USA - Israel: Angriff auf den Iran bzw. israelische Angriffe auf proiranische Hisbollah-Milizen im Libanon

josef

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#41
Gegenseitige Drohungen
Trump stellt Iran neues Ultimatum
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US-Präsident Donald Trump hat dem Iran in der Nacht auf Sonntag (Ortszeit) ein neues Ultimatum gestellt. Sollte Teheran nicht binnen 48 Stunden die blockierte Straße von Hormus öffnen, würde die US-Armee die iranische Energieinfrastruktur zerstören. Der Iran reagierte mit der Gegendrohung entsprechender Angriffe in der ganzen Golfregion.
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Der Iran müsse die Straße von Hormus, die er nach den US-israelischen Angriffen vor mittlerweile drei Wochen blockiert hatte, vollständig und „ohne Drohungen“ wieder öffnen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Sollte das nicht innerhalb der nächsten beiden Tage passieren, würden die USA iranische Kraftwerke angreifen und zerstören, „beginnend mit dem größten!“, drohte Trump.

Aus Teheran folgte praktisch postwendend eine Warnung an die USA und ihre Verbündeten im Nahen Osten: Sollte die Kraftstoff- und Energieinfrastruktur des Iran angegriffen werden, werde das iranische Militär seinerseits Energie- und Entsalzungsanlagen für Wasser in der gesamten Golfregion ins Visier nehmen, zitierte die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Fars einen Sprecher der iranischen Armee.

Weitere Eskalation mit unklaren Folgen
Damit droht der vor drei Wochen von den USA und Israel am 28. Februar begonnene Krieg zu eskalieren – mit unabsehbaren Folgen für die Region und die gesamte Weltwirtschaft. Bereits jetzt hat der Konflikt um die Straße von Hormus enorme Auswirkungen auf die globalen Märkte und die Rohölpreise. In weiterer Folge sind die Treibstoffpreise stark gestiegen.

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Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Transitstrecken für den internationalen Handel mit Öl und Flüssiggas. Teheran hat infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran mehrfach gedroht, dort Schiffe anzugreifen. Der Schiffsverkehr ist praktisch zum Erliegen gekommen. Von Drohungen ließ sich die Islamische Republik bisher nicht einschüchtern. Sonntagfrüh meldeten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erneut iranische Raketenangriffe.

„Ich will keinen Waffenstillstand“
Laut US-Medienberichten griff die US-Armee zuletzt verstärkt iranische Kriegsschiffe aus der Luft an, um den Iran an Angriffen auf zivile Schiffe in der Straße von Hormus zu hindern. Sie setzte nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben ein, um iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen.

Reuters/Benoit Tessier
Die De-facto-Blockade der Straße von Hormus treibt die globalen Energiepreise nach oben

Trump war am Freitag vor dem Weißen Haus von US-Medien mit den Worten zitiert worden: „Ich will keinen Waffenstillstand. Man schließt keinen Waffenstillstand, wenn man die andere Seite buchstäblich auslöscht.“

Trump will Ziel bald erreicht haben
Als Reaktion auf eine Analyse der „New York Times“, wonach Trump viele seiner eigenen Kriegsziele bisher nicht erreicht habe, antwortete Trump auf Truth Social: „Doch, das habe ich, und Wochen früher als geplant!“ Die USA hätten den Iran „von der Landkarte gefegt“. Das Land habe keine Führung mehr, die Marine und Luftstreitkräfte seien vernichtet. Davon, dass der Iran auch „absolut keine Verteidigung mehr“ habe, wie Trump schrieb, scheint dieser aber noch weit entfernt. Trotzdem behauptete Trump, die USA stünden kurz davor, ihre Ziele in dem Krieg zu erreichen.

Drohungen und über 100 Verletzte nach Angriff auf Israel
Der Iran droht weiter, den Konflikt auf mehreren Ebenen zu eskalieren. Nach Angaben der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklärte der Geheimdienst der Revolutionsgarde, man habe die „verwundbaren Punkte des Feindes“ analysiert und bereite eine neue Angriffswelle „mit neuen Strategien und moderneren Systemen“ vor.

AP/Ariel Schalit
Zumindest zwei Raketen schlugen in Südisrael ein

In Israel wurden am Samstagabend mehr als 100 Menschen bei iranischen Raketenangriffen auf die beiden südlichen Städte Dimona und Arad verletzt. Die israelische Luftabwehr habe mindestens zwei Raketen nicht abfangen können, berichtete das Onlineportal Times of Israel. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem „sehr schweren Abend in unserem Kampf um unsere Zukunft“.

Ziel war offenbar israelische Atomanlage
Iranische Staatsmedien berichteten, die Angriffe hätten einer israelischen Atomforschungsanlage gedient, die etwa zehn Kilometer von Dimona und 30 Kilometer von Arad entfernt liegt. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte Samstagabend auf der Plattform X mit, es lägen keine Hinweise auf Schäden am Nuklearforschungszentrum Negev vor.

Laut iranischen Berichten waren die Angriffe ein Vergeltungsakt für einen israelischen Angriff auf die iranische Urananreicherungsanlage in Natans ebenfalls am Samstag. Der Iran machte die USA und Israel dafür verantwortlich. Israels Armee bestritt, Natans angegriffen zu haben.

Unterschätzte Reichweiten iranischer Arsenale
Erstmals hatte Teheran auch zwei Raketen auf den US-britischen Stützpunkt Diego Garcia gefeuert. Zwar trafen sie laut US-Medien die Basis nicht. Der Stützpunkt liegt aber rund 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste – und damit etwa doppelt so weit entfernt, wie die bisher offiziell bestätigte Reichweite des iranischen Raketenarsenals. Iranische Mittelstreckenraketen könnten mit so einer Reichweite theoretisch auch europäische Städte erreichen.

Israel kündigt Fortsetzung der Angriffe an
„Das zeigt, wie sehr sich der Entscheidungsprozess in Richtung der Extreme bewegt“, zitierte das „Wall Street Journal“ den israelischen Iran-Experten Danny Citrinowicz. Der inzwischen getötete Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei sei beim Einsatz der Streitkräfte mit großer Zurückhaltung vorgegangen. „Diese Zurückhaltung ist nun nicht mehr gewährleistet“, schrieb Citrinowicz auf X.

Netanjahu und sein Verteidigungsminister Israel Katz kündigten eine Fortsetzung der Angriffe auf den Iran an. Man sei entschlossen, „unsere Feinde weiterhin an allen Fronten anzugreifen“, sagte Netanjahu nach den Raketeneinschlägen im Süden Israels. Katz sagte, man werde weiter iranische Kommandeure „enthaupten“ und die strategischen Fähigkeiten der Islamischen Republik zerstören, „bis jede Sicherheitsbedrohung für den Staat Israel und die Interessen der USA in der Region beseitigt ist“.
red, ORF.at/Agenturen

Gegenseitige Drohungen: Trump stellt Iran neues Ultimatum
 

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#42
Raketen aus Iran
Jüngste Angriffe auf Israel folgenschwer
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Seit Beginn des Iran-Kriegs beschießt der von den USA und Israel umfassend angegriffene Iran neben Ländern in der Golfregion auch Israel laufend. Am Sonntag wurden im Raum Tel Aviv Einschläge gemeldet – laut Polizei gab es mindestens 15 Verletzte, wieder soll Streumunition eingesetzt worden sein. Am Samstagabend waren im Süden des Landes infolge schwerer Raketenangriffe über hundert Menschen zum Teil schwer verletzt worden.
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Laut Angaben des israelischen Militärs waren Raketen direkt in den Wüstenstädten Arad und Dimona eingeschlagen. Die Zerstörungen seien „katastrophal“, mehr als hundert Menschen seien verletzt worden, davon Dutzende schwer. In Arad wurden ganze Stockwerke eines mehrgeschoßigen Wohnhauses aufgerissen. Den Behörden zufolge wurden 31 Menschen in eine Klinik eingeliefert, darunter 18 Kinder.

Im Ort Dimona seien fünf Menschen in eine Klinik gebracht worden. Den Behörden zufolge wurden in Arad mindestens acht Gebäude durch eine Rakete beschädigt. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie kurz nach dem Angriff Flammen das oberste Stockwerk eines Wohnhauses erfassten. Der israelische Militärsprecher Nadav Schoschan betonte, es habe sich aber nicht um neuartige Raketen des Iran gehandelt.

Reuters/Roei Kastro
Schwere Zerstörung in Dimona – mindestens acht Gebäude sollen beschädigt worden sein

Raketenabwehr konnte Angriffe nicht stoppen
Die Zerstörung sei durch ballistische Raketen ausgelöst worden – seit Kriegsbeginn seien diese wiederholt eingesetzt worden, sagte der Sprecher – doch seien Raketen dieser Art früher durchaus von der Raketenabwehr abgefangen worden. „Ich habe viele Fragen dazu bekommen, ob die Iraner eine spezielle Rakete abgefeuert haben, die man angeblich nicht stoppen könne, oder Ähnliches“, sagte der Militärsprecher.

Wieso die Raketenabwehr die Geschoße nicht stoppen konnte, ließ er unbeantwortet. Auf die Frage, ob es Sorge um die Sicherheit des israelischen Atomreaktors in der Nähe von Dimona gebe, sagte er: „Kein Kommentar.“ Iranische Staatsmedien hatten berichtet, die Angriffe hätten einer Atomforschungsanlage gedient, die etwa zehn Kilometer von Dimona und 30 Kilometer von Arad entfernt liegt.

Israel: Streumunition bei Angriff auf Raum Tel Aviv
Es handle sich um „Versuche des Iran, Angst zu verbreiten und ein Bild des Sieges zu vermitteln“, so der Sprecher. Gegenwärtig bewege sich die Zahl der täglich auf Israel abgefeuerten Raketen zwischen einem hohen einstelligen bis niedrigen 20er-Bereich. Der Iran habe immer wieder Streumunition auf Bevölkerungszentren abgefeuert, auch bei dem jüngsten Angriff auf Tel Aviv, sagte der Sprecher.

Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Ziel in der Luft und verteilt dann Submunitionen, auch Bomblets genannt, über einem großen Gebiet. Nach Polizeiangaben gab es am Sonntag mehrere Einschläge im Großraum Tel Aviv – 15 Menschen seien verletzt worden, eine Person davor schwer.

Reuters/Amir Cohen
Zerstörung nach einem Einschlag im Raum Tel Aviv am Sonntag

Seit Kriegsbeginn am 28. Februar habe der Iran mehr als 400 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert. Etwa 92 Prozent der Geschoße seien von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden. In dem Zeitraum von gut drei Wochen habe es vier direkte Einschläge in israelischen Städten gegeben – in Tel Aviv, Beit Schemesch, Arad und Dimona. Dazu kommen Einschläge von Raketentrümmern oder von Bomben aus Streumunition.

Tote Person nach Raketenbeschuss aus Libanon
Bei den iranischen Raketenangriffen in Israel habe es bisher nur zivile Opfer gegeben, sagte der Sprecher. Bei einem Raketenangriff auf den Norden Israels wurde nach Angaben von Sanitätern mindestens ein Mensch getötet. Zwei Fahrzeuge seien bei dem Vorfall in Misgav Am an Israels Grenze zum Libanon ausgebrannt, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Der libanesische TV-Sender al-Manar berichtete, eine Raketensalve sei vom Libanon aus in Richtung Misgav Am abgefeuert worden. Der Sender steht der proiranischen libanesischen Hisbollah-Miliz nahe. Nach Beginn des Iran-Kriegs hatte auch die Schiitenmiliz ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen, Israel reagierte mit heftigen Luftangriffen und Bodeneinsätzen in dem nördlichen Nachbarland.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wiesen indes das Militär an, die Zerstörung von Häusern in libanesischen Grenzdörfern zu beschleunigen. Damit sollen Bedrohungen für israelische Gemeinden beendet werden, so Katz am Sonntag. Zudem wurde die Armee angewiesen, Brücken über den libanesischen Fluss Litani zu zerstören. Diese würden für „terroristische Aktivitäten“ genutzt.
Ziele im Irak
Unterdessen griff der Iran laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Sonntag einen Armeestützpunkt nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad mit Drohnen an. Der Stützpunkt nahe dem internationalen Flughafen von Bagdad sei „erneut zum Ziel von Drohnenangriffen geworden“, hieß es. Der Militärkomplex war in der Vergangenheit von der US-Armee genutzt worden.

Seit Beginn des Iran-Kriegs ist auch Bagdad immer wieder Ziel von Drohnenangriffen, die Angriffe richteten sich unter anderem gegen den Flughafen und weitere vom US-Militär genutzte Einrichtungen. Auch die Kurdenregion im Nordirak wurde seitdem immer wieder attackiert. Diese Angriffe wurden proiranischen Gruppen zugeschrieben.

Mehr als 1.500 Tote im Iran seit Kriegsbeginn
Im Iran wurden seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar nach offiziellen Angaben mehr als 1.500 Menschen getötet. Unter den Opfern seien mehr als 200 Menschen im Alter von unter 18 Jahren, teilte der iranische Staatssender IRIB unter Berufung auf das Gesundheitsministerium via X mit. 21.000 weitere Menschen seien verletzt worden. Überprüfbar sind diese Angaben nicht.

Reuters/Alaa Al-Marjani
Ein schwer zerstörtes Haus in Teheran – die Aufnahme stammt von Samstag

Durch die seit Wochen anhaltenden Angriffe der USA und Israels seien Wasser- und Energieinfrastruktur laut iranischen Angaben stark beschädigt worden. Die lebenswichtige Wasser- und Strominfrastruktur des Landes habe „durch Terror- und Cyberangriffe“ der USA und Israels „schwere Schäden erlitten“, erklärte der iranische Energieminister Abbas Aliabadi nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur ISNA.

Andere iranische Medien veröffentlichten Bilder von Rettungskräften, die Leichen aus den Trümmern zerstörter Gebäude in Täbris im Nordwesten des Landes bargen. Es war zunächst unklar, wann diese Luftangriffe stattgefunden hatten. Der Leiter des iranischen Roten Halbmonds, Pirhossein Koliwand, sagte, seit Kriegsbeginn seien mehr als 81.300 zivile Objekte im Iran beschädigt worden.
22.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Raketen aus Iran: Jüngste Angriffe auf Israel folgenschwer
 

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#43
Krieg in Nahost
Entsalzungsanlagen als Achillesferse
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Im Krieg in Nahost sind die Augen der Weltöffentlichkeit derzeit auf die Energieanlagen gerichtet. Der wahre strategische Schwachpunkt könnte laut Fachleuten aber ein ganz anderer sein: Entsalzungsanlagen. Und die am stärksten gefährdete Ressource damit nicht Öl, sondern Wasser sein – mit existenzbedrohenden Folgen für die lokale Bevölkerung. Vereinzelt kam es bereits zu Angriffen – am Sonntag drohte der Iran als Reaktion auf ein US-Ultimatum offen mit Angriffen auf die Entsalzungsanlagen der gesamten Golfregion.
Online seit gestern 22.03.2026, 22.25 Uhr
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„Öl hat den Persischen Golf aufgebaut. Entsalztes Wasser hält ihn am Leben. Der Krieg könnte nun beides bedrohen“, schrieb kürzlich etwa AP. Auch bei CNN ist zu lesen, dass Öl und Gas die Golfregion innerhalb weniger Jahrzehnte von einer dünn besiedelten Region in wohlhabende Länder mit glänzenden, pulsierenden Städten verwandelt habe. Was bei der Entwicklung jedoch oft übersehen werde, sei der Einfluss der Meerwasserentsalzung.

Zwar verbietet humanitäres Völkerrecht Angriffe auf zivile Infrastruktur wie Trinkwasseranlagen, dennoch kam es in den vergangenen Wochen zu mehreren Zwischenfällen. Am Sonntag warf der iranische Energieminister den USA und Israel Angriffe auf die Energieinfrastruktur, aber auch auf „Dutzende Anlagen zur Wasserversorgung und -aufbereitung“ vor.

Gleichzeitig drohte Teheran am Sonntag aber auch mit gezielten Angriffen auf Energieinfrastruktur und die Entsalzungsanlagen in der gesamten Golfregion. Die Drohung folgte im Gegenzug auf ein Ultimatum von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte dem Iran in der Nacht auf Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und „ohne Drohungen“ öffnen.

Hunderte Anlagen entlang Küste
Bereits Anfang März beschuldigte Bahrain den Iran, eine seiner Entsalzungsanlagen beschädigt zu haben. Zuvor hatte der Iran erklärt, ein US-Luftangriff habe eine iranische Anlage beschädigt, wodurch die Wasserversorgung für 30 Dörfer beeinträchtigt worden sei. Und auch aus Kuwait wurden Schäden an einer Entsalzungsanlage gemeldet.

APA/AFP/Fayez Nureldine (Archvibild)
„Öl hat den Persischen Golf aufgebaut. Entsalztes Wasser hält ihn am Leben. Der Krieg könnte nun beides bedrohen“, schreibt AP

Der Nahe Osten ist eine der weltweit trockensten Gegenden mit nur wenigen natürlichen Süßwasserressourcen und deshalb auf Entsalzung zur Wassergewinnung angewiesen. Hunderte von Entsalzungsanlagen befinden sich entlang der Küste des Persischen Golfs und versorgen Menschen im Nahen Osten mit lebenswichtigem Trinkwasser. Laut CNN handelt es sich um rund 100 Millionen Menschen.

Die Anlagen, die vor allem mit Öl und Gas betrieben werden, produzieren etwa 40 Prozent des weltweit entsalzten Wassers. In den Vereinigten Arabischen Emiraten entstammen 42 Prozent des Trinkwassers aus solchen Anlagen, in Kuwait sind es 90 Prozent, in Oman 86 Prozent und in Saudi-Arabien 70 Prozent, wie aus einer Studie des französischen Forschungsinstituts IFRI hervorgeht. Gerade kleinere Staaten wie Bahrain, Katar und Kuwait haben noch dazu wenig Reservevorräte.

Der Iran ist zwar stark von Wasserknappheit betroffen, betreibt bisher allerdings nur eine relativ kleine Zahl an Entsalzungsanlagen und bezieht den Großteil des Süßwassers aus Flüssen und Grundwasser.

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„Wassersupermächte“
„Jeder denkt bei Saudi-Arabien und seinen Nachbarn an Petrostaaten. Aber ich nenne sie Salzwasserkönigreiche. Sie sind menschengemachte, fossil betriebene Wassersupermächte“, sagte Michael Christopher Low, Direktor des Nahost-Zentrums an der University of Utah, gegenüber AP.
Low bezeichnete die Entsalzungsanlagen als „monumentalen Erfolg des 20. Jahrhunderts“, verwies zugleich aber auf ihre Verwundbarkeit. Ein konzertierter Angriff auf die Wasserinfrastruktur wäre jedenfalls eine nahezu „undenkbare Eskalation“, sagte er gegenüber CNN.
In einigen Ländern hätten Behörden zum Schutz gegen Raketen und Drohnen Raketenbatterien um die Anlagen herum aufgestellt, sagte Philippe Bourdeaux. Er ist Direktor bei Veolia, das mehrere Regionen in Saudi-Arabien mit entsalztem Wasser versorgt.

Reuters/Saline Water Conversion Corporation (Archvibild)
Werden gezielt Entsalzungsanlagen angegriffen, komme es zu einem Krieg „der weitaus verheerender ist als der heutige“, so die Wasserökonomin Crauser-Delbourg

CIA: Anlagen extrem anfällig für Sabotage
Bereits 2010 stellte der US-Auslandsgeheimdienst CIA in einer Analyse fest, dass mehr als 90 Prozent des entsalzten Wassers des Golfs aus nur 56 Anlagen stammten. Anlagen, die „extrem anfällig für Sabotage oder militärische Aktionen“ seien. Komme es zu Angriffen auf die kritische Infrastruktur, könnten Ausfälle nicht nur Monate dauern, sondern auch nationale Krisen auslösen. Konkret hieß es, dass die „Störung der Entsalzungseinrichtungen in der Mehrheit der arabischen Länder schwerwiegendere Folgen haben könnte als der Verlust jeder anderen Industrie oder jedes anderen Rohstoffs“.

Warnung vor verheerenden Folgen
Auch die Wasserökonomin Esther Crauser-Delbourg warnte kürzlich gegenüber AFP im Fall von gezielten Angriffen auf das Wasser vor einem Krieg, „der weitaus verheerender ist als der heutige“. Delbourg meinte, es könne zu einem Exodus aus den großen Städten kommen sowie zu Rationierungen. Wassermangel könnte auch zu einer wirtschaftlichen Kettenreaktion mit Auswirkungen auf Tourismus, Industrie und Datenzentren mit ihrem hohen Bedarf an Kühlwasser führen.

IMAGO/Middle East Images/Morteza Aminoroayayi
Ausgetrockneter See im Iran: Aufgrund der Klimakrise wird der Bedarf an entsalztem Wasser steigen

Klimakrise: Dramatische Wechselwirkungen
Zu all dem kommt: Durch die klimawandelbedingte Erwärmung der Ozeane steigt die Intensität und Häufigkeit von Zyklonen, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Sturm- und Regenfluten auf die Küsten treffen und dort Entsalzungsanlagen beschädigen.
Auch die Anlagen selbst tragen zum Problem bei. Entsalzung ist nicht nur teuer, sondern auch energieintensiv, mit weltweit mehreren hundert Millionen Tonnen CO2-Emissionen jährlich. Das Nebenprodukt der Entsalzung, stark konzentrierte Sole, wird typischerweise zurück in den Ozean geleitet, wo sie Meeresbodenlebensräume und Korallenriffe schädigen kann. Zugleich stellen Wasseraufnahmesysteme eine Gefahr für Fischlarven, Plankton und andere Organismen dar.

Da die Klimakrise Dürren sowie Extremwettereignisse intensiviert und Waldbrände anheizt, wird jedoch erwartet, dass der Bedarf nach Entsalzung in vielen Teilen der Welt zunehmen wird. Folglich hält auch der Experte Low den Krieg derzeit zwar als großes, den Klimawandel aber als das weitaus größere Zukunftsrisiko. Der Iran erlebt laut Carbonbrief derzeit das sechste Jahr in Folge eine Dürreperiode.
23.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Krieg in Nahost: Entsalzungsanlagen als Achillesferse
 

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#44
Brücken gesprengt
Israel will Südlibanon „kontrollieren“
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Im Zuge des Vorgehens der israelischen Armee gegen die proiranische Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon eskaliert die Lage zunehmend. Im Fokus steht der Fluss Litani – sein Verlauf macht ihn strategisch bedeutsam. Zuletzt zerstörte die israelische Armee Brücken, um Verbindungen in Richtung Norden zu kappen. Am Dienstag erklärte Verteidigungsminister Israel Katz, die Gebiete südlich des Flusses unter israelische Kontrolle bringen zu wollen.
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Die Streitkräfte würden eine „Verteidigungspufferzone“ gegenüber der Hisbollah schaffen und noch vorhandene Brücken sowie eine Sicherheitszone bis zum Litani unter ihre Kontrolle bringen, sagte Katz beim Besuch eines Militärstützpunkts in Israel. Die maßgeblich vom Iran finanzierte Hisbollah wird von mehreren Ländern wie den USA und einigen europäischen Staaten als Terrororganisation eingestuft.

Die Hunderttausenden aus dem Südlibanon Vertriebenen dürften erst in die Gebiete zurückkehren, bis die Sicherheit für die Bewohner im Norden Israels „garantiert“ sei, so Katz. Die israelischen Bodentruppen würden zudem weiter in den Libanon vorstoßen, kündigte Katz außerdem an. Wo sie gegenwärtig genau stehen, ist aber unklar. Israel teilt die Positionen seiner Truppen grundsätzlich nicht mit.

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Brücken zerstört, Häuser abgerissen
Innerhalb der vergangenen zehn Tage zerstörte die israelische Armee fünf Brücken über den Litani, zudem wurde der Abriss von Häusern vorangetrieben. Israelischen Angaben zufolge soll sich die Offensive gegen die Hisbollah und nicht gegen Zivilisten richten. Nach dem humanitären Völkerrecht dürfen zivile Objekte wie Brücken nicht angegriffen werden, außer sie stellen ein militärisches Ziel dar.

Israel selbst gibt an, die Brücken und Übergänge über den Litani würden militärisch von der Hisbollah genutzt, um Waffen und Kämpfer der Miliz zu bewegen. Auch würden – so die Argumentation Israels – im Zuge der Angriffe Schmuggelrouten der Hisbollah für Raketen und andere Waffen gestört. Entsprechend betrachtet Israel die Brücken als militärische Ziele.

Der israelische Finanzminister Besalel Smotritsch hatte sich am Montag dafür ausgesprochen, das Gebiet bis zum Litani im Südlibanon zu einer „sterilen Sicherheitszone“ zu machen. Der Litani müsse Israels neue Grenze zum Libanon darstellen, forderte er. Es blieb allerdings unklar, ob seine Forderung mit der offiziellen israelischen Regierungslinie übereinstimmt.

Hisbollah kündigt Widerstand an
Die Hisbollah kündigte am Dienstag Widerstand gegen die von Israel angekündigte Kontrolle von libanesischem Gebiet an. Ein solcher Akt würde eine „existenzielle Bedrohung“ für den Libanon als Staat darstellen, sagte der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah der Nachrichtenagentur Reuters. Die Hisbollah werde kämpfen, um das zu verhindern.

APA/AFP/Kawnat Haju
Die wichtige Kasmija‑Brücke über den Litani nach einem israelischen Luftangriff vor einigen Tagen

Libanon will Hisbollah entwaffnen
Der Litani spielt seit Jahren eine wichtige Rolle bei den israelischen Bemühungen, die Hisbollah zurückzudrängen. Die Regierung in Beirut hatte im vergangenen Jahr die Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die proiranische Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen.

Aus israelischer Sicht setzte die libanesische Armee dieses Vorhaben aber nur unzureichend um. Katz hatte der libanesischen Regierung bereits zuvor mit Gebietsverlusten gedroht, sollte sie die vom Iran unterstützte Miliz nicht entwaffnen. Diese hatte am 2. März Raketen auf Israel abgefeuert und den Libanon damit in den wenige Tage davor begonnen US-israelischen Krieg gegen den Iran hineingezogen.

Die Hisbollah-Miliz feuert seither wiederholt Raketen und Drohnen auf israelisches Staatsgebiet. Im Gegenzug beschießt Israel den Libanon – nach eigener Aussage Ziele der Hisbollah. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte die israelische Armee ihre Angriffe auf die Hisbollah verstärkt. Nach Beginn des Iran-Krieges war der Konflikt dann wieder eskaliert.

„Sicherheitszone“ ab 1982
Schon in der Vergangenheit hatte Israel angrenzende libanesische Gebiete unter seine Kontrolle gebracht: Nach dem ersten Libanon-Krieg 1982 richtete Israel im Süden des Libanon eine „Sicherheitszone“ ein, um die nördliche Grenze Israels vor Angriffen durch die damals neu gegründete Hisbollah und andere Milizen zu schützen.

In den folgenden Jahren unterhielten israelische Truppen zusammen mit verbündeten libanesischen Milizen die Kontrolle über Teile der Region. Die Folge war, dass es wiederholt zu Gefechten und Verlusten auf beiden Seiten kam. Nach fast zwei Jahrzehnten zogen sich die letzten israelischen Soldaten schließlich im Jahr 2000 aus dem Südlibanon zurück, womit die „Sicherheitszone“ aufgehoben wurde.

Israel und Libanon melden Tote
Die aktuellen Kampfhandlungen sind umfassend: Israel griff am Dienstag erneut mehrere Vororte der Hauptstadt Beirut an – sowie die Ortschaft Bschamun in der von Drusen bevölkerten Region Aley. Dort seien laut Gesundheitsministerium zwei Menschen getötet worden. Auch sei laut staatlichem Rundfunk die überwiegend von Christen bewohnte Stadt Sahel Alma nördlich von Beirut angegriffen worden. Zugleich wird aus Israel gemeldet, dass bei einem Raketenangriff der Hisbollah-Miliz in Nordisrael eine Frau getötet worden sei. Ein Sanitäter berichtete, die Helfer hätten die Frau in einem Straßengraben mit tödlichen Splitterverletzungen vorgefunden. Zwei weitere Menschen seien bei dem Beschuss in der Nähe der Stadt Safed zudem leicht verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Israelische Medien meldeten unter Berufung auf Armeekreise, dass die Hisbollah seit den frühen Morgenstunden Dutzende Raketen und Drohnen auf Israel gefeuert habe.

Libanon weist iranischen Botschafter aus
Das libanesische Außenministerium entzog unterdessen dem iranischen Botschafter nach eigenen Angaben die Akkreditierung und erklärte ihn zur unerwünschten Person. Der Diplomat müsse das Land bis Sonntag verlassen, teilte das Ministerium mit. Zur Begründung verwies es auf Verstöße Teherans gegen diplomatische Normen und etablierte Gepflogenheiten zwischen den beiden Ländern. Zudem rief das Ministerium seinen eigenen Botschafter im Iran zu Konsultationen in den Libanon zurück.

Die Hisbollah-Miliz verurteilte die Maßnahmen gegen den iranischen Botschafter. Diese Entscheidung diene nicht der nationalen Einheit und öffne die Türen für Spaltungen im Libanon, erklärte die mit dem Iran verbündete Miliz.
24.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Brücken gesprengt: Israel will Südlibanon „kontrollieren“
 

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#45
Iran-Krieg
Angriffe auf Energieanlagen mit Folgen
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Im Krieg in Nahost gerät zunehmend auch zivile Energieinfrastruktur ins Visier der Konfliktparteien. Hilfsorganisationen warnen davor, dass sich die ohnehin schon fatale humanitäre Lage dadurch weiter verschärfen könnte. Berichten zufolge gebe es bereits mehr als 1.400 zivile Opfer. Katastrophale Folgen zeigen sich unterdessen auch beim Klima, wie aktuelle Analysen belegen.
Online seit heute, 0.11 Uhr
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Greenpeace warnte am Montag in einer Aussendung vor weiteren Angriffen, würden diese doch das Risiko einer humanitären Katastrophe bergen: „Die Bombardierung ziviler Strominfrastruktur ist völkerrechtswidrig“, so Jan Vande Putte, Experte für Nuklear- und Strahlenschutz bei Greenpeace International.

Das Stromnetz sei unerlässlich für Krankenhäuser, Trinkwasser, Meerwasserentsalzung und den Betrieb von Kernkraftwerken. „Ein Stromausfall gefährdet Millionen von Menschenleben.“ Eine weitere Eskalation werde das menschliche Leid nur verschärfen und die globale Instabilität verstärken, hieß es dort.

APA/AFP/Karen Minasyan
Laut UNHCR wurden alleine im Iran mehr als drei Millionen Menschen vertrieben

Amnesty International forderte die Konfliktparteien bereits Mitte März auf, „rechtswidrige Angriffe auf Energieinfrastruktur“ zu unterlassen. Diese könnten immense Schäden für die Zivilbevölkerung bedeuten, die Grundversorgung enorm beeinträchtigen sowie zu hohen Umweltschäden und schwerwiegenden Gesundheitsrisiken führen.

UNICEF: Mehr als 300 Kinder getötet
Auch das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) warnte zu Beginn der Woche vor einer Ausweitung bzw. Verlängerung des Krieges. Bis jetzt seien bereits rund 1.700 Kinder im Nahen Osten verletzt und über 300 getötet worden. Zugleich beobachte man enorme Vertreibungen in mehreren Ländern, teilte der UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten, Ted Chaiban, mit. „Im Iran wurden laut UNHCR bis zu 3,2 Millionen Menschen vertrieben, darunter bis zu 864.000 Kinder. Im Libanon sind es über eine Million Menschen, darunter rund 370.000 Kinder.“

Insgesamt seien bisher mehr als 1.400 Zivilistinnen und Zivilisten ums Leben gekommen, wie die BBC in Berufung auf das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA am Montag berichtete. Laut dem TV-Sender al-Jazeera wurden im Iran insgesamt 1.500 Menschen, in Israel 18 und in den Golfstaaten 21 Menschen getötet. Die Informationslage ist jedoch nach wie vor sehr dünn – nicht zuletzt, da die Internetsperre im Iran immer noch anhält.

Gegenüber der BBC sagte Vincent Cassard, Delegationsleiter des Internationalen Rote Kreuzes (IKRK) im Iran, jedenfalls: „Das humanitäre Völkerrecht ist eindeutig: Zivilisten und zivile Infrastruktur müssen vor Angriffen verschont bleiben.“

APA/AFP
Allein in den ersten zwei Wochen des Krieges kam es zu CO2-Emissionen in der Höhe von 5,5 Mio. Tonnen

Immense Umweltschäden
Noch bis zum Wochenende gilt die Anweisung von US-Präsident Donald Trump, militärische Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen. Doch bereits die bisherigen Angriffe haben laut einer Analyse des britischen Thinktanks Climate and Community Institute (CCI) erhebliche Umweltschäden verursacht: Rund fünf Millionen Tonnen CO2 in den ersten 14 Tagen des Krieges.

Der Krieg würde das globale Kohlenstoffbudget schneller aufbrauchen als 84 emissionsarme Länder zusammen, schrieb dazu etwa der „Guardian“. Zerstörte Gebäude würden den größten Anteil der geschätzten CO2-Emissionen ausmachen. Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds von Dienstag mehr als 82.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden.

AP/Vahid Salemi
82.000 zivile Einrichtungen wurden nach Angaben des Roten Halbmonds beschädigt oder zerstört – darunter Zehntausende Wohnungen

„Verstärkte“ Emissionen von Öl- und Gasförderanlagen
Bloomberg zufolge dürften durch die Angriffe einige Öl- und Gasunternehmen zudem mehr Erdgas als üblich direkt abgebrannt haben. Satellitenbilder würden zeigen, dass dadurch mehr Emissionen entstanden seien. „Die Emissionen eröffnen neue Einblicke in den wachsenden CO2-Fußabdruck des Konflikts und zeigen, wie die Treibhausgaskonzentrationen sprunghaft ansteigen können, wenn Infrastruktur für fossile Brennstoffe angegriffen wird“, hieß es in dem Bericht von Montag.

Der „Guardian“ zitierte hierbei Patrick Bigger, CCI-Forschungsdirektor und Mitautor der Analyse: „Jeder Raffineriebrand und jeder Tankerstreik erinnert uns daran, dass eine auf fossilen Brennstoffen basierende Geopolitik mit einem lebenswerten Planeten unvereinbar ist.“ Er sprach von einem Krieg der fossilen Brennstoffe. Den Preis dafür würden unter anderem iranische Zivilistinnen und Zivilisten zahlen müssen.
25.03.2026, sita, ORF.at/Agenturen

Iran-Krieg: Angriffe auf Energieanlagen mit Folgen
 

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#46
Iran-Krieg
Trump spricht von Deal und schickt Soldaten
Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran entwickelt sich offenbar anders, als US-Präsident Donald Trump es geplant hat. Laut Medienberichten ließen die USA dem Iran nun einen 15-Punkte-Plan samt vorläufiger Feuerpause übermitteln – auf den der Iran jedoch negativ reagiert haben soll. Gleichzeitig wurden Pläne des US-Verteidigungsministeriums bekannt, wonach Tausende weitere Soldaten in die Region entsendet werden sollen. Das befeuert Spekulationen über einen Bodeneinsatz.
Online seit heute, 14.13 Uhr (Update: 16.24 Uhr)
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Trump hatte gesagt, der Iran wolle „unbedingt einen Deal abschließen“. Er hatte am Montag von überraschend erfolgreichen Verhandlungen gesprochen, doch in Teheran reagierte man süffisant. Es habe überhaupt keine Gespräche gegeben, hieß es.

Den von den USA vorgelegten Plan für ein Ende des Krieges wies der Iran zurück. „Der Iran hat negativ auf den US-Vorschlag reagiert“, hieß es am Mittwoch im staatlichen Sender Press TV. Zugleich wurde ein Regierungsvertreter mit den Worten zitiert, dass „der Krieg endet, wenn der Iran beschließt, ihn zu beenden – und nicht, wenn Trump es will“.

Plan sieht Wiederöffnung der Straße von Hormus vor
Der Plan aus Washington war pakistanischen Regierungsvertretern zufolge über Islamabad an den Iran übermittelt worden. Er umfasst laut Medienberichten 15 Punkte. Unter anderem sieht er laut „New York Times“ die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie strikte Beschränkungen für das iranische Atomprogramm vor. Im Gegenzug sollen laut dem israelischen Sender Channel 12 die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden.

Beide Seiten würden eine einmonatige Waffenruhe ausrufen, während der sie auf Grundlage des US-Vorschlags aus Washington verhandeln würden. Ein Regierungswechsel im Iran werde in dem US-Plan nicht gefordert, berichtete der Sender.

Iran: USA verhandeln wohl mit sich selbst
Auch zuvor schon hatte sich der Iran bezüglich etwaiger Verhandlungen ablehnend gegeben. Die USA verhandelten wohl mit sich selbst, sagte Militärsprecher Ebrahim Solfaghari staatlichen Medien zufolge. Auch der iranische Botschafter in Pakistan widersprach: Nach seinen Informationen hätten bisher keine direkten oder indirekten Verhandlungen zwischen den beiden Ländern stattgefunden, sagte Botschafter Resa Amiri Moghadam.
Aus der iranischen Führung hieß es ebenso, dass man mit den USA nicht verhandeln könne, da Washington das Land in den vergangenen zwei Jahren während hochrangiger Verhandlungen zweimal angegriffen habe. Der Iran habe „sehr schlechte Erfahrungen mit der amerikanischen Diplomatie“ gemacht, sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums der Zeitung „India Today“ am Dienstag.

Tausende weitere US-Soldaten in Region
Die aktuellen Unfreundlichkeiten dürften wohl kaum zu einer baldigen Konfliktlösung beitragen. Auch sind die Signale aus Washington äußerst widersprüchlich. Laut „Washington Post“ ordnete das US-Verteidigungsministerium die Verlegung von rund 3.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten an. Die „New York Times“ hingegen sprach von rund 2.000 Soldaten. Die US-Spezialkräfte können über feindlichem Gebiet mit Fallschirmen abspringen und wären als Speerspitze eines möglichen Bodeneinsatzes denkbar.

Zwar soll es noch keine Entscheidung darüber geben, ob im Iran tatsächlich Bodentruppen eingesetzt werden. Die Verlegung der Soldaten eröffne Trump aber zusätzliche Handlungsmöglichkeiten, befand das „Wall Street Journal“.

Insel Charg im Fokus
Schon länger gibt es auch im Zusammenhang mit der Verlegung von US-Marineinfanteristen Spekulationen, dass Trump die Truppen einsetzen könnte, um den wichtigsten Ölexporthafen des Iran auf der Insel Charg im Persischen Golf einzunehmen.

Diesen Hebel könnten die USA als Druckmittel gegen den Iran einsetzen, so die Logik. In dem Fall könnte Teheran aber selbst praktisch kein Öl mehr exportieren und dürfte entsprechend wenig Interesse an einer Öffnung der Straße von Hormus haben. Wirtschaftlich wäre ein Verlust der Exporte über die Insel Charg für den Iran allerdings verheerend.

Der Iran warnte die USA am Mittwoch eindringlich vor einem möglichen Einsatz von Bodentruppen. „Wir beobachten alle Bewegungen der USA in der Region genau, insbesondere Truppenverlegungen“, schrieb Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf X. „Stellt unsere Entschlossenheit, unser Land zu verteidigen, nicht auf die Probe!“

Türk: Globale Krise möglich
Die Auswirkungen des Kriegs sind schon jetzt enorm und könnten noch weit schlimmer werden, warnte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, am Mittwoch. Jeden Moment könne er in eine regionale oder globale Krise ausarten. „Dieser Konflikt hat eine beispiellose Kraft, Länder über Grenzen hinweg und auf der ganzen Welt darin zu verstricken“, so Türk in der Dringlichkeitsdebatte des UNO-Menschenrechtsrats in Genf.

Ähnlich äußerte sich UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. Der Konflikt sei außer Kontrolle geraten. Die „Welt steht vor einem größeren Krieg“, sagt Guterres gegenüber der Presse. Er stehe in engem Kontakt mit vielen Akteuren in der Region und weltweit. Es gebe eine Reihe von Initiativen für Dialog und Frieden.
25.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Iran-Krieg: Trump spricht von Deal und schickt Soldaten
 

josef

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#47
Iran-Krieg
IT-Infrastruktur als neues Angriffsziel
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Als Alternative zum Ölgeschäft wollen sich einige Golfstaaten als wichtige Player für internationale IT-Infrastruktur etablieren. Gerade diese wurde nun aber bewusst zum Angriffsziel als Folge des Krieges im benachbarten Iran – mit geopolitischen Konsequenzen.
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Am 1. März am frühen Morgen, also unmittelbar nach dem ersten Angriff der USA und Israels, haben iranische Drohnen zwei Rechenzentren von Amazon Web Services (AWS) in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrain in Brand gesetzt. Die Folge war einer der größten Datenausfälle in der Region – viele Menschen in den beiden Ländern konnten nicht mehr auf ihr Bankkonto zugreifen, Essen bestellen oder ein Taxi rufen.

Es dürfte das erste Mal sein, dass in einem bewaffneten Konflikt in dieser Region gezielt private IT-Infrastruktur angegriffen wird. Überraschend sei es aber nicht, sagt Daniel Hikes Wurm, Experte für neue Technologien aus der Generaldirektion Verteidigungspolitik im Verteidigungsministerium: „Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, insbesondere in dieser Region, und der Möglichkeiten, die der Iran in geographischer Hinsicht hat. Denn die Nähe zu der arabischen Halbinsel ermöglicht entsprechende Schläge.“

Golfstaaten setzen auf IT statt Öl
Solche Angriffe legen nicht nur das Alltagsleben lahm – sie haben auch größere geopolitische Konsequenzen: Vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate, allen voran die Städte Dubai und Abi Dhabi, haben in den letzten Jahren stark auf IT und Services gesetzt, auch als Alternative zum Ölgeschäft.
In der Region sind viele Rechenzentren ausländischer Firmen entstanden – angelockt mit dem Versprechen von billiger Energie, niedrigen Steuern und wenig Widerstand der Bevölkerung. Vor allem in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Finanzdienstleistungen – allen voran Kryptowährungsgeschäfte – wollten sich die Golfstaaten als wichtige Player etablieren. Große US-amerikanische Tech-Firmen wie Google, Microsoft und OpenAI, aber auch die Familie von US-Präsident Donald Trump selbst, haben in diesen Ländern viel Geld investiert.

„Die Golfregion hat stark auf diese neuen Technologien gesetzt und setzt immer noch darauf, als Teil des Transformationsprozesses ihrer Wirtschaft“, sagt Hikes-Wurm. „Und jeder Schlag, den die Golfstaaten hier erleiden, ist natürlich auch ein Problem für ihre Glaubwürdigkeit als verlässlicher Serviceprovider, als verlässlicher Anbieter.“

Unterseekabel in der Straße von Hormus
Aber nicht nur Rechenzentren sind ein neues Angriffsziel in diesem Konflikt. Auch die Straße von Hormus ist ein strategischer Punkt: Denn sie ist nicht nur eine Engstelle für den Schiffsverkehr, von wo aus Öl in die Welt geliefert wird. Es führen auch wichtige Unterseekabel durch, sagt Hikes-Wurm: „Man schätzt, dass circa 90 Prozent des Internetverkehrs zwischen Europa und Asien durch diesen engen Punkt durchmüssen. Damit reicht hier schon eine latente Bedrohung, um diesen Verkehr zu stören. Zum Beispiel auch durch Beschädigungen, die nicht notwendigerweise aus Sabotageangriffen entstehen.“

Die Kabel müssen also gar nicht direkt angegriffen werden – es reichen schon Kollateralschäden, wenn zum Beispiel ein Öltanker havariert. Das war 2024 schon einmal der Fall, als Huthi-Gruppen aus dem Jemen dort ein Schiff angriffen. Auch derzeit können laufend entstehende Schäden an den Unterseekabeln nicht behoben werden, weil Reparaturschiffe wegen der Gefahrenlage nicht ausfahren. „Die Frage ist jetzt, ob man das rasch ersetzen kann“, so Hikes-Wurm. „Die Antwort ist: Nein. Also man kann weder auf satellitengestützte Infrastruktur im ausreichenden Maße zurückgreifen, noch kann man sehr rasch Kabel verlegen.“

Dazu kommen als Angriffsziele noch die Anlandestationen dieser Unterseekabel – aber auch Infrastruktur für die Energieversorgung. Denn die ausländischen Investoren wurden ja mit dem Versprechen von billigem Strom angelockt, um in der Region die sehr energieaufwändigen Rechenzentren zu betreiben. Dieses Versprechen wackelt jetzt, sagt Hikes-Wurm. „Es nützt das beste Rechenzentrum vor Ort nichts, wenn dort nichts verarbeitet werden kann, oder das dann nicht entsprechend verteilt werden kann.“

IT-Verwundbarkeiten in anderen Konflikten
Ziel des Irans ist es, mit diesen Angriffen, einen Keil in die Partnerschaft zwischen den USA und den Ländern auf der Arabischen Halbinsel zu treiben. Sie rücken aber auch in den Blick, wie verwundbar Tech-Infrastruktur in solchen Konflikten mittlerweile ist. Denn vor allem Rechenzentren sind sehr groß und produzieren sehr viel Wärme – und sind daher mit Wärmebildkameras leicht aufzufinden. „Militärisch sind die hochinteressant, denn so ein Rechenzentrum kann man nicht leicht verstecken! Die haben eine massive Hitzesignatur, die im Verhältnis relativ leicht aufzuklären ist.“

Rechenzentren und andere IT-Infrastruktur könnten daher auch in zukünftigen Kriegen und Konflikten eine Rolle spielen, sagt der Experte aus dem Verteidigungsministerium: „Man versucht immer, die Schwachstellen des Gegenübers erstens zu kennen und dann auch auszunutzen. Und man kann schon sagen, dass die digitale Infrastruktur ein wesentlicher Faktor in diesem Zusammenhang ist.“
26.03.2026, Irmi Wutscher, ORF Wissen
IT-Infrastruktur als neues Angriffsziel
 

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#48
Krieg in Nahost
Wie löchrig ist Israels Schutzschirm gegen Raketen aus dem Iran und dem Libanon?
Ohne große Intensität, dafür aber fast ohne Unterlass, greift das Regime in Teheran Ziele des Erzfeindes an. Israels Luftabwehr funktioniert gut – aber nicht fehlerfrei. Zudem sind die Systeme extrem teuer

Schon mehr als 80 iranische Angriffswellen gegen Israel gab in den vergangenen Wochen (Bild: Der Start einer iranischen Rakete am 26. März).
AFP/IRIB TV/-

Der Krieg im Nahen Osten entwickelt sich immer mehr zum Zermürbungskrieg. Der Iran feuert unablässig Raketen und Drohnen in Richtung Israel und Golfstaaten. In Israel trifft er dabei zwar auf ein gut funktionierendes, vielschichtiges Raketenabwehrsystem; doch je länger der Krieg andauert, desto mehr stößt das System an seine Grenzen.

Immer wieder durchdringen iranische Raketen den Schutzschild. In manchen Fällen kommt es dabei zu Einschlägen mit vielen Verletzten oder sogar Toten. So schlugen zum Beginn dieser Woche in den südisraelischen Städten Dimona und Arad zwei ballistische Raketen ein, es gab 180 Verletzte. "Es gab einen Versuch, die Raketen abzufangen", sagt Sprecher Nadav Shoshani. Sowohl in der Stadt Dimona als auch im nahegelegenen Arad schlugen diese Abfangversuche jedoch fehl.

Die Armee bestreitet, dass der Raketenschutzschild löchrig wird. Im Gegenteil: Die Abfangquote sei sogar höher als im Irankrieg im vergangenen Juni. Mindestens 92 Prozent der Raketenangriffe würden demnach erfolgreich abgewehrt. Dieser Durchschnittswert differenziert nicht zwischen den Angriffen der Hisbollah aus dem Libanon und den Angriffen aus dem Iran.

Iron Dome
Gegen die Kurzstreckenraketen der Hisbollah kommt der wesentlich billigere Iron Dome zum Einsatz. Abfangquoten von über 90 Prozent sind hier üblich. In den vergangenen Tagen kam es zu einer Steigerung der Angriffe aus dem Libanon. Die Feuerquote aus dem Iran hat laut Angaben der Armee jedoch stark abgenommen. Sie liege nun "80 bis 90 Prozent" unter der Angriffsfrequenz der ersten Kriegstage, sagt Shoshani.

In den israelischen Städten, vor allem im Großraum Tel Aviv, spürt man davon wenig. Immer noch lösen iranische Raketenangriffe mehrmals täglich Luftschutzalarm aus. Das liegt an der iranischen Zermürbungstaktik: Anstatt viele Raketen auf einmal abzufeuern, setzt man auf viele, kleine Salven, die über den Tag verstreut werden.

Das hat jedoch auch zur Folge, dass der Raketenschild häufig zum Einsatz kommen muss. Die effektivste Methode, um die schweren ballistischen Raketen aus dem Iran abzuwehren, sind die Arrow-Systeme. Sie sind teuer und ihre Komponenten sind begrenzt verfügbar: Laut einer Auswertung des Royal United Service Institute (RUSI) hat Israel in den ersten 16 Tagen des Kriegs bereits mehr als 81 Prozent seiner Arrow-Abfangraketen eingesetzt.

Deutlich besser sieht es mit dem Vorrat an Iron Dome-Abfangraketen aus: Hier steht Israel laut der Auswertung bei einer Ausschöpfungsquote von 19 Prozent des Arsenals. Für die Abwehr ballistischer Raketen aus dem Iran in größerer Höhe ist dieser Abwehrschild jedoch ungeeignet.

David's Sling
Bleibt noch die dritte Ebene der Raketenabwehr: David's Sling – die Schleuder Davids. Dieses Abwehrsystem ist für Mittelstreckenraketen geeignet. Für Angriffe mit ballistischen Raketen aus dem Iran wurden dieses Abwehrsystem nicht angelegt.

Israels Armee setzte sie laut israelischen Medienberichten jedoch wiederholt gegen iranische Angriffe ein – nicht immer mit Erfolg. Die Einschläge in Arad und Dimona gingen laut einem Bericht des öffentlichen Senders Kan 11 auf einen fehlgeschlagenen Abfangversuch mit der David-Schleuder zurück.

Dass das System trotzdem auch gegen iranische Raketen eingesetzt wird, hat taktische, aber auch finanzielle Gründe. Die bei David's Sling eingesetzte Abfangrakete kostet rund eine Million Dollar, eine Arrow-Abfangrakete hingegen rund drei Mal so viel. Die Komponenten von David's Sling können zudem schneller nachproduziert werden.

Laut Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums wurde David's Sling in der Periode zwischen dem Irankrieg im Juni 2025 und dem aktuellen Krieg angepasst und mit einem Upgrade versehen, um neuen Bedrohungen zu begegnen. Worum es sich dabei handelt, ist unklar.

Laut RUSI-Auswertung wurden in den ersten 16 Tagen des Krieges 54 Prozent der Abfangraketen für die David-Schleuder eingesetzt.

Niedrige Feuerrate
Wie lange hält der Schutzschild den Angriffen aus dem Iran noch stand? Diese Frage stellen sich in Israel derzeit viele. Schätzungen darüber sind wenig zuverlässig: Niemand weiß, wie sich die Angriffsrate aus dem Iran entwickeln wird.

Die derzeit niedrige Feuerrate könnte ein Zeichen dafür sein, dass dem Iran die Raketenvorräte ausgehen oder dass ein großer Teil der Abschussanlagen nicht zugänglich ist. Genauso plausibel sei es aber, dass der Iran die Raketen aus taktischen Gründen zurückhält, meint Luftkrieg-Expertin Kelly Grieco vom Stimson-Center.

Israels Armee will sich bei der Raketenabwehr jedenfalls nicht nur auf die teuren Schutzschilde verlassen. Eine wichtige Komponente der Defensive ist es, direkt Raketenabschussanlagen im Iran auszuschalten. In den ersten zwei Wochen war Israels Luftwaffe damit äußerst erfolgreich, seither lassen große Fortschritte aber auf sich warten. Der Iran setzt häufig auf mobile Abschussrampen, die schwerer zu lokalisieren sind. Zweifellos spielt aber auch das schlechte Wetter eine Rolle: Die Raketenwerfer können bei starker Bewölkung und Stürmen nicht so leicht identifiziert werden.
(Maria Sterkl aus Haifa, 27.3.2026)
Wie löchrig ist Israels Schutzschirm gegen Raketen aus dem Iran und dem Libanon?
 

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#49
Geopolitik
Trump hat in der Straße von Hormus quasi nur schlechte militärische Karten
Die Geografie, Irans Skrupellosigkeit und der Vorteil asymmetrischer Kriegsführung eröffnen Washington nur kostspielige Optionen, gegen die der Präsident und seine Basis immer auftraten
Nachdem das Regime in Teheran den ersten Schock der Enthauptungsschläge durch Israel und die USA mit erstaunlicher Resilienz durchtaucht hatte, löste es einen Flächenbrand in der Region aus. Die Bombardierung von Energieanlagen in den Nachbarstaaten trieb die Kosten für die USA hoch. Das Ass im Ärmel, das jeder geopolitische Stratege kannte, war die De-facto-Sperre der Straße von Hormus durch anhaltende Angriffe auf Fracht- und Tankerschiffe US- und israelfreundlicher Staaten. Ein Angriff auf den Welthandel.

Mit der angeblichen Zerstörung von über 100 iranischen Schiffen und dutzenden Minenlegerbooten wurden Irans maritime Fähigkeiten seither extrem eingeschränkt. Trump übertreibt, wie so oft, ein wenig, aber viel Schlagkräftiges von Irans Marine ist tatsächlich nicht mehr übrig.


Die Straße von Hormus als Flaschenhals.
Der Standard / Fatih Aydogdu

Und dennoch sagt Alex Younger, bis 2020 Chef des britischen Auslandsgeheimdiensts MI6, zum Economist, dass der Iran "seit gut zwei Wochen die Oberhand in diesem Krieg gewonnen hat". Wie kann das sein?

Trumps Brutalo-Rhetorik half dem Regime den Krieg als "Überlebenskrieg" darzustellen, während Washington den Krieg jederzeit wieder beenden könne. Gleichzeitig "globalisierte" Teheran den Krieg, indem es eine Energiekrise entfachte. Teheran habe seine "schwachen Karten ziemlich gut ausgespielt", meint Younger.

Macht der Geografie
Doch welche Karten bleiben nun den USA? Die Geografie setzt hier eindeutige Grenzen. Die schweren Tanker sind in der ohnehin schmalen Wasserstraße auf teils nur drei Kilometer breite Korridore angewiesen. Weil die iranischen Küstengebiete rasch recht gebirgig werden, bietet die Region ein hervorragendes Terrain für Verstecke und den Beschuss von Tankern mit Artilleriemunition und Raketenwerfern. Gleichzeitig ist es extrem schwierig, hier etwaige Bodenoffensiven zu lancieren.


Iranische Jetboote mit fix-verankerten Maschinengewehren und Raketenwerfern.
EPA/IRGC HANDOUT

Hinzu kommen nicht nur iranische Anti-Schiffs-Raketen mit Reichweiten um die 700 Kilometer, die auf die Wasserstraße gefeuert werden können, sondern auch Drohnen. Viele davon können tief aus dem Landesinneren gestartet werden. Und die Bestände sind groß, Moskau liefert zudem bereits Nachschub. Weil die Schiffe dem Land derart nahekommen, können auch küstennah gestartete Drohnenschwärme binnen weniger Minuten ihre Ziele erreichen. Martin Sampson, ein pensionierter britischer Luftmarschall und Nahost-Exekutivdirektor am International Institute for Strategic Studies (IISS), verglich den Wirkungsbereich dieser Drohnenschwärme kürzlich mit der "Killzone" im Ukrainekrieg. Bisher hätten "kleinere Einweg-Drohnen mit geringerem Kaliber keine Rolle gespielt", sagte Sampson in einem Webinar. Für die Straße von Hormus seien sie aber absolut geeignet und könnten den Kampf abermals verkomplizieren.

Angst vor der Mine
Ferner drohen Gefahren im Wasser. Da gibt es etwa die kleinen Angriffsboote, oftmals nur versehen mit einem fest montierten Maschinengewehr. Viele davon dürften von den USA bereits versenkt worden sein. Die Vorkriegsbestände lagen laut einigen Berichten aber im vierstelligen Bereich. Zudem lässt sich ein Maschinengewehr recht rasch auf ein "normales" Motorboot montieren oder von Soldaten notfalls auch tragen.


Irans Revolutionsgarden beim Test LKW-gestützter Anti-Schiffs-Raketen des Typs Ghadr-380.
AFP/SEPAH NEWS/-

Eine andere Gefahr sind im Meeresboden liegende, im Wasser schwimmende oder auf dem Wasser treibende Minen. Experten wie Nick Childs, ebenso vom IISS, sprechen hier von Beständen zwischen 5000 und 6000 Stück, wie auch das Branchenmagazin Defense News berichtet. Zwar sind viele Minenleger zerstört, im Zweifel ließen sich diese aber auch von einem Fischerboot schubsen, sagt Childs. Und: "Minen haben zwei Sprengköpfe", sagt Childs. "Der eine ist ein hochexplosiver Sprengkopf, der andere ein psychologischer." Welcher Kapitän (und welcher Versicherer) riskiert schon gern die Fahrt durch ein Minenfeld, wie engmaschig dieses tatsächlich sein mag.

Schwierige Optionen
Die Folgen dieser Unsicherheit sind auf einer weiteren Wasserstraße ersichtlich. Seit Oktober 2023 versenkten Huthi-Rebellen im Jemen in der Straße von Bab al-Mandab am Roten Meer bereits vier zivile Handelsschiffe – solche mit Israelbezug und solche ohne diesen. Der Terror führte zum Einbruch der Handelsvolumina um mehr als 60 Prozent. US- und EU-geführte Operationen zur Sicherung der Schiffe verschlangen bereits Milliarden, dennoch wählen etliche Handelsschiffe lieber den elendslangen Umweg über das Horn von Afrika. Marineanalyst Joshua Tallis sieht in der Sicherungsmission maximal ein strategisches Unentschieden, eher aber eine strategische Niederlage des Westens, wie er zu Reuters sagte. Dabei sei der Iran um ein Vielfaches kompetenter als seine Verbündeten, die Huthis.

Die oftmals vorgeschlagene Eskortierung von Handelsschiffen durch das US-Militär in der Straße von Hormus wäre kein Präzedenzfall. Schon gegen Ende des Iran-Irakkrieges in den 1980ern eskortierte man kuwaitische Schiffe in der Operation "Earnest Will". Allerdings umfasste die US-Marine damals noch doppelt so viele Schiffe, 600 statt 300. Außerdem waren Drohnen noch nicht verfügbar, der Iran schwächer, weil im Bodenkampf gegen den Irak beschäftigt, und Teheran vermied Angriffe auf die USA. Washington war keine direkte Konfliktpartei, und man fürchtete deren Eingreifen.


Ein irakischer Tanker brennt im Persischen Golf.
REUTERS/Mohammed Aty

US-Zerstörer, die Drohnen abschießen könnten, können aber nicht gleichzeitig Minen räumen. Minenräumer brauchen Luftabwehr. Und beide brauchen Verteidigung gegen Angriffsboote. Kurzum: ein teures Unterfangen für die USA.

Völlige Eskalation
Weitere militärische Optionen bringt das Israel-affine Washington Institute for Near East Policy in seiner Analyse ins Spiel. Sie wären jedoch noch kostspieliger, verlustreicher und abschreckender für Alliierte. Man müsse den "Spieß umdrehen" heißt es dort. Das Institut schlägt die Einnahme durch Bodentruppen oder die Seeblockade des Öl-Export-Hubs auf der Insel Kharg vor, durch welche 90 Prozent der iranischen Öl-Exporte fließen. Weitere Optionen seien die Festsetzung und Übernahme iranischer Tanker der Schattenflotte, ähnlich, wie man es schon mit venezolanischen Tankern betrieben hatte. Weil 80 Prozent der iranischen Importe über die Straße von Hormus kommen, regt das Institut gar an, Einfuhren abseits von Energie zu blockieren. Den Iran von Nahrungsmittellieferungen abzuschneiden und eine humanitäre Krise zu eskalieren, würde aber internationale Ächtung garantieren. Die ebenso geforderte Bombardierung der Energieinfrastruktur würde die Weltwirtschaft weiter torpedieren.

Der Iran habe mit Erpressungstaktik ein Dilemma geschaffen, welches auf "Alles-oder-Nichts"-Szenarien mit teils fatalen Folgen für die Weltwirtschaft hinauslaufen würde, schlussfolgert das Institut. So gut wie jede militärische Option widerspricht Trumps Wahlkampfversprechen. Bleibt die Frage: Kommt am Ende doch wieder einer der berühmt-berüchtigten Trump-Deals?
(Fabian Sommavilla, 28.3.2026)
Trump hat in der Straße von Hormus quasi nur schlechte militärische Karten
 

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#50
Bodentruppen im Iran
Berichte über US-Pläne mehren sich
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Die Berichte über einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen im Iran mehren sich. Am Samstag (Ortszeit) meldete die Zeitung „Washington Post“, das Pentagon bereite eine „wochenlange“ Bodenoffensive vor. Teheran warnte Washington am Sonntag vor einem solchen Schritt. Der Iran sei vorbereitet, sagte Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf.
Online seit heute, 18.32 Uhr (Update: 19.09 Uhr)
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Die potenzielle Bodenoffensive soll laut „Washington Post“ kombinierte Einsätze von Truppen der regulären Infanterie und Spezialeinheiten vorsehen, jedoch nicht als vollständige Invasion angelegt sein. Das US-Verteidigungsministerium, das von Präsident Donald Trump in „Kriegsministerium“ umbenannt wurde, plant laut der Zeitung mehrere Wochen für einen solchen Einsatz ein.

Bodeneinsatz birgt erhebliche Risiken
Ein Bodeneinsatz würde eine Eskalation in eine gefährliche neue Phase des Konfliktes bedeuten, schrieb die Zeitung. US-Soldaten würden am Boden erheblich mehr Gefahren ausgesetzt als bisher, wie etwa dem Beschuss durch iranische Drohnen und Raketen, Gefechten und improvisierten Sprengsätzen. Ob Trump vorhat, die Pläne abzusegnen, war unklar. Nach Angaben der Quellen der „Washington Post“, die anonym über die hochsensiblen Militärpläne sprachen, laufen die Vorbereitungen für eine mögliche Offensive am Boden bereits seit Wochen.

Reuters/Majid Asgaripour
Zerstörtes Gebäude nach Angriff in Teheran

Auch das Portal Axios hatte vor wenigen Tagen von Militärplänen berichtet, die für einen „finalen Schlag“ zur Beendigung des Kriegs gegen den Iran neben Bombardierungen den Einsatz von Bodentruppen vorsehen. Konkreter umfassen mögliche Szenarien Axios zufolge die Einnahme oder Blockade von strategisch wichtigen Inseln in der Straße von Hormus wie Charg, wo der Iran einen Großteil seiner Erdölausfuhren abwickelt.

USA entsenden Tausende Soldaten in Region
Der Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran tobt seit mehr als einem Monat. Die Regierung in Washington hat Marineinfanteristen in den Nahen Osten verlegt und plant zudem, Tausende Soldaten der 82. Luftlandedivision in die Region zu entsenden.

Ein erstes Kontingent traf am Freitag an Bord eines Schiffs für amphibische Angriffe ein. Auch das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, dass es sich bei den bis zu 10.000 weiteren US-Soldaten, deren Entsendung in die Region derzeit erwogen werde, um Infanteristen handeln dürfte.

Iran: Gesprächsangebot nur „Täuschungsmanöver“
Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf warf den USA Täuschungsmanöver bei ihrem Vorstoß für eine diplomatische Beendigung des Kriegs in Nahost vor. Die USA würden unter dem Deckmantel von Verhandlungsangeboten insgeheim einen Bodenangriff vorbereiten, sagte Ghalibaf in einer Botschaft an die Nation.

Die iranischen Streitkräfte warteten auf die Ankunft von US-Bodentruppen, um diese und ihre regionalen Partner zur Rechenschaft zu ziehen. „Solange die Amerikaner die Kapitulation des Iran anstreben, lautet unsere Antwort, dass wir niemals eine Demütigung akzeptieren werden“, so Ghalibaf.

Menschenrechts-NGO: Bisher 3.400 Tote im Iran
Der Iran und Israel setzten ihre gegenseitigen Attacken am Wochenende fort. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, Raketen seien in einem Wohngebiet südlich von Teheran eingeschlagen, dabei seien zehn Menschen ums Leben gekommen. Israel und die USA griffen zudem nach Angaben iranischer Staatsmedien einen Hafen nahe der Straße von Hormus an. Dabei seien fünf Menschen gestorben.

Das israelische Militär bestätigte Angriffe in der iranischen Hauptstadt sowie anderen Gebieten in dem Land. Ziel sei die Infrastruktur des iranischen Machtapparats gewesen, darunter Produktionsstätten von Raketen und Drohnen, hieß es.

Das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA schrieb, die Angriffe der vergangenen Tage auf den Iran seien die stärksten seit Kriegsbeginn gewesen. 74 Prozent der Angriffe hätten sich in Teheran ereignet. Nach Angaben von HRANA wurden mehr als 3.400 Menschen getötet, darunter mindestens 1.500 Zivilistinnen und Zivilisten.

Feuer in israelischer Chemiefabrik
Der Iran setzte umgekehrt seine Raketenangriffe auf Israel fort. Rund um die Wüstenstadt Beerscheva im Süden des Landes wurden mehrere Menschen verletzt. In einer Chemiefabrik brach nach einem iranischen Treffer Feuer aus, eine riesige Rauchwolke stieg zum Himmel. Gefahr für die Bevölkerung bestand laut Umweltministerium nicht.

Ein weiterer Angriff galt der Wüstenstadt Dimona, die in der Nähe des israelischen Atomreaktors liegt. In dem Ort hatte es bei einem Angriff vor einer Woche Dutzende Verletzte und Zerstörungen in einem Wohngebiet gegeben.

Angriffe auf Golfstaaten
Auch in anderen Ländern der Region dauern die iranischen Gegenangriffe an. Mehrere Golfstaaten meldeten Schäden, darunter nach Angriffen auf ein Metallwerk in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), bei dem es nach offiziellen Angaben auch mehrere Verletzte gab.
Auch Katar, Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien meldeten neue Angriffe. In Kuwait zielten einige davon auf das Umfeld des internationalen Flughafens und verursachten erhebliche Schäden am Radarsystem. Bei einem iranischen Raketenangriff auf ein Militärlager wurden zehn kuwaitische Soldaten verletzt.

Medien verbreiten neue Chamenei-Botschaft
Staatliche Medien im Iran verbreiteten unterdessen eine Botschaft des politischen und geistlichen Führers, Ajatollah Modschtaba Chamenei. Darin bedankte er sich beim irakischen Volk und der dortigen religiösen Führung für die Unterstützung seines Landes. In den Berichten wurde nicht erläutert, auf welchem Weg die Botschaft übermittelt wurde.

Chamenei war zum Nachfolger seines Vaters ernannt worden, nachdem dieser zu Kriegsbeginn getötet worden war. Er soll selbst verletzt worden sein. In der Öffentlichkeit ist er seit seiner Ernennung nicht in Erscheinung getreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand schürt.
29.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Bodentruppen im Iran: Berichte über US-Pläne mehren sich
 

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#51
Fünfte Woche
Iran-Krieg geht mit voller Wucht weiter
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Die USA und Israel setzen ihre schweren Angriffe auf den Iran in der nunmehr fünften Kriegswoche fort. Die israelische Armee gab an, „militärische Infrastruktur“ in Teheran anzugreifen. Auch das US-Militär griff laut US-Präsident Donald Trump weiter an. Der Iran warnte Trump vor dem Einsatz von Bodentruppen. Dieser heizt die Spekulationen darüber weiter an.
Online seit heute, 8.27 Uhr (Update: 17.52 Uhr)
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Trump formulierte es auf seiner Plattform Truth Social so: „Großer Tag im Iran“. Das US-Militär habe „viele seit Langem verfolgte Ziele“ angegriffen und zerstört. Details verriet er nicht.

Der Iran setzte flankiert von der von ihm unterstützten Huthi-Miliz im Jemen seine Gegenangriffe auf Israel und benachbarte Golfstaaten fort. Die israelische Armee teilte in der Nacht mit, es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden.

Infolge eines Angriffs brach zudem in Israels bedeutendster Ölraffinerie am Montag ein Brand aus. Laut der Feuerwehr entfachte sich der Brand durch herabgestürzte Trümmer nach der Abwehr eines Luftangriffs. Die Brandbekämpfung ging demnach am Nachmittag weiter, verletzt wurde den Angaben zufolge niemand.

Der Iran beschoss Israel zudem erneut mit Raketen. Berichte über Einschläge oder Verletzte gab es nicht. Israel griff unterdessen nach eigenen Angaben eine den iranischen Revolutionsgarde unterstehende Universität in Teheran an. In den vergangenen Tagen sei „eine der zentralen militärischen Infrastruktureinrichtungen der Revolutionsgarde angegriffen“ worden, so die Armee am Montag.

Erneut iranisches Geschoß in Türkei abgefangen
In der Türkei wurde erneut ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoß von einem NATO-Abwehrsystem abgefangen. Es sei in den türkischen Luftraum eingedrungen, teilte das türkische Verteidigungsministerium auf X mit. Alle notwendigen Maßnahmen würden entschlossen und ohne zu zögern gegen jede Bedrohung des Staatsgebiets und des Luftraums des Landes ergriffen, hieß es. Es ist bereits der vierte Vorfall dieser Art in den vergangenen Wochen.

Golfstaaten erneut unter Beschuss
Auch Kuwait und andere Golfstaaten gerieten wieder unter Beschuss durch den Iran. Das Energieministerium in Kuwait meldete in der Nacht auf der Plattform X Schäden an einem Nebengebäude eines Stromkraftwerks und einer Entsalzungsanlage. Ein indischer Arbeiter sei ums Leben gekommen.
Die Luftabwehr Saudi-Arabiens fing laut Verteidigungsministerium fünf ballistische Raketen ab. Auch Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate fingen laut dem arabischen Sender al-Jazeera Drohnen und Raketen ab.

Reuters/Majid Asgaripour
Katastrophenschutz im Einsatz nach einem Treffer in Teheran

Straße von Hormus bleibt weitgehend geschlossen
Zugleich hält der Iran faktisch die für den globalen Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus geschlossen. Auf die Frage, ob in den kommenden Tagen ein Waffenruheabkommen erzielt werden könne, das die Meerenge öffnen werde, lehnte es Trump gegenüber der „Financial Times“ ab, Details zu nennen.

Trump drängte den Iran wiederholt zur Öffnung der Meerenge. Am Montag drohte er erneut: Sollte aus irgendeinem Grund nicht in Kürze eine Einigung erzielt werden „und sollte die Straße von Hormus nicht sofort ‚für den Verkehr freigegeben‘ werden, werden wir unseren schönen ‚Aufenthalt‘ im Iran damit beenden, dass wir alle ihre Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Charg in die Luft jagen und vollständig zerstören“, so Trump in sozialen Netzwerken.

Trump redet über Bodentruppen
Der US-Präsident heizt damit Spekulationen über eine Bodenoffensive in der Islamischen Republik weiter an. „Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen“, sagte er der „Financial Times“. Über Charg wickelt der Iran etwa 90 Prozent seiner Erdölausfuhren ab.

Das Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten in die Region angeordnet, die für Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, schrieb die Zeitung. Laut „New York Times“, befinden sich mittlerweile mehr als 50.000 US-Soldatinnen und -Soldaten in der Region. Dabei hatte Trump stets ein Ende der US-Einsätze insbesondere im Nahen Osten angekündigt.

Öl und Uran als Ziele
Ein Angriff auf Charg wäre riskant. Experten warnen, dass US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären. „Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen“, sagte Trump der „Financial Times“ und fügte hinzu: „Aber einige dumme Leute in den USA sagen: ‚Warum tust du das?‘ Aber das sind dumme Leute.“

Trump erwägt zudem einem Medienbericht zufolge im Iran einen Militäreinsatz zur Bergung von rund 400 Kilogramm hochangereichertem Uran. Er prüfe zurzeit, wie gefährlich das für die dafür nötigen Bodentruppen wäre, zitierte das „Wall Street Journal“ US-Beamte. Eine Entscheidung habe der Präsident noch nicht getroffen, er stehe der Idee aber grundsätzlich offen gegenüber.

Neue Frist gesetzt
Trump hat dem Iran eine neue Frist gesetzt, um ein Abkommen zur Beendigung des von den USA und Israel begonnenen Krieges zu akzeptieren, andernfalls drohen US-Angriffe auf den iranischen Energiesektor. Die Frist läuft am 7. April um 2.00 Uhr MESZ ab. Trotz seiner Drohungen, iranische Ölförderanlangen einzunehmen, betonte Trump der Zeitung zufolge, dass die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran über pakistanische Vermittler gut vorankämen.

Die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei hatten am Sonntag in Islamabad über eine mögliche Deeskalation des Iran-Krieges gesprochen. Am Montag führte auch EU-Ratspräsident Antonio Costa nach eigenen Angaben ein gutes Gespräch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif. Pakistan bereitet nach eigenen Angaben für die kommenden Tage Gespräche vor, die zur Beendigung des Konflikts beitragen sollen. Es blieb unklar, ob die USA und der Iran ihre Teilnahme an den Gesprächen in Pakistan bereits zugesagt hatten.

Blauhelmsoldaten verletzt
Israels Armee meldete, sie habe am Montag neue Angriffe auf mutmaßliche Hisbollah-Ziele in Beirut gestartet. Derweil wies Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Armee an, weiter im Süden des Libanon vorzudringen, um den „bestehenden Sicherheitsstreifen“ auszudehnen.
Immer wieder geraten auch die Blauhelmsoldaten im Grenzgebiet zu Israel zwischen die Fronten. Am Montag wurden einige Soldaten der Friedenstruppe UNIFIL verletzt, ihr Fahrzeug sei schwer beschädigt worden, teilte die Sprecherin Kandice Ardiel mit. Zunächst wurde nicht mitgeteilt, wie viele Soldaten verletzt wurden. Zwei Soldaten konnten demnach jedoch zunächst nicht geborgen worden, da Sicherheitsgarantien für das Gebiet fehlten. Erst am Vortag war bei der Explosion eines Geschoßes in einer Stellung der UNO-Friedenstruppen ein Blauhelmsoldat aus Indonesien getötet.
30.03.2026, red, ORF.at/Agenturen

Fünfte Woche: Iran-Krieg geht mit voller Wucht weiter
 

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#52
Luftraumsperre für Militärflüge
Spanien verschärft Kurs gegen Iran-Krieg
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Die spanische Regierung verschärft ihren Kurs gegen den von den USA und Israel geführten Krieg gegen den Iran: Sie hat den eigenen Luftraum für alle militärischen Flüge gesperrt, die mit den Angriffen in Verbindung stehen. Madrid zählt in Europa zu den schärfsten Kritikern der militärischen Operationen. Überflüge von Militärmaschinen lehnt übrigens auch Österreich ab.
Online seit heute, 15.56 Uhr
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„Natürlich“ sei die Nutzung des spanischen Luftraums „für Handlungen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran nicht erlaubt“, sagte am Montag Verteidigungsministerin Margarita Robles. Die Maßnahme „ist Teil der Entscheidung der spanischen Regierung, sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, nicht zu beteiligen und ihn nicht zu unterstützen“, sagte Vizeministerpräsident und Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo.

Das Verbot geht laut Zeitung „El Pais“ über das bisherige Verbot von Starts von spanischen Militärbasen in Rota und Moron für Angriffe oder Luftbetankung hinaus und betrifft nun den Überflug militärischer Flugzeuge, die etwa von Stützpunkten in Großbritannien und Frankreich aus operieren. Nur in Notfällen seien Ausnahmen vorgesehen, so „El Pais“.


Grafik: ORF; Quelle: El Pais
Das spanische Veto hat konkrete Auswirkungen auf die Kriegsführung. Die USA müssen ihre Flugrouten anpassen und Bomber weiträumig um die Iberische Halbinsel herumführen oder auf Basen in anderen europäischen Ländern ausweichen. Statt Spanien dient nun unter anderem der britischer Stützpunkt Fairford als Ausgangspunkt für Einsätze. Zudem wurden Tankflugzeuge aus Spanien nach Deutschland und Frankreich verlegt.

Schärfster Kritiker in Europa
Madrid zählt in Europa zu den schärfsten Kritikern der militärischen Operationen der USA und Israels. Ministerpräsident Pedro Sanchez sagte seit Beginn der Offensive immer wieder „Nein zum Krieg!“ Bereits kurz nach dem Beginn des Krieges am 28. Februar hatte er vor knapp einem Monat den USA die Nutzung der Militärbasen Rota und Moron für Einsätze gegen den Iran untersagt. Diese Stützpunkte in Andalusien im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien und den USA betrieben.

IMAGO/Europa Press/Eduardo Briones
Die Militärbasis Rota in Andalusien darf für Angriffe auf den Iran nicht genutzt werden

Trotzdem bleibt Spanien indirekt Teil der militärischen Infrastruktur der NATO. So beteiligt sich das Land etwa an defensiven Maßnahmen zum Schutz von Verbündeten, etwa in der Türkei und im östlichen Mittelmeer, wie „El Mundo“ berichtete. Die Regierung verfolge einen klaren Kurs gegen den Krieg, versuche aber gleichzeitig, ihre Bündnisverpflichtungen nicht zu gefährden.

Der Minister sagte, dass diese Beziehungen dieselben seien wie vor Beginn dieser Offensive im Persischen Golf, und er gehe davon aus, dass das auch so bleiben werde, trotz US-Präsident Donald Trumps Drohung mit einem Handelsembargo gegen Spanien, nachdem sich die Regierung geweigert hatte, den USA die Nutzung der Stützpunkte Rota und Moron für den Krieg im Iran zu gestatten.

Innenpolitische und historische Motive
Die klare Haltung von Sanchez hat auch innenpolitische Gründe. In Spanien ist die Skepsis gegenüber militärischen Interventionen Israels und der USA traditionell groß. Bereits während des Gaza-Krieges demonstrierten Hunderttausende Spanierinnen und Spanier für Palästina, es kam teils zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und antisemitischen Äußerungen.

Sanchez warf Israel einen Völkermord im Gazastreifen vor. Spanien stellte daraufhin Waffenlieferungen an Israel ein, berief seine Botschafterin in Tel Aviv ab und erkannte einen Palästinenserstaat an. Spanien boykottiert außerdem den Song Contest in Wien wegen der Teilnahme Israels.

Auch an die Folgen des Krieges der USA gegen den Irak erinnerte Sanchez. „Vor 23 Jahren hat uns eine andere US-Regierung in einen Krieg im Nahen Osten hineingezogen.“ Doch der Irak-Krieg habe das Gegenteil dessen bewirkt, was damals versprochen wurde, sagte Sanchez. Trump warf er vor, „russisches Roulette mit dem Schicksal von Millionen Menschen zu spielen“.

Im europäischen Vergleich fällt Spaniens Position besonders auf. Während viele Regierungen zwischen Unterstützung, Kritik und strategischer Zurückhaltung schwanken, formulierte Sanchez eine eindeutige Ablehnung. Andere Staaten betonten eher sicherheitspolitische Interessen oder vermieden klare völkerrechtliche Bewertungen. Spanien hingegen stellte genau diese Frage ins Zentrum und nahm dafür Spannungen mit den USA in Kauf – nun eben mit der Sperre seines Luftraums.

Madrid kündigt Milliardenentlastungen an
Angesichts der zahlreichen Drohungen Trumps, die Handelsbeziehungen mit Spanien abzubrechen, versicherte Cuerpo aber, dass die bilateralen Beziehungen dieselben seien wie vor Beginn der Offensive gegen den Iran, und erwartete, dass das auch so bleiben werde: „Spanische Unternehmen agieren heute gegenüber den USA unter den gleichen Bedingungen wie französische, deutsche oder italienische Unternehmen.“

Zuvor hatte die spanische Regierung ein milliardenschweres Entlastungspaket für die Bürgerinnen und Bürger angekündigt, um die Folgen des Iran-Krieges abzufedern. Teil der fünf Milliarden Euro umfassenden Maßnahmen seien eine Senkung der Energiesteuer und ein Einfrieren der Mieten im Land. „Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Antworten“, sagte Sanchez.

Auch Österreich lehnt Überflüge ab
Auch Österreich lehnt Überflüge und den Transit von Truppen „aus Gründen der Neutralität“ ab, hieß es am Montag auf Anfrage aus dem Verteidigungsministerium, und zwar „dann, wenn diese der militärischen Unterstützung einer Kriegspartei dienen würden. Wenn somit bekannt ist, dass ein Militärluftfahrzeug oder Militärfahrzeug in einem Konflikt direkt oder indirekt involviert ist, wird in Abstimmung mit dem Außenministerium ein Überflug oder eine Durchfahrt verwehrt“, so das Verteidigungsministerium.
30.03.2026, satt, ORF.at/Agenturen

Luftraumsperre für Militärflüge: Spanien verschärft Kurs gegen Iran-Krieg
 

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#53
Stützpunkt auf Sizilien
Italien lässt US-Militärjets nicht landen
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Italien hat den USA die Nutzung des Militärstützpunkts Naval Air Station Sigonella auf Sizilien verweigert, wie die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Dienstag berichtet. Die Ablehnung durch Verteidigungsminister Guido Crosetto erfolgte laut Bericht, nachdem italienische Behörden von einem Flugplan mehrerer US-Flugzeuge erfahren hatten. Diese sollten in Sigonella landen und anschließend in den Nahen Osten weiterfliegen.
Online seit heute, 14.10 Uhr (Update: 14.34 Uhr)
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Laut dem Blatt lagen zuvor weder eine offizielle Genehmigungsanfrage noch eine Abstimmung mit dem italienischen Militär vor. Der Plan sei den italienischen Behörden erst mitgeteilt worden, als sich die Flugzeuge bereits in der Luft befanden. Weitere Überprüfungen hätten ergeben, dass es sich nicht um reguläre oder logistische Flüge handelte, die unter das bilaterale Abkommen zur Nutzung von Militärbasen fallen.

Regierung Meloni dementiert Spannungen mit USA
Die italienische Regierung bestätigte in einer Presseaussendung, die Nutzung des sizilianischen Stützpunkts verweigert zu haben. „Die italienische Regierung handelt im Einklang mit den geltenden internationalen Abkommen sowie den vom Parlament vorgegebenen Leitlinien“, hieß es. Es gebe weder kritische Punkte noch Spannungen mit internationalen Partnern.

Insbesondere die Beziehungen zu den USA seien „stabil und von enger sowie vertrauensvoller Zusammenarbeit geprägt“. Die italienische Regierung werde „daher weiterhin im Rahmen der bestehenden Verträge handeln, die Vorgaben des Parlaments respektieren und zugleich internationale Verlässlichkeit sowie den Schutz der nationalen Interessen gewährleisten“, hieß es.

Genehmigung des Parlaments nötig
Nach Beginn des Krieges hatten Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Crosetto erklärt, dass die USA ihre Stützpunkte in Italien weiterhin für normale Operationen im Rahmen des bestehenden Abkommens nutzen könnten. Für darüber hinausgehende Einsätze sei jedoch eine Genehmigung des Parlaments erforderlich. Die Basis Sigonella auf Sizilien ist einer der am nächsten zu Libyen gelegenen NATO-Stützpunkte.

Die Oppositionsparteien riefen Meloni auf, über den Fall zu berichten. Der Vorsitzende der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung, Ex-Premier Giuseppe Conte, forderte die Regierung auf, den USA auch logistische Unterstützung für militärische Einsätze zu verweigern. Die von den USA und Israel durchgeführten Angriffe seien bewaffnete Einsätze „in offenkundiger Verletzung des Völkerrechts“, so Conte.

Trump: Frankreich „sehr unkooperativ“
Unterdessen übte US-Präsident Donald Trump Kritik an Frankreich: Das Land habe „Flugzeugen mit militärischer Ausrüstung an Bord, die nach Israel unterwegs waren, den Überflug seines Territoriums verweigert“, behauptete Trump am Dienstag in seinem Onlinenetzwerk Truth Social, ohne Details zu nennen. Frankreich sei gegenüber den USA „sehr unkooperativ“ gewesen. Einen Stellungnahme aus Paris liegt noch nicht vor.

Spanien sperrte Luftraum für Militärflüge
Erst am Vortag hatte die sozialistisch geführte spanische Regierung ihren ablehnenden Kurs gegen den von den USA und Israel geführten Krieg gegen den Iran verschärft: Sie sperrte den eigenen Luftraum für alle militärischen Flüge, die mit den Angriffen in Verbindung stehen. „Natürlich“ sei die Nutzung des spanischen Luftraums „für Handlungen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran nicht erlaubt“, sagte am Montag Verteidigungsministerin Margarita Robles.

Die Maßnahme „ist Teil der Entscheidung der spanischen Regierung, sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, nicht zu beteiligen und ihn nicht zu unterstützen“, sagte Vizeministerpräsident und Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo.
Das Verbot geht laut Zeitung „El Pais“ über das bisherige Verbot von Starts von spanischen Militärbasen in Rota und Moron für Angriffe oder Luftbetankung hinaus und betrifft nun den Überflug militärischer Flugzeuge, die etwa von Stützpunkten in Großbritannien und Frankreich aus operieren. Nur in Notfällen seien Ausnahmen vorgesehen, so „El Pais“.

Österreich lehnt Überflüge ab
Auch Österreich lehnt Überflüge und den Transit von Truppen „aus Gründen der Neutralität“ ab, hieß es am Montag auf Anfrage von ORF.at aus dem Verteidigungsministerium, und zwar „dann, wenn diese der militärischen Unterstützung einer Kriegspartei dienen würden. Wenn somit bekannt ist, dass ein Militärluftfahrzeug oder Militärfahrzeug in einem Konflikt direkt oder indirekt involviert ist, wird in Abstimmung mit dem Außenministerium ein Überflug oder eine Durchfahrt verwehrt“, so das Verteidigungsministerium.
30:06:2026; red, ORF.at/Agenturen

Stützpunkt auf Sizilien: Italien lässt US-Militärjets nicht landen
 

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#54
Massenvertreibung
Israels Plan für „Pufferzone“ im Südlibanon
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Die israelische Armee wird sich kaum auf absehbare Zeit aus dem Süden des Libanon zurückziehen. Im Gegenteil will Israel dort eine „Pufferzone“ einrichten, was de facto einer vorübergehenden Besetzung entspricht. Vertriebene dürfen nicht zurückkehren, und ihre Zahl steigt ständig, wie es am Mittwoch hieß. Die israelische Armee griff erneut auch die Hauptstadt Beirut an.
Online seit gestern 01.04.2026, 20.59 Uhr
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Der Fokus der weltweiten Aufmerksamkeit liege auf dem Iran, schrieb die israelische Tageszeitung „Haaretz“ am Mittwoch, „der Libanon wird vergessen, wieder einmal“. Ganze Stadtviertel in Beirut seien mittlerweile zerstört, Krankenhäuser würden angegriffen, mehr als eine Million Menschen seien auf der Flucht, und internationale Hilfe bleibe aus. Die Menschen im Südlibanon würden alleingelassen.

In der Nacht auf Mittwoch griffen die israelischen Luftstreitkräfte erneut Beirut an. Ziel seien ein ranghoher Kommandant der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz sowie ein weiterer „Terrorist“ gewesen, teilte die israelische Armee (IDF) im Onlinenetzwerk Telegram mit. Laut Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mehrere Menschen getötet. Angriffe gab es auch auf die Umgebung des internationalen Flughafens von Beirut.

Reaktion auf Raketenbeschuss Nordisraels
Vor den Angriffen in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt hatte das israelische Militär Menschen in dem Viertel aufgerufen, dieses zu verlassen, da sie sich in der Nähe einer „Einrichtung der Hisbollah“ befänden. Die dicht besiedelten Vororte im Süden Beiruts gelten als Hochburg der proiranischen Terrororganisation.

APA/AFP
Ruinen in der libanesischen Hauptstadt Beirut

Die Hisbollah hatte zuvor am Dienstagabend den Norden Israels mit Raketen und Drohnen angegriffen. In mehreren Gebieten gab es Luftalarm, etwa auch in der Küstenstadt Haifa am Mittelmeer. Die Rettungsdienste meldeten mehrere Verletzte in Nordisrael. Die Hisbollah habe sich zu den Angriffen bekannt, hieß es. Das Nachrichtenportal Times of Israel zitierte die IDF mit den Worten, die Hisbollah feuere täglich bis zu 150 Raketen auf Israel ab.

Partei im Krieg gegen den Iran
Die israelische Armee hatte Dienstagabend mitgeteilt, sie habe seit Anfang März mehr als 180 Raketenabschussrampen im Libanon zerstört. Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar hatte auch die Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen, Israel reagierte mit heftigen Luftangriffen und Bodeneinsätzen in dem nördlichen Nachbarland. Zuletzt starben auch drei Soldaten der UNO-Friedensmission United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) im Südlibanon.

Israel kündigt Einrichtung von „Pufferzone“ an
Am Dienstag kündigte Verteidigungsminister Israel Katz an, dass Israel eine „Pufferzone“ im Libanon einrichten werde. Diese solle zwischen der israelischen Grenze und dem Fluss Litani im Süden des Libanon liegen.

APA/AFP
Rauchwolken nach einem israelischen Luftangriff über einer Siedlung im Südlibanon

Israel werde die komplette Kontrolle über den Bereich übernehmen, sobald der Kampf gegen die Hisbollah beendet sei, sagte Katz. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt auf libanesischer Seite.

Häuser werden gezielt zerstört
Der israelische Verteidigungsminister sagte weiter, mehr als 600.000 libanesischen Einwohnerinnen und Einwohnern des Gebiets, die nach Norden fliehen mussten, werde die Rückkehr südlich des Litani untersagt, bis die Sicherheit der Bewohner im Norden Israels gewährleistet sei.

AP/Emilio Morenatti
Das Camille Chamoun Sports City Stadium in Bir Hassan bei Beirut, gebaut 1957 für knapp 50.000 Besucher, als Notunterkunft

Zu diesem Zweck würden alle Häuser in Dörfern nahe der Grenze im Libanon nach dem Vorbild des Gazastreifens zerstört, um Bedrohungen nahe der Grenze für die Bewohner im Norden Israels dauerhaft zu beseitigen. Einige europäische Länder, Kanada und die UNO kritisierten die Pläne Israels.

Die UNESCO stellte 39 Kulturstätten im Libanon unter erhöhten Schutz, sie werde „technische und finanzielle Unterstützung“ bereitstellen, Vorsichtsmaßnahmen und Risikomanagement verbessern und Kulturmitarbeiter und Soldaten in der Region zusätzlich schulen.
Der britische „Economist“ schrieb von einer „Strategie der maximalen Zerstörung“, wie sie Israel schon im Gazastreifen angewendet habe. Die „New York Times“ berichtete am Mittwoch, dass Angehörige der christlichen und drusischen Minderheit in der Evakuierungszone bleiben dürften und nur schiitische Muslime gehen müssten. „Israels Botschaft an den Südlibanon“ laute: „Schiiten müssen gehen.“

Caritas spricht von „Vertreibungskrise“
Die Caritas sprach am Mittwoch in einer Presseaussendung von einer „Vertreibungskrise“. Seit Beginn der israelischen Angriffe im Libanon seien mehr als 1.200 Menschen ums Leben gekommen, darunter mindestens 124 Kinder. Sie trafen „Gewalt und Vertreibung“ aktuell im Nahen Osten „mit besonderer Härte“, so die Caritas.

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Jedes fünfte Kind habe sein Zuhause verloren, Zehntausende lebten in Notunterkünften oder im schlimmsten Fall auf der Straße. Überfüllte und oft unhygienische Unterkünfte erhöhten das Risiko für Krankheiten, Gewalt, Vernachlässigung und familiäre Trennung. Gleichzeitig hinterließen Bomben, Flucht und die ständige Angst tiefe psychische Spuren, so Andreas Knapp, Generalsekretär der Auslandshilfe der Caritas Österreich. Die Caritas ersucht um Spenden für die Betroffenen der humanitären Krise.

Flucht nach Syrien
Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) haben seit Beginn der Angriffe auf den Libanon mehr als 200.000 Menschen das Land in Richtung des benachbarten Syrien verlassen. Knapp 180.000 davon seien Syrer, die vor Gewalt in ihrem Heimatland in den Libanon geflüchtet waren. Auch etwa 28.000 Libanesen, die aus dem Süden des Landes geflohen sind, hätten die Grenze auf der Suche nach mehr Sicherheit überquert.

„Sie kommen erschöpft, traumatisiert und mit nur wenigen Habseligkeiten an“, sagte Aseer al-Madaien, die amtierende UNHCR-Vertreterin in Syrien. In Syrien reicht es zur Versorgung der Flüchtlinge und Rückkehrer nur für das Notwendigste an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Kleidung und Notquartieren. Am Dienstag warnte die UNO, dass der Libanon wegen der andauernden Angriffe und Massenvertreibungen vor einem Abgrund stehe.
02.04.2026, red, ORF.at/Agenturen
Massenvertreibung: Israels Plan für „Pufferzone“ im Südlibanon
 

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#55
Von Drohungen begleitet
USA zerstören größte Brücke im Iran
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Die US-Armee hat in der Nacht auf Freitag die größte Brücke im Iran angegriffen. Laut Angaben aus Teheran starben mehrere Menschen, knapp hundert sollen verletzt worden sein. Die Autobahnbrücke, teils noch in Bau, stürzte ein. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit weiteren Angriffen auf die Infrastruktur.
Online seit heute, 15.00 Uhr
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Die Brücke, bekannt als B1, liegt auf der Pendlerstrecke zwischen der Stadt Karadsch und der Millionenmetropole Teheran und außerdem an einem Verkehrsknotenpunkt in Richtung des Kaspischen Meeres. Die Brücke war mit 132 Metern die höchste im Iran.

Sie wurde laut iranischen Angaben zweimal hintereinander angegriffen, das zweite Mal, als sich bereits Rettungskräfte an der Brücke befunden hätten. Bilder und Videos zeigten Rauchwolken nach den Raketeneinschlägen und Brückenelemente, die in sich zusammenstürzten. Laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA kamen mindestens acht Menschen ums Leben, zumindest 97 wurden verletzt. Entlang der Straße nach Norden fiel die Stromversorgung aus.

Trump droht: Erst Brücken, dann Kraftwerke
Am Montag endet ein Ultimatum Trumps, das er dem Iran am vorigen Wochenende gestellt und mittlerweile verlängert hat. Sollte Teheran bis dahin nicht die Blockade der Straße von Hormus beenden, werde die US-Armee damit beginnen, die iranische Energieinfrastruktur zu zerstören, hatte seine ursprüngliche Drohung gelautet.

AP/Vahid Salemi
Ein Treffer auf die Brücke ließ den Überbau einbrechen

Am Donnerstag nach dem Angriff auf die Brücke verschärfte Trump seine Drohungen weiter. Die US-Armee habe „noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was im Iran noch übrig ist“, erklärte er in seinem Onlinedienst Truth Social. Als Nächstes seien „die Brücken, dann die Kraftwerke“ an der Reihe.

Gezielter Angriff
„Die größte Brücke im Iran stürzt ein und wird nie wieder genutzt werden – es wird noch viel mehr folgen!“, schrieb Trump und postete dazu ein kurzes Video, das die einstürzende Brücke vor einem Bergmassiv zeigt, dichte Rauchschwaden steigen auf. Der Iran sollte sich auf einen „Deal“ einlassen, bevor es zu spät sei und nichts mehr übrig bleibe von dem Land, drohte Trump weiter.

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Trumps Post ließ kaum Zweifel, dass das US-Militär die Brücke – einen Teil der zivilen Infrastruktur des Landes – gezielt angegriffen hat. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf einen Militärvertreter, dass die US-Streitkräfte damit einen geplanten militärischen Nachschubweg unterbunden hätten.

Angeblich Nachschubroute im Visier
Das „Wall Street Journal“ zitierte ähnlich einen hochrangigen US-Beamten mit den Worten, dass der Angriff Teil umfassenderer Bemühungen der USA gewesen sei, militärische Nachschubrouten zu unterbrechen. Der Iran solle so daran gehindert werden, Teile für ballistische Raketen und Drohnen an Einheiten im ganzen Land zu verteilen.

Iran spricht von „moralischem Zusammenbruch“
Der iranische Außenminister Abbas Araktschi verurteilte die Zerstörung der Brücke scharf. Derartige Angriffe seien Ausdruck eines „moralischen Zusammenbruchs“, schrieb er auf der Plattform X. Das Ansehen der USA werde sich niemals davon erholen. „Angriffe auf zivile Struktur einschließlich unfertiger Brücken werden die Iraner nicht zur Kapitulation zwingen.“

Trump hatte zuvor weitere heftige Angriffe auf den Iran angekündigt. „Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören“, sagte er am Mittwoch (Ortszeit) in einer TV-Rede.

Iranische Rakete schlägt nahe Tel Aviv ein
Israel meldete am Freitag Luftangriffe auf zahlreiche Ziele des iranischen Raketenprogramms und auf den Südlibanon, außerdem seien zuletzt im Iran zwei ranghohe Armeekommandanten getötet worden. Auch der Iran und seine Verbündeten, etwa die Terrororganisation Hisbollah im Libanon und die jemenitische Huthi-Miliz, setzten ihrerseits ihre Raketenangriffe auf Israel fort.

Am Donnerstagabend gab es in der Küstenmetropole Tel Aviv und anderen Städten in Israel mehrmals Luftalarm, Menschen mussten Schutzräume aufsuchen. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie eine Rakete in der Stadt Petach Tikva bei Tel Aviv einschlug. Laut Medienberichten riss sie einen Krater in einem Industriegebiet. Bei einem Raketenangriff der Hisbollah-Miliz wurde laut Medienberichten in der Stadt Naharija im Norden Israels ein Kindergarten getroffen. Zu Schaden kam niemand.

Brand in Raffinerie in Kuwait
Auch arabische Länder meldeten weiter Angriffe aus dem Iran, darunter Kuwait, wo eine Erdölraffinerie getroffen wurde. Laut BBC-Liveticker brach ein Brand aus. Auch eine der lebenswichtigen Entsalzungsanlagen für Trinkwasser dort wurde erneut angegriffen. In Abu Dhabi verursachten Trümmer einer Drohne oder Rakete aus dem Iran einen Brand in einer Erdgasanlage.

Experten kritisieren in offenem Brief US-Kurs
Laut BBC wurde zuletzt ein offener Brief veröffentlicht, der von mehr als hundert Expertinnen und Experten für internationales Recht unterzeichnet worden sei. In dem Schreiben äußerten diese „tiefe Betroffenheit“ über Verletzungen internationalen Rechts durch die USA, Israel und den Iran.
Im Fokus stehe dabei das Vorgehen der USA. Dieses und die Rhetorik der Regierung bzw. Trumps („auslöschen“) seien „zutiefst besorgniserregend“ und stellten in einigen Fällen Verstöße gegen das Völkerrecht dar. Die Unterzeichner, laut BBC Wissenschaftler und frühere US-Regierungsmitarbeiter, bezeichneten den Angriff Israels und der USA auf den Iran als „klaren Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen“, die militärische Gewalt über Selbstverteidigung hinausgehend verbietet.
03.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Von Drohungen begleitet: USA zerstören größte Brücke im Iran
 
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#56
Iran
USA bestätigen Abschuss von Kampfjet
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Iranische Streitkräfte haben einen US-Kampfjet über dem Iran abgeschossen. Die USA bestätigten am Freitag entsprechende Angaben der Revolutionsgarde. Eines der beiden Besatzungsmitglieder konnte Medienberichten zufolge geborgen werden. Nach der Zerstörung einer Autobahnbrücke durch die USA drohten US-Präsident Donald Trump und Israel Teheran unterdessen mit weiteren Angriffen auf die Infrastruktur.
Online seit heute, 17.00 Uhr (Update: 19.07 Uhr)
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Der US-Kampfjet sei in der Mitte des Landes abgeschossen worden, teilte die iranische Revolutionsgarde mit. Das amerikanische Militär habe eine Rettungsaktion gestartet, um die Besatzung zu finden, bevor iranische Soldaten zu den Piloten gelangen, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf amerikanische und israelische Regierungskreise.

Der US-Sender CBS und israelische Medien berichteten, ein Besatzungsmitglied sei von US-Streitkräften geborgen worden. Bei dem abgeschossenen Jet handelte es sich laut CBS um eine F-15E, deren Crew aus zwei Personen besteht. Die Suchaktion des US-Militärs dauere an, meldete CBS.

An der Suche sind laut „Washington Post“ ein Tankflugzeug und zwei Helikopter beteiligt. Gesucht wird CNN zufolge in der Provinz Chusistan im Südwesten. Es ist der erste Verlust eines US-Kampfflugzeugs seit Kriegsbeginn im März. Die iranische Revolutionsgarde hatte zunächst erklärt, bei dem abgeschossenen Flugzeug handle es sich um einen F-35-Jet.

Fachleute: Abgeschossener Jet war F-15
In sozialen Netzwerken kursierten Videos von Militärhubschraubern und Tankflugzeugen, die eine Suchaktion der US-Luftstreitkräfte zeigen sollen. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht verifizieren. Die iranische Revolutionsgarde sprach von einem abgeschossenen F-35-Jet. Fachleute wiesen jedoch darauf hin, dass die veröffentlichten Fotos mehr auf ein Wrack eines F-15-Kampfjets hindeuteten. Die Besatzung von F-15-Jets können je nach Modell eine oder zwei Personen sein.

US-Angriff auf Autobahnbrücke
Die US-Armee hatte in der Nacht auf Freitag die größte Brücke im Iran angegriffen. Laut Angaben aus Teheran starben mehrere Menschen, knapp hundert sollen verletzt worden sein. Die Autobahnbrücke, teils noch in Bau, stürzte ein.

Die Brücke, bekannt als B1, liegt auf der Pendlerstrecke zwischen der Stadt Karadsch und Teheran und außerdem an einem Verkehrsknotenpunkt in Richtung des Kaspischen Meeres. Die Brücke war mit 132 Metern die höchste im Iran. Sie wurde laut iranischen Angaben zweimal hintereinander angegriffen, das zweite Mal, als sich bereits Rettungskräfte an der Brücke befunden hätten.

Netanjahu: „Bombardieren Brücken“
Am Montag endet ein Ultimatum Trumps, das er dem Iran am vorigen Wochenende gestellt und mittlerweile verlängert hat. Sollte Teheran bis dahin nicht die Blockade der Straße von Hormus beenden, werde die US-Armee damit beginnen, die iranische Energieinfrastruktur zu zerstören, hatte seine ursprüngliche Drohung gelautet.

Reuters/Majid Asgaripour
Zerstörte Gebäude nach US-israelischem Angriff in Kardsch im Iran

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte am Freitag ebenfalls weitere gemeinsame Angriffe auf iranische Infrastruktur an. „Wir schalten Kommandeure aus, bombardieren Brücken, bombardieren Infrastruktur“, sagte Netanjahu.,3

Israel: Iranische Kommandanten getötet
Iranische Medien berichteten am Freitag über Angriffe auf einen Flughafen bei Teheran und eine Universität in der Hauptstadt. Zudem habe es einen Drohnenangriff auf ein Lagerhaus der Hilfsorganisation Roter Halbmond in der südiranischen Provinz Buschehr gegeben.

Israel meldete am Freitag Luftangriffe auf zahlreiche Ziele des iranischen Raketenprogramms und auf den Südlibanon, außerdem seien zuletzt im Iran zwei ranghohe Armeekommandanten getötet worden. Freitagnachmittag meldete das israelische Militär eine neue Angriffswelle auf Teheran. Zudem habe man in der libanesischen Hauptstadt Beirut „Terrorinfrastruktur“ ins Visier genommen, teilte die Armee mit.

Israel: Iranische Angriffe mit Streumunition
In Israel, wo Jüdinnen und Juden derzeit Pessach feiern, gab es erneut iranische Raketenangriffe. Im Norden des Landes bei Haifa gab es am Vormittag Einschläge, berichteten israelische Medien. Ein Mann wurde verletzt. Nach israelischen Angaben setzte der Iran Streumunition ein.

Reuters/Shir Torem
Ausgebrannte Autos nach iranischem Angriff in Nordisrael

Der Iran erklärte, militärische Einrichtungen beschossen zu haben, unter anderem einen Flugplatz der Armee bei Haifa. In der Metropolregion Tel Aviv sei eine Produktionsstätte für Kampfdrohnen getroffen worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Die iranischen Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Schäden an Militäranlagen und im Rüstungsbereich unterliegen in Israel der Zensur.

Raffinerie in Kuwait in Flammen
Am Freitag gerieten auch mit den USA verbündete Länder erneut unter Beschuss: In Kuwait trafen iranische Drohnen eine Raffinerie und lösten Brände aus, meldete die staatliche Nachrichtenagentur des Emirats. Wie die staatliche Kuwait Petroleum Company (KPC) mitteilte, seien in mehreren Betriebseinheiten Feuer ausgebrochen. Die Anlage gehört zu den wichtigsten Ölraffinerien des Landes und auch der Golfregion. In Kuwait wurden außerdem nach Angaben der dortigen Regierung ein Kraftwerk und eine Wasserentsalzungsanlage getroffen.
In Saudi-Arabien habe die Luftabwehr sieben Drohnen abgefangen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Angriffe wurden auch aus Bahrain und Jordanien gemeldet. In Jordanien wurden nach staatlichen Angaben zwei Personen verletzt.

In Abu Dhabi wurden nach offiziellen Angaben zwölf Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt. Eine Gasanlage stellte in dem Emirat nach offiziellen Angaben den Betrieb ein. Insgesamt hätten die Vereinigten Arabischen Emirate am Freitag 18 ballistische Raketen, vier Marschflugkörper und 47 Drohnen abgefangen, teilte das Verteidigungsministerium mit.
03.04.2026, red, ORF.at/Agenturen
Iran: USA bestätigen Abschuss von Kampfjet
 

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#57
Israelische Angriffe
Ein Monat Krieg im Libanon – und kein Ende in Sicht
Die humanitäre Lage verschlechtert sich laut UN "in alarmierendem Tempo". Israel spricht von einer "Pufferzone" bis zum Litani-Fluss, die aber Berichten zufolge nur Schiiten verlassen müssen

Zahlreiche Menschen sind aus dem Südlibanon in die Hauptstadt Beirut geflohen – wo es bei weitem nicht genügend Notunterkünfte gibt.
REUTERS/Mohamed Azakir

Diese Woche ging der Krieg im Libanon in den zweiten Monat: 1300 Tote, mehr als eine Million Vertriebene – und kein Ende in Sicht für die Kampfhandlungen, die im Schatten des Iran-Kriegs nur wenig Beachtung finden. Premier Nawaf Salam bezeichnete das Land am Donnerstag als "Opfer eines Krieges, dessen Ausgang und Enddatum niemand vorhersagen" könne.

Die libanesische Hisbollah, durch quasi tägliche israelische Angriffe während einer geltenden Waffenruhe zwar geschwächt, aber nicht handlungsunfähig, hatte Anfang März nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran zur Unterstützung Teherans mit Raketen eine neue Front gegen Israel eröffnet. Premier Salam zeigte sich nun vor allem wegen der jüngsten Aussagen aus Israel besorgt: "Die Haltung israelischer Vertreter und das Vorgehen ihrer Armee lassen weitreichende Ziele erkennen, darunter eine erhebliche Ausweitung der Besatzung libanesischer Gebiete."

Neue Grenze?
"Sicherheitszone" oder "Pufferzone" waren zuletzt die Wortwahl von Israels Verteidigungsminister Israel Katz für das Gebiet zwischen der israelischen Grenze und dem Fluss Litani im Süden des Libanon, etwa 30 Kilometer im Landesinneren. Der rechtsextreme Minister Bezalel Smotrich wurde noch deutlicher und forderte den Litani-Fluss als neue israelische Grenze.

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Die Karte zeigt die israelische Bodenoffensive im Libanon mit Schwerpunkt auf das Gebiet südlich des Litani-Flusses. Markiert sind die UNO-Schutzzone, das evakuierte israelische Grenzgebiet und wichtige Orte wie Naqoura, Beirut und die Bekaa-Ebene. Quelle: APA.

Die Karte zeigt die israelische Bodenoffensive im Libanon mit Schwerpunkt auf das Gebiet südlich des Litani-Flusses. Markiert sind die UNO-Schutzzone, das evakuierte israelische Grenzgebiet und wichtige Orte wie Naqoura, Beirut und die Bekaa-Ebene. Quelle: APA.
Aber auch Katz kündigte an, dass Israel bis auf Weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss kontrollieren wolle. Mehr als 600.000 libanesischen Einwohnerinnen und Einwohnern werde die Rückkehr südlich des Litani untersagt, bis die "Sicherheit der Bewohner im Norden Israels gewährleistet" sei. Dafür sollen alle Häuser in Dörfern nahe der Grenze im Libanon nach dem Vorbild von Rafah und Beit Hanoun im Gazastreifen zerstört werden, "um Bedrohungen nahe der Grenze für die Bewohner im Norden Israels dauerhaft zu beseitigen".

Abgesehen von Umschreibungen für "Massenvertreibung", "Invasion" und "Besatzung" sehen Beobachter das "Gaza-Playbook", das nun im Libanon angewendet wird: Neben der angekündigten Zerstörung aller Häuser in grenznahen Dörfern werden auch Brücken systematisch demoliert, um das Gebiet südlich des Litani abzukappen und zu fragmentieren.

Die Hilfsorganisation Oxfam kritisiert, dass Israel wie in Gaza die Wasser- und Sanitärinfrastruktur gezielt zerstöre. Innerhalb von nur vier Tagen seien demnach mindestens sieben wichtige Wasserquellen beschädigt worden, die allein in der Bekaa-Region fast 7000 Menschen mit Wasser versorgen. Libanesisches Gesundheitspersonal beklagt zudem gezielte Angriffe Israels, unter anderem nach dem "Double-Tap"-Prinzip, bei dem kurz nach einer Bombardierung eine weitere folgt, um Rettungskräfte zu treffen.

"Schiiten müssen gehen"
Insgesamt mussten bereits mehr als eine Million Menschen – ein Fünftel der Bevölkerung – aus vor allem schiitisch geprägten Gebieten im Südlibanon fliehen. Israelische Evakuierungsbefehle betreffen insgesamt 15 Prozent des Landes – Medienberichten zufolge aber nicht alle dort Lebenden im gleichen Maß.

Israelische Militärvertreter haben offenbar in vertraulichen Gesprächen mit lokalen Vertretern im Südlibanon mehreren christlichen und drusischen Gemeinschaften versichert, dass sie in der Evakuierungszone bleiben können. Das berichtete die New York Times am Mittwoch. Die betroffenen Gemeinden wurden demnach allerdings dazu gedrängt, alle Libanesen aus benachbarten schiitisch-muslimischen Gemeinden, die bei ihnen Zuflucht gesucht haben, zu vertreiben. Die Botschaft laute: "Schiiten müssen gehen."


Zerstörung im südlibanesischen Tyros nach einem israelischen Angrif am Donnerstag.
REUTERS/Yara Nardi

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zuletzt über rund 9000 libanesische Christen, die angekündigt haben, in ihren Dörfern im Evakuierungsgebiet bleiben zu wollen.

Vertreibungskrise
Das UN-Nothilfebüro OCHA warnte zuletzt davor, dass sich die "humanitäre Lage in alarmierendem Tempo verschlechtert": Krankenhäuser seien überlastet, Gesundheitspersonal in großer Zahl selbst von Evakuierungsaufforderungen betroffen.

"Was wir im Libanon sehen, ist eine massive Vertreibungskrise", sagt Andreas Knapp, Generalsekretär der Auslandshilfe der Caritas Österreich. "Rund 370.000 Kinder – etwa jedes fünfte Kind im Libanon – haben ihr Zuhause verloren. Zehntausende leben in Notunterkünften, bei Verwandten, in provisorischen Unterkünften oder auf der Straße. Fehlender Zugang zu Hygiene und medizinischer Versorgung sowie ein erhöhtes Risiko für Gewalt und familiäre Trennung prägen ihren Alltag", so Knapp in einer Aussendung weiter.

In vielen Regionen des Landes seien Schulen geschlossen, entweder aufgrund von Evakuierungen oder weil sie als Notunterkünfte genutzt werden. Für hunderttausende Kinder bedeute das nicht nur unterbrochene Bildung, sondern auch den Verlust sicherer Räume, sozialer Kontakte und stabiler Routinen. "Die Gefahr, dass hunderttausende Kinder ohne Perspektiven aufwachsen, steigt von Tag zu Tag", sagt Knapp. Dabei sei der Schutz von Zivilistinnen und Zivilisten im humanitären Völkerrecht verankert, "ebenso wie das Recht von Kindern auf Bildung und Schutz – und diese Verpflichtungen gelten auch in Zeiten von Krieg".
(Noura Maan, 3.4.2026)
Ein Monat Krieg im Libanon – und kein Ende in Sicht
 

josef

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#58
Iran
Vermisster US-Kopilot geborgen
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Das im Iran vermisste Besatzungsmitglied des abgeschossenen US-Kampfjets ist offenbar von US-Suchtrupps gefunden worden. Nach dem Abschuss des Jets über dem Iran wurde laut US-Präsident Donald Trump nun auch das zweite Crewmitglied gerettet. „Wir haben ihn“, schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social.
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Das US-Militär habe den Offizier in „einer der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der Vereinigten Staaten“ gerettet, er könne „voller Freude mitteilen“, dass der Soldat zwar verletzt, aber „wohlauf“ sei, so Trump.

Der katarische TV-Sender al-Jazeera und die BBC meldeten, dass der vermisste Waffenoffizier nach einem „heftigen Feuergefecht“ geborgen worden sei. Trump schrieb auf Truth Social, kein einziger US-Soldat sei bei dem Einsatz getötet oder verletzt worden.

Reuters/Irna
Iranische Staatsmedien zeigten angebliche Bilder des abgeschossenen Jets, laut BBC soll es sich um F-15E-Teile handeln

Die der Revolutionsgarde nahestehende iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor von Luftangriffen in einem Gebiet berichtet, in dem sich der Vermisste befunden habe. Staatliche iranische Sender hatten laut BBC die Bevölkerung dazu aufgerufen, den Vermissten „lebendig zu fassen“, und Belohnungen ausgesetzt.

US-Flugzeug bei Suchaktion getroffen
Der Pilot der am Freitag abgeschossenen F-15E war bereits zuvor gerettet worden. Die US-Armee hatte nach dem Abschuss eine umfangreiche Such- und Rettungsmission begonnen.

Ein bei der Suchaktion eingesetztes US-Kampfflugzeug vom Typ A-10 wurde nach iranischen Angaben am Freitag nahe der Straße von Hormus getroffen. Der Pilot der A-10 schaffte es mehreren US-Medien zufolge, seine beschädigte Maschine in den Luftraum von Kuwait zu steuern und sich in Sicherheit zu bringen.

Der Iran traf nach Informationen von NBC News und der „Washington Post“ auch zwei Black-Hawk-Hubschrauber, die an den Such- und Rettungsmaßnahmen beteiligt waren. Soldaten seien verletzt worden, konnten sich aber in Sicherheit bringen, hieß es.
Der Iran teilte mit, beim Abschuss der F-15E ein neuartiges Luftabwehrsystem eingesetzt zu haben. Details wurden keine genannt. Es sei extrem selten, dass ein US-Kampfjet abgeschossen werde, zuletzt sei das vor über 20 Jahren passiert, sagte der ehemalige Air-Force-General Houston Cantwell dem Sender CBS.
05.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Iran: Vermisster US-Kopilot geborgen
 

josef

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#59
US-Ultimatum an Iran
Wenig Hoffnung auf Deeskalation
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Dienstagabend endet das von US-Präsident Donald Trump an den Iran gestellte Ultimatum. Er verschärfte zuletzt noch einmal seine Drohungen, Teheran am Montag seine Gegendrohungen. Pakistan versucht inzwischen zu vermitteln, die USA und der Iran sollen einen Vorschlag für eine Waffenruhe erhalten haben – eine mögliche letzte Chance vor einer weiteren Eskalation.
Online seit heute, 11.26 Uhr (Update: 14.22 Uhr)
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Der Iran werde sich nicht auf Ultimaten und Fristen einlassen, hieß es Montagfrüh. Die für den globalen Handel mit Erdgas und Erdöl wichtige Straße von Hormus werde erst dann wieder geöffnet, „wenn im Rahmen einer neuen Rechtsordnung die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden“, hieß es aus dem Büro des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian. Der Iran fordert damit Kriegsentschädigung.

Das Marinekommando der Revolutionsgarde, der Elitestreitmacht des Iran, wurde von staatlichen Medien mit den Worten zitiert, die Meerenge werde „niemals wieder in ihren früheren Zustand zurückkehren, insbesondere nicht für die USA und Israel“. Der Iran beansprucht die Kontrolle über die gesamte Passage und errichtet aktuell offenbar eine Art Mautsystem. Laut iranischen Medienberichten vom Montag, zitiert von der BBC, durften am Sonntag 15 Schiffe die Straße von Hormus passieren.

Gegenseitige Beschimpfungen
Trump hatte der Führung in Teheran am Wochenende erneut mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, sollte sie bis Dienstagabend, 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwoch 2.00 Uhr MESZ) nicht einlenken. „Am Dienstag ist im Iran gleichzeitig Tag des Kraftwerks und Tag der Brücke. Das wird unvergleichbar!!!“, schrieb Trump am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social. „Öffnet die Scheißstraße, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle landen.“

Trump habe aus „purer Verzweiflung und Wut“ zu ordinären Beschimpfungen gegriffen, antwortete Peseschkians Sprecher Mehdi Tabatabaei auf der Plattform X und nannte Trump seinerseits einen „Bastard“, der „in seinem Wahnsinn einen totalen Krieg in der Region entfacht“ habe und damit und prahle.

Moskau fordert Verhandlungen
Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araktschi, Washington solle „die Sprache der Ultimaten“ aufgeben und an den Verhandlungstisch zurückkehren. Wie Lawrows Büro am Sonntag mitteilte, hoffe Moskau darauf, „dass die Bemühungen einer Reihe von Staaten zur Deeskalation der Spannungen rund um den Iran erfolgreich sein werden“.

Am Montag meldete der Iran einen Angriff auf die Gasindustrie am Persischen Golf. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete von mehreren Explosionen nahe einer Raffinerie in der Küstenstadt Asalujeh in der Provinz Buschehr. Diese gilt als Herz der iranischen Gasindustrie. Bereits Mitte März war sie Ziel israelisch-amerikanischer Luftangriffe gewesen.

Vorwurf von Kriegsverbrechen aus Teheran
Die iranische UNO-Mission äußerte sich ebenfalls auf X, Trump drohe erneut „offen damit, die für das Überleben der Zivilbevölkerung im Iran essenzielle Infrastruktur zu zerstören“. Die internationale Gemeinschaft und alle Staaten seien "verpflichtet, solche grausamen Kriegsverbrechen zu verhindern. Auch der iranische Vizeaußenministers Kassem Gharibabadi sprach angesichts von Trumps Drohungen von angekündigten „Kriegsverbrechen“. Solche „leichtsinnigen Schachzüge“ könnten die gesamte Region in Flammen aufgehen lassen. Trump hat sein Ultimatum zuletzt zum dritten – und möglicherweise letzten Mal – verlängert.

Letzte Chance vor Eskalation?
Das wurde auch als mögliches Indiz dafür gewertet, dass hinter den Drohkulissen Gespräche für eine Entschärfung des Konflikts laufen. Die USA, der Iran und regionale Vermittler unternähmen einen „letzten Versuch“, die Bedingungen für einen möglichen 45-tägigen Waffenstillstand auszuhandeln, berichtete das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Aussagen von US-amerikanischen, israelischen und regionalen Quellen. Es sei die einzige Chance, eine dramatische Eskalation noch zu verhindern.

Der Iran übermittelte eine Antwort auf die US-Forderungen für ein Kriegsende. Teheran habe seine „Forderungen und Ansprüche“ ausgearbeitet und diese den Vermittlern mitgeteilt, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut staatlicher Nachrichtenagentur IRNA. Die US-Forderungen bezeichnete Baghai als „überzogen und inakzeptabel“. Verhandlungen seien mit Ultimaten und Drohungen unvereinbar. Der Sprecher bezog sich auf einen 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende.

USA und Iran sollen Vorschlag erhalten haben
Die USA und der Iran sollen inzwischen einen weiteren Vorschlag für eine Waffenruhe erhalten haben. Hinter der Initiative steht Pakistan. Dieser sei ein Zweistufenplan, hieß es am Montag, Kernpunkt eine sofortige Waffenruhe als Basis für ein dauerhaftes Abkommen. Der pakistanische Armeechef Marschal Asim Munir sei „die ganze Nacht lang“ in Kontakt mit US-Vizepräsident JD Vance, dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Araktschi gewesen. Der Iran bestätigte die Initiative, unterstrich allerdings, keine Ultimaten zu akzeptieren. Trump hatte betont, er rechne mit einem „Deal“, wie er es nennt.

Geheimdienstchef der Revolutionsgarde getötet
Die iranische Revolutionsgarde meldete am Montag den Tod ihres Geheimdienstchefs. Der „einflussreiche und gebildete Chef des Geheimdienstes des Korps der Islamischen Revolutionsgarde, Madschid Chademi“, sei „im Morgengrauen“ bei einem US-israelischen Angriff getötet worden, teilte die Revolutionsgarde im Onlinedienst Telegram mit und sprach in ihrem gewohnten Jargon gegenüber den USA und Israel von einem „verbrecherischen Terroranschlag des amerikanisch-zionistischen Feindes“.

Tote und Schäden durch Luftangriffe
Bei Luftangriffen kamen am Montag erneut zahlreiche Menschen im Iran, darunter in der Hauptstadt Teheran, ums Leben. In Israel starben vier Menschen in einem Gebäude in der Stadt Haifa, das von einer iranischen Rakete getroffen wurde. Im Südlibanon gab es zumindest 15 Tote nach israelischen Luftangriffen. Mehrere Golfstaaten meldeten am Montag Angriffe aus dem Iran auf ihre Energie- und Wasserinfrastruktur. In Kuwait wurden Erdölanlagen beschädigt, außerdem eine Entsalzungsanlage für Meerwasser. Auch Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VEA) berichteten von Angriffen.
06.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

US-Ultimatum an Iran: Wenig Hoffnung auf Deeskalation
 

josef

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#60
Iran-Krieg
Scharfe Kritik an Angriffen auf zivile Ziele
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Die EU und das Internationale Rote Kreuz haben sich am Ostermontag besorgt gezeigt über die Entwicklung im Iran-Krieg und jegliche Angriffe auf zivile Ziele scharf verurteilt. Ungeachtet der Kritik setzten aber am Montag alle Seiten genau diese Art der Angriffe auf zivile Ziele fort.
Online seit gestern, 23.21 Uhr (Update: heute, 6.47 Uhr)
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EU-Ratspräsident Antonio Costa warnte angesichts der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump: „Jeder Angriff auf zivile Infrastruktur, insbesondere auf Energieanlagen, ist illegal und inakzeptabel“, erklärte Costa am Montag in Onlinediensten. „Das gilt für den Krieg Russlands in der Ukraine und das gilt überall.“ Die iranische Zivilbevölkerung sei „das Hauptopfer des iranischen Regimes“, sagte Costa. Sie wäre auch „das Hauptopfer einer Ausweitung des Militäreinsatzes“.

Die EU fordere außerdem Teheran auf, Angriffe auf Länder in der Region „unverzüglich einzustellen“ und die uneingeschränkte Durchfahrt durch die de facto gesperrte Straße von Hormus zu ermöglichen. „Nach fünf Wochen Krieg im Nahen Osten ist klar, dass nur eine diplomatische Lösung die Ursachen beseitigen kann.“

AP/Francisco Seco
Arbeiter schaffen Schutt beiseite nach israelisch-amerikanischen Angriffen auf die angesehene Teheraner Al-Scharif-Uni

IKRK: „Nicht vertretbar“
Die Präsidentin des Internationalen Komitees von Roten Kreuz (IKRK), Mirjana Spoljaric, äußerte ebenfalls scharfe Kritik. „Vorsätzliche Drohungen gegen lebenswichtige zivile Infrastrukturen und Nuklearanlagen – ob verbal oder konkret – dürfen in Kriegszeiten nicht zur neuen Norm werden“, sagte sie. Ein Krieg ohne Grenzen sei mit dem internationalen Recht nicht vereinbar, das sei „nicht vertretbar, unmenschlich und verheerend für ganze Bevölkerungsgruppen“.

US-Präsident Donald Trump hat mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken im Iran gedroht, sollte die Straße von Hormus nicht bis Ablauf einer bis Dienstag gesetzten Frist geöffnet werden. Zugleich äußerte er sich zuversichtlich, dass zuvor noch eine Einigung erreicht werden könnte.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von der iranischen Revolutionsgarde kontrolliert. Außerdem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Weiter Angriffe auf zivile Ziele
Ungeachtet der internationalen Kritik setzen alle Seiten ihre Angriffe auch auf zivile Ziele fort. In Teheran wurde iranischen Angaben zufolge eine weitere Hochschule bombardiert. Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen sei ein Gebäude der Scharif-Universität getroffen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA.

Bereits in den vergangenen Tagen waren iranische Hochschulen attackiert worden. Bildungsinstitutionen sind grundsätzlich eindeutig zivile Ziele. Unklar ist, warum die USA und Israel die Hochschulen angreifen. Dass laut iranischen Angaben dabei teils bunkerbrechende Bomben eingesetzt wurden, könnte möglicherweise ein Hinweis darauf sein, dass von den USA und Israel in den Untergeschoßen etwa nukleare Forschungsbereiche vermutet werden.

Reuters/Ammar Awad
Ein Mann in Zentralisrael in seiner durch einen iranischen Raketenangriff zerstörten Wohnung

IAEA warnt nach Angriffen auf AKW Buschehr
Nach einem weiteren Angriff auf das Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr warnte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) vor einer „sehr realen Bedrohung für die nukleare Sicherheit“. Luftangriffe auf ein in Betrieb befindliches AKW „könnten einen schweren radiologischen Unfall mit schädlichen Folgen für Mensch und Umwelt im Iran und darüber hinaus“ verursachen, erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag im Onlinedienst X.

Das AKW Buschehr im Südwesten des Iran verfügt über den einzigen in Betrieb befindlichen Atomreaktor des Landes, der nach Angaben der IAEA im Jahr 2011 an das Stromnetz angeschlossen wurde.

Israelische Angriffe auf Petrochemie
Israel nahm am Montag verstärkt die petrochemische Industrie des Iran ins Visier: „Das israelische Militär hat den größten petrochemischen Komplex des Iran in Asalujeh, der etwa die Hälfte der petrochemischen Produktion des Landes ausmacht, mit voller Wucht angegriffen“, erklärte am Montag Verteidigungsminister Israel Katz. Auch ein weiterer petrochemischer Komplex im Norden des Landes wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars am Montag angegriffen.

Katz drohte zudem mit weiteren Angriffen auf die Infrastruktur des Iran, sollten Raketenangriffe auf die israelische Zivilbevölkerung weitergehen. „Wir haben die Stahlinfrastruktur und die petrochemische Industrie schwer getroffen – und heute und an jedem weiteren Tag wird es weitergehen“, sagte Katz nach Angaben seines Büros.

Angriffe von drei Seiten auf Israel
Israel wurde am Montag gleichzeitig aus dem Iran, dem Libanon und dem Jemen angegriffen. Im Großraum Tel Aviv heulten bei Raketenangriffen aus dem Iran erneut die Warnsirenen, Menschen hielten sich in Schutzräumen auf. Die Küstenstadt Eilat im Süden des Landes wurde unterdessen Medienberichten zufolge von Drohnen angegriffen, die aus dem Jemen geschickt worden waren. Dabei sei niemand verletzt worden.
Zudem habe es auch im Norden des Landes Angriffe durch die libanesische Hisbollah-Miliz gegeben. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist es bereits mehrmals zu gleichzeitigen, offenbar koordinierten Angriffen der Verbündeten Iran, Hisbollah und Huthi-Miliz auf Israel gekommen. Die Angriffe richten sich dabei praktisch immer gegen zivile Ziele.

Die Kämpfe im Libanon gingen am Montag ebenfalls weiter. Laut Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden seit Beginn des Krieges fast 1.500 Menschen in dem Land durch die Angriffe, insbesondere jene Israels, getötet.

Reuters
Eines der durch israelische Luftangriffe schwer zerstörten Gebäude im schiitischen Stadtteil von Beirut

Iranische Angriffe auf Golfstaaten
Der Iran setzte auch seine Angriffe auf die Golfstaaten fort. In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurde nach einem Angriff auf eine Industrieanlage eine Person durch Trümmerteile eines abgeschossenen Geschoßes verletzt, wie das zuständige Medienbüro am Montag auf der Plattform X mitteilte. Drei weitere Personen seien bei anderen Angriffen verletzt worden.

In Kuwait wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Vormittag (Ortszeit) im Norden des Landes Geschoße aus dem Iran abgefangen und sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt. Auch Saudi-Arabien meldete Angriffe.
07.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Iran-Krieg: Scharfe Kritik an Angriffen auf zivile Ziele
 
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