Schutzbauwerk in Eisenach

#1
Ich hatte letztens Gelegenheit, kurz einen Blick in einen Eisenacher Bunker zu machen, leider war ich "unbewaffnet" und konnte nur ein paar miserable Handyfotos machen. Es handelt sich wohl um einen größeren DDR-Typenbau (Zivilschutz). Scheint weitgehend noch funktionstüchtig zu sein und wird zur Zeit als Lager genutzt. Der Hauptraum hat eine gewölbte Decke, auf jeder Seite mehrere tiefe Nischen. Rechts der Eingangsseite befindet sich die Belüftungsanlage, an den hinteren Ecken Sanitärbereich und ein Notausstieg. Was ist das für ein Bunkertyp, gibt es einen Grundriss?
 

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#2
An der Rückwand des Bunkers quert ein halbmeter starkes Blechrohr, das scheinbar nichts mit dem Belüftungssystem zu tun hat. Zweihundert Meter Straße abwärts kommen noch zwei Belüftungsrohre aus dem Boden. Kann es sein, daß der Bunker in eine vorhandene Heiztrasse integriert wurde?
 

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Edgar

CN 5. Kolonne
#4
Eisenach hatte 3 davon. 2 gibts noch. Oststadt (Lisztstraße) und Wartenberg ist noch da. Vor dem Alten Friedhof wurde schon vor Jahren rückgebaut.

Gruß Edgar
 
#5
Vor Jahren erhielt ich die Auskunft, der Bunker am Wartenberg wäre noch "offiziell" in Evakuierungsplänen (Sofern es die gibt?) z.B. für das Krankenhaus gedacht?

Eine weitere Frage zum Thema Bunker in Eisenach:

Die heutige 2.Grundschule am Petersberg in Eisenach, früher die 4.POS, hat zu beiden Gebäudeflanken zu den beiden Schulhöfen hin seltsam liegende Betonplatten aus Fertigteilen. Diese liegen Quer, beginnen im Kellergeschoß uns steigen an nach Aussen. Die Schule selbst wurde Ende der 1970er Jahre gebaut, größtenteils konventionell. Zu den Betonplatten sagte man uns damals, u.a. bei der GST, das in der Schule ein Flaschenzug vorhanden sei, mit dem eben diese Platten so "umgestellt" werden können, das der Keller somit zum Bunker wird.

Ich habe für alles keine Belege, nur Erinnerungen, das es uns mehrmals aus unterschiedlicher Quelle genannt wurde. Ich selbst war dort früher Schüler.
Ich versuche mal Bilder zu machen, kann aber dauern, da Kamera kaputt.

Wie ist Eure Meinung dazu?
 
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#9
Warum sollte man Betonplatten "umlegen" was soll sich dann ändern wenn der Raum eh schon mit Betonplatten abgedeckt ist. Viel abhalten tun die Dinger eh nicht.
Auch müßte darüber ein Gerüst sein in dem der Flaschenzug haltbar eingehangen werden kann.
Fahrbahnplatten gab es in mehreren Ausführungen mit Gewichten von etwa 400 - 500 kg bis zu 1 to und mehr - nur mal als Anhaltspunkt für den Flaschenzug............. und das Gerüst.....
uwe
 
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#10
Weder Oststadt noch Wartenberg, sondern in NW Nähe B7. Weiß jemand etwas über den Bunkertyp? Ich denke, daß es sich um ein Typenbauwerk handelt, was auch in anderen Städten zu finden sein sollte.

...wo ich das gerade mit der wasserdichten Cam lese, habe jetzt für meine Canon ein UW-Gehäuse, dicht bis 40m. Falls mal in dieser Region jemand Bedarf hat. Der Taucher ist aber nicht inclusive ;) Starkes Foto vom Edgar.
 
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R

Räppold

Guest
#11
Luchs hat geschrieben:
An der Rückwand des Bunkers quert ein halbmeter starkes Blechrohr, das scheinbar nichts mit dem Belüftungssystem zu tun hat. Zweihundert Meter Straße abwärts kommen noch zwei Belüftungsrohre aus dem Boden. Kann es sein, daß der Bunker in eine vorhandene Heiztrasse integriert wurde?
Hallo Luchs,
diese beiden Rohre (hast Du vielleicht ein Bild davon?) müssen nicht unbedingt etwas mit einer eventuellen Bunkerbelüftung zu tun haben. Da sie sich im Bereich einer Straße befinden, nehme ich eher an, dass es um Entlüftungen für irgendein Schutzrohr (für Kabel, alle Arten von Rohrleitungen usw.) handeln könnte. Be- und Entlüftungen hätte man mit Sicherheit nicht so offensichtlich angelegt (Gasangriffe).
Ein Tipp: Wenn Du Glück hast, ist in unmittelbarer Nähe ein Schilderpfosten oder eine Hinweistafel (kann auch an Gebäuden usw. befestigt sein) angebracht, aus der Du die Leitungsart, Entfernung von der Tafel, Lage (links, rechts von der Tafel) Tiefe, Nennweite usw. erkennen kannst.
Gruß Jürgen
 
#12
Auch in Erfurt

[/QUOTE] Die heutige 2.Grundschule am Petersberg in Eisenach, früher die 4.POS, hat zu beiden Gebäudeflanken zu den beiden Schulhöfen hin seltsam liegende Betonplatten aus Fertigteilen. Diese liegen Quer, beginnen im Kellergeschoß uns steigen an nach Aussen. Die Schule selbst wurde Ende der 1970er Jahre gebaut, größtenteils konventionell. Zu den Betonplatten sagte man uns damals, u.a. bei der GST, das in der Schule ein Flaschenzug vorhanden sei, mit dem eben diese Platten so "umgestellt" werden können, das der Keller somit zum Bunker wird.[/QUOTE]


@Seat Henning

Grüße Seat,

ich war auch mal in einer POS,in Erfurt,da war das auch so mit diesen schrägen Betonplatten bis zum Keller.Auf der rechten Seite konnte man sogar darunter laufen.Dar war immer alles zugemüllt.Ich glaube alle Schulen dieser Art hatten das,selbst in einem Dorf wo so eine Schule stand.Ich würde auch gern mal wissen was das sein soll.

MFG
 

kps

Active Member
#13
Richtig - Schulen aus der genannten Zeit hatten meiner Meinung nach so etwas. Ich kenne es so, dass die Platten quasi die Fenster im Kellerbereich automatisch bis zur Decke verschlossen hätten und mindestens einen Raum damit komplett dicht werden sollte. Ob da noch was als Isolierung zwischen die Platten gekommen wäre, weiß ich nicht. Mit wurde gesagt, dass man dafür noch einen Kran hätte ranholen müssen. Was schon vorbereitet gewesen war in einer mir bekannten Schule, war eine gasdichte Nebeneinganstür zu diesem speziellen Raum, der normal der Werkraum war. Weiterhin befand sich in der Wand fest installiert ein Lüftungssystem. Für dessen Aktivierung hätte nur eine Blende aus der Wand genommen und von innen eine Art Fahrad als Antrieb angestöpselt werden müssen. Danach folgte der Stundenplan zwecks Ablösung auf dem Luftschutz-Home-Trainer.

Dieses Konzept betrifft mit Sicherheit viele der DDR-Fertigbauteilschulen neuerer Bauzeit. Hausmeister = Luftschutzwart :huch

MfG
kps
 

kps

Active Member
#14
Ich habe mal am WE ein paar Fotos gemacht. Ihr seht anbei die Platten vor den Fenstern. Weiterhin die entspr. Türen die in bzw. aus einer kleinen Schleuse in den geplanten Schutzraum führten. Die direkte Tür sollte mit entspr. Material, welches bereit stand, kurzfristig zugemauert werden.

Mir war die gelbe Tür zuerst aufgefallen und danach fragte ich nach.

MfG
kps
 

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#15
Genau so ist die Ausführung.
Allerdings: die mir bekannte Schule ist ende der 1970er Jahre GEMAUERT worden. Und trotzdem diese Platten. Ja, und eine "Bunkertür" gab es auch, wenn ich mich recht entsinne. Es war der Werkraum.
Ich werde die nächsten Tage Bilder machen.
 
S

Silko

Guest
#17
Also der Werkraum war in meiner Schule oben. Unten in diesem Bunker war irgendwie Schlafraum (Mittagsruhe). Das war es schön leise, wenn man die Drücktür geschlossen hat. :D

Aber im Ernst: glaubt Ihr, die Platten wären dann einfach angekippt worden? Wie dick waren die denn? Die hätten doch nicht all zu viel schutz geboten, oder?
 

kps

Active Member
#18
Moin Silko, ich kann nur weitergeben, was mir erzählt wurde. Das Konzept muss doch irgendwo nachzulesen sein - egal wie sinnfrei oder nützlich es war. Wie stark die Platten sind, konnte ich nicht nachprüfen - hatte gerade keinen Kran dabei :D . Auch das Notbelüftungssystem außerhalb des Gebäudes ist schon verschwunden. Nur noch der Antrieb direkt in der Wand soll noch vorhanden sein. Auch hier nahm ich aber Abstand von der Zerstörung der aufgesetzten Blende.

MfG
kps
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#19
Platten hochkant, und dann Erdreich davorgeschoben - das kann dann schon ein bißchen was ab.

Erfahrungsgemäß fangen Kriege ja nicht immer urplötzlich an. Da hat man also schon ein bissl Zeit zur Vorbereitung.
 
#20
Da die Platten ja scheinbar nicht in der Lage sind, irgend etwas dicht zu verschließen mal eine Idee: Zur Zeit des Kalten Krieges und atomaren Wettrüstens gab es ja bei der ZV viele "Rezepte", sich vor einem nahen Atomschlag zu schützen (dahingestellt, wieviele Stunden man danach noch zu leben hätte). Hätten die aufgestellten Platten an der unteren Gebäudefront eine Druckwelle ableiten und das Kellergeschoß somit zusätzlich schützen können?

Kriege fangen erfahrungsgemäß nicht urplötzlich an, jedoch wurde uns damals gelehrt, daß der Einsatz von Nuklearwaffen Minutensache ist, insofern würde es andererseits keinen Sinn machen, sofern überhaupt noch eine Alarmierung stattfindet, dann erst die Platten aufstellen zu wollen.
 
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