Horchposten bzw. Spionageposten

josef

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#41
Kohlreithberg - Artikel in "Bezirksblätter" - Ausgabe St.Pölten

Gerade gefunden: :D :ichsagnix: sechs Stockwerke tiefen, atombombensicheren Bunker ...österreichische "Area 51"...
Kohlreith-Bunker: Geheimnis gelüftet

Die USA hörten vom Wienerwald den Ostblock ab. Ein Satellitenfoto zeigt nun die Anlage gestochen scharf.

MARIA ANZBACH (mh). Dass auf dem Kohlreith bei Götzwiesen eine streng geheime Aufklärungsanlage des österreichischen Heeresnachrichtenamts (HNA) steht, ist hinlänglich bekannt.

Atomrakete auf Neulengbach
Was hinter den Toren des militärischen Sperrgebietes vor sich geht, beflügelt seit Jahrzehnten die Fantasie der Stammtischbesucher der Region. Von einem sechs Stockwerke tiefen, atombombensicheren Bunker ist ebenso die Rede wie von der Tatsache, dass auf die strategisch wichtige Lauschstation bei Neulengbach während des Kalten Krieges stets eine Atomrakete gerichtet war. Tatsächlich erfahren hat man von den zum Schweigen verpflichteten Mitarbeitern, von denen viele in der Gegend wohnen, natürlich bis zum heutigen Tag nichts.

Teil einer NATO-Peilkette
Nun konnte das Nachrichtenmagazin "profil" diversen Quellen entlocken, dass der Horchposten auf dem Maria Anzbacher Hausberg während des Kalten Krieges Teil einer NATO-Peilkette war, die sich von Norwegen über Deutschland bis nach Italien zog und weit in den Ostblock hineinhorchte. Österreich war laut "profil" als einziger neutraler Staat mit von der Partie. Auch über 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhanges ist die Lauschstation auf dem Kohlreith noch immer in Betrieb, doch in welche Richtung nun gehorcht wird, bleibt unbeantwortet. Bestätigt wird, dass das HNA nach wie vor mit dem US-Militärgeheimdienst NSA zusammenarbeitet.

Google Earth zeigt Anlage unverpixelt
Das Schild beim Eingang des Sperrgebietes spricht eine deutliche Sprache: "Lebensgefahr! Betreten und Befahren, Fotografieren, Filmen und Zeichnen gesetzlich verboten und strafbar!" – doch ein kleiner virtueller Spaziergang mit "Google Earth" in die österreichische "Area 51" mitten im Wienerwald offenbart neuerdings ein gestochen scharfes Bild, auf dem Antennen, Gebäude und Fahrzeuge sehr gut erkennbar sind – bis vor kurzem war der Landstrich bei dem Google-Dienst noch verpixelt. Auf die Anfrage der Bezirksblätter, ob etwa die Sicherheitsstufe gelockert wurde, reagierte das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport wortkarg: "Zu der Anlage werden seitens des BMLVS keine näheren Auskünfte erteilt."

Google Earth zeigt das Gelände nun unverschleiert mit den Koordinaten 48°10'33.77''N (Breite) und 15°56'12.98''E (Länge).
http://www.meinbezirk.at/sankt-poelten/chronik/kohlreith-bunker-geheimnis-gelueftet-d642674.html
 
H

Harald 41

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#42
Hört sich interessant an, kannte ich bis jetzt nicht, der Beitrag liest sich wie eine Einladung zum Besuch.:D

LG Harry

PS: Ist nur verwunderlich das es bis heute niemand gefunden hat, so knapp neben Wien
 

josef

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#43
Kohlreithberg

Hört sich interessant an, kannte ich bis jetzt nicht, der Beitrag liest sich wie eine Einladung zum Besuch...
Genau, die Leute vom HNA warten schon auf die Besucher :D
Ist nur verwunderlich das es bis heute niemand gefunden hat, so knapp neben Wien
Das kommt davon, wenn du auf Google Earth immer vorbeifliegst :p statt da oder dort zu landen :hand:

lg
josef
 
#45
Dass auf dem Kohlreith bei Götzwiesen eine streng geheime Aufklärungsanlage des österreichischen Heeresnachrichtenamts (HNA) steht, ist hinlänglich bekannt.
Ich wusste davon nichts.

Ist dieser Horchposten heute noch in Betrieb?

Ist bekannt wann dieser Horchposten gebaut wurde, und eventuell welche Firma die Arbeiten uebernommen hatte? und wie tief das Bauwerk moeglw. unter die Erde geht?

Via Google Earth sind einfache Antennen zu erkennen, allerdings keine SAT Antennen? oder wurden diese weg-gepixelt?
 
H

Harald 41

Guest
#47
Habe bei mir noch zwei Bilder gefunden sind schon ca. 3 Jahre alt,waren damals am Abend bei der Heimreise vom Zicksee, wollte mir eigentlich nur die Ruine ansehen ist aber schon zu dunkel gewesen...

LG Harry
 

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josef

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#49
Standard.at - Artikel über "Horchposten"

Hier ein Artikel von derStandard.at über die suche nach Horchposten mittels Google Maps. Der Artikel verlinkt auch auf das Unteridisch Forum.

http://derstandard.at/2000002819823/Google-Maps-User-suchen-nach-Lauschposten-des-Bundesheeres
:danke @stealth !
Gebe hier den gesamten Text wieder, für den Fall, dass der Artikel eines Tages verschwindet:
Google Maps: User suchen nach Bundesheer-Lauschposten

Ansichtssache - 29. Juli 2014, 10:12

In zahlreichen Foren diskutieren Nutzer über mögliche Standorte von Abhörstationen und teilen Satellitenfotos

Prinzipiell sind die Standorte von Abhöranlagen des österreichischen Bundesheeres streng geschützt. So sehr, dass laut Sperrgebietsgesetz sogar das "Fotografieren, Filmen sowie jede zeichnerische Darstellung eines Sperrgebiets" verboten ist. Das Betreten eines solchen Sperrgebiets ist ohnehin streng untersagt.

MEHR ZUM THEMA
Allerdings sind die Satellitenaufnahmen auf Google Maps in Österreich unverpixelt verfügbar - und damit einhergehend also Luftaufnahmen der betreffenden Gebiete. In anderen Ländern ist das nicht so, insgesamt sind fast hundert Fälle von "Blurring" auf Google Maps bekannt; beispielsweise bei NATO-Stationen in Deutschland oder Militäranlagen in Frankreich oder Spanien. Offiziell hat Google nur Kontakte mit der indischen, der australischen und der malaysischen Regierung bestätigt.

Jagd auf Abhörstationen

Die Möglichkeit, Sperrgebiete aus der Vogelperspektive zu durchleuchten, hat weltweit in zahlreichen Internetforen zu einer Jagd auf Abhörstationen geführt. Spätestens seit den Enthüllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden erfahren Diskussionsgruppen wie Sigint-Group oder Unterirdisch neuen Zulauf, wird das Interesse für Aktivitäten der Geheimdienste neu entfacht. Auch in Österreich wird heftig über etwaige Lauschposten des Heeresnachrichtenamtes, der sozusagen Österreichs NSA ist, spekuliert - vor allem, da alle Sperrgebiete offiziell in einer Verordnung des Verteidigungsministeriums genannt werden.

Bundesheer: "Keine geheimen Anlagen"

Illegal sei das nicht, so das Ministerium: "Der Begriff Sperrgebiet ist nicht zwingend mit Geheimhaltung verbunden", so die Pressestelle zum WebStandard. Sperrgebiete würden teilweise auch ausgerufen, um die Gesundheit von Personen zu schützen - etwa wenn Übungen stattfinden oder bei der Lagerung von Munition.

Außerdem betreibe das Bundesheer "in Sperrgebieten keine geheimen Anlagen", es wurden sogar schon "Filme in Sperrgebieten gedreht", daher seien die Google-Luftbilder "unbedenklich". Das Fotografierverbot diene vielmehr dem Schutz von "Fahrzeugen, Waffen und Geräten", die der Geheimhaltung unterlägen. Also ist ein Blick auf die angeblichen Lauschposten des Bundesheers erlaubt.

1. Die Königswarte
Allgemein bekannt ist die Abhörstation auf der Königswarte, die seit einigen Jahren auch gar nicht mehr als Sperrgebiet geführt wird:
Auf der Königswarte wurde früher massiv gen Osteuropa und auf dem Balkan gelauscht, heute sollen Daten ziviler Satelliten im Visier stehen, so ORF-Journalist Erich Möchel in einer Analyse. DER STANDARD hat für Interessierte übrigens einen Wanderweg zur Königswarte bereitgestellt.

2. Der "NSA-Bunker" Kohlreithberg
Eine weitere Spähanlage des Heeresnachrichtenamts soll sich in Neulengbach, genauer gesagt bei Götzwiesen bei Kohlreith, befinden. Unter Einheimischen sei dies "hinlänglich bekannt", so ein Beitrag im niederösterreichischen Bezirksblatt. Die "Stammtischbesucher der Region" spekulieren, so der Bericht weiter, schon länger über einen "atombombensicheren Bunker", da zur Zeit des Kalten Krieges ein Atomsprengkopf auf die Götzwiesen gerichtet gewesen sein soll. Derr Kohlreithberg ist seit 1976 zum Sperrgebiet erklärt.

3. Großharras
Laut "Profil"-Recherchen befindet sich auch in Großharras ein HNA-Lauschposten. Das Areal ist ebenso wie der zuvor genannte Kohlreithberg seit 1976 Sperrgebiet, was zumindest Indizien auf eine Aktivität des HNA gibt.
Internetnutzer wollen dabei obige Station als Abhörposten des HNA identifiziert haben. Glaubt man älteren Aufnahmen, wurde hier in den letzten Jahren eifrig umgebaut.

4. Stockham bei Wels
Ein weiteres mysteriöses, angeblich sich im Besitz des Bundesheeres befindende Objekt ist in der Gemeinde Stockham nahe Wels zu finden:
Die mutmaßliche Station in Stockham unterscheidet sich stark von den anderen dreien, soll aber laut "Profil" Teil einer "Peilkette" gewesen sein, mit der die NATO - und damit auch die NSA - von Norwegen über Deutschland bis nach Italien Funksignale abgefangen hat.

5. Gols im Burgenland
Die Peilkette soll sich folgendermaßen entlanggezogen haben: über Stockham bei Wels in den Nordosten Niederösterreichs nach Großharras, dann nach Neulengbach knapp vor Wien, dann in ihrer östlichsten Ausbuchtung nach Gols beim Neusiedler See, wo Internetforen folgendes heute noch auf Google Maps sichtbares Objekt ausgemacht haben:

6. Pirka / Thalham / Zettling bei Graz
Weiter südlich soll sich das Ende der Peilkette dann nahe Graz befinden, vermutlich südlich des Grazer Flughafens bei Pirka, Thalham oder Zettling. In einigen Foren wird folgende Gerätschaft zum HNA-Lauschposten erhoben:
Ein Indiz dafür ist, dass sich in unmittelbarer Nähe des Objekts ein Munitionslager des Bundesheeres befand - in der dafür wunderschön betitelten Pulverturmstraße 4.

Dagegen spricht, dass das Objekt optisch ident mit einem sogenannten Drehfunkfeuer ist, das Informationen an Flugzeuge übermittelt. Nachdem sich die Anlage nur wenige Hundert Meter südlich des Grazer Flughafens befindet, wäre auch die Position mit dieser These erklärt. Zum Vergleich ein Drehfunkfeuer, das vor dem Karlsruher Flughafen steht.
Es würde sich allerdings nicht um das erste Mal handeln, dass Geheimdienste ihre Peilanlagen "verkleiden", spekulieren die Nutzer weiter. Als gesichert gilt dank Medienberichten jedenfalls, dass sich in unmittelbarer Nähe des Grazer Flughafens eine Abhörstation des Heeresnachrichtenamtes befindet.



Der Mythos Neutralität


Wenn man die verschiedenen Anlagen auf einer Österreich-Karte einzeichnet, wird gut sichtbar, wie die gesamte ehemalige "Ost-Grenze" abgedeckt wird.

Die "Ausbuchtung" Österreichs in den Raum des ehemaligen Ostblocks könnte so - sollten die Vermutungen stimmen - in punkto Funkaufklärung voll genutzt worden sein. Hält man sich die Situation im Kalten Krieg vor Augen, wird klar, dass beispielsweise mit der Königswarte ein österreichischer Horchposten 300 Kilometer östlich zur Grenze Bayerns platziert werden konnte. Auch die italienische Grenze erreicht erst beim "Absatz" des Stiefels denselben Längengrad wie die Königswarte, ist da aber viel zu südlich, um gut nach Ungarn oder gar Richtung Ukraine hören zu können.

Der ominöse "Geheimvertrag" zwischen der NSA und Österreich könnte die Weitergabe von SIGINT(Signal Intelligence)-Daten, die genau auf diesen Horchposten abgegriffen wurden, zum Inhalt haben, spekulieren Nutzer. Immerhin wird Österreich in NSA-internen Dokumenten auch offiziell als Third-Party-SIGINT-Partner bezeichnet.

Die Recherchen des ORF-Journalisten Erich Möchel zeigen außerdem, dass sich die Aufgabengebiete der Anlagen geändert haben könnten: So soll die Königswarte beispielsweise rundum erneuert worden sein und vorrangig in den Nahen Osten lauschen.
(fsc/red, derStandard.at, 29.7.2014)
 

josef

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#50

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josef

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#51
Standard.at - Artikel über "Horchposten"

Nochmals dazu:

1. - 3.: Alles klar!
4. u. 6.: Eventuell Drehfunkfeuer für die naheliegenden Flugplätze Linz-Hörsching und Graz-Thalerhof

5.: Bereich Gols-Podersdorf-Weiden ist mir nicht ganz klar...? Könnte da ein Zusammenhang mit der ganz in der Nähe gelegenen ehemaligen MPHS Südost-Station bestehen ???

Google-Maps Bilder zu Gols bzw. eher Podersdorf:

1. Detail
2. Zwecks besserer Orientierung mit Straßen- u. Wegverlauf
3. Übersicht: Roter Pfeil => das beschriebene Objekt, gelber Pfeil => Lage ehem. MPHS-Station
 

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josef

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#52
Standard.at - Artikel über "Horchposten" - Pkt. 6 - Pirka

So, Pkt. 6. - der Standort südlich Graz ist geklärt:

Drehfunkfeuer:
VOR - Graz, Kennung GRZ

http://de.wikipedia.org/wiki/Drehfunkfeuer

Zu Stockham-Atzmannsdorf (Bez. Wels) konnte ich noch nichts finden! Aber vielleicht ist die "Wiki-Liste" nicht vollständig, oder...???


1. VOR-GRZ Lage nach Karte
http://tools.wmflabs.org/geohack/ge..._E_dim:25_region:AT-6_type:landmark&title=GRZ

2. Google maps: Kreis ROT - VOR GRZ, Kreis GELB - Mun. Lager Kalsdorf, hat mit der Anlage sicher nichts zu tun!
 

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josef

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#53
Nun entdeckt auch der ORF die Königswarte

Das unterirdische Datencenter der Königswarte

Wie die ersten Luftbilder der Überwachungsstation zeigen, befindet sich darunter ein enormes Datencenter mit etwa 2.000 Quadratmetern Grundfläche pro Etage.

Die Station Königswarte des österreichischen Bundesheers für Satellitenüberwachung ist weitaus größer dimensioniert, als es bis jetzt den Anschein hatte. Wie aus Luftaufnahmen hervorgeht, die ORF.at zugespielt wurden, befindet sich dort ein unterirdisches Rechenzentrum mit einem Mehrfachen an Grundfläche der beiden Gebäude darüber.

Diese in den Berg hinein gebaute Anlage erstreckt sich von den drei größten Parabolspiegeln im Westen bis an die Ostgrenze des Geländes. Wenigstens ein Drittel des laut Grundbuch 6.192 Quadratmetern großen Grundstücks ist solchermaßen unterirdisch ausgebaut. Die Luftaufnahmen (Bild 1) zeigen auch, dass es an der von außen nicht einsehbaren Ostseite des Geländes eine Einfahrt zu diesem unterirdischen Rechenzentrum gibt. Anzahl und Dimension der vielen, auf den Luftaufnahmen erkennbaren Abluftschächten deuten zudem darauf hin, dass es sich um mehr als nur eine Etage mit Maschinenräumen handeln dürfte. Die Detailaufnahmen dazu finden sich weiter unten.

Durchmesser zwölf Meter
Die Schätzungen für die Durchmesser der Spiegel müssen anhand der Luftaufnahmen ebenso nach oben revidiert werden. Die größten zwei Parabolantennen (rechts oben im Bild 1) haben jeweils an die zwölf Meter Durchmesser, das zeigt ein Vergleich mit der am Turm montierten blauen Schüssel (Bild 2). Dabei handelt es sich um einen terrestristischen Datenlink zu einem Standort des Bundesheers in den Leiser Bergen bei Laa an der Thaya. Wie dieses Foto vom Turm der Königswarte zeigt, hat der größere der beiden Datenlinks einen Durchmesser von vier bis fünf Metern.

Für die anderen beiden großen Antennen (im Bild 3 unten), die ebenfalls nach Osten gerichtet sind, können daher Durchmesser zwischen acht und zehn Metern angenommen werden. Diese Dimensionen sind deshalb nötig, weil diese Antennen auf Kommunikationssatelliten zielen, die weit im Osten am Äquator wie Perlen auf einer Kette aufgefädelt sind. Da die Königswarte ziemlich genau am 17. Längengrad steht, müssen sich die Ziele dieser vier großen Antennen jenseits von 40 Grad Ost befinden. Das erklärt auch die Dimension der Schüsseln, denn die Sat-Signale werden umso stärker gedämpft, je länger ihr Weg durch die Erdatmosphäre ist.

Jenseits von 40 Grad Ost
Auf 42 Grad Ost stehen die Satelliten der Türksat-Gruppe, deren neuester erst im Jänner 2014 ins All geschossen wurde. Wie alle neueren Satelliten hat auch Türksat 4A neben den üblichen TV-Kanälen einen deutlich höheren Anteil an Transpondern, die für Datendienste genutzt werden, als ältere Modelle. Mit Türksat 4A werde die Transponderkapazität der Flotte verdreifacht, hieß es dazu im Frühjahr seitens des Betreiberkonsortiums.
Bereits der ebenfalls auf derselben Position von 42 Grad befindliche, ältere Türksat 3A bedient drei verschiedene terrestrische Datencenter, von denen aus der Satverkehr in Glasfasernetze weitergeleitet wird. Die Daten kommen von soganannten VSAT-Terminals, das sind transportable Sende- und Empfangseinheiten, die für den Uplink - je nach Standort - nur kleine Schüsseln von 60 Zentimetern bis 1,80 Metern benötigen (ebenfalls Bild 3 unten). Das Einzugsgebiet allein der Türksat-Gruppe erstreckt sich von Zentralasien, Teilen des indischen Subkontinents und dem Nahen Ostens bis ins südliche Afrika.

Thuraya-2, Eutelsat und Co
Direkt daneben am Äquator steht mit dem Thuraya 2 des gleichnamigen Konsortiums für Satellitentelefonie aus Abu Dhabi auf 44 Grad Ost ein weiteres, wahrscheinliches Ziel der vier großen nach Osten gerichteten Antennen der Königswarte. Auf 46 Grad folgt Azer-Sat (Aserbeidschan) als weiteres, mögliches Zielobjekt mit vergleichbaren Datendiensten. Von 47,5 Grad Ost aus bedient Yahsat 1B Südwestasien Russland, das östliche Europa und den Nahen Osten mit Datendiensten.

Welche der vier großen Antennen der Königswarte genau welches Zielobjekt am Äquator anvisiert, lässt sich bei weniger als zwei Grad Distanz derselben ohne Einmessung vor Ort natürlich nicht genau sagen. Dazu kommt, dass die Positionierung der Satelliten am Himmel selbst nicht alleine den Ausschlag dafür gibt, welche Gebiete abgedeckt werden. Gerade die neueren Kommunikationssatelliten verfügen über sogenannte Widebeams, die weit entfernte terrestrische Positionen verbinden können. Manche dieser Beams sind auch verstellbar, dazu kommen sogenannte Spotbeams - wie sie bereits Thuraya 2 an Bord hat - mittels derer sich genau abgezirkelte Zielgebiete punktuell ausleuchten lassen.

Das unsichtbare Datencenter(Bild 4)
Die Verarbeitung so großer Datenmengen, die rund um die Uhr aus dem All abgegriffen werden, erfordert natürlich ein entsprechend dimensioniertes Datenzentrum und das befindet sich im Untergrund. Wie diese Detailaufnahme (Bild 4) zeigt, befindet sich an der nicht einsehbaren Ostseite der Überwachungsstation dafür eine Einfahrt.

Bezeichnend dabei ist, dass der untere Teil des halbrunden Gebäudes mit einer strahlungsabweisenden Fassade in grau versehen ist. Auf dem Dach wiederum sind drei Ablaufschächte zu erkennen, die dreiecksförmige Aussparung in der Mitte des Gebäudes enthält noch einen weiteren. Ebenso sind seitlich am Turm zwei runde Luftschächte auszumachen, die aus dem Boden kommen, weitere werden im Vordergund eingebaut. Bei den drei rundlichen Objekten handelt es sich gleichfalls nicht um Blumenkübel, sondern um weitere Auslässe bzw. um Luftzufuhr.

Unter der grünen Rotunde rechts vorne im Bild befindet sich ein Wartungseinstieg und wahrscheinlich ein ebensolcher Luftschacht, wie auch direkt daneben zwei weitere Auslässe zu sehen sind. Das Baustofflager links im Bild wiederum zeigt die eigentlichen Dimensionen dieser Auslässe, von denen nur die wesentlich schmäleren Abzugsrohre am Ende sichtbar sind. Die runden Gitter für die Luftschächte haben je etwa zwei Meter Durchmesser.

Ein weiterer Einstieg zum unterirdischen Datenzentrum ist in dem Häuschen gleich daneben. Das gesamte auf diesem Bild sichtbare Gelände ist daher mit mindestens einer Etage unterkellert, wobei sich die Frage nach der Größe stellt. Im Grundbucheintrag für die Königswarte ist davon natürlich nicht die Rede, auch das halbrunde Gebäude findet sich dort nicht. Die ausgewiesenen 362 Quadratmeter verbauter Grundfläche beziehen sich nur auf das etwa 30 Meter lange Hauptgebäude mit dem Turm.

Dies Totale (Bild 5) des mehr als 6.000 Quadratmeter großen Grundtstücks zeigt das gesamte Datenzentrum im Untergrund. Es erstreckt sich von der grünen Fläche am linken unteren Bildrand bis hin zu den drei großen Parabolantennen am anderen Ende der Überwachungsstation im Westen.

Diese unterirdische Struktur wurde nicht etwa erst im letzten Jahrzehnt ausgegraben, zumindest Teile davon sind bereits vor 100 Jahren entstanden. Wo heute eine der modernsten Echelon-Stationen zur Satellitenüberwachung steht, befanden sich bereits im Ersten Weltkrieg Bunkeranlagen, ab den 50er Jahren wurde die Königswarte direkt am "Eisernen Vorhang" zu einem Horchposten im Kalten Kriege ausgebaut.
Text- u. Bilder: http://fm4.orf.at/stories/1743238/
 

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josef

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#54
"Standard.at-Artikel" Pkt. 5. Gols-Burgenland

5.: Bereich Gols-Podersdorf-Weiden ist mir nicht ganz klar...? Könnte da ein Zusammenhang mit der ganz in der Nähe gelegenen ehemaligen MPHS Südost-Station bestehen ???
Habe dazu auch etwas gefunden, kein Zusammenhang mit MPHS-Station WK2.
Dort wird eine "Fernmelde Station Gols im Burgenland" zum Verkauf für 2014 angeboten! => http://www.sivbeg.at/verkauf-projekte/burgenland/

1. Eintrag auf SIVBEG-Seite (verschwindet normaler Weise nach Durchführung der Ausschreibungen/Transaktionen,,,)

2. Rechnungshofbericht, Auszug aushttp://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin/downloads/_jahre/2013/berichte/teilberichte/bund/Bund_2013_12/Bund_2013_12_3.pdf
Seite 274
 

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Geist

Worte im Dunkel
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#55
Die NSA-Station im 22. Wiener Gemeindebezirk

Wie eine Fotoserie zeigt, befindet sich der in den Snowden-Dokumenten erwähnte "Vienna Annex" in den Dachgeschoßen des IZD-Towers neben der UNO-City.

Auch wenn die Nachrichtenlage seit Beginn der NSA-Enthüllungen in Bezug auf Österreich noch immer dürftig ist, lassen sich nun drei der bisherigen vier Erwähnungen Österreichs zweifelsfrei zuordnen. Der in einem Dokument erwähnte "Vienna Annex" zur NSA-Station in der US-Botschaft befindet sich in den obersten drei Geschoßen des IZD-Towers im 22. Wiener Gemeindebezirk. Das geht aus einer aktuellen Fotoserie, die ORF.at zugespielt wurde, klar hervor.

Seit der Fertigstellung des Towers Ende 2001 residiert dort die US-Vertretung bei den Vereinten Nationen. Auf dem Dach befindet sich in einer Höhe von etwa 130 Metern derselbe Aufbau wie auf dem Dach der US-Botschaft im 9. Wiener Gemeindebezirk. In beiden Fällen hat das als "Wartungsaufbau" getarnte Häuschen eine Grundfläche von etwa 15 Quadratmetern. Vom Boden aus ist es praktisch nicht zu erkennen, da es etwas versetzt hinter dem charakteristischen Vorsprung der obersten Geschoße des IZD-Towers steht. Das Häuschen ist direkt auf die Gebäude der UNO-City ausgerichtet.


Dieser Bereich ist durch massive Stahlgitter vom Rest des Dachs abgetrennt und wird durch etwa zehn Kameras lückenlos überwacht. Er ist nur über eine stählerne Treppe zu erreichen, die sich im Vorsprung befindet. In der "Bau- und Ausstattungsbeschreibung" des IZD-Towers sind zwar zwei Materiallifte erwähnt, die bis zum Dachgeschoß reichen sollten, auf den Fotos ist jedoch deutlich zu sehen, dass keiner der Lifte auf diese abgetrennte Dachhälfte führt.


Die kleine Schüssel rechts im Bild ist eine gewöhnliche Sat-TV-Schüssel. Sogar daraus lässt sich eine Schlussfolgerung ziehen, nämlich dass die gesamte Annex-Station nicht an das UPC-Kabel-TV angeschlossen ist, das im IZD-Tower zur Verfügung steht.

Diese Beschreibung, die längst von der Website des IZD-Towers verschwunden, aber in Archiven wie der "Waybackmachine" noch aufzufinden ist, enthält auch Hinweise auf die Anbindung des Towers. Die vertikale Verkabelung sei mit Lichtwellenleitern erfolgt, heißt es in der Beschreibung, die mit Juli 2002 datiert ist. Der ab 1998 errichtete IZD-Tower war also von Anbeginn mit Glasfaser bis knapp unter das Dach verkabelt.


Was sonst auf dem Dach ist

Das Häuschen auf dem Dach verfügt über eine Klimaanlage, an den Schmalseiten links und rechts sind Zufuhr und Abluft zu sehen. Gegen Starkwinde ist das Häuschen nur in eine Richtung abgeschirmt, anonsten ist es in dieser exponierten Lage Wind und Wetter ausgesetzt und praktisch überhaupt nicht gegen Sonneneinstrahlung abgeschattet. Daher muss es relativ solid gebaut und natürlich auch klimatisiert sein. Denn klar ist, dass sich darunter kleindimensionierte Antennen und die dazugehörige Elektronik verbirgt (mehr dazu weiter unten).

Es ist noch eine weitere Antenne im von der US-Vertretung kontrollierten Dachbereich. Bei dem Gebilde über dem Aufbau mit der Klimaanlage handelt es sich um eine Antenne, die einerseits zwar annähernd Rundstrahlcharakteristik hat, aber einen wesentlich höheren Verstärkungsgrad als herkömmliche Rundstrahler aufweist.


Der Rundstrahler ist im Bild links oben, baugleiche Antennen sind auch auf den Dächern anderer US-Vertretungen zu finden. Ganz rechts steht ein Mobilfunkmast.

Rundum strahlende Richtantenne

Die vier übereinander gestockten vertikalen Schleifendipole sind für sich jeweils Richtantennen, die aber gegeneinander so versetzt sind, dass sich die vier Abstrahlbereiche so ergänzen, dass sie in alle Richtungen gleich gut funktionieren. Mit hoher Sicherheit dient diese Antenne nicht Abhörzwecken, sondern der eigenen verschlüsselten Kommunikation mit mobilen Geräten.

Der Frequenzbereich irgendwo bei 400 MHz ist gerade für den Einsatz in urbanen Räumen sehr gut geeignet, denn die Funkwellen in diesem Bereich dringen zum einen noch ausreichend tief in Gebäude ein. Zum anderen werden die Wellen vor allem der am Boden operierenden Mobilgeräte an glatten Hausfassaden reflektiert, gerade verspiegelte Stahlbetongebäude sind nachgerade ideale Reflektoren. Vom Boden ereicht man damit den Rundumverteiler auf dem Tower, auch wenn kein direkter Sichtkontakt besteht.

In den Stockwerken direkt unter der US-Vertretung ist in letzter Zeit eine erhebliche Mieterfluktuation zu verzeichnen. Ein Pharma-Konzern hat erst kürzlich den 34. Stock geräumt. Auch ÖBB werden die Etagen 29 bis 33 bald verlassen. Derzeit werden Nachmieter gesucht.

Wohin Sichtverbindung besteht

Diese Antenne dient klarerweise der Kommunikation von Fahrzeugen, Personenschützern und anderem, der Botschaft zugeordnetem Personal im Großraum Wien. Vom Dach des IZD-Towers wiederum ist in etwa freie Sicht sowohl auf die US-Botschaft in Wien 1090 gegeben, in Richtung der sogenannten "NSA-Villa" in Pötzleinsdorf (17. Bezirk) ist die Funklage nachgerade ideal. Von ihrer jeweiligen Lage her bestehen zwischen diesen drei "Points of Presence" also sehr gute Funkverhältnisse.

Die "NSA-Villa" in Pötzleinsdorf

Auf der Königswarte bei Hainburg wird mit etwa 18 großdimensionierten Parabolantennen Datenverkehr von Kommunikationssatelliten bis weit in den Osten abgezogen. Es besteht also kein Grund, auch von Positionen in der Stadt Wien Satelliten zu Überwachungszwecken anzuvisieren.

Im Antennenwald auf dem Dach der "NSA-Villa" wiederum finden sich fast nur Yagi-Richtantennen für etwa eben diesen Frequenzbereich. Auch bei diesen Antennenformen lassen sich nämlich schon aus der Länge der einzelnen Antennenelemente Rückschlüsse auf die Frequenzen ziehen. Eine Anzahl davon ist auf verschiedene Standorte im Stadtgebiet darunter gerichtet, doch auch hier wird mit ziemlicher Sicherheit nichts abgehört. Vielmehr dürften hier Außenstellen der US-Botschaft angebunden sein sowie Bereiche ausgeleuchtet werden, die vom Rundstrahler auf dem IZD-Tower nicht erreicht werden können.

Hauptfunktion der "NSA-Villa" muss also die einer Relaisstation für die interne Kommunikation der über die Stadt verstreuten Außenstellen sein. Was weiters dafür spricht, dass es sich in erster Linie um einen Verteiler handelt, sind zwei mittelgroße Parabolspiegel, die am Rande dieses Geländes in 1180 Wien zu sehen sind.

Dach der NSA Villa

Auch hier wird mit ziemlicher Sicherheit nichts abgehört, denn ein, zwei derartige Spiegel gehören wie ehedem Kurzwellensendeanlagen zur Grundausstattung jeder diplomatischen Vertretung und nicht nur von solchen der USA. Darüber lassen sich Direktverbindungen in das eigene Land schalten, ohne dass man dabei auf Netzwerke im Gastland angewiesen ist. Da sich weder auf der Botschaft noch dem IZD-Tower derartige Schüsseln finden, spricht auch das für die primäre Funktion der "NSA-Villa" als Relaisstation.

Was in den "Wartungshäuschen" sein dürfte

Die eigentlich interessanten Antennen sind dort hinter Scheinfassaden verborgen, die aus einem ähnlichen strahlungsdurchlässigen Material - wahrscheinlich Glasfasermatten - bestehen, wie die Wände der "Wartungshäuschen". Was sich hinter allen verbirgt sind kleindimensionierte Antennen, nach übereinstimmender Ansicht einer ganzen Reihe von Fachleuten muss es sich dabei an allen drei Standorten in erster Linie um passives Equipment zur Überwachung der Mobilfunknetze handeln.

Sogenannte IMSI-Catcher greifen in den Mobilfunk ein, indem sie durch Aussendung von Signalen eine legitime Mobilfunkstation für ihre Umgebung simulieren und alle Handys in der näheren Umgebung auf sich ziehen. Als permanente Anlage zur Überwachung sind IMSI-Catcher schon deshalb weniger geeignet, weil ѕie zwar nicht ganz einfach, aber mit geeigneten Messgeräten dennoch zu entdecken sind.

Was noch gegen "IMSI-Catcher" spricht

Ein Dauereinsatz solcher Geräte würde in den betroffenen Funkzellen unweigerlich zu einer überdurchschnittlichen Rate von Gesprächsabbrüchen führen. Bei einem hohen Aufkommen von Telefonaten in der Umgebung wird ein solches, eher klein dimensioniertes Überwachungsgerät nämlich überlastet und kann einzelne Gespräche nicht mehr vermitteln. Genau derselbe Effekt tritt bei ganz normalen Mobilfunkstationen auf, die durch zuviele Telefonate auf einmal überlastet werden.


Deshalb werden alle Mobilfunkstationen von den Netzbetreibern auf Abbrüche überwacht und zwar nicht um nach illegalen Aktivitäten dort zu fahnden, sondern um zu erfahren, welche der Basisstationen aufgerüstet werden müssen. Passive Überwachung bietet zwar weniger "Features" für die Überwachung als der Einsatz von IMSI-Catchern, ist aber nicht zu entdecken, da eben nichts gesendet, sondern nur empfangen wird.

GSM in den Bereichen 900 und 1.800 MHz ist seit Jahren bereits mit einfachen Mitteln passiv abzuhören, denn die Verschlüsselung der Gespräche lässt sich nur wenig zeitversetzt mit relativ geringem Aufwand knacken. Bei Mobiltelefonie im Bereich 2.600 MHz (UMTS) ist diese in den 90er Jahren absichtlich gesetzte Lücke in den GSM-Protokollen zwar geschlossen. Es ist aber davon auszugehen, dass wenigstens die NSA und andere führende Geheimdienste Wege gefunden haben, auch diese Protokolle zu knacken.


Anders als bei den anderen beiden Standorten gibt es vom Dach des IZD-Towers noch eine Möglichkeit, die diesen Standort einzigartig macht. Aufgrund der räumlichen Nähe zu den Gebäuden der Vereinten Nationen - sie sind gerade einmal um die 100 Meter Luftlinie entfernt - ist der Dachbereich des Towers ein nachgerade idealer Ort, um Daten aus der UNO-City zu "exfiltrieren". Dieser Begriff bezeichnet den verdeckten Abtransport abgefangener Daten an den Ort ihrer Verarbeitung. In diesem Fall können es zum Beispiel Audio- und Videodaten aus verwanzten Räumlichkeiten in der UNO-City sein.


Im Zuge dieser Recherche kam auch zutage, dass es vor allem in den oberen Stockwerken des IZD-Towers aber auch in der Umgebung zu regelmäßigen und teils massiven, breitbandigen Funkstörungen gekommen ist, sodass Mobilfunknetze oft über Stunden nicht erreichbar waren. Die Herkunft der Störungen ist zwar nicht bekannt, rein technisch ist es aber weniger wahrscheinlich, dass sie aus den obersten Stockwerken des Turmes kamen, denn die sind durch die Stahlbetondecken nach unten gegen Strahlung isoliert. Wahrscheinlicher ist, dass diese Störsignale von außen kamen und eben nicht von der US-Seite stammen dürften.

Die Geplänkel der Dienste

Was hier nämlich für eine breitere Öffentlichkeit in Ansätzen aufgearbeitet wurde, ist den Geheimdiensten von Drittstaaten wie Russland oder China längst und auch in technischen Details bekannt. Nach dem Muster der laufenden, gegenseitigen Hackangriffe durch staatliche Stellen im Internet wird auch das Funkspektrum weltweit regelmäßig für technische Geplänkel zwischen nicht-befreundeten Geheimdiensten missbraucht.

Die US-Vertretung bei der UNO verfügt so zwar über einen hervorragenden Funkstandort, der allerdings auch einen Nachteil mit sich bringt. Ebenso einzigartig wie seine Lage ist auch die Exponiertheit dieses Standorts, der in den obersten Stockwerken des IZD-Towers wie auf dem Präsentierteller für Störangriffe von allen Seiten liegt.

Offene Fragen

Drei der Erwähnungen Österreichs in den bisher veröffentlichten Dokumenten können zwar nun zugeordnet werden. Die vierte bleibt jedoch weiterhin offen und kann beim derzeitigen Stand der Informationen nicht beantwortet werden. Der laut dem NSA-Veteranen und Whistleblower Bill Binney mithin wichtigste Information auf der oben abgebildeten Folie mit dem Titel "Worldwide SIGINT/Defense Cryptogic Platform, ist im schwarzen Kästchen unten rechts zu finden.

Unter "CNE" ist da vermerkt, dass der NSA "weltweit 50.000+ Implants" zur Verfügung stehen. CNE steht für "Computer Network Exploitation" und "Implants" sind verdeckte Zugriffsmöglichkeiten der NSA auf die zentralen Router großer Netzwerkbetreiber. Sowohl der Hack der Router bei der Belgacom, wie auch die erst in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Enthüllungen des "Spiegel" über die Infiltration der Router deutscher Sat-Internetanbieter durch das GCHQ fallen in diese Kategorie.

Österreich rangiert als "Tier B"-Partner gleichauf mit Deutschland und 14 anderen NATO-Staaten. Das Bundesheer hatte auf Anfrage im November 2013 keine Erklärung für diesen Status.

In direktem Zusammenhang damit steht nämlich die vierte Erwähnung Österreichs in den geleakten Dokumenten als sogenannter "Tier B"-Partner der NSA. Laut einem der weltweit besten Kenner der Materie, dem Echelon-Aufdecker Duncan Campbell, bezieht sich der Status Österreichs als "Tier-B"-Partner weder auf die Königswarte, noch auf die "Wartungshäuschen" auf den Dächern, sondern ausschließlich auf "Computer Network Operations.

Die Annahme liegt also nahe, dass es im Heeresnachrichtenamt Personen geben könnte, die mehr darüber wissen als etwa die Techniker der A1-Telekom, die ihr Netz seit einem Jahr auf solche "Implants" durchsucht haben, was bis jetzt wenigstens offiziell ohne Ergebnis blieb.
Quelle: orf.at -> http://fm4.orf.at/stories/1746596/
 

Varga

Mann aus den Bergen
Mitarbeiter
#56
Nach dem erstmaligen durchlesen von dem Artikel habe ich das Gefühl, als hätte der Autor zu viele Science-Fiction Heftchen gelesen. Vieles ist übertrieben dargestellt.
ZB. hier kräuseln sich meine Nackenhaare das erste Mal:
Rundum strahlende Richtantenne

Die vier übereinander gestockten vertikalen Schleifendipole sind für sich jeweils Richtantennen, die aber gegeneinander so versetzt sind, dass sich die vier Abstrahlbereiche so ergänzen, dass sie in alle Richtungen gleich gut funktionieren. Mit hoher Sicherheit dient diese Antenne nicht Abhörzwecken, sondern der eigenen verschlüsselten Kommunikation mit mobilen Geräten.

Der Frequenzbereich irgendwo bei 400 MHz ist gerade für den Einsatz in urbanen Räumen sehr gut geeignet, denn die Funkwellen in diesem Bereich dringen zum einen noch ausreichend tief in Gebäude ein. Zum anderen werden die Wellen vor allem der am Boden operierenden Mobilgeräte an glatten Hausfassaden reflektiert, gerade verspiegelte Stahlbetongebäude sind nachgerade ideale Reflektoren. Vom Boden ereicht man damit den Rundumverteiler auf dem Tower, auch wenn kein direkter Sichtkontakt besteht.
Es gibt noch andere Kritikpunkte, die ich aber noch ansehen muss.
Klar, ein Körnchen oder ein Korn Wahrheit steckt schon im Artikel.

Edgar, Otto, was meint ihr dazu??

Gruss
Varga
 

Geist

Worte im Dunkel
Mitarbeiter
#58
Also dieser Artikel war heute ziemlich rasch von der Haupseite von orf.at verschwunden.
Nur mehr ueber untermenue fm4 etc. aufrufbar.
Auf der Hauptseite findet sich heute dieser Artikel -> http://wien.orf.at/news/stories/2670056/

Mysteriöses „NSA-Häuschen“ auf IZD-Tower

Spioniert der US-Geheimdienst NSA vom Dach des 140 Meter hohen IZD-Towers in Wien-Donaustadt die UNO-City aus? Offizielle Stellen reagieren am Dienstag zugeknöpft auf einen ORF-Bericht über ein mysteriöses Häuschen auf dem Hochhaus.

„Wir haben nichts dazu zu sagen“, sagte eine US-Diplomatin am Dienstag. Vom Innen- und Verteidigungsministerium, sowie der Staatsanwaltschaft Wien gab es keine Bestätigung, dass es sich um einen Lauschposten der NSA handelt. Im IZD-Tower residiert auch die US-Vertretung bei den internationalen Missionen in Wien. Seit geraumer Zeit wird vermutet, dass von dort aus die nahegelegene UNO-City ausspioniert wird.

Laut fm4.ORF.at ist das „als Wartungsaufbau getarnte“ Häuschen 15 Quadratmeter groß und verberge Abhöranlagen. Der Dachbereich sei „durch massive Stahlgitter vom Rest des Dachs abgetrennt“ und werde durch zehn Kameras „lückenlos überwacht“ - mehr dazu in Die NSA-Station im 22. Wiener Gemeindebezirk (fm4.ORF.at).

Keine Ermittlungen zu NSA-Spionage

In dem Häuschen dürften sich Antennen befinden zur Überwachung des Mobilfunks (IMSI-Catcher) sowie Anlagen, um in der hundert Meter Luftlinie entfernten UNO-City gewonnene Daten „abzutransportieren“, heißt es in dem Bericht. Außerdem diene das Häuschen der Kommunikation mit ähnlichen Anlagen auf dem Dach der Wiener US-Botschaft in Wien-Alsergrund und der sogenannten „NSA-Villa“ in Wien-Währing.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, bestätigte, dass das Ermittlungsverfahren in der Causa NSA-Spionage in Österreich derzeit „abgebrochen“ sei. Sie schloss aber nicht aus, dass es im Lichte neuer Erkenntnisse wieder aufgenommen werden könnte. Aus dem Innenministerium hieß es, dass es derzeit keine Ermittlungsaufträge der Staatsanwaltschaft gebe.
Links:

Verwirrung um NSA-Lauschposten (wien.ORF.at)
„Spaziergang“ zu möglichem NSA-Horchposten (wien.ORF.at)
 
#59
Für mich basieren einige Aussagen auf Halbwissen.

Es gibt keine rundum strahlenden Richtantennen. Es gibt jedoch kreisförmig angeordnete Antennen bzw. Antennengruppen, die je nach Aufschaltung unterschiedliche Richtungen bedienen können. Die Wortwahl deutet auf mangelhafte Kenntnisse in der Funktechnik hin. Allein unter diesem Aspekt ist auch der restliche Artikel mit Vorsicht zu geniessen...

Zu Abhörzwecken im VHF und UHF Bereich werden bevorzugt log.-periodische Antennen installiert. Vorteilhaft, weil viel breitbandiger und durch blosses Ausmessen der Strahlerlängen kein Rückschluss auf bevorzugte Frequenzen möglich ist.

Bekannte grosse Echelon Standorte sind hier zu finden.

Gruß vom Edgar
 
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