Atom-Antrieb für Raketen ?!

S

ssch

Guest
#21
Na ja. Es gab einen ND-Haufen, der (zumindest bis kurz vor "Schluß") unabhängig von anderen ND war und in dem Spezialisten der Reichspost "beschäftigt" waren. Das Forschungsamt Hermann Görings, welches zwar formal dem RLM unterstand, de facto aber unabhängig war. (...)
Daran musste ich auch spontan denken. Vielleicht eine Verwechslung? Zu dem Thema gibt es ein Buch von David Irving: Das Reich hört mit. Görings "Forschungsamt": Der geheimste Nachrichtendienst des Dritten Reiches. Das Buch kann man auf Irvings Homepage kostenlos downloaden. Aus offensichtlichen Gründen verzichte ich hier mal auf den Link. Kleiner Tipp: Die englische Wikipedia verlinkt im Gegensatz zur deutschen direkt auf seine Seite. Ich gehe mal davon aus, dass hier alle hinreichend aufgeklärt sind, so dass ich mir irgendwelche Warnhinweise schenken kann. :D

Viele Grüße
Sebastian
 

otto

Reiseleiter
Mitarbeiter
#22
Otto, SuR ..

Ihr bringst mich gerade ins schwitzen, mit eueren Fragen !!

Otto, du spielst wahrscheinlich auf das Ausstellungsdatum des Auftrags an ?!
Die Auftragsnummer ist Wa. Prüf 11 HAP L –SS 011-5371/42 ET 200
Das Formular hat die Blattnummer 959/42 gKdos. Und das Ausstellungsdatum ist 15.11.42
Der Stempel mit dem Datum 11.11.1944 ist ein Eingangsstempel, leider kann ich nicht entziffern wo das Dokument eingegangen ist ! ...
Gruß Henry
Um genau diesen Stempel ging es mir! Der Rest vom Kopf des Schreibens ist soweit klar.
Schade, hätte ja durchaus sein können das man in Deiner Vorlage hätte bissel mehr entziffern können.
Rein spekulativ würde ich auf Wa und ein großen P tippen. Soll heißen, Wa P *könnte* ja der Anfang von Wa. Prüf sein.:confused:
Würde dann dahinter noch eine 10 oder 11 stehen währe das auch nachvollziehbar.

Gruß
Gerd
 

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otto

Reiseleiter
Mitarbeiter
#26
@Sebastian:
Falls Dir im Zusammenhang mit R4705 auch noch Hollmann & Bense übern Weg laufen sollten sag mir bitte mal Bescheid.

Danke
Gerd
 
#27
Hi Thomas,

vielen Dank!

Verstehe ich Dich richtig: Du *vermutest*, dass dies eine Quersubventionierung der Atomforscher gewesen sein wird, weil die stets klamm und oft nicht-Kriegswichtig gewesen sind?

Aber warum sollte das denn dann über den Umweg RPF gegangen sein??
Du hast doch sicher das Dokument vom 22.2.1941 gelesen ? Grundsätzlich hatte man in Peenemünde Interesse an der Atomtechnik als Antrieb für Raketen, auch wenn es auf lange zeit hin kaum etwas brauchbares geben würde. Das war Grund genug die Arbeiten die Physiker zu beobachten oder auch zu unterstützen. Da der Bau eines Zyklotrons nicht Kriegswichtig war, die Entwicklung von Triebwerkstechnik aber wohl, ist es naheliegend einen endsprechenden Auftrag zu erteilen . Somit wurde Geld oder Material für den Bau notwendiger Forschungstechnik frei gemacht . Der Auftrag vom 15.11.1942 ist logischerweise einer der in Folge der Besprechung vom 22.2.1941 erteilt wurde. Es ist nicht meine Vermutung das 1941 die Atomtechnik nicht als Kriegswichtig eingestuft wurde und deswegen die Physiker eine Unterstützung von seitens der Herren aus Peenemünde erfuhren, sondern man kann dis direkt aus dem Protokoll vom 22.2.1941 so nachlesen.
In der Liste der Gesprächsteilnehmer stehen ein Dr. Sasche und Dr. Diebner für die Forschungsabteilung des Heereswaffenamt und Zassen wie auch von Braun für HAP b.z.w. der Waffenprüfung des Heereswaffenamt.

Was den Stempel betrifft, handelt es sich auf jeden Fall um ein Eingangsstempel einer Wa. Prüf. Abteilung. Wahrscheinlich um die Abteilung 11, da der Stempel der Abt. 10 etwas andere Proportionen hat. Ich vermute das die Jahreszahl falsch ist ! Es wäre nicht das erste Dokument das mit falscher Jahreszahl ausgestattet ist !

Gruß Henry
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#29
Du hast doch sicher das Dokument vom 22.2.1941 gelesen ? Grundsätzlich hatte man in Peenemünde Interesse an der Atomtechnik als Antrieb für Raketen, auch wenn es auf lange zeit hin kaum etwas brauchbares geben würde. Das war Grund genug die Arbeiten die Physiker zu beobachten oder auch zu unterstützen. Da der Bau eines Zyklotrons nicht Kriegswichtig war, die Entwicklung von Triebwerkstechnik aber wohl, ist es naheliegend einen endsprechenden Auftrag zu erteilen . Somit wurde Geld oder Material für den Bau notwendiger Forschungstechnik frei gemacht . Der Auftrag vom 15.11.1942 ist logischerweise einer der in Folge der Besprechung vom 22.2.1941 erteilt wurde. Es ist nicht meine Vermutung das 1941 die Atomtechnik nicht als Kriegswichtig eingestuft wurde und deswegen die Physiker eine Unterstützung von seitens der Herren aus Peenemünde erfuhren, sondern man kann dis direkt aus dem Protokoll vom 22.2.1941 so nachlesen.
In der Liste der Gesprächsteilnehmer stehen ein Dr. Sasche und Dr. Diebner für die Forschungsabteilung des Heereswaffenamt und Zassen wie auch von Braun für HAP b.z.w. der Waffenprüfung des Heereswaffenamt.

Was den Stempel betrifft, handelt es sich auf jeden Fall um ein Eingangsstempel einer Wa. Prüf. Abteilung. Wahrscheinlich um die Abteilung 11, da der Stempel der Abt. 10 etwas andere Proportionen hat. Ich vermute das die Jahreszahl falsch ist ! Es wäre nicht das erste Dokument das mit falscher Jahreszahl ausgestattet ist !

Gruß Henry
Hi,

Alles klar. aber trotzdem beantwortet das nicht meine Frage :D, warum die Subventionierung der Atomforschung durch HAP über die RPF gelaufen sein sollte und nicht direkt über Wa. Prüf.

Im Nagel-Buch sind hinten einige O-Dokumente zu Atomaufträgen abgebildet. Da schau ich heute Abend mal nach...
 
S

ssch

Guest
#30
Dann schau´ doch auch schnell die "2 m unverzeichnet" durch. :D :D
Da gibt's wahrscheinlich echte Juwelen zu finden, weil bisher alle zu faul waren. :D Aber ehrlich gesagt: Der Erschließungszustand der Reichspostakten ist insgesamt so bescheiden, da kann sowas nicht mehr schrecken.


@Sebastian:
Falls Dir im Zusammenhang mit R4705 auch noch Hollmann & Bense übern Weg laufen sollten sag mir bitte mal Bescheid.
Die Akten selbst sind wahrscheinlich sowieso nicht in Berlin-Lichterfeld sondern in Hoppegarten und müssen also erstmal herangeschafft werden. Das kann alles etwas dauern. Aber ich hab's notiert. Interessehalber und um den Blick zu schärfen: In welchem Zusammenhang steht das?

Viele Grüße
Sebastian
 
#31
Hi,

Alles klar. aber trotzdem beantwortet das nicht meine Frage :D, warum die Subventionierung der Atomforschung durch HAP über die RPF gelaufen sein sollte und nicht direkt über Wa. Prüf.

...
Die HAP ist eine Abteilung des Heereswaffenamt , Wa. Prüf 11 ! Absolut normaler Dienstweg ! Es ist nicht sicher das man mit diesen Auftrag den Heidelberger Zyklotron finanzierte. Wobei sich das Heereswaffenamt tatsächlich am Bau dieses Zyklotron beteiligt haben soll ! ich vermute mal das man sich mit diesem einen Auftrag am Zyklotron des Institut der Reichspostforschungsanstalt beteiligte.
Gebaut b.z.w. fertig waren damals weder der Post-, noch der Heidelberger- Zyklotron !

Gruß Henry
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#38
Bei den Nagel-Irving-Dokumenten (sie stammen wohl aus dem RFR) fällt mir als allersrstes auf, dass alle hohen Geheimhaltungsstufen mit "Geheime Reichssache" bezeichnet werden. Das ist die zivile Variante.

Das Kubicki-Dokument (ganz oben) hingegen ist klassifiziert mit "Geheime Kommandosache", also militärisch. !!!
 
#39
Bei den Nagel-Irving-Dokumenten (sie stammen wohl aus dem RFR) fällt mir als allersrstes auf, dass alle hohen Geheimhaltungsstufen mit "Geheime Reichssache" bezeichnet werden. Das ist die zivile Variante.

Das Kubicki-Dokument (ganz oben) hingegen ist klassifiziert mit "Geheime Kommandosache", also militärisch. !!!
Es ging ja um Raketen !

Gruß Henry
 
H

hebbel

Guest
#40
Aus anderer Quelle von SuR zitiert:
"Die von Reichspostminister Dr. Ohnesorge in Berlin-Lichterfelde und Klein Machnow betriebene "Reichspost-Forschungsanstalt" aber war die zentrale Stelle, die alle Einzelergebnisse zusammenfaßte, auswertete und unter strengster Geheimhaltung realisierte, was sowohl den Wissenschaftsgruppen wie auch der militärischen und politischen Führung verborgen blieb. Wahrscheinlich wurden die Postausgänge aller Forschergruppen durch die "Reichspost-Forschungsanstalt" mit überwacht..."

Wenn es sich dabei mal nicht um eine Zerwechslung handelt. Ich zitiere mal Irving. Für die "Atomfritzen" findet sich zwar in seiner Anhandlung über das Forschungsamt beim RLM nichts, aber:

"...gründete das Forschungsamt die erste Sonderforschungsstelle außerhalb von Peenemünde, um die Telefonleitungen der Raketenversuchsanstalt zu überwachen. Einige Monate später, als die "Mittelwerk GmbH", das riesige unterirdische Flugkörpermontagewerk in Nordhausen im Harz, die Produktion aufnahm, richtete das Forschungsamt eine ähnliche "A"-Stelle ein, um auch über diesen geheimen Ort zu wachen."

Das scheint er auch mittels Archivmaterial belegen zu können. Postüberwachung fiel eigentlich in die Zuständigkeit des Forschungsamt (RLM).

Die "Reichspost-Forschungsanstalt" selbst hörte in Holland bis fast zum Ende 1943 den transatlantischen Funksprechverkehr der Alliierten, in Rivalität zum Forschungsamt (RLM), mit Unterstützung von Ohnesorge und Himmler, ab und übergab dieses Material zunächst nicht dem Forschungsamt (RLM) zur Auswertung.

Auch hierzu führt Irving Quellen an.

Übrigens, "Geheime Reichsache" gibt es auch hier: http://www.weltnetzladen.com/4c1f8d953a11dc001/cd0a2398ef112a701/4c1f8d960d13f7a72.php
War nur ein Scherz...:D

Gruß
Dieter
 
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