josef

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#1
Lt. ORF-OÖ. soll in den nächsten Jahren die permanente Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen neu gestaltet werden. Neben einer "Überblicksausstellung" mit dem Schwerpunkt "Massenmorde" sollen noch die 4 Themenkreise:
Häftlingsschicksale,
Täter,
Zwangsarbeit und
Nachgeschichte
,
tiefgreifender behandelt werden.

Da würden sich meiner Meinung nach zum Thema "Zwangsarbeit" Chanchen für die Untertageanlagen "Kellerbau" in Gusen-Langenstein und besonders von "Bergkristall" in St. Georgen a.d. Gusen zur Miteinbeziehung in das Ausstellungskonzept anbieten!


Hier gibt es weiteres zum KZ-Mauthausen...

Weiter zum ORF-Artikel:

2012 neue Ausstellung in Gedenkstätte
Die erste Phase der Umgestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen hat begonnen. Eine neue Überblicksausstellung soll 2012 eröffnet werden, auch an einer vertiefenden Ausstellung wird bereits intensiv gearbeitet. Wesentliche Bestandteile der Umgestaltung sind neue Ausstellungen und der Ausbau des pädagogischen Programms.


Ort der Vermittlung
"Ein Ort der Vermittlung muss sich weiterentwickeln", erklärte Barbara Schätz, die zuständige Abteilungsleiterin im Innenministerium, die Notwendigkeit einer Neugestaltung. Die derzeitige Ausstellung sei beispielsweise 1970 eröffnet und seither "fast nicht verändert" worden. Dies sei "nicht mehr zeitgemäß", denn allein in der Forschung sei man heute viel weiter. Teil des Konzepts sei einerseits die Neugestaltung der Außenflächen: Das ehemalige KZ ist nicht mehr zur Gänze in seiner ursprünglichen Form vorhanden - man werde zwar nichts neu aufbauen, aber die Besucher etwa über Fotos oder Hinweistafeln informieren, was an bestimmten Orten früher vorhanden war. Wesentliche Bestandteile der Umgestaltung sind laut Schätz auch neue Ausstellungen und der Ausbau des pädagogischen Programms.

Zunächst Überblicksausstellung
Zunächst gehe es um eine Überblicksausstellung und eine Ausstellung zu Massenmorden, die als Vorbereitung auf die Besichtigung der Krematorien und Gaskammern dienen soll. In Zukunft wird es übrigens nicht mehr möglich sein, in die Gaskammern hinein- oder durchzugehen - aus Pietätsgründen und weil der pädagogische Mehrwert fehle, so Schätz. Derzeit sei man "mittendrin" in der ersten Phase, in nächster Zeit werde der Wettbewerb für die beiden ersten Ausstellungen ausgeschrieben, die Eröffnung ist für 2012 geplant.

Vier themenspezifische Ausstellungen
Neben der vertiefenden Ausstellung über Massenmorde sollen vier weitere themenspezifische Ausstellungen entstehen, die sich mit Häftlingsschicksalen, den Tätern, Zwangsarbeit und der Nachgeschichte auseinandersetzen. Die komplette Neugestaltung werde acht bis zehn Jahre dauern, meinte Schätz.

Budget bis 2012 gesichert
Im März hatte Innenministerin Maria Fekter laut "Standard" aufgrund des verordneten Sparkurses angedacht, die Umbauzeit zu verlängern. Schätz hingegen glaubt derzeit nicht an eine Verzögerung aus budgetären Gründen, sie habe auch "keinen Grund" zu befürchten, dass es Einsparungen geben könnte.
Das Budget sei bis 2012 gesichert, dessen Höhe wollte Schätz wegen des bevorstehenden Wettbewerbs nicht nennen. Prinzipiell werde phasenweise über das Budget entschieden, da die Detailkonzepte für die nächsten Phasen aber noch nicht fertig seien, seien auch die Kosten noch nicht abschätzbar.

Lager mit den härtesten Haftbedingungen
Im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und seinen rund 50 Außenlagern wurden bis Kriegsende etwa 200.000 Menschen gefangen gehalten. Ungefähr 100.000 wurden ermordet oder gingen zugrunde. Mauthausen war als Lager der Stufe III klassifiziert, als Lager mit den härtesten Haftbedingungen. Im Mai 1945 wurde es von den Alliierten befreit, 1947 wurde das ehemalige KZ von den sowjetischen Besatzungsbehörden an die Republik Österreich übergeben. Die Gedenkstätte zählt jedes Jahr rund 200.000 Besucher.
Quelle: 2012 neue Ausstellung in Gedenkstätte - oesterreich.ORF.at
 
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Walter Ernhard

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#2
Wird nicht auch das damals wild umstrittene Denkmal für die US-'Befreier' nun am zweiten Mai-Wochenende endlich enthüllt? Habe sowas läuten hören anlässlich der Vorbesprechungen zu den Empfängen seitens des ÖBH für die US-Veteranen anlässlich der Maifeiern 2010 ...
 
H

Harald 41

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#3
Neugestaltung Mauthausen

Gerade gefunden, wie ich gerade sehe wurde das Thema hier schon angeschrieben:
Ausstellungseröffnung in Mauthausen

In der KZ-Gedenkstätte Mauthausen werden am Sonntag, am Jahrestag der Befreiung des KZ, im Beisein von Bundespräsident Heinz Fischer, hohen Staatsgästen und Überlebenden zwei neue Dauerausstellungen und ein neuer Gedenkort eröffnet.
Damit soll die beklemmende Geschichte und das Vermächtnis der Überlebenden lebendig gehalten werden. Der Festakt mit 500 geladenen Gästen beginnt um 15.00 Uhr.

30 Überlebende nehmen am Festakt teil
Rund 30 Überlebende werden an dem Festakt in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilnehmen. Eröffnet werden die beiden neuen Dauerausstellungen und der neue Gedenkraum durch Bundespräsident Heinz Fischer. Ihr Kommen zugesagt haben unter anderem Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP), Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sowie Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP).

Neugestaltung der Gedenkstätte
An dem Festakt nehmen auch die Staatspräsidenten von Polen und Ungarn teil. Israels Justizministerin reist mit ihrem Schwiegervater an, der das Vernichtungslager Mauthausen überlebt hat. Aus Russland kommt der Vorsitzende der Staatsduma.
Mehr als fünf Jahre lang haben rund 50 Experten an der Neugestaltung der Gedenkstätte gearbeitet. 130 Originalobjekte sind herbeigeschafft worden. Und die eigentlichen Befreiungsfeiern in Mauthausen finden dann am Sonntag in einer Woche statt.
Quelle: http://ooe.orf.at/news/stories/2582886/


Lg. Harry
 
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#4
Gedenken an die "Mühlviertler Hasenjagd"

Vor 70 Jahren...
70 Jahre „Mühlviertler Hasenjagd“

Es ist eines der düstersten Kapitel österreichischer Zeitgeschichte kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges: die unter der SS-Bezeichnung angeordnete „Mühlviertler Hasenjagd“ vor 70 Jahren. Einen Beitrag gegen das Vergessen leistet die 83-jährige Zeitzeugin Anna Hackl.

In Mauthausen und seinen 49 Nebenlagern waren insgesamt fast 200.000 Häftlinge inhaftiert - mehr als die Hälfte von ihnen kam um. In der Nacht vom 1. zum 2. Februar 1945 wagten 500 vor allem sowjetische Häftlinge die Flucht aus dem „Todesblock“ des Konzentrationslagers Mauthausen. Die für den Betrieb des Konzentrationslagers zuständige SS ordnete Hetzjagd auf Entflohenen an, in die auch die Bevölkerung eingebunden war. Keiner dürfe lebend in das KZ zurückgebracht werden, lautete der Befehl.

Beispiellose Menschenjagd
Es begann eine beispiellose Menschenjagd, bei welcher alle Geflüchteten bis auf elf zumeist sofort ermordet wurden. Die wieder Festgenommenen wurden gequält, erschlagen, erschossen. Neben den Mühlviertlern, die mitmachten, gab es auch etliche, die den fliehenden Häftlingen unter großer persönlicher Gefahr halfen und sie zum Teil sogar monatelang versteckten.

Zeitzeugin war damals 14 Jahre
Die Schwertbergerin Anna Hackl - geborene Langthaler - war damals 14 Jahre alt. Ihre Mutter versteckte unter Lebensgefahr zwei entflohene Häftlinge. Der Welser Filmemacher Andreas Gruber verarbeitete Anfang der 90er Jahre Hackls Geschichte in seinem Film „Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen“.

Gespräch mit Anna Hackl
„Viele Leute waren ja von Hitler begeistert“, erzählt Hackl, „aber meine Mutter war gleich eine Gegnerin und hat gesagt ‚der bringt Unheil‘“. Bis heute bringt Anna Hackl ihre Geschichte Jugendlichen nahe. Seit 30 Jahren besucht sie Schulklassen und erzählt von der Heldentat ihrer Familie. Dass die Jugend weiß, wie es war.

Am 28. Februar wird in der KZ-Stätte Mauthausen eine „Zeitgeschichtliche Wanderung“ angeboten. Anschließend gibt es die Möglichkeit mit Zeitzeugin Anna Hackl zu sprechen.
http://ooe.orf.at/news/stories/2692248/

Mehr über das Geschehen vor 70 Jahren: http://de.wikipedia.org/wiki/Mühlviertler_Hasenjagd
 

josef

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#5


KZ Mauthausen verleiht erstmals Forschungspreis
Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen verleiht erstmals einen Preis für hervorragende Forschungsleistungen zur Geschichte des Konzentrationslagers. Den Hauptpreis erhält Christian Rabl, Andreas Schrabauer den Förderpreis.
Rabl widmet sich in seiner Dissertation „Der KZ-Komplex Mauthausen vor Gericht“ der Aufarbeitung der im KZ Mauthausen begangenen Verbrechen durch die Justiz.

Andreas Schrabauer befasst sich in seiner Diplomarbeit „Und der Block war judenleer“ mit der Deportation von Juden aus den Niederlanden ins KZ Mauthausen. Die intensive Diskussion niederländischer Arbeiten und Quellen legt die große Bedeutung offen, die das KZ Mauthausen im offenen Terror der Besatzungsmacht hatte.


KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Die Gedenkstätte suchte wissenschaftliche Arbeiten rund um ihre Geschichte

Eingereicht wurden wissenschaftliche Arbeiten über Aufarbeitung der Verbrechen im KZ Mauthausen durch die Justiz sowie Deportation niederländischer Juden.

Link:
Publiziert am28.09.2018
KZ Mauthausen verleiht erstmals Forschungspreis
 
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Senator74

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#6
Ich war vor ein paar Monaten mit einem Freund dort. Ich wollte nur diese Gedanktafel für die rund 80.000 Opfer einsehen, um einen bestimmten Namen zu finden.
Am schier endlosen Weg dorthin sagte mein Freund zu mir : Es ist hier, als wäre man ständig unter Beobachtung.
(Dabei sind die Wachtürme natürlich unbesetzt.) Aber das Gefühl ist richtig spürbar.
 

josef

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#7


Viele Österreicher kennen KZ Mauthausen
Das Konzentrationslager Mauthausen kennt nahezu jeder Österreicher. Nun zeigt eine Studie zur Bekanntheit des KZ, wie wichtig die Schule als Vermittler dieses dunklen Kapitels der österreichischen Geschichte ist.
Der Großteil der - über Auftrag des Mauthausen Komitees - Befragten (74 Prozent) kam in der Schule mit dem Thema des KZ Mauthausen in Berührung. Aber auch aus traditionellen Medien (63 Prozent), über die eigene Familie (45 Prozent) oder über Freunde, Vereine oder Bekannte (20 Prozent) haben die Befragten Näheres dazu erfahren, sagte OGM-Geschäftsführer Christoph Haselmayer bei der Präsentation der vom Zukunftsfonds finanzierten Studie in der neuen Wiener Niederlassung der KZ-Gedenkstätte im 4. Wiener Gemeindebezirk.


KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Viele Befragten waren mit der Schulklasse in Mauthausen

Die Erhebung (508 Telefon-Interviews) habe gezeigt, dass die Schulen „unser wichtigster Partner sind in der gesamten Erinnerungsarbeit“, betonte die Direktorin der KZ-Gedenkstätte, Barbara Glück. 65 Prozent all jener, die die Gedenkstätte schon einmal besucht haben, taten dies mit der Schule. Bei den Unter-30-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei 83 Prozent.

Nachhol-Bedarf gab es vor allem bei Schülern mit Pflichtschulabschluss: Nur 59 Prozent der Pflichtschüler haben in der Schule über das KZ Mauthausen erfahren. Bei Berufsschülern und Absolventen mittlerer Lehranstalten lag dieser Prozentsatz hingegen bei 77 Prozent, Maturanten hatten zu 82 Prozent in der Schule Näheres zu dem Thema gehört.

Insgesamt gaben 61 Prozent an, Themen wie die Verbrechen des Nationalsozialismus und Konzentrationslager sollten im Geschichtsunterricht „ausführlich“ behandelt werden. Aber auch das Interesse der Pflichtschüler, sich über das Thema zu informieren, ist laut Studie durchaus hoch, wie Staatssekretärin Karoline Edtstadler bei der gemeinsamen Präsentation betonte: Von diesen gaben 62 Prozent an, das Thema sollte im Geschichtsunterricht „ausführlich“ besprochen werden.

Mehr Lehrlinge „sensibilisieren“
Die Staatssekretärin trat dafür ein, dass jedem Schüler während seiner schulischen Laufbahn einmal ein Besuch im ehemaligen KZ Mauthausen ermöglicht werden sollte. Die Frage, ob der Bund dafür extra Geld in die Hand nehmen sollte, bejahte die Staatssekretärin grundsätzlich, dies brauche aber Vorlaufzeit.

Neben Schülern soll aber auch anderen Gesellschaftsgruppen ein Besuch in Mauthausen ermöglicht werden, betonte der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees, Willi Mernyi. Einen Mangel ortete er insbesondere bei Lehrlingen. Hier gelte es auch, die Betriebe zu sensibilisieren.

Außenlager oft unbekannt
Ein Anliegen ist es Mernyi, neben Mauthausen auch über andere Orte der NS-Gräuel in Österreich verstärkt zu informieren. Laut der Studie ist etwa die Bekanntheit der Außenlager des KZ Mauthausen, von denen es mehr als 40 gab, sehr gering. Nur 42 Prozent der Befragten gaben an, andere Orte der NS-Verbrechen zu kennen. Bei Pflichtschülern war dieses Wissen mit 22 Prozent besonders schwach ausgeprägt. „Der Schrecken war nicht nur in Mauthausen weit weg von uns - der war in Simmering, der war in ganz Österreich, darauf müssen wir hinweisen“, so Mernyi.

Link:
Publiziert am 08.11.2018
Viele Österreicher kennen KZ Mauthausen
 

josef

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#9
...und wieder einmal ein trauriger Jahrestag - zum Nachdenken:

Ein Denkmal des Mutes
Am 2. Februar 1945 brachen aus dem Konzentrationslager Mauthausen rund 500 Häftlinge aus. Wenige Tage danach waren beinahe alle tot: erschossen, erschlagen oder erfroren. Nur wenige überlebten. Zwei davon dank des Mutes der Landwirtin Maria Langthaler – und ihrer Tochter Anna Hackl.
Kein Denkmal erinnert an sie, auch keine Auszeichnung des offiziellen Österreich. Nur eine Straße in ihrer Heimatgemeinde trägt seit wenigen Wochen ihren Namen. Und doch ist sie eine Heldin. Zwei Menschen hat sie Ende des Zweiten Weltkriegs das Leben gerettet. Zwei Ausbrechern aus dem KZ Mauthausen.

Freilich hätte alles anders ausgehen können, und niemand würde heute darüber reden. Es hätte geheißen, warum macht sie das auch. Die SS hätte die beiden Ausbrecher finden können, irgendjemand hätte sie denunzieren können – wahrscheinlich hätte der Tod auf sie gewartet. Vielleicht auch auf die ganze Familie, die geholfen hat. Doch wie durch ein Wunder geschah nichts dergleichen. Warum sie das alles riskiert hat?

Der Mut, der Maria Langthaler in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs angetrieben hat, begründet sich zum einen in ihrem christlichen Selbstverständnis: "Es ist ja meine Pflicht, Menschen zu helfen. Als Christin bin ich verpflichtet zu helfen, wenn jemand in Not ist. Der Herrgott ist für die ganze Welt da, nicht nur für die Deutschen."


Maria Langthalers Tochter Anna Hackl. Die Ehrenbürgerin von Schwertberg erhielt 2005 den Menschenrechtspreis des Landes Oberösterreich und im Vorjahr den höchsten Orden der orthodoxen Kirche, den ihr der ukrainische Botschafter persönlich verlieh. Annerkennungen, die sie, wie sie sagt, stellvertretend für ihre Mutter entgegennimmt.
Bild: Volker Weihbold


Zum Zweiten in ihrer Herkunftsfamilie, die vom Ersten Weltkrieg gebeutelt war. Der Vater starb früh, die Brüder waren eingerückt, die Mutter krank, Maria, Mädchenname Kapplmüller, musste den Hof in Tragwein bewirtschaften und sich beim Handel durchsetzen. 1920 heiratete sie den Witwer Johann Langthaler, der bereits vier Kinder hatte, die sie, ebenso wie später die beiden Flüchtlinge, wie ihre eigenen Kinder ansah.

Und zum Dritten darin, dass sie selbst fünf Söhne im Krieg hatte. Jeden Tag, erzählt ihre Tochter Anna Hackl, sei jemand von der Familie in die Kirche gegangen, um zu beten, dass alle gesund nach Hause kämen – was sie auch taten.

Dunkles Kapitel der regionalen Geschichte
Anders als bei jener Mutter, deren Sohn sie gerettet hat. Warwara Efremonowa hatte acht Söhne im Krieg. Nur einer kam wieder nach Hause: Nikolaj Cemkalo. Er war einer jener Flüchtlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen, die die sogenannte "Hasenjagd" überlebt haben. Jene Menschenhatz in den ersten Februartagen 1945, die eines der dunkelsten Kapitel der regionalen Geschichte markiert.

Nikolaj fand mit Michail Rybtschinskij Zuflucht auf dem Hof von Maria Langthaler und ihrem Mann in Winden bei Schwertberg. Drei Monate hielten sie die beiden versteckt, ohne zu wissen, wann der Krieg zu Ende sein wird. Jeden Tag in Todesangst. "Ich hab die Mutter nie so viel weinen gesehen wie damals", sagt Anna Hackl, die die Erinnerung an die Heldentat ihrer Mutter groß hält – und als damals 13-jähriges Mädchen Unfassbares geleistet hat und erleben musste. Die vielen Toten, die entlang der Straßen lagen, die Unmenschlichkeit, der Druck, nur ja nichts versehentlich auszuplaudern. "Aber ich hab’ gewusst, es geht ums Leben."


Das Karbyschew-Denkmal, das von Alois Langthaler ausgeführt wurde. Der General wurde im KZ Mauthausen in einer frostigen Nacht vom 17. auf 18. Februar mit Wasser bespritzt, bis er erfror.
Bild: Volker Weihbold


"Dass das Blut davongespritzt ist"
Alfred, einer der Söhne von Maria Langthaler, war aufgrund einer Augenverletzung nicht im Krieg. Er musste mit dem Volkssturm in diesen Tagen nach den Entflohenen suchen. Eines Tages kam er nach Hause und schilderte: "Du glaubst nicht, wie die Menschen arm sind. So hilflos und so grausig werden sie hingemordet. Mit dem Gewehrkolben haben sie diesen erschlagen, dass das Blut davongespritzt ist."

Auch aufgrund dieser Erzählungen fasste Maria Langthaler den Entschluss, zu helfen, wenn jemand bei ihr anklopfte, schilderte sie am 6. Februar 1973 dem Heimatforscher Peter Kammerstätter, der akribisch Gespräche mit Zeitzeugen aufgezeichnet hat. "Ich habe bei mir gedacht, wenn es den meinen im Feindesland auch so geht wie bei uns, ist es schrecklich. Wenn zu mir welche kämen, ich ließe sie nicht umbringen, ich würde ihnen das Leben retten."

Es sind nicht fünf Minuten vergangen, "da hat mich der Herrgott beim Wort genommen", schilderte Maria Langthaler. "Es hat rückwärts leise geklopft ... Ich bin zur Tür, mache sie auf und es steht eine Gestalt draußen ... Er sagte, er sei ein Dolmetscher aus Linz ... Aber ich habe ihn schon ... erkannt. Ich habe ihn am Oberarm genommen. Ich spürte nur den Knochen, komm herein."

Es war Michail, ein ukrainischstämmiger Offizier, der sich aufgrund seiner jüdischen Abstammung radebrechend vor Maria Langthaler erklären konnte – freilich ohne zu sagen, dass er ein Flüchtling sei. Später sollte er sagen, sein Herz habe dafür gesprochen, bei diesem Hof zu klopfen.

"Du Blunzen", sagte ihr Mann, als sie ihn bat, ihn zu beschützen. Anna Hackl erinnert sich noch gut an den Dialog ihrer Eltern:

"’S is ana då."
"Jå, i håb’s g’hört."
"Höf ma eam?"
"’S geht net. Du waßt, wås då drauf is. Wir kuman ålle draun."
"Und wås, waun unsere Buam a Hüfe brauchat’n?"

"Tua wås d’ wüst, oba de Verauntwortung muaßt du trågn. Für de gaunze Familie."

Und sie halfen.

Am nächsten Tag, einem Sonntag, gingen die beiden mit Anna zur Kirche. Auf dem Weg begegneten sie einem SS-Trupp, der Richtung Winden unterwegs war. "Und das Geschirr war noch auf dem Heuboden", sagt Anna Hackl. "Also hat mich meine Mutter nach Hause geschickt." Sie und ihrer Schwester Maria holten das Geschirr und bedeckten die beiden mit Stroh. "Es ist ein Wunder, dass die Hunde keine Witterung aufgenommen haben. Die beiden waren am Gred, im Stadl und in der Küche. Und nichts haben die Hunde geschnuppert. Wir haben immer gesagt, es hat halt sein wollen, dass ein paar davonkommen."


Am Sonntag nach Kriegsende ging Familie Langthaler in die Kirche und danach zum Fotografen, wo dieses Bild entstand. Vorne Maria Langthaler und ihr Mann Johann sowie Tochter Maria. Hinten: Sohn Alfred, Nikolaj Cemkalo, Tochter Anna, Sohn Josef und Michail Rybtschinskij.
Bild: Repro: Volker Weihbold


Tags darauf wurde erneut gesucht, die beiden wurden am Dachboden versteckt. Unten in der Stube servierte Maria Langthaler dem Suchtrupp Most und Jause, um sie von der Suche abzuhalten. Es gelang, danach waren die Suchaktionen vorbei. Bis auf wenige waren alle der rund 500 Flüchtlinge tot.

Doch die Gefahr hielt an. Zwar wusste Maria Langthaler als Schwarzhörerin gut über den Frontverlauf Bescheid, wann der Krieg zu Ende sein würde, stand jedoch in den Sternen. Nicht einmal ihren Sohn, der auf Heimatlazaretturlaub im nahen Perg war und zu Hause wohnen durfte, weihte sie ein. "Der Vater hat gesagt, er kämpft gegen die Russen, wir sagen nichts."

Mit den Wochen wurden sie auch unvorsichtig. Michail und Nikolai halfen am Hof mit. "Wir hatten ja keinen Vierkanter, jeder konnte hereinsehen", sagt Anna Hackl. Und das geschah auch eines Tages, als die beiden Holz schnitten, der Vater war in der Arbeit, er war Steinbruchaufseher im nahen Windegg. Ein Nachbar fragte, wer denn das sei, und Maria Langthaler antwortete nur: "Ich kenne sie nicht, der Vater hat sie vom Steinbruch geschickt – lauter Lügen, immer hab ich gelogen."

"Wir sollen krepieren"
Als der Krieg zu Ende war, bedeutete das für die ganze Familie viel. Michail und Nikolaj waren noch einen Monat in Schwertberg, hinterließen einen Brief, in dem sie alles schilderten, und kamen dann in ein Filtrationslager nach Zwettl in Niederösterreich. Danach verlor sich jede Spur. Die einzigen Briefe, die sie im Zusammenhang mit der Rettung der beiden bekamen, waren Schmähbriefe. Anonym. "Krepier!", riet man der Familie.

1962 wurde im ehemaligen Konzentrationslager ein neues Denkmal für General Karbyschew enthüllt, handwerklich ausgeführt von Alois Langthaler, dem Bruder von Anna Hackl. Dort kam dieser mit einem sowjetischen Botschaftsangehörigen in Kontakt. Er erzählte von der Rettungsaktion seiner Familie und zeigte den Brief her. Die beiden waren rasch ausgeforscht, und 1964 – 19 Jahre danach – kam es zu einem Wiedersehen im Zuge der Befreiungsfeier in Mauthausen.

1967 wurde Maria Langthaler zu einem Gegenbesuch in die heutige Ukraine eingeladen, wo die bereits 79-Jährige die Mutter von Nikolai kennengelernt hat. "Es war ein großer Empfang", sagt Anna Hackl. "Meine Mutter hat so ergreifend davon berichtet. Sie hat gesagt ‚Mein Gott, das Weibi hat mich fast zerdrückt.‘ Sie hat meine Mutter immerzu gedrückt, sie war ja selbst ein kleines Weibi, aber meine Mutter hatte keinen Fuß mehr auf dem Boden. Aber kein Wunder, Nikolai war auch der einzige ihrer Buben, der überlebt hat. Kann man sich das vorstellen, acht Kinder ziehst du groß und nur eines überlebt." Der Vater, die ganze Familie, waren zeitlebens stolz auf Maria Langthaler. "Sie war eine starke Frau", sagt ihre heute 87-jährige Tochter, die die Letzte der Familie ist – sie hatte sechs Brüder und zwei Schwestern – und immer noch unermüdlich durch das Land fährt, um an diese Geschichte zu erinnern.

Nikolaj Cemkalo lebte noch bis 31. Oktober 2002, Michail Rybtschinskij bis 7. Februar 2008. Maria Langthaler, die am 12. Februar 1975 starb, hatte ihnen noch viele Jahre geschenkt. Ihr gebührt ein Denkmal.



Die Mühlviertler Hasenjagd
Überlebende waren in der Sowjetunion anfangs Verräter – 14 an der Hatz beteiligte Zivilpersonen wurden zum Tode verurteilt beziehungsweise kamen im Gulag ums Leben.

Mariä Lichtmess, 2. Februar 1945, 0.50 Uhr. Minus acht Grad. Über das ganze Land hat sich eine friedliche Schneedecke gelegt. Plötzlich fallen Schüsse, die Sirene heult. Knapp 500 russische Offiziere brechen aus dem Konzentrationslager Mauthausen aus. Die meisten von ihnen werden an Ort und Stelle erschossen.

Halb verhungert und ausgemergelt sammeln sie ihre letzten Kräfte, um dem sicheren Tod zu entkommen. Sie wissen, sie befinden sich im Block 20 des Konzentrationslagers Mauthausen, dem Todesblock. „K-Häftlinge“ werden sie genannt, das „K“ steht für Kugel. Nach einer kurzen Ansprache, die mit „Vorwärts für die Heimat“ endete, reißen sie die Fenster der Baracke auf, bewerfen den Wachposten mit Steinen, schließen den mit Strom gesicherten Stacheldraht auf einer hohen Mauer mit nassen Fetzen kurz und klettern, so sie nicht schon vorher erschossen werden, in die Freiheit. Doch diese währt nur kurz. Die dann folgende Hatz ging als sogenannte „Mühlviertler Hasenjagd“ in die Geschichtsbücher ein.


Historiker Matthias Kaltenbrunner
Bild: OÖN

Lagerkommandant Franz Ziereis verständigt die Gendarmerie in den umliegenden Orten. Gemeinsam mit Volkssturm, Hitler-Jugend und SS wird Jagd auf die Ausbrecher gemacht. Schwerverbrecher seien ausgebrochen, heißt es – sie seien zu erschlagen oder zu erschießen. „Mit Gefangenen macht ihr mir keine Freude“, sagt Ziereis. Die Menschen sind verängstigt – immerhin sind die Russen von den Nazis als barbarisches Feindbild aufgebaut worden. Viele aus der Zivilbevölkerung machen bei der Hatz mit. Wenige Stunden nach dem Ausbruch sind die meisten Flüchtlinge tot.

„Wären es französische Häftlinge gewesen, wäre das aufgrund der Rassenideologie undenkbar gewesen“, sagt der Historiker Matthias Kaltenbrunner, der in seinem beeindruckenden Buch „Flucht aus dem Todesblock“ schreibt, dass nur von acht Flüchtlingen das Überleben gesichert sei. Er vermutet jedoch, dass es knapp 20 waren. „Man muss bedenken, dass die Überlebenden stigmatisiert waren“, sagt er. „Darum haben sich die von den Langthalers geretteten Michail und Nikolai nicht gemeldet, als es Aufrufe in der Sowjetunion gab. Sie galten als Verräter, die im Krieg nicht alles für ihr Land gegeben hatten.“

Erst nach der Entstalinisierung unter Chruschtschow gab es eine Zäsur. In einer Geheimrede gab er zu, dass den Kriegsgefangenen Unrecht geschehen sei – einige kamen sogar in den Gulag. Plötzlich wurden ihre Heldengeschichten aufgeschrieben. Sechs der „Hasenjagd“-Überlebenden meldeten sich auch, nicht aber Michail und Nikolaj. Sie wurden erst 1963 ausgeforscht, als die Geschichte der Familie Langthaler publik wurde.

Freilich gibt es nicht nur die Familie Langthaler als positives Beispiel, auch andere haben geholfen – sei es, dass sie Lebensmittel vor die Tür gestellt oder Wäsche draußen aufgehängt haben.

Nach Kriegsende wurde 30 Zivilpersonen, die sich an der „Hasenjagd“ beteiligt hatten, der Prozess gemacht.

Einige kamen diesem zuvor und begingen Selbstmord, andere wurden gelyncht. 14 Zivilisten wurden zum Tode verurteilt beziehungsweise kamen im Gulag ums Leben. (wm)

Fluchtrichtung der „K-Häftlinge“
Die meisten „K-Häftlinge“ kamen nicht über einen 8-Kilometer-Radius hinaus. Von acht Überlebenden gibt es exakte Aufzeichnungen. Laut SS waren 19 der rund 500 geflohenen Häftlinge unauffindbar.


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Film "Hasenjagd – Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen"


„Ich dachte, jetzt ist es vorbei“
Vor 25 Jahren, im Jänner und Februar 1994, drehte der Welser Andreas Gruber den Film "Hasenjagd – Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen". Mit Manfred Wolf sprach er über einen schwierigen Dreh.
Beim Filmfestival in San Sebastián 1994 gewann "Hasenjagd" einen der Hauptpreise. Am 1. Februar 1995 kam er in die österreichischen Kinos und wurde zum erfolgreichsten österreichischen Film des Jahres. Der Film erzählt die Geschichte von Familie Langthaler, den Gräueln der Hasenjagd und den zwei russischen Offizieren, die Maria Langthaler ihr Leben verdankten.
Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit im Mühlviertel?
Gruber:
Wir hatten zu wenig Geld und brutal harte Dreharbeiten. Es war ein Winter fast ohne Schnee. Eines Abends saßen wir zusammen – um Abschied zu feiern, weil es keinen Sinn mehr gehabt hat. Doch dann wurde fürs Wochenende Schneefall angekündigt.


"Wir mussten einen Wachdienst engagieren. Und dann kamen die mit Springerstiefeln, Bomberjacken und Schäferhund.“ Andreas Gruber, Regisseur

Und der kam?
Ja, anfangs. Wir sollten die Szene drehen, in der die SS mit den Hunden zum Haus der Karners (Filmname der Familie Langthaler, Anm.) ging. Da fing es zu regnen an. Volkmar Kleinert (er spielte den Familienvater, Anm.) hatte ein Engagement in Berlin, er durfte nur bleiben, wenn wir eine Pönale von 250.000 Schilling zahlen würden, sollte er nicht rechtzeitig ankommen. Also haben wir ausgerechnet, wann er wegfahren muss, um pünktlich am Flughafen zu sein – 11 Uhr. Wir haben um 7 Uhr zu drehen begonnen. Das Wetter musste bedeckt sein, und was passierte? Die Sonne kam heraus. Auch die Hunde waren so scharf. Einer biss Elfriede Irral (Maria Karner). Mit Ach und Krach hatten wir bis 11.15 Uhr alles gedreht, später kam der Anruf aus Berlin, die Aufführung sei abgesagt, und der Wagen mit Volkmar kam zurück.
Sie haben auch in Tschechien gedreht, warum?
Orte wie damals gab es bei uns nicht mehr, also haben wir in Slavonice gedreht. Selbst dort mussten wir die Dächer mit Planen abdecken, Antennen abmontieren. Als ich ankam, herrschte eine Frühlingsanmutung, die Vögel zwitscherten. Ich dachte, jetzt ist es vorbei. Doch dann begann die Ausstattung, Schneeberge wurden gemacht, und als die Dämmerung kam, hat es funktioniert.
Sie haben auch im ehemaligen Konzentrationslager gedreht, wie war es dort?
Die Ausbruchsszene war heikel – physisch wie psychisch. Wir haben im Todesblock gedreht, mussten einen Wachturm wieder aufbauen. Dafür musste ein Zaun entfernt und das Sicherheitssystem unterbrochen werden. Also engagierten wir einen Wachdienst. Und dann kamen die mit Springerstiefel, schwarzen Bomberjacken und Schäferhund ... Dann gab es Probleme mit der Kamera, und als der Stunt-Koordinator den Komparsen gezeigt hat, wie sie über die Mauer klettern sollten, fiel er zu Boden – er hatte einen epileptischen Anfall. Wir waren an der Grenze der Belastbarkeit.
Was hat Sie besonders gerührt?
Sehr nah ging mir die Szene, in der meine Tochter, sie spielte die junge Anna Hackl, von ihren Eltern auf dem Weg zur Kirche zurückgeschickt wird, weil die SS zu ihrem Hof unterwegs war. Da spielte sie nicht mehr die Anna, sie war wirklich den Tränen nah.
Welches Bild haben Sie sich von Maria Langthaler gemacht?
Sie war eine tolle Frau, über die Maßen mutig. Aber es hat bis Februar 1995 gedauert, bis Bundespräsident Thomas Klestil erstmals diese Familie offiziell als großartiges Beispiel genannt hat. Später erhielt Anna Hackl den Menschenrechtspreis. Das war sehr wichtig.
Sie hatten auch das Material von Peter Kammerstätter, der in den 1970er-Jahren zig Zeitzeugengespräche geführt hatte.
Ich habe nach Kammerstätter recherchiert und saß dann auf 1500 Seiten Material. Ich hätte zehn Filme machen können. Dann las ich einen Artikel über ein Holocaust-Memorial in Chicago. Ein Rabbiner, Rosenzweig hieß er, hatte es in den 1980er-Jahren eingerichtet. Seine Familie wurde im Holocaust ausgerottet. Er ließ die Besucher einen Fragebogen ausfüllen. Eine Frage lautete: "Haben Sie noch Vertrauen in die Menschheit?"
Und?
Er war fertig, weil 95 Prozent hatten es nicht mehr. Doch das, so sagte er, könne nicht die Absicht sein. Also hat er daneben ein Haus für die Gerechten errichtet, um das Gute darzustellen. Das war mein Schlüsselerlebnis: Was sind die menschlichen Möglichkeiten? Von dem, der in Blutrausch verfällt, bis zu dem, der Leben rettet, und alles, was es dazwischen gibt. Das ist im Film zu einer Fragestellung geworden – wo würde ich mich einsortieren?
Der Film hat den Zusatz "Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen". Der Satz stammt vom damaligen Pfarrer Rathgeb aus Allerheiligen. Ist das, was passiert ist, die Schattenseite, die jeder Mensch in sich hat?
Ich tue mir schwer mit dem Satz "Da sieht man, wie dünn die Decke der Zivilisation ist". Es ist differenzierter, es gibt Menschen, die empathisch bleiben, dann gibt es die Ebene des Schockiert-, des Betroffenseins. Und das waren viele. Aber wie viel traue ich mich dann? Es gibt genug Menschen, die darauf anfällig sind, aber es ist nicht zu generalisieren. Es gibt Zwischenstufen, es muss sich nicht alles im Extremen abspielen. Was mich mehr irritiert, wenn ich den Bogen zu heute spanne, ist, dass sich das geändert hat, dass die Menschen wenig riskieren, wenn sie Stellung beziehen. Das macht mir eher Probleme. Dass man aus sicherer Position heraus sagt, da muss ich mich nicht einmischen.

Von Manfred Wolf, 02. Februar 2019
Ein Denkmal des Mutes
 
S

Senator74

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#10
Mut und Zivilcourage hatten zu allen Zeiten eher Seltenheitswert. Um so bemerkenswerter die Haltung von Frau Langthaler und ihrer Tochter.
 

Geist

Worte im Dunkel
Mitarbeiter
#11
Information und Buchtipp:

NS-Verbrecher: Vor Gericht in ganz Europa

Hunderte Personen, die im Konzentrationslager Mauthausen Verbrechen begangen hatten, wurden später verurteilt. In ganz Mitteleuropa fanden die Verfahren statt. Jahrelang arbeitete ein Historiker an einer Gesamtdarstellung, die nun als Buch erschienen ist.

Im Mai 1945 befreiten US-amerikanische Truppen die Häftlinge im Konzentrationslager Mauthausen. Bald darauf standen die ersten Täter vor einem amerikanischen Gericht bei den berühmten Dachauer Prozessen. Auch in den Jahren danach fanden Gerichtsverfahren gegen NS-Täter aus Mauthausen statt – allerdings verteilt in ganz Mitteleuropa.

Mehr als 500 Personen wurden für ihre Verbrechen im Konzentrationslager Mauthausen angeklagt. Zwischen 1946 und Anfang der 1990er Jahre fanden Kriegsverbrecherprozesse von den Alliierten, und später von nationalen Behörden in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und Slowenien statt, so der Historiker Christian Rabl, Autor des Buches „Mauthausen vor Gericht“, das nun erstmals eine Gesamtdarstellung der Strafprozesse rund um Verbrechen in Mauthausen während der NS-Zeit bietet. In Österreich waren bis 1955 die Volksgerichte zuständig.

Viele Länder beteiligt
„Besonders bemerkenswert ist für mich die Erkenntnis, auf welch breiter internationaler Ebene diese Gerichtsverfahren stattgefunden haben“, so Christian Rabl. Der Öffentlichkeit bekannt waren im Zusammenhang mit Mauthausen bisher vor allem die Dachauer Prozesse und die österreichischen Volksgerichtsverfahren sowie einige wenige der in Westdeutschland geführten Verfahren. „Kaum bekannt war eben die Tatsache, dass es auch in Polen, in der Tschechoslowakei, in Slowenien, in der DDR beispielsweise auch eigene Verfahren gegeben hat“, so Rabl.

Der Politikwissenschaftler und Historiker hat nach jahrelanger Archivarbeit nun einen umfassenden Überblick über diese Verfahren vorgelegt. Das Buch „Mauthausen vor Gericht. Nachkriegsprozesse im internationalen Vergleich“ ist auf Basis seiner Dissertation entstanden. „Für mich ist es auch eine Erkenntnis, dass es in Summe eine ganz erhebliche Zahl an Personen gibt, die schuldig gesprochen wurden“, meint er. Wie hoch die Strafen angesetzt wurden, sei dann wieder eine andere Frage, aber „grundsätzlich gab es doch von verschiedenen Behörden und zu verschiedenen Zeiten immer wieder Bestrebungen, hier Recht zu sprechen“.

Meist milde Strafen
Rund 90 Prozent der 500 Verurteilten sind auch schuldig gesprochen worden. Rund 100 Personen wurden laut Rabl zum Tode verurteilt. Kam es zu Haftstrafen, seien diese allerdings fast immer drastisch verkürzt worden. Insbesondere in Deutschland und Österreich hatten die Täter nicht viel zu befürchten. „Auch aus politischen Gründen, weil die amerikanischen Behörden den Staat Deutschland als Verbündeten im Kalten Krieg gebraucht haben, auch das wird in der Studie beleuchtet“, so Christian Rabl.

„Opferländer“ besonders engagiert
Besonders engagiert in der Strafverfolgung ehemaliger NS-Verbrecher aus Mauthausen war ihm zufolge Polen, denn in Mauthausen gab es eine hohe Opferzahl polnischer Staatsbürger. Auch die Tschechoslowakei war sehr interessiert an der Verfolgung der Täter. „Allerdings hatten beide Länder kaum die Mittel, um vernünftige Verfahren zu führen beziehungsweise auch Ermittlungen durchzuführen und waren da sehr stark von den alliierten Behörden abhängig“, erklärt Christian Rabl.

Er listet in seinem Buch nicht nur hunderte Gerichtsverfahren gegen die Täter aus Mauthausen auf, sondern der Historiker stellt auch die Frage, wie es den aus der Haft entlassenen ehemaligen SS-Angehörigen in der Nachkriegszeit gegangen ist. Sein Fazit: „Die, so ist auch eine Kernthese der Studie, mussten eigentlich nie integriert werden oder reintegriert werden, weil sie nie außerhalb dieser österreichischen oder deutschen Gesellschaft gestanden sind.“ Das letzte Gerichtverfahren gegen einen Kriegsverbrecher aus Mauthausen fand in Österreich im Jahr 1975 statt und zwar gegen den SS-Mann und KZ Aufseher Johann Vinzenz Gogl. Es endete mit einem Freispruch.

Hanna Ronzheimer, Ö1-Wissenschaft
Quelle: NS-Verbrecher: Vor Gericht in ganz Europa - science.ORF.at
 
#12
Guten Tag

Geschichte interessierten möchte ich diesen Film ans Herz legen, ich habe ihn mir schon zwei mal angeschaut. Er handelt von einem jungen Häftling aus Spanien, der bei dem Fotografen von Mauthausen arbeiten muss.

Leider ist er nur auf Netflix, aber es kein Low Budget Film(der hat richtig Geld gekostet) . Von der Qualität sehr gut. Netflix kann man sich über das Internet anschauen und für den Film kann man sich das Passwort von einem Bekannten ausleihen. (Josef du auch von mir :)


Quelle :The Photographer of Mauthausen (2018) - Filmaffinity
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#14
Es handelt sich um eine wahre Geschichte, Dank diesen jungen Mann wurden die meisten Fotos des Fotografen des Lagers am Kriegsende nicht verbrannt. Sie wurden aus dem Lager geschmuggelt. Die Fotos wurden in Nürnberg als Beweise benutzt.

Francisco Boix Campo
Das war der junge Mann
Quelle:kfsr. Info
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josef

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#15
Zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ-Mauthausen:
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Original-Protokolle der KZ-Befreier von Mauthausen
Zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ-Mauthausen werden Original-Protokolle von US-Truppen verlesen. Die Dokumente werden zur gleichen Uhrzeit ihrer Niederschrift auf den Online-Kanälen des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) präsentiert.
Online seit heute, 11.22 Uhr
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Die 11. US-Panzerdivison hatte nach dem fluchtartigen Verlassen der Schutzstaffel das Konzentrationslager befreit. Die Verlesung der Protokolle der Befreier sind „für uns etwas sehr Besonderes, da sie die Geschehnisse dieser Tage im Detail schildern. Das Gedenken daran erinnert uns alle, wie wichtig es ist, für ein ‚Niemals Wieder!‘ einzutreten“, meinte MKÖ-Geschäftsführerin Christa Bauer in einer Aussendung.

Virtuelles Erinnern im Internet
Nachdem die Gedenkfeiern auf dem ehemaligen KZ-Gelände wegen der Corona-Bestimmungen heuer ausfallen, wird dieses Erinnern virtuell stattfinden. Die Verlesung der Protokolle kann auf YouTube und Facebook sowie auf der Webseite des MKÖ verfolgt werden.

Beginn am 26. April um 18.40 Uhr
Wesentliches Element der Gedenkwochen (26. April bis 20. Mai) sind die Vorträge von 33 Dokumenten, die die Schauspielerinnen Konstanze Breitebner, Mercedes Echerer und Katharina Stemberger präsentieren. Begonnen wird mit dem Verlesen am 26. April um 18.40 Uhr. An jenem Tag vor 75 Jahren berichtete das XII. Korps unter dem Kommando von Generalmajor Stafford LeRoy, dass das 22. Panzerbataillons bei Lackenhäuser in Niederbayern die Grenze nach Oberösterreich überschritten habe.
Als letzter Vortrag steht am 20. Mai ein Auszug der Protokolle jenes Tages von 1945 auf dem Programm, in dem die medizinische Versorgung der ehemaligen KZ-Häftlinge beschrieben werden, teilte das MKÖ am Freitag mit.
24.04.2020, red, ooe.ORF.at/Agenturen

Links:
Original-Protokolle der KZ-Befreier von Mauthausen
 

Geist

Worte im Dunkel
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#16
Die ersten beiden Bände zum weltweit größten Forschungsprojekt zu einem einzelnen KZ erscheinen:

KZ Mauthausen:Die Geschichten der Gefangenen


Gedenken an die Befreiung vor 76 Jahren: Die Erinnerungsfeier fand am 16. Mai unter Corona-Bedingungen statt - und ohne Vertreter der ÖVP.
(Foto: Isabelle Ouvrard /Imago)

Wissenschaftler zeichnen die Geschichte der Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen akribisch nach - diese kamen aus 40 Ländern. Es ist das größte Forschungsprojekt, das es je über ein einzelnes Lager gegeben hat.

Rezension von Alexandra Föderl-Schmid

Alleine schon das Unterfangen gebietet Respekt: eine möglichst umfassende Dokumentation über Häftlinge eines KZ und damit die riesige nationalsozialistische Tötungsmaschinerie. Vor zwanzig Jahren wurden die ersten Schritte gesetzt in diesem internationalen Forschungsprojekt, zu dem mehr als 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 19 Staaten einen Beitrag geleistet haben.
Koordiniert von einem Kernteam in Wien um den inzwischen emeritierten Universitätsprofessor für Zeitgeschichte, Gerhard Botz, entstand nicht nur eine Darstellung des damals in der Ostmark gelegenen KZ Mauthausen und seiner 49 Außenlager. Es ist nach Angaben der beteiligten Historiker das weltweit größte Forschungsprojekt, das jemals über ein einzelnes KZ initiiert wurde - und es hat neue Erkenntnisse gebracht.

Es sind nun die beiden ersten Bände dieser akribischen Aufarbeitung mit ihrer breiten historiografischen Kontextualisierung erschienen. Im ersten Band wird die "nationalsozialistische Expansions- und Verfolgungspolitik" am Beispiel von Mauthausen und seiner Nebenlager wie Gusen und Ebensee dargestellt und ein genauer Einblick in die Quellenbasis und methodischen Grundlagen des Projekts geliefert. Dabei werden Verflechtungen eines Lagersystems wie Mauthausen mit der NS-Besatzungspolitik deutlich.

Für die Insassen war "Vernichtung durch Arbeit" vorgesehen

Das KZ Mauthausen wurde 1938 unmittelbar nach dem sogenannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich errichtet. Es war das einzige KZ der Stufe III, der schlechtesten Kategorie. Auf Anweisung von Reinhard Heydrich, dem Chef der Sicherheitspolizei, war die Einweisung nach Mauthausen für "schwerbelastete, unverbesserliche und auch gleichzeitig kriminell vorbestrafte und asoziale Schutzhäftlinge" bestimmt, deren "Rückkehr unerwünscht" war. Für sie war die "Vernichtung durch Arbeit" vorgesehen.

In den meisten Fällen geschah dies durch die harte Arbeit in einem Steinbruch, dem Zentrum des KZ Mauthausen. Die Häftlinge mussten mehrmals täglich Granitblöcke über 186 Stufen 31 Meter nach oben schleppen - die sogenannte "Todestreppe" war der Ort zahlreicher Unfälle und Morde an Häftlingen, verübt durch Kapos und die SS-Wachmannschaft.


Gerhard Botz, Alexander Prenninger, Regina Fritz, Heinrich Berger (Hg.): Mauthausen und die nationalsozialistische Expansions- und Verfolgungspolitik (Band 1). Böhlau-Verlag, Wien 2021. 420 Seiten, 45 Euro.

Häftlinge wurden auch wahllos von den Wänden des Steinbruchs hinuntergestoßen, ihre Mörder von der SS prägten den Ausdruck "Fallschirmspringerwand". Insgesamt wurden zwischen der Errichtung des Lagers im August 1938 und der Befreiung durch die US-Armee im Mai 1945 etwa 190 000 Männer, Frauen und Kinder inhaftiert, mehr als 90 000 kamen ums Leben.

In der Zusammenschau einer Vielzahl von individuellen Schicksalen wird ein differenziertes Bild der Verfolgungen sowie des Lebens und Überlebens in einem Konzentrationslager möglich. Erstmals wird die Vielfalt der Häftlinge aus 40 Nationen empirisch dargestellt. Waren es bis zum Kriegsbeginn vor allem Gefangene aus dem deutschsprachigen Raum, so wandelte sich dies nach 1939: Von Norwegen und Dänemark bis nach Spanien, vom Baltikum über Polen und Ungarn bis nach Griechenland wurden Wege von Häftlingen nachgezeichnet.

Die Kennzeichnung der Nationalität auf ihrer Kleidung bestimmte die Überlebenschancen maßgeblich. Häftlinge mit slawischer Muttersprache waren im KZ wesentlich schlechtergestellt als solche aus Nordeuropa. Kriegsgefangene aus der Sowjetunion konnten in der Regel nur kürzeste Zeit überleben. Im KZ Mauthausen waren auch viele republikanische Spanier inhaftiert.

Ein eigener Beitrag widmet sich den weiblichen Gefangenen im KZ Mauthausen, das von der SS als "Männerlager" konzipiert wurde. Ihr Anteil war mit 4,25 Prozent tatsächlich gering, sodass bisher dieser Häftlingsgruppe in der Forschung wenig Aufmerksamkeit gewidmet worden war. Auf Befehl von SS-Chef Heinrich Himmler entstand in Mauthausen im Juni 1942 das erste von zehn Häftlingsbordellen.

Diese national gemischte Lagergemeinschaft in Mauthausen und seinen Außenlagern war so nicht von der NS-Führung geplant, sondern das Ergebnis einer ganz Europa erfassenden Verfolgungs- und Ausbeutungspolitik des Nationalsozialismus. Deshalb trägt das Buchprojekt auch den übergeordneten Titel "Europa in Mauthausen".


Alexander Prenninger, Regina Fritz, Gerhard Botz, Melanie Dejnega (Hg.): Deportiert nach Mauthausen (Band 2). Böhlau- Verlag, Wien 2021. 711 Seiten, 45 Euro.

Insbesondere im zweiten Band wird der tägliche Kampf ums Überleben einprägsam deutlich. Dort finden die Schilderungen der ehemaligen KZ-Häftlinge breiten Raum, werden eingebettet in die politischen Entwicklungen. Es blieb den Autorinnen und Autoren überlassen, wie sie die Wege der einzelnen Häftlinge oder von Gruppen nach Mauthausen beschrieben. Darin liegt eine der Stärken des Buchprojekts, weil es auch eine Vielfalt an Perspektiven bietet.

Insgesamt ist eine komplexe Übersicht entstanden, die mit diesen beiden ersten Bänden aber nur einen ersten Einblick bietet. Erst wenn die beiden weiteren Bände in den kommenden zwei Jahren veröffentlicht worden sind, wird dieses ambitionierte Projekt abgeschlossen sein. Entstanden ist dann ein historisches Grundlagen- und Standardwerk über das Lagersystem Mauthausen, das Anstoß für weitere Forschungsarbeiten etwa über Sinti und Roma bieten will.

Befreite Häftlinge werden als "Landplage" diffamiert

Die Herausgeber wollen mit diesem Mammutwerk nicht nur Geschichtsaufarbeitung betreiben, sondern aufklären angesichts des "europaweiten Aufschwungs rechtspopulistischer Bewegungen und Regierungen und deren geschichtsrevisionistischer Tendenzen". In ihrem Vorwort nehmen sie Bezug auf "neonazistische Schmierereien in Gedenkstätten wie Mauthausen, Angriffe auf Teilnehmer von Gedenkveranstaltungen wie in Ebensee und Herabwürdigung von befreiten Häftlingen als 'Landplage'".

Letzteres bezieht sich auf einen Artikel in einer der FPÖ nahestehenden Zeitschrift, in dem es hieß, aus dem KZ Mauthausen befreite Häftlinge seien "raubend und plündernd, mordend und schändend" durch das "unter der 'Befreiung' leidende Land" Österreich gezogen.

Die Publikation findet zu einem Zeitpunkt statt, in dem über Formen des Gedenkens öffentlich diskutiert wird. Erst Anfang Mai kaufte die Republik zentrale Orte des ehemaligen Lagers in Gusen, wo sich etwa der Appellplatz befand, um sie in eine Gedenkstätte einzubeziehen. Die Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Mauthausen am 16. Mai fand in diesem Jahr ohne Politiker der Kanzlerpartei ÖVP statt - weil diese die Veranstaltung als "parteipolitisch missbraucht" ansah. Der Streit darüber zeigt, wie sehr die Vergangenheit in die Gegenwart reicht.
Quelle: Nationalsozialismus: Die Gefangenen des KZ Mauthausen
 

josef

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#17
Untersuchung von KZ-Bausubstanz
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Das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen wird im Rahmen eines europaweiten Projekts einmal mehr wissenschaftlich untersucht. 17 Studentinnen und Studenten untersuchen die Denkmäler am KZ-Gelände und die Bausubstanz der Gebäude.
Online seit heute, 6.03 Uhr
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Denn unter anderem soll das Gebäude, in dem der Kommandant sein Büro hatte, renoviert werden. Verantwortlich für die Sanierung ist die Burghauptmannschaft Österreich.

„Wenn man darüber nachdenkt, wie man selber Hausbauen würde, dann gibt es einen Plan und der sagt wie es gebaut wird und so wird dann gebaut. Im historischen Bereich reden wir von einer Substanz die steht, wir reden von einer Datenlage, die nicht wirklich gut vorhanden ist, weil die Pläne sehr alt sind, vielleicht gar nicht mehr vorhanden, und dort muss man befunden. Befunden heißt, anschauen was es ist, wie besteht es, aus welchem Material, wie ist es zusammengesetzt“, so Burghauptmann Reinhold Sahl.

„Und man bohrt dann tatsächlich teilweise hinein, muss natürlich gewisse Probenentnahmen nehmen, versucht geschichtlich zu hinterfragen, mit Texten, wie das sein könnte, und beginnt sozusagen so Wissen um das Objekt zu bauen, und dann eben ableiten zu können, wie man es saniert“ so Sahl weiter.
20.08.2021, red, ooe.ORF.at
Untersuchung von KZ-Bausubstanz
 
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