Karabinerfertigung Steyr

#21
Guten Morgen Wolfgang,

die Firma des Tiroler Büchsenmacher hieß nach dem Telefonbuch von 1940 "Tiroler Waffenfabrik Peterlongo, Richard Marholdt u. Sohn Maria-Theresia-Str. 57" Quelle Hier: Adressbuch Innsbruck 1940 - Findbuch für Opfer des Nationalsozialismus

Deine nachforschungen finde ich sehr interessant das ich mich auch etwas mir Rüstung beschäftige mein Schwerpunkt liegt bei der Treibstofferzeugung und den Fahrzeugbau und das speziell vom Anschluss bis zum Rußlandfeldzug da hier dann von einer geplanten Rüstung geprochen werden kann.

Grüße
Ralf
 
#22
Moin zusammen,
ich möchte diesen alten Beitrag mal wieder nach oben holen, weil sich ein Kollege von mir gerade mit der Schaftfertigung bei Steyr und Brünn beschäftigt.
Steyr (SDP) hat Schäfte nach Brünn geliefert, als diese gerade mit der Produktion vom K98k begannen. Die Passgenauigkeit der von Steyr gelieferten Schäfte war aber wohl "unterirdisch"! ;-) , so dass in Brünn erheblich Nacharbeiten durchgeführt werden mussten.
Ist jemand aus dem Forum hier zufällig über weitere Informationen zur Fa. Sepp Standigl aus Moll gestolpert? Interessant wäre für mich und meinen Kollegen auch zu erfahren, ob die Fa. Standigl das Schichtholz für die Schäfte auch zusammengeleimt oder nur die Fräsarbeiten vorgenommen hat.
Ist bekannt, ob es bei den Waffenwerken Brünn auch unterirdische Anlagen zur Waffenfertigung gab?

Die Fa. Marholdt aus Innsbruck hat übrigens tatsächlich die Scharfschützengewehre aus SDP-Fertigung zusammengebaut. Ein entsprechendes Dokument ist mittlerweile aufgetaucht. Näheres ist aber weiter unbekannt.

Vielen Dank!
Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang,

lange nichts mehr von Dir gehört! Mittlerweile sind neue Unterlagen zur Waffenfertigung von Steyr im Jahr 1945 aufgetaucht. Sollte Interesse bestehen so kontaktiere mich bitte.

Zur Fertigung des Volksgewehrs von Steyr (VG 5) sind mir folgende Fakten bekannt:
Teile dafür Fertigten die Firmen Sasse´s Söhne in Wien; Wertheim & Co. in der Lobenhauerngasse in Wien; Hofherr-Schranz Tabakfabrik Wien; Damisch in St. Pölten; Aero-Präzision ...; Salcher in Wimsbach und Kromag in Hirtenberg. Die Brettschäfte dürften von Steyr selbst hergestellt worden sein.
Gauleiter Eigruber meldete am 25. Januar 1945 an Speer: Am 25.1.1945 werden die ersten 500 VG fertig. Ab 31.1. sollte 650 VG täglich geliefert werden. Die Februarproduktion gibt er mit voraussichtlich mit 15000 VG 5 an. Letztere Zahl ist eine Fiktion, da bald die Hauptteile (Hülse/Läufe) ausgingen.
Eine letzte Meldung vom 26.4.1945 nennt ein Fertigung von 10000 VG von Steyr. Eine andere Quelle aus dem selben Zeitraum nennt für Steyr sogar nur eine Gesamtfertigungs-Kapazität von 5000 VG .
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte, da die Firma Steyr der Wehrmachts-Zentral-Kasse 9000 VG 5 im Werte vom 243.000 Reichsmark verrechnete.

Renato
 
#23
Hallo zusammen,
Vielen Dank erst mal an Ralf für das Adressbuch von Innsbruck,
und an Renato für die Details zur VG-Fertigung bei Steyr.
@Renato: Bis Du Dir bei dem Rechnungsbetrag sicher? Das wären ja 27.000 RM pro Stück gewesen. Damit wären die Dinger damals teurer gewesen als heute! ;-)
Solche Details sind immer sehr interessant für mich und noch viel mehr für die Anfangs erwähnten Freunde und Autoren in den USA.
Im Moment versuche ich einen Kollegen zu unterstützen, der sich speziell mit der Fertigung von Schichtholzschäften, dem verwendeten Leim und den entsprechenden Stempelungen auf den Schäften auseinandersetzt.

Danke
Gruß
Wolfgang
 

schurli

Active Member
#24
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte, da die Firma Steyr der Wehrmachts-Zentral-Kasse 9000 VG 5 im Werte vom 243.000 Reichsmark verrechnete.
@Renato: Bis Du Dir bei dem Rechnungsbetrag sicher? Das wären ja 27.000 RM pro Stück gewesen. Damit wären die Dinger damals teurer gewesen als heute! ;-)
Äh.... 243.000 durch 9.000 ist 27....... Oder habe ich was übersehen? :)
 
#25
Moin, da hast Du nix übersehen! ;-)
Ich sollte bloß nicht mitten in der Nacht mit einem Schoppen zu viel im Gesicht, versuchen zu rechnen! ;-)
Aber die Nullen zählen doch eh' nicht, oder wie war das?

Danke
Gruß
Wolfgang
 
#26
Hallo wolfgang,
Die firma sepp standigl gibt nichts zurück, weil es falsch geschrieben ist, ich habe dutzende dokumente über diese firma und auch fotos. Sepp S. starb am 17. März 1945 aus mir unbekannten Gründen, und die Firma ging an die Vorbesitzer zurück, die sie 1938 verlassen hatten. Ich habe nicht die Linzer Dokumente, auf die Sie verweisen, wo dies anscheinend falsch geschrieben ist, aber sie klingen interessant! Ich konnte die Produktion von Schichtholz durch diese Firma nicht bestätigen, habe aber eine Vorstellung davon, wer östlich von Mölln sein könnte. Die Firma von Interesse ist in Prof. Dr. Ing. F. Kollmanns Buch von 1942 aufgeführt.
Die Rückgabe von Teilen erfolgte sicherlich aus Radom und Warschau. Ich habe Beispiele in meiner Sammlung, die dies belegen, aber es wäre eine komplizierte Erklärung. Die Maschinen kamen natürlich zu Hauptwerk, wurden aber auch ziemlich weit verbreitet verteilt, sogar einige wurden nach Brünn und vor allem viele kleinere Firmen in ganz Oberdonau geschickt.
Was die Frage der Scharfschützengewehre betrifft, habe ich zusätzliche Dokumente zu Mahrholdt und Bilder, aber die Dokumente in Österreich habe ich noch nicht gesehen. Viel Glück bei der Recherche, alles sehr interessant.
freundliche Grüße,
NF
 
#27
Wäre echt klasse, wenn Du 'was über Standigl in Molln rauskriegen könntest.
Moin zusammen,
wie ich mittlerweile herausfinden konnte war der richtige Name der Firma: Josef Staudigl und nicht wie im KTB verzeichnet Standigl. Ansässig war die Firma wohl in Leonstein.
Deckname: angeblich "Tratsch-Fabrik" mit 1.150 Zwangsarbeitern
vgl: https://www.wirtschaftsteyrtal.at/images/Zeitungen/Maultrommel_04.pdf

Falls jemand Details dazu hat, würde mich das brennend interessieren. Insbesondere ob die Fa. Staudigl Schichtholz für Schäfte hergestellt hat.

Vielen Dank!
Gruß
Wolfgang
 
#28
By the way: Von den beschriebenen Barracken sind in der heutigen Rabusesiedlung (in Leonstein) noch 2 erhalten jedoch umfunktioniert. Bei Bedarf kann ich davon gerne mal Bilder machen.
 
#31
Mahlzeit Wolfgang,

leider kenne ich die KTB des RüKdo LInz nicht auch sind sonstige KTB des RüKdo in Österreich nicht bekannt.
Habe bisher eher die Daten der NARA über das ganze Reich durchgesehen.
Kommer erst jetzt nach und nach auf andere Datensätze wie die aus Russland.
Wo ich schon einiges (fast alles) mit meinen Fragestellungen durch habe, bedeutet jedoch nicht das ich nichts übersehen habe.

Liebe Grüße
Ralf
 
#32
Hallo Ralf,
die KTB aus Linz sind vor zig Jahren aus den USA an das BA-MA Freiburg zurückgegangen.
In Beitrag #14 von Renato findest Du Angaben zu den NARA Signaturen. Ansonsten kann ich Dir die Informationen zum BA-MA gerne schicken.
Viel Erfolg
Gruß
Wolfgang
 
#33
Schönen Nachmittag,

Danke ffür den Hinweis ich werde einmal meine Quelle anzapfen ob sie die NARA Rolle T77 Rolle 743 und 744 hat.
Von einer Bestellugn beim Bundesarchiv in Freiburg nehme ich einstweilen abstand da meine Wunschliste dermasen groß ist das die Verhandlungen darüber mit meiner Gattin bisher nicht den erwünschten erfolg hatte.
Aber ich hoffe auf meine Quelle.

Liebe Grüße
Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
#34
Moin Ralf,
viel Erfolg mit Deiner Quelle und/oder den Verhandlungen mit Deiner Frau!
Falls Du über einen Vermerk zur Fertigung von Schichtholz stösst, würde ich mich sehr freuen, wenn Du mich entsprechend informierst.
Gruß
Wolfgang
 
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