Horchposten bzw. Spionageposten

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gusis

Guest
#1
Neulich (kann auch schon ein paar Monate her sein) war in einer der Tageszeitungen die Rede von einem Spionageposten des Bundesheeres im oberen Mühlviertel. Der Name des Postens tauchte im Zuge der Foltervorwürfe in der Kaserne Freistadt auf, vielleicht kann sich jemand an den Ort erinnern ich finde die Information leider nicht im Internet.
mfg
Stefan
 

josef

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#2
Ehemalige Funkaufklärungsstation im Mühlviertel

Hallo Stefan,

nach dem Motto "gut Ding braucht Weile" dürfte ich zu Deiner vorjährigen Frage fündig geworden sein:

"Fernmeldeamt Plochwald" in 4263 Windhaag bei Freistadt, Predetschlag 21

Anlage war bis 2002 in militärischer Nutzung und steht heute zum Verkauf an. Da der nachstehende Link nach der Anbotsfrist wieder verschwindet, noch ein paar Eckdaten:

Beschreibung:
Die Liegenschaft befindet sich in Predetschlag zwischen Sandl
und Windhaag bei Freistadt im Forstgebiet und besteht aus einem
Grundstück Grünland, welches mit 3 Gebäuden bebaut ist und
einem Waldgrundstück.

Grundstücksfläche: ca. 4.565 m² (lt. Grundbuch)
Baufläche Gebäude: ca. 740 m²
Nutzfläche: ca. 440 m² (lt. Önorm

Siehe dazu: http://www.sivbeg.at/SIVBEG/de/Verkauf/Oberoesterreich/Grundstück+in+Windhaag+bei+Freistadt.htm

lg
josef
 
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#3
Gibt es nicht auch einen Horchposten, der von den Amerikanern ausgerüstet (betrieben ?) wurde, zum ausspionieren des ehemal. Ostblocks, auf österreichischem Boden?
Kann mich dunkel an soetwas erinnern, in Zusammenhang mit der Slowenienkriese damals, das man Abhörergebnisse schon vor allen anderen hatte???
Hat damals auch innenpolitisch ein paar Fragen zu diesem Horchposten gegeben und wie man zu diesem Ergebnissen gekommen ist - wenn ich mich richtig erinnern kann.
Vielleicht wisst ihr mehr :fragend
 

josef

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#4
Gibt es nicht auch einen Horchposten, der von den Amerikanern ausgerüstet (betrieben ?) wurde, zum ausspionieren des ehemal. Ostblocks, auf österreichischem Boden?
Da gibt es noch Stationen im Raum Hainburg, im nördlichen Weinviertel und im Wienerwald. Die genaue Lage gebe ich nicht bekannt, da diese Anlagen noch in Betrieb sein dürften => militärisches Sperrgebiet!

Dazu gab es immer wieder Gerüchte über Ausrüstung von den Amis und enge Zusammenarbeit mit Nato-Dienststellen bzw. den Herren aus Pullach...

lg
josef
 
#5
Ja genau die meinte ich!
Glaub mich zu erinnern das damals sogar Bilder dieser Stationen in der Zeitung waren, sahen so aus wie Sternenwarten - wenn ich mich richtig erinnere, ist ja auch schon ziemlich lange her und dar ich noch ein bißchen jünger!!! :kukuk
 

josef

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#6
Passende Doku-Serie zum Thema ab Freitag 14.07. im ORF

Am Freitag, 14. Juli, um 21.20 Uhr, startet der 1. Teil einer 5-teiligen Serie über Spionage in ORF 2!

Da ist im zugehörigem Sendungsprofil auch die Abhöranlage "Königswarte" angeführt bzw. abgebildet! Also kann ich meine "Bedeckung" betreffend dieser Station auch lüften, wenn darüber im ORF groß berichtet wird! Die Anlage des Heeresnachrichtendienstes befindet sich am östlichsten Berg Österreichs im Bereich Dreiländerecke Österreich/Slowakei/Ungarn oberhalb des Ortes Berg.

Hier die Programmvorschau des ORF:
Top Secret - Neuer ORF-Fünfteiler zur Geschichte der Spionage
Sendestart: Ab Freitag, 14. Juli, 21.20 Uhr, ORF 2

"Diese Authentizität hat noch niemand gesehen! Ohne Frage eine der spannendsten Produktionen, die wir seit langem gemacht haben", zeigt sich ORF-Chefredakteur Werner Mück hoch zufrieden und Ulrike Leutheusser vom Bayerischen Rundfunk ist überzeugt, "dass es so etwas im deutschen Fernsehen noch nicht gegeben hat". Die Rede ist von "Top Secret", einem spektakulären ORF/BR/RBB-Fünfteiler, der ab Freitag, dem 14. Juli, um 21.20 Uhr in ORF 2 Weltgeschichte anhand der Geschichte der Spionage erzählt und der am 27. Juni erstmals Journalisten vorgestellt wurde. Und diese staunten u. a. über weibliche Spione, die mit Lippenstiftkameras vertrauliche Dokumente fotografierten oder amerikanische und russische Superspione, die James Bond zur langweiligen Randfigur degradieren.


Das besondere an Top Secret: In zahlreichen Interviews gelang es, Akteuren aus dem Kalten Krieg so manches Berufsgeheimniss zu entlocken. Mück: "Als erste ist es uns gelungen, den amtierenden KGB-Chef zu einem TV-Auftritt zu überreden." Aber auch Top-Spione wie Markus Wolf nehmen erstmals seit vielen Jahren wieder im Fernsehen Stellung.
"Top Secret" ist eine Koproduktion von epo-film / Wien mit Ottonia Media / Leipzig für ORF, BR und RBB. (Idee und Konzeption: Günther Kallinger, Redaktion/Regie: Kurt Tozzer, Dirk Posselt, Franz Leopold Schmelzer, Christian Weisenborn, Meggy Steffens, Sendungsverantwortung: Werner Mück, ORF, Ulrike Leutheusser, BR und Rolf Bergmann, RBB)

Bei Recherchen und Dreharbeiten in Österreich, Deutschland, Belgien, Großbritannien, den USA und Russland wurden mehr als 50 prominente Zeitzeugen und Experten befragt. Die Spionin aus Liebe und der Ex-CIA-Officer, der Bin Laden jagte, ebenso wie der Antiterrorkoordinator der EU und ein Ex-KGB-Chef. Die größte Spionin der Weltgeschichte, Ursula Kuczynski, Deckname "Sonja", von Präsident Putin als "Superagentin der Militärspionage" bezeichnet, wird in den Erzählungen ihrer drei Kinder lebendig.

Der ehemalige österreichische Innenminister, heutige Nationalratsabgeordnete und stv. Klubobmann der SPÖ, Dr. Caspar Einem, berichtet von seiner Großmutter, die im Zweiten Weltkrieg in Frankreich wegen Spionage zum Tode verurteilt wurde. Im abhörsicheren Verhandlungssaal des OLG Düsseldorf trifft Frau Höke, Spionin aus Liebe im Bundespräsidialamt in Bonn, auf ihren damaligen Verfolger, den ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzes und Ex-BND-Chef Heribert Hellenbroich. In ihrem Gespräch dankt sie ihm nachträglich für ihre Verhaftung, da sie so endlich aus den Fängen der Stasi befreit wurde.

Freitag, 14. Juli, 21.20 Uhr, ORF 2
Folge 1: Frauen in der Spionage

In der Welt der Spionage sind Frauen heute in jeder Position anzutreffen. Schicksale, nicht weniger spannend als das von Mata Hari, sind Thema dieser Folge: Jenes etwa von Ursula Kuczynski, Deckname "Sonja", der erfolgreichsten Spionin der Geschichte, oder Gerta-Luise von Einem, von einem französischen Gericht wegen Spionage zum Tode verurteilt.

Freitag, 21. Juli, 21.20 Uhr, ORF 2
Folge 2: Agenten im Kalten Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmt die geopolitische Lage zwischen West und Ost das Geschehen. Der Kalte Krieg ist die Blütezeit aller Geheimdienste.

Zwei deutsche Geheimdienstchefs, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, prägen diese Zeit: Reinhard Gehlen und Markus Wolf. Reinhard Gehlen, ehemaliger Leiter der Abteilung "Fremde Heere Ost" im Oberkommando von Hitlers Wehrmacht, in Amerika fortgebildet, wird in der Bundesrepublik Deutschland installiert. Markus Wolf, mit der Familie in die Sowjetunion emigriert, mit der Roten Armee nach Deutschland zurückgekehrt, wird in Moskau geschult, bevor er die Hauptverwaltung "Aufklärung" im Ministerium für Staatssicherheit in der DDR übernimmt.

Freitag, 28. Juli, 21.20 Uhr, ORF 2
Folge 3: Spione: Helden und Verräter

Für die eine Seite sind sie Meisterspione, für die andere Hochverräter. Es ist alles nur eine Frage des Blickwinkels. Wer sind die größten Spione des vergangenen Jahrhunderts? Eigentlich hätte sie das Licht der Öffentlichkeit niemals streifen sollen und doch wurden sie fast so berühmt wie James Bond. -Nur: Die besten Spione sind die, die keiner kennt, sagt ein Insider.
Welche Schicksale verbergen sich hinter den Biografien von Kim Philby, Richard Sorge, John Walker, Dmitrij Poljakov, Aldrich Ames und Alfred Redl?

Freitag, 4. August, 21.20 Uhr, ORF 2
Folge 4: Wirtschaft im Spionage-Netz

Unternehmen sind tragende Säulen des wirtschaftlichen Fortschritts eines jeden Staates. Egal ob Know-how, Forschungsergebnisse oder Strategiepapiere - Datenklau gehört zum täglichen Brot der Geheimdienste. Die Methoden sind vielfältig, die Risken gering. Für die betroffenen Firmen ist Betriebsspionage oft existenzbedrohend. Der Allgemeinheit kostet sie Arbeitsplätze. Ganze Wirtschaftszweige werden zum Spielball der Mächte im Schatten der Antennenparks. Wirtschaftsspionage hört man, sieht man und riecht man nicht, und trotzdem richtet sie verheerende Schäden an. Francois Mitterrand: "Betrachten wir die Weltwirtschaft, so sieht man ein Schlachtfeld vor sich, auf dem sich die Unternehmen einen gnadenlosen Krieg liefern. Gefangene werden nicht gemacht. Wer fällt, stirbt."

Freitag, 11. August, 21.20 Uhr, ORF 2
Folge 5: Spione im globalen Ringen

Das 21. Jahrhundert stellt die Menschheit vor viele Herausforderungen und Probleme: der Kampf gegen den Terror, die Weiterverbreitung von Atomwaffen, Kriege um Öl und um Trinkwasser - die Geheimdienste dieser Welt sind im Wettlauf um Informationen und Einflussnahme. Doch auch unter Einsatz der modernsten Techniken ist der Spion unersetzbarer Kern jeder Operation.


Quelle: http://kundendienst.orf.at/sendungsinfos/sendungsprofile/orf2/topsecret.html Eines der Bilder des Original-Links zeigt auch die Stellung "Königswarte".

lg
josef
 
#7
MG0815 hat geschrieben:
Gibt es nicht auch einen Horchposten, der von den Amerikanern ausgerüstet (betrieben ?) wurde, zum ausspionieren des ehemal. Ostblocks, auf österreichischem Boden?

Einen Horchposten der Amerikaner oder sonst irgendeiner fremden Macht gibt es in Österreich nicht und gab es auch nie.
Dies ist aus neutralitätspolitischen Gründen auch verboten.

Ob die Ausstattung der Anlage der Königswarte in den USA oder sonst wo gekauft wurde kann ich nicht sagen, ist aber auch völlig egal - im Prinzip sind es einfach Anlagen zum Abhören des fremden Funkverkehrs - sowohl KW als auch UKW.
Es wurde aber jedenfalls nichts von keiner fremden Macht geschenkt!

Über die Königswarte - Abhöranlage betrieben durch das HNaA - braucht niemand eine Geheimnis machen. Wer schon mal in Kittsee war, sieht diese Anlage von der Weite und wer eine kurze Wanderung nicht scheut, kann von Berg aus in deren unmittelbare Nähe gelangen und sogar von einem Aussichtsturm auf das Gelände blicken - es ist aber nichts interessantes zu "erspähen" - eine Antenne, diverse Sat-Schüsseln und das eine oder andere Heeres-Kfz sind zumindestens für mich nicht interessant.

Auch die Informationen die zB durch die Königswarte gewonnen werden, sind in der Regel völlig unspektakulär und nur ein Bausteinchen in einem großen Mosaik.
Diese waren auch nur für Österreich bestimmt.

Dass es aber auch für Informationen einen Markt gibt ist ja eh hinlänglich bekannt und man kann mit Sicherheit sagen, dass auch Österreich "mitgehandelt" hat.

Spionageanlagen fremder Staaten gab und gibt es auf österreichischem Staatsgebiet offiziell keine.
Es ist aber auch bekannt, dass zB die WAPA-Staaten immer wieder Schiffe die Donau entlang schickten, die mit sehr viel Technik ausgestattet waren - teileweise gegen Österreich gerichtet, sicher aber auch gegen andere Staaten.
Dass der Westen ähnliches gemacht hat, davon ist mal auszugehen.
 

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josef

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#8
Königswarte

Auch die Informationen die zB durch die Königswarte gewonnen werden, sind in der Regel völlig unspektakulär und nur ein Bausteinchen in einem großen Mosaik. Diese waren auch nur für Österreich bestimmt.
Dass es aber auch für Informationen einen Markt gibt ist ja eh hinlänglich bekannt und man kann mit Sicherheit sagen, dass auch Österreich "mitgehandelt" hat.
OK., offiziell war natürlich alles nur für Österreich bestimmt...will hier keine politische bzw. neutralitätsbezogene Debatte auslösen.

Es ist aber auch bekannt, dass zB die WAPA-Staaten immer wieder Schiffe die Donau entlang schickten, die mit sehr viel Technik ausgestattet waren - teileweise gegen Österreich gerichtet, sicher aber auch gegen andere Staaten.
Das stimmt! Besonders bei BH-Manövern lagen im österreichischem Donauabschnitt viele Schiffe, besonders von der ehemaligen sowjetischen Donaureederei, vor Anker. Auffällig waren die vielen Antennen dieser Wasserfahrzeuge und da die Donau ein "internationales Gewässer" ist, hatten, solange die Besatzung nicht von Bord ging, österreichische Behörden keine Möglichkeit zum Einschreiten!

Nun ein Link zu einem 360° Panoramabild von der Königswarte. Am Bild sind einige Bezugspunkte zu Berichten im Forum zu erkennen. Werde in den nächsten Tagen dazu Kommentare abgeben, habe momentan nicht die Zeit dafür...

http://berg.riskommunal.net/gemeindeamt/download/218903651_1.jpg - Quelle: Homepage der Gemeinde Berg http://www.gemeindeberg.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=218903616&detailonr=218903618

lg
josef
 
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S

sbg1984

Guest
#9
Befindet sich nördlich von Neulengbach (Kohlreitberg) ebenfalls so eine Anlage?
Und stimmt eigentlich das Gerücht wonach die zweite Kugel auf dem Kolomannsberg in Thalgau eine Abhöranlage ist?
 
#10
Ja, Kohlreitberg ist ebenfalls eine Anlage des HNaA.

Nein, am Kolomannsberg befinden sich 2 Radaranlagen der LRÜ und keine Anlage des HNaA.
Unter beiden Kuppeln befindet sich je ein Primär-Hochleistungsradar mit angeschlossenen Sekundärradar.

PRIMÄRRADAR - passives System:
Erfassung von Gegenständen nach Richtung, Entfernung und Höhe durch Verwendung reflektierender Funksignale.


SEKUNDÄRRADAR - aktives System:
Erfassung von Gegenständen nach Richtung, Entfernung und Höhe durch Verwertung von Funk-Antwortsignalen des zu ortenden Objektes (z.B. Flugzeug), deren Ausstrahlung durch Funk-Abfragesignale der ortenden Station (Radar) ausgelöst wurde.

Mehr Infos: http://www.airpower.at/fldiv/lrue/ors.htm
 

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#11
Kaiserjäger hat geschrieben:
interessant ist vielleicht, dass das Nachrichtenamt wahrscheinlich die bessere Bewaffnung als das Jagdkommando hat. Leider kann ich hier nichts näheres sagen, nur so viel: unsere Agenten gehen sehr modern hochgerüstet in Auslandseinsätze... James Bond lässt grüßen....
Die P90 beim HNA ist kein Geheimnis. Darüber hinaus ist diese Wumme auch beim Jagdkommando in Verwendung.
 
#12
Kaiserjäger hat geschrieben:
...Leider kann ich hier nichts näheres sagen...
Immer diese leidige Geheimniskrämerei - entweder man weiß etwas, dann sagt man es, oder man weiß nichts (oder darf nichts sagen), dann sagt man auch nichts - und ich meine damit "gar nichts" !
Andeutungen bringen nur Gerüchte und dies ist schlecht.
Klare Aussagen hingegegen schaffen das Thema vom Tisch.

Kaiserjäger hat geschrieben:
interessant ist vielleicht, dass das Nachrichtenamt wahrscheinlich die bessere Bewaffnung als das Jagdkommando hat.
Diese Aussage fällt unter die Kategorie Gerücht - und sie ist falsch.
Das HNaA verwendet keine:
-Schalldämpferwaffen
-schwere Scharfschützengewehre
-Subsonic-Munition
-Waffen mit Laserpointer und Weißlicht-Scheinwerfer
-Waffen mit Nachtsichtgeräten
-Granatgewehre
-Schrotflinten
-.....

da es nicht seine Aufgabe ist,
-Häuser zu stürmen
-Geiseln zu befreien
-Personen (über große Entfernungen) lautlos auszuschalten
-.....

sondern Informationen zu gewinnen und auszuwerten.
Dazu benötigt man techn. Ausrüstung und vorallem den Menschen ("HUMINT").

Der Dienst beim HNaA hat überhaupt nichts mit "James Bond" zu tun.
Es gibt keine
- BMW Z3
- Aston Martin
- schöne Frauen (die Damen beim Amt mögen mir verzeihen, es ist aber mal so ;-) )
- keine Reisen in die exotischten Länder
- und wenn, dann schon gar kein 5-Sterne Hotel
- Martinis (weder geschüttelt noch gerührt)
- Super-Geheimwaffen von Q
- Lizenz zum Töten
- .....
 
#13
Möchte mich zwar nicht in diese Diskussion einmischen (ist hiermit bereits geschehen) aber ich denke hier wird Äpfel mit Birnen verglichen.
HNA bzw. JgdKo haben total verschiedene Aufgaben und daher auch unterschiedliche Ausrüstung, eben für den jeweiligen Einsatzzweck. Hier von "besserer" Ausrüstung zu sprechen ist total irreführend.

So, und jetzt halt ich mich wieder raus.

Cerberus9
 
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Wm_W1

Guest
#14
Bundesheer - Anlage auf der Reisalpe?

hallo zusammen!

ich wollte einmal anfragen ob jemand von euch weiß ob auf der Reisalpe (Reisalm) in Niederösterreich eine Anlage des Bundesheeres stehen könnte. Es steht dort oben kurz vor dem Gipfel nämlich ein ziemlich rigoros abgesperrtes kleines Hütterl zu dem man sich nur sehr schwer Zutritt verschaffen könnte! Ist das vielleicht ein B-Posten?

Danke,
Wachtmeister
 

josef

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#15
Reisalpe, 1.399 m, Bez. Lilienfeld NÖ.

Hallo Gregor,

zuerst einmal ein herzliches Willkommen im Forum, in der Hoffnung auf weitere interessante und konstruktive Beiträge!

Nun zur Reisalpe:

Die von Dir angesprochene, durch Einzäunung gut gesicherte Holzhütte ist tatsächlich militärischen Ursprungs! Die Entstehung der Anlage geht schon auf Ende der 50iger, Anfang der 60iger Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Damals begann die Stabskompanie der Flieger-Tel-Abteilung I mit Untersuchungen zur "Radarausleuchtung" des Ostraumes von Österreich.

Es wurden dazu 1959 2 neu zugegangene Radaranlagen AN/TPS-1E installiert. Ein Gerät kam auf die Geschützplattform des Stiftsbunkers in Wien (siehe dazu Bericht in einem anderen Thread) und eine Anlage wurde auf der Reisalpe in NÖ. aufgebaut. Wie lange die Versuchs- bzw. Erprobungsstation Reisalpe in Betrieb war, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls war es damals unter der Regie der Flieger-Tel, das Flugmelderegiment, geschweige die (auch später wieder aufgelöste) Luftabwehrbrigade (LuaBrig) gab es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht.

Die heutige Funktion/Aufgabe der Hütte kenne ich nicht, nehme aber eher an, dass sie nicht mehr operativen Zwecken dient, sondern eher als "Schihütte oder ähnliches" für den HSV in Verwendung steht...? Bei einer Bergwanderung voriges Jahr konnte ich noch außerhalb des Zaunes diverse Fundamentreste des Gerüstes für die Radarantenne bzw. für die Verankerungen der Abspannseile des Antennenturmes erkennen.

Lg
josef

Hier ein Foto der "Radarversuchsstation Reisalpe" aus 1960
Quelle: "Österreichische Luftstreitkräfte 1955-2005, Publikation zum Thema "50 Jahre Österreichisches Bundesheer" Seite 328, Bildquelle "Dokumentationszentrum der österr. Luftstreitkräfte (DZL)".
 

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Wm_W1

Guest
#16
Vielen Dank

für die absolut informative Antwort! Übrigens: Dass eine Schihütte oder ähnliches ist bezweifle ich! Ich habe mich vorher mit meinem Bruder unterhalten und der ist sehr oft auf der Reisalm unterwegs. Er konnte mir interessanterweise berichten, daß er immer wieder bemerkt hat, daß die Hütte ab und zu bewirtschaftet ist und das auch im Dienst befindliche Soldaten dort oben "herumgschaftln". Abgeshen davon ist wäre es echt merkwürdig, wenn eine vom HSV betriebene Hütte von einem Black-Hawk bzw. einer 212 beliefert werden würde. Denn mindestens einmal im Monat sind diese Flüge zu beobachten. Die Hubschrauber landen auf der Landeeinrichtung und verschwinden kurze Zeit wieder.

Nochmals Vielen Dank,
Gregor
 
#17
Auf dem Wechsel bei Mönichkirchen gibt es zwar keine solche Einrichtung, aber man sieht direkt neben dem Gipfelkreuz vorbereitete Betonfundamente, vermutlich für eine Radaranlage

Gruß
Guru
 

josef

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#18
...vorbereitete Betonfundamente, vermutlich für eine Radaranlage
Ja, für die mobilen Radargeräte MRCS 403 erprobte man in "kritischen Zonen" Einsatzstellungen. Danach wurde eine Reihe geeigneter Orte im gesamten Bundesgebiet ausgewählt und Stellungen vorbereitet. Dazu gehörte auch eine betonierte Fundamentplatte usw. zur Aufnahme des Antennenturmes.

lg
josef
 
#19
Angeblich gibts im Bezirk Jennersdorf auch einen aktiven "Horchposten", aufgrund dessen musste die geplante S7 von der A2 Knoten Riegersdorf bis nach Heiligenkreuz umtrassiert werden...

Gruß
Guru
 
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