Raffinerie Drösing

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Harald 41

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#1
Auf dieses Gebäude aus dem 19. Jarhundert kam ich nur durch Zufall , als ich vorige Woche im Briefkasten eine Gratisausgabe des Bezirksblatt Gänserndorf einen Blick auf die erste Seite warf und mir das Foto der Fabrik auffiel.
 

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Harald 41

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#2
Teil 2

Auf dieses Gebäude aus dem 19. Jahrhundert kam ich nur durch Zufall , als ich vorige Woche im Briefkasten eine Gratiszeitung des Bezirksblatt Gänserndorf bekam einen Blick auf die erste Seite warf und mir das Foto der Fabrik auffiel.
Dieses Gebäude bietet ein Landwirt dem es zur Zeit gehört als mögliches Tourismuszentrum ( Besucher-Informationszentrum ) für die March-Auen an.
Beschreibung:
1898 gründeten die Linzer Kaufleute Friedrich Tscherne und Wilhelm Kanturek die Drösinger Petroleumraffinerie,deren Fabrikanlagen auf einem Areal von rund 42.000 m2 unmittelbar neben der Bahnanlage der Kaiser-Ferdinands Nordbahn errichtet wurde.
Damals bot Drösing für die Errichtung einer derartigen Produktionsstätte günstige Voraussetzungen.
Die Ziegel für den Bau der Produktions-und Wohngebäude wurden vom Zistersdorfer Ziegelwerk des Johann Krammer geliefert.
Anfang 1905 erwarb die " Schodnica" AG für Petroleum-Industrie um 1,4 Millionen Kronen die Raffinerie in Drösing.
Durch die 1927 erfolgte Fusion mit der Nova Oel Brennstoff und Aktiengesellschaft änderten sich erneut die Eigentumsverhältnisse.
Aus dem Destillationsverfahren der Fabrik wurde aus ( Rumänischer Rohware )von 1927-1937 Fliegerbenzin,Leicht Mittel- Schwerbenzin-Wundbenzin und diverse Öle hergestellt.
Während des zweiten Weltkrieges,vorwiegend aber erst nach Kriegsende verkaufte die Nova die Baulichkeiten des Dörsinger Werkes zum Ziegelabbruch.
1958 erwarben Anton Gass und Hans Beinhofer das Areal samt den verbliebenen Gebäuden,und errichteten in einem Anbau an das Magazin eine Grünfutter-Trocknungsanlage.
Das unter dem Namen Florafit Gaß Beinhofer & Co firmierende Unternehmen betrieb eine Gastrocknungsanlage,konstruiert von der Hermann Seiler Ltd. in Zürich; die erste ihrer Art in Österreich.
Vormalige Zubauten an den Stirnseiten des Gebäudes wurden entfernt.
An der westlichen Giebelmauer erkennt man noch den Zubau welche die Trocknungsanlage beherbergte.
Das Direktionsgebäude steht etwas abseits,ist renoviert und gelb gestrichen und entspricht nicht mehr der Fabrik es dient heute als Wohnhaus, deshalb habe ich es auch nicht mehr Fotografiert.
Einen Link gibt es auch online.

http://regionaut.meinbezirk.at/gaen...-blick-auf-die-droesinger-marchau-d39521.html

LG Harry

PS: Konnte den Text wieder finden,und hier einstellen.:D
 

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josef

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#3
Harry :danke für Link und Fotos!

Habe mir erlaubt, den "Bezirksblatt-Text" voll reinzustellen, da solche Artikeln nach einer bestimmten Zeit meistens wieder aus dem Netz verschwinden:

Ramsar-Zentrum mit Blick auf die Drösinger Marchau
von Ulrike Potmesil aus Gänserndorf | am 08.12.2010 | „Die Grundsubstanz ist gut erhalten, in die Renovierung muss viel investiert werden“, weiß Otto Krönigsberger. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass das Weinviertel Management gemeinsam mit dem WWF ein Tourismuszentrum an der March plant. Erste Vorschläge, wo dieses entstehen könnte, sind bereits eingelangt.
DRÖSING. Man ist auf der Suche nach einer bestehenden Immobilie, die nahe an der Au liegt und als Besucher-Informationszentrum adaptiert werden kann.
Der Drösinger Landwirt Otto Krönigsberger meint, bereits ein geeignetes Gebäude gefunden zu haben. Das „Floravit“-Magazin wurde in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts errichtet. Damals befand sich auf diesem Areal eine Ölraffinerie, die 1937 zugunsten des Neubaus der Raffinerie Schwechat stillgelegt wurde.
Später wurde das Gebäude für den Betrieb einer Grünfuttertrocknungsanlage genutzt und vor einigen Jahren schließlich von Krönigsberger erworben. „Seit man sich der historischen Bedeutung des Gebäudes im Klaren ist, erwägt man dieses in einer Form nutzbar zu machen, dass die Bausubstanz erhalten werden kann“, meint der Landwirt.
Vor allem die Nähe zur Nordbahn – zwei Minuten vom Bahnhof entfernt – und zur Au sind laut Krönigsberger ideale Bedingungen für das Ramsar-Zentrum. Der Drösinger ist nicht der Einzige mit einem Standortvorschlag: „Es sind schon einige Leute an uns herangetreten, zuerst müssen wir aber alle potenziellen Standortgemeinden sichten und Gespräche mit den Bürgermeistern führen“, sagt der Geschäftsführer des Weinviertel-Managements, Hermann Hansy. Denn: Egal ob die Immobilie in Privatbesitz ist oder der öffentlichen Hand gehört: Die Standort-Wahl muss transparent erfolgen.
Quelle: http://regionaut.meinbezirk.at/gaen...-blick-auf-die-droesinger-marchau-d39521.html

lg
josef
 
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Harald 41

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#5
Hallo Josef;
Ebenfalls :danke für das hochladen des Links und für die Ansichtskarte,die Brücke sieht heute noch so aus nur der Rest der Fabrik ist aus heutiger Sicht nicht mehr wirklich zu erkennen.

LG Harry
 
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Harald 41

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#6
Hallo;
Heute war wieder ein Beitrag über die Raffinerie in Drösing im Bezirksblatt Gänserndorf.
70 Jahre nach der Schließung wird saniert.

Überschrift:
Gelände der Öl- Raffinerie in Drösing soll von Giften befreit werden.

Die Erdölraffinerie die heute in Schwechat steht, wäre beinahe nach Drösing gekommen. 70 Jahre nach Einstellung der kleinen Raffinerie an der March setzt man erste Schritte zur Bodensanierung.
DRÖSING. Die ARGE Terra-Urban-Balon hat im März dieses Jahres im Auftrag des Landes NÖ Bodenproben entnommen. „Die Feststoffe sind, wie zu erwarten, kontaminiert“, bestätigt Wolfgang Vychytil vom Land NÖ. Im kommenden Jahr will man Grundwassersonden setzen, das Wasser wird vierteljährlich geprüft.
Dass saniert werden muss, steht laut Vychytil jetzt schon fest, aber erst nach Auswertung der Ergebnisse wird entschieden, in welchem Umfang.
Für die Sanierung stehen Förderungen aus dem Altlasten-Sanierungstopf des Bundes zur Verfügung.
Die Raffinerie war 1898 errichtet worden. Bis 1937 wurden hier Paraffin, Bodenpaste, Siegellack, später Benzin, Vasline und Motoröle sowie Petrolkoks hergestellt. 120 Menschen waren in der Raffinerie Drösing beschäftigt.
Ulrike Potmesil

LG Harry

Qelle:http://regionaut.meinbezirk.at/gaen...ng-soll-von-giften-befreit-werden-d41775.html
 

josef

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#9
Möchte mich auch für die Fotos bedanken,noch dazu aus den Niederlanden.:danke
LG Harry
Die Fotos stammen ursprünglich aus einer Sammlung/Archiv von Hohenauer Eisenbahnern. Herbert (@Landgraaf) arbeitet diese umfangreiche, historische Sammlung über die Weinviertelstrecken auf und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Eine große Auswahl ist im "Eisenbahnforum Österreich" (EBFÖ) bereits eingestellt!

lg
josef
 
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Landgraaf

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#11
Hallo Josef;

:danke für die Aufklärung,Hohenau ist dann doch nicht so weit entfernt:D

LG Harry
Hallo aus den Niederlanden!
In den 70er Jahren war meine Interessen, als gebürtiger Hohenauer, zu Drösing sehr groß! Geblieben sind schöne Jugenderinnerungen. Unter anderem auch hervor gerufen, durch die zahlreichen Aufnahmen aus dem erwähnten "Hohenauer Archiv!"
Grüße in meine Heimat-Herbert
 

josef

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#12
Bei der Durchsicht der NÖN-Bezirksseiten entdeckt -> späte Fortsetzung zu Beitrag #6:

Drösing - Altlast Raffinerie:

Forscher prüft Sanierung - Wissenschafter will ein Verfahren entwickeln, um altes, verseuchtes Fabriksgelände zu revitalisieren – und das nachhaltig.

Säureteergruben, die durch die Ablagerung von Produktionsabfällen entstanden, erinnern an die frühere Fabrik. | Umweltbundesamt
Das herrenlose, „tote“ Gelände, auf dem früher eine Petroleumfabrik stand (siehe hier ), erfährt nach jahrelangem Brachliegen endlich Beachtung:
Der Wiener Wissenschafter Maximilian Lackner möchte ein Forschungsprojekt starten und damit herausfinden, wie das Areal saniert werden kann. „Und zwar richtig – nicht nur durch Abtragen und Wieder-Aufschütten von Erdreich, was letztlich nichts bringt“, so SP-Bürgermeister Josef Kohl. Der Antrag für das Forschungsprojekt soll bis Ende des Jahres eingereicht sein – möglich sei eine Förderung von bis zu 100 Prozent der Kosten.

"Zukunft ist noch ungewiss"
Die Untersuchungen seien für zwei Jahre anberaumt, die darauf folgende mögliche Sanierung würde nochmals zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Aktuell werden auf dem Gelände Erhebungen seitens des Forscherteams, an dem sich mehrere Wiener Universitäten beteiligen, durchgeführt.
„Ich bin froh, dass sich jemand des Areals annehmen will – und das auf eigenes Risiko“, so Kohl. Was mit dem Gelände passiert, wenn es in Zukunft wieder nutzbar ist, wisse man derzeit noch nicht.
Allerdings – genau dieses Thema stehe schon bei der nächsten Gemeindestrategie-Sitzung zur Diskussion. Wie schon des Öfteren berichtet, wird in Drösing nämlich gerade in Zusammenarbeit mit den Bürgern ein gemeinsamer künftiger „Fahrplan“ für den Ort entwickelt.
Erstellt am 03. August 2018, 04:34
von Nina Wieneritsch
https://www.noen.at/gaenserndorf/droesing-altlast-raffinerie-forscher-prueft-sanierung-raffinerie-droesing-sanierung-107003520
 

josef

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#13
Und nochmals NÖN-Bezirksausgabe Gänserndorf:

Rückblick: Wie kam das Gift in Drösings Erdreich?

Gemeinsam mit Hobby-Historiker Hans Göttfert reist die NÖN bis ins Jahr 1898 zurück, als in Drösing eine der ersten Raffinerien errichtet wurde.


Heute ein ungewöhnlicher Anblick: Früher waren die Fördertürme aus Holz – im Bild zu der Zeit, als die NOVA AG die Raffinerie übernahm. | privat
Auf einer Fläche von 55.000 m² unweit der Bahnhaltestelle sind rund 100.000 m³ des Erdreichs erheblich mit Mineralöl-Produkten und Kohlenwasserstoffen verunreinigt. Das Umweltbundesamt schätzt das Schadstoffpotenzial hier als „sehr groß“ ein, und: „Die kontaminierten Bereiche stellen insgesamt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar“, heißt es.


Die Gründungsaktie der Aktien-Gesellschaft Schodnica: Diese betrieb in Galizien eine Großraffinerie und kaufte die Drösinger Fabrik im Jahr 1908. | privat

Gemeinsam mit dem Gänserndorfer Hobbyhistoriker Hans Göttfert warf die NÖN nun einen Blick zurück und geht der Frage nach, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass der Untergrund heute so massiv belastet ist.
„Zu der Zeit, als das Öl noch buchstäblich aus der Erde gegraben wurde, war die Raffinerie Drösing vorne dabei“, leitet Göttfert die Reise in die Vergangenheit ein. 1898 wurde hier nämlich von den Herren Friedrich Cerny und Kontorek eine der ersten Ölraffinerien errichtet, wo aus dem Rostoff, das billig vom damaligen Galizien über die K.u.K.-Ferdinand-Nordbahn herangeschafft wurde, Petroleum erzeugt wurde.

„Wir verbrennen Erdöl einfach und haben dabei vergessen, wie kostbar das Produkt schon im Altertum war.“ Hans Göttfert, Hobbyhistoriker
Bereits 1908 wurde die Fabrik an die Schodnica AG verkauft, die schon in Galizien eine Großraffinerie mit 400 Arbeitern betrieb. Der Zerfall der Monarchie 1918 und der neue Staat Polen sperrten nun aber die Raffinerie Drösing mit ihren 80 Arbeitern vom bisherigen Lieferanten aus und Öl wurde mühsam über die Donau nach Wien und dann per Bahn nach Drösing geschafft. Bald litt die Konkurrenzfähigkeit der Fabrik, 1925 gab es überhaupt Schwierigkeiten mit der Rohöl-Beschaffung.

Auch Benzin wurde in Drösing hergestellt
1927 wurde dann die Drösinger Raffinerie an die NOVA Öl- und Brennstoffgesellschaft AG verkauft. Diese verpachtete sie jedoch gleich für zehn Jahre an die rumänische Firma „Creditul Minier Societate Anonima Romana“, sodass die Versorgung mit Rohöl nunmehr kein Problem darstellte. In dieser Zeit wurden neben Petroleum, das immer weniger Verwendung in der Beleuchtung fand, viele andere Stoffe – auch schon Auto-Öle sowie -Benzin – hergestellt.

Letztlich wurde Standort nach Schwechat verlegt
Nach dem Jahr 1937 war die „Creditul Minier“ an der mittlerweile veralteten und abseits gelegenen Raffinerie nicht mehr interessiert.


Die rumänische „Creditul Minier“ pachtete die Drösinger Raffinerie von 1927 bis 1937 und beschäftigte dort 120 Arbeiter, bevor die Fabrik nach Schwechat verlegt wurde. | privat

Dies änderte sich jedoch schlagartig, als die NOVA AG eine Verlegung des Standortes nach Schwechat beabsichtigte. Mit allen Mitteln wurde versucht, dies zu verhindern, unterstützt von der Gemeinde. Dennoch verlegte man die Fabrik letztlich, nachdem die Übernahme der Belegschaft zugesichert worden war.
„Leider wurden während des Betriebs der Raffinerie säurehaltige Mineralöl- und Kohlenwasserstoffe einfach ins Erdreich geschüttet“, schließt Göttfert. Über eine Sanierung des herrenlosen Areals wird derzeit verhandelt: Es soll ein Forschungsprojekt gestartet werden, mit dem evaluiert werden soll, wie das Gelände nachhaltig saniert werden kann.

REICH AN ÖLQUELLEN
Dass im Gebiet Zistersdorf ergiebige Ölquellen gefunden wurden, spielte insofern bei der Schließung der Raffinerie keine Rolle, als an der Bohrgesellschaft Shell beteiligt war, die eine eigene Fabrik in Floridsdorf besaß.
Der Erdölreichtum in NÖ soll auch eine Rolle bei der Besetzung Österreichs 1938 durch Nazideutschland gespielt haben. Zistersdorf und vor allem das 1949 in Matzen entdeckte, damals größte Ölfeld Mitteleuropas hat wohl auch den Sowjets den Abschied von Österreich 1955 so schwer gemacht – konnten sie doch bis zu ihrem Abschied 11 Mio. Tonnen Öl einheimsen und ließen sich auch etliche Mio. Tonnen für ihren Abzug nachschicken.

Erstellt am 03. August 2018
von Nina Wieneritsch
https://www.noen.at/gaenserndorf/rueckblick-wie-kam-das-gift-in-droesings-erdreich-hans-goettfert-raffinerie-droesing-107001148
 
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