FAn Großraum Ybbs-Wieselburg-Purgstall-Amstetten (Ybbs-Erlauflinie, NÖ.)

josef

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#1
Nachstehend ein auf einige Teile zerlegter Artikel aus der Tageszeitung KURIER (Niederösterreich-Ausgabe) vom 1.Oktober 2000 von W. Theuretsbacher:
mit dem Titel:

Festungsanlagen: Relikte aus dem Kalten Krieg werden aufgelassen

Zu verkaufen: Heeresbunker

lg
josef

Teil 1:
 

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Luther

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#5
@Josef:

Danke für die tollen Fotos und den Zeitungsbericht.
Dein Informationsarchiv ist ja wirklich recht beachtlich !

Ciao
Luther
 
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Hasi

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#6
Hab Dank Josek
Für die schönen Bilder, ja die hab ich gemeint. Hatte ich sie irgendwo mal in einer Zeizung gesehen.

XXX

Peace
Hasi
 
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josef

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#8
@gusis:

Zum Standort der abgebildeten Bunker gibt es keine Angaben, da sich in deren Nähe noch einige "nichtentmilitarisierte" Anlagen befinden!

lg
josef
 
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gusis

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#9
schade aber kann man nichts machen, da sind wahrscheinlich andere anlagen in der nähe die noch von militärischen wert sind
mfg
stefan
 

josef

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#10
@gusis:

da sind wahrscheinlich andere anlagen in der nähe die noch von militärischen wert sind

Ja, genau so ist es!

Anlagen der gleichen Bauart gab es bei der bereits deaktivierten "Erlauf-Linie" => von der Donau unterhalb Ybbs, über (westlich) Wieselburg bis Purgstall. Dort sah ich erst vor einigen Tagen in der Nähe von Kemmelbach einige idyllisch gelegene, zu Schrebergärten umfunktionierte ehemalige "Feste Anlagen"! Die "Gartenhütten" über den abgebauten Centurion-Türmen sind mit Blumenbeeten umgeben und bunte Gartenzwerge bewachen den gepflegten Rasen...

lg
josef
 
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Roland1

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#11
Danke!

Kann man die Stellungen von der Erlauflinie besichtigen oder gibt es da irgendwelche Probleme mit dem Staat bzw. Privaten?
 

josef

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#12
@Roland1, da die Anlagen nun weitgehend an neue Besitzer bzw. an die ehemaligen Grundeigentümer übergeben/verkauft wurden, sehe ich mit dem Staat die geringsten Probleme. Wenn Du mit einem neuen Besitzer Kontakt aufnimmst und höflich Dein Ansinnen vorbringst kann schon sein, dass er dann eine Besichtigung zulässt. Aber bitte keine illegalen Sachen wie Loch in Zaun schneiden und Areal ohne Zustimmung des Eigentümers betreten, Tore aufbrechen usw.! Das wäre Grundbesitzstörung, Sachbeschädigung usw.!

lg
josef
 
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Roland1

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#13
Kannst mir per PN eine genaue Karte schicken wo die Anlagen stehen? Ich will sie nur mal von aussen sehen und nur wissen wo der genaue Standort ist!
 
#14
Müßte doch auch vom BH so eine Karte geben wo alle FAN´s (vieleicht pro bundesland, oder so) eingezeichnet sind, oder nicht? Oder ist das immer noch "sooo geheim", wenn doch eh alle anlagen demilitarisiert worden sind bzw. werden???
 
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milizltk

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#15
Im Raum Amstetten, Wieselburg sind ein haufen.

In Neustadtl an der Donau und in Kollmitzberg kenn ich selber 5 FAn, davon ein KdoBunker, der aber schon an den nächsten Bauern verkauft wurde.

Kann man sich auch gern anschauen. Steht in "Schauberg", in der Katastralgemeinde Nabegg, in Neustadtl.
 
#16
Habe ich für den Bereich OÖ und Zone 35 - Qualität leider nicht optimal,

diese Karte wird im Rahmen der Wanderausstellung "50 Jahre Bundesheer" gezeigt
 

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josef

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#17
Hallo Tom,

danke für die Karte! Hast Du auch weitere Abschnitte, z.B. Anschluss nach Osten usw. ? Wäre auch interessant...

Wenn auch keine exakten Standorte darauf zu erkennen sind, kann man doch die strategisch/operative Ausrichtung der FAN, FAN - Gruppen bzw. Verteidigungs-Linien erkennen!

Am Bild ist sehr gut die Massierung der Bunkeranlagen an der Donau im Abschnitt Grein - Ybbs zur Flankendeckung der anschließenden N - S verlaufende Erlauflinie auszumachen. Diese hätte einen vom Osten her, aus der panzergängigen „Mank – St.Leonharder Senke“ in Stoßrichtung W geführten Angriff frontal abfangen/verzögern sollen. Dahinter erkennt man die zur Raumdeckung angelegten Anlagen entlang bzw. hinter dem Ybbs-Fluss im Großraum Amstetten. Siehe dazu meinen Beitrag Nr. # 11 in diesem Thread mit Zeitungsausschnitten zu ehemaligen verbunkerten 15,5 cm FK „Long Tom“ mit Zielgebiet Westautobahn A1.

Die „Erlauflinie“ sperrte den sich von Ostgrenze (Ungarn, Slowakei bzw. früher Tschechoslowakei) => „Hainburger- und Brucker-Pforte“ bis zur Westgrenze zur BRD => Innviertel/Niederbayern verlaufenden panzergängigen Korridor an der engsten Stelle. Der Fluss „Erlauf“ wurde dabei als natürliches Hindernis geschickt mit eingebunden. Ebenso wurden an der Nordflanke die Höhen am südlichen Donauufer zwischen Ybbs und Ardagger, gegenüber Grein => Strudengau, optimal genutzt. Im Raumverteidigungskonzept spielte die „Schlüsselzone 35“ wie dieser Raum benannt wurde, eine bedeutende Rolle! Noch vor Ausbau der Anlagen, im System des alten LV-Planes, fand 1969 die erste Großübung „Bärentatze“ in dieser Gegend statt, wobei ich auch die „Ehre“ hatte, als Gefreiter der damaligen 2. Radarkompanie mot./St.Pölten, dabei zu sein. Dieser Übung folgten in den letzten 30 Jahren des vorigen Jahrhunderts noch einige Großmanöver und unzählige kleinere Übungen in dieser Gegend…


Das Bild zeigt auch die „Mühlviertler – Anlagen“ => Schlüsselzone 41:

Dort ist durch die andere Landschaftsstruktur => Hochfläche mit Steilabfall ins Donautal mit eingeschnittenen Flusstälern nach S zur Donau verlaufend, keine Anordnung von Bunkerlinien sondern eine punktuelle Situierung einzelner oder kleiner Gruppen von FAN ersichtlich. Diese sperrten unter Ausnützung des Geländes die Verkehrswege ins Donautal. Nur im Raum Mauthausen - Ried in der Riedmark – Schwertberg ist eine Konzentrierung von mehreren Anlagen ersichtlich. Diese sichern das westliche Ende der Ebene des „Machlandes“ gegen einen Angriff aus O und die Flanke gegen das Vordringen eines Aggressors von N durch das „Aisttal“ (=> dazu siehe Fotos von @gusis). Weiters sichern dort am Südufer der Donau, unterhalb der Ennsmündung einige Anlagen (Anzahl ?) die Donaubrücke.

Lg
josef
 
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josef

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#18
Wenn auch die diversen Verteidigungsanlagen von der Bevölkerung nie so richtig ernst genommen wurden, die führenden "Herren" des Warschauer Paktes dachten anders:

Hier ein Artikel des KURIER's vom 22.10.2005 zur Schlüsselzone 35:

RAUMVERTEIDIGUNG
Die Angst der Kreml-Generäle vor den Austro-Partisanen


Die österreichische Antwort auf die gewaltigen Potenziale von NATO und Warschauer Pakt lautete Raumverteidigung. Denn die Panzerschlacht im Marchfeld wäre nicht zu gewinnen gewesen. Deshalb wurden die Truppen im Donautal verteilt. Es galt nach Partisanenmanier zu verhindern, dass Warschauer-Pakt-Armeen ungehindert Richtung Bayern rollen. Einige Zonen, wie die „Schlüsselzone 35“ bei Amstetten, wurde mit Bunkeranlagen besonders verstärkt.

Die Zeitgenossen standen dem Konzept des Armeekommandanten Emil Spannocchi lange kritisch gegenüber. Doch die große Raumverteidigungsübung im Jahre 1979 mit 30.000 Mann zeigte, dass es funktionieren könnte.

Das vermuteten auch die Warschauer-Pakt-Generäle. Sie bauten bei der Übung „Sojuz“ (Bündnis) die Amstettner Schlüsselzone nach und griffen sie mit einer so genannten „motSchützenDivision“ (10.000 Mann mit 1000 Kampffahrzeugen) an. Dabei errechneten sie einen Bedarf pro Kilometer von 50 bis 70 Geschützen, zehn bis 15 Panzern und etwa 20 Geschützen für Direktbeschuss. Mit dieser Streitmacht trauten sie sich eine Angriffsgeschwindigkeit von maximal 2,5 bis drei km/h zu.

Ganz drastisch sah es Robert Szeles, damaliger Verbindungsoffizier der Ungarischen Volksarmee beim Warschauer Pakt. Nach einem Manöverbesuch im Jahre 1983 kam er zur Auffassung, dass ein Angriff durch das Alpenvorland für die ungarische Armee eine schlichtweg „unlösbare Aufgabe“ sei.

Kurier | 22.10.2005 | Seite 5

Quelle:
http://www.kurier.at/zeitung/sonderbeilage/A/index.php?artikel=1152425

lg
josef
 

josef

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#19
Noch eine Ergänzung zum Bild von @Tom69 und meinem Beitrag zu den Schlüsselzonen 35 (Raum Amstetten) und 41 (Raum Mühlviertel):

Auf der nachfolgenden Karte, welche die „wehrgeografische Lage“ Österreichs vor der Auflösung des Warschauer Paktes darstellt, habe ich die Hauptaussagen/Erkenntnisse des Fotos eingezeichnet. Diese oder so ähnliche Karten sind damals mittels Heeresbroschüren und Lehrbehelfen zig-tausendfach verbreitet worden und sicher jeden vor 1990 beim ÖBH gedienten Soldaten als „Lehrsaalschmuck“ bekannt.

Raum Amstetten:

Sehr gut ist der panzergängige Korridor in etwa entlang der Donau in O – W Richtung erkennbar. An dessen engster Stelle, im Bereich Amstetten – Ybbs – Wieselburg – Scheibbs, auf der Karte ROT eingezeichnet, befand sich die Schlüsselzone 35 mit einer großen Anzahl von FAN. N – S von der Donau bei Sarling, Ybbs-Kemmelbach über den Bergrücken östlich der Autobahnstation Ybbs Richtung Erlauftal, westlich an Wieselburg vorbei bis südlich Purgstall, Der bereits vorhin genannte panzergängige O – W verlaufende Geländestreifen quer durch Österreich weist hier nur eine Breite von 10 – 15 km in der N – S Ausdehnung auf. Die in diesem Streifen liegenden Orte liegen auf ca. 250 – 300 m Seehöhe, parallel dazu steigen am Südrand die Voralpen auf 700 – 800 Höhenmeter. Eine Hügelkette mit bis zu 570 m am rechten Donauufer zwischen Ybbs und Ardagger, dann der Strom selbst und am nördlichen linken Donauufer wieder Höhen bis ca. 600 – 700 m grenzen den Streifen nach N ab. Hier waren an den Hängen des rechten Donauufers die etwa o – W verlaufenden FAN – Stellungen vom Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug stromaufwärts bis gegenüber Grein.

Südlich Amstetten und dem Ybbs-Fluss waren dann die weiteren Anlagen zur Raumdeckung etwa auf der Linie Neuhofen – Euratsfeld – Ferschnitz.

Raum Mühlviertel:

Hier sieht man, dass das Gelände dort als „panzerungünstig“ eingestuft ist und daher mit weniger FAN, vor allem zur Sperre der Verkehrswege, die in N – S Richtung zur Donau und nach Linz ausgerichtet sind, auskommt.

Allgemein zur nachstehenden Karte:


Nun nochmals zu den „Offensiv-Stoßrichtungen“ auf der Karte: Die gegenläufige Darstellung der Richtungspfeile im Donautal zeigt nur eine mögliche Variante/Betrachtungsweise vom Nato- bzw. Warschauer-Pakt-Staaten Gebiet ausgehend. In der Realität sah es anders aus! Die Feuerbereiche und sonstigen Sperr- und Abwehrstellungen waren, soweit sie nicht der Raum- und Flankendeckung dienten, grundsätzlich gegen einen Aggressor aus dem N und O – Raum (Warschauer-Pakt) ausgerichtet! Nur im oberösterreichischem Mühlviertel waren die Anlagen nördlich der Donau. Man erwartete dort den Feind aus dem Raum Budweis/CZ , da man die Planungen des Warschauer Paktes, dort nach Überschreitung der Donau über das Innviertel bzw. dem Salzburger Flachgau die Nato-Flanke in Bayern aufzurollen, kannte.

Von der Ennsmündung in die Donau bis Hainburg waren dann die Anlagen alle am rechten, Südufer der Donau.

Ganz im Osten habe ich noch die Stellungen der Brucker- und Wr.Neustädter Pforte BLAU angedeutet. Westwärts davon lag Richtung Erlauf auch im Wienerwald eine Schlüsselzone und an der Donau gab es von Krems bis in den Raum Tulln ebenfalls Anlagen… (nicht eingezeichnet). Die Anlagen der „Brucker Pforte“ (=> Schleinzer Linie) folgten von der Donau bis zum Leitha-Gebirge teilweise dem „Südostwall“ aus dem WKII!

=>siehe dazu Thread über SO-Wall: http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?p=27752&highlight=S%FCdostwall#post27752

lg
josef
 

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josef

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#20
Raum Amstetten

Nun noch eine detailliertere Karte des Raumes Amstetten - Ybbs - Wieselburg - Scheibbs.

Innerhalb der blauen Linien liegt das panzergünstige Gelände.

Rote Linien kennzeichnen in etwa den Verlauf der Verteidigungslinien, in deren Bereich sich die FAN befinden. Exakte Lagen von FAN sind mir nur teilweise bekannt.
 

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