Wehrkirchen in Österreich

josef

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#1
Den Thread über "Wehrkirchen" eröffne ich mit der

Wehrkirche St. Michael in der Wachau

Nachfolgend einige Fotos der wahrscheinlich zwischen 800 und 900 n. Chr. erbauten und erstmals 987 urkundlich erwähnten Wehrkirche St. Michael oberhalb der Donau zwischen Spitz und Weißenkirchen-Wösendorf:

Teil 1:
 

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josef

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#3
Wehrkirche St. Michael in der Wachau - Teil 3

Die 7 Hasen von St.Michael

Am Dachfirst des Kirchendaches über dem Altarraum befinden sich 7 Tierfiguren aus gebranntem Ton, wahrscheinlich Pferde, Hirsche und Hunde, die im Volksmund als die „7 Hasen von St. Michael“ bezeichnet werden. Angeblich soll einmal im Winter der Schnee so hoch gelegen sein, dass die Hasen übers Kirchendach laufen mussten und nach einem plötzlich eintretenden Tauwetter nicht mehr auf den Boden herab kamen und am Dach versteinerten.

Die zweite Auslegung besagt, dass der Erbauer der Kirche nicht schreiben konnte und seinen Namen mit 7 Pferdefiguren verewigen wollte, da er „Siebenrössl“ hieß. Nach einer anderen Version habe die Dachdeckerfamilie „Siebenhaas“ geheißen und ihren Namen figürlich verewigt.

Nach wissenschaftlichen Forschungen stellen die Tonfiguren als „Abwehrzauber“ die „Wilde Jagd“ dar, vorne der Hirsch, gefolgt von fünf Hunden und zuletzt ein stilisierter Reiter…

Die 7 Figuren am Dach sind Kopien, die Originale befinden sich im "Weinstadtmuseum Krems".

Bilder 4 u 5 stammen von einer Info-Tafel bei der Kirche St.Michael
 

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josef

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#4
Wehrkirche Weißenkirchen in der Wachau

Wehrkirche und Pfarrkirche Weißenkirchen

Die Wehrkirche Mariae Himmelfahrt gilt als eine der bedeutendsten Kirchenfestungen in Niederösterreich. Die spätmittelalterliche Befestigung wurde um 1530 errichtet und ist größtenteils erhalten. Sie bildet mit dem darunterliegenden Teisenhoferhof eine einheitliche Wehranlage.

Die erste Kapelle gab es bereits um 1100 im Bereich des südlichen Seitenschiffes, 1258 wurde diese zu einer Kirche vergrößert, um 1330 gegen das heutige Mittelschiff erweitert und um den kleinen sechseckigen Turm ergänzt. Der wuchtige fünfgeschossige Hauptturm wurde 1502 erbaut.

1519 bis 1526 wurde des Mittelschiff umgebaut und mit dem spätgotischen Chor abgeschlossen, um 1520 wurde das nördliche Seitenschiff mit einer Chorkapelle mit gotischem Netzrippengewölbe angebaut. Die Wehranlage wurde um 1530 errichtet und 1687 noch einmal erhöht und verstärkt.

1736 bis 1738 erfolgte die Barockisierung der Einrichtung und des Mittelschiffes.
Quelle: http://www.weissenkircheninderwacha...?option=com_content&task=view&id=17&Itemid=18

Fotos (v. 04.03. und 28.05.2013) Teil 1:
 

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Harald 41

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#8
Burg-Wehrkirche und Barockkirche in Bad Pirawarth

Im Ort Bad Pirawarth Bez. Gänserndorf gab es einst eine heute längst versunkene kleine Burg.
Auf dem mittelalterlichen Hausberg.

Kurze Zusammenfassung:

Das Dorf Pirawarth wurde urkundlich erstmals 1120 genannt.
1128-1840 war Bad Pirawarth ein Bestandteil des Herrschaftsgebietes vom Stift Klosterneuburg.

Es gab auch ein Geschlecht, dass sich nach Pirawarth nannte und auf der Burg ( festes Haus ) saß.

In den Jahren 1150 bis 1180 tritt ein Rudolf I. Von Pirawarth auf.Vor dem Jahre 1200 wird ein Ulricus von Pirawarth genannt. Rudolf II. Von Pirawarth scheint um das Jahr 1230 auf.

Die kleine Burg- (Festes Haus ) dürfte noch im 13 Jahrhundert zerstört worden sein, denn bereits vor dem Jahre 1300 wird eine Wehrkirche in Pirawarth als Vikariat von Gross Russbach genannt.
Die Wehrkirche wurde wahrscheinlich aus den Ruinen der kleinen Burg-Fest erbaut.

Im Jahre 1560 wird Bad Pirawarth zur eigenständigen Pfarre ernannt.
Als die Türken im Jahre 1683 und die Kuruzzen im Jahre 1705 in Bad Pirawarth einfielen, wurde die Kirchenfestung zu wichtigen Fluchtort für die Bevölkerung.
1739-1756 wurde anstelle der Wehrkirche die heutige Barockkirche erbaut.

Der Ringwall mit Wehrmauer, der die Wehrkirche einst umschloss ist heute nur mehr teilweise erhalten.

Quelle:

Burgen Schlösser und Ruinen im Bezirk Gänserndorf
Rene Riegler

LG Harry

PS:Hier gibt es noch einen Link dazu.

https://picasaweb.google.com/106586...rgWehrkircheBarockkircheBadPirawarth01072013#
 

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#9
Allgemeiner Natur haette mich einmal interessiert:

Wie kam es eigentlich in der Geschichte dazu, bzw. woher ruehrt der Gedanke, "Kirche" und "Verteidigungszweck" zu Wehrkirchen zu verbinden?
 

Stoffi

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#10
Werkirchen waren oft die einzigen "wehrhafte" Gebäude in einer Ortschaft in die sich die Ortsbewohner verschanzen konnten bei Überfällen

lg stoffi
 
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Harald 41

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#11
@ Stoffi hat es schon erklärt:danke, in dem Fall waren es die Türken und die Kuruzzen.

LG Harry
 

josef

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#12
Wehrkirche Haag im niederösterr. Mostviertel

Bilder der Wehrkirche "St. Michael" von Haag im Mostviertel:

Teil 1:

Das 1. Foto stammt aus vorgenannten "Wiki-Beitrag" und zeigt die Kirche auf der Anhöhe gegenüber der Westbahntrasse um 1900. Heute sind die Hänge verbaut und die Dominanz des Kirchenbauwerkes kommt nicht mehr so zur Geltung...
 

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Harald 41

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#14
Wehrkirche Michelstetten

Im Nördlichen Weinviertel / Michelstetten steht die am besten erhaltene Wehrkirche im Weinviertel, habe sie vor ein paar Tagen besucht und ein kleines Fotoalbum gemacht.
Nebenbei auch zwei alte Weinkeller die sich in unmittelbarer Nähe Befinden.

https://picasaweb.google.com/106586...nSeptember2013?authkey=Gv1sRgCPLaoc-o95KP5AE#

http://de.wikipedia.org/wiki/St._Veit_(Michelstetten)

LG Harry

PS: Möchte noch anmerken das es nicht mehr gestattet ist das Schloss und das Gehöft zu betreten da in Privatbesitz und das Schloss brannte vor einigen Jahren teilweise ab und ist deswegen auch verschlossen, wie mir ein Anwohner berichtete:schlecht:
 
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Harald 41

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#15
Fischerkirche in Rust am Neusiedlersee Bgld.

Machten am Sonntag einen Ausflug nach Rust, ist wirklich sehenswert die Altstadt , wie auch hier die beschriebene Fischerkirche die einst eine Römisch Katholische Wehrkirche war, erbaut im 11 Jahrhundert.

Hier ein paar Bilder von der Kirche, und ein Link der ist nicht von mir , zeigt aber das Innenleben.

http://www.bild-it.at/blog-detail/items/360-panoramabild-fischerkirche-rust

Aber der zweite ist meiner...

https://picasaweb.google.com/106586612782041977777/AusflugNachRustAmNeusiedlerseeSonntagDer06042014

http://de.wikipedia.org/wiki/Fischerkirche_(Rust)

LG Harry
 

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Bunker Ratte

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#16
Wehrkirchenruine Nähe Nöstach (bei Hafnerberg)

Ganz tief drinnen im Wäldchen versteckt, hab ich die Ruinenwehrkirche entdeckt!

Die Kirche stammte aus dem 13Jh, sie wurde 1784 entweiht und verödete daraufhin.
Unterhalb der Kirchenruine befindet sich eine Pankraz-Kapelle, die am 22. August 1987 von Abt Gerhard Hradil O. Cist. von Heiligenkreuz geweiht wurde. In der Kapelle befindet sich eine Darstellung des hl. Pankratius mit folgender Inschrift:

+ ITEM ECCLESIAM IN ALTENMARCHT HABENT FRATRES
DE CELLA SANCTE MARIE
ET ILLAM ECCLESIAM APUT S. PANCRATIUM +
LONSDORFER CODEX, PASSAU UM 1260

Weiters befindet sich in der Kapelle ein schlichtes Holzkreuz mit folgender Inschrift:

ZUM GEDENKEN AN DIE OPFER DER TÜRKENBELAGERUNG
IM TRIESINGTAL 1529-1532 UND 1683

Eine Chronik berichtet über die Not zur Zeit der Türkenbelagerung 1683 (Inschrift an der Straße nach Hafnerberg):

Am Pankränzenberg Und auf der Nösta, wie auch auf dem Haffnerberg,
wo sich Überall die Leuth gewehrt haben Und verschanzet
seint aus der weiß Vill Totte Cörper gelegen.


In Gießen (Deutschland) bestand seit dem 13. Jht. eine dem hl. Pankratius geweihte Kirche, die ebenfalls auf eine Burgkapelle zurückging. Die Nachfolgekirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Jahr 1949 wurde eine von Otto Bartning geplante evangelische Kirche geweiht, die den alten Namen Pankratiuskapelle erhielt. Die evangelische Kirchengemeinde nennt sich Pankratiusgemeinde.

In der Nähe von Nöstach (bei Hafnerberg) befindet sich die Ruine einer ehemaligen Pankratius Kirche. Die Kirche stammte aus dem 13. Jht., sie wurde 1784 entweiht und verödete daraufhin. Sie wurde nicht mehr benötigt, da 1745 die neue Kirche am Hafnerberg fertiggestellt worden war.
Quelle:http://www.othmar.at/kirchen/hl_pankratius/hl_pankratius.html

9.jpg
 

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Bunker Ratte

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#17
Wehrkirchenruine Nähe Nöstach - Teil 2

Der Weg hinauf zur Ruine ist sehr holprig und steil, das man hinauf braucht eine weil!

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Bunker Ratte

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#18
Wehrkirchenruine Nähe Nöstach - Teil 3

Oben angekommen am Ziel, bereiteten mir entzückende Eindrücke ganz viel!

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Bunker Ratte

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#20
Wehrkirchenruine Nähe Nöstach - Teil 5

Auf den Weg hinunter, kam mir dieses Kreuz unter!

Auf dieser Wiese wurden 1945 russische Soldaten, die im 2.Weltkrieg gefallen sind, in einem Massengrab bestattet.
Nach Exhumierung im Jahre 2007 wurden sie dem "Österreichischen Schwarzen Kreuz" übergeben und fanden ihre entgültig letzte Ruhe auf einen Soldatenfriedhof.
Im Gedenken an alle Gefallenen des 2.Weltkrieges!
Quelle:Bild

40.jpg

letzte Bilder finden sich in einem Album!
 
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