Krieg in Europa: Angriff Russlands auf die Ukraine

josef

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#41
FLUGABWEHRKANONENPANZER
Totgesagte Geparde jagen in der Ukraine
Berlin hat die Lieferung von 50 Flugabwehrkanonenpanzern genehmigt. Der eigentlich bereits eingestaubte Gepard erlebt damit eine mediale und militärische Renaissance

Alles binnen 5.000 Meter Entfernung und unter 2.500 Meter Flughöhe läuft Gefahr, vom Flugabwehrkanonenpanzer Gepard abgeschossen zu werden.
Foto: imago/photothek/Thomas Imo

"Eine Raubkatze verlässt die Bühne." So eröffnete die deutsche Bundeswehr vor zehn Jahren eine Video-Hommage zur Ausmusterung eines ihrer kampfkräftigsten und zugleich am schwierigsten zu bedienenden Geräte: des Flugabwehrkanonenpanzers Gepard.

Bundeswehr

Nun erlebt der eigentlich bereits eingestaubte Panzer eine mediale und militärische Renaissance. Denn Deutschland hat am Dienstag die ukrainische Bestellung von 50 Geparden beim Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann freigegeben und damit mit seiner bisherigen Linie gebrochen, die die Lieferung von schweren Waffen ausschloss – zu groß war bis dahin die Angst, Russlands Präsident Wladimir Putin allzu sehr zu erzürnen.

Keine rein defensive Waffe
Verkündet wurde der Kurswechsel ausgerechnet am US-Luftwaffen- und Nato-Kommandostützpunkt im deutschen Ramstein, was Putins Laune wohl kaum verbesserte. Auch nicht, dass der Gepard nicht die rein defensive Waffe ist, als die sie dieser Tage gern beschrieben wird. In den richtigen Händen kann er Gegnern im Bodenkampf erheblichen Schaden zufügen und ganze Fahrzeugkolonnen binnen Minuten ausschalten.
Seine dringend benötigte Kernaufgabe ist aber eine andere: 1955 erstmals erdacht und nach vielen überarbeiteten Plänen und gescheiterten Prototypen ab 1976 erstmals in der westdeutschen Armee eingesetzt, sollte der Flakpanzer in zweiter Reihe hinter Kampf- und Schützenpanzern für freie Lüfte sorgen. Das tat er mit 35-Millimeter-Geschoßen aus zwei Maschinenkanonen, die bei jeder Witterung, Tages- und Nachtzeit binnen sechs Sekunden Ziele anvisieren und attackieren können. 640 Schuss Munition können bei Bedarf unter einer Minute verschossen werden, das Nachladen dauert dafür eine knappe Stunde.

Komplexe Radartechnologie
Die Ziele des 65 km/h schnellen Panzers sind Tiefflieger und Kampfhubschrauber. Komplexe Radartechnologie erlaubt dabei das Erspähen von feindlichen Luftkräften in 15 Kilometer Entfernung. Alles binnen 5.000 Meter Entfernung und unter 2.500 Meter Flughöhe läuft dabei Gefahr, abgeschossen zu werden.

Die Brüder des 47,5-Tonnen-Kolosses waren auch schon in Belgien und den Niederlanden im Einsatz. Heute besitzen nur wenige Länder ausgemusterte Systeme, etwa das Nato-Land Rumänien, Jordanien oder Brasilien und Katar. Letztere wollten und wollen damit bei Fußball-WMs die Stadien sichern. Nach wohl wochenlanger Ausbildung der Soldaten werden die Geparde aber auch in der Ukraine wieder jagen.
(Fabian Sommavilla, 27.4.2022)
Totgesagte Geparde jagen in der Ukraine
 

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#42
GEPARD FÜR DIE UKRAINE:
Schweiz blockiert Munitionslieferung
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Der Flugabwehrpanzer Gepard (Archivbild von 2004) Bild: AFP

Der deutsche Panzer Gepard soll bald in der Ukraine zum Einsatz kommen. Seine Munition aus der Schweiz darf er dann nicht an Bord haben.
Die einst in der Schweiz hergestellte Munition für den Flugabwehrpanzer Gepard darf Deutschland nicht an die Ukraine weiterreichen. Dies bekräftigte ein Sprecher des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) in Bern der F.A.Z. Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hatte am Dienstag angekündigt, von der Bundeswehr ausgemusterte Panzer dieses Typs an die Ukraine liefern zu wollen.

In diesem Zusammenhang ging beim SECO eine Anfrage aus Deutschland zur Weitergabe von 35-Millimeter-Munition für den Gepard ein. Das sei schon im März geschehen, teilte das Amt mit – mithin Wochen vor Lambrechts Ankündigung. Der Botschafter der Ukraine in Deutschland Andrij Melnyk sagte am Mittwoch den Sendern RTL/ntv, sein Land habe in den ersten Kriegstagen in Berlin nach dem Gepard gefragt, jedoch als Antwort erhalten, es sei sinnlos, weil die notwendige Munition fehle. Von dem Sinneswandel der Bundesregierung sei Kiew „völlig überrascht“ worden.

Eine zweite Anfrage an die Schweiz betraf offenbar 12,7-Millimeter-Munition. Beide Anfragen habe man mit Verweis auf die Schweizer Neutralität und die zwingenden Ablehnungskriterien der Schweizer Kriegsmaterialgesetzgebung abschlägig beschieden, erklärte der Sprecher des SECO.

Die Munition für den Gepard wurde einst vom Zürcher Unternehmen Oerlikon-Bührle produziert. Als sie geliefert wurde, musste Deutschland sich verpflichten, sie nur mit Schweizer Zustimmung weiterzugeben. Dass die Schweizer diese verweigern, erklären sie mit den rechtlichen Zwängen aus dem erwähnten Kriegsmaterialgesetz und dem geltenden Neutralitätsrecht. Demnach darf die Schweiz keine Kriegsmaterialexporte in Länder genehmigen, die „in einen internen oder internationalen bewaffneten Konflikt verwickelt“ sind.
Gepard für die Ukraine: Schweiz blockiert Munitionslieferung
 
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#43
TIERE IM KRIEGSEINSATZ
Militärisch trainierte Delfine dürften russische Flotte beschützen
US-amerikanischen Satellitenbild-Analysen zufolge sollen Delfine im Hafen von Sewastopol auf der Halbinsel Krim feindliche Taucheinsätze abwehren

Delfine könnten Teil der russischen Militärstrategie sein.
Foto: imagebroker / SeaTops

Die russische Marine hat im Verlauf des Ukraine-Kriegs kürzlich einen bedeutsamen Rückschlag verzeichnet: Das ukrainische Militär sorgte aller Wahrscheinlichkeit nach für den Untergang des Flaggschiffs Moskwa. Nun wurde ein bemerkenswertes Element der russischen Verteidigungsstrategie öffentlich, wie etwa die "Washington Post" und der "Guardian" berichteten. Satellitenbilder liefern Anzeichen dafür, dass offenbar für Militärzwecke trainierte Delfine zum Schutz eines Stützpunkts im Schwarzen Meer eingesetzt werden.

Schauplatz ist der Hafen der Stadt Sewastopol, die sich auf der 2014 durch Russland annektierten Halbinsel Krim befindet. Bereits im Februar, als der erneute Angriff auf die Ukraine begann, wurden an der Hafeneinfahrt zwei Unterwassergehege platziert, wie eine Non-Profit-Organisation, das US Naval Institute (USNI), berichtet. Auch Fachleute des US-amerikanischen Satellitenfotodiensts Maxar schließen sich an: Dessen Aufnahmen decken sich mit den Indizien des USNI.

Trainierte Tiere in Norwegen und Syrien
Dass in Russland Delfine in Diensten des Militärs stehen, ist prinzipiell nicht verwunderlich – zumindest war bereits bekannt, dass die cleveren Säugetiere wie auch andere Meereslebewesen auf bestimmte Einsatzmöglichkeiten getestet werden. Vor ziemlich genau drei Jahren fiel vor der norwegischen Küste ein Weißwal auf: Der Beluga trug ein Geschirr am Körper, an dem sich wohl Waffen oder Kameras befestigen ließen. Außerdem machte er sich durch sein Verhalten bemerkbar, denn er schwamm auf Fischerboote zu, gab sich in der Interaktion mit Menschen zahm – und versuchte, an Seilen der Boote zu ziehen.

Neben den Belugas wolle die russische Marine auch Seehunde und Delfine im Polarmeer als "Assistenztiere" nutzen, hieß es damals. Die Tests hatten gezeigt, dass Delfine eher dafür infrage kommen, Marinestützpunkte zu bewachen und zu verteidigen. Während der befragte Militärexperte Wiktor Baranez damals den Verdacht der norwegischen Meeresbiologen, der Weißwal sei dem Marinestützpunkt Murmansk entkommen, als "Unsinn" bezeichnete, machte er aus dem Einsatz von Delfinen kein Geheimnis. Während des Syrien-Kriegs dürften von russischer Seite ebenfalls Delfine an der Küste vor der Stadt Tartus zum Einsatz gekommen sein, wie Satellitenbilder aus dem Jahr 2018 zeigen.

Kampfdelfine in USA und Sowjetunion
Auch im internationalen Vergleich ist dies nicht ungewöhnlich: Die Sowjetunion und die USA trainierten während des Kalten Krieges Delfine für Aufklärungsjobs, also um beispielsweise in Häfen und um Schiffe zu patrouillieren. Außerdem könnten sie Taucherinnen und Taucher begleiten – oder abwehren, wenn diese versuchen, Schiffe zu sabotieren. Manche der Meeressäuger können auch darauf abgerichtet werden, Minen auf feindlichen Schiffe abzusetzen – oder diese sowie andere Waffen aufzuspüren, wobei ihnen ihr ausgeprägter Hörsinn nützt. In den USA wurden mindestens 28 Millionen Dollar dafür ausgegeben, Delfine und Seelöwen zu unterhalten.

Schon im Kalten Krieg seien dem USNI zufolge in einem Aquarium in der Nähe von Sewastopol "Kampfdelfine" entsprechend trainiert worden. Das Projekt ging nach dem Ende der Sowjetunion an die Ukraine, geriet in den 1990er-Jahren in Vergessenheit und wurde 2012 reaktiviert, heißt es.

Hafenpatrouille gegen Unterwasserangriffe
Nach der Krim-Annexion zwei Jahre später habe man die Rückgabe der Tiere gefordert, doch Russland behielt sie und plante damals, das Programm auszuweiten. Eine russische Nachrichtenagentur berichtete, dass neue Geräte entwickelt wurden: Die schallbasierte Unterwasserortung der Delfine, mit der sie Ziele erfassen können, wurde in ein Signal umgewandelt, das auf einem Monitor kontrolliert werden kann.

"Der ukrainischen Marine fehlten die Mittel für dieses Know-how, und einige Projekte mussten eingemottet werden", wurde mitgeteilt. Für die nachfolgenden Jahre ist ein Ausschreibungsverfahren dokumentiert, um für 1,75 Millionen Rubel – damals rund 25.000 Euro – fünf weitere Delfine nach Sewastopol zu liefern, möglichst "mit perfektem Gebiss". Ob diese nun zur Hafenpatrouille gehören, ist unklar. Viele der russischen Schiffe im Hafen seien der USNI zufolge für Raketen schwierig zu erreichen, aber anfällig für Unterwasserangriffe – und gegen manche davon könnten sich die Säugetiere als hilfreich erweisen.
(sic, 28.4.2022)

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Militärisch trainierte Delfine dürften russische Flotte beschützen
 

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#44
UKRAINE-KRIEG
Wenn Atomkraftwerke zu Kriegsschauplätzen werden
Russlands Angriff auf die Ukraine zeigt eine Gefahr auf, die in der AKW-Sicherheit bisher kaum berücksichtigt wurde: Die Anlagen können zu Orten von Kampfhandlungen werden

Bereits in Friedenszeiten ist AKW-Sicherheit ein heißes Thema. Dass Atomanlagen in der Ukraine nun auch zu Kriegsschauplätzen wurden, hat die Debatte auf eine neue Ebene gehoben.
Foto: APA/AFP/ANDREY BORODULIN

Spätestens am 4. März 2022 wurde klar, dass Atomwaffen nicht die einzige nukleare Gefahr sind, um die man sich im russischen Angriffskrieg in der Ukraine Sorgen machen muss. Damals gingen die Meldungen um die Welt, dass das Atomkraftwerk Saporischschja zum Kriegsschauplatz wurde.

Es gab Feuergefechte, wobei ein Trainingsgebäude in Brand geriet, ein Trockenlager von Artillerie getroffen und ein Reaktorgebäude beschädigt wurde. Zuvor kam es bereits bei der Atomruine von Tschernobyl zu Kämpfen, was einen potenziell gefährlichen Stromausfall und erhöhte Strahlenwerte durch Staubentwicklung zur Folge hatte.

Das Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften der Wiener Boku widmete der Bedrohungslage, die von AKWs im Kriegsgebiet ausgehen könnte, vergangene Woche eine Onlineveranstaltung. Experten aus Wissenschaft, Militär und Bundesverwaltung sprachen über Bedrohungslagen, mögliche Auswirkungen und Maßnahmen im Ernstfall.

Frühwarnsystem
Diese "Risikobetrachtungen", die vom langjährigen Leiter der Nuklearkoordination der Bundesregierung, Andreas Molin, moderiert wurden, fanden im Andenken an den im März verstorbenen Juri Andrejew statt. Der aus Russland stammende "Chefliquidator" von Tschernobyl, der die Aufräumarbeiten nach dem Reaktorunfall von 1986 geleitet hatte, lebte seit 1992 in Wien und fand an der Boku eine neue berufliche Heimat.
Die gute Nachricht für Österreich: Sollte in der Ukraine Radioaktivität frei werden, wissen die Behörden in Österreich dank der nationalen und internationalen Messstellen sowie einer engen Vernetzung mit ausländischen Partnern in kürzester Zeit Bescheid. Das versicherte Peter Hofer von der Abteilung Strahlenschutz des Klimaschutzministeriums.

In Österreich wurde in Reaktion auf die Katastrophe in Tschernobyl ein Frühwarnsystem implementiert. Mittlerweile stehen umfassende Diagnose- und Prognosewerkzeuge bereit, die die Ausbreitung radioaktiver Substanzen vorhersagen. Demnach bedarf es einer enorm starken Freisetzung, damit eine relevante Gefahr für Österreich besteht.

Worst-Case-Szenario
"Wir haben eine Worst-Case-Berechnung mit einem schweren Unfall im westukrainischen AKW Riwne gemacht. Selbst bei ungünstigsten Wetterverhältnissen ist auszuschließen, dass in Österreich Maßnahmen wie das Einnehmen der Kaliumjodidtabletten oder das Verbleiben in den Häusern notwendig sind. Im schlimmsten Fall könnten Maßnahmen im Lebensmittelbereich zu setzen sein", betont Hofer.

Dennoch: Zum ersten Mal sind AKWs nun Schauplatz von Kriegshandlungen. Neben den vier stillgelegten Blöcken von Tschernobyl gibt es in der Ukraine 15 Reaktorblöcke an vier aktiven Standorten. Dort, wo Brennelemente noch im Betrieb sind, ist für den Physiker und Risikoforscher Nikolaus Müllner von der Boku auch das Risiko am größten.

"In den Sicherheitsnachweisen der AKWs sind kriegerische Ereignisse außen vor gelassen. Im schlimmsten Fall stellt man sich wohl einen terroristischen Anschlag mit Unterstützung eines Insiders vor", erklärt Müllner. Für ihn stellt sich nicht nur die Frage, wie gut AKWs in Kriegswirren geschützt sind, sondern auch, wie die Sicherheitskonzepte nach diesen Kriegserfahrungen zu erweitern sind.

Meteoriteneinschlag und Flugzeugabsturz
Derzeit sehen sie den Schutz vor Naturereignissen und technischen Gebrechen bis zu einer gewissen Eintrittswahrscheinlichkeit vor – die Gefahr von Meteoriteneinschlägen ist beispielsweise nicht mehr berücksichtigt.

Neben potenziell gefährlichen Situationen wie der Zerstörung von Infrastruktur wie Notstrom, Turbinenhalle, Abklingbecken oder Frischdampfleitungen wäre das wohl gefährlichste durch Kriegshandlungen hervorgerufene Szenario eine Kernschmelze, bei der sowohl der Reaktordruckbehälter als auch das umgebende Containment zerstört wird. Müllner: "Dann haben wir sehr erhebliche Freisetzungen von radioaktivem Material in kurzer Zeit."

Der Großteil der Reaktoren in der Ukraine ist vom Typ WWER 1000. Die Wände des Containments sind hier aus 1,2 Meter starkem Spannbeton – eine Struktur, die laut Sicherheitsnachweis etwa dem Aufprall eines zehn Tonnen schweren Flugzeugs mit 750 km/h standhalten muss. Was braucht es nun, um eine Schutzvorrichtung dieser Art mit "militärischen Einsatzmitteln" zu durchbrechen? Bernhard Traxl vom ABC-Abwehrzentrum des Bundesheeres, der mit Müllner bei der Analyse kooperiert hat, hebt mehrere Beispiele hervor.

Bunkerbrechende Waffen
Dazu gehören bunkerbrechende Gefechtsköpfe, die mit ihren speziell gehärteten Oberflächen mehrere Meter Stahlbeton durchschlagen, bevor sie explodieren. "Wenn dieser Gefechtskopf im Inneren eines Reaktors detoniert, ist es sicher, dass eine Zerstörung des Containments stattfindet", sagt Traxl.

Weiters sind die wesentlich kleineren Hohlladungsgefechtsköpfe, die üblicherweise gegen gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt werden, eine Gefahr. Ein stark beschleunigter Metallstachel dieser Waffen hätte die Energie, das Containment zu durchschlagen, ohne aber im Inneren mit einer Explosion weiteren Schaden anzurichten. Das Resultat wäre ein Leck in der Schutzhülle.

Kaum Schutzmechanismen
Traxl geht nicht von einem vorsätzlichen Beschuss der AKWs in der Ukraine aus – dagegen ließen sich kaum Schutzmechanismen finden. Es seien aber dennoch Szenarien denkbar, in denen es zu Beschuss kommt. So könnten sich etwa Soldaten in einem AKW verschanzen, weil die Anlage einem Bunker gleicht, woraufhin die Gegner zu den erwähnten Waffensystemen greifen.

Wenn auch die Stromzufuhr ausfällt und Hilfestellung unmöglich ist, wäre eine Kernschmelze mit Austritt von radioaktivem Material möglich. "Es müssen schon zwei, drei Faktoren zusammenkommen, dass ein Beschuss erfolgt", betont Traxl.

Natürlich ist aber auch ein unabsichtliches – versehentliches oder von Unwissenheit geleitetes – Bombardement nicht auszuschließen. Besonders gefährlich wäre das in Riwne, wo die Anlagenarchitektur des hier errichteten WWER-440-Typs das Abklingbecken vergleichsweise ungeschützt lässt, wie Müllner hervorhebt. Dennoch: "Wenn man es nicht darauf anlegt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass das Containment durchschlagen wird", lautet auch das Resümee des Risikoforschers.
(Alois Pumhösel, 4.5.2022)

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Wenn Atomkraftwerke zu Kriegsschauplätzen werden
 

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#45
STAHLWERK IN MARIUPOL
Erbitterter Kampf für symbolischen Sieg
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Seit Wochen dauert der erbitterte Kampf um das Asow-Stahl-Werk in Mariupol schon an. Dabei hatte der russische Präsident Wladimir Putin am 21. April seinem Verteidigungsminister Sergej Schoigu vor laufenden Kameras den Befehl gegeben, die Erstürmung abzubrechen. Doch zuletzt wurden die Bombardements verstärkt, berichtet wurde vom Eindringen russischer Soldaten in den Komplex. Alles deutet darauf hin, dass Russland rasch einen symbolischen Sieg erringen will.
Online seit gestern, 23.08 Uhr
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Am Freitag setzte das russische Militär nach ukrainischen Angaben seine Offensive auf das Stahlwerk in Mariupol fort. Die russischen Streitkräfte hätten „in einigen Gebieten mit Unterstützung der Luftstreitkräfte die Einsätze zur Übernahme der Kontrolle über die Fabrik wieder aufgenommen“, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit.

Russland hatte am Mittwochabend eigentlich eine dreitägige Feuerpause für Evakuierungseinsätze aus dem Industriekomplex angekündigt. Die Ukraine warf Russland jedoch vor, dagegen verstoßen zu haben. Der Kreml bestritt die Vorwürfe – obwohl auf Videoaufnahmen der Beschuss und Explosionen deutlich zu sehen waren.

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Satellitenbild des Asow-Stahl-Werkes vom 2.5.2022 mit Schadensanalyse der UNO-Behörde UNITAR.
Airbus/UNITAR/ORF.at

Die Behörden in Mariupol warfen den russischen Streitkräften vor, ein Auto beschossen zu haben, das an Evakuierungsmaßnahmen beteiligt gewesen sei, hieß es. Dabei seien ein ukrainischer Kämpfer getötet und sechs weitere verletzt worden. In den vergangenen Tagen war es nach ukrainischen Angaben im Zuge von UNO-geführten Einsätzen gelungen, fast 500 Zivilpersonen aus der Stadt und aus dem Stahlwerk zu bringen. Weitere 50 wurden laut Vizeministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk am Freitag aus dem Industriekomplex geholt.

Unklare Situation im Stahlwerk
Am Donnerstag hatte es aus Kiew geheißen, russische Truppen seien auf das Gelände des belagerten Stahlwerks vorgedrungen. „Mit Unterstützung der Luftstreitkräfte hat der Gegner seinen Angriff mit dem Ziel erneuert, das Fabriksgelände unter seine Kontrolle zu bringen“, teilte der ukrainische Generalstab mit.

Unklar ist weiterhin, wie viele ukrainische Kämpfer sich im Stahlwerk verschanzt haben und wie viele Zivilisten ebenfalls dort ausharren. Unter dem Stahlwerk gibt es riesiges Gang- und Bunkersystem aus Sowjetzeiten.
Schon in den vergangenen Wochen hatte es immer dramatischere Hilferufe aus dem Stahlwerk gegeben: Nahrung und Trinkwasser würden zur Neige gehen, auch an Medikamenten fehle es. Zeitweise war auch die Kommunikation nach außen zusammengebrochen. Eine Aufgabe schlossen die ukrainischen Kämpfer dennoch kategorisch aus.

Erschütternde Schilderungen
Auch Zivilistinnen und Zivilisten, die in den vergangen Tagen über Evakuierungsaktionen das Stahlwerk verlassen konnten, beschrieben ein schockierendes Bild aus dem Inneren. „Wir standen unter ständigem Beschuss, schliefen in improvisierten Betten, wurden von den Explosionen zu Boden geworfen“, schilderte eine junge Mutter die Lage.

„Mütter, Kinder und Großeltern haben von dem Trauma erzählt, Tag für Tag unter unerbittlichem Beschuss und mit Todesangst zu leben“, berichtete der Ukraine-Beauftragte des UNO-Nothilfebüros (OCHA), Osnat Lubrani. Es habe im Stahlwerk kaum Wasser und Nahrungsmittel und nur völlig unzureichende Sanitäranlagen gegeben. Die Menschen seien durch die Hölle gegangen. Russland wirft der Ukraine hingegen vor, die Menschen als Schutzschilde in den verzweigten Kellern des Werkes teils gegen ihren Willen festgehalten zu haben.

Erfolg für 9. Mai gesucht
Am Wochenende hatte Russland erstmals größere Rettungsaktionen für Zivilisten aus dem Stahlwerk in Richtung ukrainisch gehaltenes Gebiet zugelassen. Beobachter sahen darin ein Zeichen, dass Russland eine Erstürmung des Geländes vorbereiten könnte. Nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten muss die russische Armee das aber mit hohen Verlusten an Soldaten, Material und Munition bezahlen – und das vor allem für einen symbolischen Sieg.

Reuters/Alexander Ermochenko
Russischer Panzer nahe dem Stahlwerk

Schon seit Wochen heißt es, Russland wolle am 9. Mai, am Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland, einen Erfolg vorweisen. Nachdem sonstige Erfolge rar sind, könnte das eben die Einnahme des Stahlwerks und damit von ganz Mariupol sein. Nach Cherson im Süden wäre es die zweite Stadt, die Russland unter seine Kontrolle bringen kann.

Symbolische „Entnazifizierung“
Mariupol eignet sich als symbolischer Sieg insofern gut, da das Stahlwerk vor allem von Kämpfern des Asow-Regiments verteidigt wird. Die ehemalige Miliz ist zwar seit einigen Jahren in die ukrainische Nationalgarde eingegliedert, gilt aber als Sammelbecken von Rechtsextremen. Die Asow-Bewegung gehört zu den wichtigsten nationalistischen und rechtsextremen Gruppen der Ukraine. Die „Befreiung“ Mariupols würde daher in die Kreml-Rhetorik der „Entnazifizierung“ der Ukraine passen – auch wenn diese Parole laut Medienbeobachtern in Russland immer seltener verwendet wird.

Reuters/Alexander Ermochenko
Immer wieder sind Rauchwolken über dem Gelände zu sehen

Parade auch in Mariupol?
Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak spekuliert, dass am Montag nicht nur in russischen Städten Feiern und Paraden abgehalten werden, sondern auch in Mariupol – und er befürchtet, dass die russischen Angreifer zu diesem Anlass ukrainische Gefangene aufmarschieren lassen könnten. Ähnlich waren bereits 2014 prorussische Separatisten in der Ostukraine vorgegangen, nachdem sie die Stadt Donezk eingenommen hatten.

„Sie haben Soldaten der ukrainischen Armee durch die Straßen marschieren lassen, man hat sie mit Müll beworfen“, sagte Podoljak mit Blick auf die Ereignisse 2014 am Freitag. „Acht Jahre später hat der Kreml beschlossen, das am 9. Mai in Mariupol mit Zivilisten in Militäruniform nachzuspielen.“ In der Umgebung von Mariupol wurden zudem inzwischen die auf Ukrainisch und Englisch beschrifteten Straßenschilder durch russische ersetzt.
06.05.2022, red, ORF.at/Agenturen

Stahlwerk in mariupol: Erbitterter Kampf für symbolischen Sieg
 

struwwelpeter

Well-Known Member
#47
Na klar, lt. Beschreibung während des "kalten Krieges" gebaut, um den 40.000 Stahlarbeitern im Falle einer nuklearen Attake einen sicheren Ort zu geben.
Also direkt im "nuklearen Krater".
Meiner Meinung nach eine völlige Fake-Nachricht - die schlägt ja sogar unser "Bisamberg-Thema" :)
 

josef

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#48
Satellitenbilder sollen zerstörtes russisches Schiff zeigen
Online seit heute, 6.47 Uhr

Satellitenbilder des US-Unternehmens Maxar zeigen ein vermutlich durch einen ukrainischen Raketenangriff getroffenes russisches Versorgungsschiff der Serna-Klasse im Schwarzen Meer.


APA/AFP/2022 Maxar Tec

Nach Angaben des Unternehmens befindet sich das beschädigte Schiff unweit der Schlangeninsel nahe der ukrainischen Seegrenze zu Rumänien. Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte für den Militärbezirk Odessa hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass die russische „Wsewolod Bobrow“ von ukrainischen Streitkräften angegriffen, getroffen und in Brand gesetzt worden sei. Russland äußerte sich bisher nicht zu diesen Meldungen.
13.05.2022, red, ORF.at/Agenturen
news.ORF.at
 

josef

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#49
SYMBOL DES WIDERSTANDS
Ukrainische Eisenbahn trotzt Angriffen
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Transport von Geflüchteten, Rohstoffen und – auch westlichen – Waffen: Die ukrainische Eisenbahn hat mit ihrem 22.000 Kilometer umfassenden Schienennetz einen entscheidenden Anteil im ukrainischen Widerstand gegen die russische Invasion. Trotz gezielter russischer Angriffe auf zentrale Punkte der Bahninfrastruktur wie Eisenbahnbrücken und Logistikzentren gelang es den russischen Truppen bisher nicht, die Bahn in der Ukraine lahmzulegen.
Online seit heute, 7.33 Uhr
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Obwohl viele Städte und Dörfer zerstört wurden, ist die weit verzweigte Eisenbahn noch funktionsfähig. Eigentlich spielt die Bahn auch für die Logistik russischer Truppen eine wichtige Rolle, analysiert die Russland-Expertin Emily Ferris vom britischen Royal United Services Institute in „Foreign Policy“. Doch Russland schaffte es weder große Logistikzentren der ukrainischen Bahngesellschaft Ukrsalisnyzja völlig unter Kontrolle zu bringen noch wichtige Eisenbahnknotenpunkte im Norden der Ukraine etwa in Tschernihiw und der Region Kiew.

Das führte dort zu logistischen Problemen, wo Russland auf die Straße angewiesen war und Fahrzeuge aufgrund der anfänglich winterlichen Bedingungen stecken blieben. Die Offensive im Norden schlug letztlich fehl. Nun fokussiert sich Russland auf den Süden und Osten. Fehlende vollständige Kontrolle und zerstörte Knotenpunkte der Eisenbahn verunmöglichen es Russland aber weiterhin, per Bahn für Nachschub zu sorgen. Ferris bezeichnete das „übermäßige Vertrauen auf die Eisenbahn“ für den Einsatz in der Ukraine als einen der „größten Stolpersteine“ Russlands.

AP/Philip Crowther
Viele Städte und Dörfer wurden zerstört, die Bahn kann bisher dennoch Mobilität und Logistik aufrechterhalten

Verstärkte Angriffe auf Eisenbahninfrastruktur
Da eine Kontrolle des Eisenbahnnetzes in der Ukraine derzeit aussichtslos scheint, versucht Russland nun offenbar verstärkt, die Infrastruktur zu zerstören. Das ukrainische Eisenbahnnetz ist seit einigen Tagen zunehmend ins Visier der russischen Truppen geraten. Angegriffen wurden vor allem Bahnhöfe, Umspannwerke, die die Bahn mit Strom versorgen, und Eisenbahnbrücken – nicht zuletzt um Waffenlieferungen aus dem Westen zu unterbinden.

Auch soll die Verstärkung für die im Osten und Süden eingesetzten ukrainischen Soldaten erschwert werden. Moskaus „Ziel ist es, kritische Infrastrukturen aus militärischen, wirtschaftlichen und sozialen Gründen so weit wie möglich zu zerstören“, sagte der stellvertretende Infrastrukturminister Juri Waskow gegenüber Reuters.

Reuters/Janis Laizans
EU-Kommissionschefin von der Leyen reiste mit dem Zug nach Kiew

Transportiert wurden bisher Millionen Flüchtlinge, Hilfslieferungen, Rohstoffe und westliche Waffen. Ärzte ohne Grenzen richtete in Zügen mobile Krankenstationen ein. Auch die zahlreichen Politiker und Politikerinnen, die Kiew einen Besuch abstatteten – vom britischen Premier Boris Johnson bis zur EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen – reisten per Bahn in die Ukraine.

Trotz Ausbaus beschränkte Kapazitäten
Bis Kriegsbeginn wurde der Großteil der Exporte von Rohstoffen wie Weizen, Kohle und Stahl über die Schwarzmeer-Häfen abgewickelt. Drei Viertel des ukrainischen Außenhandels liefen vor der russischen Invasion über diese Seehäfen. Aufgrund deren Blockade durch russische Kriegsschiffe, der durch zerstörte Brücken und Kontrollpunkte blockierten Straßen sowie des knappen Treibstoffs entwickelte sich die Bahn zu einer wichtigen Verbindung nach außen. Die Westgrenzen und die Donau-Häfen seien derzeit die einzige Möglichkeit für Export und Import, sagte Waskow.
Allein im April seien 3,5 Mio. Tonnen Fracht über die westlichen Grenzen auf der Schiene transportiert worden. Die Eisenbahnbetreiber entwickeln demzufolge Grenzterminals für Stück- und Flüssiggüter und für die Umladung von Breit- auf Schmalspur und umgekehrt. Aber selbst wenn man diese Kapazität um 50 Prozent steigern könne in den nächsten Monate, werde das „nicht einmal ausreichen, um mindestens die Hälfte der Mengen zu befördern, die in Friedenszeiten über die Seehäfen transportiert wurden“, so Waskow.

APA/AFP/Michal Cizek
Der Transport über die Schiene wurde auch für zahlreiche Hilfsgüter genützt

Auch ÖBB-Chef Andreas Matthä sagte kürzlich im „FAZ“-Interview, dass die Transportkapazitäten über die Bahn begrenzt seien. Es gebe einen „Flaschenhals wegen fehlender Kapazitäten bei Wagen und Lokomotiven sowie an den Umschlagsorten an den Grenzen der Ukraine zu Ungarn, Polen und der Slowakei“.

Bahn-Chef: Bis zu 200.000 Passagiere täglich
Auch muss – auf dem Gebiet der Ukraine – bei der Streckenplanung flexibel reagiert werden, wenn gefährliche Gebiete durchfahren werden müssen oder wenn Schienen zerstört wurden und Ausweichrouten gefunden werden müssen. Nach Angaben des Ukrsalisnyzja-Chefs Olexandr Kamyschin gegenüber Reuters würden seit Kriegsbeginn täglich bis zu 200.000 Menschen transportiert werden. Diese Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar.

Auch die 230.000 Beschäftigten der Bahn sind laut Kamyschin großteils weiterhin im Dienst. Vor dem Krieg zählte die ukrainische Bahngesellschaft zu den größten Arbeitgebern. Die Bahn wurde erst 2012 für die Fußballeuropameisterschaft modernisiert und die Infrastruktur um rund 700 Mio. Euro verbessert, berichtete die Deutsche Welle.

Reuters
Diese zerstörte Eisenbahnbrücke in der Region Kiew wurde innerhalb weniger Wochen wieder aufgebaut

Es gibt jedenfalls Beispiele, die zeigen, wie schnell zerstörte Infrastruktur wieder aufgebaut werden kann. Das gehe ohne Rücksichtnahme auf lange bürokratische Wege, heißt es aus dem Bahnunternehmen. Das gilt auch für größere Bauten. Innerhalb eines Monats etwa wurde die Eisenbahnbrücke wieder instandgesetzt, die die vom Krieg zerstörten Städte wie die Kiewer Vororte Irpin, Butscha und Borodjanka mit der Hauptstadt verbindet.
15.05.2022, red., ORF.at/Agenturen

Links:
Symbol des Widerstands: Ukrainische Eisenbahn trotzt Angriffen
 

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#50
Ukrainer nutzen E-Bikes, um russische Panzer mit Raketen zu zerstören
Das ukrainische Start-up Delfast liefert nach eigenen Angaben bereits seit Kriegsbeginn seine Gefährte für den Fronteinsatz
Mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine haben sich auch für die Start-up-Szene des Landes die Prioritäten von einem Tag auf den anderen komplett geändert. Wie sehr, das verdeutlicht nun ein aktueller Bericht von Electrek.

Anschleichen
Die für besonders leistungsstarke E-Bikes bekannte Firma Delfast versorgt demnach bereits seit Wochen ukrainische Truppen mit speziell angepassten Versionen der eigenen Gefährte. Deren Aufgabe: Soldaten zu ermöglichen, sich möglichst unauffällig an russische Panzer heranzuschleichen, um sie dann mit leichten Panzerabwehrwaffen anzugreifen.



Quelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=5486759144701664&set=pcb.5486763964701182

Diese Behauptung illustriert der Gründer von Delfast, Daniel Tonkopi, mit einigen Bildern, die er auf Facebook geteilt hat. Darauf ist besagte Spezialversion eines Delfast-E-Bikes zu sehen, die mit einer Halterung für eine "Next Generation Light Anti-Tank Weapon" (NLAW) ausgestattet ist. Dass er damit jetzt an die Öffentlichkeit geht, argumentiert Tonkopi damit, dass man auf eine offizielle Erlaubnis der Armee gewartet habe – die nun gegeben wurde.

Schnell und leise
NLAW-Raketen können von einer einzelnen Person abgefeuert werden und wiegen nur 12,5 Kilogramm. Die E-Bikes bieten sich dabei als unauffälliges Transportmittel an. Immerhin sind sie äußerst leise und doch leistungsstark. Bei einer Reichweite von rund 320 Kilometern erreichen sie Spitzengeschwindigkeiten von 80 km/h.

Der Bericht ist eine Erinnerung daran, dass neue Technologien in Kriegen immer schon eine wichtige Rolle gespielt haben. Delfast ist nicht einmal der erste E-Bike-Hersteller, der ukrainische Truppen versorgt. So hat die ebenfalls aus der Ukraine stammende Firma Eleek erst vor wenigen Tagen öffentlich gemacht, dass man E-Bikes an die eigene Armee liefert. Diese sind aber nicht für direkte Angriffe gedacht, sondern dazu, Scharfschützen einen möglichst flotten und unauffälligen Standortwechsel zu erlauben.

Viel Interesse
Die Ukraine ist auch nicht das einzige Land, das den militärischen Einsatz von E-Bikes erprobt. Die norwegischen Streitkräfte verwenden entsprechende Gefährte schon seit 2018 bei Grenzpatrouillen. Doch auch in Australien und den USA werden entsprechende Gefährte seit Jahren getestet.
(red, 19.5.2022)
Ukrainer nutzen E-Bikes, um russische Panzer mit Raketen zu zerstören
 
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