Pferdeeisenbahn Gmunden-Linz-Budweis

josef

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#1
Pferdeeisenbahn-Relikt steht vor Abriss


Das letzte erhaltene Frachtendepot der Pferdeeisenbahn zwischen Gmunden und Budweis soll einem Wohnbauprojekt weichen. Bild: ebra

GMUNDEN. Letztes Frachtendepot zwischen Gmunden und Budweis soll einem Bauprojekt weichen.

Als zwischen Gmunden und Budweis die Pferdeeisenbahnlinie entstand (1827–1835), wurde Gmundens erster Bahnhof in der Annastraße errichtet – und daneben zwei Remisen, die auch als Frachtendepots genutzt wurden. Der Bahnhof steht unter Denkmalschutz, die Remisen aber nicht.

Die Besitzerin der alten Schuppen will das rund 7000 Quadratmeter große Areal jetzt verkaufen und steht mit mehreren Interessenten in Kontakt. Diese möchten hier Wohnungen errichten.

Denkmalpfleger und Freunde der Pferdeeisenbahn – immerhin die älteste Bahnlinie auf dem Kontinent – sind entsetzt. "Historische Relikte verschwinden, und keiner sagt etwas", ärgert sich Heinz Schludermann vom Verein Pferdeeisenbahn. Und auch Manfred Reingruber, Gemeinderat und Gmundens Experte für die Pferdeeisenbahn, ist frustriert. "Das tut mir richtig weh", sagt er. "Das Doppelgebäude ist das letzte erhaltene Frachtendepot entlang der gesamten Strecke von Gmunden nach Budweis."

Durch die Schuppen verliefen einst drei Schienenpaare. Hier wurden die Waggons mit bis zu vier Tonnen Fracht beladen. Hier warteten die Fuhrwerker auch aufeinander, um im Konvoi in Richtung Linz zu fahren. "Es wurde immer in Gruppen gefahren, damit das
Passieren des Gegenverkehrs besser organisiert werden konnte", so Schludermann.

Stadt hat keine Handhabe

Im Rathaus ist man über die Bauabsichten in der Annastraße unterrichtet, kann auf die Historizität der vom Abriss bedrohten Gebäude aber keine Rücksicht nehmen. "Sie stehen nicht unter Denkmalschutz, deshalb haben die Besitzer das Recht, sie abzureißen", sagt Bürgermeister Stefan Krapf. "Unsere Aufgabe ist es nur, die baurechtliche Genehmigung für neue Wohnbauten zu erteilen, und da werden wir streng nach Gesetz vorgehen und uns am Gestaltungsbeirats orientieren." Auch dieser hat allerdings nichts mitzureden, was den Abriss der historischen Gebäude betrifft.

"Der Fehler passierte, als das alte Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde", sagt Manfred Reingruber. "Damals hätte sich die Stadtgemeinde dafür einsetzen müssen, dass auch das Frachtendepot unter Schutz gestellt wird. Doch Gmunden gab damals nicht einmal eine Stellungnahme ab."
http://www.nachrichten.at/oberoeste...senbahn-Relikt-steht-vor-Abriss;art71,2563798
 

josef

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#2
Mehr über die zwischen 1827 und 1836 abschnittsweise eröffnete Pferdeeisenbahn Gmunden-Linz-Budweis

Die Bahn diente hauptsächlich dem Transport von Salz aus dem oberösterreichischen Salzkammergut nach Böhmen. Sie wurde in den Jahren 1855 und 1856 zwischen Linz und Gmunden auf Dampfbetrieb umgestellt. Auf der gebirgigen Strecke zwischen Linz und Budweis (České Budějovice) war diese Umstellung aufgrund zu enger Krümmungsradien und zu großer Steigungen nicht möglich. Bis 1873 wurde daher eine Ersatzstrecke mit zumeist anderer Trassenführung zwischen Linz und Budweis errichtet, die den Dampfbetrieb zuließ. Der Pferdebahnbetrieb wurde im Dezember 1872 eingestellt.

Hier ist mehr über diese erste österreichische Bahnverbindung zu lesen...


Teil 1 - Streckenverlauf

Die Gesamtstrecke kann man in 2 Hauptabschnitte einteilen und zwar in den Bereich von Linz nördlich der Donau durch das Mühlviertel nach Budweis in Böhmen und südlich der Donau von Linz durch das Traunviertel ins Salzkammergut nach Gmunden.

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Gesamtstrecke Budweis - Linz - Gmunden (Quelle Wiki... )


Die Gesamtstrecke Budweis - Gmunden wies eine Spurweite von 1.106 mm auf.

1. Modell eines pferdebespannten Salztranportwagens (Einsatz auf der Gesamtstrecke Gmunden - Budweis)
2. - 3. Skizze eines Salztransportwagens
4. Fahrplan für Personenbeförderung mittels "Stellwagen" für beide Streckenteile aus 1844


(Aufnahmen vom Besuch im Schlossmuseum Linz am 08.05.2018)
 

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#3
Teil 2 - Streckenverlauf Budweis - Linz

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Streckenspiegel Budweis - Linz:
Die 5 ROT unterstrichenen Stationsplätze werden in zeitgenössischen Bildern aus dem Schlossmuseum Linz im Anhang dargestellt.
Auf diesem Streckenabschnitt blieb die Pferdebahn zwischen 1827 bis 1872 in Betrieb und wurde nach Errichtung einer Normalspurverbindung, der " Summerauer Bahn", abgebaut.

1. - 5. Zeitgemäße Darstellung einiger "Stationsplätze"
6. "Bildfahrplan" des Abschnittes Linz - Budweis

(Aufnahmen vom Besuch im Schlossmuseum Linz am 08.05.2018)
 

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#4
Teil 3 - Personenwagen "Hannibal" Strecke Budweis - Linz

Der 1841 gebaute und bis Einstellung des Pferdebahnbetriebes 1872 eingesetzte Wagen "Hannibal" überlebte und ist heute im TMW ausgestellt:

1. - 2. Ansicht des Wagens an einem früheren Aufstellungsplatz im TMW
3. Detail Federung und Kutscherplatz
4. Bildtafel im TMW zeigt ein Foto des Wagens aus dem früheren "historischen Museum der kk. Staatsbahnen"
5. Derzeitiger Standort hinter einer Glaswand im TMW (Mai 2018)
6. Beschreibung im TMW
7. - 8. Der Wagen steht auf einer "Flachschienen-Weiche" -> der Länge nach verlegte mit Flacheisen beschlagene Hölzer

(Aufnahmen stammen von diversen Besuchen im TMW)
 

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#5
Teil 4. - Strecke Linz - Lambach - Gmunden

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Streckenspiegel Linz - Lambach - Gmunden:

1854 beschäftigte sich die Erste Eisenbahngesellschaft mit der Einführung des Dampfbetriebes und führte zwischen Linz und Gmunden erste Probefahrten mit Dampfloks auf der Pferdebahnstrecke durch. Obwohl die Flachschienen den Belastungen nicht standhielten und zahlreiche Schienenbrüche die Folge waren, beschloss man, ab 1855 wegen der größeren Wirtschaftlichkeit zwischen Linz und Gmunden auf Dampfbetrieb umzustellen. Dazu wurden die Flachschienen durch Hochschienen ausgetauscht.

Als 1859 die Normalspurige "Kaiserin Elisabeth Westbahn" von Linz nach Lambach in Betrieb ging (Fertigstellung der Gesamtstrecke von Wien über Linz nach Salzburg 1860), wurde der 1.106 mm - Streckenteil zwischen Linz und Lambach eingestellt und abgebaut. Der verbliebene dampfbetriebene Restabschnitt Lambach - Gmunden wurde 1903 von 1.106 mm auf 1.435 mm Normalspur "umgespurt".

1. Erhaltene Dampflok "Gmunden", Spurweite 1.106 mm im "Südbahnmuseum Mürzzuschlag".
2. Reproduktion des Bildes "Dampfeisenbahn am Welser "Kaiser Josef Platz" um 1890 (Schlossmuseum Linz)
3. - 4. Sommerwagen, zuletzt bis zur Umspurung auf Normalspur zwischen Lambach und Gmunden eingesetzt
5. Beschreibung "Sommerwagen" (3. - 5. TMW)
 

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