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Ötscherland-Express: Bergstrecke wird saniert
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Die rund 17 Kilometer lange Bergstrecke des Ötscherland-Express wird saniert. Die Museumsbahn ist damit gerettet. Noch vor einem Jahr drohte ihr das Aus, u.a. weil sich die Gemeinden für einen Radweg statt der Bahn ausgesprochen hatten. Das Land fördert nun deren Erhalt.
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Seit 1. Mai hat der Ötscherland-Express wieder seinen Betrieb aufgenommen. Jeden Samstag bummelt er mit gemütlichen 25 km/h durch die Landschaft. Aber auch heuer ist die Schmalspurbahn nur auf halber Strecke unterwegs – von Kienberg-Gaming bis Pfaffenschlag (beide Bezirk Scheibbs) und retour.

Die eigentliche Strecke würde bis Lunz am See (Bezirk Scheibbs) führen. Der Grund für die kürzere Streckenführung: Ein sicherer Betrieb auf der Bergstrecke ist nicht mehr möglich.

Land fördert Sanierung
Das soll sich jetzt ändern: Das Land stellt 750.000 Euro Fördergeld zur Verfügung, die Betreiber der Museumsbahn müssen die Arbeiten ehrenamtlich unterstützen. „Man muss sich das so vorstellen: Die Baufirma stellt den Bagger, wir stellen die Bauzüge und liefern das Material“, so der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Lokalbahnen, Albert Malli. „Also an der Strecke werden immer Ehrenamtliche des Vereins arbeiten, aber auch Baufirmen“.

Alle Arbeiten werden mit der NÖVOG abgestimmt, die Bahnstrecke bleibt im Besitz der Landesgesellschaft. Geplanter Baustart ist im Herbst – und zwar auf der derzeit gesperrten Strecke nach Lunz. „Die morschen Holzschwellen werden durch Stahlschwellen getauscht“, sagt Malli. Diese seien bereits vorhanden. „Die wurden beim Abbau der anderen Ybbstal-Bahn gerettet und gelagert. Und sobald so eine Museumsbahn auf Stahlschwellen liegt, fest eingeschottert, hält sie weitere vierzig, fünfzig Jahre.“

Historische Strecke erhalten
Der nun geplanten Erneuerung gehen jahrelange Diskussionen voraus, sogar ein Abbau der Schienen ist im Raum gestanden. Für die Rettung der einzigartigen Schmalspurbahn hat sich der für Verkehr zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer ausgesprochen. Damit könnten viele touristische Zielgruppen angesprochen werden, heißt es.

Gemeinden halten an Radwegen fest
Die betroffenen Gemeinden akzeptieren die Entscheidung, am Ausbau des Radewegenetzes halten sie aber fest. Mit dem Land sollen jetzt Alternativrouten gesucht werden. „Ich habe immer gesagt, auf der Bahntrasse macht es für meine Gemeinde wenig Sinn“, so der Gaminger Bürgermeister Andreas Fallmann. Dann würde der Radweg „über den Ort Gaming drüber führen, sozusagen. Ich möchte die Radfahrer schon im Ortszentrum in Gaming haben“.

Josef Schachner, Bürgermeister von Lunz am See, erhofft sich jedenfalls, dass das touristische Konzept aufgehe. „Dass das vielleicht funktioniert, das Rad auf die Bahn zu verladen und über den Berg zu kommen“, so Schachner. Wichtig für ihn sei in diesem Zusammenhang jedenfalls die Betriebssicherheit.

Eine Betriebspflicht wurde zwischen Land und Verein auch festgelegt: Ab dem nächsten Jahr sollen die Züge saisonal am gesamten Abschnitt zweimal täglich an Wochenenden und Feiertagen unterwegs sein.
02.07.2025, red, noe.ORF.at
Ötscherland-Express: Bergstrecke wird saniert
 

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Ötscherland
Freiwillige sanieren historische Bahnstrecke
Vor wenigen Wochen ist die dringend notwendige Sanierung des Ötscherland-Express in die Gänge gekommen. Der Deal zum Erhalt der Museumbahn: Das Land schießt 750.000 Euro zu, im Gegenzug müssen die Vereinsmitglieder die Bauarbeiten ehrenamtlich unterstützen.
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Ob ein Zivildiener, der sich mehrere Tage Urlaub nimmt, ein Mitarbeiter der Wiener Linien, der nach seiner Nachtschicht vorbeikommt oder ein Jobsuchender, der fast jeden Tag bei den Bauarbeiten mit an Bord ist – was sie alle eint, ist die Leidenschaft für „ihre“ Museumsbahn, den Ötscherland-Express, der quer durch das Mostviertel von Kienberg-Gaming nach Lunz am See (beide Bezirk Scheibbs) unterwegs ist.
Denn nachdem die Bahnstrecke dringend saniert werden muss, stand die Fortführung des Betriebs lange auf der Kippe. Auch die Umwandlung in einen Radweg war Thema. Erst im Sommer kam es zu einer Einigung bezüglich der Sanierung der Strecke – mehr dazu in Ötscherland-Express: Bergstrecke wird saniert (noe.ORF.at; 2.7.2025).

Vereinsmitglieder müssen ehrenamtlich mitarbeiten
Allerdings musste sich die Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen (ÖGLB), die die Strecke betreibt, im Gegenzug für 750.000 Euro Förderung vom Land dazu verpflichten, die Bauarbeiten ehrenamtlich zu unterstützen. In der Praxis sieht das so aus: Zwischen Lunz am See und Pfaffenschlag müssen tausende marode Holzschwellen gegen Stahlschwellen ausgetauscht werden. Die Vereinsmitglieder der Lokalbahngesellschaft legen die neuen Schwellen händisch aus, so dass diese neben der Strecke bereit liegen. Der Bagger der Baufirma muss diese dann nur noch austauschen.

ORF/Simon Baumberger
Tausende Holzschwellen müssen entlang der Strecke des Ötscherland-Express gegen Stahlschwellen getauscht werden

Mehr als 1.500 Schwellen wurden so bereits ausgetauscht. Nicht zuletzt dank Zivildiener Alexander Stix aus St. Pölten, der sich immer wieder Urlaub nimmt, um bei den Bauarbeiten mithelfen zu können: „Es ist einfach eine Strecke mit so viel Geschichte und so viel Kultur. Eine Strecke, die seit jeher in die Region eingebunden war und der Region auch zum Aufschwung verholfen hat. Das ist für mich einfach faszinierend und da möchte ich unbedingt mitwirken, das zu erhalten und vielleicht auch noch meinen Kindern zeigen zu können.“

Herausfordernde Suche nach freiwilligen Arbeitern
Etwa zehn bis 15 Freiwillige sind derzeit abwechselnd im Einsatz – wobei es vor allem unter der Woche nicht immer leicht ist, genügend Helferinnen und Helfer zu finden, um die Vorgaben des Landes für geleistete Arbeitsstunden zu erfüllen, erklärt ÖGLB-Präsident Albert Malli: „Geht es darum, einen Sonderzug zu fahren, melden sich gleich einige. Wenn es aber darum geht, wirklich zu arbeiten, tun wir uns schwerer. Aber wir müssen die ehrenamtlichen Stunden irgendwie aufbringen, weil wir uns vertraglich dazu verpflichtet haben.“
ORF/Simon Baumberger
Mitglieder der Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen unterstützen die Bauarbeiten an der Strecke ehrenamtlich

Wer mithelfen möchte, könne sich unter mitarbeit@lokalbahnen.at melden. Vonseiten der ÖGLB hofft man, die Arbeiten bis zum geplanten Saisonstart im Mai abgeschlossen zu haben, um 2026 nach zwei Jahren Pause auch wieder auf der gesamten Strecke unterwegs sein zu können. Um den Betrieb finanziell nachhaltiger zu gestalten, denkt man auch über Kooperationen nach – etwa mit weiteren touristischen Angeboten in der Region oder mit der Niederösterreich-Card.
05.11.2025, Simon Baumberger, noe.ORF.at
Freiwillige sanieren historische Bahnstrecke
 
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