Wien Nordwestbahnhof

#1
Wenns interessiert, ich habe gestern im vorbeifahren einen neuen Aussichtsturm gesehen. Steht in Nordwestbahnstraße gegenüber Nr.79.
Von der Plattform sieht man das Areal des Nordwestbahnhofes, unten ist eine Ausstellung zur Zukunft des Geländes im Jahr 2025 wenn der Bahnhof abgetragen ist! Eintritt ist kostenlos.
noch ein link dazu: http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/nordwestbahnhof/
 
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josef

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#2
Nordwestbf. Wien

... habe gestern im vorbeifahren einen neuen Aussichtsturm gesehen. Steht in Nordwestbahnstraße gegenüber Nr.79.
Von der Plattform sieht man das Areal des Nordwestbahnhofes, unten ist eine Ausstellung zur Zukunft des Geländes ...
:danke für die Info!

Siehe auch Ausstellung und Aussichtsturm bei der Baustelle Hauptbahnhof Wien
Großbaustelle Hauptbahnhof Wien

lg
josef
 
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Geist

Worte im Dunkel
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#3
Leere Halle Frachtenbahnhof Nordwestbahnhof

Schon vor längerer Zeit war ich dort mal und habe gerade bemerkt, dass ich die Photos noch gar nicht mit euch geteilt habe. :D
 

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#8
Heute war ich zufällig dort, leider ist nur noch ein Trümmerhaufen übrig.
Das war wohl das Zolllager da hunderte beschlagnahmte Asia-Nudelgerichte am Boden lagen. Letzten Sommer fand ich dort ein guterhaltenes Puch-Fahrrad Bj.1936.

Wurde vor gut zwei Monaten komplett abgerissen. Danke Geist für die Fotos, ich hatte vor noch welche zu machen aber da war die Halle schon weck!
 

josef

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#9
Verschwindet alles in den nächsten Jahren...

Lost place Nordwestbahnhof - ein Filmchen:


Die restlichen Anlagen am Nordwestbahnhof werden 2017 nach Inbetriebnahme des "Güterzentrums Wien Süd" (Terminal Inzersdorf) gänzlich verschwinden und Platz für andere Vorhaben der Stadtentwicklung schaffen...
 
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josef

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#11
Wien: Neues Nordwestbahnhof-Viertel

Neues Nordwestbahnhof-Viertel wird höher

Auf dem alten Nordwestbahnhof entsteht derzeit ein neuer Stadtteil. Bis 2025 sollen dort rund 13.000 Menschen einziehen - mehr als ursprünglich geplant. Deshalb wird das neue Viertel auch ein bisschen höher als im ersten Entwurf.

Sehr viel hat sich gegenüber dem Entwurf sonst nicht verändert, die alten Grundsätze von der begrünten Mitte des Viertels sind alle erhalten geblieben, sagte Martin Forstner, Leiter der zuständigen Gebietsbetreuung gegenüber „Wien heute“. Einzelne Bürgerwünsche wie eine Durchwegung, Radwegsverbindungen und die Anbindung des Augartens wurden nun berücksichtigt.

Die größte Änderung: Die Stadt rechnet nun mit mehr Andrang in dem neuen Viertel, das zwischen Donau und Donaukanal entsteht. Nach der vollständigen Absiedlung des alten Frachtenbahnhofs nach Inzersdorf sollen im 20. Bezirk bis zum Jahr 2025 Wohnungen und Arbeitsplätze für rund 13.000 Menschen entstehen. Deshalb wird jetzt auch etwas größer und höher gebaut als noch im ersten Architektenentwurf vor acht Jahren vorgesehen war.

Drei Hochhäuser geplant
Dazu wurde die Geschoßflächendichte ganz leicht angehoben, die Zahl der Wohnungen hat sich dadurch erhöht. In einzelnen Bereichen entlang des Parks kann jetzt bis 35 Meter Höhe gebaut werden, zusätzlich zu den immer schon geplanten Hochhäusern an drei Standorten - wie beispielsweise an der Dresdner Straße, wo 80 Meter hoch gebaut wird.

Stadtteil so groß wie Eisenstadt
Auch die Bauherren profitieren von der Anpassung, denn laut Stadtplanern ist der Grundstückspreis niedriger, wenn höher gebaut wird. Weil in der Brigittenau in Stadtteil entsteht, der in etwa so groß wie Burgenlands Hauptstadt Eisenstadt ist auch bereits bei der Anzahl der Kindergärten und der Schulen nachgebessert worden.

Da der Park mit vielen Freizeitaktiviäten komplett autofrei sein wird, soll es Zuliefermöglichkeiten für die Geschäfte aber auch für die Bewohner geben, die zum Beispiel Möbel für die Einrichtung der neuen Wohnung transportieren wollen. Wie die Garagen angelegt werden, ist derzeit noch offen.
Text u. Bild: http://wien.orf.at/news/stories/2776941/
 

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#12
bin froh, dass ich meine Lehrzeit dort verbringen durfte, die Arbeit ansich war dort nicht allzu spannend da alle wussten, dass wir nichtmehr besonders lange hier sein werden und keiner mehr Bock hatte (auch die Chefs nicht)

Demnach war viel zeit die abgelegenen ecken der Lager zu erkunden! Es gab teilweise Orte an denen seit JAHREN niemand war (der Boden war mehrere Zentimeter von Staub bedeckt) leider habe ich die fotos nichtmehr da dazwischen schon ungefähr 5 Handys lagen :(
 

josef

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#13
Österreichs größter Filmfundus muss vom Nordwestbahnhof-Gelände absiedeln:

Hunderttausende Requisiten müssen weichen
Ob „Tatort“, „Hinterholz 8“ oder „Soko Donau“ - kaum eine der heimischen Serien- und Filmproduktionen, die nicht mit Requisiten aus der Brigittenau ausgestattet wurde. Nun muss der riesige Fundus am Nordwestbahnhof weichen.
Österreichs größter Filmfundus ist am Gelände des Nordwestbahnhofes an der Taborstraße in der Leopoldstadt angesiedelt. Noch - in den nächsten Jahren wird er umziehen müssen, da die ÖBB das Gelände entwickeln. Die Arbeit an einem Logistikkonzept dafür beginnt schon jetzt, bei hunderttausenden Requisiten aus zwei Jahrhunderten auf 3.400 Quadratmetern kein Wunder. Von alten Konserven und Maggi-Flaschen über dutzende Koffer bis hin zu alten Schildern, praktisch alle österreichischen Produktionen werden hier fündig.


ORF

Schatzkammer der Alltagsgegenstände
Es ist eine Schatzkammer mit Alltagsgegenständen und Kuriositäten in einem unscheinbaren Gebäude, zusammengetragen von einigen Kennern, die schon lange in der Filmbranche als Requisiteure und Filmausstatter arbeiten. Sich für den Umzug von Dingen zu trennen, kommt allerdings nicht wirklich infrage. Denn viele Sachen waren nur schwer zu bekommen. „Du fährst dann 300 Kilometer für ein Teil und das schmeißt du nicht mehr weg, das ist dir heilig“, erzählt Außenrequisiteur Peter Ecker im „Wien heute“-Interview.


ORF
Von außen macht die riesige Halle nicht viel her

Vieles hier ist nicht wertvoll, außer für Regisseure. Dabei geht es vor allem um Dinge, die Seltenheitswert haben, wie zum Beispiel historische Rollstühle. Geführt wird das Lager vom gemeinnützigen Verein props.co, der 2005 gegründet wurde. Damals legten einige Ausstatter ihre persönlichen Sammlungen zusammen. Seither werden kleine und große Einrichtungsgegenstände und Accessoires, vorwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert, angeboten.

Ausstattung für 40 bis 50 Filme pro Jahr
Für rund 40 bis 50 Filme pro Jahr liefert dieser Fundus die Staffage. Es gibt hier buchstäblich alles, sogar Pistolen. Wenn man „Tatort“ und „Schnell ermittelt“ ausstattet, braucht man die - bis hin zur Glock. Allerdings sind die Waffen hier nicht echt. Jetzt geht es ans Zusammenpacken: „Und zwar so, dass es einen Sinn macht. So, dass alle, die nach uns kommen, keinen Wahnsinnssaustall beisammen haben und dann nur entsorgen müssen und Kosten haben“, so Filmausstatter Thomas Vögel.

Eine mögliche neue Heimat gibt es bereits: Der Filmfundus könnte in das ehemalige Gasmesserhaus in der Leopoldau übersiedeln. Gespräche dazu sind derzeit im Gange.

Links:
Publiziert am 26.12.2017















Alle Fotos ORF

http://wien.orf.at/news/stories/2886064/
 

josef

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#14
Nordwestbahnhof: Neuer Stadtteil bis 2033

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Noch liegt die große Fläche ziemlich abgeschieden im 20. Bezirk. Doch das Aussehen des Nordwestbahnhof-Areals wird sich grundlegend ändern: Bis 2033 entsteht dort ein neuer Stadtteil mit zehn Hektar Grünraum sowie Wohnungen für 16.000 Menschen.

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Die Wiener Stadtregierung und die ÖBB präsentierten heute am Gelände – das derzeit noch von Lagerhallen und Abstellflächen geprägt ist – die Pläne für das Vorhaben. Der Komplex dient noch als Fracht- und Güterbahnhof und ist insgesamt 44 Hektar (440.000 Quadratmeter) groß.

Es handle sich, wie betont wurde, um das größte noch verbliebene innerstädtische Entwicklungsgebiet. Die mehr als 1,5 Kilometer lange und 400 Meter breite Barriere zwischen Augarten und Dresdner Straße, die die Brigittenau bis heute in zwei Teile trenne, werde künftig aufgehoben.

ÖBB/enf Architekten
So soll der neue Stadtteil aussehen

Vier Hochhäuser und insgesamt rund 6.500 Wohnungen
„Wien und die ÖBB haben jüngst ein Übereinkommen getroffen, dass die Stadt das Areal gemeinsam mit dem Eigentümer ÖBB und mit Bauträgern und Investoren entwickeln wird“, berichtete Bürgermeister Michael Ludwig, der mit der gesamten rot-grünen Regierungsriege dem Areal einen Besuch abstattete.

Zeitlich gestaffelt sollen etwa neue Öffi-Verbindungen, Grün- und Erholungsflächen, eine Fußgänger- und Radverbindung (genannt „High Line“) zur Donau, Bildungseinrichtungen, Büros, Handels- und Dienstleistungsbetriebe, vier Hochhäuser und insgesamt rund 6.500 Wohnungen entstehen.
Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) hob hervor: „Das Projekt ist ein Beispiel dafür, dass Klimaschutz und soziale Fragen eng verknüpft sind und nur gemeinsam gelöst werden können. Hier am Nordwestbahnhof entsteht ein Stadtteil, der genau diese beiden wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit in den Mittelpunkt stellt und leistbares Wohnen, sozialen Zusammenhalt und Klimaschutz miteinander verbindet.“

APA/Herbert Neubauer
Derzeit sieht das Areal noch so aus

UVP-Verfahren soll im Herbst beginnen
Ein Infocenter samt Modell wird über den neuen Stadtraum informieren. Die geschätzten Kosten für die Errichtung der Infrastruktur belaufen sich für die Stadt laut heutigen Angaben auf rund 220 Millionen Euro – wobei die Ausgaben für die Errichtung eines Bildungscampus und bauliche Maßnahmen der Wiener Linien noch nicht eingerechnet wurden. Auch die ÖBB werden sich finanziell an der Entwicklung des Areals beteiligen, hieß es.
Der Start des UVP-Verfahrens durch die Bundesbahnen ist noch für diesen Herbst geplant, danach beginnen die Abbrucharbeiten. Bis 2033 soll das Gesamtprojekt fertiggestellt sein. Auf 60 Prozent der Wohnflächen wird städtisch geförderter Wohnraum entstehen, wie die zuständige Stadträtin Kathrin Gaal berichtete. Rund 1.300 der insgesamt 6.500 Einheiten sind als neue Gemeindewohnungen geplant.

„Mit der Unterzeichnung des Infrastrukturübereinkommens zwischen der ÖBB und der Stadt Wien wurde ein weiterer wichtiger Schritt hin zur städtebaulichen Entwicklung des Nordwestbahnhof-Areals gemacht. Wir sind stolz darauf, dass wir hier auf unserem Gelände dieses zukunftsweisende Stadtentwicklungsprojekt mitgestalten dürfen, das Tausenden Menschen Raum zum Wohnen und Arbeiten, Lernen und Erholen bieten wird“, sagte Silvia Angelo, Mitglied des Vorstands der ÖBB-Infrastruktur AG.

APA/Herbert Neubauer
Die Umweltverträglichkeitsprüfung soll im Herbst starten

Geschichte reicht bis ins Jahr 1872 zurück
Die Geschichte des Nordwestbahnhof reicht bis in den Juni 1872 zurück, wie erläutert wurde. Damals wurde er, noch unfertig, eröffnet. Die Fertigstellung der Halle erfolgte kurz vor der Weltausstellung 1873. Das Bauwerk ist im Stil italienischer Renaissance-Palazzi gehalten, wobei die erreichbaren Destinationen eher in der anderen Richtung zu finden waren. Wichtige eingehende Güter waren damals etwa Fisch aus der Nordsee, der täglich angeliefert wurde. Ebenso über die Nordseehäfen und in Folge über den Nordwestbahnhof kamen die ersten Südfrüchte wie Bananen nach Wien.

Aus Einsparungsgründen sowie wegen der nach 1918 um zwei Drittel gesunkenen Fahrgastzahlen wurde am 1. Februar 1924 die Personenabfertigung im Nordwestbahnhof eingestellt und sämtliche Personenzüge der Nordwestbahn wurden vom Nordbahnhof aus geführt. Die nicht mehr gebrauchte Bahnhofshalle wurde in der Ersten Republik für Ausstellungen sowie politische und sportliche Veranstaltungen genutzt. Sie gilt etwa als älteste bekannte Skihalle der Welt, in der man auf Kunstschnee Skifahren konnte.

Nach dem Einmarsch der Nazis hielten Adolf Hitler und Joseph Goebbels am 9. April 1938, einen Tag vor der „Volksabstimmung über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“, in der Bahnhofshalle Reden. Auch die antisemitische Ausstellung „Der ewige Jude“ wurde dort gezeigt. Durch alliierten Artilleriebeschuss wurde die Halle im April 1945 schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde das Gebäude an der Taborstraße abgerissen.
18.08.2020, red, wien.ORF.at/Agenturen

Link:
Nordwestbahnhof: Neuer Stadtteil bis 2033
 

josef

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#15
Infopoint Nordwestbahnhof öffnet wieder
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Heute noch Güterbahnhof wird aus dem 44 Hektar großen Gelände des Nordwestbahnhofs in der Brigittenau in den nächsten Jahren ein neuer Stadtteil. Das von ÖBB und Stadt gemeinsam betriebenes Infozentrum öffnet nach coronabedingter Pause wieder mit 1. Juli.
Online seit heute, 15.19 Uhr
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Wohnungen für 16.000 Menschen, Arbeitsplätze für rund 5.000 Menschen, Schulen, ein zehn Hektar großer Grünraum und noch einiges anderes mehr werden auf dem 60 Fußballfelder großen Areal entstehen. Noch heuer soll dafür die Umweltverträglichkeitsprüfung beginnen. 2022 und 2023 sind der Flächenwidmung gewidmet, Baubeginn könnte im Jahr 2024 sein. Erste Wohnungen könnten demnach 2026 fertiggestellt sein.

Drei Ausstellungen informieren
Drei Ausstellungen zum Projekt sind im Infozentrum zu sehen. Bürgerinnen und Bürger sollen sich so über das Projekt informieren und sich daran auch beteiligen können: Im „Stadtraum“ der Wiener Stadtteilplanung werden anhand eines digital bespielten Modells die Zukunft des Areals präsentiert und die Grundprinzipien der Stadtteilplanung vorgestellt.
ÖBB/enf Architekten
16.000 Menschen sollen künftig am Gelände des Nordwestbahnhofs wohnen

Im InfoCenter der ÖBB kann man erleben, wie aus ehemaligen Bahnarealen lebenswerte neue Stadtteile für alle entstehen. Die Themenschwerpunkte liegen beim UVP-Verfahren und der Präsentation jener Bereiche, die Einfluss auf die Abbruch-, die Bau- und die spätere Nutzungsphase haben. Und in der dritten Ausstellung des Museums am Nordwestbahnhof von Tracing Spaces erfährt man alles über die Kulturgeschichte des Areals und des ehemaligen Nordwestbahnhofs.

Lebensraum statt Lagerhallen
Wien hat mit der Entwicklung des Sonnwendviertels oder des Nordbahnviertels international beachtete Beispiele moderner Stadtentwicklung auf nachgenutzten Bahnhofs- oder Betriebsflächen umgesetzt. Mit dem Infozentrum will man Hintergründe der Stadtentwicklung sichtbar machen. "Angesichts der Klimakrise ist mir ganz wichtig, in der Stadtplanung und Stadtentwicklung viel Grünraum zu schaffen, gerade dort wo bislang Lagerhallen und Asphalt den Ton angeben, ganz gemäß unserem Motto ‚Raus aus dem Asphalt‘, sagte Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).
ÖBB/enf Architekten
Anhand eines digitales Modells wird die Zukunft des Areals präsentiert

Für den Bezirksvorsteher des 20. Bezirks, Hannes Derfler, ist das neue Stadtentwicklungsgebiet ein Meilenstein. Er empfiehlt allen einen Besuch: „Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Nordwestbahnhof-Areals wird im Stadtraum und dem InfoCenter spannend und informativ dargestellt." Franz Hammerschmid von den ÖBB spricht von „einem Herzstück der Information“ über das letzte große innerstädtische Stadtentwicklungsgebiet der ÖBB.

Kostenlose Führungen für Kleingruppen
Ab Donnerstag, 1. Juli, ist das Info-Zentrum am Gelände des Nordwestbahnhofs wieder jeden Donnerstag von 15.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Für Kleingruppen sind kostenlose Führungen möglich. Der Eintritt ist kostenlos. Anmeldungen sind per E-Mail möglich. Die entsprechenden Hygieneregeln (3-G-Regel, Contact Tracing) im Zusammenhang mit Corona kommen zur Anwendung.
25.06.2021, red, wien.ORF.at/Agenturen

Link:
Infopoint Nordwestbahnhof öffnet wieder
 

josef

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#16
Großprojekt Nordwestbahnhof kommt in die Gänge
Das letzte große innerstädtische Stadtentwicklungsgebiet Wiens wird nun voraussichtlich ab 2025 gebaut werden können. Auch andere Stadtquartiere sind in Umsetzung
Langsam wird es ernst mit der Entwicklung des Nordwestbahnhofareals in Wien. 44 Hektar warten hier darauf, zum neuen Stadtteil umgebaut zu werden, zehn Hektar davon bleiben öffentliche Grünfläche. Auf den restlichen 34 Hektar ist eine Bruttogeschoßfläche von rund 880.000 Quadratmetern möglich. Viele Entwickler seien schon "gierig" auf diese Grundstücke, hieß es bereits vor zwei Jahren beim Pressegespräch der ÖBB Immobilienmanagement GmbH anlässlich der Expo Real in München. 2020 wollte man mit der Verwertung der Flächen beginnen.


Der ehemalige Nordwestbahnhof im 20. Bezirk ist schon länger Hoffnungsgebiet der Wiener Bauträger. Läuft alles nach Plan, kann 2022 die Verwertung starten.
Visualisierung: nightnurse/ÖBB/enf architekten

Grundstücke im Baurecht
Nun, im Oktober 2021, ist man aber doch noch immer nicht so weit. Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sollte im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein, hofft die seit eineinhalb Jahren amtierende ÖBB-Immo-Chefin Claudia Brey. Danach könne es an die Flächenwidmung gehen, und mit der Verwertung will man ebenfalls 2022 starten, sagte Brey bei einem Pressegespräch in München. Wobei hier nun die Strategie etwas geändert wurde: "Verkauft wird bis zum Level der Investitionskosten, danach werden Baurechte vergeben."

Das heißt: Sämtliche Kosten, die der ÖBB Immo als Liegenschaftsverwerterin für die Planungen, die Abbrüche etc. erwachsen, sollen durch Verkaufserlöse hereingespielt werden. Ist das geschafft, werden die weiteren Grundstücke nur im Baurecht vergeben, Grundstückseigentümerin bleibt also die ÖBB.

Das ganze Areal ist 44 Hektar groß. Mit dem Abbruch der Bestandsgebäude soll im kommenden Jahr begonnen werden.
Foto: ÖBB/Redl

Grund für Gemeindebauten wird verkauft
Allerdings wird das aller Voraussicht nach nicht die Grundstücke für die rund 1300 Gemeindewohnungen neu betreffen, die die Stadt am Nordwestbahnhof errichten will. Sie werden "nach jetzigem Stand der Dinge" an die Stadt verkauft werden.
Die Pläne mit den neuen Gemeindewohnungen wurden im Vorjahr bekannt. Schon 2019 hatte sich das Verhältnis aus gefördertem zu freifinanziertem Wohnbau im Nordwestbahnhofareal geändert, hervorgerufen durch die damals neue Widmungskategorie Geförderter Wohnbau: Statt 60 Prozent freifinanziert zu 40 Prozent gefördert drehte sich das Verhältnis um. Das heißt, von den etwa 6500 Wohneinheiten, die hier errichtet werden können, werden rund 2600 freifinanziert sein und etwa 3900 als im weiteren Sinne "geförderte" Wohnungen gebaut. Bei Letzteren ist dann eben auch ein Drittel an neuen Gemeindewohnungen dabei.

Schulen und Gewerbe
Neben den tausenden Wohnungen werden am Nordwestbahnhof auch drei Bildungscampus mit Schulen und Kindergärten entstehen, außerdem Büros sowie Flächen für Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe. In Angriff genommen wird das alles in vier Bauabschnitten ab dem Jahr 2025, beginnend von Süden nach Norden.

Abgebrochen wird voraussichtlich ab kommendem Jahr in zwei Phasen bis 2025. Fertig sein soll der neue Stadtteil für rund 15.000 Menschen dann um das Jahr 2037.

Weitere Projekte der ÖBB Immo GmbH:
Neues Landgut ist in Bau
Schneller gehen dürfte die Entwicklung des Neuen Landguts westlich vom Wiener Hauptbahnhof. Dort sind es neun Hektar, die bis 2027 mit 1500 Wohnungen bebaut werden können bzw. sollen, hier jeweils zur Hälfte freifinanziert und gefördert. Ein Bildungscampus wird bereits gebaut, außerdem entstehen gerade zwei geförderte Wohnprojekte mit 500 Wohnungen sowie ein Gemeindebau neu mit 165 Wohneinheiten.


Beim Entwicklungsgebiet Neues Landgut läuft die Verwertung bereits.
Visualisierung: superwien urbanism + DnD

Bei zwei geförderten Projekten hat sich die ÖBB hier übrigens Einweisungsrechte in Höhe von 30 Prozent gesichert, unter anderem für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schichtdienst.

Stadtquartiere auch in Linz, ...
Doch nicht nur in Wien, sondern auch in kleineren österreichischen Städten ist die ÖBB Immo GmbH mit Stadtteilentwicklung beschäftigt. In Linz hat man etwa südlich des Hauptbahnhofes, an der Wiener Straße, ein großes Gelände, das teilweise brachliegt, teilweise noch als ÖBB-Werkstättenareal in Betrieb ist.


Südlich des Linzer Hauptbahnhofs ist ein gemischt genutztes Quartier geplant.
Visualisierung: X Architekten

Hier wollte man zunächst ein Einkaufszentrum errichten, doch die Stadt Linz war dagegen. Man sattelte um auf ein gemischt genutztes Viertel und lobte dafür einen Europan-Wettbewerb zur Erlangung eines städtebaulichen Leitbilds aus. Dieses ist gerade in Arbeit und soll dann die Grundlage für den Bebauungsplan sein.

Die erste Teilfläche mit 1,5 Hektar und einer möglichen Bruttogeschoßfläche von rund 30.000 m2 könnte dann ab 2023 verwertet werden, sagte ÖBB-Immo-Geschäftsführerin Brey. Entstehen sollen Wohn-, Büro-, Geschäfts- und Produktionsflächen.

... Villach und Amstetten
In Villach hat man sogar 2,5 Hektar am Westbahnhof zur Verfügung, die man nun ebenfalls entwickeln will. Ein Masterplan ist in Ausarbeitung.
Und aus dem "Quartier A" beim Amstettener Bahnhof ist die ÖBB nach dem Verkauf der Grundstücke bereits wieder draußen. Brey sieht in diesem Projekt aber einen "Prototyp" für weitere Entwicklungen in ähnlich großen Städten.


Bahnsteigdach in Holzbauweise, ein Pilotprojekt in Ternitz (li.). Am Bahnhof Sierning wurde ein Dach installiert, das nur aus Photovoltaik-Elementen besteht.
Fotos: ÖBB/Fritscher

Bauen mit Holz und Photovoltaik
Pilotprojekte gibt es aber auch anderer Art: Man experimentiert mit Bahnsteigüberdachungen aus Holz (am Bahnhof Ternitz) und aus Photovoltaik-Elementen (am Bahnhof Sierndorf). Auch Personenstege könnten bald wieder aus Holz gebaut werden, sagte Co-Geschäftsführer Erich Pirkl. (Martin

Putschögl, 18.10.2021)

Nachlese
Alte Gösserhalle in Wien-Favoriten wird revitalisiert
Neues Landgut: Neuer Stadtteil beim Wiener Hauptbahnhof
Entwickler sind schon "heiß" auf Flächen am Nordwestbahnhof

Großprojekt Nordwestbahnhof kommt in die Gänge
 
#17
Grundstücke weden als Baurecht vergeben: bedeutet der Pächter darf darauf bauen und das Grundstück pachten.

Die Grundstücke werden in der Regel auf 99 Jahre verpachtet, danach muss verlängert und wenn nicht, das Objekt abgerissen werden.
Ist auch lustig für Kredite etc: das Grundstück gehört dem Verpächter und das Haus dem Hausbauer.

Siehe auch Superädifikat

In unserem Forum war ein Fall, wo eine Museumeisenbahn (einige km lang), abgebaut werden musste, weil der Pachtvertrag nicht verlängert wurde.
 

josef

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#18
SPUREN IM SCHOTTER
Der Nordwestbahnhof und seine Geschichte
Zwei Architekten sammeln seit 2015 die Geschichten des Wiener Nordwestbahnhofs. Bald wird auch der Ort Geschichte sein, denn Wien tut sich mit Zwischennutzungen schwer
Den Kran, sagt Michael Zinganel und deutet auf eine Asphaltfläche neben überwucherten Gleisen, gibt es nicht mehr. Bis 2017 wurden hier Güter verladen, dann wurde das Metallungetüm zerlegt und vom neuen Besitzer über die Donau nach Serbien verschifft. Es ist eine von vielen Geschichten, die sich hier am Wiener Nordwestbahnhof erzählen lassen. Nicht wenige davon haben mit der Donau zu tun, und Michael Zinganel kennt sie alle. Seit 2015 ist der Architekt hier mit seinem Kollegen Michael Hieslmair unter dem Namen Tracing Spaces zugange. Sie suchten einen Raum für ein Forschungsprojekt und fanden ihn.


Wo heute die Aktion "Fischgeschichten" an verschüttete Donauarme unter den Gleisen erinnert...
Foto: Tracing Spaces

Ein richtiger Bahnhof ist das 44 Hektar große Areal nicht mehr, aber ein Ort des Ankommens und Verteilens. Sattelschlepper kurven wie im Ballett umeinander, in einer scheinbar endlos langen Halle, einem in Wien einzigartigen Raum, werden Waren verladen, geredet wird in einem Dutzend Sprachen, ein paar Meter weiter herrscht postindustrielle Stille, entlang der geraden Gleise geht der Blick auf Kahlen- und Leopoldsberg. "Nachdem wir ohnehin schon zu transnationaler Logistik gearbeitet hatten, hat uns der Ort hier interessiert", erzählt Zinganel. "Wir haben eher nebenbei begonnen, Wissen darüber zusammenzutragen und mit den Experten des Alltags zu sprechen, solange sie noch hier sind."

Fischgeschichten
Entstanden auf dem Areal eines im Zuge der Donauregulierung der 1870er-Jahre zugeschütteten Flussarms, war der Nordwestbahnhof einer von drei konkurrierenden Transportknoten, die die Vielvölkerhauptstadt mit Stoff aller Art versorgten. Am benachbarten Nordbahnhof kamen Kohle und Stahl aus Ostrau an, am Franz-Josefs-Bahnhof landwirtschaftliche Produkte aus dem westlichen Böhmen und hier Braunkohle, Zucker und Keramik. 1910 wurde die Nordwestbahn verstaatlicht, 1924 der Personenverkehr eingestellt, nach dem Krieg wurde das schwerbeschädigte Empfangsgebäude gesprengt. Es blieb der Güterverkehr, bis ihn das neue Containerterminal in Inzersdorf überflüssig machte, nun wird in Zukunft am Gelände ein Quartier für rund 15.000 Menschen entstehen.

Seitdem hat sich hier neben den Speditionen eine Fülle an Kleinstbetrieben und informellem Handel auf den Brachen angesiedelt. Ganz hinten am westlichen Ende steht ein Schwarm weißer Fische im Schotter. Eine der vielen kleinen Spuren, die Tracing Spaces inzwischen hinterlassen haben: 2020 wurde hier mit "Fischgeschichten" an die begrabene Donau und an Wiens historisches Verhältnis mit Fischen aller Art erinnert. Im Jahr zuvor wurde das Stationentheater Nordwestpassage aufgeführt.

In diesen Tagen wird mit "Excavations from the darkest past" an das schwarze Kapitel des Ortes erinnert: Im April 1938, wenige Wochen nach dem sogenannten "Anschluss", wurde in der Bahnhofshalle die Propagandaausstellung Der ewige Jude gezeigt. Hieslmair und Zinganel rekonstruierten die Umrisse der Ausstellung am Boden, am 12. November wird es eine Führung und eine Podiumsdiskussion geben.

Alles Neubau?
Die Aktionsbasis der beiden befindet sich im Keller eines unscheinbaren Gebäudes, wo das von ihnen eingerichtete Nordwestbahnhof-Museum betont unelitär ein stetig anwachsendes Konzentrat aller Geschichten und Pläne, bietet. Ein Stockwerk weiter oben zeigen die ÖBB in einer Ausstellung die Zukunft des Areals, einen Halbstock weiter die Stadt Wien in einer Art Konkurrenzausstellung dasselbe.

Das städtebauliche Leitbild für die Neubebauung wurde von 2005 bis 2008 entwickelt und 2016 überarbeitet und beschlossen: 6500 Wohnungen, 4000 Arbeitsplätze, Schulen und Kindergärten, Supermärkte und ein langgestreckter Park (die "Esplanade") in der Mitte, autofrei gequert. Gebaut werden soll in vier Phasen von 2024 bis 2033, die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) läuft derzeit. "Wir erwarten den Bescheid zur UVP im zweiten Quartal 2022 und gehen davon aus, dass unsere Umweltverträglichkeitserklärung positiv beschieden wird," heißt es vonseiten der ÖBB zum ΔTANDARD. Zwei der alten Backsteinbauten sollen erhalten bleiben, die Nutzung ist noch offen.

Das werden die einzigen überlebenden Spuren der Geschichte sein, denn dort, wo heute Geschichten und Waren zirkulieren, wird dann gewohnt, eingekauft, dekorativ in Cafés und auf Wiesen gesessen. So weit, so brav, so Neubau. Reicht das? Oder braucht es auch ungeschönte Orte der Produktion, der Verarbeitung, Orte, an denen Dinge und Menschen ankommen, bevor sie ihren Platz in der Stadt finden? Freiräume, die noch nicht genau definiert sind, die ruhig auch nervös machen können? Internationale Beispiele, wie man den Wildwuchs einer Bahnbrache atmosphärisch in die Zukunft hinüberretten kann, gibt es, wie der gelungene Park am Gleisdreieck in Berlin zeigt.

Schon hat die Kreativszene das Areal entdeckt: Die Vienna Design Week und das Urbanize-Festival waren zu Gast, das Theater Brut hat hier sein Zwischenquartier. Doch die Wiener Stadtplanung liebt die Tabula rasa und tut sich schwer mit Zwischennutzungen, das zeigen die unglücklich verlaufene Geschichte der Nordbahnhalle und die auf ein paar Ziegelwände reduzierte Gösserhalle.

"Wir wollen der Bedeutung eines Güterverkehrsknotens und den Schlüsselarbeitskräften urbaner Ver- und Entsorgung Respekt erweisen", sagt Michael Zinganel. "Wir wollen die Geschichte eines vergessenen Ortes freilegen und vermitteln, inklusive der Zwischennutzungen von Akteuren außerhalb des Kreativmilieus, nämlich von Menschen am unteren Ende der Nahrungskette in der Logistikbranche." Logistik wird auch die Stadt von morgen brauchen, und zwar nicht nur draußen am Rand.
(Maik Novotny, 06.11.2021)
Der Nordwestbahnhof und seine Geschichte
 
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