Maustrenker Wandln und Bunker um Zistersdorf

#1
Hallo,

ich habe meine Kindheit im langweiligen Zistersdorf verbracht, wo damals noch diverse Bunker frei zugänglich waren. Was davon bis heute besteht weiß ich nicht, damals hat sich keiner darum gekümmert, eine Anlage war zB an der Kreuzung B40/L3039 (Mistelbacher Landstraße bei Windisch Baumgarten).

Meine Frage, vielleicht weiß das wer: Mein Vater berichtete gelegentlich von den "Maustrenker Wandln" (=Wände), die in seiner Schulzeit Ziel von Ausflügen waren und in denen diverse Erdhöhlen gegraben waren. Den genauen Standort wollte er mir nie verraten, da er eine (meine) Expedition dorthin verhindern wollte - es soll recht gefährlich gewesen sein. Gabs das wirklich? An sich gab es immer wieder kleine Erdhöhlen in der Gegend, der Boden ist leicht zu bearbeiten und trotzdem tragfähig, es gibt ja auch viele Weinkeller. Als Kind hatten wir so ein Erdloch als Spielplatz "in Verwendung", es war einfach in den Hang eines Hohlweges gegraben.
 
#2
HaraldJ
Auch von mir ein herzliches Willkommen.

Den von dir angesprochenen Bunker (ist wirklich einer) bei W. Baumgarten gibt es noch ebenso. Er gehörte zum damals dort existierenden Lager der Erdölarbeiter. Ein in der nähe befindlicher Splitterschutzgraben in einem Feld ist leider verschüttet. Ein Stück weiter weg existiert noch ein Splitterschutzgraben mit angeschlossenem (vermutlich) San-Raum und einem Nachrichten od. Maschienenraum.

lg

Cerberus9
 
I

iceman78

Guest
#3
Hallo,

diesen erdstall gibt es wirklich. ich kenne sogar den eingang da ich schon öfters dort war. laut angebe meines verstorbenen großvaters soll er sehr groß innen sein. man kann nur am bauch in den stollen hineinrobben. angeblich soll man dann drinnen ganz stehen und gehen können und räume sind auch dort. die leute haben sich dort nicht nur während des krieges sondern auch schon währen der kuruzzen versteckt haben.

zum thema bunker: den betonkeller kenne ich und so einen kleinen bunker gibt es da auch noch an der ecke der kreuzung wo man noch eine windrose an der decke sieht.
dürfte alles von den erdölfirmen gewesen sein. angeblich soll daneben in dem feld in richtung prinzendorf von der kreuzung aus ein richtiger bunker gewesen sein, aber man sieht nurmehr betonteile darin liegen und es wird nichts dort angebaut. ich selbst fand da einmal ein ventil mit federn von einem motor, hat so ausgesehen wie eines von einem t34 motor.
weiters wenn man an dieser kreuzung links fährt und dann an der nächsten rechts kommt man zum steinbergrestaurant. man fährt dann die strasse vorbei hinunter und dann kommt eine doppelkurve bei der ein altes haus steht - jedenfalls macht es den anschein danach. der keller ist von einer art bunkertüre verschlossen mit drehverschlüssen. diese türe befindet sich unter einer eisenabdeckung zum anheben.
auch im steinbergwald düfte sich einiges getan haben, nachdem was da noch so alles herumliegt, stahlhelme,...........
kann das die ss trabant kampfgruppe gewesen sein? denn die helme waren grün.
meines wissens nach war dort ein ausbildungszentrum für panzerbüchsen oder so.

hoffe ich konnte etwas helfen und

Lg
 
H

Harald 41

Guest
#4
Hallo;
War vorige Woche am Steinberg und fuhr über die im vorigen Beitrag genannte Kreuzung,blieb stehen und sah mir den Bunker an.
Der Bunker ist noch erhalten rechts davon dürfte ein weiteres
Gebäude gestanden sein sind aber nur mehr Trümmer,aber ganz rechts am anderen Ende des kleinen Waldes Steht so etwas wie ein Kellergeschoss.
Leider sah ich erst zu hause das auf der Decke des Bunkers die Himmelsrichtungen aufgemalt sind,ob die aus Kriegszeiten sind weiß ich nicht.
Weiters fand ich noch im Gestrüpp eine verrostete Kette könnt von einem Motorrad stammen.
Im Anhang noch ein paar Bilder.

LG Harry
 

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testo00

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#7
Hallo, war heute in der gegend und sah mir alles genauer an, Was war damals im Steinberger Wald, waren dort Truppen Stationiert? Es gibt im Wald einen Luftschutzdeckungsgraben gleich in der nähe dieses Hauses.. Ist es ein gebäude aus dem 2WW? Es ist sicher mehr als ein normales Wohnhaus gewesen.
 

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testo00

Guest
#9
ja genau der is es, ist halt jetzt zugewachsen, also waren dies ein Bunker für die Erdöl Anlagen. Ich frage deshalb weil ein paar posts weiter oben steht dass in diesem Gebiet eine Einheit stationiert war

Danke
lg
 
#10
@testo00

Du must etwas konkreter werden. Im 2. Wk war nahezu überall irgend eine Einheit stationiert.
Ich gehe aber davon aus das du die Zeit gegen Kriegsende meinst. Da kamen mehrer Einheiten (oder was davon übrig war) durch bzw. blieben einige Zeit.
Am Besten liest du mal von F. Jordan "Die Kämpfe im nördl. Niederösterreich".
Es gab auch einen Feldflugplatz in der Nähe.

Der "Bunker" ist wie du ja schon geschrieben hast ein LSDG. Er diente zum Schutz der Erölarbeiter, wurde aber auch, zum. vereinzelt, von Zivilpersonen genutzt. Auf Grund der Bauweise läst sich erkennen das es ein LSDG mit "Zusatzfunktion" (San- oder Befehlsraum bzw. vermutlich auch Funkraum).

lg

Cerberus9
 
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testo00

Guest
#11
@Iceman 78 Beitrag #6 Schrieb etwas über eine Einheit die im Steinberger Wald staioniert war, bzw etwas über ein Ausbildungslager. Villeicht könnte hierzu etwas genauere angaben machen?

lg
 
T

TENO1

Guest
#12
Der guten Ordnung halber seien auch hier, im dazu gehörigen Beitrag, einige aktuelle Fotos des Bunkers an der Kreuzung B40 / L3039 gepostet.
Die Aufnahmen entstanden am 30.12.2017 für meine Silvestertour "Le Voyage Blanc".

Alles Liebe von Teno1.
 

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#15
Hallo Joa;

beim zweiten Zugang vis a vis wurden die Stiegen zu einer Rutsche umgestaltet, oder war das von Anfang an so geplant?
.
Ja, das war so geplant. Es war hier nie eine Stiege vorgesehen.

der ehemalige verschüttete Notausstieg von oben
Verschüttet ist vermutlich der falsche Ausdruck. Verfüllt wäre korrekter. Die Notausgänge waren von innen mit Ziegeln oder Holz meist mehrlagig verschlossen ( auf deinen Bildern ist er fast komplett aufgebrochen.) Der senkrechte Schacht wurde dann verfüllt.

mfg

Cerberus9
 
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Geist

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#17
Ja, das war so geplant. Es war hier nie eine Stiege vorgesehen.
Echt? Aus welchem Grund hat man das so geplant? Ein Abgang als Rutsche ist ja für Schutzsuchende nicht unproblematisch zu benutzen. Ich dachte eher, dass hier, ähnlich wie in manchem Flakturm, keine Stufen sind, weil man nicht mehr zur Fertigstellung gekommen ist, dass sie aber grundsätzlich schon vorgesehen waren?
 
#18
Hallo Geist;
wie bereits in einem anderen Beitrag (Haschahof) geschrieben:
Es handelt sich lt. OT-Vorschriften für Luftschutzbauten / LS-Gräben um eine Rampe.
Diese Rampe war nicht für Lasten. Sperrige Güter durften gar nicht in einen Splitterschutzgraben mitgenommen werden.
Zweck dieser Rampe war, Druckwellen nach oben abzuleiten und somit die Wirkung in den LS-Deckungsgraben hinein abzumildern.
Man kann bzw. konnte diese Rampe bei einigen LSDG sehen. Hat in diesen Fällen nichts mit unvollendetem Bau zu tun.

lg

Cerberus9
 
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