Vortrag 13.6.12 Phys.techn.Reichsanstalt

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rotauge

Guest
#1
Hallo zusammen,
als stiller mitleser aus dem grünen herzen deutschlands möchte ich auch gern etwas sinnvolles beitragen. ich hoffe es ist von interesse.
Am 13.6.12 um 19uhr findet in der Osterburg in Weida ein Vortrag über die wechselvolle geschichte der PTR statt("im Jahr 1943 wurden Laboratorien, Messgeräte und Mitarbeiter u.a. von Berlin nach Weida, Ronneburg und Zeulenroda verlegt(...)die PTR gilt als Geburtstätte der Quantenphysik".OTZ vom 12.06.12).
Vortragender ist Prof. Dieter Hoffmann. evtl finden sich ja auch einige interessante Details

wenn es in einem anderen Forum evtl sinnvoller ist bitte einfach dorthin verschieben

vg
Dirk
 
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hebbel

Guest
#3
Ich würde, theoretisch gesehen, hingehen. Was ist denn ein "Länderspiel"? Kurt Felix, Kulenkampff und Hansi Rosenthal sind ja nun auch schon tot. :lol1::kukuk

Leider existiert z.B. in RBG diese ganze Häuserzeile nicht mehr...

LG
Dieter
 
H

hebbel

Guest
#5
@SuR
Aber mein Lieber, ich habe doch nichts gegen "Länderspiel". :D Deine etwas "selbstverständliche" Wichtung in der Sache hat mich zum Schmunzeln gebracht.

Ich war nicht dort, wäre ja auch etwas knapp gewesen. Könnte ziemlich interessant gewesen sein, besonders natürlich in ZH mit Dingen wie nachstehend.

Aus dem turnusmäßigen "Bericht über die Arbeiten auf kernphysikalischem Gebiet" GERLACHs vom 30.05.1944 (Berichtszeitraum 01.02.1944 bis 31.05.1944)

"III. Schweres Wasser
...
2.) Im Verfolg früherer Besprechungen mit der IG (Leuna) ergab sich die Unmöglichkeit, eine Hochkonzentrierungsanlage wie früher geplant in den Räumen der PTR in Weida aufzustellen. Die Erstellung einer Hochkonzentrierungsanlage hat nur Sinn, wenn im deutschen Raum eine genügende Menge von Vorkonzentraten gewonnen werden kann.
..."

LG
Dieter
 
R

rotauge

Guest
#7
was evtl auchnoch ganz interessant ist, die Mitarbeiterübersicht
http://www.ptr-thueringen.de/?page_id=6
und das Schülerprojekt am 10.10.12.
und der ein oder andere Zeitungsartikel über Forschungsschwerpunkte (in Ronneburg lagerte sogar die Reichsradiumreserve) innerhalb der hp.
leider wusste ich von der Ausstellung/homepage nichts, sonst hätte ich den Vortrag am 13.6.12 eher entdeckt
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#9
Hallo Ihr beiden, vielen Dank für die Infos.

Der Bergwerksveren schreibt:
Diese Radiumreserve wurde zunächst im Keller der PTR in Berlin-Charlottenburg eingelagert, nach den schweren Luftangriffen auf Berlin in einen Bergstollen in Niedersachswerfen bei Nordhausen und im Jahr 1944 von dort nach und nach in einen Tresor in einem Bergstollen in Ronneburg umgelagert.
Weiß einer, wo das in Niedersachswerfen war?

Als die Amerikaner entgegen den getroffenen alliierten Vereinbarungen im April 1945 in Thüringen einmarschierten (in Ronneburg am 10.04.45 begonnen, abgeschlossen am 15.04.45), galt ihr besonderes Interesse dem Aufspürungen der deutschen Reichsradiumreserve für ihr eigenes Atomwaffenprogramm.
Sie trafen jedoch den Leiter der Abteilung V Dr. Weiss in Ronneburg nicht an und auch die Radiumreserve war hier nicht mehr vorhanden.

Dr. Weiss hatte zwischenzeitlich vom Gauleiter Thüringens, Sauckel, den Auftrag erhalten, den gesamten Radiumbestand in Bayern der SS zu übergeben. Diesem Befehl widersetzte er sich jedoch, in dem er diese Radiumreserve am 12.04.45 an einer einsamen Stelle des Isartales in der
Nähe von Bad Tölz in den Alpen in Anwesenheit zuverlässiger Leute vergrub. Wer diese "zuverlässigen" Leute waren, lässt sich heute nicht mehr feststellen.

Nach seiner Rückkehr von Bayern nach Ronneburg nahm ihn der amerikanische Geheimdienst am 14. Juni 1945 fest und brachte den Verbleib der Radiumreserve in Erfahrung. Am 26.06.45 musste Dr. Weis den amerikanischen Geheimdienst an die Stelle führen, wo er kurz vorher die Radiumreserve vergraben hatte. In Anwesenheit seiner Kollegen Dr. Hans Westmeyer und Gustav Wauschkun musste er eigenhändig die Kiste mit der Radiumreserve wieder ausgraben und den Amerikanern übergeben.

Die Amerikaner hielten das für so wichtig, dass sie diesen Sachverhalt in der "New York Times" ausdrücklich als "Kriegsbeute" würdigten: ...
So weit, so bekannt.

Wenn ich das jetzt noch richtig auf dem Schirm habe, kam Boris Pash, der militärische Leiter der ALSOS-Mission, in der buchstäblich letzten Minute vor der Übergabe Thüringes an die Russen mit radioaktivem Material in der Beintasche über die grüne Grenze nach Bayern. Dabei zog er sich einen Strahlungsschaden zu, der ihn sein restliches Leben behinderte.

Weiß jemand, was das für Material war und woher es stammte?
 
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hebbel

Guest
#10
Wenn ich das jetzt noch richtig auf dem Schirm habe, kam Boris Pash, der militärische Leiter der ALSOS-Mission, in der buchstäblich letzten Minute vor der Übergabe Thüringes an die Russen mit radioaktivem Material in der Beintasche über die grüne Grenze nach Bayern. Dabei zog er sich einen Strahlungsschaden zu, der ihn sein restliches Leben behinderte.
Wostehtndasbitte? Versteh´mich nicht falsch [Machst Du ja sowieso :D], aber mit diesem "Kurz bevor die Russen kamen!" habe ich so meine Probleme. Siehe zum Beispiel hier aus dem Wiki-Artikel zu PASH:

"Da Stadtilm nach der geplanten Aufteilung Deutschlands in der sowjetischen Besatzungszone liegen würde, eilte Pash nach Thüringen, um Diebner dort aufzugreifen. Zwar gelang es ihm, kurz vor den russischen Streitkräften dort einzutreffen, doch Diebner war mit seinen Mitarbeitern und Materialien bereits in Richtung München geflohen." :hau

Da liegen zweieinhalb Monate zwischen Besetzung und Übergabe an Kolja. Aber was sind schon zweieinhalb Monate im Weltall?

Ja natürlich mögen sie nicht alles gleich entdeckt haben. Klaro. Vielleicht war es einer dieser "Briketts", den sich PASH eingesteckt hatte, um ihn GOUDSMIT triumphal auf´s Möbel zu knallen? Ich weiß aber momentan dazu nix zu sagen.

LG
Dieter
 
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