#1
Weis vielleicht zufällig jemand was am Waschberg im 2WK war?
Es gibt dort ein kreisförmiges Fundament mit Befestigungsbolzen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
S

schwarzc

Guest
#2
achja, der waschberg, .... der interessiert mich momentan ziemlich. ich weis auf jeden fall, dass da
a) zumindestens mal bis vorm krieg steine abgebaut wurden, ... die reste der steinbrüche sind heu noch zu sehen
b) viele leute hangsegelflug betrieben haben (vorkrieg, evtl. auch nachkrieg)
c) sicher eine art beobachtungsposten für das flugfeld stockerau war ("vor" dem heutigen flugfeld stockerau war im krieg eine ar mini - fliegerhorst, ... wahrscheinlich ein ausweich/notflugplatz, der langenlebarn unterstellt war. heute ist das ein feld)
d) es noch ein fundament gibt. das lässt auf ein haus oder eine hütte schliessen
e) am berg hinterm waschberg (namentlich: michelberg ... is auch schön mit dem auto erreichbar, ... ) gab es eine fumg station. heute steht da (wieder) eine kapelle. mit dabei ist ein gedenkstein, an dem die frontlinie eingezeichnet ist.

falls da jemand sondeln will: meldet euch bitte bei mir, ich hätt interesse daran, mitzukommen. hab keine sonde und will auch keine funde, mich interessiert nur, was da oben war.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
H

Harald 41

Guest
#3
Michelberg-Waschberg

Hallo;
War vergangenen Freitag Nachmittag am Michelsberg,weil ich im Netz was gefunden habe und mich vor Ort erkundigen wollte.
Wusste nicht das das Thema hier schon einmal angeschnitten wurde sah ich erst später am Abend.:D
Ich konnte leider selber nicht Zuviel in Erfahrung bringen,da ich leider bei einer älteren Dame vor Ort(Haselbach) auf Ignoranz stieß,das ist schon 65 Jahre her und interessiert keinen mehr...:schlecht:,es kann leider nicht immer positives Feedback geben,also machte ich alleine weiter.
Der Michelsberg und der Waschberg wahren zu Kriegszeiten Sperrgebiet,am südwestlichen Hang des Michelberges stand eine kleine Kaserne wo heute nur mehr die Grundmauern stehen (ich sah sie nicht,war leider nicht so lange oben um zu suchen,da es drücken schwül war).
Auf dem Michelsberg und auf dem Waschberg standen je eine Sendeanlage wie man oben auf einer Tafel lesen kann,auf dem Michelsberg ist nichts mehr vorhanden weil dort eine kleine Kapelle steht.
Eventuell weiss jemand mehr.
Von dort oben hat man einen super Ausblick in alle vier Himmelsrichtungen,meine Fotos sind leider nicht so gut,weil kurz davor ein Gewitter in der nähe war und es im allgemeinem sehr Dunstig gewesen ist.

LG Harry
 

Anhänge

#5
Am Michelberg standen 2 Geräte am Waschberg eines zusätzlich ein Heinrich Peiler. Spuren sind am Michelberg und am Waschberg noch zu sehen. Die Kapele stand schon vor dem 2 Wk.

Cerberus9

P.S.
Harald 41: du solltest dringend was mit deiner Kamera machen.
 
H

Harald 41

Guest
#6
danke für die Aufklärung,werde ich mir noch einmal ansehen,da ich mir die Kasernenreste auch suchen möchte, und am Waschberg war ich auch nicht.
@Cerberus meine Kamera hat kein Problem,ich habe die Bilder mit einem externen Programm etwas stark bearbeitet.da es sehr dunstig war,falls Du das meinst.:D
Und wie die Anlage ausgesehen hat muss ich mir erst ansehen.

LG Harry
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#7
Michelberg, Waschberg bei Stockerau

Hallo Harry,
wenn Eure Bernhard-Anlage genau so konstruiert ist wie die in Glau/Trebbin, dann musst du am Gipfel des Berges suchen.

Die Dinger hatten ja ein mehr als 20 m breites kreisrundes Fundament, Überreste dürften also kaum zu übersehen sein. ;)
Wie @Cerberus schreibt, war dort keine Bernhard-Anlage. War lt. der Kartenskizze Beitrag #8 anscheinend im NW von Wien geplant, es wurde aber dann ab 01.1945 am "Sonnenberg" nahe der Jägerleitstelle "Selma" mit dem Bau begonnen...
http://www.geheimprojekte.at/t_ukw.html

@Harry :danke für die Fotos.

lg
josef
 
H

Harald 41

Guest
#8
::danke Für die Aufklärung,es war vor Ort wenig bis gar-nichts zu erfahren,ausser was oben auf der Tafel zu lesen ist.
und @Cerberus meine Kamera ist OK,habe die Bilder etwas zu krass bearbeitet da es sehr dunstig war und ich die fernsieht etwas verbessern wollte.

LG Harry

PS: Nichts zu danken Josef,dass was ich sehen wollte konnte ich leider in der kurzen Zeit die ich oben war(schlucke schon vier Wochen Antibiotika wegen Borreliose. und soll deswegen die Sonne meiden...:schlecht:.) nicht finden.
Josef Du bist mir mit deinem Beitrag etwas zuvor gekommen,deswegen musste ich meinen etwas ändern.:D
Die Anlage SELMA war ja gewaltig groß
 
#10
Funkmessanlage Michelberg / Waschberg

Habe schon vor ein paar Jahren diesen kleinen Artikel geschrieben und letztes Jahr ergänzt.

Relativ unbekannt ist die Funkmessanlage am Michelberg bzw. am Waschberg im Bezirk Korneuburg.
Weder in der einschlägigen Literatur, noch im World Wide Web, wird man fündig. Lediglich in der Ausgabe 3/88 der Korneuburger Kulturnachrichten wurde diese Anlage erwähnt.
Im Verzeichnis der baulichen Anlagen der Luftwaffe im Luftgau XVII ist die Anlage unter der Bezeichnung J7, Versuchsanlage d. Luftnachrichtenregiment angeführt. Zuständig für die Errichtung war das Bauamt 1 1).
Heute sind am Michelberg nur mehr Fundamentreste der Kaserne und die Sockel des Peilsenders zu finden. Am Waschberg steht noch das kreisförmige Fundament eines Y-Geräts.
Obwohl nur zwei Y-Geräte am Michelberg standen, sind jedoch vier kreisförmige Fundamente nachweisbar.
Vermutlich wurden die Geräte im Lauf der Zeit versetzt. Auf Grund von Fotos ist dieser Umstand zumindest für ein Gerät belegbar.


Das Y-Verfahren (Deckname Wotan)
war eine Weiterentwicklung des X-Verfahren welches ursprünglich zur Führung der Bomber gegen England entwickelt wurde. Mit diesem Verfahren sollte die Navigation der Leitbomber verbessert und vor allem ein Blindbombardieren ermöglicht werden. Als Leitbomber oder auch „Pfadfinder“ kamen nur speziell ausgebildete Besatzungen der der KGr. 100 (X) und der KGr. 26 (Y) zum Einsatz.
Im Unterschied zum X-Verfahren, bei dem vier Funkleitstrahlen benötigt wurden, arbeitete das Y-Verfahren mit nur einem Leitstrahl und einem Funkentfernungsmeßgerät. Auf dem Leitstrahl flog das Flugzeug sein Ziel an. Mittels eines zweiten Senders wurde ein Signal aus Punkten und Strichen gesendet und vom Flugzeug wieder an die Bodenstation zurück gesendet. Dadurch konnte die Position des Flugzeuges genau bestimmt und nach einem automatisch gesteuerten Flug die Bombe automatisch, oder über ein weiteres Signal der Bodenstation, über dem Ziel abgeworfen werden.
Ab Sommer ´41 nahmen jedoch die Einflüge alliierter Bomber nach Deutschland an Stärke und Häufigkeit immer mehr zu. So stellte die Reichsführung Überlegungen an, dieses Verfahren auch für die deutschen Jagdflugzeuge zu verwenden um diese einfach und sicher an die einfliegenden Bomberverbände heranführen zu können.


Bedeutung der Station am Michelberg/Waschberg:
Die Funkmessanlage am Michelberg war ein Ableger der Forschungsstelle der Luftwaffe in Rechlin/Müritz deren Leiter Staatsrat Dr. Hans Plendl 2) war.
Die Station wurde 1942 erbaut und hatte die Aufgabe die Reichsführung von der Verwendung des Y-Verfahren zu überzeugen, da die Luftwaffenführung die eigenen Berichte über die Genauigkeit des Verfahrens nicht glaubte.
Da Hitler angeblich nicht die Zeit fand an der Vorführung teilzunehmen, machten sich hohe Militärs im März 1943 damit vertraut. Hierbei traf ein in Wels gestartet Flugzeug der 15./KGr. 6, nur durch die Leitstrahlen geführt, ein kleines Ziel am Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern. Die Vorführung verlief so überzeugend, dass in Folge einige Jagdverbände mit diesen Geräten ausgestattet wurden und so von den Jägerleitoffizieren in den Gefechtständen problemlos an die einfliegenden Bomber herangeführt werden konnten.
Nachdem diese Sonderaufgabe erfüllt war diente die Anlage der Weiterentwicklung des Y-Verfahren und Forschungszwecken.
Welche Bedeutung die Anlage hatte, zeigt auch die Tatsache das einer der in nur wenigen Stücken hergestellten mobilen Leitstrahlsender "Paul" sich zu Versuchszwecken in Haselbach befand.

Die Mannschaftsstärke betrug ca. 150 Mann. Die Einheit bestand aus Fliegeringenieuren der Abt. F, Gruppe II der deutschen Luftwaffe in Rechlin/Müritz und Soldaten der Luftnachrichtentruppe des 7.LnFlugs.Rgt.3. Die 7.Kp hatte den Sitz in Paris. 3)

Am Michelberg befanden sich zwei Y-Geräte (Deckname Fridolin I und Jochen), ein Peilsender (Deckname Wolfgang), Peilfahrzeuge und die Kaserne bestehend aus dem Wohngebäude und einer Garage.
Am Waschberg stand ein Y- Gerät (Deckname: Fridolin II) sowie bis 1944 ein UKW-Peilgerät FuSan 733 A80 (Deckname Heinrich).

Mit dem Näherrücken der Front wurde die Anlage am 10.April 1945 gesprengt.



1) BA-MA RL 6/10 Verzeichnis der baulichen Anlagen der Luftwaffe im Luftgau XVII
2) Staatsrat Dr. Hans PLENDL war Deutschlands führender Experte auf dem Gebiet der Funkmesstechnik. Nach dem Krieg wurde er im Rahmen der Operation „Paperclip“ in die USA gebracht und arbeitet dort für die USAAF.
3) Mitteilung Martin Waßmund (ehem. Funkmeßanlage Michelberg)




Quellen:
Mitteilungen ehem. Soldaten der Funkmessanlage
Haselbach
Korneuburger Kulturnachrichten Ausgabe 3/88
Fritz Trenkle "Die deutschen Funkführungsverfahren bis 1945" AEG Edition.
Internet
Most secret war, R.V. Jones

Bildnachweis:
Alle Bilder /Haselbach (†)

Legende zum Lubi:
1 Kaserne
2 "Wolfgang"- Peiler
3+4 Standorte der Meßbaken
5+6 alte Standorte der Baken
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#11
Gerald :danke für die interessanten Infos und Fotos!


Habe die Beiträge zu Michel- und Waschberg aus Themengruppe "Selma" - Hornstein herausgelöst und einen eigenen Thread aufgemacht.



lg
josef
 
Zuletzt bearbeitet:
#12
Fotos Michelberg 18.8.2011

Hallo zusammen,

hier ein paar Fotos von meinen letzten Besuch!

18.08.2011 - Tag der offenen Grabung

Die Sockel(zwei Ringe) wurden genau auf der ehemaligen Kirche gebaut!!

Unter den rechten Ring(Foto5) sieht man noch den Kopf eine Bestatteten!:ichsagnix:

LG
Tullner
 

Anhänge

#14
Funkmessstellung Michaelberg, NÖ

Neulich war ich im Raum Stockerau unterwegs, im Dorf Haselbach sah ich einen grünen Richtungspfeil mit der Aufschrift Michaelberg. Oben am Parkplatz sehe ich schon ein Denkmal für einen verunglückten Schotterwagenfahrer aus dem Jahre 1915. Nach ca. zehn Minuten Fußweg hinauf auf die Bergkuppe genieße ich bei schönsten Fernblick den Sonnenuntergang. Bei meinem abstieg über eine anderen Weg stolpere ich über einen Kriegsgedenkstein inkl. Frontverlauf vom 8.Mai 1945.
Minuten später am Parkplatz entdecke ich auch noch eine Tafel über die Geschichte des Michaelberg u.a. steht dort zur Kriegszeit habe sich eine Funkmessstellung und Luftwaffenkaserne dort befunden. Da die Sonne schon weg muss ich bald diesen Ausflug wiederholen und die Kasernenreste suchen. Im Forum finde ich nichts zum Thema. Ich bitte um Tipps und Infos für meinen nächsten Besuch! Mfg Stefan
 

Anhänge

#18
Danke an Josef und Harald, was ein "a" ausmachen kann....

Über den römischen Ausgrabungen mit dem Sockel war bei meinem Ausflug ich denke ein Erdwall draufgeschüttet. Jetzt meine Frage ,wird am Michelberg nur in den Sommermonaten, zeitweise geforscht oder bleibt der dumme Erdhaufen auf Dauer? Um Antworten wird gebeten, Mfg Stefan
 

Benutzername

Aus dem Forum geworfen
#20
noch etwas, ich möchte demnächst wieder mit meinem Metalldetektor in diesem Gebiet bißchen suchen gehen. Letztes mal habe ich einige Projektiele gefunden. Haltet es jemand für möglich dass man womöglich auf scharfe Granaten dort treffen könnte? Da hätt ich eigentich weniger Lust drauf.
 
Oben