel haben im Iran bereits Tausende Ziele angegriffen, vor allem aus der Luft.

Katar: Umfangreiche Schäden
Der staatliche katarische Öl- und Gaskonzern QatarEnergy meldete derweil einen neuen Angriff auf Ras Laffan, den wichtigsten Gaskomplex des Landes. Bei Raketenangriffen auf mehrere Anlagen für Flüssiggas (LNG) seien „große Brände und weitere umfangreiche Schäden“ verursacht worden. Das katarische Innenministerium sagte wenig später, die Brände seien unter Kontrolle gebracht worden. Es gebe keine Verletzten.

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Das katarische Verteidigungsministerium erklärte im Onlinedienst X, das Industriegebiet Ras Laffan sei von Marschflugkörpern aus dem Iran angegriffen worden. Dabei seien Schäden entstanden. Den vorherigen iranischen Angriff hatte das katarische Außenministerium als „direkte Gefährdung der nationalen Sicherheit“ bezeichnet.

Schlüsselrolle in globaler Versorgung
Katar gehört zu den größten Gasproduzenten der Welt und spielt eine Schlüsselrolle in der globalen Versorgung mit Flüssiggas, das vor allem in Ras Laffan verschifft wird. Katars Produktion und der Transport über die Straße von Hormus sind wegen des seit gut zweieinhalb Wochen andauernden Iran-Krieges allerdings derzeit weitgehend unterbrochen.

Reuters (Archivbild)
Der Gaskomplex Ras Laffan in Katar

Drohungen aus Teheran
Teheran hatte zuvor Vergeltung für einen Angriff auf sein wichtigstes Gasfeld angekündigt. Die iranische Armee drohte, „die Quelle der Aggression“ hart zu treffen. Sie erwäge, „die Kraftstoff-, Energie- und Gasinfrastruktur“ der Länder ins Visier zu nehmen, von denen aus die Angriffe gestartet worden seien. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte eine Liste „legitimer Ziele“, darunter Öl- und Gasanlagen in Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Brand in wichtiger Hafenstadt ausgebrochen
Der Angriff am Mittwoch war Teheran zufolge von den USA und Israel ausgeführt worden. Die israelische Armee äußerte sich dazu nicht. Bei dem Angriff hatten nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehens am Mittwoch mehrere Geschoße Einrichtungen in der Energiesonderwirtschaftszone in der Hafenstadt Asalujeh am Persischen Golf getroffen, in der Folge brach ein Brand aus. Die getroffenen Anlagen gehören zum Gasfeld South Pars/North Dome, das sich der Iran mit dem auf der gegenüberliegenden Küste gelegenen Katar teilt. Mit dem aus dem größten Feld der Welt geförderten Gas deckt der Iran rund 70 Prozent des heimischen Gasbedarfs.

Zwei Schiffe getroffen
Vor der Küste von Katar und im Golf von Oman wurde auch wieder jeweils ein Schiff von einem unbekannten Geschoß getroffen. Nach dem Angriff im Persischen Golf rund acht Kilometer vor dem katarischen Gashafen Ras Laffan seien alle Besatzungsmitglieder wohlauf und in Sicherheit, teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mit.

Bei dem Vorfall südlich des Eingangs zur Straße von Hormus im Golf von Oman brach infolge des Beschusses an Bord ein Feuer aus, wie die UKMTO mitteilte. Der Angriff ereignete sich laut den Angaben etwa 20 Kilometer vor der Küste der Stadt Chor Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Weitere Einzelheiten zu den beiden Vorfällen sind nicht bekannt.

Der Iran hatte zuletzt in der Region wiederholt Schiffe angegriffen. Die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus, die vom Persischen Golf in den Golf von Oman führt, ist daher praktisch zum Erliegen gekommen.

Abu Dhabi schließt nach Angriff Anlage
Die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten schlossen unterdessen eine Öl- und Gasanlage im Emirat Abu Dhabi nach einem Raketenangriff. Herabstürzende Trümmerteile infolge eines Abwehreinsatzes der Luftabwehr hätten zu „Vorfällen“ geführt, teilte die Regierung in Abu Dhabi mit. Betroffen seien die Gasanlage Habschan und ein Ölfeld namens Bab. Es gebe keine Verletzten. Die Behörden nannten keine weiteren Einzelheiten zur Art und Schwere der Schäden.

Saudi-Arabien droht mit „militärischen Maßnahmen“
Saudi-Arabien, ebenfalls bereits wiederholt Ziel iranischer Raketen- und Drohnenangriffe, will eine „militärische“ Reaktion nicht ausschließen. Riad behalte sich das Recht vor, „militärische Maßnahmen zu ergreifen, falls das als notwendig erachtet wird“, sagte der saudi-arabische Außenminister Faisal bin Farhan am Donnerstag in Riad nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus anderen Ländern in der Region. „Das Königreich wird diesem Druck nicht nachgeben, im Gegenteil, dieser Druck wird nach hinten losgehen“, fügte er hinzu.

Nach dem Ministertreffen wurde Saudi-Arabien laut Verteidigungsministerium erneut von Drohnen angegriffen. Zuvor waren in Riad vier Menschen durch herabstürzende Trümmer einer ballistischen Rakete verletzt worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf einen Sprecher des Zivilschutzes berichtete. Die Trümmer seien auf ein Wohngebiet gefallen.

Israel: Mehrere Einschläge
Unterdessen griff der Iran in der Nacht auch Israel wieder mit Raketen an. Dort war am Abend bei einem iranischen Angriff ein ausländischer Arbeiter ums Leben gekommen, wie die Rettung mitteilte. Israels Armee meldete mehrere Einschläge im Zentrum des Landes. Laut Medien trafen Raketenteile auch ein Wohnhaus in der Küstenmetropole Tel Aviv.

Im Westjordanland wurden zudem palästinensischen Angaben zufolge bei einem iranischen Raketenangriff drei Frauen getötet. Sieben weitere Palästinenserinnen seien verletzt worden, eine von ihnen schwebe in Lebensgefahr, teilte der palästinensische Rote Halbmond mit.
red, ORF.at/Agenturen

Nach Angriff auf Katar: Trump droht Iran mit Zerstörung von Gasfeld
 

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#37
Bangen um Versorgung
Neue Angriffe auf Energieanlagen
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Der Iran hat am Freitag seinen Beschuss von Energieinfrastruktur in den benachbarten Golfstaaten fortgesetzt. Israel seinerseits griff Teheran an, nachdem US-Präsident Donald Trump weitere Angriffe auf das iranische Gasfeld South Pars untersagt hatte. Der Krieg verschärft sich damit weiter – weltweit nimmt die Sorge vor einer Energieversorgungskrise zu. Die Internationale Energieagentur (IEA) riet zu Sparmaßnahmen wie Homeoffice und Tempolimits, um den Ölverbrauch zu senken.
Online seit heute, 8.54 Uhr
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Der Iran griff Freitagfrüh mit Drohnen eine Ölraffinerie in Kuwait an. Teheran zeigte sich weiter zum Widerstand im von den USA und Israel begonnenen Krieg entschlossen. Der Drohnenangriff löste laut kuwaitischen Angaben einen Brand in der Anlage aus. Die Raffinerie, die rund 730.000 Fass Rohöl am Tag verarbeiten kann, war bereits am Vortag getroffen worden. Es ist eine von drei Raffinerien in dem kleinen, ölreichen Golfstaat.

Der Iran hatte seine Angriffe auf die Öl- und Gasanalagen der Golfstaaten deutlich verschärft, nachdem Israel am Mittwoch das Gasfeld South Pars angegriffen hatte. Diese ist für rund 80 Prozent der Energieversorgung im Iran zuständig. Seine Zerstörung würde das iranische Regime vor große Schwierigkeiten stellen.

Trump bremst Israel
Nachdem die Öl- und Gaspreise wegen der israelischen Angriffe am Donnerstag erneut drastisch nach oben gegangen waren, hatte Trump Israels Premier Benjamin Netanjahu weitere Angriffe auf das iranische Gasfeld untersagt. Das sagte Netanjahu zu, der auch betonte, Israel habe ohne Abstimmung mit den USA im Alleingang angegriffen. Allerdings gibt es eine sehr enge Kooperation und Abstimmung auf militärischer Ebene zwischen den beiden Verbündeten.

Neben Kuwait meldeten Freitagfrüh auch Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emiraten Angriffe aus dem Iran – am Tag des persischen Neujahrsfests und wenige Sunden vor dem Ende des Fastenmonats Ramadan. Der Rohölpreis gab am Freitag nach, nachdem europäische Länder und Japan Hilfe zur Sicherung der Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zugesichert hatten.

Iran treibt Preis für USA in die Höhe
Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Golfstaaten zeigen, dass der Iran weiter imstande ist, den Preis für die USA und Israel – und für fast die gesamte nicht involvierte Welt – nach oben zu treiben. Trump wiederum wird, je näher die Midterm-Wahlen rücken, politisch durch die stark steigenden Öl-und Gaspreise immer verwundbarer. Die iranische Revolutionsgarde widersprach am Freitag auch der Aussage Netanjahus, der Iran könne mittlerweile keine Raketen mehr produzieren.


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Schwere Schäden auf katarischem Gasfeld
Am Donnerstag hatte der Iran die wichtige Gasanlage Ras Laffan in Katar angegriffen, das etwa für ein Fünftel der weltweiten Flüssiggasproduktion verantwortlich ist. Katar betonte, die Reparaturen würden Jahre dauern, und 17 Prozent der Produktionskapazität seien nach den Angriffen weg, mit entsprechenden Folgen für die Gasversorgung in Europa.

Katar kündigte an, bestehende Lieferverträge teils nicht erfüllen zu können. Teheran griff am Donnerstag auch den wichtigsten saudischen Hafen am Roten Meer an. Dorthin wird derzeit per Pipeline ein Teil des Rohöls transportiert und dort verschifft, um die Sperre der Straße von Hormus zu umgehen.

IEA rät zu Tempolimits und Homeoffice
Die Internationale Energieagentur riet am Freitag zur Abfederung der Energiekrise zu Sparmaßnahmen wie mehr Homeoffice, einem Senken des Tempolimits auf Straßen und dem Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel. So könne etwa die Zufahrt in die Großstädte im täglichen Wechsel jeweils Autos mit geradem und ungeradem Kennzeichen erlaubt werden, wodurch Staus und der Kraftstoffverbrauch reduziert würden, so die IEA.
Auch der Verzicht auf Flugreisen könne den Ölbedarf in der Krise senken. Regierungen könnten durch regulatorische Maßnahmen und gezielte Anreize mit gutem Beispiel vorangehen. Unterstützung sollte auf sich auf jene Verbraucher konzentrieren, die sie am dringendsten benötigten.

Drei Wochen Krieg
In dem Krieg, den die USA und Israel am Freitag vor drei Wochen starteten, sind bereits Tausende Menschen getötet worden. Der Iran weitete den Krieg mit Angriffen auf die Golfstaaten aus, nahm deren Energieanlagen ins Visier und sperrte die für den Welthandel und die Energieversorgung zentrale Straße von Hormus – mit drastischen Folgen an den Börsen und die Wirtschaft weltweit. Ein Ende des Krieges ist nicht absehbar, auch wenn Netanjahu am Donnerstag meinte, es sei näher, als viele glaubten.
20.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Bangen um Versorgung: Neue Angriffe auf Energieanlagen
 

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#38
USA überlegen Besetzung von Insel Charg
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Laut einem Bericht des US-Onlineportals Axios vom Freitag erwägt die US-Regierung, die für den Ölexport wichtige iranische Insel Charg zu blockieren oder zu besetzen. Die Insel würde dann als Trumpf in Verhandlungen mit Teheran über ein Kriegsende dienen. Eine Besetzung der Insel wäre jedenfalls eine dramatische Eskalation des von den USA und Israel vor drei Wochen begonnenen Angriffskriegs.
Online seit heute, 13.06 Uhr
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So solle Druck auf die Führung in Teheran ausgeübt werden, damit sie die für die Schifffahrt und vor allem Ölexporte der Golfstaaten wichtige Straße von Hormus wieder öffnet. Axios stützt sich nach eigenen Angaben auf vier Insider, die mit den entsprechenden Plänen vertraut sind.

Über die Insel, die sich wenige Kilometer vor der Küste des Iran in der Straße von Hormus befindet, wickelt der Iran 90 Prozent seines Rohölexports ab. Diese wirtschaftliche Bedeutung für das Regime heißt, dass eine Besetzung die Angriffe auf US-Truppen und -Anlagen in der Region wohl erhöhen würde.

Wochenlange Luftschläge als Vorbereitung?
Laut Axios-Angaben würde es noch etwa einen Monat dauern, die militärischen Kapazitäten des Iran so weit zu zerstören, dass eine Besetzung der Insel ohne allzu großes Risiko für US-Sondereinheiten, die diese Aufgabe wohl übernehmen würden, möglich wäre. Dass trotz all der massiven Angriffe es bisher nicht gelungen sei, sicherzustellen, dass der Iran keine US-Ziele und jene seiner Verbündeten mehr angreifen kann, lasse es fraglich erschienen, ob diese iranischen Kapazitäten „jemals zerstört“ werden könnten, gab etwa die US-Expertin Caitlin Talmadge am Donnerstag gegenüber dem „Wall Street Journal“ zu bedenken.

Unklar ist, wie real dieses Szenario ist – oder ob es sich um den Versuch handelt, mit der bloßen Androhung der Besetzung Teheran unter Druck zu setzen. Möglich wäre auch, dass es sich um ein Ablenkungsmanöver handelt – und etwa andere Angriffe geplant sind. Immerhin steht US-Präsident Donald Trump von Tag zu Tag auch innenpolitisch mehr unter Druck, den Krieg zu beenden.

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Bericht auch von „Wall Street Journal“
Vor Axios brachte das „Wall Street Journal“ („WSJ“) am Donnerstag ebenfalls einen Bericht über mögliche Szenarien für den Einsatz von US-Marines im Iran. Bis Ende nächster Woche soll die Schnelleingreiftruppe der US-Marines, die 31st Marine Expeditionary Unit, in der Region eintreffen. Die „USS Tripoli“, auf der sich die rund 2.200 Marines mit all ihrem modernen Kampfgerät befinden, wurde aus Japan in die Kriegsregion beordert.

Die Einheit ist laut „WSJ“ für völlig autonome Einsätze ausgebildet und gerüstet. Sie besteht aus vier Gruppen: einer Bodeneinheit, ausgestattet mit Artillerie und gepanzerten Fahrzeugen; einer Luftkampfeinheit mit Helikoptern und F-35B-Kampfjets; einer Kommandoeinheit, um die Einsätze aller Truppeneinheiten zu koordinieren und zu leiten; einem Logistikbataillon.

Klar ist, dass US-Präsident Donald Trump die Straße von Hormus möglichst rasch wieder öffnen und befahrbar machen will. Das ist für die Weltwirtschaft und für die verbündeten Golfstaaten entscheidend. Für Trump geht es auch um die Midterm-Wahlen, die im November anstehen, und den drohenden Verlust der Kontrolle über Abgeordnetenhaus und Senat im Kongress.

„USS Tripoli“ mit Spezialeinheiten unterwegs
Um Charg zu besetzen, würden laut „WSJ“ wohl Truppen und Gerät mit kleineren Booten von der „USS Tripoli“ an Land gebracht werden. Die Besetzung könne aber auch aus der Luft erfolgen – mit Helikoptern, die auch von der „Tripoli“ aus starten könnten.

Laut „WSJ“ gibt es neben der Besetzung von Charg aber noch andere mögliche Varianten, um Teheran vielleicht dazu zu bringen, Angriffe auf Schiffe in der Meerenge aufzugeben. So könnten andere kleine iranische Inseln in der Wasserstraße besetzt werden. Ein Ziel könnte demnach die Insel Keschm sein. Lang, pfeilförmig und am Eingang zur Wasserstraße gelegen, wäre sie strategisch interessant. Dort sollen sich aber auch iranische Kriegsschiffe und Raketen – in unterirdischen Anlagen – befinden. Außerdem gibt es dort eine große Entsalzungsanlage. Die Insel erlaubt es Teheran, die Zu- und Ausfahrt in die Wasserstraße zu kontrollieren.

Insel Keschm als mögliches Ziel
Auch die wirtschaftlich wichtige Kisch-Insel oder die Hormus-Insel – die eine westlich, die andere östlich von Keschm gelegen – seien mögliche Ziele für einen Marines-Einsatz. Laut „WSJ“ hätte der Einsatz von Bodentruppen auf iranischen Inseln – aber nicht auf dem Festland – den Vorteil, dass Trump zumindest behaupten könne, er habe sein Versprechen, keine Truppen in den Iran zu schicken, gehalten.

Ob ein solcher Einsatz reicht, um das Regime an den Verhandlungstisch zu bringen, ist fraglich. Dieses wird sich – so vermuten Fachleute nach den zahlreichen Tötungen von Ali Chamenei abwärts durch Israel – eher radikalisieren. Der Krieg hat das Regime nachdrücklich gelehrt, dass seine mächtigste „Waffe“ die Sperre der Straße von Hormus ist. Und es ist unklar, wie die USA und Israel das Regime dazu zwingen wollen, im Ernstfall nicht jederzeit wieder dieses Mittel einzusetzen. Ein Sturz des Regimes würde all das wohl ändern – gilt aber derzeit als unwahrscheinlich.
20.03.2026, guti, ORF.at/Agenturen

Bericht: USA überlegen Besetzung von Insel Charg
 

josef

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#39
USA gegen Iran
Trump im Iran-Dilemma: Diese fünf Optionen hat der US-Präsident – aber keine ist einfach
Die USA und Israel haben Teheran militärisch sehr geschwächt – doch ein Regimewechsel bleibt außer Reichweite, das zentrale Problem ist und bleibt die gesperrte Straße von Hormus
Analyse
Seit drei Wochen bombardieren die USA und Israel den Iran. Militärisch, sagen die Amerikaner, läuft es nach Plan. Allein das US-Militär hat nach eigenen Angaben rund 7800 Ziele getroffen: Raketensysteme, Drohnenlager, Kommandostrukturen. Etwa 120 iranische Schiffe wurden beschädigt oder versenkt, die Marine gilt als weitgehend kampfunfähig. Der Iran ist deutlich geschwächt.


Wofür soll ich mich entscheiden? Keine einzige Exit-Strategie in Sachen Iran ist wirklich attraktiv für US-Präsident Donald Trump.
IMAGO/Pool/ABACA

Parallel dazu hat Israel eine Serie von Enthauptungsschlägen geführt. Zuletzt wurde der mächtige Sekretär des Sicherheitsrates, Ali Larijani, durch einen Luftangriff getötet. Der Oberste Führer Ali Khamenei und andere hohe Funktionäre starben bereits zu Kriegsbeginn, was der Führung des Landes einen schweren Schlag versetzte. Dennoch scheint das Regime strukturell intakt, Nachfolger für die Getöteten wurden schnell installiert.

Vom Regimewechsel spricht US-Präsident Donald Trump inzwischen kaum noch. Stattdessen kann der Iran Israel und seine Golf-Nachbarn weiterhin mit Raketen und Drohnen beschießen. Die Straße von Hormus hat Teheran faktisch geschlossen, man treibt damit die Ölpreise in die Höhe und setzt Trump unter Druck.

Nach drei Wochen steht die Militäroperation vor einer Weggabelung. Der US-Präsident hat fünf Optionen:

1. Den Krieg für beendet erklären
Trump hat wiederholt angedeutet, der Krieg sei "militärisch gewonnen". Steigende Spritpreise und schlechte Börsenkurse könnten ihn dazu bewegen, einfach den Sieg zu erklären. Doch der Konflikt könnte damit nicht vorbei sein: Teheran könnte die Straße von Hormus weiter sperren, Israel eigenständig weiterkämpfen. Das politische Problem Trumps: Wie rechtfertigt er einen faktischen Abbruch, wenn das Pentagon im Kongress gleichzeitig 200 Milliarden Dollar an Kriegskosten angemeldet hat? Ein Rückzug ohne greifbares Ergebnis wäre politisch kaum verkäuflich.

2. Weitere Zermürbung aus der Luft
Die vielleicht verlockendste Option für Trump: keine Eskalation, kein Bodenkrieg, kein Rückzug – einfach weitermachen. Zwei oder drei weitere Wochen intensive Bombardements halten US-Beobachter für möglich, um die Raketen- und Drohnenkapazitäten des Iran sowie seine ohnehin angeschlagene Marine noch weiter zu zerstören. Dann könnte Trump den Sieg ausrufen und abziehen – in der Hoffnung, dass ein entmachteter Iran zur Normalität zurückkehrt und die Ölpreise fallen.

Trump könnte damit aber auch bloß den entscheidenden Moment hinauszögern: Wenn er bis dahin keinen greifbaren Erfolg verkünden kann und der wirtschaftliche Würgegriff an der Straße von Hormus anhält, könnte der "Sieg" zur Farce und zum Ballast vor den US-Zwischenwahlen im November werden.

3. Tanker-Eskorten durch die Straße von Hormus
Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle keine 40 Kilometer breit und der strategische Flaschenhals dieses Krieges. Der Iran hat die Meerenge durch Beschuss, Seeminen und den Einsatz von Schnellbooten mit Raketen-Launchern im Visier. Um die Sperre zu brechen, wird im Weißen Haus diskutiert, dass Kriegsschiffe mit Abfangsystemen und Luftunterstützung zivile Tanker durch das Nadelöhr eskortieren könnten.

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Die Karte zeigt die wichtigsten Öl- und Gasfelder, Raffinerien und Pipelines im Persischen Golf. Die meisten Öl- und Gasfelder sowie Raffinerien liegen in Saudi-Arabien, Kuwait, Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Straße von Hormuz ist als zentrale Exportroute für Schiffe hervorgehoben.
Quelle: APA.

Doch auch US-Kriegsschiffe sind durch Minen und Beschuss verwundbar. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zudem, dass eine Sicherung der Straße unter Umständen auch die Stationierung US-amerikanischer Truppen an der iranischen Küste erfordern könnte. Der Einsatz von Bodentruppen aber gilt militärisch wie politisch als heikel.

4. Einnahme der Insel Kharg
Etwa 90 Prozent des iranischen Ölexportes laufen über die Insel Kharg im Persischen Golf. Trump hat dort bereits Militäranlagen bombardiert – die Ölinfrastruktur selbst aber verschont. Die Hoffnung im Pentagon: Würden die USA Kharg mit Truppen kontrollieren, hielten sie einen gewaltigen wirtschaftlichen Hebel und könnten Teheran zu Zugeständnissen zwingen.

Die Risiken sind erheblich. Der Iran kann Kharg mit Raketen und Drohnen erreichen, und jeder Bodeneinsatz würde Trump innenpolitisch unter enormen Druck bringen. Die US-Öffentlichkeit lehnt den Krieg mehrheitlich ab.

5. Spezialoperation gegen das Atomprogramm
Die "nukleare Option" mit höchstem Risiko: Geheimdienste vermuten mehr als 400 Kilogramm hochangereichertes Uran in unterirdischen Bunkern und Tunneln bei der teils zerstörten Atomanlage Isfahan im Zentrum des Landes. US-Medien spekulieren darüber, dass Trump über eine Spezialmission nachdenkt.

Demnach könnten Bodentruppen in die Tunnelsysteme vordringen. Neben einem umfangreichen Einsatz in der Region wäre diese Option wegen einer möglichen Freisetzung des atomaren, strahlenden Materials außergewöhnlich heikel. Doch falls eine solche Operation gelingt und US-Soldaten dem Iran seine nukleare Materie nehmen, könnte das für Trump der ultimative Triumph sein, den er zur Beendigung des Krieges braucht.

Der US-Präsident muss sich entscheiden, denn der Druck wächst mit jedem Tag. Für das Regime in Teheran reicht es, den Krieg nicht zu verlieren. Die USA aber müssen ihn gewinnen.
(Benno Schwinghammer aus New York, 20.3.2026)

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Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran ist unvermittelt gekommen, so sollte er wohl auch ursprünglich enden: schnell. Doch dürfte die Widerstandsfähigkeit des iranischen Regimes unterschätzt worden sein. Die Schläge gegen Teheran sind militärisch effektiv, doch müssen diese auch in politischen Erfolg umgemünzt werden. Ein realistisches Exitszenario aber fehlt bis dato.
Online seit gestern 21.03.2026, 23.19 Uhr
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Israel und die USA begannen den Krieg gegen den Iran am 28. Februar. Die Basis dafür aber schufen sie bereits im Juni des Vorjahres, als sie innerhalb von zwölf Tagen zahllose Anlagen bombardierten. Der Iran verlor dabei nahezu alle seine Fähigkeiten der Luftabwehr. Nun können die Armeen von Israel und der USA quasi jedes Ziel aus der Luft ins Visier nehmen, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu stoßen. Und doch scheint ein Kriegsende nicht in Sicht.

Dennoch verkündete US-Präsident Donald Trump bereits den Sieg, dann hieß es wieder: „Wir werden gewinnen.“ Laut einem Bericht der in Großbritannien beheimateten Nachrichtenseite Middle East Eye versprach das Weiße Haus der türkischen Regierung, der Krieg werde nicht länger als vier Tage dauern. Trump zeigte sich jedenfalls überzeugt, er allein entscheide über das Kriegsende: „Ich fühle es in meinen Knochen.“

Trumps Überraschung
Der renommierte Militärhistoriker Phillips O’Brien schrieb in seinem Blog, die US-Regierung habe schlicht einen schnellen und einfachen Sieg über die iranischen Führungsfiguren erwartet. „Das Ergebnis wäre, so Trumps Vorstellung, eine ihm genehmere Version des gegenwärtigen Regimes, die die Macht übernehmen und ihn als ihren strategischen Anführer anerkennen würde. Sie würden ihm dann ein Abkommen über Atomwaffen anbieten und die Geldflüsse in Gang setzen.“

Trump habe nicht mit der Reaktion aus Teheran gerechnet, etliche Länder in der Region anzugreifen. „Dieser strategische Fehler hat im Weißen Haus eine Art Panik ausgelöst“, so O’Brien.

Weitere Eskalation möglich
Nun, so seine Einschätzung, würde Trump sich am liebsten einfach aus dem Krieg zurückziehen. Daher habe er auch die NATO-Partner – die er nicht in seine Kriegspläne miteinbezogen hatte – gedrängt, die Verantwortung für die Wiedereröffnung der Meerenge von Hormus zu übernehmen. Da Trumps Vorstellungen nicht erfüllt wurden, sei es nun wahrscheinlich, dass er, „obwohl er diesen Krieg beenden möchte, ihn letztendlich eskalieren wird“.
Reuters/Nathan Howard
Gefallene US-Soldaten kehren unter Trumps Augen heim

Und auch im Inland steht Trump zunehmend unter Druck. Er hatte im Wahlkampf versprochen, für kleine Preise zu sorgen und die USA nicht in Kriege zu verwickeln. Nun gab es bereits erste gefallene US-Soldaten und die Energiepreise steigen. Das ruft Kritiker selbst im eigenen Lager auf den Plan. Die Gemengelage verheißt für Trumps Republikaner keine guten Aussichten für die im Herbst anstehenden Midterm-Wahlen, wie die Nachrichtenagentur AP analysierte.

Israel setzt auf den Aufstand
Israels Strategie, so die „New York Times“, ziele darauf ab, die iranischen Sicherheitskräfte zu eliminieren und die Voraussetzungen für einen Volksaufstand zu schaffen. „Ich sage es dem iranischen Volk“, so Premier Benjamin Netanjahu auf einer Pressekonferenz, „der Moment, in dem ihr für die Freiheit kämpfen könnt, rückt näher. Wir stehen an eurer Seite und unterstützen euch. Aber letztendlich liegt die Entscheidung bei euch.“

Reuters/Nir Elias
„Danke Gott und Donald Trump“: Plakat in Tel Aviv

Israel ruft zum Aufstand auf, obwohl man in dem Fall von einem Massaker ausgeht, wie die „Washington Post“ kürzlich anhand von Akten des US-Außenministeriums berichtete. Demzufolge hätten hochrangige israelische Beamte gegenüber US-Diplomaten erklärt, dass Demonstranten im Iran wohl „abgeschlachtet“ würden, sollten sie gegen ihre Regierung auf die Straße gehen.

Mit Gesellschaft verschränkt
Die Menschen im Iran sind nach der brutalen Niederschlagung ihrer jüngsten Proteste im Dezember und Jänner verängstigt. Damals versprach ihnen Trump Unterstützung, die nicht kam. „Es gibt einen enormen Hass auf die Islamische Republik“, zitierte die Zeitung Vali Nasr, Professor für Nahost-Studien an der Johns Hopkins University. „Aber mittlerweile gibt es auch einen beträchtlichen Hass auf die Vereinigten Staaten und Israel sowie erhebliche Sorgen um die Zukunft des Landes selbst.“

Reuters/Majid Asgaripour
Die Führung des Iran ist intakt, so will es das Regime in Teheran suggerieren

Zudem sei der iranische Sicherheitsapparat weiterhin intakt und tief verwurzelt in der Gesellschaft. Die Iraner stünden zwischen den Fronten ihrer Regierung, der USA und Israels. Was die Mehrheit von ihnen denkt, weiß aber niemand.

Ass im Ärmel
Genauso wenig weiß man über die Pläne Teherans. Nach der Tötung des obersten geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei und zahlreicher Funktionäre wie Sicherheitschef Ali Laridschani befindet sich das Regime im Kampf um die Existenz und führt ihn mit allen Mitteln, die noch zur Verfügung stehen.

Der Krieg des Iran basiert auf seinem geografischen Vorteil. Seine Angriffe auf die Weltwirtschaft treffen Israel und vor allem die USA im Mark. Ziel des Iran könnte es sein, die Wirtschaft derart stark zu bedrohen, um die USA und Israel zu einem politischen Abkommen zu zwingen.
Mit der Straße von Hormus hat der Iran einen schwer überbietbaren Trumpf im Ärmel. Mit seinen kostengünstigen kleinen Systemen, die sich schnell verlegen lassen, bedroht er die zivile Schifffahrt und löst damit Schockwellen auf der ganzen Welt aus. Der Iran mag nicht in der Lage sein, die USA und Israel zu stoppen oder gar zu besiegen. Doch er kann sie wirtschaftlich erpressen, solange das Regime noch Lebenszeichen gibt. Trump, so die „Financial Times“, habe über den Beginn des Krieges entschieden. Über das Ende entscheide aber der Iran.

Mangel an Alternativen
All das könnte auf einen langwierigen Abnutzungskrieg hindeuten. „Damit bleibt nur eine Option: der Versuch, einen formellen Waffenstillstand zu erreichen“, schrieb das Magazin „Foreign Affairs“. Das strategische Ziel des Iran sei es nun, den Vereinigten Staaten und den Golfstaaten so hohe Kosten aufzuerlegen, dass Trump sich für einen Waffenstillstand entscheidet, der eine Einschränkung künftiger israelischer Aktionen beinhalte.
Realistisch ist das kaum, doch es mangelt an Alternativen. Übrig blieben ein zerbombtes Land, großes menschliches Leid und ein Deal, mit dem keine der drei Kriegsparteien langfristig zufrieden wäre.
22.03.2026, smek, ORF.at
Iran-Krieg: Suche nach der Exitstrategie
 
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