Ruine Hanselburg bei Loosdorf im Weinviertel

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Joa

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#1
Mitte März 2013 stattete ich der Ruine Hanselburg anlässlich einer Rundwanderung einen Besuch ab:

Die Hanselburg ist nicht die Ruine einer mittelalterlichen Burg sondern ein typisches Produkt der Romantik. Sie war ein Namenstagsgeschenk, das Feldmarschall Johann I Fürst von Liechtenstein im Jahr 1800 von seiner Gattin erhalten hatte. Sie diente ihm als eine Art Jausenstation für seine Besuche im riesigen, von ihm umgestalteten Landschaftsgarten. Dieser ist längst zum Wald geworden. Außer der Hanselburg hat sich an Parkbauten noch ein großer Obelisk erhalten. Architekt der künstlichen Ruine war Joseph Hardtmuth, der später die heute noch existierende Bleistiftfabrik gleichen Namens gründete. Als fürstlicher Hofarchitekt schuf Hardtmuth für die Familie Liechtenstein neben Schlössern und Parkbauten auch zwei weitere künstliche Ruinen, den Schwarzen Turm in Mödling und die Johannesburg bei Eisgrub (heute Lednice in Südmähren). Wesentlich älter als die Hanselburg ist jedoch der ehemalige Hausberg mit seinen Wällen, auf dem der Kunstbau errichtet wurde. Hier wird ein Vorgängerbau des Schlosses Loosdorf vermutet. Das Waldgebiet östlich von Loosdorf mit der Ruine gehörte immer schon zur Herrschaft Loosdorf und ist heute noch im Besitz der Familie Piatti.

Die Hanselburg liegt auf einer 320 m hohen bewaldeten Anhöhe, die zu einem Höhenrücken gehört, der sich bis zum Schloss bzw. der Pfarrkirche von Loosdorf hinzieht. Sie besteht aus einem mächtigen, bergfriedartigen Rundturm, an den zwei niedrigere viereckige Anbauten anschließen. Der Rundturm zeigt im Erdgeschoß große Rundbogenöffnungen und im Obergeschoß gotisierende Fenster. Die Ruine wurde aus rustikalen Bruchsteinen mit einer starken Beimischung von Ziegeln aufgemauert. Die innere Mauerschale besteht jedoch ausschließlich aus Ziegeln. Die Innenmauern waren reich bemalt und mit hölzernen Anbauten versehen. Spuren davon sind noch erkenntlich. In den Seitentrakten wurde u. a. ein „Burgverlies“ eingerichtet. Von der einstigen Ausstattung hat sich ein Grabstein des 1574 verstorbenen Adam Gall erhalten, der heute in der Einfahrt des Schlosses Loosdorf eingemauert ist. Von der einstigen Hausberganlage ist noch die dreifache Wall-Graben-Befestigung vorhanden, die aber stark bewaldet und daher am besten im Winter zu begehen ist. Das kegelförmige Kernwerk, auf dem die Hanselburg steht, ist ca. 7 m hoch. Seine Ausmaße sind etwa 26 x 50 m. Es ist vom inneren Graben und einem 5 m hohen Ringwall umschlossen. An seiner Westseite ist letzterer bastionsartig ausgebaut. Die beiden äußeren Wälle sind nicht vollständig erhalten bzw. nur teilweise aufgeführt. Sie sichern die besonders gefährdete Bergseite. Der Durchmesser der gesamten Anlage beträgt ca. 150 m. Textquelle

Sehr eindrucksvoll thront die Burgruine Staatz auf einer Felsklippe, der ich zu Beginn der Rundwanderung einen Besuch abstattete und die von Michi hier schon ausführlich dokumentiert wurde, weshalb ich mir die Bilder davon erspare. Die anschließende Wanderung über Felder und durch Wälder bis zur romantischen Ruine Hanselburg hätte sich etwas besseres Wetter verdient aber was soll's. Den Rückweg erwischte ich nicht ganz nach dem Wanderführer, erreichte aber bei leichtem Nieseln trotzdem wieder den Ausgangspunkt.
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