Wien 19. - Cobenzl

josef

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Danke für ein neues Gerücht - es gibt ja noch viel zu wenige in unserem Forschungsgebiet ...
Hallo Geist,
da willst du uns wieder einmal eine schon vor längerer Zeit gemachte Entdeckung vorenthalten! Hatte ursprünglich vor, diesen "Volltreffer" aus dem Bereich der jüngeren Geschichtsforschung erst per 1.4.2018 öffentlich zu machen, ziehe dies in Anbetracht der Dinge nun vor:

Die Betonplatten verschließen den Einstieg des Verbindungsganges zwischen Cobenzl und den mehrere Kilometer südlich gelegenen Anlagen am "Gallitzinberg"!
 
Danke für ein neues Gerücht - es gibt ja noch viel zu wenige in unserem Forschungsgebiet ... ;)

Es war nicht die Absicht, hier ein "Gerücht" zu verbreiten, zumal ich diese Betonierungen aufgrund der Art nicht eindeutig zuordnen konnte.

Das erste Bild zeigt jedenfalls den oberen Rand eines alten Brunnens, der mit Steinen befüllt wurde. Vielleicht noch ein Rest des Cobenzl'schen Landschaftsgartens.
Das war auch mein Gedanke, den ich zumindest Punkto Brunnen teile. Die Betontrümer konnte ich nicht eindeutig militärischen Ursprungs zuordnen, zumal die Gewindestangen an manchen Ecken zu schwach für eine Flak wären. Ein Teil der alten Schanze scheint mir da wahrscheinlicher, stimmt aber nicht mit meinem dürftigen Kartenmaterial überein.
 
Hallo Zusammen,
Kurze Vorstellung meinerseits: Bin Auslandsösterreicher, lebe pro Jahr 4Monate in Österreich und 8 in China.
Meine Mutter war nach dem Krieg am Cobenzl im Vertriebenenlager (Bitte nicht als Flüchtlingslager bezeichnen), d.h. ich habe schon lange ein grosses Interesse an dem ehem. Schloss, samt Parkanlage und gehe da immer spazieren.
Vor Weihnachten hatte ich etwas Zeit in Wien und habe mich dem Thema "Grotte" angenommen, einfach nur so aus Spinnerei und Langeweile. Dabei habe ich eine alte Wienkarte gecheckt (siehe www.ucit.or.at) und auf der Karte von 1900 ist die Grotte bei der Kurve unterhalb des Schlosses eingezeichnet. d.h. sie muss irgendwo entlang des dort befindlichen Baches gewesen sein.
Dann habe ich im Photoarchiv der Nationalbank ein Photo gefunden, das 1921 gemacht wurde (siehe anbei) und natürlich den Kupferstich, den man eh schon über Google findet. Das Photo war bis dato noch nicht digitalisiert, ist daher bis dato im Google nicht aufgetaucht.

Atemlos, ob der bevorstehenden "Sensation", war ich dieser Tage X mal bei der Stelle und habe versucht die Grotte zu finden.
Leider war nichts zu finden, trotz einiger "Grabungsarbeiten" mit Holzstecken und einer Menge Gatsch an den Schuhen.
D.H.leider weiss ich immer noch nicht, ob die Grotte, zumindest Reste davon, unterirdisch exisitieren.
Man kann ja auch schwer dort mit einem Bagger anrücken : )

Tatsache ist, dass sie 1921 noch exisitiert hat.
Ich gebe das ganze nun in Eure erlauchten Hände und Füsse doch noch herauszufinden, ob die Grotte exisitiert.
Leider fliege ich am Montag wieder nach China zurück und kann die nächsten Monate nicht weitersuchen.
Würde mich freuen hier eine "Erfolgsmeldung" anhand der vorhandenen Infos zu lesen.

viel Erfolg und Grüsse
Wolferl
PLAN SCHLOSS COBENZL.jpg



PLAN SCHLOSS COBENZL.jpg
 

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Hallo an die Gemeinde, ich bin funkelnagelneu, allerdings nur hier, nicht im Leben. Ich bin aus Wien und erst seit kurzem hier registriert.

Ich bin letztes Jahr sehr oft in der Gegend herumgezogen, habe auch die ein oder andere Scherbe in der Nähe des Schlosses Cobenzl gefunden und sogar eine Metallplatte die vermutlich an einem Kesselraum oder vielleicht sogar am Kessel selbst befestigt war. Natürlich war ich im Hinterkopf auf der vergeblichen Suche nach Hinweisen auf diese ominöse Grotte, kannte zwar diese Seite Urban Change in Time aber hätte sie dafür nicht benützt. Man lernt jeden Tag dazu. Bei diesem Bach war ich schon ein paar mal, etwas spannendes wäre mir bisher nicht aufgefallen. Trotz der aktuellen Schneelage werde ich diese Woche mal raufschauen und einige Fotos machen und die Augen offenhalten. Wo der Bach herkommt weiß ich bereits vielleicht gehe ich einfach mal dem Verlauf nach runter.

Wäre natürlich möglich, dass die Grotte mit dem Bau der Höhenstraße zerstört wurde.
MfG,
 
Hallo,

ich muß sagen das ich den Cobenzl nur von meinen Vespaausfahrten kenne. Habe mir jetzt den ganzen Thread hier durchgelesen und auch im Netz nachgelesen. Scheinbar hat "Wolferl" hier ein Bild vom Eingang der Grotte gepostet, wenn sie das wirklich war.
Mich persönlich begeistert Freiherr Reichenbach welcher unter dem Schloß oder auch in der Grotte Versuche und Experimente zur "Aura" gemacht hat. Wenn die Grotte also 1921 noch existiert hat, warum gibt es dann keine Zeitzeugen die da einmal drinnen waren ?
Falls die Grotte dann abgerissen wurde hat man ja wahrscheinlich alle Mineralien vorher entfernt denke ich.
Was ist jetzt wirklich Fakt zur Grotte ? Weiß hier jemand näheres ?
Vielen Dank,
Christian
 
Servus,

hier noch ein paar Klarstellungen bzw Korrekturen:
Das Photo ist von 1927, nicht 1921(sorry).
Es stammt aus dem Photoarchiv der Nationalbiblothek (einfach auf der Webseite "Grotte" als Stichwort eingeben), dann bekommt man unter der Inv. Nr. 41.249B den Hinweis auf das Photo. Es ist als Grotte am Cobenzl bezeichnet, denke schon, das das stimmt.
Wenn man auf der Karte schaut, ist bei der Bezeichnung Grotte eine Höhenangabe mit einem Punkt, da habe ich geschaut (unterhalb des nach unten abzweigenden ehem. Weges), aber eben nichts gefunden.
Ich denke, dass die Grotte so nach 1927 zugeschüttet/ abgerissen, oder einfach nur die Zugänge verschüttet wurde, einfach nur aufgrund von Einsturz und Verletzungsgefahr. Sicherlich hat man vorher alles wertvolle entfernt.
Am Plan von 1900 sieht man, dass die Kurve der Höhenstrasse, die ja ein Stück weg liegt bereits so existiert hat, denke also nicht, dass das Abtragen etwas mit dem Bau der Höhenstrasse zu tun hatte, sondern eher mit deren Baufälligkeit.

Zeitzeugen? Ja, das habe ich mich auch schon gefragt.
Mein Onkel, der auch in dem Vertriebenenlager war und nach 1945 im Bubenalter war, hat mir erzählt, dass damals keiner etwas von dieser Grotte gesagt hat und Ihm auch nie etwas aufgefallen wäre....
viele Grüsse
Wolfgang
 
Also ich werde morgen rauffahren und etliche Fotos schießen um einen Eindruck von diesen paar hundert Metern zu haben. Ich war dort zwar schon aber ohne den Gedanken, dass dort eine Grotte war. Durchaus möglich ist, dass die Grotte mit dem Bau der Skisprungschanze zerstört wurde.
 
Gerade die Grotte wäre sicher sehr interessant gewesen. Freiherr Reichenbach dürfte ja mit seinem "Aurasehen" damals viel Aufsehen erregt haben beim Volk. Speziell eine Grotte mit vielen Mineralien und einem unterirdischen Wasserfall passt zu solch alchemistischen Tätigkeiten. Habe hier auch noch ein Bild gefunden welches den ehemaligen Standort vom Schloß zeigt
 

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Also, ich war heute oben und habe ein paar Fotos gemacht. Ich war in der Senke unten wo der Bach verläuft, da fiel mir nichts auf erst links oben am Hang wo ein kleiner Weg durch den Wald führt ist mir eine Plattform aufgefallen mit Zementfundamenten und davor im Hang ein Haufen Steine, einigen schienen angeordnet zu sein. Es passt zwar vom Hintergrund überhaupt nicht mit der Grotte zusammen, andererseits war die Anhäufung von Steinen interessant.
 

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TENO1

Guest
Also, ich war heute oben und habe ein paar Fotos gemacht. Ich war in der Senke unten wo der Bach verläuft, da fiel mir nichts auf erst links oben am Hang wo ein kleiner Weg durch den Wald führt ist mir eine Plattform aufgefallen mit Zementfundamenten und davor im Hang ein Haufen Steine, einigen schienen angeordnet zu sein. Es passt zwar vom Hintergrund überhaupt nicht mit der Grotte zusammen, andererseits war die Anhäufung von Steinen interessant.
Die "Zementfundamente" wurden bereits im Beitrag 100 von User @austrobeduine und das "eingestürzte Gewölbe" von meiner Wenigkeit im Beitrag 98 gezeigt.

Lg Teno1
 

Geist

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Anscheinend wurde der Zugang zum Eiskeller tatsächlich massiv zugeschüttet. Ich rate aber jedem davon ab, sich da Zutritt zu verschaffen.
Erstens ist es im Eiskeller im Grunde genommen fad, weil eh nix drin ist.
Zweitens ist die Substanz des Ziegelmauerwerks schon extrem brüchig. Die Steine, aus denen die Stufen im Inneren bestehen, bröckeln und fallen ab, tiefe meterlange Risse ziehen sich durch die Außenwand, die bis oben an die zubetonierte Öffnung reichen.
 

Geist

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Hier im Thread gibt es sowohl schon Bilder von innen als auch von außen und Warnungen davor, reinzugehen. Einfach durchlesen.
 

Geist

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Wie kommst du auf die Idee, dass die Grotte militärische Bedeutung gehabt haben könnte? Dass sich unter den Betonplatten die Grotte befindet, musst du erst mal zeigen, die kann auch hundert Meter weit weg sein. Die Lageangaben in verschiedenen Karten differieren sehr.

Und bitte verschone das Forum mit den Autoren des Buches "Verborgener Wienerwald". Immerhin ist der treibende Teil dieser Bücher auch derjenige, der die völlig absurde A9/A10-Kindergeschichte aus Langenzersdorf für bare Münze genommen hat. Erzähl ihm eine spannende Geschichte und er übernimmt sie für sein nächstes Buch ... Dieser Autor ist ohnehin ohne jeden historischen Wert, ganz egal welchen willfährigen Textautor er sich gerade geangelt hat.

Andererseits scheinst auch du selbst zu aus der Luft gegriffenen Abenteuergeschichten zu neigen, wenn ich mir deine Andeutungen zum militärischen Gebrauch der Grotte so ansehe: "..., ob man hier möglicherweise auch etwas abgedeckt hat, was nicht für jedermann bestimmt war?"
Der einzige mögliche Verwendungszweck, falls es die Grotte zwischen 1938 und 1945 noch gegeben hat, ist der, dass dort die Luftnachrichtensoldaten mit den Sekretärinnen .. sagen wir mal spazieren gegangen sind.

Wahrscheinlich sind folgende Varianten:

Diese Betonplatten befinden sich knapp unterhalb des Hauptspazierweges. Als in den 1930er Jahren die Sprungschanze in Betrieb war, gab es vermutlich auch diverse Plattformen für Fotografen oder VIPs. Auf den Betonplatten könnte also ein kleiner Holzturm gestanden sein, der einen angenehmen Blick auf die Springer vom Anlauf bis zur Landung gestattete.
Weiters könnte dort auch ein Kiosk gestanden sein, wo man irgendwelche Dinge erstehen konnte, so wie es auch heute bei Großveranstaltungen der Fall ist. Schließlich fanden dort Springen statt, die zehntausende Besucher anlockten. Auch ein Fundament für einen Gastro-Betrieb könnte an dieser Stelle möglich gewesen sein.

Oder es war geografisch umgekehrt: Die Betonplatten befinden sich ja nicht weit entfernt vom Waldrand zu der Wiese, die sich unterhalb des ehemaligen Schlosses bis hinunter zur Höhenstraße zieht. Dort wurde sehr viel herumspaziert. Dass sich dort ein kleiner Pavillon befand, in dem man seine Seele baumeln lassen konnte, nachdem man oberhalb im Schloss gefrühstückt hat, wäre durchaus denkbar.

Die losen Steine stammen jedenfalls aus der Cobenzl'schen Gartengestaltung, die schon Mozart so bewundert hat. Dort befand sich ein weitläufiger Garten mit vielen verschiedenen naturinspirierten Motiven, ein Brunnen(rand) ist noch immer vorhanden.

Folgende Vorgehensweise ist die richtige:
1. Herausfinden, wo die Grotte überhaupt war
2. Herausfinden, ob sie noch wenigstens teilweise vorhanden ist
3. Herausfinden, ob sie, wenn sie noch wenigstens teilweise vorhanden ist, wenigstens teilweise befahren werden kann
4. Herausfinden, ob sie, wenn sie noch wenigstens teilweise vorhanden ist und wenigstens teilweise befahren werden kann, über ein fades oder ein spannendes Innenleben verfügt
5. Wenn fad, dann traurig sein
6. Wenn spannend, dann freuen

Ich wünsche viel Vergnügen beim Umsetzen. Und bitte verschone uns mit halbseidenen, hanebüchenen, pseudomilitärischen Verschwörungstheorien. Solltest du im Zuge möglichst ausgiebigen Literatur- oder Aktenstudiums entsprechende Hinweise finden, kannst du sie ja vor Ort überprüfen.
 
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