Geheimes Waldwerk Syrau

B

bunkersachse

Guest
#41
@ condor

du hattest recht.
die letzte station war für 200 jüdinnen aus bergen-belsen am 02.12.1944 die "tüllfabrik mehlteuer". sie wurden "weiter gereicht" an das dort befindliche kz - flossenburg / aussenlager mehlteuer. bis auf eine gefangene überlebten alle. sie arbeiteten für die vomag panzerproduktion, in den dafür hergerichteten räumen der tüllfabrik, die dazu extra hergerichtet worden war.
(bericht in historikus märz april 2009)
bisher dachte ich sie hätten unmittelbar mit dem geheimen werk im wald zu tun.
wieder ne frage mehr.
gruß axel
 
D

darkside

Guest
#43
Flugplatz Plauen ??

Hallo!

Luftbilder hab ich auch keine. Hab aber Bider, keine Ahnung ob die was mit dem ehem. Flugplatz zu tun haben, gemacht. Von Plauen Richtung Syrau komment, rechts gegenüber vom Baumarkt, steht dieses Objekt.
Gegenüber sind keine Bomben- aber eventuell Granattrichter zu finden.

Gruß Yves

PS. Bilder 5 und 6 sind etwas Abseits aufgenommen( Bunkereingang...?).



Der alte "Bauwagen", welcher in Mehlteuer steht, war die Aufwärmmöglichkeit für die Bewacher der im Waldwerk arbeiteten Zwangsarbeiter.
Das Waldwerk gab es auf jeden Fall,-weiß auch wo. Dieses wurde aber von den Russen weiter verwendet und ist deshalb von den Funden her nicht so toll.
Alle Flugzeugteile im Waldwerk und die Teile vom Bahnhof Syrau sind verschrottet wurden. :schlecht:
Auch alle Teile der ME 109,Stuka, Gigant usw. die auf dem Flughafen Plauen standen sind eingeschmolzen wurden,- leider....
Naja,-auf jeden Fall trotzdem spannend was hier so los war...

Spannend sind noch alle Bombentrichter auf dem Gelände des ehm. Flughafens,-habe aber leider kein Luftbild von 1945.
Hat viell.jemand ein solches Luftbild der Engländer ?

Gruss aus dem Vogtland!!!
 

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D

darkside

Guest
#44
Waldwerk Syrau

Hallo!

So lange wird das Waldwerk wohl nicht mehr geheim bleiben.
Wie am letzten Wochenende aus der örtlichen Presse zu vernehmen war, soll der Verkaufserlös der DVD "Codename Brisling-Plauen im Bombenkrieg" u.a. für Gedenktafeln am ehem. Flugplatz Plauen und am ehem. Waldwerk verwendet werden.



Gruß Yves








hallo ihr da draußen,







kann mir jemand etwas zum "geheimen waldwerk syrau" bei plauen / sachs. sagen. ich weiß bisher nur das hier me 109 zusammengebaut wurden, dann nach plauen kauschwitz gefahren und dort testgeflogen wurden. in pl. kauschwitz befand sich ein "erla" fliegerhorst mit hangar, betonplatten noch sichtbar. eingesetzt in syrau waren neben deutschen arbeitern möglicherweise häftlinge aus dem lager in mehlteuer, nur ein paar kilometer entfernt.
gearbeitet wurde nach meinem kenntnisstand in kleinen baraken, die montagebereiche waren lediglich mit tarnnetzen überspannt, aber wohl sogut das die amis bei ihrem eintreffen erst mal keine ahnung von diesem"objekt" hatten.
vielleicht hat ja jemand ne info
danke
axel
 
B

bunkersachse

Guest
#46
danke sur
empfehlenswerter film. behandelt die bombenangriffe auf plauen sachlich und informativ. leider fehlen zum flugplatz kauschwitz, oder gar zum syrauer waldwerk jegliche hinweise.
 
C

condor66

Guest
#47
Deckname der ERLA-Werke für Zweigwerk Fliegerhorst Plauen und Firma Rob. Zöbisch Söhne GmbH war ab 5.5.1944 "Plan GmbH Plauen i.V."
Vielleicht hilft es weiter.
 
B

bunkersachse

Guest
#48
danke condor, die info kannte ich aus einem vortrag zum thema vor ca. 3 jahren.

im oben erwähnten "historicus ....." mai - juni 2009, ist zu lesen, dass im ehemaligen gebiet nichts mehr auf die tätigkeiten 1944 - 45 hinweist.

na ja: D:D:D
 
T

tonnenrudi

Guest
#50
@ condor

du hattest recht.
die letzte station war für 200 jüdinnen aus bergen-belsen am 02.12.1944 die "tüllfabrik mehlteuer". sie wurden "weiter gereicht" an das dort befindliche kz - flossenburg / aussenlager mehlteuer. bis auf eine gefangene überlebten alle. sie arbeiteten für die vomag panzerproduktion, in den dafür hergerichteten räumen der tüllfabrik, die dazu extra hergerichtet worden war.
(bericht in historikus märz april 2009)
bisher dachte ich sie hätten unmittelbar mit dem geheimen werk im wald zu tun.
wieder ne frage mehr.
gruß axel
Nach meinem Kenntnisstand gab es 2 Transporte ins Mehltheurer Lager. Der erste ist der von dir erwähnte aus Bergen-Belsen - diese arbeiteten auch direkt in der ehem. Tüllfabrik für die VOMAG.
Am 04.03.45 erreichte ein 2. Transport mit 146 meist ungarischen Jüdinnen Mehltheuer, nachdem die Bombenangriffe vom 20./21.02. auf Nürnberg ihr bisheriges Lager sowie die Fertigungsstätten bei Siemens-Schuckert zerstört hatten. Diese Zahl deckt sich mit den Angaben der Arbeiterinnen im Waldwerk, allerdings gibt die Quelle an, daß auch diese Frauen in der Tüllfabrik beschäftigt waren. Aber die Zahl ist denke ich kein Zufall. Nur würde daß bedeuten, daß das Waldwerk wohl gerade mal 6 Wochen richtig "Betrieb" gemacht hat, denn dann standen die Amis in Mehltheuer.
Es gibt dort noch so etwas wie ein blechernes Wachhaus, kann aber nicht einordnen, ob das evtl auch aus der russischen Zeit stammen könnte. Bin evtl diese Woche nochmal dort, dann kann ich mal ein Foto posten. Vielleicht kennt jemand die Konstruktion...
 
B

bunkersachse

Guest
#51
@ tonnenrudi
der schacht neben dem blechhäuschen ist interessanter.
im waldesinneren sind auch fundamente, ich hab selbst auch was freigelegt.
vg a
 
T

tonnenrudi

Guest
#52
Der Schacht ist zur Zeit mit Wasser gefüllt, überhaupt ist die ganze Gegend da recht feucht. Aufgrund der Lage in der Senke ist das da eigentlich nicht so ideal für ne Produktionsstätte...
DSC01588 (Large).JPG
Blechhütte
DSC01591 (Large).JPG
DerSchacht, mittlerweile mit neuem Deckel
DSC01582 (Large).JPG
Sieht sehr nach Beschussaustrittsöffnung aus...
Allerdings ohne Gegenstück dazu auf der anderen Seite... Kaliber??
 
T

tonnenrudi

Guest
#54
Hab mich mal wieder etwas mit der Sache beschäftigt. Mittlerweile habe ich Folgendes noch erfahren:

1. In Mehltheuer gibt es heute noch mindestens eine dieser Baracken - allerdings ist diese quasi jetzt schon aus 3. Hand, denn die wurde vor etlichen Jahren mal umgesetzt.

2. Das Waldwerk war den Mehltheurern bekannt, allerdings war das natürlich Sperrbezirk. Den Wald zu betreten oder auch nur über die Vorgänge da zu reden, konnte den Tod bedeuten.

3. Es gab auf Höhe des Eingangs zur Bundesstrasse ein Feuergefecht zwischen den Amerikanern und einer Wachmannschaft, bei der diese getötet wurde. Noch Jahre später standen an dieser Stelle Kreuze. Evtl. wurden die getöteten Wachsoldaten vor Ort bestattet und vor einigen Jahren umgesetzt (unbestätigt). Die Amerikaner zogen jedoch weiter, ohne in den Wald zu gehen. Nach dem Durchzug haben die Einwohner bereits Sachen aus dem Waldwerk geplündert, unter Anderem grosse Mengen Leder. Die Rede war von großen Hallen aus Wellblech.

4. Der Direktor der Tüllfabrik Gustav Strobach weigerte sich zunächst, seine Produktion einzustellen und für die Vomag zu produzieren - geholfen hat es nicht. Zumindest schaffte er den Zwangsarbeiterinnen erträgliche Lebensumstände - was ihm später in der DDR-Zeit zugute kam. Seine Tochter Elfriede Strobach starb vor einigen Jahren. (Hatte sie noch kennengelernt, allerdings da noch keine Kenntnis der ganzen Vorgänge)
Die Frage, die sich noch stellt - wurden alle Zwangsarbeiterinnen in Mehltheuer befreit (Zahlen?), oder gab es noch einen Todesmarsch der ERLA-Beschäftigten?

5. Zu der Sache vom Bunkersachse mit dem Gefangenenlager für französiche Kriegsgefangene; Hab durch Zufall eine interessante Geschichte gefunden:
Hier schreibt ein Franzose über die Todesumstände seines Vaters, das deckt sich mit den Sachen, die ich erfahren habe. Am Nachmittag nach der schlimmsten Bombardierung Plauens durch die RAF, dem 11.04.45 gab es einen weiteren Angriff durch die USAAF. Schlimmstes fürchtend flüchteten einige Mehltheurer in den Wald Richtung Bernsgrün. Dort sahen sie, daß es jedoch kein Bombenangriff sondern ein Aufklärungsflug war, der die Schäden dokumentieren sollte. Die Flieger beschossen bei der Gelegenheit einen Zug, der gerade zwischen Bernsgrün und Mehltheuer unterwegs war. Daß es ein Flüchtlingszug war, mit dem wohl ausgerechnet die Franzosen aus Syrau unterwegs waren, ist wohl die bittere Ironie des Krieges.

Das eine Bild zeigt übrigens die Fertigungsstrecke der Charge 32-33000 der Bf109 (G-6) des ERLA-Werkes Leipzig vom Herbst '43. Das Waldwerk kann wohl kaum solche Ausmasse gehabt haben, allerdings zeigt es schon, daß ein Mindesmaß an Platz schon vorhanden gewesen sein muß.
 

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SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#55
Die Frage, die sich noch stellt - wurden alle Zwangsarbeiterinnen in Mehltheuer befreit (Zahlen?), oder gab es noch einen Todesmarsch der ERLA-Beschäftigten?
Servus Rudi,

schau´ doch zu Deiner Frage mal im entsprechenden "Benz". Und falls Dir das dort Geschriebene noch nicht reicht, kannst Du den Autor, Ulrich Fritz, über die Gedenkstätte Flossenbürg erreichen.
 
T

tonnenrudi

Guest
#56
Laut den Aussagen im "Benz" waren ja alle 2 Transporte für die Vomag in Mehltheuer eingesetzt - den Teil hatte ich schonmal gelesen.
Im "historikus" 3/2009 war nachzulesen, daß der zweite Transport aus Nürnberg jedoch im Waldwerk eingesetzt war. Hier gehen die Quellen bereits auseinander. Wenn man dann noch heranzieht, daß die Ankunft des Transportes nur etwas einen Monat vor dem Einmarsch der Amis war, und es auch so etwas wie eine Anlernzeit gegeben haben muß, müssten auch noch jede Menge weitere Arbeiter dort gewesen sein. Immerhin ist von einer Produktion von rund 1000 Flugzeugen die Rede. Hier kommen wieder die besagten französischen Kriegsgefangenen ins Spiel. Auch diese sollen im Waldwerk beschäftigt gewesen sein. Leider sehr schwer, darüber Informationen zu bekommen...
 
T

tonnenrudi

Guest
#57
Hier schreibt ein Franzose über die Todesumstände seines Vaters, das deckt sich mit den Sachen, die ich erfahren habe. Am Nachmittag nach der schlimmsten Bombardierung Plauens durch die RAF, dem 11.04.45 gab es einen weiteren Angriff durch die USAAF. Schlimmstes fürchtend flüchteten einige Mehltheurer in den Wald Richtung Bernsgrün. Dort sahen sie, daß es jedoch kein Bombenangriff sondern ein Aufklärungsflug war, der die Schäden dokumentieren sollte. Die Flieger beschossen bei der Gelegenheit einen Zug, der gerade zwischen Bernsgrün und Mehltheuer unterwegs war. Daß es ein Flüchtlingszug war, mit dem wohl ausgerechnet die Franzosen aus Syrau unterwegs waren, ist wohl die bittere Ironie des Krieges.
Nachdem ich den französischen Ursprungsthread gelesen habe, muß ich wohl meine eigene Vermutung revidieren. Der getötete Franzose gehörte der französichen antibolschewistischen Legion an und war zuletzt Kriegsberichterstatter an der Ostfront. Er befand sich auch der Durchfahrt von Berlin nach München und hatte mit den hier befindlichen Gefangenen nichts zu tun...
 
T

tonnenrudi

Guest
#58
Deckname der ERLA-Werke für Zweigwerk Fliegerhorst Plauen und Firma Rob. Zöbisch Söhne GmbH war ab 5.5.1944 "Plan GmbH Plauen i.V."
Vielleicht hilft es weiter.
Stimmt - da gibt es ja das entsprechende Dokument dazu - siehe unten.
Womit sich weitere Fragen auftun.

1. Die Fa. Zöbisch war eine Bleicherei/Färberei am Mühlgraben, also weit entfernt von den Produktionsstätten Kauschwitz/Syrau. Was haben die Erla-Werke dort gefertigt? Besteht ein Zusammenhang mit den Flugzeugkanzeln, die unlängst beim nicht weit entfernten ehemaligen Standort der Fa. Vometall gefunden worden? Naja, wohl eher nicht, glaube mich zu erinnern, dass es Junkers-Kanzeln waren...

2. In welchen Gebäuden waren die Pan-Werke/Erla am Fliegerhorst untergebracht? Im Buch "Plauen 1933-45" ist u.a. nachzulesen, daß sich diese in Baracken abseits des Fliegerhorstes unmittelbar an den Syrauer Bahnanlagen befunden haben müssen. Dort sollen aber lediglich Instrumente wie Höhenmesser und Wendehorizont montiert worden sein (evtl. Lieferungen der Fa. Horn).

3. Das Dokument stammt aus dem Mai '44 - ein Beleg dafür, dass das Waldwerk später geplant wurde. Woher stammen aber dann die Rümpfe, in denen am Fliegerhorst die Gerätschaften montiert wurden?

Ich bin fast der Meinung, daß in Plauen überhaupt keine flugfertigen BF109 montiert worden, in allen Quellen, die ich so gesehen habe ist immer nur von Flugzeugrümpfen die Rede. Vielleicht war die Endmontage dann wirklich direkt in Leipzig. Ein "Einfliegen" von Fliegerhorst aus hätte in meinen Augen auch zuviel Aufsehen erregt - die Geheimhaltung der Produktion wäre somit um einiges schwieriger gewesen.
 

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B

bunkersachse

Guest
#59
mal so auf die schnelle

im wald bei syrau sind die entsprechenden fundamente.

aus einem geheimen schreiben vom 13.05.1944 geht unter anderem hervor das....
Die Geheimhaltung macht es erforderlich, daß unser Name vor der Öffentlichkeit nicht in Erscheinung tritt. Wir haben deshalb unser Zweigwerk bei der Fa. Rob. Zöbisch Söhne G.m.b.H. und im Fliegerhorst Plauen mit der Firmenbezeichnung Pan G.m.b.H. Plauen i.V. benannt...........

Die Bordinstrumente kamen überwiegend von der Fa. Horn Plauen. (Zeitzeugenbericht liegt vor)

Erla war ja eine Notlösung der Leipziger Werke. Davon gab es noch mehrere. Die Rümpfe vor dem nahenden Kriegsende kamen sicher aus andren Bereichen, wäre aber tasächlich interessant welche Firmen da noch so imbolviert waren.

Und die Flieger wurden in Pl. Kauschwitz von den Flugschülern die in Kauschwitz kaserniert waren eingeflogen, es gab auch Abschüße einiger dieser Maschinen. Ungestühme Piloten flogen nach Zeugenaussagen im Tiefflug über die umliegenden Ortschaften, z.B. Pausa und wedelten heftigst mit den Tragflächen. Dies waren aber keine ernsten Problemen. Einige der Flugschüler stammten ja auch hier aus der Ecke.
Ein Pilot berichtete mit einmal, das es besonders schwierig gewesen sei vom Kauschwitzr Flugfeld zu starten, da dieser hanhabwärts lag und liegt. Im Gelände habe ich da schon reste einer Rampe und ähnl. Relikte freigemacht oder gefunden.
also tonni
erstmal viel gesundheit und ich meld mich eh heut abend bei dir
ga
axel
 
B

bunkersachse

Guest
#60
so, nach einem schönen tag bei tonnenrudi haben wir nun doch die größten ungereimtheiten ausgeräumt.

also, L. gute besserung und hör immer schön auf deine krankenschwester line.

ga
axel
 
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