Bergung von Bomben und sonstigen Kriegsrelikten

W

WiniVision

Guest
#2
Bombenfund - diesmal in Tulln

Nachträglich.


Am Nachmittag des 4.6. war ein Großaufgebot an Rettung, Polizei und Feuerwehr im Einsatz um den Sicherheitsradius (100 und 400 Meter) bei einer Entschärfung einer amerikanischen Fliegerbombe (250 kg mit Front- und Heckzünder) aus dem 2. Weltkrieg durch den Entmienungsdienstes des Bundeskriminalamtes im Tullner Stadtzentrum (Frauentorgasse - ehem. Raiffeisen Lagerhaus) sicherzustellen.





Bericht der FF Tulln:
Im Zuge von Bauarbeiten am Areal des ehemaligen Raiffeisen-Lagerhauses in Tulln wurde am Nachmittag des 04.06.2008 eine amerikanische Fliegerbombe (250 kg mit Front- und Heckzünder) aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Zur Unterstützung bei den erforderlichen Evakuierungs- und Räumungsarbeiten forderte die Polizei um 14:54 Uhr die Stadtfeuerwehr Tulln an.

Nach Einrichten einer Einsatzleitung am Merkur-Parkplatz und Abklärung der Einsatzaufgaben – Evakuierung der gesamten Bevölkerung im 100-Meter-Radius sowie Warnung der Bevölkerung im 400-Meter-Radius (Verbleiben in den Gebäuden) – wurden weitere zehn Feuerwehren nachalarmiert. Erschwerend für die Evakuierung war, dass sich in unmittelbarer Umgebung des Fundortes (Scheunengasse-Frauentorgasse) neben einem Bahnhof, einem Kindergarten und einem Lebensmittelgroßmarkt auch ein Mehrparteienwohnhaus mit über 80 Wohnungen befindet. Nur durch den Einsatz der großen Anzahl an Einsatzkräfte war es möglich bis 16:50 Uhr die vorgegebenen Radien zu räumen bzw. abschließend auch die Einsatzkräfte aus dem Gefahrenbereich zu ziehen. Ebenso wurde die Einsatzleitung ins Feuerwehrhaus Tulln in die Brückenstraße verlegt.

Mehrere bettlägrige oder gebrechliche Personen mussten vom Rettungsdienst evakuiert bzw. für den Zeitraum der Entschärfung vorübergehend im Tullner Landespensionistenheim “Rosenheim“ untergebracht werden.

Nach Freigabe des Gefährdungsbereiches durch die Bezirkspolizeikommandantin, Mjr. Sonja Figl, begannen die Entminungsdienstspezialisten des Bundeskriminalamtes mit der Entschärfung welche nach lediglich zwei Minuten erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Alle erforderlichen Sperren im Tullner Stadtgebiet wurden unmittelbar danach aufgehoben.

Das entschärfte amerikanische Kriegsrelikt wurde verladen und vom Entminungsdienst abtransportiert. Aufgrund der Absperrmaßnahmen kam der Verkehr im Stadtzentrum komplett zum Erliegen und auf den großräumigen Umleitungen über die beiden Tullner Umfahrungen entstanden große Verzögerungen.

Nach einer kurzen Abschlussbesprechung bei der Einsatzleitung konnten alle eingesetzten Feuerwehrkräfte um 17:20 Uhr wieder abrücken.

Eingesetzt waren:
Freiw. Feuerwehr Tulln-Stadt mit Vorausfzg., drei Tanklöschfzg., Versorgungsfzg., Mannschaftstransportfzg. und 25 Mitgliedern
Betriebsfeuerwehr Agrana mit Tanklöschfzg., Kleinlöschfzg. und 16 Mitgliedern
Freiw. Feuerwehr Asparn mit Mannschaftstransportfzg. und 5 Mitgliedern
Freiw. Feuerwehr Chorherrn mit Löschfzg. und 2 Mitgliedern
Freiw. Feuerwehr Freundorf mit Kommandofzg. und 6 Mitgliedern
Freiw. Feuerwehr Langenlebarn mit Tanklöschfzg. und 6 Mitgliedern
Freiw. Feuerwehr Langenrohr mit Kleinlöschfzg. und 6 Mitgliedern
Freiw. Feuerwehr Neuaigen mit Kommandofzg., Kleinlöschfzg. und 14 Mitgliedern
Freiw. Feuerwehr Nitzing mit Kommandofzg., Kleinlöschfzg. und 11 Mitgliedern
Freiw. Feuerwehr Staasdorf mit Tanklöschfzg., Kleinlöschfzg. und 11 Mitgliedern
Freiw. Feuerwehr Tulbing mit Kommandofzg. und 6 Mitgliedern
Bezirksfeuerwehrkommando Tulln
Abschnittsfeuerwehrkommando Tulln
Pressestelle des NÖ Landesfeuerwehrverbandes
Rotes Kreuz mit 8 Fahrzeugen
Stadtgemeinde Tulln
Polizei Tulln und Bezirkspolizeikommando Tulln
Entminungsdienst des Bundeskriminalamtes

www.feuerwehr.tulln.at





Bericht des RK Tulln:
Am Mittwoch den 4.6.2008 wurde das Rote Kreuz Tulln von der Stadtfeuerwehr Tulln zum Fund einer amerikanischen Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg (250 kg mit Front- und Heckzünder)in Tulln (Frauentorgasse - ehem. Raiffeisen Lagerhaus) berufen:

Sofort galt es, die umliegenden Wohnungen und Häuser zu evakuieren, sowie die Evakuierung zu überwachen und gegebenenfalls rasch Hilfe leisten zu können.

Einsatzleiter Bezirksstellenleiter Stellvertreter Andreas Schatz, das Tullner Bezirkskommando, mehrere Tullner und Großweikersdorfer Rettungs- und Krankentransportwagen wurden alarmiert sowie nachbesetzt und an zwei KFZ Sammelplätzen in Tulln stationiert, ebenfalls wurde Notarzt Bezirksstellenleiter Prim. Dr. Feik zum Einsatz mitalarmiert.

Mehrere Personen wurden zwecks Unterkunft für die Dauer der Bombenentschärfung im Tullner Rosenheim untergebracht.

Die Feuerwehren des Bezirks standen im Großalarm, um 16:58 Uhr wurde die Bombe entschärft.

Erschwert wurde der Einsatz der Hilfsorganisationen durch starken Regen, der zeitweise einsetzte, auch für die Evakuierten stelle dieser Aspekte ein zusätzliche Belastung dar.

Parallel dazu ging der reguläre Rettungs- und Krankentransport des Roten Kreuz Tulln unbeeinträchtigt weiter: Der Tullner Notarztwagen musste währenddessen Notfälle in Reichersberg, Neuaigen und Zwentendorf versorgen. Auch wurden Rettungs- und Heimtransporte ohne Verzögerung durchgeführt.

Der Verkehr im Stadtgebiet kam teilweise komplett zum Erliegen, da großräumige Umleitungen eingerichtet wurden.

Anwesende Kräfte:
Rettungstransportwagen Tulln 19/001 & 19/002
Krankentransportwagen Tulln 19/003, 19/007, 19/008
Behelfskrankentransportwagen Großweikersdorf 19-603
Krankentransportwagen Großweikersdorf 19/602, 19/605
Stadtfeuerwehr Tulln
Mehrer Feuerwehren des Bezirk Tulln
Polizei

www.rk-tulln.at
 
H

Harald 41

Guest
#3
Fliegerbombe in wien Detoniert

Was gestern als leichtes Erdbeben in Wien Alt Erlaa gedeutet wurde,war nach heutigen Ermittlungen möglicherweise eine 500kg schwere Fliegerbombe die in einer Gätnerei detonierte.
Als ein Angestellter der Gärtnerei heute Früh das Gelände betrat,sah er einen riesigen Krater (nach angaben des ORF Teletext 15o Quadratmeter).

Die Bombe war nach angaben des Entmienungsdienstes mit einem Säurezünder versehen der etwas später losgehen sollte.
In Ihr war vermutlich eine Glasampulle mit Aceton eingebaut.

LG Harry

PS: nähere infos eventuell heute im ORF
 

Soundy

Well-Known Member
#4
Explosion für Erdbeben gehalten

Wien-Liesing
Explosion für Erdbeben gehalten


Die anfänglich für ein Erdbeben gehaltenen Erdstöße dürften durch die Explosion einer Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg verursacht worden sein. Diese ist im Areal einer Gärtnerei in der Meischlgasse hochgegangen. Anfänglich wurde die Explosion für ein leichtes Erdbeben gehalten. Erst am Samstag stellte sich heraus, dass die Erschütterungen allem Anschein nach durch die Explosion der Fliegerbombe verursacht wurden.

Bewohner in der Putzendoplergasse in Alt-Erlaa hatten gegen 20.40 Uhr einen explosionsartigen Knall mit darauffolgenden erdbebenähnlichen Erschütterungen wahrgenommen. Darauf hin liefen bei der Feuerwehr die Telefone heiß. Viele Bewohner befürchteten ein Erdbeben. wie die Feuerwehr berichtet wurde bei dem Vorfall niemand verletzt und keine Gebäude beschädigt.

Die Messinstrumente des Erdbebendienstes für Meteorologie und Geodynamik konnten das anfänglich geglaubte Erdbeben nicht verzeichnen. Der Erdbebendienst erklärte, dass die Erdstöße zu leicht und lokal gewesen sein, als das sie von den Instrumenten aufgezeichnet werden konnten. Nun ist auch klar warum, war das vermeintliche Erdbeben höchstwahrscheinlich die Explosion. (an)

Quelle: http://www.wienweb.at/content.aspx?menu=1&cid=155454


Weltkriegsrelikt explodiert - Wiener spürten "Beben"

Was die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Freitagabend als leichtes lokales Erdbeben in Wien-Liesing ohne messbaren Magnitudenwert eingeschätzt hat, war offenbar die Explosion einer Fliegerbombe in einer Gärtnerei. Wie Oberstleutnant Robert Klug von der Kriminaldirektion 1 (KD 1) am Samstag mitteilte, dürfte in den Abendstunden ein vermutlich 500-Kilo-Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg in einer Gärtnerei in der Meischlgasse 38 hochgegangen sein.

Samstag früh entdeckte ein Mitarbeiter der Gärtnerei einen ziemlich ausgedehnten Bombentrichter etwa 100 Meter vom Haus des Besitzers des Unternehmens entfernt auf freiem, wenngleich bepflanztem Gelände. Der Firmeninhaber selbst hatte am Abend einen dumpfen Knall gehört und war laut Klug einige Meter in den Garten gegangen, konnte in der Dunkelheit aber nichts erkennen.

Explosion von Säurezünder ausgelöst
Die Bombe dürfte sich bei ihrem Aufprall im Zweiten Weltkrieg ziemlich tief in den Boden gebohrt haben. Über viele Jahre wurde das Gelände darüber von dem Gärtner genutzt, ohne etwas von dem Kriegsrelikt zu merken.

Die Explosion dürfte nach ersten Vermutungen von einem Säurezünder ausgelöst worden sein. "Dieser hat sich aktiviert", sagte Klug. Personenschäden gab es nicht, auch Anrainer waren nicht betroffen, wohl aber die Gärtnerei, die auf einer größeren Fläche die dort angebauten Pflanzen abschreiben muss.

Untersuchungen im Gange
Samstag früh lief die Untersuchung des Vorfalls. Der Entminungsdienst war ebenso im Einsatz wie ein Sprengstoffsachverständiger. Offen war die Frage, ob es sich um eine 500 Kilo- oder eine etwas kleinere Bombe handelte. Klug stellte infrage, ob man dies überhaupt hundertprozentig klären könne - wenn, dann erst in einigen Tagen: "Außerdem ist es eine eher akademische Frage, ob es ein 500-Kilo- oder ein 350-Kilo-Sprengkörper war."

Erschütterungen nur in Wien-Liesing spürbar
Der Vorfall hatte jedenfalls für einige Aufregung gesorgt: Die ZAMG berichtete, die Erschütterungen seien nur sehr lokal - fast ausschließlich in Liesing - verspürt worden. Dort allerdings seien die Erschütterungen von vielen Personen wahrgenommen worden und hätten auch Sorge ausgelöst. Infolge des sehr lokalen Auftretens sei aus den entfernten instrumentellen Aufzeichnungen kein Magnitudenwert bestimmbar, auch habe es keine Berichte über Schäden an Gebäuden oder über Opfer gegeben. Die Feuerwehr sprach in der Früh von einem dumpfen, explosionsartigen Knall, der für Verwirrung gesorgt habe. Anrainer hatten ausgesagt, sie hätten Erschütterungen gespürt.

Quelle: http://www.krone.at/krone/S25/object_id__115138/hxcms/index.html

Zum Glück waren um diese Zeit keine Personen in der Gärtnerei!

Soundy
 
#9
Hi!

Als wichtigstes Ziel in der Nähe galt wohl die Raffinerie Vösendorf .

Wobei die Gegend 1944/45 auch nicht arm an Industriebetrieben und Verkehrswegen (Bahn/Straße) war!

Möglich wäre auch Fehl- bzw. Notabwurf!


Aktuelle Übersicht der Gegend:

Rechtes Bild -Bildmitte unter dem "L" von Liesing ist die Meischlgasse 38 !
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#10
Weiss zufällig jemand:
Waren da früher Fabriken bzw warum wurde diese Gegend gebombt?
Die traditionellen Industrieflächen südlich Wiens im Bereich der Südbahn und Triesterstraße wurden besonders ab Miitte 1942 durch Erweiterung und Neuerrichtung von Betrieben aufgewertet. Das heutige österreichische Staatsgebiet war damals noch außer Reichweite der alliierten Bomber und galt als "Luftschutzkeller des Reiches". So wurden im "Industriehorst Liesing" (=> siehe Schausberger; Rüstung in Österreich 1938-45"; Seite 83, 108 usw.) z.B. die bestehenden Firmen Schember - Atzgersdorf (7,5 cm KwK), Waagner Biro - Vösendorf (ebenfalls Panzerkanonen), Gräf & Stift (LKW's) und die Raffinerie Vösendorf erweitert und ausgebaut... Neuerrichtet wurden im "Industriehorst Liesing" z.B. die Caro-Metallwerke, Filialbetrieb der "Vereinigten Wiener Metallwerke", Elektron & Co. als Zulieferbetriebe der Flumo-Ostmark...

Ab 23.4.1944 begannen dann auch die Luftangriffe auf Wien. So z. B. gab es am 29.5.44 schwere Treffer bei Schember und Gräf & Stift, am 8. u. 25.7.44 auf die Raffinerie Vösendorf usw.

Aufklärer-Lubi der Raffinerie Vösendorf nach dem Angriff v. 25.7.44 (oberer Bildrand "Triester-Straße und "Badner Bahn")
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:
#11
Ach ... Josef, Du bist ein Held!

Ich fragte mich schon seit meiner Jugend, als ich über die Gleise auf der Triester Strasse gepoltert bin, wofür die gut waren.

Super! Danke.
 

Soundy

Well-Known Member
#12
Noch zwei Artikel aus der "Presse":

Fliegerbomben: Blindgänger lauern unter Bahnhöfen
22.09.2008 | 19:20 | ERICH KOCINA (Die Presse)

Eine eigene Abteilung der ÖBB hält beim Bau des Wiener Hauptbahnhofs nach Sprengkörpern am Baugelände Ausschau.

WIEN. Auf dem Gelände von Wiens Bahnhöfen liegen noch zahlreiche explosive Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Wie viele nicht explodierte Fliegerbomben konkret noch unter Geleisen, Gebäuden oder Bahnhofsanlagen im Erdreich stecken, ist nicht klar. Doch bei Bauarbeiten stößt man immer wieder auf Blindgänger.

Zuletzt wurde etwa im heurigen April eine 250 Kilogramm schwere Bombe nahe den Südbahngleisen beim Matzleinsdorferplatz entdeckt – für die Entschärfung musste der Bahnverkehr kurzfristig unterbrochen werden.

Vor allem rund um den Bau des neuen Hauptbahnhofs will man daher bei den ÖBB auf Nummer sicher gehen. Etwa sechs Monate vor Baubeginn, der Ende 2009 erfolgen soll, wird eine eigene Kampfmittelräumfirma nach sprengfähigen Kriegsrelikten suchen. In Gebieten, wo besonders tief gebaut werden muss, gibt es vorher eigene Tiefensondierungen, erklärt ÖBB-Sprecherin Alexandra Kastner. Und sobald eine der Messsonden etwas Verdächtiges aufspürt, wird die Explosive Ordnance Consulting (EOC), eine eigene Einheit der ÖBB für den Umgang mit explosivem Material, verständigt.

Während sich die Bundesbahnen beim künftigen Zentralbahnhof sehr intensiv mit der Möglichkeit explosiver Überraschungen befassen, weisen sie am Gelände des ehemaligen Nordbahnhofs die Verantwortung von sich: Für das 75 Hektar große Areal, auf dem ein neuer Stadtteil entstehen soll, könne man keine Verantwortung übernehmen – und nachdem man als Grundeigentümer keine Erdarbeiten durchführt, spielt man den Ball an den Bauträger weiter.

Dass gerade Bahnhöfe und Gleisanlagen bombenverseucht sind, hat einen simplen Grund: Sie waren im Zweiten Weltkrieg strategische Ziele – wie auch Brücken, Raffinerien oder Flugzeugwerke. Orte wie diese sind es auch, zu denen die Spezialisten des Entminungsdienstes im Bundeskriminalamt am häufigsten gerufen werden. „2007 sind wir 1026-mal ausgerückt“, sagt Willibald Berenda, Chef des Entminungsdienstes.

Die Blindgänger werden in der Regel vor Ort entschärft – der Zünder wird entfernt –, abtransportiert und auf den Bundesheer-Truppenübungsplätzen in Großmittel oder Allentsteig kontrolliert gesprengt. Komplizierter ist es, wenn es sich um eine Bombe mit Zeitzünder handelt – mit Hilfe eines Säurezünders konnten Bomben so eingestellt werden, dass sie nicht beim Aufprall, sondern erst später detonieren, um etwa Räumungstruppen zu treffen.

Findet der Entminungsdienst einen solchen Sprengkörper, wird die Bombe gleich am Fundort gesprengt – nachdem die Umgebung großräumig abgesperrt und gesichert wurde. Früher wurden auch solche Sprengkörper abtransportiert, doch seit einem Unfall im Jahr 2003 in Salzburg, bei dem zwei Spezialisten getötet wurden, geht man auf Nummer sicher.

Bombe explodiert von selbst
Eine solche Bombe war es auch, die vergangenen Freitag in einer Wiener Gärtnerei einen 14 Meter breiten und sechs Meter tiefen Krater in den Boden sprengte. Zur Detonation kam es, weil der Säurezünder, der fast 63 Jahre unbeschadet überstanden hatte, plötzlich doch kollabierte. Ein Fall, der nicht häufig vorkommt. Seit Beginn der Aufzeichnungen des Entminungsdienstes im Jahr 1946 kam es in ganz Österreich bisher zu sechs Selbstdetonationen. „Ein solcher Fall“, so Berenda, „kommt nur alle zehn Jahre ein Mal vor.“

Auf einen Blick
14.000 nicht detonierte Fliegerbomben werden auf österreichischem Gebiet vermutet – der Großteil davon auf strategisch wichtigen Orten wie Bahnhöfen und Gleisanlagen.

Entminungsdienst: Wird ein Blindgänger entdeckt, rückt eine Spezialtruppe des Bundeskriminalamts an, die die Bombe entschärft und abtransportiert – oder am Fundort sprengt.

Gefahr: Problematisch sind vor allem Bomben mit Zeitzündern, die auch nach 60 Jahren unvorhergesehen detonieren können, wie zuletzt am Freitag in einer Gärtnerei in Wien Liesing.

Quelle: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/416443/index.do?_vl_backlink=/home/index.do



Wer bezahlt Bergungen? Banges Warten auf Gericht
22.09.2008 | 19:22 | CLAUDIA LAGLER (Die Presse)

Städte warten auf Urteil des Obersten Gerichtshofs.

SALZBURG. Die Detonation eines 250-Kilo-Sprengkörpers auf dem Gelände einer Gärtnerei in Wien-Liesing am Wochenende (siehe oben stehenden Bericht) hat die Gefahr wieder ins Bewusstsein gerufen: In Österreich werden noch rund 14.000 Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg unter der Erde vermutet, die jederzeit zur tödlichen Falle werden können.

Um dieses Risiko auf ihrem Gebiet zu entschärfen, hat die Stadt Salzburg vor einigen Jahren systematisch nach Blindgängern gesucht. Die Frage, wer für diese Sondierung und Bergung die Kosten übernimmt, beschäftigt seit fünf Jahren die Gerichte. Der Ausgang des Musterprozesses wird von vielen anderen Gemeinden und Städten mit Spannung erwartet, weil sie ebenfalls noch Kriegsrelikte auf ihrem Gebiet suchen und bergen müssen.

„Wir haben im Frühjahr gegen das Urteil in zweiter Instanz berufen, die Sache liegt beim Obersten Gerichtshof“, erklärte Friedrich Harrer, in der Blindgänger-Causa Anwalt der Stadt Salzburg, im Gespräch mit der „Presse“. Wann es zu einer Entscheidung komme, könne er nicht sagen.

Die Stadt hat die Republik auf die Zahlung von rund 925.000Euro geklagt. Diese Kosten entstanden, als 27 Verdachtspunkte auf mögliche Bombenblindgänger sondiert wurden. An drei Stellen entdeckten die Experten Kriegsrelikte. In der ersten Instanz bekam die Stadt recht.

Bleiben Grundbesitzer übrig?
Eine Salzburger Zivilrichterin hatte befunden, dass der Bund nach dem Sicherheitspolizeigesetz auch finanziell für das Sondieren, Freilegen und Bergen der Bombenblindgänger zuständig ist. Eine Ansicht, der sich das Oberlandesgericht Linz als zweite Instanz nicht anschloss. Der Dreiersenat in Linz urteilte, dass der Bund für die Bergung der Bomben verantwortlich sei. Die Kosten für das Freilegen und Sondieren wären Sache der Grundbesitzer. Die letzte Entscheidung liegt beim OGH. Auf Bundesebene wird ein Gesetz, das die Finanzierung der Bergung von Bombenblindgängern regeln soll, diskutiert.

Quelle: http://diepresse.com/home/panorama/...orama/oesterreich/416443/index.do&selChannel=


Soundy
 

Soundy

Well-Known Member
#13
Wien 2., Leopoldstadt, Russische Fliegerbombe entdeckt

Polizei und Entminungsdienst mussten Mittwoch kurz vor 13 Uhr in der Leopoldstadt ausrücken: Bei Baggerarbeiten auf einer Baustelle in der Vorgartenstraße war eine Fliegerbombe gefunden worden.

Laut Polizei habe es sich bei dem Kriegsrelikt um eine Behelfsbombe russischer Bauart mit aktivem Zünder gehandelt. Die Bombe wurde vom Entminungsdienst gesichert und abtransportiert.

Während des Einsatzes war das Gelände abgesperrt, in einer nahe gelegenen Schule bzw. Hort wurden die Kinder in rückseitige Klassenräume verlegt. (mm)

Quelle: http://www.wienweb.at/content.aspx?menu=1&cid=155621

Soundy
 
F

Firefox

Guest
#14
Hallo

Angeblich hatte dieses Ding ja nen chemischen Zünder. Falls dies der Fall gewesen ist wäre es doch möglich , wenn noch solche Dinger im Umkreis liegen würden und durch dieses "Beben" munter gemacht worden sind auch zu explodieren !!! Soviel ich weis kann so ein chemischer Zünder bis zu ca.6 Tage nach einer Bewegung reagieren. Na dann , mal hoffen das dieses Ding "nur" ein Einzelgänger war !

:hilfe2:
 
H

Harald 41

Guest
#15
Bombenfund im Kremsfluss

Habe gerade erfahren das soeben wieder eine Fliegerbombe im Kremsfluss in der Stadt Krems gefunden wurde.
Wurde alles großräumig abgesperrt,Bombe wird zur Zeit noch entschärft.

LG Harry:huch
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#16
Bombenfund Krems

Wie @Harald41 schon schrieb ist heute einmal Krems an der Reihe. Dazu ein erster Bericht im ORF-NÖ.:
Fliegerbombe in Bahnhofsnähe gefunden
In Krems wurde Dienstagabend im Flussbett des Kremsflusses eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Aus Sicherheitsgründen wurde eine Evakuierung im Umkreis von 200 Metern vom Fundort notwendig.

Häuser und Wohnungen wurden evakuiert
Da sich die Bombe in einem Wohngebiet und in der Nähe des Bahnhofes befindet, wurden alle Bewohner in diesem Bereich aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz sind im Einsatz.

Der Entminungsdienst befindet sich bereits in Krems. Nach ersten Schätzungen könnte es noch einige Stunden dauern, bis die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren können.
Quelle: http://noe.orf.at/stories/311487/
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#17
Bombenfund Krems - Info Feuerwehr

Info der Feuerwehr Krems:
Dienstag, 30. September 2008
Evakuierung in Krems nach Fund einer Fliegerbombe
- von Florian Krems
------------------------------------------------------------------------

In Krems an der Donau wurde ca. 150 m unterhalb der Wachaubrücke im Flussbett des Kremsflusses eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden.

Der Entminungsdienst ist bereits vor Ort.

Aus Sicherheitsgründen ist eine Evakuierung im Umkreis von 200 m vom Fundort erforderlich. Alle Bewohner in diesem Bereich werden aufgefordert diesen geordnet zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. Als Evakuierungsort bietet der Magistrat Krems die Österreichhallen an.

Im Umkreis von 400 m vom Fundort werden die Bewohner aufgefordert die Häuser nicht zu verlassen. Die Evakuierung bleibt bis zur Entwarnung aufrecht.

Die Evakuierungsmaßnahmen werden vor Ort durch Durchsagen und persönliche Information seitens Feuerwehr, Polizei und Magistrat Krems zur Kenntnis gebracht.

Für dringende Fragen oder für benötigte Hilfeleistungen wenden Sie sich an die Bezirksalarmzentrale Krems unter 02732 85522

Evakuierungsgebiet Mitterau
Folgende Strassenzüge sind aufgrund der Fliegerbombe behördlich gesperrt und die angrenzenden Wohngebäude werden evakuiert:

Linke Kremszeile von ÖBB- Brücke-Florianigasse
Florianigasse von Linke Kremszeile bis Kremsfluss
Rechte Kremszeile von Austrasse bis Schrebergasse
Schrebergasse von Rechte Kremszeile bis Missongasse
Am Exerziersplatz von Rechte Kremszeile bis Missongasse
Missongasse von Schrebergasse bis Austraße
Austraße von Missongasse bis Wachaustrasse
Lastenstrasse von Austrasse bis Fa. Schubrig
Gesamte Wertheimstrasse
Wachaustrasse von Ringstrasse/Eyblpark bis Winzergasse
Gesamte Winzergasse
Hohensteinstrasse von Kettensteggasse bis Florianigasse.
Quelle: http://www.feuerwehr-krems.at/
 

Anhänge

Soundy

Well-Known Member
#20
Bombenschaden:
Geld für Liesinger Gärtnerei


Am 19. September ging eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Meischlgasse in Wien-Liesing hoch. Ein Erlaaer Gärtnerbetrieb, bekannt für Kräuter- und Staudenraritäten, kam unschuldig zum Handkuss.

Die Explosion riss einen 15 mal 15 m großen Krater in das Betriebsgelände und verwüstete die angrenzenden Beete.

Der Schaden war in diesem Fall nicht durch eine Versicherung gedeckt. Jetzt hat die Stadt der Firma einen Scheck über 20.000 Euro ausgestellt. Das Geld stammt aus dem Agrarbudget. Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) spricht von einer raschen, unbürokratischen Hilfe.

Mit dem Geld könnten zwei Drittel des entstandenen Schadens - Aufräumarbeiten, Neuanzucht und Verdienstentgang inklusive - abgedeckt werden. (gs)

Quelle: http://www.wienweb.at/content.aspx?menu=1&cid=156888

Soundy
 
Oben