KZ-Mauthausen

josef

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#1
Lt. ORF-OÖ. soll in den nächsten Jahren die permanente Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen neu gestaltet werden. Neben einer "Überblicksausstellung" mit dem Schwerpunkt "Massenmorde" sollen noch die 4 Themenkreise:
Häftlingsschicksale,
Täter,
Zwangsarbeit und
Nachgeschichte
,
tiefgreifender behandelt werden.

Da würden sich meiner Meinung nach zum Thema "Zwangsarbeit" Chanchen für die Untertageanlagen "Kellerbau" in Gusen-Langenstein und besonders von "Bergkristall" in St. Georgen a.d. Gusen zur Miteinbeziehung in das Ausstellungskonzept anbieten!


Hier gibt es weiteres zum KZ-Mauthausen...

Weiter zum ORF-Artikel:

2012 neue Ausstellung in Gedenkstätte
Die erste Phase der Umgestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen hat begonnen. Eine neue Überblicksausstellung soll 2012 eröffnet werden, auch an einer vertiefenden Ausstellung wird bereits intensiv gearbeitet. Wesentliche Bestandteile der Umgestaltung sind neue Ausstellungen und der Ausbau des pädagogischen Programms.


Ort der Vermittlung
"Ein Ort der Vermittlung muss sich weiterentwickeln", erklärte Barbara Schätz, die zuständige Abteilungsleiterin im Innenministerium, die Notwendigkeit einer Neugestaltung. Die derzeitige Ausstellung sei beispielsweise 1970 eröffnet und seither "fast nicht verändert" worden. Dies sei "nicht mehr zeitgemäß", denn allein in der Forschung sei man heute viel weiter. Teil des Konzepts sei einerseits die Neugestaltung der Außenflächen: Das ehemalige KZ ist nicht mehr zur Gänze in seiner ursprünglichen Form vorhanden - man werde zwar nichts neu aufbauen, aber die Besucher etwa über Fotos oder Hinweistafeln informieren, was an bestimmten Orten früher vorhanden war. Wesentliche Bestandteile der Umgestaltung sind laut Schätz auch neue Ausstellungen und der Ausbau des pädagogischen Programms.

Zunächst Überblicksausstellung
Zunächst gehe es um eine Überblicksausstellung und eine Ausstellung zu Massenmorden, die als Vorbereitung auf die Besichtigung der Krematorien und Gaskammern dienen soll. In Zukunft wird es übrigens nicht mehr möglich sein, in die Gaskammern hinein- oder durchzugehen - aus Pietätsgründen und weil der pädagogische Mehrwert fehle, so Schätz. Derzeit sei man "mittendrin" in der ersten Phase, in nächster Zeit werde der Wettbewerb für die beiden ersten Ausstellungen ausgeschrieben, die Eröffnung ist für 2012 geplant.

Vier themenspezifische Ausstellungen
Neben der vertiefenden Ausstellung über Massenmorde sollen vier weitere themenspezifische Ausstellungen entstehen, die sich mit Häftlingsschicksalen, den Tätern, Zwangsarbeit und der Nachgeschichte auseinandersetzen. Die komplette Neugestaltung werde acht bis zehn Jahre dauern, meinte Schätz.

Budget bis 2012 gesichert
Im März hatte Innenministerin Maria Fekter laut "Standard" aufgrund des verordneten Sparkurses angedacht, die Umbauzeit zu verlängern. Schätz hingegen glaubt derzeit nicht an eine Verzögerung aus budgetären Gründen, sie habe auch "keinen Grund" zu befürchten, dass es Einsparungen geben könnte.
Das Budget sei bis 2012 gesichert, dessen Höhe wollte Schätz wegen des bevorstehenden Wettbewerbs nicht nennen. Prinzipiell werde phasenweise über das Budget entschieden, da die Detailkonzepte für die nächsten Phasen aber noch nicht fertig seien, seien auch die Kosten noch nicht abschätzbar.

Lager mit den härtesten Haftbedingungen
Im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und seinen rund 50 Außenlagern wurden bis Kriegsende etwa 200.000 Menschen gefangen gehalten. Ungefähr 100.000 wurden ermordet oder gingen zugrunde. Mauthausen war als Lager der Stufe III klassifiziert, als Lager mit den härtesten Haftbedingungen. Im Mai 1945 wurde es von den Alliierten befreit, 1947 wurde das ehemalige KZ von den sowjetischen Besatzungsbehörden an die Republik Österreich übergeben. Die Gedenkstätte zählt jedes Jahr rund 200.000 Besucher.
Quelle: 2012 neue Ausstellung in Gedenkstätte - oesterreich.ORF.at
 
W

Walter Ernhard

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#2
Wird nicht auch das damals wild umstrittene Denkmal für die US-'Befreier' nun am zweiten Mai-Wochenende endlich enthüllt? Habe sowas läuten hören anlässlich der Vorbesprechungen zu den Empfängen seitens des ÖBH für die US-Veteranen anlässlich der Maifeiern 2010 ...
 
H

Harald 41

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#3
Neugestaltung Mauthausen

Gerade gefunden, wie ich gerade sehe wurde das Thema hier schon angeschrieben:
Ausstellungseröffnung in Mauthausen

In der KZ-Gedenkstätte Mauthausen werden am Sonntag, am Jahrestag der Befreiung des KZ, im Beisein von Bundespräsident Heinz Fischer, hohen Staatsgästen und Überlebenden zwei neue Dauerausstellungen und ein neuer Gedenkort eröffnet.
Damit soll die beklemmende Geschichte und das Vermächtnis der Überlebenden lebendig gehalten werden. Der Festakt mit 500 geladenen Gästen beginnt um 15.00 Uhr.

30 Überlebende nehmen am Festakt teil
Rund 30 Überlebende werden an dem Festakt in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilnehmen. Eröffnet werden die beiden neuen Dauerausstellungen und der neue Gedenkraum durch Bundespräsident Heinz Fischer. Ihr Kommen zugesagt haben unter anderem Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP), Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sowie Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP).

Neugestaltung der Gedenkstätte
An dem Festakt nehmen auch die Staatspräsidenten von Polen und Ungarn teil. Israels Justizministerin reist mit ihrem Schwiegervater an, der das Vernichtungslager Mauthausen überlebt hat. Aus Russland kommt der Vorsitzende der Staatsduma.
Mehr als fünf Jahre lang haben rund 50 Experten an der Neugestaltung der Gedenkstätte gearbeitet. 130 Originalobjekte sind herbeigeschafft worden. Und die eigentlichen Befreiungsfeiern in Mauthausen finden dann am Sonntag in einer Woche statt.
Quelle: http://ooe.orf.at/news/stories/2582886/


Lg. Harry
 
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josef

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#4
Gedenken an die "Mühlviertler Hasenjagd"

Vor 70 Jahren...
70 Jahre „Mühlviertler Hasenjagd“

Es ist eines der düstersten Kapitel österreichischer Zeitgeschichte kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges: die unter der SS-Bezeichnung angeordnete „Mühlviertler Hasenjagd“ vor 70 Jahren. Einen Beitrag gegen das Vergessen leistet die 83-jährige Zeitzeugin Anna Hackl.

In Mauthausen und seinen 49 Nebenlagern waren insgesamt fast 200.000 Häftlinge inhaftiert - mehr als die Hälfte von ihnen kam um. In der Nacht vom 1. zum 2. Februar 1945 wagten 500 vor allem sowjetische Häftlinge die Flucht aus dem „Todesblock“ des Konzentrationslagers Mauthausen. Die für den Betrieb des Konzentrationslagers zuständige SS ordnete Hetzjagd auf Entflohenen an, in die auch die Bevölkerung eingebunden war. Keiner dürfe lebend in das KZ zurückgebracht werden, lautete der Befehl.

Beispiellose Menschenjagd
Es begann eine beispiellose Menschenjagd, bei welcher alle Geflüchteten bis auf elf zumeist sofort ermordet wurden. Die wieder Festgenommenen wurden gequält, erschlagen, erschossen. Neben den Mühlviertlern, die mitmachten, gab es auch etliche, die den fliehenden Häftlingen unter großer persönlicher Gefahr halfen und sie zum Teil sogar monatelang versteckten.

Zeitzeugin war damals 14 Jahre
Die Schwertbergerin Anna Hackl - geborene Langthaler - war damals 14 Jahre alt. Ihre Mutter versteckte unter Lebensgefahr zwei entflohene Häftlinge. Der Welser Filmemacher Andreas Gruber verarbeitete Anfang der 90er Jahre Hackls Geschichte in seinem Film „Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen“.

Gespräch mit Anna Hackl
„Viele Leute waren ja von Hitler begeistert“, erzählt Hackl, „aber meine Mutter war gleich eine Gegnerin und hat gesagt ‚der bringt Unheil‘“. Bis heute bringt Anna Hackl ihre Geschichte Jugendlichen nahe. Seit 30 Jahren besucht sie Schulklassen und erzählt von der Heldentat ihrer Familie. Dass die Jugend weiß, wie es war.

Am 28. Februar wird in der KZ-Stätte Mauthausen eine „Zeitgeschichtliche Wanderung“ angeboten. Anschließend gibt es die Möglichkeit mit Zeitzeugin Anna Hackl zu sprechen.
http://ooe.orf.at/news/stories/2692248/

Mehr über das Geschehen vor 70 Jahren: http://de.wikipedia.org/wiki/Mühlviertler_Hasenjagd
 

josef

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#5


KZ Mauthausen verleiht erstmals Forschungspreis
Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen verleiht erstmals einen Preis für hervorragende Forschungsleistungen zur Geschichte des Konzentrationslagers. Den Hauptpreis erhält Christian Rabl, Andreas Schrabauer den Förderpreis.
Rabl widmet sich in seiner Dissertation „Der KZ-Komplex Mauthausen vor Gericht“ der Aufarbeitung der im KZ Mauthausen begangenen Verbrechen durch die Justiz.

Andreas Schrabauer befasst sich in seiner Diplomarbeit „Und der Block war judenleer“ mit der Deportation von Juden aus den Niederlanden ins KZ Mauthausen. Die intensive Diskussion niederländischer Arbeiten und Quellen legt die große Bedeutung offen, die das KZ Mauthausen im offenen Terror der Besatzungsmacht hatte.


KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Die Gedenkstätte suchte wissenschaftliche Arbeiten rund um ihre Geschichte

Eingereicht wurden wissenschaftliche Arbeiten über Aufarbeitung der Verbrechen im KZ Mauthausen durch die Justiz sowie Deportation niederländischer Juden.

Link:
Publiziert am28.09.2018
KZ Mauthausen verleiht erstmals Forschungspreis
 
#6
Ich war vor ein paar Monaten mit einem Freund dort. Ich wollte nur diese Gedanktafel für die rund 80.000 Opfer einsehen, um einen bestimmten Namen zu finden.
Am schier endlosen Weg dorthin sagte mein Freund zu mir : Es ist hier, als wäre man ständig unter Beobachtung.
(Dabei sind die Wachtürme natürlich unbesetzt.) Aber das Gefühl ist richtig spürbar.
 

josef

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#7


Viele Österreicher kennen KZ Mauthausen
Das Konzentrationslager Mauthausen kennt nahezu jeder Österreicher. Nun zeigt eine Studie zur Bekanntheit des KZ, wie wichtig die Schule als Vermittler dieses dunklen Kapitels der österreichischen Geschichte ist.
Der Großteil der - über Auftrag des Mauthausen Komitees - Befragten (74 Prozent) kam in der Schule mit dem Thema des KZ Mauthausen in Berührung. Aber auch aus traditionellen Medien (63 Prozent), über die eigene Familie (45 Prozent) oder über Freunde, Vereine oder Bekannte (20 Prozent) haben die Befragten Näheres dazu erfahren, sagte OGM-Geschäftsführer Christoph Haselmayer bei der Präsentation der vom Zukunftsfonds finanzierten Studie in der neuen Wiener Niederlassung der KZ-Gedenkstätte im 4. Wiener Gemeindebezirk.


KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Viele Befragten waren mit der Schulklasse in Mauthausen

Die Erhebung (508 Telefon-Interviews) habe gezeigt, dass die Schulen „unser wichtigster Partner sind in der gesamten Erinnerungsarbeit“, betonte die Direktorin der KZ-Gedenkstätte, Barbara Glück. 65 Prozent all jener, die die Gedenkstätte schon einmal besucht haben, taten dies mit der Schule. Bei den Unter-30-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei 83 Prozent.

Nachhol-Bedarf gab es vor allem bei Schülern mit Pflichtschulabschluss: Nur 59 Prozent der Pflichtschüler haben in der Schule über das KZ Mauthausen erfahren. Bei Berufsschülern und Absolventen mittlerer Lehranstalten lag dieser Prozentsatz hingegen bei 77 Prozent, Maturanten hatten zu 82 Prozent in der Schule Näheres zu dem Thema gehört.

Insgesamt gaben 61 Prozent an, Themen wie die Verbrechen des Nationalsozialismus und Konzentrationslager sollten im Geschichtsunterricht „ausführlich“ behandelt werden. Aber auch das Interesse der Pflichtschüler, sich über das Thema zu informieren, ist laut Studie durchaus hoch, wie Staatssekretärin Karoline Edtstadler bei der gemeinsamen Präsentation betonte: Von diesen gaben 62 Prozent an, das Thema sollte im Geschichtsunterricht „ausführlich“ besprochen werden.

Mehr Lehrlinge „sensibilisieren“
Die Staatssekretärin trat dafür ein, dass jedem Schüler während seiner schulischen Laufbahn einmal ein Besuch im ehemaligen KZ Mauthausen ermöglicht werden sollte. Die Frage, ob der Bund dafür extra Geld in die Hand nehmen sollte, bejahte die Staatssekretärin grundsätzlich, dies brauche aber Vorlaufzeit.

Neben Schülern soll aber auch anderen Gesellschaftsgruppen ein Besuch in Mauthausen ermöglicht werden, betonte der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees, Willi Mernyi. Einen Mangel ortete er insbesondere bei Lehrlingen. Hier gelte es auch, die Betriebe zu sensibilisieren.

Außenlager oft unbekannt
Ein Anliegen ist es Mernyi, neben Mauthausen auch über andere Orte der NS-Gräuel in Österreich verstärkt zu informieren. Laut der Studie ist etwa die Bekanntheit der Außenlager des KZ Mauthausen, von denen es mehr als 40 gab, sehr gering. Nur 42 Prozent der Befragten gaben an, andere Orte der NS-Verbrechen zu kennen. Bei Pflichtschülern war dieses Wissen mit 22 Prozent besonders schwach ausgeprägt. „Der Schrecken war nicht nur in Mauthausen weit weg von uns - der war in Simmering, der war in ganz Österreich, darauf müssen wir hinweisen“, so Mernyi.

Link:
Publiziert am 08.11.2018
Viele Österreicher kennen KZ Mauthausen
 
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