H

Harald 41

Guest
#65
Hallo Josef;
Freut mich wenn die Bilder passen,ist halt nicht immer alles so genau im Netz, und wenn man die Begebenheiten selber nicht persönlich kennt ist es sehr schwer.
Wie im anderen Beitrag über die Amy Luftbilder die kamen mir anfangs teilweise seltsam vor ( falsche Ortsangaben usw...),aber es wurde hier schon einigermaßen geklärt.

LG Harry
 

josef

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#66
Museum Zwentendorf

War heute auf "Museumsbesuch" in Zwentendorf. Herr R. Richter hat nach seiner Pensionierung in einem ehemaligen Arzthaus im Zentrum von Zwentendorf mit Unterstützung der Gemeinde seit 2008 kontinuierlich ein sehenswertes Museum aufgebaut!

Neben den für ein Heimatmuseum üblichen Gebieten von der Urzeit, die Kelten- und Römerzeit übers Mittelalter zur Neuzeit, einigen Sondersammlungen über Insekten, Geologie usw. ist für uns besonders die Industriegeschichte interessant. Hier spannt sich der Bogen von der 1917 errichteten Pulverfabrik Skoda-Wetzler über die Chemie- und Raffinerieanlagen während des Krieges (inkl. Luftkrieg), der Nachkriegszeit und der Donau-Chemie der heutigen Tage... Dies wird anhand von Fotos, Plänen, Luftbildern usw. beeindruckend dargestellt.

Museumsöffnungszeiten:
jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 10.00 - 12.00 Uhr

Für Oktober oder November habe ich mit Herrn Richter eine Zusammenkunft für interessierte Forumsmitglieder in Zwentendorf vereinbart. Neben der fachkundigen Museumsführung steht Herr Richter auch für Fragen und weiterführende Diskussionen über den Komplex Moosbierbaum-Pischelsdorf zur Verfügung. Termin und Details werden zeitgerecht bekanntgegeben!

Link zum Museum: http://www.museum-zwentendorf.at/

lg
josef
 
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Joe

Fehlerkramrumschlager a. D. :)
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#67
eine Zusammenkunft für interessierte Forumsmitglieder
:dergroesste: :bravo:

Josef, an dieser Stelle einmal meinen ganz besonders herzlichen Dank für deinen Einsatz! Ich bin immer wieder erstaunt, was du wieder ausgegraben hast oder wie du die Fakten aus dem Hut zauberst.

:admin

Liebe Grüße
Joe
 

josef

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#69
Joe, :danke "für die Blumen", man tut, was man kann :D

An ALLE, die Interesse am geplanten "Moosbierbaum-Pischelsdorf-Zwentendorf Meeting" im Herbst haben: Bitte noch keine Mitteilungen, Anmeldungen, Terminwünsche und sonstiges schicken! Ankündigung und weitere Vorgangsweise kommt rechtzeitig! Zeitraum wird irgendwann zwischen Ende September bis Anfang November sein...

So, nun geht es weiter an die Aufarbeitung und Auswertung von Material aus dem Tullnerfeld... :)

lg
josef
 

josef

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#70
Salzgitterbunker Moosbierbaum

Nachstehend ein Foto aus der Besatzungszeit, als die Russen in Moosbierbaum das Sagen hatten. Die Raffinerie wurde ja, wie schon an anderer Stelle berichtet, bis 1955 von der "Sowjetischen Mineralölverwaltung" (SMV) betrieben.

Das Foto wurde mit Blickrichtung W vom Wasserturm der Raffinerie aufgenommen und zeigt die Ostseite des Salzgitterbunkers. Siehe dazu auch Beitrag #9! Im Bereich der Gleisanlagen bis zum Bunker befindet sich heute der in #9 hinter dem Objekt sichtbare Schutthügel. Rechts oberhalb des Bunkers ist der von den Russen angelegte Werkssportplatz mit dem damaligen Sozialhaus (Veranstaltungssaal usw.) zu erkennen. Hinter dem Sportplatz verläuft quer über das Bild die Straße von Moosbierbaum (links) nach Zwentendorf (rechts). Im Hintergrund ist die Ortschaft Dürnrohr zu erkennen. Aufnahmezeitpunkt ca. 1950 -52.

Bildquelle: Museum Zwentendorf
 

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josef

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#71
Kaianlage DC-Pischelsdorf

Als Ergänzung zu den Beiträgen # 52 und #54, Kaimauer an der Donau beim DC-Werk Pischelsdorf (ehemals "Nordwerk"):

1. und 2.: Ansichtsskizze der Kaimauer lt. Planungen 1939, Bauabwicklung 1940-41.

3.: Umschlag von Mineralölprodukten der SMV-Raffinerie Moosbierbaum (1945-55, ehemals "Südwerk").

4.: Luftbild des heutigen DC-Chemieparks Pischelsdorf aus 2009 mit der Umschlaglände an der Donau. Der in Beitrag #5 abgebildete LS-Hochbunker befindet sich in der rechten oberen Ecke des Buschgeländes genau in Bildmitte im Bereich der an der Straße erkennbaren Pappeln.

Quelle: Alle Anhänge sind Fotos aus dem Museum Zwentendorf mit Genehmigung zur Veröffentlichung.
 

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josef

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#72
Plan Umfahrungsstraße Pischelsdorf - Nordwerk

Aus dem im Museum Zwentendorf aufliegenden Projekt- und Verbauungsplan des Gesamtkomplexes Donau-Chemie der damaligen IG-Farben Moosbierbaum-Pischelsdorf aus 1943 habe ich das Detail der damals in Bau befindlichen Umfahrungsstraße herauskopiert. In die an 2 Stellen noch vorhandenen Brückenpfeilerreste und die teilweise noch erkennbare Trasse wurde alles Mögliche "hineininterpretiert"...

Fotos dazu siehe meinen Beitrag #50 und im Thread http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?t=7694&highlight=Pischelsdorf

1. Planausschnitt mit der gut erkennbaren Trasse der Umfahrungsstraße westlich des Ortes Pischelsdorf.
2. Kreise ROT: Standorte der noch vorhandenen Brückenpfeilerreste.

Quelle Kartenausschnitte: Übersichtsplan aus 1943 aus Bestand Museum Zwentendorf
 

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josef

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#74
Noch einige Ergänzungen zu den Luftangiffen auf Moosbierbaum:

1. Verzeichnis der schwersten Angriffe auf die Raffinerie.

2. Treffer- und Blindgängerplan: Die beiden Werksgeländeteile waren in "Luftschutzbezirke" unterteilt. Nach den Angriffen wurden von den LS-Kräften genaue Eintragungen über Ort der Treffer, Art der abgeworfenen Bomben, Blindgänger usw. in Lageplänen der jeweiligen "Bezirke" vorgenommen. Neben den protokollierten Schadensmeldungen waren diese Pläne von großer Wichtigkeit für die Blindgängerbeseitigung. Diese wurde hauptsächlich von Kriegsgefangenen, Häftlingen aus Arbeitserziehungslagern und Gefängnissen, durchgeführt. Genaueren Nachforschungen bedarf es noch bezüglich dem Einsatz von Häftlingen des KZ-Mauthausen, da in Unterlagen auch ein "Sonderkommando Moosbierbaum" genannt wird!

3. Zielkarte der US-Luftwaffe.

4. Zielkarte, auf der ich die "targets" bezeichnet habe:
ROT - Südwerk Moosbierbaum (Raffinerie, Chem. Prod.)
GRÜN - Nordwerk Pischelsdorf (Chem. Produktion, Magnesiumhütte in Bau)
GELB - Trasdorf - Mun-Sichtungsstelle, A4/V2-Heimatlager "Isabella"

Bildquellen: Museum Zwentendorf
 

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#75
Muss die Arbeit von Josef auch würdigen!!
Kanns wo nachvollziehen,forsche seit gut 20 jahren in meiner Heimatgeschichte herum.
Und immer wieder kommt was neues hervor,und teilweise kann man die Geschichte wieder umschreiben..gg
Und auch immer wieder gibt es ungereimtheiten auch,und das in einem relativ kleinen Ort.
Nur eines weiss ich genau,fertig werde ich sicher nie,hab zwar sogar schon Funde aus der Steinzeit,dafür fehlt mir noch immer das römische"missing link"..die waren zwar da,aber noch hab ich ned "den" beweis...
und leider verschwindet immer mehr an Zeugen aus vergangenen Zeiten,ob Menschen,wie auch Gebäude.Und manchmal scheint mir,als will man sie auch verschwinden lassen.
lg Adi
 

josef

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#76
Raffinerie Moosbierbaum 1938 - 45

Weitere Fotos der Raffinerie Moosbierbaum (Südwerk) aus Beständen des Museums Zwentendorf – Zeitraum 1938 – 1945:

Teil 1 von 2:

1. DORA-Anlage => DOnau-RAffinerie
2. Crack-Anlage für hochwertige Raffinerieprodukte
3. Kesselwagen mit der ersten Benzinauslieferung
4. – 6. Bauarbeiten der Hydro-Forming-Anlage 1 (HF 1) zur Veredelung von auf dem Wasserwege angelieferten rumänischen Vorprodukten zu Flugbenzin


Quelle: Museum Zwentendorf
 

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josef

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#77
Raffinerie Moosbierbaum 1938 - 45

Teil 2 von 2:

7. Kraftzentrale der ehemaligen „Skoda-Wetzler Werke“ nach Erweiterung 1938
8. - 10. Div. Baustellenbilder von der wegen des Kriegsendes nicht mehr fertiggestellten Hydro-Forming-Anlage 2 (HF 2). Sie sollte der Produktion hochwertiger Motoröle für Flugzeugmotore dienen.


Quelle: Museum Zwentendorf
 

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josef

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#78
Zwentendorf-Erpersdorf, Bau Werkssiedlung der DC

Ab 1939-40 gab es Planungen für die Errichtung einer Werkssiedlung für die DC. Aus mehreren Standortvarianten wurde als Bauplatz der Zwentendorfer Ortsteil Erpersdorf ausgewählt und Anfang 1942 mit dem Bau begonnen.

1. Übersichtsskizze mit den zum Teil verwirklichten Wohnbauten.
2. Bauarbeiten für die im NS-Stil errichteten Siedlungshäuser.

Quelle: Museum Zwentendorf
 

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josef

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#79
"Nachlese" Usertreffen 19.11.2011

Neue Erkenntnisse, Fakten und noch zu verifizierende Aussagen aus Diskussionen und Zeitzeugenerzählungen – Usertreffen 19.11.2011 zum Großraum Zwentendorf:

Ich stelle hier meine beim Treffen gewonnen (subjektiven bzw. neuen) Erkenntnisse zum Thema Donau Chemie Moosbierbaum-Pischelsdorf ein und ersuche auch die übrigen Teilnehmer ihre Meinungen, Erkenntnisse, Theorien, Thesen, Vermutungen usw. darzulegen:

DC-Pischelsdorf (ex Nordwerk):

Der besichtige Hochbunker war lt. seiner Bauausführung (Deckenstärke, Innenraum, Tor- (Eingangs-)größe auf der Nordseite usw. ein Gerätebunker (Feuerwehrgeräte ?).

Ca. 100 m westlich vom Standort des vorhin beschriebenen Bk. befindet sich ein weiterer Bunker ähnlicher Bauart (nicht zu besichtigen, dzt. Gasflaschenlager) lt. Angaben @Tullner, bestätigt von Hr. Richter, der jedoch nichts genaueres dazu sagen kann.

Neben den vielen LS-Deckungsgräben gab es einen zentralen LS-Tiefbunker links der heutigen Werkseinfahrt. Für die dort in den letzten Jahren errichteten Hallen sollte ein Löschwasserbehälter gebaut werden. Der Bunker wurde “ausgegraben”, doch konnte wegen der Mächtigkeit keine Sprengung durchgeführt werden. So wurden nur die oberflächlichen Bauteile (Lüftungen, gedeckte Eingänge ?) entfernt, das Bauwerk verschlossen, die Gräben um den Klotz wieder verfüllt, die Decke mit Erde abgedeckt und begrünt. => Bericht Herr Richter.

Bereich ehemalige Raffinerie Moosbierbaum (ex Südwerk):
Am Gelände der ehemaligen Raffinerie (heute Kohlekraftwerk Dürnrohr) gab es mindestens 3 LS-Bunker vom Typ Salzgitter => Bericht @Cerberus9, belegt durch Lubi!

Gestern vergessen weiter Nachzufragen (wird nachgeholt): In einiger Entfernung des Werkskomplexes soll es eine Scheinanlage gegeben haben.

lg
josef
 

josef

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#80
Kartenskizzen von Siegfried Selle

Bekam von Hr. Richter weitere 2 Kartenskizzen aus dem Nachlass von Siegfried Selle zur Veröffentlichung im Forum:

1. Übersichtskarte der Orte im Großraum Zwentendorf-Moosbierbaum
2. Karte mit den Flak-Standorten

Möchte dazu festhalten, dass diese, ähnlich wie die Lageplanskizze zu "Isabella", teilweise falsch und unvollständig sind! So fehlt auf beiden Kartenskizzen das "Nordwerk" in Pischelsdorf und die vom Südwerk dorthin führende Anschlussbahn.

Auf der "Flak-Karte" sind zwar die Orte mit den Batteriestandorten richtig eingezeichnet, aber die Anzahl der dargestellten Batterien an den einzelnen Standorten verwirrt! Es könnte sein, dass neben den "schweren" Batterien auch die "Leichten" eingezeichnet sind...Zum Verglech füge ich noch die Flak-Standortskizze von G.Holzmann; Der Einsatz der Flak-Batterien im Wiener Raum 1940-45": MHS Heft 14, bei.
 

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