Brücken

josef

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#41
Abriss der Linzer Eisenbahnbrücke im Plan

Abriss der Eisenbahnbrücke im Plan

Der Eisenbahnbrücke in Linz geht es jetzt sprichwörtlich an den Kragen. Die Abbrucharbeiten laufen auf vollen Touren, trotz des seit Wochen schlechten Wetters haben sich keine größeren Verzögerungen ergeben.

Seit Freitag wird die Betondecke abgetragen, auf der die Fahrbahn aufgebracht war, nächste Woche soll mit dem Abbau der Brückentragewerke begonnen werden.

Betonunterbau wird abgetragen
Ein Gewirr aus Beton und Stahl ist alles, was auf Urfahraner Seite noch von der ehemaligen Fahrbahn der Eisenbahnbrücke vorhanden ist. Seit Freitag wird der Betonunterbau abgetragen und das Stahlskelett der Brücke freigelegt. Dabei zeigen sich auch die Rostschäden, die am unzugänglichen Teil der Konstruktion noch stärker sein sollen und derentwegen das Bauwerk heuer auch gesperrt werden musste. In den nächsten Tagen wird noch die gesamte Betonplatte abgetragen, dann ist die Stahlkonstruktion dran.

Wesentlich aufwendiger ist dann schon das Abtragen der drei Brückenteile, die die Donau überqueren. Jedes Teilstück ist knapp 87 Meter lang, hat ein Gewicht von 710 Tonnen und eine maximale Höhe von 13 Metern. Dafür werden Spezialschiffe benötigt, die Mitte Juli eintreffen werden.

Eigene Schiffsanlegestelle gebaut
Um das alles bewerkstelligen zu können, musste eine eigene Schiffsanlegestelle gebaut werden. Der Arbeitsplatz wird derzeit asphaltiert, mitten im Wasserschutzgebiet. Heuer im Herbst soll der Abbruch beendet sein. Der Baustart für die neue Brücke, die noch von den Behörden genehmigt werden muss, ist für September 2017 geplant. Im August 2020 soll die neue Brücke befahrbar sein.
Text u. Fotos http://ooe.orf.at/news/stories/2780092/
 

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josef

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#42
Abriss der Linzer Eisenbahnbrücke

Letzter Brückenbogen an Land gebracht

Der dritte und letzte Bogen der Linzer Eisenbahnbrücke wurde Freitagmittag abmontiert. Das tonnenschwere Tragwerk ist ohne Komplikationen und im Zeitplan an Land gekommen.

Hunderte Schaulustige haben Freitagmittag zugesehen, wie der dritte und letzte Bogen der Eisenbahnbrücke abtransportiert wurde. Das 710 Tonnen schwere Tragwerk ist sicher und ohne Komplikationen ans Ufer gelangt. Dort, an der Urfahraner Donauseite, stehen nun alle drei Bögen nebeneinander.

Ein Tragwerk für Souvenirs
Doch nur einer von ihnen wird aufgehoben, sagte Sepp Mayr, der Leiter des Abrisses. Zwei der Tragwerke werden zerschnitten und anschließend vom Schiff abtransportiert und verschrottet. Von einem Tragwerk werden die Brückenbögen im Linzer Hafen gelagert, so Mayr. Was damit geschehen soll, wird sich in den kommenden drei Jahren entscheiden.

Doch für jene Linzer, denen der Abschied von der 106 Jahre alten Brücke noch schwer fällt, gibt es laut Mair Trost: „Wir haben von Kleinteilen, also Nieten und Geländer, eine kleine Menge auf die Seite gegeben, die wir als Souvenirs benützen werden. Im September werden wir einige Teile der alten Brücke so verschenken.“

Viel ist von der Eisenbahnbrücke nicht mehr übrig: Nur noch ein kleines, sogenanntes Vorlandtragwerk ragt noch zur Linzer Seite. Bis Mitte September soll das mit einem Kran abgebaut werden.
Text u. Bild: http://ooe.orf.at/news/stories/2792038/
 

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josef

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#43
Donaubrücke Bad Deutsch Altenburg-Hainburg

Nachfolgend einige Fotos der östlichsten österreichischen Donaubrücke, die Bad D. Altenburg/Hainburg mit dem nördlich gelegenen Marchfeld verbindet:

1. - 2. Blick vom Südufer bei Bad Deutsch Altenburg Richtung Brücke im Osten
3. Behördenhafen in Bad D. Altenburg mit Brücke
4. Aufnahme aus 2011 vom Braunsberg bei Hainburg nach Westen mit der Brücke.

(Bilder 1.-3. v. 30.08.2016)
 

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#44
Nochmals Donaubrücke Bad Deutsch Altenburg-Hainburg

Aktuelle Bilder der Brücke vom Hainburger Donauufer aus gesehen:
1. Blick von Hainburg nach Westen
2. Zoombild
3. Im Gegenlicht - der "Wasserturm" (Teil der Stadtmauer), rechts im Hintergrund der Pylon der Brücke
4. ...und noch ein Blick nach Osten mit Braunsberg und Thebner Kogel links davon.
 

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josef

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#45
Neue Eisenbahnbrücke Linz - Baustart im November 2017
Baubeginn der neuen Donau-Brücke steht
Rechtlich gesehen steht dem Baubeginn der neuen Eisenbahnbrücke über die Donau in Linz nichts mehr im Wege: Die notwendigen Behördenverfahren sind abgeschlossen und bestanden. Damit soll der Bau der neuen Brücke mit November beginnen.

Seit knapp einem halben Jahr erinnern nur noch zwei Pfeiler an der Linzer Donaulände an die alte Eisenbahnbrücke. Mitte Dezember wurde sie demontiert, ein Jahr später könnte mit dem Bau der neuen Brücke begonnen werden. Zumindest die Behörden geben dafür grünes Licht.

Baustart im November
Seit Monaten wurde das Konzept für die neue, 60 Millionen Euro teure Brücke rechtlich geprüft: In sechs Verfahren wurde die geplante Brücke zu Wasser-, Umwelt- und Schifffahrtsrecht unter die Lupe genommen. Und das mit Erfolg, heißt es von der Stadt Linz. Wenn im Laufe der Woche die nötigen Bescheide vorliegen, könne das Projekt zum Bau ausgeschrieben werden.


Marc Mimram
So soll die neue Eisenbahnbrücke aussehen

Die Beschlüsse für die Finanzierung der 60 Millionen Euro sollen im Landtag und im Linzer Gemeinderat vor dem Sommer fallen. Das Land zahlt 40 Prozent zum Neubau der Brücke dazu, 60 Prozent kommen von der Stadt Linz. Im November sollen die Bagger anrollen, der „Zeitplan kann bis 2020 halten“, sagte Stadtrat Markus Hein.


Publiziert am 12.06.2017
http://ooe.orf.at/news/stories/2848564/
 

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#46
Thayabrücke Hardegg

Seit 1874 überspannt eine Stahlfachwerkbrücke die Thaya zwischen Hardegg in Niederösterreich und Čížov (Zaisa) in Mähren. 1945 wurde der Grenzübergang geschlossen und in Folge die Bohlen der Fahrbahn auf Seite der damaligen CSSR (-> Grenzverlauf in Flussmitte) entfernt. Nach dem Fall des "Eisernen Vorhanges" wurde 1990 der Übergang für Fußgeher und Radfahrer wieder geöffnet und die Fahrbahn auf der Brücke wieder vollständig hergestellt:

1. Blick von Österreich Richtung CSSR vor 1989. Die Bohlen der Fahrbahn auf tschechischer Seite waren damals entfernt. -> Foto aus Ausstellung "Schauplatz Eiserner Vorhang" im Schloss Weitra. (Aufnahme v. 19.05.2017)
2. Gedenktafel an die Wiedereröffnung des Grenzüberganges über die Thayabrücke 1990.
3. Hinweisschild auf die Sanierung der Brücke und Straßenanbindungen 2006 mit EU-Fördermittel.
4. Blick von der CZ-Seite Richtung Österreich.
5. Das ehemalige tschechische Zollhaus.
6. Blick von der Brücke auf die Thaya.
7. Die Thayabrücke von der Burg Hardegg aus gesehen.
8. Tiefblick auf das Städtchen Hardegg mit Burg und Thaya. In der rechten unteren Ecke ist ein kurzes Stück der Grenzbrücke zu erkennen.

(Fotos 2. - 8. eigene Aufnahmen aus 2009)
 

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josef

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#47
Ergänzung zu Beitrag #14:
Eisenbahnbrücke Krems über die Donau - Teil 3 -
Neuerrichtung eines Brückenpfeilers 2006 nach einer Kollision eines Schubschiffes im Dezember 2005:


Fand dazu einen Film einer Kranfirma über die Bereitstellung von 2 Großkränen und das "Einschwimmen" eines Tragwerkes auf den neuerrichteten Brückenpfeiler:

 

josef

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#48


Längste Hängebrücke der Welt für Fußgeher über Linz
In Linz soll die weltweit längste Hängebrücke für Fußgänger über der Donau entstehen. Am Mittwoch wurde das Projekt präsentiert. Mit den Bewilligungen könnte die Hängebrücke Ende 2019 fertig sein.
Das nächste Linzer Brückenprojekt steht in den Startlöchern: In 110 Metern Höhe sollen die Besucher über Linz wandern können. Mit einer Länge von 500 Metern wäre es die weltweit längste Hängebrücke. Startpunkt wäre für Touristen der Zoo am Pöstlingberg. Danach geht aus auf der 1,2 Meter breiten Stahlseilbrücke auf den Freinberg direkt zur Franz-Josefs-Warte.


MAGMAG Events & Promotion GmbH

500 Meter über der Donau soll die Brücke hängen
Kostenpunkt des Bauwerks: 4,5 Millionen Euro. Finanzieren wollen das die privaten Investoren über Besucher-Gebühren. Der Stadt Linz würden keine Kosten entstehen. Vier bis sieben Euro soll ein Ticket kosten, schildert Hannes Dejaco die Idee einer Fußgängerbrücke, auf der man auch Fahrräder schieben kann: „Dadurch kann man den Umweg durch die Stadt vermeiden.“

„Bauen wir doch eine Brücke“
Entstanden ist die Idee bei einem Besuch im deutschen Leipzig. Dort gibt es eine ähnliche Brücke schon. „Dann haben wir eins und eins zusammengezählt“, sagt Dejaco. Denn sein Bruder lebt auf dem Linzer Freinberg und „jammerte immer, dass er mit seinem Rad durch die ganze Stadt muss, wenn er ins Mühlviertel fahren will. Da dachte ich mir, bauen wir doch eine Brücke.“


MAGMAG Events & Promotion GmbH

Touristen können Tickets beim Pöstlingberger Zoo kaufen.
Zwischen 6.00 und 22.00 Uhr wird sie ganzjährig geöffnet sein. In der Nacht wird die Brücke dezent beleuchtet. 500 Personen könne auf einmal auf dem Übergang gehen und stehen.

Unterstützung aus Politik

Für Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ), Stadträtin Regina Fechter (SPÖ) und Stadtrat Markus Hein (FPÖ) ist diese Fußgängerhängebrücke eine Chance: Sie kann ein touristischen Hotspot mit viele Kombi-Möglichkeiten werden. Etwa mit Anschluss der Pöstlingbergbahn, dem Zoo oder auch als Ziel für Kreuzfahrtschiff-Gäste. Grünes Licht also von der Stadtpolitik. Jetzt braucht es das aber auch noch von den Behörden: „Letzte Details und Zeichnungen fehlen noch. Immer Sommer wollen wir einreichen.“

Vogelschutz noch fraglich
Entscheidend wird bei der Weltrekord-Hängebrücke der Vogelschutz werden, hier seien schon Maßnahmen geplant, aber auch der Brückenbereich, der über den Linzer Zoo führt. Auch diesbezüglich gebe es bereits Gespräche. Sollten alle Bewilligungen da sei, könnte die Hängebrücke Ende 2019 fertig sein.

Für den Mobilitäts- und Bezirkssprecher der Grünen Linz, Klaus Grininger ist diese Hängebrücke ein „nettes Tourismusprojekt“, bei dem noch viele Fragen offen sind und das die Alltags-Verkehrsprobleme in Linz nicht löst.

Auch für Tourismus-Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) gebe es noch zu viele Fragezeichen. „Ich lade die Projektbetreiber daher ein, ihre Idee zu präsentieren.“

Publiziert am20.06.2018
Längste Hängebrücke der Welt über Linz
 

Bunker Ratte

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#49
Otto Wagner's Schemerlbrücke in Wien (Nussdorf)
Benannt ist die Schemerlbrücke nach dem Wasserbauingenieur Joseph Maria Schemerl von Leythenbach, entworfen wurde sie von Otto Wagner im Zuge der Errichtung der Nussdorfer Wehr- und Schleusenanlage zwischen 1894 und 1899. Wagner betrachtete die Wehr nicht nur funktional zur Verhinderung von Hochwasser und Eisstößen, sondern auch als "Stadttor". So wurde diese mit Pylonen ausgestattet, auf denen Löwenfiguren des barocken Wiener Bildhauers Rudolf Weyr (Wiener Autofabrik Gräf & Stift) thronen. Ebenfalls von Wagner stammt das ehemalige Verwaltungsgebäude der Donauwasserschutzkonferenz direkt neben der Schleusenanlage, das heute als Sitz der Magistratsabteilung 45 (Wiener Gewässer) fungiert.
Bereits im 1. Jahr der Fertigstellung lohnte sich die Mühe für den Einsatz. Die Nussdorfer Wehr (die aufgrund der Grenzziehung beim rechten Ufer des Donaukanals eigentlich großteils in Brigittenau liegt), verhinderte 1899 eine Hochwasserkatastrophe im Donaukanalbereich. Im April 1945 wurde die Schemerlbrücke wie viele andere Donaukanalbrücken durch die zurückweichenden SS-Truppen zerstört, in den 50ern wieder aufgebaut. Die letzte Sanierung wurde 2009 vorgenommen, um ca. 1 Million Euro wurden erhebliche Schäden am Stahltragwerk restauriert.
Seit dem Jahr 2005 befindet sich unter der Brücke das Wasserkraftwerk Nussdorf, das mit 12 Matrixturbinen 10.000 Haushalte mit Strom versorgt. Das historische Erscheinungsbild der "Löwenbrücke" wurde dadurch nicht beeinträchtigt.

Die Schemerlbrücke beim Nussdorfer Wehr (1970) am Brigittenauer Sporn
Bildquelle: Wien Geschichte
Quelle: Die Schemerlbrücke in Nussdorf, Ergänzungen zu Wehr-und Schleusenanlage

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HF130C

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#51
Diese äußerst interessante Konstruktion bietet vielfältige Besonderheiten: Die Fundamentkonstruktion ist beachtliche 20m und mehr tief, und das frühere Nadelwehr hatte eine interessante Bahnanlage:
Einerseits gab es eine breitspurige elektrifizierte Strecke vom Wirtschaftshof bis auf die Brückenfahrbahn, und parallel dazu eine schmalspurige Feldbahnstrecke ebenfalls vom Wirtschaftshof in den abgeschlossenen Bereich der Brücke.

Während von der Feldbahnstrecke keine Betriebsbilder bekannt sind (sie diente wohl dazu, Wehrteile vom Lager zur Brücke zu führen) und auch unbekannt ist, ob es da eine Lokomotive gab (Steigung und Gewicht der Brückenteile legen das nahe), gibt es von der elektrischen Breitspurstrecke sogar einen Film: Eine selbstfahrender Triebwagen fuhr hier, der mittels Seilwinde über Klappen in der Fahrbahn die einzelnen Wehrelemente aufziehen und ablassen konnte. Selbstfahrend deshalb, um die diversen Klappen der Reihe nach anfahren zu können und um nach Beendigung der Tätigkeit die Fahrbahn wieder Richtung Bauhof zu verlassen. Das Fahrzeug wurde elektrisch per Fahrleitung und Stromabnehmer betrieben.

All diese Besonderheiten und viele Details (auch die tiefe Grundierung der Brücke) kann man auf dieser sehr gut gestalteten Webseite sehen:
kk Albert Milde - Nadelwehr, 1200 Wien, Nußdorf, 1894-1898
Gleich auf dem ersten Bild sind die beiden Schienenstränge zu sehen. (Zumindest die Breitspurgleise waren noch Anfang der 80er Jahre vorhanden und wurden meist mit aufgelassenen Tramwaygleisen verwechselt)

Weiters gibt es einen historischen Film, der den selbstfahrenden Brückentriebwagen in Aktion zeigt (ab etwa der Hälfte des Filmes):
Filmarchiv der media wien » Nussdorfer Wehr
 

Geist

Worte im Dunkel
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#54
Hier mal ein allgemeiner Artikel über Wiens Brücken und ein bisschen Hintergrundwissen zu Instandhaltung und Sanierung.

Verjüngungskur für Wiens alternde Brücken
Wien hat mehr Brücken als Venedig. Allein im kommenden Jahrzehnt müssen 50 Bauwerke erneuert werden.

Wien hat mehr Brücken als Venedig: Allein 826 werden von der Stadt verwaltet, dazu kommen weitere von Asfinag, ÖBB und Wiener Linien. Sie verbinden Flussufer, überqueren innerstädtische Engstellen oder tragen Straßen über unwegsames Gelände (und sind deshalb auf den ersten Blick gar nicht als Brücken erkennbar). Um sie „fit für die nächsten 100 Jahre“ zu machen, startete die Stadt vor Kurzem ein umfassendes Investitionsprogramm.

Viele Wiener Brücken wurden während des Zweiten Weltkriegs zerstört und mussten nach 1945 neu errichtet werden. Etwa zwei Drittel der 826 Bauwerke stammen aus den 60er-Jahren und sind daher in einem Alter, das Instandhaltungsmaßnahmen notwendig macht. Kleine, die von der Bevölkerung meist gar nicht wahrgenommen werden, und große, mehrere Jahre in Anspruch nehmende – wie der geplanten Neubau der Wiener Westausfahrt (der KURIER berichtete). Im Rahmen des Investitionsprogramms werden im kommenden Jahrzehnt 50 Brücken erneuert.
Der größte Feind eines Bauwerks ist Wasser. Beschleunigt durch Auftaumittel, wie etwa Salz, findet es auch durch die beste Isolierung einen Weg ins Innere, greift den Betonkern an und macht ihn spröde. Die „Lebenserwartung“ einer Brücke hänge daher von permanenter Instandhaltung ab, erklärt Hermann Papouschek, Chef der MA 29 (Brückenbau).
Aber selbst bei permanenter Kontrolle und Wartung, die von 40 Mitarbeitern durchgeführt wird, hat eine Brücke ein Ablaufdatum. So seien ältere, nach 1945 errichtete Bauwerke rund 50 Jahre „vernünftig nutzbar“ und nach neuestem Stand der Technik gebaute 80 bis 100 Jahre. Ist die Zeit verstrichen, heiße das aber nicht, dass die Brücke auseinanderfalle, beruhigt Papouschek. Dann werden ihr mittels Generalinstandsetzung noch ein paar Jahrzehnte geschenkt – „quasi noch ein letztes Mal Leben eingehaucht“. Erst danach könnte der Neubau wirtschaftlicher als die Instandsetzung werden.

Handlungsbedarf
In Wien gibt es nun einige Hotspots, die saniert werden müssen, weil der Zahn der Zeit (bzw. Wasser) an ihnen nagt. Die baufällig gewordene Westausfahrt eben, die Heiligenstädter Hangbrücke vom Kahlenberger Dorf nach Klosterneuburg, der Knoten Nussdorf, die Heiligenstädter Brücke oder die Freudenauer Hafenbrücke.
Das werde „in den nächsten 15 Jahren“ geschehen, sagt Papouschek – der beruhigt: „Diese Brücken zerbröseln nicht.“ Bei regelmäßigen Kontrollen habe man bloß Handlungsbedarf in absehbarer Zeit festgestellt.
Wobei die Mitarbeiter der MA 29 Weitblick benötigen. Denn sie müssen den Verfall der nächsten vier Jahre einberechnen, da der Vorlauf der Sanierung mit Erhebung des Status-quo, Machbarkeitsstudien und europaweiter Ausschreibung von Planung und Realisierung im Schnitt etwa 48 Monate dauert. Insofern sind die Kosten der Maßnahmen vorab auch schwer abschätzbar.
Ein konkretes Beispiel ist die Westausfahrt, für deren Neubau erst vor wenigen Tagen die Planungsphase begann. Brutto – also von der ersten Machbarkeitsstudie, welche Sanierungsmöglichkeiten es überhaupt gibt, bis zur Eröffnung – schätzt Papouschek die Kosten inklusive Mehrwertsteuer auf rund 30 Millionen Euro. Konkreter werde die Summe erst mit der Auftragsvergabe.
Und auch der Baubeginn lässt sich nur schwer prognostizieren. Da allein die Planung zwei Jahre dauert und die Stadt freiwillig eine (zeitlich schwer kalkulierbare) Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchführt, dürfte nicht vor 2022 mit der Errichtung begonnen werden.

Reichsbrücke gehoben
Parallel zu großen Generalsanierungen, die in dicht verbauten Gebieten – wie etwa vor zwei Jahren bei der Gürtelbrücke – im Vollbetrieb der Brücke durchzuführen sind, werden laufend unzählige kleinere Instandsetzungsarbeiten erledigt: Die Beschichtung von Stahlteilen, kleinräumige Betonsanierungen, Fahrbahnausbesserungen, die Erneuerung der Brückenübergänge, das Anstreichen der Geländer oder der Tausch der Brückenlager.
Wobei „kleinere Maßnahmen“ relativ ist. So hob die MA 29 vor zwei Jahren etwa die Reichsbrücke mit 33 hydraulischen Pressen um einen Zentimeter an, um erstmals seit der Eröffnung der Brücke 1980 acht 3,5 Tonnen schwere Lager zu tauschen.
Davon abgesehen entstehen in Wien auch neue Brücken – allein sechs in den vergangenen zehn Jahren. Für insgesamt 52 Millionen Euro (brutto) entstanden vier Brücken im Projektgebiet Hauptbahnhof, der Judith-Deutsch-Steg in der Leopoldstadt sowie die Mayreder-Brücke in der Donaustadt.
Quelle: Verjüngungskur für Wiens alternde Brücken
 

HF130C

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#57
Tolles Bild, vielen Dank. Kaum zu glauben, dass das Gefährt durch das Hallentor gepasst hat.

Interessant ist auch die Bauweise der Rillenschiene: Wie ein Straßenbahnprofils sieht das nicht aus, dafür ist der innere Steg zu dick. Möglicherweise hat die Firma, die den Wagen geliefert hat, auch die Rillenschienen geliefert und diese aus 2 Teilen zusammengestellt. Von den Proportionen her ist das kein "professionelles" Bahnprofil.

Eine Ergänzung noch: Auf dem Film sieht man auch kurz die Fahrleitung: Diese war dreipolig, bestand also aus drei nebeneinander verlaufenden Drähten. Der so am Wagen vorhandene Drehstrom ermöglichte einen kostengünstigen Antrieb der Winde mit Industriemotoren.
 

Bunker Ratte

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#59
Eisenbetonfachwerkbrücke über die Gölsen bei Hainfeld
Vor einiger Zeit bin ich über diese Brücke gestolpert, die mir den Anschein hatte einen historischen Wert zu haben! Nach kurzen recherchen im Web, konnte ich diese Brücke unter Denkmalgeschützte Objekte in Hainfeld finden. Doch die Ausführungen über die Brücke sind eher ernüchternd. Angeblich soll es hier eine Wehranlage gegeben haben? Oder ist hier eine in der Nähe befindliche Wehranlage gemeint? Wenn jemand Infomationen hat, bitte posten!
Betonfachwerkbrücke mit Brüstungspfeilern, die anlässlich der Flussregulierung mit der Wehranlage in den 1920er Jahren errichtet wurde.
Quelle: Denkmalschutz in Hainfeld
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#60
Die letzten Überreste der historischen Windbrücke in Hirschwang:
Durch Zufall an der Richard von Schoellerstrasse erblickt, wo sich auch die 1927 erbaute Finkbrücke befindet, die noch im Ursprung erhalten ist.
Auf den Bildern 10 und 12 Eindrücke der Finkbrücke!

Die 1929 errichtete Windbrücke führte im Verlauf der Bundestrasse B27 über die Schwarza. Sie wurde im Zuge des Straßenausbaus 1992 abgetragen und durch eine neue Brückenkonstelation ersetzt. Die Tragkonstruktion der Windbrücke ruhte auf Widerlagern aus Natursteinen sowie aus Beton und auf einem betonierten Flusspfeiler. Vier parallel liegende Fachwerkträger aus Stahlbeton trugen die Fahrbahn, an der auskragende Gehwege angebracht waren.
Quelle: Das Industrielle Erbe Niederösterreichs von Stadler (Google Books)

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