Südbahnmuseum Mürzzuschlag

josef

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#1
Am 17.10.2018 besuchte ich das "Südbahnmuseum Mürzzuschlag"

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Bei meinem Erstbesuch 2009 stand die Dampflok 33.132 (ex BBÖ 113) vor der zum Museum umgebauten ehemaligen Werstättenhalle

1. Das Museum in der alten Werkstatthalle gegenüber dem Bahnhofsgebäude von Mürzzuschlag
2. Anbau für den Eingangsbereich
3. Der "Markuslöwe" als Symbol für das "Tor zum Süden" prangt an der Hallenwand...


Nachfolgend einige Berichte mit Fotos aus dem Museum in der ehemaligen Werkstatthalle (Lokmontierung):
 

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#2
Südbahnmuseum: Darstellung der Transportmittel für Personen und Waren bevor es eine Eisenbahn gab

1. Römerstraße mit Pferdewagen
2. Packpferd der Säumer
3. Planenwagen
4. Postkutsche
5. Kutsche mit beweglichem Verdeck und Stellwagen für Personenbeförderung
 

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#3
Die Postkutschen machten in Mürzzuschlag beim Hotel POST Rast, die Pferde wurden getränkt und gefüttert, bevor es auf den Semmering ging.
....
In meiner Kindheit gab es am Bahnhof Wassertankstellen, die die Kessel der Lokomitiven befüllten, bevor die Fahrt auf den Semmering begann.
 
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#4
Südbahnmuseum: Planungen und Bau der "Semmering-Bergstrecke" - Teil 1.

1. Franz Riepl (1790-1857) erstellte im Auftrag des Staates ein Konzept über ein die gesamte K.u.K. Monarchie umfassendes Eisenbahnetz. Darin enthalten war auch eine Strecke an die Adria als Grundlage für die späteren Planungen der Südbahn.
2. Statue von Franz Riepl
3. Karte mit Entwurf des südlichen und südwestlichen Bahnnetzes der Monarchie nach Konzept von Riepl.
4. Erzherzog Johann bemühte sich ebenfalls für den Bau einer Bahnverbindung von Wien - Semmering -Graz - Marburg -Laibach nach Triest. Die zwischen 1937-39 von ihm initiierten Trassenstudien zwischen Wiener Neustadt und Triest dienten als Vorlagen für die späteren Arbeiten von Carl Ritter von Ghega.
5. Statue von Erzherzog Johann
6. Carl Ritter von Ghega wird mit dem Bau der Strecke nach Triest beauftragt, die schwierigsten Abschnitte sind dabei die Überschreitung des Semmerings und der Abschnitt durch das Karsthochland in Slowenien.
7. Statue von Carl Ritter von Ghega
8. - 10. Schwierige Vermessungsarbeiten zur optimalen Streckenführung wurden mit Hilfe des von Professor Stampfer patentierten Nivelliergerätes gemeistert.
 

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#5
Südbahnmuseum: Bau der "Semmeringbahn" - Teil 2.

11. - 13. Beispiele der Gerüstung und Steinbearbeitung für die Errichtung der Viadukte in der Museumshalle.
14. - 18. Zeitgenössische Darstellungen des Baugeschehens
19. Modell des Viadukts über die "Kalte Rinne"
20. Lithografie - Blick vom Talgrund hoch zur Bahntrasse...
 

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#6
Die ersten Lokomotiven für die "Semmering-Bergstrecke":

Zur Entwicklung von Lokomotiven, welche die Steigungen der Semmeringbahn bewältigen konnten, wurden Ingenieurwettbewerbe ausgeschrieben, bei denen auch recht abenteuerliche Konstruktionen vorgeschlagen wurden. Der im Jahr 1851 am Semmering durchgeführte Wettbewerb führte weltweit zu einem Entwicklungsschub im Lokomotivbau.
Noch während des Baus polemisierten einflussreiche Persönlichkeiten gegen die ausgewählten Lokomotiven. Vier Typen blieben als geeignet übrig, nämlich die Lokomotiven „Bavaria“ der bayerischen Firma Maffei, „Vindobona“ der Maschinenfabrik der Wien-Gloggnitzer Bahn, „Neustadt“ der Lokomotivfabrik Günther und „Seraing“ der belgischen Firma Cockerill. Wilhelm von Engerth erhielt daraufhin den Auftrag, die Vorteile der vier konkurrierenden Typen aufeinander abzustimmen.

Die ersten eingesetzten Lokomotiven waren Stütztenderlokomotiven der Bauart Engerth mit der Achsfolge C2t.

(Auszug aus Semmeringbahn – Wikipedia)

1. - 4. Die "Siegerloks" des Wettbewerbes zur "Lokfindung" für die Bergstrecke.
5. Die letztlich beschafften Loks der Bauart "Engerth". Diese Type war eine Optimierung der Vorteile aller 4 Siegerloks des Wettbewerbes.

(Fotos von Bildtafeln aus dem Museum)
 

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#8
Weitere Fotos aus der Dampflok-Ära nach 1945:

(Bildtafeln im Museum)
 

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#9
Historische Bilder zur Strecke k.k. Südliche Staatsbahn (SStB) bzw. ab 1858 der privaten Südbahn-Gesellschaft zwischen Laibach und Triest.

Eine Sammlung historischer Bildtafeln im Museum Mürzzuschlag ist auch dem 2. schwierigen Streckenabschnitt der damaligen Gesamtstrecke durch das Karsthochland zwischen Laibach und Triest gewidmet:

1541351901926.png
Am linken Bildrand ist die Triestiner Endstation der Strecke aus Wien zu erkennnen.

Im folgenden Beitrag eine Auswahl der in der anlässlich der Streckeneröffnung Triest - Laibach 1857 erstellten Jubiläumsmappe zu sehenden Farblithographien:

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#10
Farblithographien aus 1857 der Strecke Triest - Laibach:

1. - 3. Triest
4. - 5. Die steigungsreiche Trasse entfernt sich entlang der Küste der Hafenstadt...
6. ...um vor Duino beim Viadukt von Nabresina (Aurisina) in großen Bogen die Richtung zu wechseln...
7. ...und so das Karstplateau erreicht.
8. Die Station von Adelsberg (Postojna)
9. Das gewaltige "Franzdorfer Viadukt"
10. Laibach (Ljubljana) ist erreicht...
 

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#11
Einige weitere allgemeine Exponate aus dem Umfeld der Eisenbahn:

Ähnlich den in vielen Heimatmuseen immer wieder zu sehenden Exponaten aus Haushalt und Handwerk, von der "Waschrumpel" bis zur "Hobelbank" :), findet man auch in Eisenbahnmuseen viele gleichartige Dinge wie Signallampen, Bremsschuhe, Oberbauwerkzeug, Teile von Stellwerken, Komposteure (-> Fahrkartenstempelpressen...) usw. ...

So auch in Mürzzuschlag:
 

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#13
Einige Exponate und Bilder aus der Zeit von 1938-1945

Diese werden bewusst hinter Drahtgitter präsentiert:

1. Ein besonders hohes Güterverkehrsaufkommen verzeichnete die Südbahn in den Jahren 1940-41 durch Kohlelieferungen des Deutschen Reiches an das verbündete Italien. Während die Transporte aus den Gruben des Ruhrgebietes über den Brenner und teilweise die Schweiz nach Italien liefen, war der Laufweg der Züge aus den schlesischen Revieren über die Nord- und Südbahn. Besonders der Streckenabschnitt über den Semmering gelangte damals durch das oft notwendige Teilen der schweren Züge an die Kapazitätsgrenze. Am Foto ist ein solcher Kohlenzug auf der Zulaufstrecke zur Semmering-Bergstrecke im Raum Neunkirchen zu sehen.
2. Vitrine mit "Kriegsmüll" - gefunden 2014 am Bahnhaof Neunkirchen.
3. Hinweis auf die per Bahn in die Konzentrationslager des Nazi-Regimes transportierten Menschen.
4. Symbolhafte Darstellung der verfügbaren Bodenfläche im Güterwagen eines in die Lager "deportierten" Menschen...
5. Deckblatt eines "Kursbuches" (-> Fahrplan...) für Gefangenenwagen aus 1944.
 

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#14
Schmalspur-Werksbahnlok der ehemaligen Firma Zobel, Bromberg

Als Rarität ist die ausgestellte 760 mm Werksbahnlok der einstigen Schoeller-Bleckmann Werke Mürzzuschlag (Hönigsberg) zu bezeichnen. Sie ist die einzige in Österreich noch vorhandene Lok der Firma Leopold Zobel aus Bromberg, Baujahr 1913.

Die kleine 2-achsige Lok wurde auf der 1890 errichteten und 1972 eingestellten 760 mm - Verbindungsstrecke zwischen den Werken Mürzzuschlag und Hönigsberg zum Material- und Personentransport eingesetzt.

1542034867693.png

1. Die zierliche Lok trägt stolz den Namen "Hans"
2. Anblick der Vorderfront mit geöffneter Rauchkammertür
3. Der Führerstand
4. Die Rauchkammer mit dem "Blasrohr"
5. Der rechte "Antriebszylinder"
6. Mit diesen kleinen Wagen wurde der Personenverkehr zwischen den Werken abgewickelt (-> Schichtwechsel usw. ...)
7. Einige Daten zur Lok
8. Fabriksschild der Fa. Zobel
 

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#15
Größtes Einzelstück in der Werkstättenhalle: Dampflok Reihe 52 (Kriegslok)

Die nur mehr rollfähige ehemalige Reichsbahnlok 52.5422, zuletzt als Nr. 33.329 bei der "Jugoslovenske Železnice" (JZ) in Betrieb, steht als Schauobjekt in der großen Halle. Ob die Lok bewusst "angerostet" präsentiert wird oder das Geld für eine Lackierung fehlt, kann ich nicht sagen (ich vermute letzteres...).

Hier die Eigentumsverhältnisse seit Indienststellung der Lok 1943:

1542050729816.png

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Die ehemalige 52.5422 an der Stirnseite der Museumshalle

Weitere Fotos:
(Aufnahmedatum bis auf 3. von meinem Erstbesuch im Juli 2009 - keine Veränderung zum aktuellen Zustand der Lok)

1. Der "Lokschmuck" stammt noch vom Jubiläum "150 Jahre Semmeringbahn" aus 2004
2. Der Arbeitsplatz des "Lokführers"
3. So wurde eine intakte Lok der Reihe 52 in Bewegung gesetzt... (Quelle: www.z21.eu/content/download/560/2591/file/Z21_BR_52_BDA.pdf )
4. - 5. Noch einige Details aus dem Führerstand
6. Blick zur "Heizer-Seite"
7. Die Feuertür
8. Und zuletzt noch ein Blick über die "Rostlandschaft" nach vorne :)
 

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#18
Nun einige Berichte über den 2. Museumsabschnitt im Rundlokschuppen:

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Neben einigen historischen Normalspurlokomotiven liegt hier der Schwerpunkt bei einer Sammlung von historischen Draisinen und Bahndienstfahrzeugen:

Teil 1:

1. Der alte Rundlokschuppen mit den Einfahrtstoren zu den einzelnen Lokständen
2. Ein funktionsloser Wasserkran aus der Dampflokära
3. - 5. Kleiner Überblick über die Draisinen-Sammlung
 

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#19
Rundlokschuppen - Teil 2. - historische Draisinen- und Bahndienstfahrzeuge

Weitere Fotos über Fahrzeuge der "Reichsbahn-Ära" (1938-45) gibt es hier (Beiträge #65 und #66) zu sehen...
 

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