Wasserturm & Elektrische Zentrale der ehem. Firma Alois Swoboda & Co

Bunker Ratte

Well-Known Member
#1
Mein Herz hat heute wieder höher geschlagen, als ich ehem. Fabrikgebäude der Firma Swoboda&Co gefunden habe.

Zur Geschichte der ehem. Fabriksanlagen
Aus einer kleinen Mühle um das Jahr 1800 ist ein Fabriksareal hervorgegangen. Zuerst als Hammerwerk, später als Säge-und Holzwollefabrik eingerichtet und um 1900 von Hartmann und Werner, die zu dieser Zeit Besitzer des Werks waren, Zuckerln und Schokolade erzeugt.

Reinfeld um 1900

1907 wurde dieses Werk von Alois Swoboda gekauft und zu einem Ofenwerk umgebaut.

Eine zweite Fabriksanlage war einst die Weicheisengießerei und Stahlwarenfabrik, die Ende des 18. Jahrhunderts von M. Hann errichtet wurde und die mit dem aus dem Hallbachtal abgeleiteten Wasser betrieben wurde. Diese Fabrik war damals die größte Gießerei Österreichs und erzeugte Sporerwaren, Baum-, Reb- und Gartenscheren, Ketten, Trensen, Steigbügel, Pferdehufeisen und Pferdegebisse. Mit letzteren wurde die Kavallerie der Österr.-Ung. Armee ausgestattet. Aber auch andere Waren aus Temperguß und Stahl wurden erzeugt. Dieser Betrieb war 100 Jahre im Besitz der Familie Hann. Zuletzt unter dem Firmenwortlaut "M. Hanns Söhne, Rainfeld".

Im Jahre 1895 kauften F. Spohn und F. Fischer dieses Unternehmen und führten es zirka 30 Jahre in der gleichen Weise weiter. Im Jahre 1909 gelang es dem Metallarbeiterverband übrigens, erfolgreiche Verträge abzuschließen. So wurden die Stundenlöhne der Hand- und Maschinenschlosser auf 35 Heller, die der Hilfsarbeiter auf 28 Heller erhöht. Die Akkordsätze wurden ebenfalls angehoben und die Wochenarbeitszeit auf 55 Stunden herabgesetzt. Außerdem wurde die Anerkennung der Vertrauensmänner und die Freigabe des 1. Mai erreicht. Aufgrund der Arbeiten mit dem glühend heißen Eisen war die Brandgefahr im Werk sehr hoch und deshalb haben die Fabriksbesitzer, Carl und Rudolf Hann, beschlossen, eine Betriebsfeuerwehr auf Vereinsbasis zu gründen, um eventuelle Brände schnell bekämpfen zu können und Produktionsausfälle zu verhindern. Die notwendige Ausrüstung, wie Uniformen, Handdruckpumpen, pferdebespannten Wagen mit tragbarer Schiebeleiter, wurde von den Betriebsbesitzern angekauft. Der erste Kommandant war der Firmeninhaber Carl, der Stellvertreter sein Bruder Rudolf Hann.

Unter dem späteren Besitzer des Werks, Alois Swoboda (siehe unten), bekam die Feuerwehr einen Kraftwagen der Marke Gräf & Stift, den die freiwilligen Mitglieder selbst zu einem Einsatzwagen umbauten.

Im Jahre 1925 kaufte Alois Swoboda dieses Werk zu seinem ersten Werk dazu, und im Jahre 1929, bei der Eröffnung der neuen Gießerei mit drei Kupolöfen, beschäftigte die Firma Alois Swoboda & Co., Dauerbrandöfen- und Herdfabrik, 300 Arbeiter.

Die Erzeugnisse waren: Dauerbrandöfen und Herde (für Haushalt, Restaurationen, Hotels, Dauerbrand Großherde, Dauerbrandherde für Kohle und Elektrokombinationsherde). Die Öfen werden sowohl mit Handregulierung als auch mit selbsttätiger Regulierung geliefert. Swoboda war die erste Firma, die Öfen und Kamineinsätze mit "Automatik" erzeugte. Außerdem werden Dauerbrandeinsätze für Kachelöfen und Kamine und auch Elektro- und Gasgeräte hergestellt.

Nachdem Alois Swoboda 1925 die Gießerei von Spohn und Fischer zu seiner bereits seit 1907 bestehenden Ofenfabrik dazugekauft hatte, verschmolzen die beiden Anlagen zu einem rießigen Fabriksgelände.

1960 umfasst die Anlage eine Fläche von 310 000 Quadratmetern, auf der die 3 000 Quadratmeter große Gießerei mit modernen Formmaschinen steht und die anderen Abteilungen angegliedert sind, und zwar Schlosserei, Emaillierwerk, Schleiferei, Galvanisierungsstätte, Modellschlosserei, Modelltischlerei, Spenglerei und Nebengebäude. Die Produktion wird auf breiter Grundlage vom Rohstoff bis zum Qualitätserzeugnis durchgeführt, und es sind über 400 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Die erzeugten Gußteile wurden aber nicht nur für die eigenen Öfen verwendet, sondern auch an fremde Ofenfirmen geliefert. Wie zum Beispiel in die Schweiz zur Ofenfabrik Affolter, von den Arbeitern wurde dies als "Fremdenguß" bezeichnet. Die Geschäftsbeziehungen in die Schweiz kamen vermutlich daher, daß die Tochter des Direktor Födinger einen Banker aus der Schweiz heiratete.
Quelle: Rainfeld Geschichte und Industrie in Rainfeld

Die Fabrik von Alois Swoboda&Co wurde laut Aussage eines Anrainers vor ca. 50 Jahren geschlossen!

Der Wasserturm als überbleibsel der ehem. Fabrik! Er wird nur mehr als Antennenmast verwendet und befindet sich im Besitz des angrenzenden Heurigenlokals.
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Der 1910 erbaute Wasserturm sowie die Elektrische Zentrale, die mit den dieselmotorbetriebenen Generator den Strom lieferte.

Quelle: Wasserturm und Zentrale
 

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#8
Mein Herz hat heute wieder höher geschlagen, als ich ehem. Fabrikgebäude der Firma Swoboda&Co gefunden habe.

Zur Geschichte der ehem. Fabriksanlagen
Aus einer kleinen Mühle um das Jahr 1800 ist ein Fabriksareal hervorgegangen. Zuerst als Hammerwerk, später als Säge-und Holzwollefabrik eingerichtet und um 1900 von Hartmann und Werner, die zu dieser Zeit Besitzer des Werks waren, Zuckerln und Schokolade erzeugt.

Reinfeld um 1900

1907 wurde dieses Werk von Alois Swoboda gekauft und zu einem Ofenwerk umgebaut.

Eine zweite Fabriksanlage war einst die Weicheisengießerei und Stahlwarenfabrik, die Ende des 18. Jahrhunderts von M. Hann errichtet wurde und die mit dem aus dem Hallbachtal abgeleiteten Wasser betrieben wurde. Diese Fabrik war damals die größte Gießerei Österreichs und erzeugte Sporerwaren, Baum-, Reb- und Gartenscheren, Ketten, Trensen, Steigbügel, Pferdehufeisen und Pferdegebisse. Mit letzteren wurde die Kavallerie der Österr.-Ung. Armee ausgestattet. Aber auch andere Waren aus Temperguß und Stahl wurden erzeugt. Dieser Betrieb war 100 Jahre im Besitz der Familie Hann. Zuletzt unter dem Firmenwortlaut "M. Hanns Söhne, Rainfeld".

Im Jahre 1895 kauften F. Spohn und F. Fischer dieses Unternehmen und führten es zirka 30 Jahre in der gleichen Weise weiter. Im Jahre 1909 gelang es dem Metallarbeiterverband übrigens, erfolgreiche Verträge abzuschließen. So wurden die Stundenlöhne der Hand- und Maschinenschlosser auf 35 Heller, die der Hilfsarbeiter auf 28 Heller erhöht. Die Akkordsätze wurden ebenfalls angehoben und die Wochenarbeitszeit auf 55 Stunden herabgesetzt. Außerdem wurde die Anerkennung der Vertrauensmänner und die Freigabe des 1. Mai erreicht. Aufgrund der Arbeiten mit dem glühend heißen Eisen war die Brandgefahr im Werk sehr hoch und deshalb haben die Fabriksbesitzer, Carl und Rudolf Hann, beschlossen, eine Betriebsfeuerwehr auf Vereinsbasis zu gründen, um eventuelle Brände schnell bekämpfen zu können und Produktionsausfälle zu verhindern. Die notwendige Ausrüstung, wie Uniformen, Handdruckpumpen, pferdebespannten Wagen mit tragbarer Schiebeleiter, wurde von den Betriebsbesitzern angekauft. Der erste Kommandant war der Firmeninhaber Carl, der Stellvertreter sein Bruder Rudolf Hann.

Unter dem späteren Besitzer des Werks, Alois Swoboda (siehe unten), bekam die Feuerwehr einen Kraftwagen der Marke Gräf & Stift, den die freiwilligen Mitglieder selbst zu einem Einsatzwagen umbauten.

Im Jahre 1925 kaufte Alois Swoboda dieses Werk zu seinem ersten Werk dazu, und im Jahre 1929, bei der Eröffnung der neuen Gießerei mit drei Kupolöfen, beschäftigte die Firma Alois Swoboda & Co., Dauerbrandöfen- und Herdfabrik, 300 Arbeiter.

Die Erzeugnisse waren: Dauerbrandöfen und Herde (für Haushalt, Restaurationen, Hotels, Dauerbrand Großherde, Dauerbrandherde für Kohle und Elektrokombinationsherde). Die Öfen werden sowohl mit Handregulierung als auch mit selbsttätiger Regulierung geliefert. Swoboda war die erste Firma, die Öfen und Kamineinsätze mit "Automatik" erzeugte. Außerdem werden Dauerbrandeinsätze für Kachelöfen und Kamine und auch Elektro- und Gasgeräte hergestellt.

Nachdem Alois Swoboda 1925 die Gießerei von Spohn und Fischer zu seiner bereits seit 1907 bestehenden Ofenfabrik dazugekauft hatte, verschmolzen die beiden Anlagen zu einem rießigen Fabriksgelände.

1960 umfasst die Anlage eine Fläche von 310 000 Quadratmetern, auf der die 3 000 Quadratmeter große Gießerei mit modernen Formmaschinen steht und die anderen Abteilungen angegliedert sind, und zwar Schlosserei, Emaillierwerk, Schleiferei, Galvanisierungsstätte, Modellschlosserei, Modelltischlerei, Spenglerei und Nebengebäude. Die Produktion wird auf breiter Grundlage vom Rohstoff bis zum Qualitätserzeugnis durchgeführt, und es sind über 400 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Die erzeugten Gußteile wurden aber nicht nur für die eigenen Öfen verwendet, sondern auch an fremde Ofenfirmen geliefert. Wie zum Beispiel in die Schweiz zur Ofenfabrik Affolter, von den Arbeitern wurde dies als "Fremdenguß" bezeichnet. Die Geschäftsbeziehungen in die Schweiz kamen vermutlich daher, daß die Tochter des Direktor Födinger einen Banker aus der Schweiz heiratete.
Quelle: Rainfeld Geschichte und Industrie in Rainfeld

Die Fabrik von Alois Swoboda&Co wurde laut Aussage eines Anrainers vor ca. 50 Jahren geschlossen!

Der Wasserturm als überbleibsel der ehem. Fabrik! Er wird nur mehr als Antennenmast verwendet und befindet sich im Besitz des angrenzenden Heurigenlokals.
Anhang anzeigen 61774

Der 1910 erbaute Wasserturm sowie die Elektrische Zentrale, die mit den dieselmotorbetriebenen Generator den Strom lieferte.

Quelle: Wasserturm und Zentrale
Leider wurde vom neuen Besitzer die Originaloptik zerstört. Der obige Holzaufbau ist eher ein Vogelhaus, viel zu klein dimensioniert. Leider dann auch noch die Funkantennen ... was machen manche nicht für einen 5stelligen Mietvertrag ...
 
#9
Die ehem. Elektrische Zentrale:
Befindet sich auch in Privatbesitz, ist verschlossen und vom dickicht umgeben. Anhang anzeigen 61787
Eine interessante Ergänzung : In Höhe der nördlichen noch stehenden Gebäude des heutigen Heurigenstadels war der Endpunkt der Seilbahn, welche von einem Anschlußgleis der Leobersdorferbahn begann. Mit dieser wurden Rohstoffe von der Bahn über die Gölsen bis zur Fabrik befördert, sowie fertige Produkte vom Kettenwerk retour. Neben dem Wasserturm war eine Unterführung für die "Feldbahn", welche unter der Strasse neben der Kapelle vorbei bis zum Kettenwerk ging.
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#10
Danke für die wirklich interessanten Details!

Habe mich dazu mit dem ÖNB-Lubi aus den 1930iger Jahren ein wenig gespielt und Ausschnitte vergrößert:
war der Endpunkt der Seilbahn, welche von einem Anschlußgleis der Leobersdorferbahn begann.
1601571388030.png 1601571574025.png 1601572083872.png
Links: Sieht mir nach Seilbahnstützen aus.
Rechts: Vermuteter Verlauf der Seilbahn nach Norden zur Bahnstrecke.

Neben dem Wasserturm war eine Unterführung für die "Feldbahn", welche unter der Strasse neben der Kapelle vorbei bis zum Kettenwerk ging.
1601572362266.png
Unterführung ?

1601572274712.png
Feldbahntrasse im Bogen um die Kapelle und dann entlang des Weges den Bach entlang?

1601572515227.png
Rechtsfreies Foto aus dem ÖNB-Projekt als Basis für die obigen Ausschnittsvergrößerungen Österreichische Nationalbibliothek Crowdsourcing
 
#11
Danke für die wirklich interessanten Details!

Habe mich dazu mit dem ÖNB-Lubi aus den 1930iger Jahren ein wenig gespielt und Ausschnitte vergrößert:

Anhang anzeigen 84539 Anhang anzeigen 84541 Anhang anzeigen 84542
Links: Sieht mir nach Seilbahnstützen aus.
Rechts: Vermuteter Verlauf der Seilbahn nach Norden zur Bahnstrecke.


Anhang anzeigen 84544
Unterführung ?

Anhang anzeigen 84543
Feldbahntrasse im Bogen um die Kapelle und dann entlang des Weges den Bach entlang?

Anhang anzeigen 84545
Rechtsfreies Foto aus dem ÖNB-Projekt als Basis für die obigen Ausschnittsvergrößerungen Österreichische Nationalbibliothek Crowdsourcing
Absolut korrekt, wow, das Foto läßt sich aber echt gut vergrößern, die Stützen sind mir gar nicht aufgefallen.
 
#12
Danke für die wirklich interessanten Details!

Habe mich dazu mit dem ÖNB-Lubi aus den 1930iger Jahren ein wenig gespielt und Ausschnitte vergrößert:

Anhang anzeigen 84539 Anhang anzeigen 84541 Anhang anzeigen 84542
Links: Sieht mir nach Seilbahnstützen aus.
Rechts: Vermuteter Verlauf der Seilbahn nach Norden zur Bahnstrecke.


Anhang anzeigen 84544
Unterführung ?

Anhang anzeigen 84543
Feldbahntrasse im Bogen um die Kapelle und dann entlang des Weges den Bach entlang?

Anhang anzeigen 84545
Rechtsfreies Foto aus dem ÖNB-Projekt als Basis für die obigen Ausschnittsvergrößerungen Österreichische Nationalbibliothek Crowdsourcing
Ach so, bei dem Foto sieht man ja oben und unten noch mehr, alles klar. Ich sehe gerade, die Gölsen ist zu dem Zeitpunkt schon reguliert.
 
#14
Mein Herz hat heute wieder höher geschlagen, als ich ehem. Fabrikgebäude der Firma Swoboda&Co gefunden habe.

Zur Geschichte der ehem. Fabriksanlagen
Aus einer kleinen Mühle um das Jahr 1800 ist ein Fabriksareal hervorgegangen. Zuerst als Hammerwerk, später als Säge-und Holzwollefabrik eingerichtet und um 1900 von Hartmann und Werner, die zu dieser Zeit Besitzer des Werks waren, Zuckerln und Schokolade erzeugt.

Reinfeld um 1900

1907 wurde dieses Werk von Alois Swoboda gekauft und zu einem Ofenwerk umgebaut.

Eine zweite Fabriksanlage war einst die Weicheisengießerei und Stahlwarenfabrik, die Ende des 18. Jahrhunderts von M. Hann errichtet wurde und die mit dem aus dem Hallbachtal abgeleiteten Wasser betrieben wurde. Diese Fabrik war damals die größte Gießerei Österreichs und erzeugte Sporerwaren, Baum-, Reb- und Gartenscheren, Ketten, Trensen, Steigbügel, Pferdehufeisen und Pferdegebisse. Mit letzteren wurde die Kavallerie der Österr.-Ung. Armee ausgestattet. Aber auch andere Waren aus Temperguß und Stahl wurden erzeugt. Dieser Betrieb war 100 Jahre im Besitz der Familie Hann. Zuletzt unter dem Firmenwortlaut "M. Hanns Söhne, Rainfeld".

Im Jahre 1895 kauften F. Spohn und F. Fischer dieses Unternehmen und führten es zirka 30 Jahre in der gleichen Weise weiter. Im Jahre 1909 gelang es dem Metallarbeiterverband übrigens, erfolgreiche Verträge abzuschließen. So wurden die Stundenlöhne der Hand- und Maschinenschlosser auf 35 Heller, die der Hilfsarbeiter auf 28 Heller erhöht. Die Akkordsätze wurden ebenfalls angehoben und die Wochenarbeitszeit auf 55 Stunden herabgesetzt. Außerdem wurde die Anerkennung der Vertrauensmänner und die Freigabe des 1. Mai erreicht. Aufgrund der Arbeiten mit dem glühend heißen Eisen war die Brandgefahr im Werk sehr hoch und deshalb haben die Fabriksbesitzer, Carl und Rudolf Hann, beschlossen, eine Betriebsfeuerwehr auf Vereinsbasis zu gründen, um eventuelle Brände schnell bekämpfen zu können und Produktionsausfälle zu verhindern. Die notwendige Ausrüstung, wie Uniformen, Handdruckpumpen, pferdebespannten Wagen mit tragbarer Schiebeleiter, wurde von den Betriebsbesitzern angekauft. Der erste Kommandant war der Firmeninhaber Carl, der Stellvertreter sein Bruder Rudolf Hann.

Unter dem späteren Besitzer des Werks, Alois Swoboda (siehe unten), bekam die Feuerwehr einen Kraftwagen der Marke Gräf & Stift, den die freiwilligen Mitglieder selbst zu einem Einsatzwagen umbauten.

Im Jahre 1925 kaufte Alois Swoboda dieses Werk zu seinem ersten Werk dazu, und im Jahre 1929, bei der Eröffnung der neuen Gießerei mit drei Kupolöfen, beschäftigte die Firma Alois Swoboda & Co., Dauerbrandöfen- und Herdfabrik, 300 Arbeiter.

Die Erzeugnisse waren: Dauerbrandöfen und Herde (für Haushalt, Restaurationen, Hotels, Dauerbrand Großherde, Dauerbrandherde für Kohle und Elektrokombinationsherde). Die Öfen werden sowohl mit Handregulierung als auch mit selbsttätiger Regulierung geliefert. Swoboda war die erste Firma, die Öfen und Kamineinsätze mit "Automatik" erzeugte. Außerdem werden Dauerbrandeinsätze für Kachelöfen und Kamine und auch Elektro- und Gasgeräte hergestellt.

Nachdem Alois Swoboda 1925 die Gießerei von Spohn und Fischer zu seiner bereits seit 1907 bestehenden Ofenfabrik dazugekauft hatte, verschmolzen die beiden Anlagen zu einem rießigen Fabriksgelände.

1960 umfasst die Anlage eine Fläche von 310 000 Quadratmetern, auf der die 3 000 Quadratmeter große Gießerei mit modernen Formmaschinen steht und die anderen Abteilungen angegliedert sind, und zwar Schlosserei, Emaillierwerk, Schleiferei, Galvanisierungsstätte, Modellschlosserei, Modelltischlerei, Spenglerei und Nebengebäude. Die Produktion wird auf breiter Grundlage vom Rohstoff bis zum Qualitätserzeugnis durchgeführt, und es sind über 400 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Die erzeugten Gußteile wurden aber nicht nur für die eigenen Öfen verwendet, sondern auch an fremde Ofenfirmen geliefert. Wie zum Beispiel in die Schweiz zur Ofenfabrik Affolter, von den Arbeitern wurde dies als "Fremdenguß" bezeichnet. Die Geschäftsbeziehungen in die Schweiz kamen vermutlich daher, daß die Tochter des Direktor Födinger einen Banker aus der Schweiz heiratete.
Quelle: Rainfeld Geschichte und Industrie in Rainfeld

Die Fabrik von Alois Swoboda&Co wurde laut Aussage eines Anrainers vor ca. 50 Jahren geschlossen!

Der Wasserturm als überbleibsel der ehem. Fabrik! Er wird nur mehr als Antennenmast verwendet und befindet sich im Besitz des angrenzenden Heurigenlokals.
Anhang anzeigen 61774

Der 1910 erbaute Wasserturm sowie die Elektrische Zentrale, die mit den dieselmotorbetriebenen Generator den Strom lieferte.

Quelle: Wasserturm und Zentrale
 

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#16
Danke für die wirklich interessanten Details!

Habe mich dazu mit dem ÖNB-Lubi aus den 1930iger Jahren ein wenig gespielt und Ausschnitte vergrößert:

Anhang anzeigen 84539 Anhang anzeigen 84541 Anhang anzeigen 84542
Links: Sieht mir nach Seilbahnstützen aus.
Rechts: Vermuteter Verlauf der Seilbahn nach Norden zur Bahnstrecke.


Anhang anzeigen 84544
Unterführung ?

Anhang anzeigen 84543
Feldbahntrasse im Bogen um die Kapelle und dann entlang des Weges den Bach entlang?

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Rechtsfreies Foto aus dem ÖNB-Projekt als Basis für die obigen Ausschnittsvergrößerungen Österreichische Nationalbibliothek Crowdsourcing
Die Plattform des Anfangspunktes neben der Bahnlinie gibt es übrigens noch. Bzw man erkennt sie durch die Mauerreste, ist natülich ziemlich verwachsen.
 
#17
Die Fotos zeigen
Die ehem. Elektrische Zentrale:
Befindet sich auch in Privatbesitz, ist verschlossen und vom dickicht umgeben. Anhang anzeigen 61787
Mein Herz hat heute wieder höher geschlagen, als ich ehem. Fabrikgebäude der Firma Swoboda&Co gefunden habe.

Zur Geschichte der ehem. Fabriksanlagen
Aus einer kleinen Mühle um das Jahr 1800 ist ein Fabriksareal hervorgegangen. Zuerst als Hammerwerk, später als Säge-und Holzwollefabrik eingerichtet und um 1900 von Hartmann und Werner, die zu dieser Zeit Besitzer des Werks waren, Zuckerln und Schokolade erzeugt.

Reinfeld um 1900

1907 wurde dieses Werk von Alois Swoboda gekauft und zu einem Ofenwerk umgebaut.

Eine zweite Fabriksanlage war einst die Weicheisengießerei und Stahlwarenfabrik, die Ende des 18. Jahrhunderts von M. Hann errichtet wurde und die mit dem aus dem Hallbachtal abgeleiteten Wasser betrieben wurde. Diese Fabrik war damals die größte Gießerei Österreichs und erzeugte Sporerwaren, Baum-, Reb- und Gartenscheren, Ketten, Trensen, Steigbügel, Pferdehufeisen und Pferdegebisse. Mit letzteren wurde die Kavallerie der Österr.-Ung. Armee ausgestattet. Aber auch andere Waren aus Temperguß und Stahl wurden erzeugt. Dieser Betrieb war 100 Jahre im Besitz der Familie Hann. Zuletzt unter dem Firmenwortlaut "M. Hanns Söhne, Rainfeld".

Im Jahre 1895 kauften F. Spohn und F. Fischer dieses Unternehmen und führten es zirka 30 Jahre in der gleichen Weise weiter. Im Jahre 1909 gelang es dem Metallarbeiterverband übrigens, erfolgreiche Verträge abzuschließen. So wurden die Stundenlöhne der Hand- und Maschinenschlosser auf 35 Heller, die der Hilfsarbeiter auf 28 Heller erhöht. Die Akkordsätze wurden ebenfalls angehoben und die Wochenarbeitszeit auf 55 Stunden herabgesetzt. Außerdem wurde die Anerkennung der Vertrauensmänner und die Freigabe des 1. Mai erreicht. Aufgrund der Arbeiten mit dem glühend heißen Eisen war die Brandgefahr im Werk sehr hoch und deshalb haben die Fabriksbesitzer, Carl und Rudolf Hann, beschlossen, eine Betriebsfeuerwehr auf Vereinsbasis zu gründen, um eventuelle Brände schnell bekämpfen zu können und Produktionsausfälle zu verhindern. Die notwendige Ausrüstung, wie Uniformen, Handdruckpumpen, pferdebespannten Wagen mit tragbarer Schiebeleiter, wurde von den Betriebsbesitzern angekauft. Der erste Kommandant war der Firmeninhaber Carl, der Stellvertreter sein Bruder Rudolf Hann.

Unter dem späteren Besitzer des Werks, Alois Swoboda (siehe unten), bekam die Feuerwehr einen Kraftwagen der Marke Gräf & Stift, den die freiwilligen Mitglieder selbst zu einem Einsatzwagen umbauten.

Im Jahre 1925 kaufte Alois Swoboda dieses Werk zu seinem ersten Werk dazu, und im Jahre 1929, bei der Eröffnung der neuen Gießerei mit drei Kupolöfen, beschäftigte die Firma Alois Swoboda & Co., Dauerbrandöfen- und Herdfabrik, 300 Arbeiter.

Die Erzeugnisse waren: Dauerbrandöfen und Herde (für Haushalt, Restaurationen, Hotels, Dauerbrand Großherde, Dauerbrandherde für Kohle und Elektrokombinationsherde). Die Öfen werden sowohl mit Handregulierung als auch mit selbsttätiger Regulierung geliefert. Swoboda war die erste Firma, die Öfen und Kamineinsätze mit "Automatik" erzeugte. Außerdem werden Dauerbrandeinsätze für Kachelöfen und Kamine und auch Elektro- und Gasgeräte hergestellt.

Nachdem Alois Swoboda 1925 die Gießerei von Spohn und Fischer zu seiner bereits seit 1907 bestehenden Ofenfabrik dazugekauft hatte, verschmolzen die beiden Anlagen zu einem rießigen Fabriksgelände.

1960 umfasst die Anlage eine Fläche von 310 000 Quadratmetern, auf der die 3 000 Quadratmeter große Gießerei mit modernen Formmaschinen steht und die anderen Abteilungen angegliedert sind, und zwar Schlosserei, Emaillierwerk, Schleiferei, Galvanisierungsstätte, Modellschlosserei, Modelltischlerei, Spenglerei und Nebengebäude. Die Produktion wird auf breiter Grundlage vom Rohstoff bis zum Qualitätserzeugnis durchgeführt, und es sind über 400 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Die erzeugten Gußteile wurden aber nicht nur für die eigenen Öfen verwendet, sondern auch an fremde Ofenfirmen geliefert. Wie zum Beispiel in die Schweiz zur Ofenfabrik Affolter, von den Arbeitern wurde dies als "Fremdenguß" bezeichnet. Die Geschäftsbeziehungen in die Schweiz kamen vermutlich daher, daß die Tochter des Direktor Födinger einen Banker aus der Schweiz heiratete.
Quelle: Rainfeld Geschichte und Industrie in Rainfeld

Die Fabrik von Alois Swoboda&Co wurde laut Aussage eines Anrainers vor ca. 50 Jahren geschlossen!

Der Wasserturm als überbleibsel der ehem. Fabrik! Er wird nur mehr als Antennenmast verwendet und befindet sich im Besitz des angrenzenden Heurigenlokals.
Anhang anzeigen 61774

Der 1910 erbaute Wasserturm sowie die Elektrische Zentrale, die mit den dieselmotorbetriebenen Generator den Strom lieferte.

Quelle: Wasserturm und Zentrale
Die folgenden Fotos zeigen das Pumpenhaus, von welchem der Wasserturm gespeist wurde, Pumpe ist immer noch drinnen, total verrostet. Es steht neben dem ebenfalls noch vorhandenen Gebäude des Kraftwerk Nr I
 

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#18
Die ehem. Elektrische Zentrale:
Befindet sich auch in Privatbesitz, ist verschlossen und vom dickicht umgeben. Anhang anzeigen 61787
Neben dieser Diesel-Elektrischen Zentrale (Dieselkraftwerk) waren noch 3 Wasserkraftwerke für die Stromproduktion vorhanden. Kraftwerk I in der Nähe des heutigen Dauercampingplatzes, neben dem damaligen Kettenwerk, Kraftwerk II zwischen Wasserturm und Seilbahnstation und Kraftwerk III vor der Emailwerk-Halle, fast am Ende des Werkbaches, bevor dieser wieder in den Halbach geleitet wurde.
 
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