josef

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#1
Inspiriert durch die Suche nach diversen Kasernenstandorten durch @TORad versuche ich, ehemalige Kasernen und sonstige Einrichtungen die vom Bundesheer nach dessen Neuaufstellung 1955 wieder genutzt wurden und zwischenzeitlich geschlossen (verkauft, abgerissen usw. ...) wurden, zu lokalisieren.

Dies möchte ich mit Hilfe von "Google Earth" Bildern und sonstigen alten Luftaufnahmen, Ansichtskarten usw. dokumentieren und nach und nach auch mit weiteren geschichtlichen Hintergrundinformationen versehen.

Es soll eine nach Bundesländern alphabetisch geordnete Ergänzung zum bereits bestehenden Thread "Objekt- u. Liegenschaftsverkäufe des ÖBH" entstehen.

Dazu ist neben Salzburg bereits erschienen:
Burgenland
Kärnten
Niederösterreich
Oberösterreich
 
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#2
Elsbethen - "Rainer Kaserne" (vulgo Kaserne Glasenbach)

1938 - 1940 Errichtung
bis Kriegsende 1945 Nutzung durch Deutsche Wehrmacht
1945 - 1955 "Camp Truscott" der USFA (Unitet States Forces in Austria)
1955 - 2012 ÖBH
Oktober 2012 Verkauf an "Red Bull" - Ausbau zur neuen Firmen- und Medienzentrale


Geschichte:
Die "Rainerkaserne", auch unter "Kaserne Glasenbach" bekannt, liegt in Elsbethen, einem Ort südöstlich der Landeshauptstadt Salzburg. Das Kasernenareal wird im Norden vom steil abfallenden Ufer des Klausbaches, im Süden vom bewaldeten Ausläufer des Hengstberges begrenzt und reicht von der Halleiner Landstraße im Osten bis zum Abbruch der Salzach-Schotterterrasse im Westen. Die Kaserne weist eine Fläche von 220.328 Quadratmetern auf wovon knapp 10% Grünflächen sind. Der Name Rainerkaserne leitet sich vom Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59 ab.

Die Rainerkaserne ist die einzige militärische Anlage, die in Salzburg vollständig in der NS-Zeit erbaut wurde und weitgehend noch im ursprünglichen Zustand erhalten ist. Im Sommer 1938 wurde mit dem Bau der Kaserne in der Gemeinde Glasenbach begonnen. Verantwortlich für die Durchführung war das Heeresbauamt II in der Stadt Salzburg. Die Kaserne sollte größenmäßig einem Gebirgsjägerbataillon Platz bieten. Der Bau umfasste fünf Kompaniegebäude, ein großes Wirtschaftsgebäude, Stallungen zur Unterbringung von Pferden und Maultieren, eine Schmiede, Garagen und ein Krankenrevier. Sie wurde im Alpenstil errichtet, d. h. es wurden typische alpenländische Bauformen und Stilelemente, wie man sie etwa in Bauernhöfen findet (Dächer, Fensterläden, Einfriedungsmauern, Holzbalkone etc.), verwendet. Zusätzlich wurden handwerklich hochwertige Marmorportale und aus Marmor gefertigte Innenausstattungen (z. B. Marmorsäulen im Speisesaal) geschaffen. Die Kasernenanlage ist ein „anschauliches Beispiel der Militärbauarchitektur des NS-Regimes“.
Um die Gebäude auch nach außen zu verschönern, erteilte das Heeresbauamt II dem Maler Albert Birkle, der damals Wehrmachtssoldat war, den Auftrag, einige Objekte mit Fresken zu schmücken. Unter anderem bekam Albert Birkle auch den Auftrag, am Kommandogebäude einen Salzburger Schützen mit wehender Fahne zu malen


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https://www.wikiwand.com/de/Rainerkaserne#/overview cc luckyprof

Neben der im Osten gelegenen Kaserneneinfahrt befindet sich ein Wirtschaftsgebäude mit Küche und Speisesaal. Wesentliche Kasernengebäude (Mannschaftsgebäude und Sporthalle) sind um einen zentral liegenden Exerzierplatz angeordnet. Im Süden liegt ein Sportplatz, der von einem u-förmigen Gebäude eingefasst wird. In diesem waren einst Pferdeställe untergebracht; heute ist hier eine Cafeteria zu finden. Im anschließenden Teil findet sich eine Hindernisbahn und ein ehemaliger Löschwasserteich, der auch zum Baden benutzt wurde. Davor liegen die historisch wertvolle Pferdeschwemme und die Soldatenkirche, die an Feiertagen der Allgemeinbevölkerung zugänglich ist. Im westlichen Teil der Kasernenanlage befinden sich Werkstätten-, Lager- und Garagengebäude.

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https://www.wikiwand.com/de/Rainerkaserne#/overview cc luckyprof

Das Areal, auf dem die Kaserne gebaut wurde, war um einiges größer als die heutige Ausdehnung der Rainerkaserne. Von Anfang an gehörte auch der Gefechtsübungplatz Vorderfager zur Kaserne. Der Garnisonsübungsplatz (GÜPl) Vorderfager war damals fast doppelt so groß wie heute. Im Sommer 1939 sollte das Gebirgsjägerbataillon 137, für welches die Kaserne gebaut wurde, dies beziehen. Dazu ist es nicht gekommen, denn Ende August 1939 verlegte man das Bataillon an die Front. Aus dem Rücklaßkommando wurde am 26. August 1939 das Gebirgsjäger-Einsatzbataillon 137 aufgestellt, welches Anfang 1940 die Kaserne in Glasenbach bezog.
Die aus dem Gebirgsjägerbataillon 137 durch verschiedene Umgliederungen entstandenen Ausbildungs- und Einsatzformationen belegten die Kaserne bis 1945 Mitte 1942 wurden die letzten kleineren Bauarbeiten in der Kaserne abgeschlossen.1944 wurde der Wehrkreis-ROB-Lehrgang XVIII in Glasenbach aufgestellt. Der 1945 in die Stadt Salzburg verlegt wurde. Ab April 1945 lag ein Bataillon der Waffen SS in der Kaserne.


Unmittelbar nach Kriegsende befand sich in der Kaserne ein Flüchtlingslager. Im Barackenteil im Westen waren vorwiegend Letten untergebracht. Im Frühherbst 1945 wurde die Kaserne in von den USFA (United States Forces of Austria) übernommen. Es zogen Einheiten der 5. US-Division, das 62. US-Field Hospital, das 63. US-Signal Operating Batallion und das Commaand/350 Infantry Regiment ein. Um die nötige Infrastruktur in der Kaserne für die in ihr stationierten Truppen zu schaffen, wurde 1945 das Ledigenheim (Objekt 34) als Quartier für die Krankenschwestern des 62. US-Field Hospitals gebaut.

Die Kaserne Glasenbach erhielt am 18. Juli 1947 den Namen Camp Truscott "Special Troops", benannt nach dem gefallenen Hauptmann der Rainbow Division Al Truscott. Die Enthüllung der Namenstafel nahm Generalmajor Harry J. Collins vor.
Vom Camp Truscott aus wurde auch das Kriegsgefangenenlager Glasenbach "Camp Marcus W. Orr" verwaltet. Im Zwickel zwischen Aignerstraße und Glasenbachstraße war in der ersten Nachkriegszeit zudem ein USFA-Militärflugplatz für leichte Verbindungsflugzeuge eingerichtet. Anfang 1947 wurde das 62. US-Field Hospital von Camp Truscott abgezogen und 1953 das Command/350 Infantry Regiment.
Die damalige Bedeutung der Kaserne kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass General Dwight D. Eisenhower 1946 Camp Truscott besuchte und eine Parade abnahm.
Bis zur Übergabe an das Bundesheer der 2. Republik blieben im Camp nur Teile der 5. US-Division und das 63. US-Signal Operation Bataillon stationiert.


Am 15. Oktober 1955 wurde die Kaserne nach zehnjähriger Besatzung in die Verwaltung der BGV II und damit dem neuen ÖBH übergeben.
Mit 28. September 1956 zog die Brigade-Sanitätskompanie 8 ein, als Versorgungseinheit wurde die Heeres-Sanitätsanstalt angefügt. Weiters wurde in der Kaserne auch das Militärkrankenhaus für Salzburg untergebracht.
Am 15. Oktober 1956, rückten die ersten Jungmänner des Österreichischen Bundesheeres der 2. Republik zum Feldjägerbataillon 29 in die Kaserne in Glasenbach ein. Zuvor wurde die Kaserne mit beträchtlichem finanziellem Aufwand (8 Mio. Schilling) instand gesetzt.
Zur gleichen Zeit wurde mit der Aufstellung einer Militärmusikkapelle in der Kaserne in Glasenbach begonnen, die heute die Bezeichnung "Militärmusik des Militärkommandos Salzburg" trägt. Aufgrund des notorisch zu geringen Platzangebots und des geplanten Verkaufs der Kaserne wurde ab 2008 intensiv nach einer neuen Heimstatt für die Musikkapelle gesucht, diese wurde in der Schwarzenbergkaserne gefunden. Hier wurden für die 62 Musiker in einem neu adaptierten Gebäude zeitgemäße Räume geschaffen, etwa ein 170 m² großer Konzertprobesaal, acht Register- und 33 Solistenproberäume. Die Militärmusik Salzburg kommt auf etwa 160 Einsätze pro Jahr in ganz Österreich und aus ihren Reihen sind mehrere Kapellmeister, Landeskapellmeister und Orchestermusiker (u. a. bei den Wiener Philharmonikern) hervorgegangen.


1963 entstand aus dem FjB 29 das Ausbildungsregiment 8.

1967 wurde im Sinne der Traditionspflege ein Gedenkstein aufgestellt und die Kaserne offiziell in "Rainer-Kaserne" umbenannt. Der Gedenkstein steht auch heute noch auf der linken Einfahrtsseite vor dem Haupttor der Rainerkaserne und trägt folgende Inschrift:
"Rainerkaserne, erbaut 1939, Salzburger Hausregiment IR 59,nach ihrem Regimentinhaber Erzherzog Rainer "die Reiner" benannt."


Am 19. August 1969 wurde mit den Bauarbeiten der Soldatenkirche begonnen, diese wurde im Gebäude der ehemaligen Reithalle errichtet. Gleichzeitig wurde auf dem Vorplatz der Kirche eine Regimentsgedenkstätte errichtet. Diese gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte des Infanterieregimentes Nr. 59 "Erzherzog Rainer". Nach fast zweijähriger Bauzeit fanden in einem Festakt am 14. Juni 1971 die feierliche Weihe der Kirche und die Segnung der Gedenkstätte statt.

Aus dem Ausbildungsregiment 8 entstand später das Landwehrstammregiment 82 (1979) und nach Auflösung der Landwehrstammregimenter das Jägerregiment 8 (1994). Dieses wurde am 31. März 1999 im Zuge der Heeresumgliederung aufgelöst.
Mit einem Festakt wurden am Donnerstag, den 23. November 2006 die Kommandokompanie des Kommandos der Landstreitkräfte und die Lehrkompanie die Militärkommandos Salzburg verabschiedet. Große Teile des Kaders wurden dabei in den Stabsunterstützungszug übergeleitet, dem zukünftigen Unterstützungselementes für die Teile des Streitkräfteführungskommandos in Salzburg. Die Lehrkompanie wird mit 1. Jänner 2007 den Salzburger Pionieren im Pionierbataillon 2 unterstellt.
Die Einjährig-Freiwilligen des Militärkommandos Salzburg waren weiterhin in der Kaserne Glasenbach stationiert.


Die SIVBEG, die Immobiliengesellschaft des Verteidigungsministeriums, hat 2012 den seit 2008 diskutierten Verkauf der Rainerkaserne in die Wege geleitet. Für das 17 ha große Gelände musste aber noch das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) angepasst werden und ein Flächenwidmungs- und Bebauungsplan entwickelt werden, bevor mit Baumaßnahmen begonnen werden konnte. In einem mehrstufigen Bieterverfahren um das Kasernengelände erhielt die Red Bull GmbH Ende Oktober 2012 mit einem Gebot von 23,5 Mio EUR den Zuschlag. Bis Ende 2020 soll auf dem Gelände die neue Firmen- und Medienzentrale entstehen. Anfang 2018 war der Umbau bereits soweit gediehen, dass 500 Mitarbeiter von Red Bull bereits ihre Arbeitsplätze hier hatten.
Text- u. Bildquellen: Rainerkaserne – Wikipedia ;Rainerkaserne | Wikiwand und Rainer-Kaserne | denkmal heer

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Straßenfront 2012
https://www.wikiwand.com/de/Rainerkaserne#/overview cc luckyprof

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Kaserneneinfahrt-Torbau von der Straßenseite - 2012... https://salzburg.orf.at/v2/news/stories/2537649/

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...und Torbau von der Hofseite aus gesehen - 2012 Rainer-Kaserne unter Denkmalschutz

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Wirtschaftsgebäude cc Erzherzog-Rainer-Kaserne – Salzburgwiki

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Von "Red Bull" renovierter Kasernen-Innenhof 2019 https://www.meinbezirk.at/flachgau/c-lokales/fuehrungen-durch-die-ehemalige-rainer-kaserne_a3636726

GE - Bilder:
1. GE - Bild 2000
2. GE - Bild 2019
3. GE - Bild 2000 - Übersicht - südliche Stadtgrenze von Salzburg
 

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#3
Gois - Munitionslager

1938 oder danach ?
1952 - 1955 Nutzung durch US-Besatzungsmacht
1955 - 2003 ÖBH, Verkauf an eine Pyrotechnikfirma

Geschichte:
Das rund 20 Hektar große Gelände des Munitionslagers liegt südlich des Ortes Gois, einer Katastralgemeinde von Wals-Siezenheim direkt an der Tauernautoban A10 vor der Kulisse des Untersberg-Massivs.
Das Jahr der Inbetriebnahme ist nicht genau eruierbar, dürfte aber in die Zeit von 1938 - Kriegsende 1945 fallen, da in der Chronik zum 1952 bezogenen "Camp Roeder" der US-Streitkräfte (spätere Schwarzenbergkaserne) der Hinweis "...wurden größere Munitionsmengen in dem früheren Munitionslager in Gois gelagert..." aufscheint.
Nach Abzug der US-Besatzungstruppen nützte das neue ÖBH die Anlage bis zur Schließung im Jahre 2003. Damals ersteigerte ein Pyrotechnik-Unternehmen das Gelände mit den Munitionsbunkern und Lagergebäuden. Wobei sich das komplizierte Genehmigungsverfahren für die Zulassung zur Lagerung von bis zu 4.000 Tonnen Pyrotechnikmaterial durch die private Firma 15 Jahre, also bis 2018, hinzog!

Quelle: Diverse Recherchen im Internet...

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GE-Bild aus dem Jahre 2000

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Lubi mit Kennzeichnung des Mun. Lagers: Im Vordergrund der Flughafen Salzburg - in der Mitte der Startbahn links befindet sich das "Nest" (Hangar 8) der "Flying Bulls" und der "Hangar 7". In der rechten unteren Ecke sieht man einen Teil der "Schwarzenbergkaserne" (ehem. "Camp Roeder" der US-Besatzungsmacht). Hinter dem Hinweispfeil zum Mun. Lager thront der Untersberg...
Foto: File:Aerial View of Salzburg Airport.jpg - Wikimedia Commons cc SZGwebmaster

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Foto: ORF - Pyrotechnik-Großdepot: Erlaubnis nach 15 Jahren


GE - Bilder:
1. GE - Bild 2019
2. GE - Bild 2019 Übersicht
 

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#4
Ergänzung zu "Gois - Munitionslager"

Auf Grund des Hinweises von @TORad befand sich ursprünglich am Gelände des späteren Munitionslagers Gois ein 1938 errichtetes "Reichsautobahn-Baulager" (-> Wohnlager für Bauarbeiter...). Ein RAD-Lager (-> Reichsarbeitsdienst-Lager) in Gois ist mir nicht bekannt. Der daneben verlaufende Autobahnabschnitt (Knoten Salzburg - Salzburg Süd bei Anif) wurde am 13. September 1941 für den Verkehr freigegeben. Danach dürften die Baracken des Lagers abgebrochen worden sein. Wenn man die Vergrößerung des verlinkten Luftbildes von 1945 ansieht, sind darauf nur die Streifenfundamente der Baracken zu erkennen.

Das Areal wurde dann mit Eröffnung von Camp Roeder in Wals-Siezenheim als Mun-Lager ausgebaut, wie das weitere Lubi aus 1953 zeigt.

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Vergrößerung Lubi aus 1945 des ehemaligen RAB-Lagers: Die Baracken dürften damals bereits demontiert gewesen sein, die hellen Rechtecke deuten auf Streifenfundamente hin.
Bildquelle: Vergrößerung von SAGISonline

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Lubi 1945 Bildquelle SAGISonline

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Die Situation im Jahre 1953 - Mun-Lager der im nahen "Camp Roeder" stationierten USFA-Truppen. Es sind aber nur einige wenige Mun-Lagerhäuser zu erkennen. Das Lager dürfte erst später nach Übernahme durch das ÖBH (ab 1955) weiter ausgebaut worden sein (-> Mun-Bunker...).
Bildquelle SAGISonline

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Vergrößerter Ausschnitt des vorigen Bildes aus 1953 zeigt nur "Lagerhäuser" und keine Bunker.

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Vergleich GE-Bild aus 2000 mit Bunkereingängen...
 

josef

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#5
Lofer - Munitionslager "Loferer Hochtal"

ca. 1943 - Kriegsende Barackenlager für eine Waffenentwicklungs- und Versuchsanstalt der Wehrmacht
1945 - 1955 "Camp Lofer" der USFA
1956 - Übernahme durch das ÖBH und Ausbau als Mun-Lager
2006 - Auflassung des Mun-Lagers


Geschichte:
Das "Loferer Hochtal" liegt südwestlich des Ortszentrums von Lofer. Das Tal zweigt südlich der Pinzgauer Straße (B 311) kurz vor dem Pass Strub auf einer Höhe von etwa 645 m ab und steigt bis zum Talschluss auf rund 750 m an. Der rund 2 Kilometer lange und bis zu 300 Meter breite Talboden bot während der Kriegszeit Schutz für die Baracken und Versuchsanlagen der "Forschungsstelle "S" am "Schall- u. Lichtmeß-Übungsplatz der Gebirgsartillerie" Lofer (-> Entwicklung von Geheimwaffen...).
Mehr über die geheimen Entwicklungen wie einer "Schallkanone", "Volksflak" usw. gibt es hier zu lesen...
Nach Kriegsende 1945 übernahmen die United States Forces in Austria (USFA) die Baracken und nutzten sie bis zum Abzug 1955.
Danach war das neu entstandene ÖBH der weitere Nachnutzer des Geländes und richtete dort ein Munitionslager ein.
In Folge einer Heeresreform wurde dieses 2006 geschlossen.
Da das rund 19 Hektar große Gelände nicht im Besitz des ÖBH (bzw. des Staates) war, sondern nur langfristig von einer "Agrargemeinschaft" gepachtet war, konnte es nicht verkauft werden. Die Eigentümergemeinschaft verlangt(e) die Einhaltung des seinerzeit abgeschlossenen Vertrages, der lautet: "Wenn das Grundstück verlassen wird, muss der Urzustand wiederhergestellt werden oder die Pacht weiterbezahlt werden"! Das würde für das ÖBH enorme Abriss- und Entsorgungskosten der Bunkeranlagen und Lagerhäuser bedeuten... Mehr dazu siehe im ORF-Artikel aus 2005.

Zum aktuellen Stand der Sachlage fand ich keine weiteren Hinweise im Netz...

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AK von Lofer aus 1935 - in Bildmitte sieht man das von einer gewaltigen Bergkulisse umgebene Hochtal
https://akon.onb.ac.at/#center=u23n8vxm0pem&zoom=13&id=AKON_AK047_440

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Tiefblick auf die von den USFA 1945 übernommenen Anlagen im Hochtal 1952 Foto USFA

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GE-Bild des ÖBH-Munitionslager Lofer 2000

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Blick auf das Gelände nach der Schließung des Mun-Lagers (talauswärts)...
GC4J0NP LOFERER HOCHTAL (Traditional Cache) in Salzburg, Austria created by SalzburgFinder

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...und in der Gegenrichtung zum Talschluss mit friedlich weidenden Kühen :)
GC4J0NP LOFERER HOCHTAL (Traditional Cache) in Salzburg, Austria created by SalzburgFinder


GE - Bilder:
1. GE - Bild 2000
2. GE - Bild 2019 Übersicht
 

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#6
Lungötz - "TÜPl Aualm"

1958 - Beginn der Beübung des Truppenübungsplatzes
2008 - Schließung (Auflassung per 1.1.2009)

Geschichte:
Mit der Unterzeichnung eines Pachtvertrages 1958 zwischen dem "Missionshaus St.Rupert" in Bischofshofen und dem ÖBH begann die 50-jährige Nutzung des Truppenübungsplatzes "Aualm" in Lungötz. Das 348 ha umfassende TÜPl-Gelände liegt am Fuße des Tennengebirges im hinteren Lammertal. Der "Lagerbereich" (Unterkünfte, Küche, Garagen, Werkstätten usw. ..) befindet sich auf 2 ha Eigengrund des ÖBH.
Aus Wirtschaftlichkeitsgründen (angeblich zu geringe Auslastung...) wurde das Truppenübungsgelände per 1. Jänner 2009 "aus der militärischen Nutzung genommen", wie es im "Amtsdeutsch" lautet...
Ob das heereseigene Lagergelände (2 ha und Gebäude...) wie vorgesehen verkauft wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

Quelle: Diverse Recherchen im "Netz"

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TÜPl Aualm in der Mitte des Kartenausschnittes
Quelle: Alte ÖAMTC-Straßenkarte 1:250.000 Jahr ubk.

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GE-Bild: Gelände des TÜPl Aualm

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GE-Bild: Ehemaliger Lagerbereich

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Aualm im Winter
In der Aualm | FOTOBLOG SN.at

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Ehemaliges TÜPl-Gelände gegen Talschluss...
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...und in die Gegenrichtung > Lungötz
Fotos Bezirks-Blätter Blei statt frischem Almgras für Bio-Rinder?


GE - Bilder:
1. GE - Bild 2019
2. GE - Bild 2019 Übersicht
 

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#7
Mühlbach am Hochkönig - Alpinstützpunkt

Erwerb nach 1977
Verkauf 2004 oder danach

Geschichte:
Einen genauen Zeitpunkt des Erwerbes der Liegenschaft in Mühlbach konnte ich nicht eruieren. Jedenfalls wurde nach Schließung des Kupferbergbaues 1977 eine "fensterlose Ruine" (Zitat aus "50 Jahre MilKdoS) und 65.520 m² Grundflächen aus den Beständen des Kupferberwerkes vom ÖBH gekauft.
Danach wurde das am Südhang des Hochkönig-Massivs gelegene Bauobjekt saniert und als "Alpinstützpunkt Mühlbach" bezeichnet. In den Zeiten der "Raumverteidigung" war der Stützpunkt als Ausweichgefechtsstand des "Militärkommandos Salzburg" vorgesehen.
Mitte des Jahres 2004 gab es eine Ausschreibung zum Verkauf des Stützpunktes und zwischenzeitlich scheint er unter "verkauft" auf...


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Foto aus 2013: "50 Jahre MilKdoS"

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Quelle: Bundesheer - Sachausschreibung - Verkauf der gesamten Liegenschaft des ehem. Alpinstützpunktes Mühlbach/Hochk
Auszug aus der Verkaufsausschreibung 2004 mit Angabe der grundbücherlichen Daten wie EZ und Grundbuchnummer, über die eine genaue Ortung über SAGIS erfolgen konnte!

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Lokalisierung lt. vorigen Grundbuchdaten auf SAGIS

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GE-Bild des ehemaligen Stützpunktgebäudes in Mühlabach (2019)

GE - Bilder:
1. GE - Bild 2019
2. GE - Bild 2019 Übersicht
 

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#8
Salzburg - Riedenburg-Kaserne (zuletzt Kommandogebäude Riedenburg)

1662 - Errichtung einer Schießstätte
1730 - Errichtung von 5 Baracken und Stallungen für K.u.k.-Truppen durch das Erzbistum Salzburg
1816 - Übernahme in das Staatsärar - Anschluss des Fürsterzbistum Salzburg an Österreich
1831 - Lager für militärischen Naturalienvorräte
1889 - Baubeschluss für den Bau einer Kavallerie- bzw. Artilleriekaserne
1920 - Belegung durch das neu entstandene Bundesheer der 1. Republik
1938 - Kriegsende 1945 Deutsche Wehrmacht
1945 - Beschlagnahme durch die USFA, Einrichtung eines DP-Lagers für jüdische Rückwanderer
1949 - 1955 "Camp Riedenburg" der USFA
1955 - Bezug durch das ÖBH der 2. Republik
1991 - Umbenennung von "Riedenburg-Kaserne" in "Kommandogebäude Riedenburg"
2012 - Verkauf der Liegenschaft an 2 Wohnbaugesellschaften
2014 - Auszug der letzten ÖBH-Einheit (MilKdoS)
2015 - In der Sporthalle Lager für syrische Flüchtlinge
2016 - Beginn der Abrissarbeiten und danach Neubebauung des Geländes

Geschichte:
Die Riedenburgkaserne befand sich im Salzburger Stadtteil Riedenburg zwischen Neutor-, Moos-, Sinnhub- und Leopoldskronstraße. Das Kasernenareal war über drei Hektar groß und umfasste etwa zwanzig Gebäude und eine Tiefbunkeranlage. Zudem befand sich auf dem Areal der Kindergarten Neutorstraße, die öffentlich genutzte Sporthalle Riedenburg sowie ein Gebäude für den Amateurfunkverband Salzburg. Es war dort auch das Salzburger Wehrgeschichtliche Museum untergebracht, das in die Schwarzenbergkaserne übersiedelt ist.

Die ersten militärischen Aktivitäten im Salzburger Stadtteil Riedenburg sind mit dem Jahr 1662 belegt. Damals stellte der Fürsterzbischof (FEB) Guidobald Thun einer paramilitärischen Schützengesellschaft ein Grundstück für eine Schießstätte zur Verfügung. Das als Viehweideland verwendete, teilweise sumpfige, Areal wurde dann vom fürsterzbischöflichen Militär als Übungs-und Exerzierplatz beansprucht.

Den eigentlichen Grundstein für eine Kaserne in der Riedenburg legte FEB Firmian. Er ließ 1730 fünf Holzbaracken als Etappenunterkunft für durchmarschierende kaiserliche Truppen errichten. Sie boten Quartier für 600 Mann und in den ebenfalls neu gebauten Stallungen konnten 230 Pferde untergebracht werden. In Folge wurden noch ein neuer Exerzierplatz, eine Marketenderhütte, ein Wachlokal und eine Krankenanstalt eingerichtet.


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aus Broschüre "50 Jahre MilKdoS"

Mit dem Anschluss des Fürsterzbistums Salzburg an Österreich übernahm das Kameralärar 1816 die Gebäude und überließ diese dem Militär zur Nutzung. Das Militär verwendete diese von 1816 bis 1819 als Verpflegungsmagazin und zeitweilig als Sommerquartier für Mannschaft, Rekruten und Urlauber.
1831 wurden andere Objekte für die Lagerung der militärischen Naturalienvorräte gefunden und so die Unterbringungsmöglichkeit in den Baracken auf 1.000 Mann K.u.k.-Militär erhöht.

Im Oktober 1889 wurde vom Landesausschuss des Herzogtums Salzburg der Bau der Kavallerie- bzw. Artilleriekaserne „in der Riedenburg“ beschlossen.


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aus Broschüre "50 Jahre MilKdoS"

Im Kommandogebäude war die Division Nr. 28, das spätere Divisions-Artillerie-Regiment 41, untergebracht. Dieses wurde nach der Kapitulation Österreich-Ungarns Ende Oktober/November 1918 aufgelöst. Die Riedenburgkaserne blieb darauf hin einige Zeit leer und verwaist.

In der neu entstandenen 1. Republik wurde 1920 in der Kaserne die Minenwerferbatterie 4 als eine Teileinheit der Brigadeartillerieabteilung 6 des 1. Bundesheeres untergebracht. Diese Einheit wurde 1926 in „Salzburger Feldkanonenbatterie“ oder „Feldkanonenbatterie l“ umbenannt. 1926 wurde auf dem Kasernengelände eine gedeckte Reithalle zwischen den offenen Reitschulplätzen und der Leopoldskronstraße errichtet. Aufgrund weiterer Entwicklungen wurde bis 1938 die Kaserne auf 16 Gebäude erweitert.

Nach der Übernahme durch die deutsche Wehrmacht (1938–1945) wurden eine Kfz-Halle, eine Funkwerkstätte, eine Geschützremise sowie ein Mannschaftsgebäude in Massivbauweise errichtet. In der Kaserne wurde das Nachrichtenkorps 70 (1939 aus der Nachrichtenabteilung 18 entstanden) einquartiert. Die Nachrichtentruppe blieb bis Kriegsende in der Kaserne. 1942 war die Kaserne mit 860 Mann belegt, wozu noch 150 Mann in den Baracken jenseits der Sinnhubstraße kamen. Mit Fortdauer des Krieges beherbergte die Kaserne auch eine „Genesendenkompanie“. Zudem diente sie als Ausbildungsstätte der 2. Kompanie der Gebirgsnachrichtenabteilung XVIII (GNA XVIII, Funkerkompanie)
.

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Riedenburg-Kaserne - Lubi vom 20.04.1945 Quelle SAGIS

Mit Kriegsende in Salzburg im Mai 1945 wurde die Kaserne von der USFA beschlagnahmt und diente kurzfristig als Entlassungs- oder Übergangslager für deutsche Soldaten.
Ab Juni 1945 wurde die Kaserne von der International Refugees Organisation (IRO) als Flüchtlingslager für jüdische „displaced persons“ (DP) genutzt. Die Juden wanderten von hier in die USA oder nach Palästina aus (-> „Operation Bricha“ hebr., auf Deutsch: „Flucht“).
Nach der Räumung durch die jüdischen DPs und der Sanierung der Gebäude wurde aus der Kaserne 1949 bis zum Abzug 1955 das „Camp Riedenburg“ der USFA.


Untergebracht waren eine Militärpolizei (MP)-Kompanie, ein Hilfslazarett und ein Motorpool. Die Reithalle wurde in eine Sporthalle (heutige Riedenburger Sporthalle) umgestaltet. Zur Unterhaltung und Freizeitgestaltung der in Salzburg stationierten US-Soldaten wurden ein PX-House (Soldatenheim), eine Kegelbahn, ein Jazzclub und auch ein Bordell mit amerikanischen Frauen und Mädchen (-> wegen des „Fratanisierungsverbotes“) eingerichtet.

Am 3. August 1955 wurde die Kaserne an das „neue“ ÖBH übergeben.
Vorerst zog ein Vorkommando der 3. Unterabteilung der Gendarmerieschule Tirol II aus Kufstein in die Kaserne ein. Später wurde dort das Kommando der neu gegründeten 8. Gebirgsjägerbrigade untergebracht.
Mehrere Mannschaftsgebäude wurden an die Salzburger Landesregierung abgetreten und von dieser 1956 an einen gewerblichen Betrieb verpachtet. 1963 wurde aus dem Brigadekommando ein Militärkommando, 1991 wird die Kaserne deshalb in „Kommandogebäude Riedenburg“ umbenannt.

Das Militärkommando Salzburg ist die höchste Stelle des Bundesheeres auf regionaler (Landes-) Ebene, ihm obliegt die Führung sämtlicher militärischer Einrichtungen im Bundesland Salzburg. Es ist die Schaltstelle für Katastropheneinsätze, für die Versorgung und die Logistik im Einsatzfall und für die Koordinierung der Zuteilung von Wirtschaftsgütern wie Bekleidung oder Verpflegung zuständig.

Um 1990 wurde am Gelände ein Tiefbunker für einen geheimen „Fernmeldeknoten“ errichtet.
Am 30. Oktober 2012 wurde die Riedenburgkaserne in Folge der "Heeresreform 2010" von der Republik Österreich an 2 Wohnbaugesellschaften verkauft. Das Militärkommando Salzburg verblieb noch bis 2014 in der Riedenburg und übersiedelte dann nach Wals-Siezenheim in die Schwarzenbergkaserne.


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"Kommandogebäude Riedenburg" 2013 aus Broschüre "50 Jahre MilKdoS"

Die Sporthalle Riedenburg wurde im Winter 2015/16 als Unterkunft für Flüchtlinge insbesondere aus Syrien verwendet. Im Sommer 2016 wurde sie abgerissen, wie weitgehend auch die übrige Kaserne. Auch der Bunker wurde freigelegt und zerstört.
Danach begannen die Wohnbaugesellschaften mit ihren Bauaktivitäten…

Quellen: Riedenburgkaserne – Wikipedia, Broschüre "50 Jahre MilKdoS" und Riedenburg-Kaserne | denkmal heer

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Riedenburg-Kaserne bzw. "Kdo-Gebäude Riedenburg"

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2012 Kdo. - Gebäude Riedenburg vor Abriss

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2012 Sporthalle Kaserne Riedenburg vor Abriss

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ORF-Bericht - Riedenburgkaserne: Aus nach 300 Jahren Riedenburgkaserne: Aus nach 300 Jahren

GE - Bilder:
1. GE - Bild 2000
2. GE - Bild 2019 - bereits mit Wohngebäuden...
 

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#9
Salzburg - "Struber-Kaserne" (zuletzt "Amtsgebäude Klessheimer-Allee“)

1939 – Grunderwerb, danach Errichtung eines Barackenlagers für ein „Reichsarbeitsdienst (RAD)-Bekleidungsamt“
- mit Kriegsbeginn Übernahme durch die Wehrmacht und Nutzung als „Heeres-Bekleidungsamt“ bis Kriegsende
1940 - Errichtung eines „Heeres-Nebenzeugamtes“ am Areal – Nutzung bis Kriegsende 1945
1945 - 1955 USFA
1955 - 2001 Heereszeugamt (HZA) des ÖBH: Kasernenbezeichnung bis 1967 „Kleßheimer-Kaserne“, dann Umbenennung in „Struber-Kaserne“ und ab 1981 bis zur Auflassung 2001 „Amtsgebäude Kleßheimer Allee“. Allgemein aber bis zuletzt als „Struber-Kaserne“ bekannt…
2012 – nach Verkauf der Liegenschaft Abriss der Gebäude bis auf die sogenannte „Panzerhalle“

Geschichte:
Die Struberkaserne befand sich in der Stadt Salzburg zwischen der Kleßheimer Allee und der Siezenheimer Straße auf einem zuletzt etwa sieben Hektar großen Gelände. Die Kaserne war nach dem Werfener Wirt und Salzburger Freiheitskämpfer Josef Struber (1773–1845), der mit Salzburger und Tiroler Schützen 1809 erbitterten Widerstand gegen die feindlichen französischen und bayerischen Truppen geleistet hat, benannt.

1938-39 erwarb die Wehrkreisverwaltung Gründe aus dem Besitz der „Stiegl-Brauerei“. Darauf errichtete der Reichsarbeitsdienst ein großes Barackenlager für ein „RAD-Bekleidungsamt“, welches für die Versorgung mit Uniformen für den gesamten damaligen „Ostmarkbereich“ zuständig sein sollte.
Mit Kriegsbeginn übernahm die Wehrmacht das Barackenlager und führte es als „Heeres-Bekleidungsamt“ bis Kriegsende weiter.
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Gelb eingerahmt die "festen Gebäude" des "Heeresnebenzeugamtes Kleßheim" mit der Panzerhalle am rechten Rand, darüber die Baracken des „Heeres-Bekleidungsamtes“. Aufklärungslubi vom Oktober 1944 - AFHRA

1938-40 wurde gegenüber das aus festen Gebäuden bestehende „Heeresnebenzeugamt Kleßheim“ errichtet (Versorgungsstützpunkt, Lager und Werkstätten für Feldzeuggerät) . Das größte Objekt war die sogenannte „Panzerhalle“ mit einer Länge von fast 200 m, 50 m Breite, einer Firsthöhe von 16 m und einer Nutzfläche von ca. 10.000 Quadratmetern.
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Panzerhalle vor Umbau 2015 https://www.nextroom.at/building.php?id=37196

Das Militärgelände bekam auch einen von der „Stiegl-Schleppbahn“ abzweigenden Bahnanschluss.

1945 Übernahmen die USFA das Gelände und richtete dort vorerst das Lager „Bet Bialik“ für jüdische Displaced Persons (DPs) ein.
Am 17. Juli 1945 wurde der von der US-Armee bei Werfen gefundene „Ungarische Goldzug“, bestehend aus 24 Wagons voller jüdischer Wertgegenstände die von den Nazis in Ungarn geraubt worden waren, am Gleis der Kaserne abgestellt. Unter Aufsicht von Major John F. Back, der im Auftrag des Supreme Head Quarters, Allies Expeditionary Force (SHAEF), auf der Suche nach Objekten deutscher Wissenschaftler war, wurde der Schatz (Gold, Juwelen, Bargeld) von dem ungarischen Zugkommandant Dr. Avar Laszlo übernommen und der G-Kompanie des 242. Infanterieregiments der 42. Division (Rainbowdivision) und somit Generalmajor Harry J. Collins unterstellt. Dem Vernehmen nach sollen sich auch die amerikanischen Offiziere am NS-Raubgut bedient haben – ein großer Teil des Vermögens wurde den ursprünglichen Besitzern nie zurückerstattet, wie berichtet wird...


Danach diente der Bereich des ehemaligen Heeresnebenzeugamtes den USAF mit Namen „Camp Kleßheim“ bis zur Fertigstellung von „Camp Roeder“ als Panzerkaserne und später als Lager für Nachschubgüter und Instandsetzungsbasis. Die vielen Baracken in der Nachbarschaft wurden etwa nach 1951 abgerissen.

1955 übernahm die Bundesgebäudeverwaltung (BGV II) die Liegenschaft von den abiehenden Amis und das ÖBH nutzte nun die „Kleßheimerkaserne“.

Bis zur Umlagerung in das Heeresfeldzeuglager (HFzL) Siezenheim 1966 (Schwarzenberkaserne) lagerten dort große Mengen an Ersatzteilen für die beim ÖBH eingesetzten amerikanischen Fahrzeuge. Einige Jahre garagierte die Post in den Wintermonaten rund 50 der legendären "Glocknerbusse" der „Großglockner-Route“ in der Kaserne.
1967 kam die Umbenennung in „Struber-Kaserne“.
Anfangs waren Seitens des ÖBH noch eine Tel-Zeuganstalt, eine Waffenzeuganstalt sowie Artillerie- und Optische Werkstätten untergebracht. Später, bis zur Fertigstellung der neuen Heeres-Logistik-Zentrums in der Schwarzenbergkaserne war die „Heereszeuganstalt (HZA) Salzburg“ (Kommando mit Waffen-, Fernmelde- und Mechanikerwerkstätte sowie einer Schmiede…) und das „Heeresfeldzeuglager (HFzL) Salzburg“ (Lager für Radargeräte, Reifen, Panzerketten usw. …) untergebracht.
1981 wurde die „Struber-Kaserne“ in „Amtsgebäude Klessheimer-Allee“ umbenannt.
2001 wurde die Kaserne geschlossen (-> Vollinbetriebnahme des neuen „Heereslogistikzentrums- Salzburg“ in der Schwarzenbergkaserne…). Nach längeren Diskussionen über eine sinnvolle Nachnutzung wurde das Gelände 2006 von der SIVBEG zum Verkauf ausgeschrieben.


Seit 2010 ist das Areal im Besitz der Salzburger Baufirma Alpine und einiger weiteren Wohnbaugesellschaften. Bis 2012 wurden die Objekte bis auf die „Panzerhalle“ abgerissen und es entstanden am Gelände unter dem Namen „Freiraum Maxglan“ ca. 360 Wohnungen.
Die ehemalige Panzerhalle wurde restauriert, adaptiert und mit einer neuen Architektur zu einer Markt- und Eventhalle revitalisiert.

Quellen: Struberkaserne – Wikipedia, Broschüre „50 Jahre MilKdoS“; Panzerhalle – Salzburgwiki; Kurzfassung Geschichte Struberkaserne-Salzbg.Wehrgesch.Museum Mag.U.Pimingstorfer

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Aufklärungsbild vom 20.04.1945 Heeresnebenzeugamt und Baracken des Heeresbekleidungsamtes. In der rechten oberen Ecke verläuft die Bahnstrecke Salzburg-Hbf. - Freilassing (München), davon abzweigend und im Bogen zwischen die Gebäude/Baracken führend ist die Trasse der "Stiegl-Bahn" erkennbar. Quelle: SAGIS-historische Luftbilder

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Im Vordergrund die Bararcken des ehemaligen „Heeres-Bekleidungsamtes“, dann quer durch das Bild die Trasse der "Stiegl-Bahn" und darüber die "festen Bauten" des ehemaligen "Heeresnebenzeugamtes", nun (1950) US-Panzerkaserne. Links zum oberen Bildrand verlaufend die "Siezenheimer Straße mit dem Ort Siezenheim oben im Hintergrund. Rechts, ebenfalls ganz nach oben verlaufend die "Kleßheimer Allee" zum nicht mehr am Bild ersichtlichen Schloss Kleßheim. Oben noch die quer durchs Bild über die Felder verlaufende Autobahn...
US-Luftild 1950

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Die "Struber-Kaserne" nach der Schließung ca. 2005 scyscrapercity.com

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Bildervergleich 2011 Gelände ehemalige "Struber-Kaserne" und 2013 Neubauviertel "Freiraum Maxglan" https://www.staedtebund.gv.at/filea..._Transformation_Schmidbauer_SBG_Optimized.pdf

GE - Bilder:
1. GE - Bild 2000
2. GE - Bild 2019 - bereits mit Wohngebäuden des "Freiraums Maxglan"
 

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#10
Thalgauberg - Bunkeranlage der Luftraumüberwachung und "Unterkunftsgebäude Thalgauberg"


Geschichte:
Die verbunkerte "Luftraumüberwachungszentrale" und das "Unterkunftsgebäude Thalgauberg"wurden 1962 - 1964 am "Kolomansberg" an der Landesgrenze Salzburg/Oberösterreich errichtet. Die "Großraum-Radarstation Kolomannsberg" des ÖBH mit der am bzw. im Berghang befindlichen ehemaligen Luftraumüberwachungszentrale waren damals die bestbewachten Objekte des Bundesheeres.

Hier ein Link zum Thread über die Anlagen am Kolomansberg mit Fotos der ehemaligen Bunkeranlage...

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Baustelle der ehemaligen Bunkeranlage für die Luftraumüberwachung (Eingangsbereich)
aus "Österreichische Luftstreitkräfte 1955-2005, Publikation zum Thema "50 Jahre Österreichisches Bundesheer"

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Bau des Unterkunftgebäudes ca. 1964 am Thalgauberg-Rauchenschwandt
aus "Österreichische Luftstreitkräfte 1955-2005, Publikation zum Thema "50 Jahre Österreichisches Bundesheer"

Das als Unterkunft konzipierte Bauwerk entstand am Grund eines abgebrannten Bauernhofes an der Straße zur Radarstation bzw. der ehemaligen Bunkeranlage der Luftraumüberwachung.
Mit Auflassung bzw. Verlegung der "Luftraumüberwachungszentrale" 1987 in die Bunkeranlage "Einsatzzentrale Basisraum (EZ/B)" nach St. Johann im Pongau verloren die Bunkeranlage und das Unterkunftsgebäude ihre eigentliche Aufgabe.
Die Bunkeranlage wurde 2001 verkauft.


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Der Eingangsbereich des ehemaligen "LRÜ-Bunkers" 2013

Ehem. Bunker der Luftraumüberwachung am Kolomansberg

Das tieferliegende Unterkunftsgebäude in Rauchenschwandt wurde noch einige Jahre für die Abhaltung von Seminaren und Schulungen genutzt und in den späten 1990iger Jahren zum Verkauf freigegeben. In einer parlamentarischen Anfrage zu Kasernenverkäufen aus 1998 scheint das Objekt in der Liste als "verkauft an Privatperson" auf.
Quellen: Div. Wikipedia-Artikel und "Österreichische Luftstreitkräfte 1955-2005, Publikation zum Thema "50 Jahre Österreichisches Bundesheer"

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GE-Bild des ehemaligen U-Gebäudes 2000 vor dem Umbau zu einer privaten Wohnhausanlage

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Das umgebaute und renovierte ehemalige Unterkunftsgebäude am Thalgauberg (2006)
Ehem. Bunker der Luftraumüberwachung am Kolomansberg

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Ehemalige "Kaserne" in der Winterlandschaft...
https://www.meinbezirk.at/tag/thalgauberg


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Noch ein Foto der Anlagen am Gipfel des Kolomansberges aus 2018, der militärische "Rest" am Berg - die Daten werden in die EZ/B nach St. Johann übertragen und dort ausgewertet.
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/salzkammergut/Vom-Kolomansberg-aus-spaeht-das-Heer-den-Himmel-ueber-Zentraleuropa-aus;art71,2913657


GE - Bilder:
1. GE - Bild 2019
2. GE - Bild 2019 - Übersicht
 

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#11
Wals-Siezenheim - "Schwarzenbergkaserne" - Verkauf von Teilflächen

Geschichte:
Nach dem Scheitern der Staatsvertragsverhandlungen von 1950 und der durch den Koreakrieg zugespitzten Lage im Kalten Krieg zeichnete sich ab, dass die US-Besetzung Österreichs noch länger andauern würde.
Daher gaben im Mai 1951 die USFA nach umfangreichen Vorplanungen 1950 bekannt, im Raum Salzburg eine große "Divisionskaserne" zu errichten, um die vielen verstreut im Stadtgebiet verteilten US-Standorte zentral zusammenzuführen.
Österreich bzw. Land und Stadt Salzburg favorisierten ursprünglich Grundstücke in Anif oder am Saalachspitz für den Bau.
Die Amerikaner entschieden sich jedoch für den Standort Wals-Siezenheim an der westlichen Stadtgrenze der Landeshauptstadt Salzburg in unmittelbarer Nähe des Flughafens als Bauplatz der Großkaserne für 6.000 bis 8.000 Mann.
Die Kasernenfläche sollte über 240 Hektar umfassen und etwa 3 Kilometer lang und bis zu 1 Kilometer breit sein, mit einem direkten Autobahn- Anschluss. Das gerade Autobahnteilstück entlang der Kasernengrenze war auch als Behelfspiste für Transportflugzeuge vorgesehen.
Das Gelände wurde von der USFA beschlagnahmt, dann von der Republik Österreich gekauft und wieder an die USFA rückverpachtet; die Grundbesitzer wurden mit dem Dreifachen des damals üblichen Grundpreises entschädigt.
Bereits am 1. Juni 1951 war Baubeginn und die Fertigstellung wurde mit Ende 1952 festgelegt. Während der Bauphase waren bis zu 4.000 Arbeiter am Areal beschäftigt.
In kürzester Zeit wurden die Unterkunftsobjekte, ein Wasserwerk, ein Umspannwerk mit eigener Leitung vom Wiestalkraftwerk, eine Müllverbrennungsanlage, zwei Kläranlagen, ein Großkino, Stätten für die militärische Ausbildung (Kampfbahn, Pistolenschießstand etc.) und ein eigener Industrieteil mit Depots und Werkstätten sowie diverse andere Einrichtungen für die Freizeitgestaltung errichtet. Vom ehemaligen an der Hauptbahnlinie Salzburg-München gelegenen "Bahnhof der Reichsregierung" abzweigend wurde vorbei am Schloss Kleßheim eine eigene Anschlussbahn in die Kaserne errichtet.
Benannt wurde die Anlage nach Captain Robert E. Roeder, einem 1944 in Italien gefallenen und hochdekorierten Kompaniekommandanten der 42. US Infanterie-Division.
Zur Unterbringung von Soldatenfamilien wurden Wohnsiedlungen in Lehen (General-Keyes-Straße) und eine zweite in unmittelbarer Nähe zum Camp Roeder, die Siedlung Walserfeld, errichtet.
Zur Lagerung der Munitionsbestände für die im Camp Roeder stationierten Einheiten wurde am in einigen Kilometer Entfernung gelegenen Gelände eines ehemaligen "Autobahn-Baulagers" bei Gois ein Munitionslager eingerichtet.

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Paradeplatz Camp Roeder

Mit Unterzeichnung des Staatsvertrages am 15. Mai 1955 kam auch das Ende der US-Garnison Salzburg in Sicht. Am 15. Oktober 1955 wurde Camp Roeder an das neue ÖBH bzw. verwaltungsmäßig an die Bundesgebäudeverwaltung II übergeben. Am Tag zuvor verließen die letzten rund 800 US-Soldaten den Standort in Richtung Deutschland und Italien...
1956/57 wurde ein Teil der Kaserne nach dem Zusammenbruch des Ungarischen Volksaufstands als Internierungslager für ca. 750 desertierte ungarische Soldaten benutzt.
Die bisher vom ÖBH als "Kaserne Siezenheim" bezeichnete Kaserne wurde 1967 in "Schwarzenbergkaserne" umbenannt.
Nach der Jahrhundertwende wurden in mehreren Etappen große Flächen im Norden für ein Gewerbe- und Industriegebiet verkauft. Auch das einstige Sportplatzgelände nahe der Haupteinfahrt wurde veräußert. Ein 2016 angedachter Verkauf einer weiteren Fläche von 112.000 m² im Süden des Geländes an der Straße nach Wals wurde wieder zurückgenommen. Die Schwarzenbergkaserne ist trotzdem nach wie vor mit 240 ha und ca. 400 Gebäuden die größte Kaserne Österreichs.
Quellen: Schwarzenbergkaserne – Wikipedia, Camp Roeder – Salzburgwiki

Weitere Infos siehe hier...
...und im Anhang dieses Beitrages gibt es noch Bilder aus den 1960iger Jahren...

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Luftbild aus 1951/52 der noch teilweise als Baustelle erkennbaren Kasernenanlage SAGIS

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Lageplan "Camp Roeder" 1955 - hier zur Verfügung gestellt von @FredRomminger

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SAGIS-Bild 1980: Damals waren die Lagergebäude in Verlängerung der Startbahn des Flughafens noch nicht abgerissen. Von der Autobahn aus fielen die Objekte durch die Konstruktion der Anflugbefeuerung am Dach und dem Fleckenmuster der Fassaden besonders auf!


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GELB- ca. Kasernengelände, ROT- ca. verkaufte Teilflächen (wobei die nördliche Fläche (oben) weit größer ist als die Fläche des Sportplatzgeländes. Die Saalach in der linken unteren Ecke bildet die Staatsgrenze zu Deutschland. Foto Bundesheer

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Rote Umrandung ca. Teilverkaufsfläche im Norden

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Roter Kreis - Bereich Teilverkaufsfläche Sportplatz. Wie in Bildmitte ersichtlich, wurde am "Paradeplatz" ein neuer Sportplatz als Ersatz errichtet...

Die Jahre der Verkäufe bzw. die exakten Flächen sind mir nicht bekannt!

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Die Verkaufs-Ausschreibung aus 2016 des Garagen- und Werkstättenbereiches im Süden des Areals wurde wieder zurückgenommen: Bundesheer: Verkauf der Teilfläche Schwarzenberg-Kaserne gestoppt

GE-Bild 2019 - Übersicht:
 

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josef

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#12
Ergänzung zu Beitrag #2 - Elsbethen - "Rainer Kaserne" (vulgo Kaserne Glasenbach)

Einigen Usern dürfte der Unterschied zwischen den landläufig gebrauchten Bezeichnungen "Kaserne Glasenbach" und dem Internierungslager für ehemalige Nazis "Lager Glasenbach", noch immer nicht bekannt sein. Bekam vorige Woche dazu 2 Mitteilungen (eine Frage und eine falsche Behauptung, die "Rainer Kaserne" sei identisch mit dem "Lager Glasenbach"...):

Hier ein Link zu einem alten Thread zum "Lager Glasenbach" und nachfolgend ein Lubi einer Befliegung aus 1952 mit der Kennzeichnung der beiden Standorte:

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Quelle: SAGIS Befliegung 1952

Und ich hätte noch eine Bitte, vor der Verfassung von Mails mit unrichtigen Behauptungen bzw. der "sturen" Vertretung von falschen Standpunkten, sich der "Suchfunktion" im Forum zu bedienen bzw. vorhandene Beiträge genau durchzulesen...
 
#13
Bez. Rainer-Kaserne: Hatten die Nazis einen „Einheitstyp“ für ihre Kasernen. Die Kevenhüller-Kaserne in Klagenfurt sieht ja vom Stil her fast identisch aus?
 

josef

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#14
Bez. Rainer-Kaserne: Hatten die Nazis einen „Einheitstyp“ für ihre Kasernen. Die Kevenhüller-Kaserne in Klagenfurt sieht ja vom Stil her fast identisch aus?
Die Neubauten wurden der Stilrichtung der jeweiligen Landschaft angepasst - also "Alpinstil" unter der Bedachtnahme lokaler Gegebenheiten (-> z.B. Fresko eines "Salzburger Schützen"...
...wurde im Alpenstil errichtet, d. h. es wurden typische alpenländische Bauformen und Stilelemente, wie man sie etwa in Bauernhöfen findet (Dächer, Fensterläden, Einfriedungsmauern, Holzbalkone etc.), verwendet. Zusätzlich wurden handwerklich hochwertige Marmorportale und aus Marmor gefertigte Innenausstattungen (z. B. Marmorsäulen im Speisesaal) geschaffen.
So die Verwendung von Marmor aus der Region (-> Untersberg, Adnet...)

Auch bei der Kevenhüller-Kaserne in Klagenfurt fand ich einen solchen regionalen Hinweis:
Der Bau der Kaserne (früher Kaserne Lendorf genannt) erfolgte in den Jahren 1938 bis 1943 nach damals sehr modernen Verhältnissen. Insbesondere die Wahl der Baustoffe, wie gebrannte Ziegel oder als Verkleidung der Schiefer vom Klagenfurter Kreuzbergl, lässt die Kaserne noch heute als äußerst vorbildlich erscheinen ...
Khevenhüller-Kaserne | denkmal heer
 

TORad

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#15
Mahlzeit in die Runde,

Es gibt einen Einheitstyp der Kasernen. Da gibt es Wirtschaftsgebäude, Kompaniegebäude, Stallungen, Garagen u.d.g..
Es ist zu Unterscheiden Kompaniegebäude Flachland (meist Deutschland) ist dreistöckig.
Kompaniegebäude Alpen wie Glasenbach oder Garmisch Patenkirchen die waren zweistöckig und hatten den selben Grundriss.
Die Ausnahme Belgier Kaserne und Kevenhüller Kaserne war eigentlich keine Ausnahme da die Planung von der SS gemacht wurde.
Ebenso die Gebäude der Flieger die normalerweise auch Zweistöckig sind.

Irgendwo habe ich die Pläne für ein Kompaniegebäude.
Das Wesentliche für diesen Einheitsbau war das, Speziell bei Flugzeughallen keine Statischen Berechnungen mehr zu machen waren und die erforderlichen Baumaterialien sehr genau abgeschätzt werden konnten.

Grüße
Ralf
 
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josef

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#17
Danke Ralf!

Die Lehener Kaserne fällt nicht in den Themenkreis der von mir ausgewählten Objekte, da sie nach 1955 nicht mehr vom "neuen" ÖBH genutzt wurde:
...versuche ich, ehemalige Kasernen und sonstige Einrichtungen die vom Bundesheer nach dessen Neuaufstellung 1955 wieder genutzt oder neu errichtet wurden und zwischenzeitlich geschlossen (verkauft, abgerissen usw. ...) wurden, zu lokalisieren.
Wenn ich über alle jemals errichteten und zwischenzeitlich geschlossenen/verkauften/zerstörten usw. Kasernenanlagen und sonstigen militärischen Anlagen in Österreich recherchieren und berichten würde, hätte ich noch lange Arbeit :)! Will aber die Pension auch noch ein wenig genießen :D...

Es ist jeder User aufgerufen, sich an der Aufbereitung dieses riesigen Themenspektrums zu beteiligen und über den umfangreichen "Rest" entsprechende Berichte einzustellen bzw. Ergänzungen und Berichtigungen zum bereits Geschriebenen zu bringen...
 

TORad

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#18
Mahlzeit,

Hier ein Artikel von Hans Edelmaier der Lange in Hochfilzen war https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_154-155_0433-0453.pdf
Zur Schwarzenbergkaserne ist im Pallasch Nr. 64 ein Artikel erschienen.
Demnächst werde ich einige Fotos einstellen zur Planung Schwarzenbergkaserne Einmal ist da der ursprüngliche Plan aus dem Jahre 53 und dann der Plan so wie Josef in oben aus dem Buch schon eingestellt hat. Problem ist das ich die Pläne abfotografiert habe und das eine Ziemlich große Datei ist.
Hier ein Foto aus der Schwarzenbergkaserne jedoch wo anders eingestellt (Hörsching stimmt jedoch nicht) es Zeigt einen 50 Mann Schlafsaal wie es in noch heute gibt im Jahre 59 http://www.flh-vogler.at/media/oebh/1959/galerie/zimmerordnung.jpg

Grüße
Ralf
 

josef

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#19
Schwarzenbergkaserne, ex Camp Roeder:
...einen 50 Mann Schlafsaal wie es in noch heute gibt im Jahre 59
Interessant, die Riesensäle aus der Ami-Zeit gibt es heute noch? Am Foto befinden sich zumindest die Spinde in den Bettenreihen, in der AusbKpRadB(mot) hatten wir 1969 die Spinde in 2 Reihen an der Rückseite der Säle! Da war bei Alarm usw. ein ordentliches Gedränge von den Schlafkojen nach hinten zum An- oder Umkleiden und dann wieder nach vorne zur Tür zum Antreten..., dafür standen die Tische am Mittelgang in Längsrichtung. Nur die Ausbilder in den Kojen gleich beim Saaleingang hatten ihre Spinde neben den Betten...
 
#20
Ich habe mir den o.a. Artikel von Hans Edelmaier durchgelesen und war doch etwas überrascht von der Darstellung von persönlichen Wesenszügen einiger dortiger Verantwortlichen.
Danach habe ich mir gedacht, wer schreibt den sowas?
Der Verfasser könnte jener "Hans Edelmaier" sein, der im Zuge des Lucona Skandals lange Zeit als Sprengstoff Experte bezeichnete "Bundesheermajor" sein, welcher im März 1991 von den Geschworenen mit 4:4 im Zweifel freigesprochen wurde.
Es ging damals um die Überlassung von Sprengstoff und durchgeführte Sprengungen im Gelände bei Hochfilzen für eine Privatperson.
Lucona Skandal
 
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