Argentinien: Suche nach vermisstem U-Boot

josef

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#1


43 Männer und eine Frau an Bord
Seit Mittwoch vermisst Argentinien eines seiner drei U-Boote: Die Kommunikation zur „ARA San Juan“ ist seither abgebrochen. Es ist völlig unklar, was mit dem U-Boot mit 43 Männern und einer Frau Besatzung passiert ist. Nun ist eine internationale Suche angelaufen. Argentiniens Marine hofft, dass die Kommunikationsunterbrechung durch eine Batteriepanne verursacht wurde.

Marine vermutet Batteriepanne
Eine großangelegte internationale Rettungsaktion soll ein seit Mittwoch verschollenes argentinisches U-Boot mit 44 Mann Besatzung finden. Zehn argentinische Kriegsschiffe, ein britisches Polarschiff und zwei US-Flugzeuge nehmen an der Suche im Südatlantik teil, wie am Samstag der Sprecher der argentinischen Kriegsmarine, Enrique Balbi, sagte.

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Auch aus Brasilien, Chile, Uruguay und Südafrika sei Unterstützung angeboten worden. Das U-Boot „ARA San Juan“ war von Ushuaia in Feuerland zu einer Fahrt zum U-Boot-Stützpunkt in Mar del Plata, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires, ausgelaufen. Dort sollte das U-Boot am Sonntag oder Montag anlegen. Unter der 44-köpfigen Besatzung befindet sich laut der britischen Tageszeitung „Guardian“ auch die erste weibliche U-Boot-Offizierin Argentiniens, die 35-jährige Eliana Krawczyk.

Nach der letzten Funkverbindung befand sich das U-Boot in Gewässern des Golfs von San Jorge, etwa 430 Kilometer von der patagonischen Küste entfernt. Das Meer ist dort rund 350 Meter tief. Die Kriegsmarine geht davon aus, dass das U-Boot eventuell aufgrund einer Batteriepanne an die Meeresoberfläche aufgetaucht sei und ohne Motorkraft im Atlantik vom zeitweise sechs Meter hohen Wellengang dahingetrieben werde.


APA/AFP/Argentine Navy
Die „San Juan“ vor drei Jahren im Hafen von Buenos Aires

Viele Gerüchte
Lokale Medien behaupteten, das U-Boot sei in 70 Meter Tiefe vor der Küste der patagonischen Stadt Puerto Madryn gesichtet worden. Die Berichte wurden laut „Guardian“ aber offiziell nicht bestätigt. Argentiniens Präsident Mauricio Macri twitterte: „Wir sind entschlossen, alle nationalen und internationalen Mittel zu mobilisieren, die nötig sind, um das argentinische U-Boot San Juan so bald wie möglich zu finden.“

Balbi, der Sprecher der argentinischen Marine, betonte, man könne nicht davon sprechen, dass das U-Boot verloren sei. Man suche derzeit das gesamte infrage kommende Gebiet ab. Die erste Suchaktion sei durch schlechte Sicht in der Nacht und widrige Wetterverhältnisse behindert worden.

Marine dementiert Feuer an Bord
Das U-Boot habe bisher kein Notlichtsignal abgesetzt. Die Marine dementierte zudem Medienberichte, der Ausfall der Kommunikation sei auf einen Brand an Bord zurückzuführen. „Wir untersuchen die Gründe für das Abbrechen der Kommunikation“, betonte Balbi, der weiters sagte, dass das U-Boot im Falle eines Kommunikationsproblems auftauchen müsste.

Angehörige der Besatzung befinden sich mittlerweile auf der Basis Mar del Plata - dorthin war das U-Boot unterwegs. „Wir beten und bitten alle Argentinier, mit uns zu beten, dass sie (die Crew, Anm.) weiterfahren und dass sie gefunden werden“, so Claudio Rodrigues, Bruder eines Besatzungsmitglieds.

In Deutschland gebaut
Das „ARA San Juan“ ist eines von drei argentinischen U-Booten. Es hat einen dieselelektrischen Antrieb und gehört zur Klasse TR-1700. Es wurde in Auftrag der argentinischen Kriegsmarine von den damals dem Thyssen-Konzern gehörenden Nordseewerken in Emden gebaut und war 1983 von Stapel gelaufen. 2014 waren die Batterien des U-Boots in einer argentinischen Werft renoviert worden.

Links:
red, ORF.at/Agenturen

Publiziert am 18.11.2017
http://orf.at/stories/2415434/2415436/
 

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#2


Steigende Hoffnung auf Rettung

Seit Mittwoch vermisst Argentinien eines seiner drei U-Boote. Die Kommunikation zur „ARA San Juan“ ist seither abgebrochen. Bisher wurde im Rahmen einer großangelegten Rettungsaktion vergeblich nach dem U-Boot und seinen 44 Besatzungsmitgliedern gesucht - nun gibt es aber einen ersten Hoffnungsschimmer: Nach Angaben des argentinischen Verteidigungsministeriums von Samstagabend (Ortszeit) wurden offenbar vom U-Boot stammende Signale empfangen. Den Angaben zufolge handle es sich um mehrere fehlgeschlagene Kommunikationsversuche.

„Sie sind oben“
Von dem seit Mittwoch verschollenen argentinischen U-Boot ist offenbar über ein Satellitentelefon versucht worden, Verbindung mit Marinestützpunkten aufzunehmen. Die Anrufversuche wurden von einem Satellitenunternehmen registriert, wie das argentinische Verteidigungsministerium am Samstagabend (Ortszeit) mitteilte.

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Allerdings habe in keinem Fall die Verbindung hergestellt werden können. Die Signale seien aber ein Zeichen dafür, dass das U-Boot anscheinend aufgetaucht sei, sagte der Sprecher der argentinischen Kriegsmarine, Enrique Balbi. Es werde derzeit versucht, den Ursprungsort der Signale zu orten.

Der hohe Wellengang von sechs bis sieben Metern könne die Verbindung über das Satellitentelefon stören, erklärte Balbi. Insgesamt habe es im Zeitraum von rund fünf Stunden sieben Anrufversuche mit einer Länge zwischen vier und 36 Sekunden gegeben. Balbi zufolge zeige die Kürze der Verbindung, „dass sie ein sehr schwaches Signal hatten“, was nun auch die Lokalisierung erschwere.

Die Signale wurden laut Ministerium in Zusammenarbeit mit einer US-Firma entdeckt, die auf Satellitenkommunikation spezialisiert ist. Alle Kommunikationsstationen an der Küste wurden angewiesen, auf allen Frequenzen nach Signalen von dem U-Boot zu suchen.

Problem mit Stromversorgung?
„Sie sind oben, Gott sei Dank, wir sind so glücklich“, sagte unterdessen Claudio Rodriguez, der Bruder des Maschinisten des U-Bootes. „Wenn sie über ein Satellitentelefon angerufen haben, sind sie an der Oberfläche, und das gibt uns Hoffnung, denn wir wussten, dass sie ‚unten‘ verloren gewesen wären.“

Eine Hypothese der argentinischen Marine ist ein technisches Versagen bei dem U-Boot, etwa ein Problem mit der Stromversorgung. In diesem Fall sieht das Protokoll der Marine das Auftauchen des U-Boots an die Oberfläche vor. Normalerweise muss das U-Boot alle 48 Stunden seine Position durchgeben.

Das U-Boot „ARA San Juan“ war mit 44 Menschen an Bord von Ushuaia in Feuerland ausgelaufen zu einer Fahrt zum U-Boot-Stützpunkt in Mar del Plata, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires. Unter der befindet sich laut der britischen Tageszeitung „Guardian“ auch die erste weibliche U-Boot-Offizierin Argentiniens, die 35-jährige Eliana Krawczyk.

Großangelegte Suchaktion
Nach der letzten Funkverbindung am Mittwoch befand sich das U-Boot in Gewässern des Golfs von San Jorge, etwa 430 Kilometer von der patagonischen Küste entfernt. Das Meer ist dort rund 350 Meter tief. Die Kriegsmarine geht davon aus, dass das U-Boot eventuell aufgrund einer Batteriepanne an die Meeresoberfläche aufgetaucht sei und ohne Motorkraft im Atlantik dahingetrieben werde.

Nach dem Abbruch der Kommunikation wurde eine großangelegte Rettungsaktion eingeleitet. Mittlerweile sind daran zehn argentinische Kriegsschiffe, ein britisches Polarschiff und drei US-Flugzeuge beteiligt. Unterstützungsangebote gibt es zudem aus Brasilien, Chile, Uruguay und Südafrika.

Argentiniens Präsident Mauricio Macri twitterte: „Wir sind entschlossen, alle nationalen und internationalen Mittel zu mobilisieren, die nötig sind, um das argentinische U-Boot San Juan so bald wie möglich zu finden.“
http://orf.at/stories/2415434/2415436/
 

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#3
Sauerstoff reicht nur noch bis Mittwoch
Die Suche nach dem verschollenen argentinischen U-Boot wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit: Nur für rund eine Woche reicht der Sauerstoffvorrat für die 44-köpfige Besatzung - und seit Mittwoch vergangener Woche gibt es keinen Kontakt mehr zu dem U-Boot. Ein empfangenes Geräusch hat sich als falsche Hoffnung entpuppt.

Hoffnung entpuppte sich als verfrüht
Bei der Suche nach dem im Südatlantik verschollenen argentinischen U-Boot „ARA San Juan“ läuft den Rettern die Zeit davon. Die 44-köpfige Besatzung verfügt über Sauerstoffreserven für sieben Tage, sollte das U-Boot nicht auftauchen können. Die letzte Funkverbindung gab es am Mittwoch.

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Damals teilte die Besatzung mit, es habe einen Kurzschluss im Batteriensystem an Bord gegeben, wie ein Sprecher der argentinischen Marine erst am Montag bekanntgab. Seitdem gab es keinen Kontakt mehr zum U-Boot.

Empfangenes Signal nicht von U-Boot
Ein im Meer von zwei argentinischen Kriegsschiffen über Echolot empfangenes Geräusch hatte am Montag die Hoffnung geweckt, es könnte von dem verschollenen U-Boot ausgegangen sein. Ein hochmodernes US-Seefernaufklärungsflugzeug vom Typ Boeing P-8 übernahm eine Aufzeichnung des Geräuschs. Mit einer speziellen Software wurde jedoch festgestellt, dass es nicht vom U-Boot kam, sondern wahrscheinlich biologischen Ursprungs sei, sagte am Montagabend (Ortszeit) der Marinesprecher Enrique Balbi in Buenos Aires.

Anrufversuche per Satellit nicht von „San Juan“
Kurz vorher hatten die Angehörigen der Besatzung, die auf dem Marinestützpunkt von Mar del Plata auf Nachrichten harren, eine weitere Enttäuschung erlebt. Sieben gescheiterte Anrufversuche eines Satellitentelefons wurden darauf untersucht, ob sie von der „ARA San Juan“ aus gestartet worden seien. Auch hier stellte sich nach einer Recherche des Satellitenunternehmens Iridium heraus, dass die Spur nicht zu den Verschollenen führte.

Größter Einsatz seit Falkland-Krieg
An der internationalen Suchaktion nehmen 14 Schiffe und zehn Flugzeuge teil, unter ihnen hochspezialisierte Einheiten aus Großbritannien, den USA und Brasilien. Es handelt sich um den größten Marine- und Lufteinsatz im Südatlantik seit dem Falkland-Krieg 1982 zwischen Argentinien und Großbritannien. Auch ein britisches Schiff und ein Flugzeug der Royal Air Force, die auf Falkland stationiert sind, nehmen an der Aktion teil.

Zum Zeitpunkt der letzten Funkverbindung fuhr das U-Boot durch den Golf von San Juan südöstlich der Halbinsel Valdes. Dort herrschte schwerer Seegang. Die anhaltend hohen Wellen von bis zu sieben Metern und der starke Wind von bis zu 70 Kilometern pro Stunde erschwerten die Suche und störten die Echoortung. Die Wetterbedingungen sollten sich jedoch am Dienstag bessern.

Marine beruhigte zunächst
Argentiniens Marine hatte zunächst versucht, die Lage als nicht allzu dramatisch darzustellen. Das U-Boot sei keineswegs verloren, wurde betont. Ein Sprecher ging am Wochenende noch davon aus, dass das U-Boot vermutlich - wie im Falle eines Kommunikationsausfalls vorgesehen - aufgetaucht sei. Die Suche wurde tagelang von den widrigen Witterungsverhältnissen und hohem Wellengang mit bis zu sechs Meter hohen Wellen behindert.

Argentiniens Präsident Mauricio Macri hatte am Wochenende getwittert: „Wir sind entschlossen, alle nationalen und internationalen Mittel zu mobilisieren, die nötig sind, um das argentinische U-Boot ‚San Juan‘ so bald wie möglich zu finden.“


Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/BBC

Vorbereitungen auf mögliche Bergung
Neben der systematischen Suche auf einer Meeresfläche von über 43.000 Quadratkilometern wird bereits eine eventuelle Bergung vom Ozeangrund vorbereitet. Vier Transportflugzeuge der US-Navy wurden vom Southern Command mit Sitz in Florida mit einem Mini-U-Boot, einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug (ROV) und weiterer Ausstattung zur Tiefseebergung zum patagonischen Hafen von Comodoro Rivadavia entsandt. Von dort aus soll es gegebenenfalls an Bord eines Schiffes des französischen Erdölunternehmens Total zum Einsatz bei einer Unterwasserbergung transportiert werden. Das kleine Rettungs-U-Boot kann bis zu sechs Menschen auf einmal aus einem gekenterten U-Boot bergen.

Links:
red, ORF.at/Agenturen
Publiziert am 21.11.2017
http://orf.at/stories/2415703/2415704/
 

josef

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#4


Seit über einer Woche verschollen

Im Rahmen der internationalen Suchaktion nach dem seit über einer Woche verschollenen argentinischen U-Boot gehen die Rettungsteams jetzt einer neuen Spur nach. Wie das argentinische Militär am Mittwoch mitteilte, sei wenige Stunden nach der letzten Funkmeldung der „ARA San Juan“ ein „verdächtiges Geräusch“ in etwa 30 Seemeilen Entfernung registriert worden. Ob das als Hoffnungsschimmer für die 44-köpfige Besatzung gewertet werden kann, ist fraglich: Experten zufolge könnte es sich um eine Explosion gehandelt haben.

Lage für Besatzung „sehr gefährlich“
Auf der Suche nach dem verschollenen argentinischen U-Boot „ARA San Juan“ geht die Marine einer neuen Spur nach. Neuen Erkenntnissen zufolge habe es wenige Stunden nach dem letzten Kontakt mit dem U-Boot ein „verdächtiges Geräusch“ im Südatlantik gegeben, sagte Marinesprecher Enrique Balbi am Mittwoch. Experten zufolge könnte das eine Explosion gewesen sein.

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Die Angehörigen der 44 Besatzungsmitglieder hofften unterdessen weiter auf eine Rettung. Knapp drei Stunden nach dem letzten Kontakt zur „ARA San Juan“ am 15. November habe es rund 30 Seemeilen (55,5 Kilometer) vom letzten bekannten Standort des U-Boots entfernt eine „hydroakustische Anomalie“ im Meer gegeben, sagte Balbi vor Journalisten. Zu der Frage, ob das Geräusch von einer Explosion stammte, wollte er sich nicht äußern.

„Es ist ein Geräusch und es muss bestätigt und untersucht werden“, sagte der Marinesprecher. Die Information darüber habe Argentinien am Mittwoch von den USA erhalten. Drei Schiffe seien nun auf dem Weg zu dem mutmaßlichen Ausgangspunkt des Geräuschs. Ein früherer U-Boot-Kommandeur, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Es muss ein sehr lauter Lärm gewesen sein.“ Es könne sich daher um eine Explosion gehandelt haben.

Großeinsatz vor argentinischer Küste
Zu den Aussichten, die 44 Besatzungsmitglieder des U-Bootes zu retten, sagte Balbi: „Wir sind in einer sehr gefährlichen Lage und in einer, die sich verschlimmert.“ Derzeit suchen Tausende Menschen und Dutzende Schiffe und Flugzeuge aus zahlreichen Ländern nach dem U-Boot. Ein Krankenhaus in der Hafenstadt Comodoro Rivadavia in Patagonien ist auf die Behandlung der Besatzungsmitglieder im Falle einer Rettung vorbereitet.

US-Präsident Donald Trump sagte, er habe angeordnet, die Suche nach dem U-Boot zu unterstützen. Die Zeit dränge für die 44 Besatzungsmitglieder. „Möge Gott mit ihnen und dem argentinischen Volk sein“, twitterte Trump.

Sauerstoffreserven möglicherweise schon zu Ende
Die Sauerstoffreserven für die U-Boot-Besatzung reichen unter Wasser nur für sieben Tage, diese Zeitspanne lief am Mittwoch ab. Unklar ist allerdings, ob das U-Boot nicht doch irgendwo manövrierunfähig an der Oberfläche treibt oder zumindest so weit oben im Meer schwimmt, dass es sich mit Sauerstoff versorgen kann. Der Kontakt zur „ARA San Juan“ und ihrer Besatzung war am Mittwoch vergangener Woche um 7.30 Uhr Ortszeit (11.30 Uhr MEZ) abgebrochen. Seither fehlt von dem U-Boot deutscher Herstellung jede Spur. Die Besatzung hatte kurz vor dem letzten Funkkontakt einen Batterieschaden gemeldet, aber keinen Notruf abgesetzt.

Angehörige geben Hoffnung nicht auf
Auf dem Marinestützpunkt Mar del Plata schwanken die Angehörigen der Besatzungsmitglieder seit Tagen zwischen Hoffen und Bangen. „Ich bin zuversichtlich, sie werden zurückkommen“, sagte am Mittwoch Fernanda Valacco, deren Mann zur Besatzung gehört. „Die Stunden vergehen, wir warten auf ein Wunder“, sagte Elena Alfaro, die Schwester eines anderen vermissten Seemanns. Nach der Äußerung von Marinesprecher Balbi über das verdächtige Geräusch im Meer brachen manche Angehörige in Tränen aus.

Links:
red, ORF.at/Agenturen

Publiziert am 23.11.2017
http://orf.at/stories/2416050/2416045/
 

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#5


Verschwinden immer noch ein Rätsel

Vom argentinischen U-Boot „ARA San Juan“ fehlt seit Mitte November jede Spur. Nun unterstützt auch Russland die Suche. Am Samstag brachte ein Transportflugzeug einen Spezialroboter, der bis zu 1.000 Meter tief tauchen kann, an den Unglücksort. Die Besatzung des Bootes hatte technische Probleme gemeldet, am 15. November verschwand die „ARA San Juan“. Was an Bord geschah, ist immer noch völlig schleierhaft. Ohne das Wrack dürfte daran auch eine angekündigte Untersuchung vorerst nichts ändern.

Unterstützung aus 13 Ländern
Seit über eine Woche versuchen ein gutes Dutzend internationale Rettungs- und Bergungsteams, eine Spur vom vermissten argentinischen U-Boot „ARA San Juan“ zu finden - bisher ohne Erfolg. Nun schickte Russland einen Tauchroboter, der die Suche unterstützen soll.

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Am Samstag landete ein Transportflugzeug vom Typ „Antonow“ nahe dem Unglücksort im Süden von Argentinien. An Bord: Ein Unterwasserfahrzeug, das ferngesteuert bis zu 1.000 Meter tief tauchen soll. „Pantera Plus“, so der Name des Tauchroboters, soll auf dem Meeresgrund nach Hinweisen auf das U-Boot suchen. Bisher war bereits ein Mini-U-Boot der U.S. Navy im Einsatz, das kann allerdings nur auf 600 Meter abtauchen.


APA/AFP/TELAM/Argentina OUT
Eine Antonow AN-124 mit dem Tauchroboter an Bord landete in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) in Argentinien

Keine Hoffnung mehr für Besatzung
Damit suchen inzwischen Schiffe und Flugzeuge aus 13 Ländern nach der „ARA San Juan“. Deren Besatzung hatte erst technische Probleme mit der Stromversorgung gemeldet, am 15. November brach der Funkkontakt ab, das U-Boot verschwand spurlos. Laut Medienberichten vermutet die argentinische Marine eine Explosion an Bord. Für die 44 Besatzungsmitglieder besteht inzwischen keine Hoffnung mehr auf Rettung. Es gehe nun nur noch darum, das Boot auf dem Meeresboden zu finden, sagte Marinesprecher Enrique Balbi am Freitag.

Meeresboden fällt in die Tiefe ab
Die „ARA San Juan“ war gegen illegale Fischerei am Außenrand der Wirtschaftszone Argentiniens im Südatlantik im Einsatz. Kurz vor ihrem Verschwinden war sie zum Heimathafen Mar del Plata beordert worden. Die Außengrenze der Wirtschaftszone verläuft entlang des Kontinentalsockels, bei dem die Meerestiefe von 200 auf bis zu 3.000 Meter abfällt. Die Chancen, das U-Boot zu entdecken und zu bergen, hängen davon ab, ob es auf dem flacheren Kontinentalschelf oder jenseits des Kontinentalhangs in großer Tiefe auf Grund liegt.


APA/AFP/Pablo Villagra
Auch die US-Marine lieferte Suchgerät, unter anderem ein Tauchboot

Kritik an Regierung und Marine
Die Angehörigen der vermissten Seeleute warfen der argentinischen Regierung zuletzt eine unzureichende Informationspolitik vor. Außerdem wurden Vorwürfe laut, das U-Boot sei womöglich in einem schlechten technischen Zustand gewesen. Marinesprecher Balbi dementierte das und erklärte dazu, niemand würde ein U-Boot in See stechen lassen, „das seeuntauglich ist“. Das in Deutschland gebaute U-Boot lief 1983 vom Stapel und wurde 2007 und 2014 generalüberholt.

Kaum Antworten ohne das Wrack
Argentiniens Präsident Mauricio Macri warnte vor vorschnellen Schlüssen und Schuldzuweisungen. Es werde eine „ernsthafte Untersuchung“ geben, um herauszufinden, „wie ein komplett fahrtüchtiges U-Boot offenbar Opfer einer Explosion werden konnte“, sagte Macri in einer kurzen Rede am Sitz der argentinischen Marine. Dabei könne sein Land mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und deren technologische Expertise rechnen. Vor jeglichen Rückschlüssen müsse Gewissheit herrschen, „was genau geschehen ist.“ Ohne das Wrack sei das allerdings schwer möglich.

Argentinische Zeitungen hatten bereits berichtet, dass Macris Mitte-rechts-Regierung die Entlassung von Marinekommandeur Marcelo Srur plane. Die Regierung denke über einen Führungswechsel nach, berichtete etwa die Tageszeitung „Clarin“ am Freitag. Sie werfe der Marine im Fall der „ARA San Juan“ Nachlässigkeit und mangelhaftes Krisenmanagement vor. Unter anderem habe es fünf Tage gedauert, bis die Marine das Verteidigungsministerium über die Batterieprobleme des U-Boots informiert habe.

Links:
red, ORF.at/Agenturen

Publiziert am 25.11.2017
http://orf.at/stories/2416400/2416401/
 

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#6
„Kurzschluss und Schwelbrand“
Knapp zwei Wochen nach dem Verschwinden des argentinischen U-Boots „ARA San Juan“ gibt es nun neue Erkenntnisse über die Ursache des Unglücks. In der letzten Funkverbindung meldete der Kapitän einen „Kurzschluss und Schwelbrand“ im Batteriesystem. Zu dem Kurzschluss dürfte es gekommen sein, weil Wasser über den Schnorchel in das U-Boot gelangt war. Zweieinhalb Stunden nach dem Funkspruch verzeichneten internationale Meeressonden eine Explosion an der mutmaßlichen Position des U-Boots.

Letzter Funkspruch veröffentlicht
In der letzten Funkverbindung des seit knapp zwei Wochen verschollenen argentinischen U-Boots hat der Kapitän einen Kurzschluss und Schwelbrand im Batteriesystem gemeldet. Das geht aus einem internen Bericht der argentinischen Kriegsmarine hervor, der nun vom argentinischen Nachrichtensender A24 veröffentlicht wurde.

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„Meerwassereintritt über das Lüftungssystem in den Batterietank Nr. 3 verursachte Kurzschluss und Schwelbrand“, heißt es in der veröffentlichten Transkription der Funkverbindung der „ARA San Juan“ vom 15. November. Die Bugbatterien seien außer Betrieb, das U-Boot navigiere mit den Heckbatterien weiter.


Reuters/Marcos Brindicci

An Bord befanden sich 44 Besatzungsmitglieder, es gibt keine Hoffnung mehr, sie lebend zu finden

Hoher Wellengang
Marinesprecher Enrique Balbi erklärte, zu dem Kurzschluss an Bord sei es gekommen, weil Wasser über den Schnorchel in das U-Boot gelangt sei. Zum Zeitpunkt des Vorfalls gab es hohen Wellengang von über sechs Metern auf der Route des U-Boots im Südatlantik. Die Marine hatte wiederholt gesagt, dass die Batteriepanne nach Angaben des U-Boot-Kapitäns behoben worden sei.

Zweieinhalb Stunden nach der letzten Funkverbindung verzeichneten internationale Meeressonden eine Explosion an der mutmaßlichen Position des U-Boots. An Bord befanden sich 44 Besatzungsmitglieder. Es gibt keine Hoffnung mehr, die Besatzungsmitglieder lebend zu finden. Offiziell für tot erklärt hat die argentinische Marine sie allerdings noch nicht.

Keine konkrete Spur bei Suche
Die Suche gestaltete sich bisher als schwierig, eine konkrete Spur tat sich nicht auf. Eine internationale Suchmission durchkämmt seit nunmehr fast zwei Wochen die Region des Südatlantiks vor der argentinischen Küste, in der das U-Boot vermutlich auf Grund gegangen ist - unter anderem kam Unterstützung aus den USA und aus Russland.


APA/AFP/Pablo Villagra

Die US-Marine lieferte Suchgerät, unter anderem ein Tauchboot

Moskau hatte am Wochenende einen Tauchroboter geschickt. Das Unterwasserfahrzeug kann ferngesteuert bis zu 1.000 Meter tief tauchen. „Pantera Plus“, so der Name des Tauchroboters, soll auf dem Meeresgrund nach Hinweisen auf das U-Boot suchen. Bisher war bereits ein Mini-U-Boot der U. S. Navy im Einsatz, das allerdings nur auf 600 Meter abtauchen kann.

Meeresboden fällt in die Tiefe ab
Die „ARA San Juan“ war gegen illegale Fischerei am Außenrand der Wirtschaftszone Argentiniens im Südatlantik im Einsatz. Kurz vor ihrem Verschwinden war sie zum Heimathafen Mar del Plata beordert worden. Die Außengrenze der Wirtschaftszone verläuft entlang des Kontinentalsockels, bei dem die Meerestiefe von 200 auf bis zu 3.000 Meter abfällt. Die Chancen, das U-Boot zu entdecken und zu bergen, hängen davon ab, ob es auf dem flacheren Kontinentalschelf oder jenseits des Kontinentalhangs in großer Tiefe auf Grund liegt.

Kritik an Regierung und Marine
Die Angehörigen der vermissten Seeleute warfen der argentinischen Regierung zuletzt eine unzureichende Informationspolitik vor. Außerdem wurden Vorwürfe laut, das U-Boot sei womöglich in einem schlechten technischen Zustand gewesen. Marinesprecher Balbi dementierte das und erklärte dazu, niemand würde ein U-Boot in See stechen lassen, „das seeuntauglich ist“. Das in Deutschland gebaute U-Boot lief 1983 vom Stapel und wurde 2007 und 2014 generalüberholt.

Links:
red, ORF.at/Agenturen
Publiziert am 28.11.2017
http://orf.at/stories/2416667/2416666/
 

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#7
Zwei Wochen nach Verschwinden - Beendigung der Suche nach der Besatzung
Zwei Wochen nach dem Verschwinden der „ARA San Juan“ hat die argentinische Marine die Suche nach möglichen Überlebenden eingestellt. Auch wenn der Tod der 44 Crewmitglieder noch nicht bestätigt werden könne, gehe es nur noch um das Auffinden des Bootes, sagte ein Marinesprecher am Donnerstag. Angehörige der Vermissten kritisierten die Entscheidung: Die Marine habe die „letzte Hoffnung weggeworfen“.

Suchaktion geht in neue Phase
Zwei Wochen nach dem Verschwinden des argentinischen U-Bootes „ARA San Juan“ mit 44 Besatzungsmitgliedern an Bord hat die Marine die Suche nach möglichen Überlebenden eingestellt. Es gehe jetzt nur noch um das Auffinden des Schiffes und nicht mehr um die Rettung der Crew, sagte Marinesprecher Enrique Balbi am Donnerstag.

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In dem durchsuchten Gebiet sei kein Wrack gefunden worden, sagte Balbi weiter. Den Tod der Besatzung könne er weiterhin nicht bestätigen. Die internationalen Rettungsbemühungen hätten aber schon doppelt so lange gedauert wie die geschätzte Überlebensdauer in einem U-Boot, das nicht auftauchen kann. Laut Balbi beginnt nun eine neue Phase bei der Suche nach der „ARA San Juan“. Die Marine werde 450 Kilometer vor der Küste Patagoniens weiter nach dem U-Boot suchen. An der Suche beteiligen sich 28 Rettungsschiffe und neun Flugzeuge aus aller Welt mit insgesamt rund 4.000 Einsatzkräften.

„Sie haben die letzte Hoffnung weggeworfen“
Die Angehörigen der Vermissten nahmen die Ankündigung der argentinischen Marine mit unterschiedlichen Gefühlen auf. „Sie haben die letzte Hoffnung weggeworfen, die wir noch hatten“, kritisierte der 46-jährige Luis Tagliapietra, dessen Sohn zur U-Boot-Besatzung gehörte. Jorge Villareal, dessen Sohn ebenfalls auf der „ARA San Juan“ war, weigerte sich dagegen, die Hoffnung aufzugeben. „Ich bewahre meine Hoffnung und meinen Glauben“, sagte Villareal.


Reuters/Marcos Brindicci
Die Angehörigen der vermissten Marineangehörigen hofften bis zuletzt

Die Angehörigen sind seit Tagen in Aufruhr, sie werfen der Marine schwere Versäumnisse vor. Die Marine hatte zunächst von einem „Kommunikationsproblem“ gesprochen und erst zwei Tage nach Abbruch der Verbindung bekanntgegeben, dass nach dem U-Boot gesucht werde.

Schwelbrand an Bord
Der Kontakt zur „ARA San Juan“ und ihren 44 Besatzungsmitgliedern war kurz nach der letzten Funkverbindung am 15. November abgebrochen. In diesem Funkspruch hatte der Kapitän einen Kurzschluss und Schwelbrand im Batteriesystem gemeldet. „Meerwassereintritt über das Lüftungssystem in den Batterietank Nr. 3 verursachte Kurzschluss und Schwelbrand“, hieß es laut einem Bericht eines argentinischen Nachrichtensenders in der Transkription der Funkverbindung der „ARA San Juan“ vom 15. November. Die Bugbatterien seien außer Betrieb, das U-Boot navigiere mit den Heckbatterien weiter.

Marinesprecher Balbi sagte nach Bekanntwerden des Medienberichts, zu dem Kurzschluss an Bord sei es gekommen, weil Wasser über den Schnorchel in das U-Boot gelangt sei. Zum Zeitpunkt des Vorfalls gab es hohen Wellengang von über sechs Metern auf der Route des U-Boots im Südatlantik. Die Marine hatte wiederholt gesagt, dass die Batteriepanne nach Angaben des U-Boot-Kapitäns behoben worden sei. Zweieinhalb Stunden nach der letzten Funkverbindung verzeichneten internationale Meeressonden eine Explosion an der mutmaßlichen Position des U-Boots.

Links:
red, ORF.at/Agenturen Publiziert am 01.12.2017
http://orf.at/stories/2417124/2417126/
 

josef

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#8
17. November 2018
Seit einem Jahr verschollenes U-Boot geortet

Suche der US-Firma Ocean Infinity im Atlantik erfolgreich – Besatzung hatte Feuer gemeldet, es folgte Explosion
Buenos Aires – Ein Jahr nach dem Verschwinden des argentinischen U-Boots "ARA San Juan" ist das Wrack im Atlantik entdeckt worden. Die US-Firma Ocean Infinity habe die "ARA San Juan" im Meer geortet, teilte die argentinische Armee am Freitag (Ortszeit) im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

In ihrem letzten Funkspruch im November 2017 hatte die 44-köpfige U-Boot-Besatzung einen Kurzschluss und ein Feuer an Bord gemeldet, kurz darauf ereignete sich im Südatlantik eine Explosion. Die argentinische Marine hatte die Suche nach dem Wrack, an der sich zunächst 13 Länder beteiligten, aus Kostengründen nach einigen Wochen eingestellt. Die Angehörigen forderten monatelang eine Fortsetzung der Suche.

Im Februar lobte das argentinische Verteidigungsministerium eine Belohnung von fünf Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) für nützliche Hinweise zum Verbleib der "San Juan" aus. Im September schließlich teilte das Ministerium mit, dass die Suche wieder aufgenommen und von der US-Firma Ocean Infinity übernommen werde. (APA, 17.11.2018)
Seit einem Jahr verschollenes U-Boot geortet - derStandard.at
 

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#10


Entdecktes U-Boot-Wrack
Argentinien streitet über Bergung
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Vor fast genau einem Jahr ist die „ARA San Juan“ auf den Grund des Südatlantiks gesunken, nun hat eine Suchmannschaft das Wrack des U-Boots der argentinischen Marine in den eisigen Tiefen geortet. Doch wie es jetzt weitergeht, steht in den Sternen. Der Regierung ist längst das Geld für umfassende Untersuchungen ausgegangen, die Angehörigen fordern die Bergung der sterblichen Überreste.
Online seit heute, 15.57 Uhr
Doch das, was sie vonseiten der Politik aktuell zu hören bekommen, mindert die Wut kaum: Das Schiff sei in etwas mehr als 900 Metern Tiefe gefunden worden, bestätigte Verteidigungsminister Oscar Aguad. „Doch wir verfügen nicht einmal über die Mittel, um in diese Tiefen zu gelangen“, so Aguad am Samstag. „Wir haben auch keine Ausrüstung, um ein solches Schiff zu bergen.“

Die Familien der toten Seeleute aber wollen ihre Angehörigen beerdigen und fordern eine umfassende Aufklärung des Unglücks. „Wir wollen, dass das U-Boot an die Oberfläche geholt wird. Wir wollen die Wahrheit wissen, und die Justiz soll klären, wer dafür bezahlen muss“, sagte Juan Aramayo, der Vater eines Besatzungsmitglieds.

„Sie haben gewartet, bis ein Jahr vergangen ist“
Die Familien der Seeleute hatten vor allem unter der Ungewissheit über den Verbleib ihrer Angehörigen gelitten. Nach der Entdeckung des Wracks schwanken sie nun zwischen Erleichterung, Trauer und Wut. „Ich will wissen, was passiert ist“, sagte Oscar Vallejos, der Vater eines der Soldaten, im Fernsehsender C5N. „Sie wussten schon, wo sie sind, und haben gewartet, bis ein Jahr vergangen ist. Ich habe meine Zweifel. Welch ein Zufall.“


APA/AFP/Ho
Erste Bilder des Wracks in gut 900 Metern Tiefe

Dreitägige Staatstrauer
Präsident Mauricio Macri ordnete eine dreitägige Staatstrauer an und versprach eine umfassende Untersuchung des Falls. Die „ARA San Juan“ war am 15. November 2017 mit 44 Seeleuten an Bord auf der Fahrt von Ushuaia im äußersten Süden Argentiniens nach Mar del Plata verschwunden. Zuvor hatte es technische Probleme an Bord gegeben. Außerdem wurde in der Nähe der letzten bekannten Position des U-Boots eine Explosion registriert.
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Trauer am Jahrestag
Die Zeremonie zum Jahrestag des Unglücks war von der Trauer der Angehörigen beherrscht. Auch nach der Ortung des Wracks ist die Bergung der Leichen ungewiss.

6,5 Mio. Euro für Ortung
Entdeckt wurde das U-Boot von der für die Suche beauftragten privaten US-Firma Ocean Infinity rund 500 Kilometer östlich des Golfs San Jorge vor der patagonischen Küste. „Die Hülle ist noch in einem Stück, sie ist total deformiert und implodiert, aber ohne nennenswerte Risse“, erklärte Kapitän Gabriel Attis. Abgerissene Teile des U-Boots seien in einem Radius von 70 Metern um das Wrack gefunden worden.
Unmittelbar nach dem Unglück hatten die argentinische Streitkräfte, unterstützt durch Einheiten aus den USA und aus Russland, wochenlang erfolglos nach dem Wrack gesucht. Vor einigen Monaten engagierte die Regierung Ocean Infinity, um die Suche fortzusetzen. Die US-Firma war bereits kurz davor, die Suche einzustellen, weil die vertraglich festgelegten 60 Einsatztage beinahe ausgeschöpft waren. Für die Ortung des U-Boots soll Ocean Infinity nun 7,5 Mio. US-Dollar (6,5 Mio. Euro) erhalten.

AP/Argentina Navy/Argentina Navy
Die „ARA San Juan“ auf einem Archivbild – das Aufnahmedatum ist unbekannt

Die „ARA San Juan“ mit einer Kiellänge von 65 Metern wurde im Auftrag der argentinischen Kriegsmarine von den damals dem Thyssen-Konzern gehörenden deutschen Nordseewerken gebaut und 1985 in Dienst gestellt. Das U-Boot mit einem dieselelektrischen Antrieb war für Tauchfahrten bis 300 Meter Tiefe ausgelegt.

„Den Abschied bereiten, den sie verdienen“
Am Donnerstag hatte sich das Verschwinden des U-Boots zum ersten Mal gejährt. „Als wir schon alle Hoffnung aufgeben wollten, haben wir sie gefunden“, sagte Luis Tagliapietra, der Vater eines der Soldaten an Bord der „ARA San Juan“. Der Anwalt befand sich an Bord des Suchschiffs „Seabed Constructor“, als das U-Boot geortet wurde.
„Ich verspüre eine Mischung aus tiefer Traurigkeit und dem Gefühl, die Schlacht gewonnen zu haben“, schrieb er vom Schiff aus in einer Botschaft an mehrere Medien. „Ab heute wird sich ein Teil der Wunde schließen“, so Isabel Polo, die Schwester eines Seemanns, im TV. Jorge Villarreal, der Vater eines weiteren Besatzungsmitglieds, sagte: „Jetzt wissen wir, wo unsere Kinder sind. Wir wollen ihnen den Abschied bereiten, den sie verdienen. So können wir Frieden finden.“
red, ORF.at/Agenturen

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